ASW Genius AS 10 – der elegante DSP-Riese ASW Genius AS 10 – der elegante DSP-Riese

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Redakteur

„Riesige Subwoofer sind der natürliche Feind des Wohnzimmers“. Diese Aussage hört man in Heimkinokreisen des Öfteren. Dass das aber nicht zwingend so sein muss, beweist die deutsche Lautsprecherschmiede ASW mit ihrem perfekt verarbeiteten und absolut wohnraumtauglich gestylten Genius AS 10. Und dieser Bassbolide ist nicht nur hübsch und erstaunlich ausgestattet, sondern erhebt auch den Anspruch, sowohl der vorhandene HiFi- wie Heimkinokette klanglich auf die Sprünge zu helfen. Wir waren also gespannt …

Kann sich sehen lassen: Durch sein leicht gewölbtes Gehäuse wirkt der AS 10 weder wuchtig, noch klobig.

Kann sich sehen lassen: Durch sein leicht gewölbtes Gehäuse wirkt der AS 10 weder wuchtig, noch klobig.

 

 

Eigentlich war ich immer der Meinung, ich bräuchte keinen Subwoofer. Zwei ausgewachsene, aktive Standlautsprecher und drei kompakte Surroundlautsprecher sorgen in einem knapp 18 Quadratmeter großen Altbau-Wohnzimmer schließlich auch so schon für Lautstärken, bei denen sich die Nachbarschaft schon mal gestört fühlen kann. Trotzdem wurde ich natürlich neugierig, als ich die Möglichkeit bekam, den großen ASW Subwoofer zu testen. Bevor ich den „Genius AS 10 DSP“ abholte, wurde ich bereits gewarnt: „In einen PKW mit Stufenheck passt der Karton nicht“. Meine Erwartungen stiegen also bereits jetzt ins Unermessliche. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit umgeklappter Rückbank passt der große ASW, samt Verpackung zwar gut in den nicht eben kleinen Kofferraum eines „Golf Plus“, der Rückspiegel ist dann aber nutzlos. Viel mehr als Karton ist nicht mehr zu sehen. Zuhause angekommen, stand ich gleich vor dem nächsten Problem: Wie sollte ich diesen Riesen von der Größe einer Waschmaschine (kleine Übertreibung) und einem Gewicht von knapp 40 Kilo inklusive Verpackung (keine Übertreibung) bloß in das zweite Stockwerk befördern? Zu zweit gelang es uns dann das Bass-Monster die Treppen hinauf zu wuchten, wobei die Kräfte auf den letzten Metern deutlich schwanden.

Die Rückseite des AS 10 ist übersichtlich gehalten. Neben den obligatorischen Hoch- und Niederpegeleingängen findet sich hier noch eine USB-Buchse. Die ist besonders wichtig, denn über diesen Zugang lässt sich der Sub via PC perfekt auf den Raum, seine Mitspieler und den eigenen Hörgeschmack anpassen.

Die Rückseite des AS 10 ist übersichtlich gehalten. Neben den obligatorischen Hoch- und Niederpegeleingängen findet sich hier noch eine USB-Buchse. Die ist besonders wichtig, denn über diesen Zugang lässt sich der Sub via PC perfekt auf den Raum, seine Mitspieler und den eigenen Hörgeschmack anpassen.

 

 

Sonderwünsche werden stets erfüllt
Nun war es endlich so weit den AS 10 von seiner Verpackung zu befreien. Zum Vorschein kam ein absolut makelloser strahlend weiß lackierter Sub, der gut einen halben Meter in Höhe und Tiefe misst und in der Breite etwa zehn Zentimeter weniger misst. Oberseite und Wangen sind nicht eben, sondern sanft gewölbt. Dadurch wirkt der mächtige Sub trotz seiner Größe elegant und nicht klobig. Feine Gehäuse sind eine besondere Spezialität des Ahauser Unternehmens ASW, das seine Lautsprecher komplett in Deutschland fertigt. Neben der exquisiten Verarbeitungsqualität bietet ASW jeden einzelnen Lautsprecher mit dutzenden Oberflächen an. Sei es Echtholzfurnier oder Schleiflack, matt oder glänzend, es gibt sicher kaum eine Möblierung, zu der sich nicht passende ASW-Lautsprecher finden ließen. Und falls die zur Auswahl stehenden Varianten doch mal nicht passen sollten, versprechen die Münsterländer schnell und unkompliziert auf Sonderwünsche einzugehen. Und tatsächlich bin ich mir sicher, dass man den AS 10 auch in gelb mit lila Punkten bekommen könnte – wenn man denn wollte.

Zum Lieferumfang gehören das Raumkorrekturprogramm auf CD und eine etwa scheckkartengrosse Fernbedienung. Über letztere lassen sich Lautstärke, ON-/OFF, Stummschaltung oder auch die einzelnen Presets kontrollieren.

Zum Lieferumfang gehören das Raumkorrekturprogramm auf CD und eine etwa scheckkartengrosse Fernbedienung. Über letztere lassen sich Lautstärke, ON-/OFF, Stummschaltung oder auch die einzelnen Presets kontrollieren.

 

 

Ausstattung & Verarbeitung
Aber zurück zu unserem weißen Testmodell: Unter der abnehmbaren schwarzen Abdeckung auf der Front sitzt das Herzstück des Genius Subs, ein weich aufgehängtes Langhub-Basschassis von der Größe einer Langspielplatte: 12 Zoll – oder knapp 31 Zentimeter. Rückseitig sind zwei nicht weniger imposante, trichterförmige Bassreflexöffnungen in das Gehäuse eigelassen. Über diese Reflexports, wird der inverse Schall, den das Chassis bei Auslenkung in das Gehäuse abstrahlt, gezielt ins Freie entlassen und addiert sich so zur direkt abgestrahlten Schallenergie hinzu. Dadurch vergrößert sich der maximale Schalldruck und der Frequenzgang wird nach unten hin erweitert. Und tatsächlich gibt ASW im Datenblatt einen Übertragungsbereich von 16-150 Hz an. Dabei sind 16Hz eigentlich schon gar nicht mehr hörbar, sondern nur noch körperlich als Druckwelle fühlbar. Was dem Genuss von Action-Filmen jedoch sicher nicht abträglich ist.
Über den Bassreflexöffnungen befindet sich der eingebaute Verstärker samt Anschlussterminal, das neben den üblichen Schnittstellen für Strom und Signale auch mit einem USB-Anschluss ausgestattet ist. Über letzteren lässt sich der Genius DSP-Subwoofer (das Kürzel DSP steht für „Digitaler Signalprozessor“) mit einem Computer verbinden und mittels eines cleveren Einmessprogrammes an die Gegebenheiten des Raumes oder den eigenen Hörgeschmack anpassen.

Die Verbindung ist schnell aufgebaut. Nachdem die CD mit dem DSP-Programm auf den Rechner gespielt ist, muss nur noch der AS 10 mittels eines handelsüblichen USB-Kabels mit dem Sub verbunden werden. Anschliessend können sämtliche Einstellungen auch schon vorgenommen werden.

Die Verbindung ist schnell aufgebaut. Nachdem die CD mit dem DSP-Programm auf den Rechner gespielt ist, muss nur noch der AS 10 mittels eines handelsüblichen USB-Kabels mit dem Sub verbunden werden. Anschliessend können sämtliche Einstellungen auch schon vorgenommen werden.

 

 

Alle der wirklich umfangreichen Einstellmöglichkeiten hier aufzuzählen und zu erklären würde sicher den Rahmen sprengen, darum beschränke ich mich auf zwei besondere Features die helfen, das eine oder andere Bassproblem zu lösen: Zum einen ist das der integrierte Equalizer mit dem der Frequenzgang des Subwoofers an neun (!) Punkten im Bereich von 20 bis 125 Hertz ganz individuell an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden kann. Dadurch lassen sich wummernde oder dröhnende Bässe verhindern, die meist durch sogenannte Raummoden hervorgerufen werden. Raummoden sind stehende Wellen zwischen zwei parallelen Wänden des Hörraums, die immer dort entstehen, wo die Wellenlänge einer Frequenz (sowie deren Hälfte und auch deren Vielfaches) exakt der Entfernung zwischen zwei reflektieren Flächen entspricht. In meinem Fall wären das insbesondere die Freuquenzen 50, 66 und 100Hz, die sich über die Filter bei 50, 63 und 100Hz schmalbandig absenken lassen. Dadurch wird verhindert, dass stehenden Wellen überhaupt erst auftreten und ein dröhnender Bass wird zuverlässig verhindert. Die Einstellung des DSP findet komfortabel über den PC statt. Dazu wird zunächst die auf einer CD beiliegende Software auf dem PC oder Mac installiert. Im zweiten Schritt wird der Subwoofer über das ebenfalls beiliegende USB-Kabel mit dem Computer verbunden und das Programm gestartet. Sub einschalten nicht vergessen! Das Programm braucht dann einen Moment bevor es die Verbindung mit dem AS 10 hergestellt hat. Als nächstes kann man dann auch schon sämtliche Parameter ganz nach belieben verändern. Für eigene Setups stehen drei Speicherplätze zu Verfügung, die sowohl auf dem Computer als auch auf dem Subwoofer abgelegt werden. Dadurch sind alle Daten automatisch gesichert. Zusätzlich stehen neben der Standardeinstellung („Defeat“) vier weitere Presets zum Beispiel für Musik und Filme zu Verfügung.
Bei dem zweiten, sehr praktischen Feature, handelt es sich um einen sogenannten „Night Mode“. Dieser Nachtmodus ist eine Dynamikbegrenzung, die den Pegelunterschied zwischen leisesten und lautesten Abschnitten eines Films verkleinert. So kann man den Pegel des Subwoofers bei aktiviertem Nachtmodus etwas höher einstellen, ohne dass einem in besonders Bassintensiven Szenen gleich die Bücher aus den Regalen fallen oder die Nachbarn erbost vor der Tür stehen. Eigentlich ist ein solches Feature unter Heimkinofreunden verpönt, verfälscht es doch das Eingangssignal ganz erheblich und das wollen wir ja eigentlich nicht. In der Praxis kann das, wie an den genannten Beispielen erklärt, jedoch ganz enorme Vorteile bieten. Die wichtigsten Funktionen wie Pegel, Nightmode und die Frequenzgang-Presets sind allesamt per Fernbedienung anwählbar.

Clever: Über das zum Lieferumfang gehörige Korrekturprogramm lässt sich der AS 10 via 9-fach-Equalizer perfekt auf die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Zudem gewährt dieses Programm auch den Zugriff auf die Phaseneinstellung, die Lautstärke und die Wahl der Übergangsfrequenz.

Clever: Über das zum Lieferumfang gehörige Korrekturprogramm lässt sich der AS 10 via 9-fach-Equalizer perfekt auf die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Zudem gewährt dieses Programm auch den Zugriff auf die Phaseneinstellung, die Lautstärke und die Wahl der Übergangsfrequenz.

 

 

Im Einsatz
Wichtiger noch als die diversen Optionen zur der Einstellung ist natürlich der Klang. Also Licht aus, Film an. Im Blu-ray-Player liegt Robert Rodriguez` fulminante Comic-Verfilmung „Sin City“. Die erste Szene ist eher ruhig und dient zur Eingewöhnung, der Genius AS 10 bleibt noch still. Dann kommt der Vorspann, mit der von Rodriguez komponierten „Main Theme“, schon geht’s voll zur Sache und ich bin mir sicher, Töne zu hören, die ich vorher noch nicht wahrgenommen habe, obwohl ich den Film schon dutzende Male gesehen habe und den Soundtrack zusätzlich noch auf CD besitze. Um sicher zu gehen, also nochmal zurück und etwas lauter gedreht. Und tatsächlich bricht ein Bassgewitter los, das mir in dieser Form bis jetzt noch nicht begegnet ist. Die Hosenbeine fangen an zu flattern und der Couchtisch vibriert fröhlich Takt mit. Dabei klingt der Bass selbst bei aberwitzigen Lautstärken nie matschig oder aufgeblasen, sondern immer klar strukturiert. Das spricht für eine besonders gute Impulstreue, die bei anderen Bassreflex-Subwoofern gern mal auf der Strecke bleibt. Nicht so jedoch beim großen ASW.
Als nächstes muss – mal wieder – „Bolt“ herhalten, der „Hund für alle Fälle“. Bolt ist ein „Superhund“, der sein Frauchen Penny vor den Machenschaften des bösen Dr. Calico beschützen muss und dessen Handlangern dabei ordentlich einheizt. Da werden Helikopter abgeschossen, Autos durch die Luft geschleudert und eine ganze Armee feindlicher Agenten mit dem „Turbobeller“ zur Strecke gebracht. Und das alles mitten im Wohnzimmer. Denn nicht nur Calicos Laufburschen zittern vor Angst, sondern auch die Wände erzittern vor der puren Bassenergie, die der Genius Subwoofer jetzt freisetzt. So machen Filme definitiv Spaß. Zum Abschluss folgt noch der obligatorische Test mit Mehrkanalmusik. Das Drumsolo „Zeets“ der Live-DVD-Audio des 1978er Frank Zappa Halloween-Konzertes in New York eignet sich hier hervorragend, um jeder Surroundanlage und insbesondere dem Subwoofer das Letzte abzuverlangen. Diesmal ist das jedoch eigentlich eher Dreingabe, denn längst hat der Genius AS 10 bewiesen, dass er klanglich hält, was er optisch verspricht. Und auch den Fähigkeiten Vinnie Colaiutas an den Drums, steht der ASW Subwoofer in seiner Disziplin, der Wiedergabe solcher besonders dynamischen und bassintensiven Musikstücke in nichts nach. Entsprechenden Pegel vorausgesetzt, meint man wirklich live dabei zu sein und kann die Bassdrum, die hier besonders häufig zum Einsatz kommt, regelrecht fühlen. Nicht metaphorisch, sondern buchstäblich. Spätestens jetzt steht dann auch fest: Ich brauche doch einen Subwoofer!

Wie alle ASW-Produkte ist auch der AS 10 in diversen Oberflächen-Varianten lieferbar. Auf Wunsch kann der AS 10 farblich auch ganz individuell gestaltet werden.

Wie alle ASW-Produkte ist auch der AS 10 in diversen Oberflächen-Varianten lieferbar. Auf Wunsch kann der AS 10 farblich auch ganz individuell gestaltet werden.

 

 

Fazit
Der ASW Genius AS 10 DSP ist ein Subwoofer wie er im Buch steht: Riesengroß, bleischwer und absolut erbarmungslos. Was auch immer dem AS 10 an elektrischen Signalen zugespielt wird, setzt er mühelos in Schall um. Dabei stehen Optik und Verarbeitungsqualität den akustischen Fähigkeiten des ASW-Topmodells in nichts nach. In Verbindung mit der umfangreichen Ausstattung und dem ansehnlichen Äußeren ergibt sich ein erstklassiges Gesamtpaket, dem es an absolut nichts fehlt. Was will man(n) mehr?

 

Test & Text: Jonas Bednarz

Fotos: www.lite-magazin.de

 

 

Modell:ASW Genius AS-10
Preis:ab 1869,00 Euro (je nach Oberflächenausführung)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:diverse Farb- und Oberflächenvariationen
Vertrieb:ASW, Ahaus
Tel.: 02561 / 6879292
www.asw-lautsprecher.de
Abmessungen (HBT):550 x 410 x 520 mm (Höhe ohne Spikes)
Gewicht:37 Kg
Tieftöner:310 mm
Leistung:300 Watt Sinus
600 Watt Musik
Bauart/Prinzip:Bassreflex
Frequenbereich:16 Hz – 150 Hz
Trennfrequenz:40 Hz – 150 Hz
Phase:stufenlos regelbar (via Raumkorrekturprogramm)
Besonderes:- DSP-Steuerung
- Raumkorrekturprogramm
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1+
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

 

 

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