Nubert nuBox 381 – großer Klang zum kleinen Preis Nubert nuBox 381 – großer Klang zum kleinen Preis

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Redakteur

Wer auf der Suche nach neuen Lautsprechern ist, der kennt es: die Auswahl besteht aus Hunderten von Herstellern, Modellen und Typen. Aber was ist das Richtige für mich? Stand-, oder Regallautsprecher, Zwei- oder Drei Wege-System, 100 oder 1000 Euro? Kaufe ich lieber beim kleinen Hi-Fi Geschäft oder der großen Elektronikmarkt-Kette?
Wie wäre es denn direkt beim Hersteller? Wir haben uns für Sie einmal den Preisknaller nuBox 381 von Nubert angeschaut und ausgiebig auf Herz und Nieren untersucht.

Die nuBox 381 bringt ein stattliches Gewicht von 9,5 Kilo pro Stück auf die Waage und eignet sich am besten für den Einsatz in Wohnräumen mit einer Größe zwischen 15 und 30 Quadratmetern.

Die nuBox 381 bringt ein stattliches Gewicht von 9,5 Kilo pro Stück auf die Waage und eignet sich am besten für den Einsatz in Wohnräumen mit einer Größe zwischen 15 und 30 Quadratmetern.

 

 

Hersteller
Was 1975 in der Garage von Günther Nuberts Mutter begann, wurde schnell zu einem der größten und bekanntesten Lautsprecherherstellern Deutschlands. Günther Nubert, der seit dem Ende der sechziger Jahre aus Unzufriedenheit mit den damals erhältlichen Boxen, Schallwandler entwickelt und baut, gilt als absoluter Perfektionist. 1978 eröffnete er in Schwäbisch Gmünd sein Nubert Hi-Fi-Studio mit 300 m² Fläche. Übrigens: heute gibt es sogar zwei große Nubert-Hörstudios in Aalen (1000 m²) und Schwäbisch Gmünd (2000 m²), in denen der interessierte Kunde fachkundig beraten wird und die für seine Einsatzzwecke perfekten Lautsprecher findet. Im Jahre 1995 ging Günther Nubert dann noch einen Schritt weiter, denn nachdem einige Fachhändler wenig Interesse am Verkauf einer weiteren Lautsprechermarke zeigten, entschied sich der passionierte Lautsprecher-Liebhaber dann, seine Produkte einfach im Direktvertrieb zu verkaufen. Und der Erfolg gibt ihm recht, so gehören Schallwandler aus dem Hause Nubert heute zu den angesehensten und begehrtesten HiFi- und Heimkino-Lautsprechern unseres Landes und über seine Grenzen hinaus.

 

 

Unboxing
Bevor ich den Karton überhaupt geöffnet habe, frage ich mich schon was dieser enthält. Zwei „Kompaktboxen“ wiegen hier zusammen fast 20 Kilogramm. Da hat der Postbote schon gut zu tun. Hat man die zwei Kunststoffbänder sowie die Klammern entfernt, erblickt man das Herzstück der Sendung: Gut verstaut und mit Styropor gegen Schläge von außen gesichert, liegt der erste der beiden Schallwandler im Karton. Unter diesem befindet sich die Bedienungsanleitung, ein Satz Lautsprecher-Kabel (2 x 0,75 mm²) und „nubi“. „nubi“ ist ein kleines Männchen, das rechts und links Lautsprecher in den Händen hält und etwa 6 Zentimeter hoch ist. Wofür „nubi“ beiliegt? Ich habe wirklich keine Ahnung, aber irgendwie ist es einfach eine schöne Idee und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, welches noch länger anhält. So macht bereits das Auspacken großen Spaß – vielen Dank an dieser Stelle ans Nubert-Team! Durch eine dicke Kartonage geschützt, arbeitet man sich anschliessend zum zweiten Lautsprecher vor, der, wie der erste, ebenfalls gut gesichert, nur darauf zu warten scheint, ausgepackt zu werden.

Die nuBox 381 ist sicher und sauber verpackt. Neben einem Pärchen Lautsprecherkabel legt der Hersteller jedem Pärchen 381 auch noch einen "nubi" bei.

Die nuBox 381 ist sicher und sauber verpackt. Neben einem Pärchen Lautsprecherkabel legt der Hersteller jedem Pärchen 381 auch noch ein kleines Geschenk in Form eines „nubis“ bei.

 

 

Verarbeitung
Hat man das 9,5 Kilo-Duo dann vor sich stehen, fällt sofort die saubere – nein, hervorragende Verarbeitung auf. Unser Exemplar ist mit einer Nussbaum-Dekorfolie versehen, welche perfekt auf den MDF-Korpus aufgetragen wurde. Selbst an den schwierig zu klebenden Ecken stößt die Folie im 90-Grad-Winkel perfekt zusammen. Nimmt man die Frontabdeckung ab und betrachtet die Graphitmetallic-Lackierung der Chassisfront, wird schnell klar, dass sich das Streben nach Vollkommenheit bei Nubert nicht nur auf die Technik, sondern auch auf das Optische auswirkt. Die gesamte Fläche ist durchgängig sauber lackiert und zeigt weder Staubeinschlüsse, noch „Apfelsinenhaut“. Sämtliche Passungen und Spaltmaße wurden genau aufeinander abgestimmt und ziehen keinerlei Tadel auf sich. Auch bei genauerer Betrachtung lässt sich hier kein Hinweis finden, dass dieser Lautsprecher gerade einmal 189 Euro kostet. Die schwarze Gewebeabdeckung, die die Technik aus dem Blickfeld verschwinden lässt, ist mit einem Akustikstoff überzogen und wird durch gummigelagerte Zapfen im Gehäuse gehalten. Der Korpus besteht aus 19 Millimeter MDF-Material, welches dem Lautsprecher in Zusammenarbeit mit weiteren Innenverstrebungen ein hohes Maß an Stabilität verleiht.

Die Nubert 381 ist 1a verarbeitet. Hier findet selbst das kritische Auge weder Einschlüsse, noch Bläschen unter der Folie.

Der Korpus der Nubert 381 ist 1a verarbeitet. Hier findet selbst das kritische Auge weder Einschlüsse, noch Bläschen in der Folie. Darüber hinaus erfreut sich die Zwei-Wege-Box einer lackierten Schallwand, in die die Chassis bündig eingelassen wurden.

 

 

Ausstattung
Schaut man sich die Ausstattung dieses Preisknallers an, kann man ebenfalls nur Staunen. Im Gehäuse mit 27 Litern Volumen, sitzen ein 22 Zentimeter großer Tief-/Mitteltöner und ein 25 Millimeter Hochtöner. Ersterer, welcher übrigens exklusiv und nach strengen Vorgaben für Nubert gefertigt wird, ist speziell auf Verzerrungsarmut und Impulsgenauigkeit getrimmt. Die optimierte Polypropylen-Membran wird durch einen besonderen linearen Antrieb in Schwingung gebracht, wodurch die nuBox ihren, laut Hersteller, überragenden Klang erhält. Für die Wiedergabe aller hohen Frequenzen schickt Nubert eine Seidengewebekalotte mit Ferrofluidkühlung ins Rennen. Zu diesen hochwertigen Chassis gesellt sich eine Frequenzweiche, die man in dieser Preisklasse eigentlich nicht vermuten würde. Der Einsatz hochwertigster Materialien hat es den Entwicklern zudem ermöglicht, ein deutlich verbessertes Abstrahlverhalten zu erreichen. Für die perfekte Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten bzw. den eigenen Hörgeschmack lässt sich über einen Schalter zudem die Hochtoncharakteristik verändern. Zur Auswahl stehen „Normal“ und „Brillant“. Zum Anschluss der Box dient ein Bi-Wiring-Terminal, in welchem man Kabel bis zu einer Stärke von sechs Quadrat anschließen kann. Für den Normalbetrieb werden die vier großzügigen Anschlussklemmen durch zwei vergoldete Brücken miteinander verbunden, die natürlich zum Lieferumfang gehören.

Das Anschlussterminal ist mit hochwertigen Bi-Wire-Schraubklemmen und einer zweistufigen Hochtonanpassung ausgestattet. Nochmal zu Erinnerung: Eine nuBox 381 kostet lediglich 189 Euro.

Das Anschlussterminal ist mit hochwertigen Bi-Wire-Schraubklemmen und einer zweistufigen Hochtonanpassung ausgestattet. Features, die man bei einem Lautsprecher dieser Preisklasse sonst nirgends findet. Nochmal zu Erinnerung: Eine nuBox 381 kostet lediglich 189 Euro.

 

 

Aufstellungstipps
Da die nuBox 381 über zwei rückwärtige Bassreflexöffnungen verfügt, sollte man sie nicht direkt an der Wand platzieren, sondern ihr einige Zentimeter „Raum“ lassen. Geht es gar nicht anders oder soll die Box in einem Regal aufgestellt werden, empfiehlt es sich, die Reflexrohre mit Schaumstoff zu verschliessen. Egal, ob ein klanglich heller oder ein Raum mit hohem Absorptionsfaktor beschallt werden soll, Nuberts nuBox 381 spielt, bedingt durch ihren unglaublich linearen Frequenzverlauf, überall nahezu gleich gut auf. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit den Hochton anzupassen, was hilft sogenannte “Spitzen“ in hellhörigen Räumen zu mindern. Idealerweise setzen Sie die 381 übrigens in Räumen mit einer Größe zwischen 15 und 30 Quadratmetern ein. Für diesen Einsatzzweck wurde sie gebaut und hier fühlt sie sich eindeutig am wohlsten, was sich auch in unseren Tests bestätigte. Aber lesen Sie selbst …

Mithilfe der rückseitigen Bassreflex-Ports lässt sich die Bassintensität der nuBox 381 auf den eigenen Geschmack anpassen. Je näher die Box an der Rückwand steht, desto kräftiger der Bass. Ist weniger Bass gewünscht, gilt es einfach der Box ein wenig mehr "Rückraum" zu gewähren.

Mithilfe der rückseitigen Bassreflex-Ports lässt sich die Bassintensität der nuBox 381 auf den eigenen Geschmack anpassen. Je näher die Box an der Rückwand steht, desto kräftiger der Tiefton. Zuviel Bass? Dann ziehen Sie die Box einfach ein wenig weiter in den Raum. Schon um wenige Zentimeter verschoben, kann sichein völlig neues Klangbild ergeben.

 

 

Hörprobe: Folk
Nachdem ich mir nun alles angesehen habe, wird es höchste Zeit für den Klangtest. Also, auf zum Stereo-Mehrkampf. Zur Auswahl stehen heute Rock, Folk und Klassik. Als erstes audiophiles „Schmankerl“ kommt Chris Jones‘ „Roadhouses & Automobiles“ ins Laufwerk und ich beginne meinen Test mit dem Track „Fender Bender“. Innerhalb kürzester Zeit baut sich vor mir die Bühne auf. Schließt man die Augen, hat man fast das Gefühl, man säße in einem kleinen Folk Club und lauscht gebannt dem Gitarristen. Jeder Anschlag der Saite wird von der nuBox präzise und klar wiedergegeben. Unglaublich viele Details prasseln auf den Hörer ein und verstärken das Gefühl, dass die Musik nicht aus Lautsprechern, sondern direkt vom Instrument zu ihm schallt. Auch im zweiten Teil bleiben wir bei Chris Jones – diesmal mit dem Titel „No Sanctuary Here“ . Nach wenigen Augenblicken gilt es hier aber zunächst zu prüfen, ob ich versehentlich den Subwoofer eingeschaltet habe. Habe ich nicht! Dennoch laufen Tiefton, Mitten und Bass in diesem Song zur Höchstform auf und zeigen wie ausgeprägt und tiefgründig dieses Stück dargestellt werden kann – vorausgesetzt man hat einen sehr guten Lautsprecher. Und das haben wir in diesem Fall eindeutig, denn was sich bereits nach dem zweiten Testtrack eindeutig sagen lässt, ist, dass hier die unverfälschte Musik im Vordergrund steht und nicht der Schallwandler. So vergisst man schnell, dass man hier einem Pärchen Kompaktlautsprecher lauscht, denn die 381er bereiten sämtliche ihr zugespielten Signale unverfälscht und absolut natürlich auf, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Hörprobe: Rock
In der Sparte „Rock“ beginne ich ebenfalls mit einem Klassiker: Pink Floyd und „Wish You Were Here“ werden zur Probe gereicht. Dabei bestätigt unser Test-Duo schnell den zuvor gewonnenen Eindruck: Die Bühne geht auf und die Musik macht einfach nur Spaß. Dabei erweist sich bereits die Anfangssequenz als ausserordentlich präzise. So präzise, dass die Solisten fast greifbar ins Wohnzimmer befördert werden. Der anschließend einsetzende Grundton, erweist sich dann als perfekte und zugkräftige Ergänzung – allerdings auch hier, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Einfach spitze! Als dann die Geige einsetzt, wird eine Atmosphäre aufgebaut, die echtes Gänsehautfeeling erzeugt. Wow, was für eine Wiedergabe. Auch bei diesem Stück beweist die nuBox 381, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. So spielt sie diesen Song, als wäre sie nur dafür gebaut worden – routiniert, sauber und ohne Fehler.

Hörprobe: Klassik
Auf zur letzten Disziplin: Diesmal mit Bedřich Smetanas „Die Moldau“, auf die ich mich nach den bisherigen Leistungen schon vorab sehr freue. Das Orchester startet und man fühlt förmlich, wie klein diese Moldau zu Beginn ist. So bauen die beiden 381er die Bühne zunächst noch klein auf, imponieren aber schon hier durch ihre lockere und luftige Spielweise. Das schnelle Hin- und Her zwischen Streichern und Blechbläsern wirkt dabei unglaublich realistisch übersetzt. Schließt man die Augen, sieht man förmlich die Wellen schwappen und den Bach zum reissenden Fluss anschwellen. Die Stromschnellen, ebenso wie die ruhigen Auen der Moldau, tauchen vor dem inneren Auge auf. Die Bühne wird mit jeder Minute, die verstreicht, breiter aufgebaut und die Dramatik nimmt zu. Nach elf Minuten und 43 Sekunden ist dann leider Schluss und man möchte am liebsten Aufspringen und „ Bravissimo“ rufen, um dem Dirigenten seinen Dank zu überbringen. Stattdessen öffnet man die Augen, erspäht lediglich zwei Regallautsprecher und ist erneut überrascht. Welch eine Performance! Diese Schallwandler erlauben sich wirklich keinen Fehler. Im Gegenteil, denn durch ihre akribische Wiedergabe erlebt man die Musik genauso, wie vom Künstler gewollt. Danke schön!

Auch im Hörtest zeigte sich die nuBox 381 von ihrer Schokoladenseite. Egal ob Klassik, Rock oder Folk, Nuberts Preisknaller versteht es, nahezu jede Musikrichtung mit Leben und Leidenschaft zu füllen.

Auch im Hörtest zeigte sich die nuBox 381 von ihrer Schokoladenseite. Egal ob Klassik, Rock oder Folk, Nuberts Preisknaller versteht es einfach fast jede Musikrichtung mit Leben und Leidenschaft zu füllen.

 

 

Zubehörtipps
Ein absoluter Highlight-Tipp zur Erweiterung der Leistungsfähigkeit der nuBox 381 ist das Nubert Aktiv Tuning Modul ATM-381. Es wird zwischen Signalquelle und Stereoverstärker platziert und bewirkt laut Hersteller eine Erweiterung des Tieftonbereiches um etwa eine Oktave. Für gerade einmal 209 Euro lässt sich die ohnehin geniale Performance der 381 somit nochmals steigern und man bekommt eine speziell auf seine vorhandenen Lautsprecher abgestimmte Leistungsoptimierung der besonderen Art – und zwar ohne jegliche Klangverfälschung. Ein weiterer wichtiger Aspekt, wenn man neue Lautsprecher kauft, ist immer das Kabel. Achten sollte man darauf, dass der Querschnitt des Kabels groß genug (2,5 Quadratzentimeter sollten es mindestens sein) und die Abschirmung ausreichend ist. Wer es schnell, einfach und sauber haben möchte, kann auch ein fertig konfektioniertes Kabel kaufen, wie beispielsweise das HiDiamond Diamond 1, das sich in unserem Test als sehr gute Ergänzung erwies und auf Wunsch mit auswechselbaren Bananas bzw. Kabelschuhen geliefert wird.

 

 

Fazit
Wenn Günter Nubert etwas anfasst, hat das Hand und Fuß. Das gilt im besonderen Maße für die Entwicklung der nuBox 381, die sämtliche ihr zugeführten Signale natürlich und bis ins Kleinste detailgetreu wiederzugeben versteht. Imponierend sind zudem die hohe Materialgüte wie die Verarbeitung, die in dieser Preisklasse Marken setzen. Kurz gesagt ist dieser Lautsprecher ein echter „Hit“ und uneingeschränkt zu empfehlen. Für einen Preis von 189 Euro werden Sie einfach keinen besseren Lautsprecher finden.

 

Test, Text und Fotos: Bernd Heuer

 

 

 

Modell:Nubert
nuBox 381
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:189,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:Gehäuse in Dekorfolie Schwarz, Ahorn oder Nussbaum,
Schallwand in Silbermetallic, Graphitmetallic oder hochglänzendem Schwarz,
Frontabdeckung Akustikstoff Schwarz
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 0800 / 6823780
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):380 x 245 x 290 mm
Gewicht:9,5 Kg
Hochtöner:25 mm Seidengewebekalotte
Tief-/Mitteltöner:220 mm Polypropylenmembran
Besonderes:- hervorragende Verarbeitung
- zweistufige Hochtonanpassung
- exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
- erstklassige Bestückung
- neutrale Klangcharakteristik
- Kauf ohne Risiko: 1 Monat Widerrufsrecht
Empfohlene Raumgröße:15 - 30 Quadratmeter
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunghervorragend

 

 

 

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