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Redakteur

Wer auf echten 5.1-Surround-Sound im Wohnzimmer nicht verzichten will, die Anschaffung großer Boxen aber scheut, für den gibt es die sogenannten Säulenlautsprecher. Schlanke Schallwandler, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Wir haben uns ein gertenschlankes Surround-Set aus dem Hause Teufel einmal näher angesehen und geprüft, ob es hält, was es verspricht.

Wohnraumtraum: Dank seiner schlanken Erscheinung passt sich das LT4 in nahezu jedes Wohnambiente ein.

Wohnraumtraum: Dank seiner schlanken Erscheinung passt sich das LT4 in nahezu jedes Wohnambiente ein.

 

 

Wenn es um Lautsprecher geht, kommt man im Heimkino-Bereich an einem Namen nicht vorbei: Lautsprecher Teufel. Kein Wunder, schließlich ist das Berliner Unternehmen einer der größten Lautsprecherhersteller Deutschlands und europaweit führender Direktvertrieb. Die Hauptstädter gehen dabei einen ganz eigenen Weg, denn Teufel-Produkte gibt es nicht im stationären Handel zu kaufen, sondern nur direkt vom Hersteller, online oder am Telefon. Ein Weg, der es dem mittlerweile seit 35 Jahren bestehende Unternehmen erlaubt, hochwertige Lautsprecher stets zu attraktiven Preisen anzubieten. Wobei die Aussage „Direktvertrieb“ so ganz richtig auch nicht mehr ist, denn im April des vergangenen Jahres eröffneten die Lautsprecherspezialisten ihren Flagshipstore im Einkaufszentrum „Bikini Berlin“. Dort können zukünftige Lautsprecherbesitzer sich nach Lust und Laune durch das Produktprogramm des Versenders hören. Und dabei zum Beispiel auf das ein schickes Surroundset stoßen, das den etwas sperrigen Namen: „LT4 5.1-Set M“ trägt. Das war es dann aber auch schon mit Sperrigkeit, denn die fünf Lautsprecher mit der perfekten, gebürsteten Aluminiumoberfläche sind allesamt zierlich und elegant designet, um in modern eingerichteten Wohnzimmern eingesetzt zu werden. Eine kleine Ausnahme bildet da vielleicht der etwas voluminösere Subwoofer, aber viel hilft in dem Fall eben auch viel.

Hochwertige Materialien, zeitlos elegante Erscheinung, beste Verarbeitung. Die LT4-Klangsäulen bieten viel fürs Auge …

Hochwertige Materialien, zeitlos elegante Erscheinung, beste Verarbeitung. Die LT4-Klangsäulen bieten viel fürs Auge …

 

Teufel LT4: Schlanke Figur, volle Ausstattung

„Viel“ bedeutet im Fall des Subwoofers Abmessungen von 35x35x55 Zentimetern und ein stattliches Gewicht von rund 20 Kilo. Diese Dimensionen sind allerdings auch notwendig, um dem 250 Millimeter messenden Tieftöner einen angemessen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Denn schließlich sollte – abgesehen von der Membran – rein gar nichts am Subwoofer schwingen. Eine standesgemäße Entkopplung vom Untergrund besorgen vier resonanzdämpfenden Standfüße, die einen dröhnenden Fußboden zuverlässig verhindern. Dank zweier untenliegender Bassreflex-Öffnungen nebst kraftvoller und besonders effizienter Ansteuerung mittels moderner Class D-Endstufe, spielt der Subwoofer laut Hersteller runter bis 30 Hertz. Ein Wert, den normalerweise nur deutlich grössere Bassisten erreichen. Und viel tiefer reichen auch weder das menschliche Hörvermögen, noch die tiefsten Register ausgewachsener Orgeln. Da solch tiefe Frequenzen in kleinen oder ungünstig geschnittenen Räumen jedoch schonmal zu Problemen führen können, bietet der Sub die Möglichkeit den Tiefgang mittels Hochpassfilter zu begrenzen. Auch um des lieben Friedens mit den Nachbarn willen, eine sehr sinnvolle Funktion. Daneben bietet das Anschlussfeld die üblichen Schnittstellen für Strom und Signal sowie einen echten Netzschalter, der das Gerät komplett vom Strom trennt (Stichwort: Energieeffizienz) sowie die obligatorischen Pegel- sowie Phasensteller.

Herzstück des Sets sind natürlich die beiden großen Frontsäulen. Wobei Größe ja bekanntlich relativ ist, denn zwar messen die Alu-Säulen gute 1,14 Meter in der Höhe, begnügen sich dafür aber mit einer quadratischen Grundfläche mit Seitenlängen von nur 9 (!) Zentimetern. Um trotz der extrem schmalen Bauform einen sicheren Stand gewährleisten zu können, haben die Berliner Ingenieure ihren „L 430 FR“ eine ebenfalls quadratische Basis aus Kunststoff mit Alu-Oberseite verpasst, die eine deutlich größere Standfläche bietet und die zierlichen Standsäule so auch bei versehentlichem Anstoßen vor dem Umfallen bewahrt. Seiner eigentlichen Aufgabe, der Schallwandlung, kommt der Lautsprecher im obersten Drittel der Säule nach. Hier sitzen die fünf Membranen, die dafür verantwortlich zeichnen, den elektrischen Input in mechanischen Output zu verwandeln. Symmetrisch um eine Hochtonkalotte angeordnet befinden sich je ein Paar Tief- und ein Paar Mitteltöner, die zusammen den Frequenzbereich von 135 bis 20.000 Hertz auf drei Wegen abdecken. Alles darunter übernimmt standesgemäß der bereits beschriebene Subwoofer. Um die empfindlichen Membranen vor Beschädigungen zu schützen, werden sie hinter einem ebenfalls metallischen und schwarz eloxierten Gitter versteckt. Dadurch bildet der nicht abnehmbare Schutz einen schönen optischen Kontrast zum Silbernen Lautsprechergehäuse und macht die Teufel-Säulen zu echten Hinguckern. Rückseitig gibt es neben dem Anschlussfeld, das sowohl blanke Litzen als auch Bananenstecker aufnimmt, lediglich ein Typenschild zu entdecken. Das ist sehr schön gelöst, denn schliesslich soll die Box auch frei im Raum aufgestellt einen optischen Blickfang darstellen und nicht als schnödes Technikobjekt daher kommen.

Die drei Effekt-Lautsprecher des Sets, die die Bezeichnungen „L 430 FCR“ (Rears) bzw. „L 430 C“ (Center) tragen, sind im Grunde gekürzte Versionen des Hauptlautsprechers. Grundfläche, Materialauswahl und Treiberbestückung sind dementsprechend identisch zum ausführlich beschriebenen Schwestermodell. Die Vorraussetzungen für ein nahtlos geschlossenes und homogenes Surroundfeld sind somit erfüllt. Der einzige nennenswerte Unterschied findet sich rückseitig, denn die kompakten Surround-Lautsprecher sind für eine Wandbefestigung mittels zweier Befestigungslaschen vorbereitet – sehr praktisch. Dem Center ist ausserdem eine kleine, schwarze Basis aus Kunststoff beigefügt, auf der er horizontal unter dem Fernseher sicher zum Liegen kommt und sich perfekt auf das Auditorium ausrichten lässt. Falls eine direkte Wandmontage nicht möglich ist, bietet Teufel passende, schwenkbare Wandhalter (AC 5500 SM, ca. 70 Euro/Paar) an, die ausserdem den Vorteil bieten, dass die Effekt-Lautsprecher ebenfalls perfekt auf den Hörplatz ausgerichtet werden können.

L 430 FR, wie seine Mitspieler (ausser Subwoofer), verfügt die 1,14 Meter hohe Säule über ein sehr hochwertiges Alu-Gehäuse. Die quadratische Bodenplatte gewährt der Box einen festen Stand.

L 430 FR, wie seine Mitspieler (ausser Subwoofer), verfügt die 1,14 Meter hohe Säule über ein sehr hochwertiges Alu-Gehäuse. Die quadratische Bodenplatte gewährt der Box einen festen Stand.

 

Tipps und Tricks zur Aufstellung/Einrichtung

Unsere kritische Beäugung der Testprobanden ist abgeschlossen, womit wir dann auch schon bei der Aufstellung des Sets angekommen wären. Diese gestaltet sich recht einfach: Hat man die Lautsprecher von ihrer erstklassigen und wirklich sicheren Verpackung befreit, sollten sie möglichst symmetrisch zum bevorzugten Hörplatz aufgestellt werden. Der Center sollte dabei so dicht wie möglich unter dem Bild positioniert und genau auf den Hörplatz ausgerichtet sein. Nehmen Sie sich hier ein paar Minuten Zeit, denn so stellen Sie sicher, dass Stimmen nicht dauerhaft aus dem Off kommen, sondern den Anschein erwecken, direkt aus der Projektionsfläche bzw. dem TV-Bild zu entstammen. Die Entfernung der Hauptlautsprecher zueinander sollte etwa so groß sein, wie der Abstand zu Ihrem Referenzplatz, so dass sich ein gleichseitiges Dreieck ergibt. Die Rear-Lautsprecher gehören an einen Platz, möglichst auf Ohrhöhe, rechts und links vom Sitzplatz. Im Wohnzimmereinsatz ist dies oft nicht zu 100 Prozent umsetzbar, versuchen Sie aber dennoch dem Ideal so nah wie möglich zu kommen. Die Positionierung des Subwoofers kann sich mitunter als etwas aufwändiger erweisen. Grundsätzlich gilt aber: Den Sub besser nicht direkt in die Ecke, sondern mindestens einen halben Meter von der nächsten Wand entfernt aufstellen. Dadurch wird dröhnender und wummernder Bass verhindert und die Tieftonwiedergabe wirkt kontrollierter. Zu guter Letzt muss das Sextett nun mit dem AV-Receiver verbunden werden. Auch hierfür liefert Teufel die unterstützende Lösung gleich mit, das „5.1 Heimkino Kabel-Set 30m² Advantage“. In diesem Set ist alles enthalten, was Sie zur Verkabelung eines Surroundsets benötigen, so dass es nach dem Auspacken des neuen Boxensetups auch gleich losgehen kann. Nun noch Entfernungen der Lautsprecher und Übergangsfrequenzen (120Hz für alle Lautsprecher) am Receiver eingeben oder die automatische Einmessung durchführen und schon kann das Vergnügen beginnen.

Einfacher gehts kaum:Das Aktivmodul des Subwoofers verfügt über einen Lautstärkeregler, einen Hochpassfilter, einen Phasenumkehrschalter, einen Auto-Level-Regler. Mehr wird auch nicht benötigt.

Einfacher gehts kaum:Das Aktivmodul des Subwoofers verfügt über einen Lautstärkeregler, einen Hochpassfilter, einen Phasenumkehrschalter, einen Auto-Level-Regler. Mehr wird auch nicht benötigt.

 

Hinter der schwarzen Gewebeabdeckung in der Front des Subwoofers wartet das massive, 250 Millimeter durchmessende Basschassis auf seinen Einsatz.

Hinter der schwarzen Gewebeabdeckung in der Front des Subwoofers wartet das massive, 250 Millimeter durchmessende Basschassis auf seinen Einsatz.

 

Lassen wir es krachen …

Nach der obligatorischen Einspielzeit muss das Set seine Fähigkeiten zunächst mit der Vertonung des Action-Klassikers „Desperado“ von Robert Rodriguez unter Beweis stellen. Hier überzeugen die „himmlischen Metall-Lautsprecher“ dann von Beginn an auf ganzer Linie. Der Center reproduziert klar verständliche und natürlich klingende Dialoge, während selbst kleinste Hintergrunddetails nicht untergehen. Ganz und gar nicht, denn selbige werden absolut gleichberechtigt zu Gehör geliefert, was uns eine überraschend authentische Raumabbildung im Frontbereich bietet. Hier macht sich dann auch schnell die üppige Bestückung der Front-Lautsprecher positiv bemerkbar, die ihren Teil zu dem nun phänomenal dargestellten Soundtrack beisteuern und im Zusammenspiel mit den agil zu Werke gehenden Rears das Wohnzimmer mit Atmosphäre und Hintergrundgeräuschen füllen. Die gesamte Performance stützt sich dabei auf das mehr als solide Bassfundament des US 4110, der auch inmitten diverser Schießereien, explodierender Autos und Häuser nie angestrengt wirkt oder aus der Puste gerät. Nein, denn hier hat Souveränität oberste Priorität. So soll das sein und so macht der Heimkinoabend mit Freunden erst richtig Spass. Kleiner Tipp: laden Sie zwischendurch – vor allem dann, wenn Sie es mal so richtig krachen lassen wollen – auch mal Ihre Nachbarn ein. Die Toleranzgrenze wird merklich steigen und gewährt Ihnen in der Folge regelmäßige Filmabende, bei denen es klanglich mächtig zur Sache geht – und zwar in Kinolautstärke und ganz ohne Stress mit den Nachbarn.
Im Zweikanaltest glänzen die Hauptlautsprecher, unterstützt vom Subwoofer, dann durch einen besonders runden und homogenen Klang. Besonders beeindruckend wirkt Mr. Slowhands Gitarre – in einer Aufnahme aus dem Madison Square Garden aus Februar 2008 und auf Live-Doppel-CD gebannt – ausgesprochen melodiös und klangfarbenreich. Trotz der hoch angesetzten Trennfrequenz (120 Hertz) spielen die Lautsprecher durchweg nahtlos zusammen. Zugleich entsteht nie der Eindruck eines zusammengesetzten Klangs. Nur eines sollten Sie vermeiden: Die gertenschlanken Säulenlautsprecher ohne Subwooferunterstützung zu betreiben, denn das funktioniert aufgrund ihres geringen Volumens nicht. Aber dafür sind sie schließlich auch nicht gemacht.

Trotz seiner eher filigranen, optischen Erscheinung spielt das Teufel LT4 erstaunlich gross und voluminös auf. Eine absolute Empfehlung für den Wohnraumeinsatz.

Trotz seiner eher filigranen, optischen Erscheinung spielt das Teufel LT4 erstaunlich gross und voluminös auf. Eine absolute Empfehlung für den Wohnraumeinsatz.

 

Fazit

Das neue Teufel LT4 „5.1-Set M“ bietet viel Klang für `s Geld und überzeugt mit absolut makellosen Oberflächen und lupenreiner Verarbeitung. Das knapp 1000,00 Euro kostende Set besteht aus zwei schlanken Haupt- und drei kompakten Effektlautsprechern, die sich durch ihre sehr gute Detail- und Raumdarstellung auszeichnen. Der mächtige US4110-Subwoofer unterstützt das Set und lässt es auch in etwas größeren Wohnzimmer souverän aufspielen. Falls es trotzdem noch etwas mehr sein darf: Das LT4 lässt sich optional auch zum 7.1-Set aufrüsten.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90 %

95 %

85 %

Technische Daten

Modell:Teufel
LT4 "5.1-Set M"
Produktkategorie:Heimkino-System (Säulen-Lautsprecher)
Preis:999,99 Euro / Set
Garantie:bis zu 12 Jahre
Ausführungen:Silber-schwarz
Vertrieb:Lautsprecher Teufel GmbH, Berlin
Tel.: 030 / 300 9 300
www.teufel.de
Abmessungen (HBT):Front-LS: 1140 x 910 x 910 mm
Center: 910 x 465 x 960 mm
Rears: 460 x 910 x 960 mm
Sub: 545 x 345 x 352 mm
Gewicht:Front-LS: 5,80 Kg / Stück
Center: 2,50 Kg
Rears: 2,50 Kg / Stück
Sub: 20,60 Kg
Hochtöner:19 mm (Gewebekalotte)
Mitteltöner:80 mm (Papier)
Tieftöner:80 mm (Papier)
Prinzip:- Drei-Wege-System (Soundbar), Bassreflex
Anschlüsse:- Line In
Lieferumfang:- 2 x L 430 FR
- 1 x L 430 C
- 2 x L430 FCR
- 1 x US4110/1 SW
- Lautsprecher-Kabelset
- Bedienungsanleitung
- Subwoofer
- Fernbedienung
- Bedienungsanleitung
empf. Raumgröße:- bis 35 Quadratmeter
Besonderes:- sehr gute Verarbeitung
- schickes Design
- hochwertige Gehäuseausführungen
- leistungsstarker Subwoofer
- Phasenumkehrschalter
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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