von

Chefredakteur

Bluetooth-Lautsprecher sind praktisch und einige von ihnen klingen dazu überraschend gut. Eines dieser klanglich begeisternden Geräte ist Denons Envaya. Davon konnten wir uns in unserem letztjährigen Test überzeugen. Jetzt legen die japanischen Klangspezialisten die Mini-Version ihres praktischen Überall-Lautsprechers nach. Den mussten wir uns natürlich auch ansehen …

Incognito: Sämtliche Treiber thronen unsichtbar hinter dem schützenden Lochgitter.

Incognito: Sämtliche Treiber thronen unsichtbar hinter dem schützenden Lochgitter.

Mit der Markteinführung eigener Bluetooth-Lautsprecher schlugen diverse HiFi-Hersteller vor einiger Zeit ein neues Kapitel in der mobilen Unterhaltung auf. Klingt hochtrabend, ist aber keineswegs übertrieben, denn mit einem gut ausgestatteten Bluetooth-Speaker lassen sich Grillabend, Strandbesuch oder das Picknick im Stadtgarten perfekt mit der eigenen Lieblingsmusik untermalen. Und zwar als Unterhaltung für mehrere Personen und ganz ohne Strippenwirrwarr. Den Einsatzmöglichkeiten sind also kaum Grenzen gesetzt, sollte man meinen. Leider doch, denn neben der Zielsetzung die praktischen Wegbegleiter immer kompakter und leichter zu gestalten, bleibt das, worauf es in erster Linie ankommt, oftmals auf der Strecke: der Klang. Dieser Entwicklung tritt Denon mit seinem Envaya energisch entgegen, der sich in unserem Praxistest Bestnoten verdiente und sich dank hervorragender Klangqualität, einfacher Bedienung und seinen praktischen Features an die Spitze unserer Oberklasse setzte. Envaya mini nennt sich die aktuelle Erweiterung des Denon-Bluetooth-Portfolios. Im Prinzip handelt es sich dabei um den kleinen Bruder des japanischen Bestsellers, der völlig neu designet daher kommt, zugleich aber alle Vorzüge seines Vorgängers in sich vereinen und zugleich deutlich weniger Raum in der Strandtasche einnehmen soll. Nun gilt es herauszufinden, ob das zu Lasten der Praktikabilität geht und wie sich diese Größenreduktion klanglich auswirkt?

Hinter einer Staubschutzkappe in der linken Seitenwand finden sich Mini-USB- und Aux-Buchse. Gleich daneben die Batterieanzeige.

Hinter einer Staubschutzkappe in der linken Seitenwand finden sich Mini-USB- und Aux-Buchse. Gleich daneben die Batterieanzeige.

Schwerer Junge

Die Hintergründe wären also geklärt. Also machen wir uns an die ausgiebige Beäugung unseres Testprobanden. Vor möglichen Transportschäden geschützt, thront der kleine Denon sicher in der ihn umgebenden Kartonage, deren Deckel sich wie der einer kleinen Schatulle öffnen lässt. Entnimmt man den kleinen Envaya seiner Behausung fällt dann sogleich das überraschend hohe Gewicht unseres Gastes auf, der respektable 500 Gramm auf die Waage bringt. Beileibe also kein Leichtgewicht. Der Grund dafür ist schnell gefunden und erklärt sich in der hochwertigen Verarbeitung des gerade einmal 21 Zentimeter breiten und 5,4 hohen Bluetooth-Speakers. Eingefasst von einer stabilen und zugleich schicken Gitterbehausung, erinnert der Envaya mini optisch an eine Soundbar – eben nur im ultrakompakten Format. Die an beiden Ende aufgesetzten Kunststoffkappen beherbergen die entsprechenden Bedientasten und dienen quasi als Kontrolleinheit.
Während Batteriestands-LED und die Anschlüsse für Mini-USB und Aux auf der linken Seite zu finden sind, sind sowohl der Ein-/Ausschalter, Play/Pause sowie zwei Taster zur Lautstärkejustage in der rechten Kappe platziert. Und zwar relativ unauffällig aber dennoch frei zugänglich und großzügig dimensioniert. Neben seines feschen und zugleich robusten Äusseren legt der kleine Denon aber auch beeindruckende innere Werte an den Tag. So beinhaltet die kompakte Behausung glich zwei 40 Millimeter durchmessende Breitbänder, die in unteren Frequenzlagen von einem 40 x 83 Millimeter messendem Passivchassis unterstützt werden. Denon verspricht dadurch eine Bassperformance, die von einem Lautsprecher dieser Größe normalerweise nicht zu erwarten ist. Verantwortlich dafür zeichnet übrigens auch die hier integrierte Akku-Einheit, die für einen ununterbrochenen Musikgenuss von mindestens 10 Stunden (natürlich immer in Abhängigkeit der gewählten Lautstärke) sorgen soll. Im Innern des kleinen befindet sich dann auch das Herzstück unseres Testprobanden – die Bluetooth-Sende-/Empfangseinheit.

In der rechten Seitenwand sind Taster für Ein-/Aus, Play/Pause und die Lautstärkejustage eingelassen.

In der rechten Seitenwand sind Taster für Ein-/Aus, Play/Pause und die Lautstärkejustage eingelassen.

Welche Vorteile bietet Bluetooth?

Inzwischen ist zwar nahezu jedes Smartphone und Tablet mit dieser Funktion ausgestattet. Doch leider wissen viele User noch immer nicht, was Bluetooth eigentlich genau ist und welche Vorteile es bietet. Dabei ist die Antwort ganz einfach, basiert diese kabellose Verbindung zwischen Sender und Empfänger doch auf Funktechnik und soll die unterschiedlichsten elektronischen Geräte miteinander kommunizieren lassen – und zwar kinderleicht und völlig ohne aufwändige Konfiguration. Namensgeber ist im übrigen der im zehnten Jahrhundert regierende dänische König Harald Blåtand (was grob übersetzt „Blauzahn“ bedeutet), der den Großteil Skandinaviens zu einem gleichberechtigten Herrschaftsbereich vereinte. In der Praxis funktioniert der Verbindungsaufbau so, dass sich die einzelnen Bluetooth-Geräte in weniger als drei Sekunden mittels ihrer unverwechselbaren MAC-Adresse identifizieren. Das Gerät, von dem der Verbindungsaufbau ausgeht, wird dabei automatisch zum „Master“ über den antwortenden Teilnehmer.

Der Denon empfängt Bluetooth-Signale von Quellen aus Entfernungen von bis zu 10 Metern.

Der Denon empfängt Bluetooth-Signale von Quellen aus Entfernungen von bis zu 10 Metern.

Verbindungsaufbau/Pairing via Bluetooth

Der erste Verbindungsaufbau zum Handy/Tablet erweist sich als kinderleicht und einfacher als man es sich vorstellen kann.
1. Handy/Tablet einschalten und „Bluetooth“ aktivieren.
2. Denon Envaya mini einschalten
3. „Envaya mini“ aus der Liste der verfügbaren BT-Geräte auswählen.
4. Akustisches Signal bestätigt vollständigen Verbindungsaufbau.

Wurde der kleine Denon bereits mit einem Zuspieler gekoppelt, kann es vorkommen, dass er sich nicht gleich in der Liste der verfügbaren Endgeräte zu erkennen gibt. In diesem Fall halten Sie die Play/Pause-Taste drei Sekunden lang gedrückt. Anschliessend fahren Sie mit Punkt 3 (siehe oben) fort.

Einfacher geht es kaum: Sobald der kleine Aktivlautsprecher sich als "Envaya Mini" in der Liste verfügbarer Bluetooth-Geräte zu erkenn gibt, genügt ein einziger Tastendruck um die Verbindung herzustellen.

Einfacher geht es kaum: Sobald sich der kleine Aktivlautsprecher als „Envaya Mini“ in der Liste verfügbarer Bluetooth-Geräte zu erkennen gibt, genügt ein einziger Tastendruck um die Verbindung herzustellen.

Telefonieren ohne Handy am Ohr

Eine Funktion, die eher seltener genutzt, heutzutage aber dennoch in nahezu jedem Bluetooth-Lautsprecher zu finden ist. So auch im Denon Envaya mini. Diese zu aktivieren, erweist sich sogar noch einen Tick leichter, als der zuvor beschriebene Bluetooth-Verbindungsaufbau. Sind Handy und Envaya mini nämlich erstmal miteinander konnektiert, gilt es bei einem eingehenden Anruf nur noch die Play/Pause-Taste zu drücken, um das Gespräch anzunehmen und über den Bluetooth-Lautsprecher zu führen. Ist das Telefonat beendet, genügt ein weiterer Druck auf den gleichen Button und schon wechselt die kleine Speakerbar wieder in den Musikwiedergabemodus. Übrigens: Ist das Handy nicht via Bluetooth, sondern „nur“ per Kabel mit Denons Envaya mini verbunden, ist der Freisprechbetrieb nicht möglich.

Die seitlichen Kappen beherbergen sämtliche Bedientasten und dienen dem Envaya mini als Standfläche. Eingehende Telefonate können mit einem einzigen Tastendruck auf Play/Pause angenommen und beendet werden.

Die seitlichen Kappen beherbergen sämtliche Bedientasten und dienen dem Envaya mini als Standfläche. Eingehende Telefonate können mit einem einzigen Tastendruck auf Play/Pause angenommen und beendet werden.

Schnell, sauber, agil

Nachdem die kompakte All-In-One-Einheit in den Disziplinen Installation, Verarbeitung und Ausstattung Bestnoten einheimste, geht es nun endlich in unseren ausgiebigen Praxistest. Nach dem schnellen Verbindungsaufbau, der auch von Technikeinsteigern innerhalb weniger Sekunden durchgeführt ist, überzeugt unser Testmodell dann auch schnell im Hörtest. Ein erstes Beispiel für sein Können liefert der kleine Envaya dann in der Wiedergabe des Bob Dylan-Stücks „If Not For You“, in dem er durch seine saubere Höhen- und Stimmwiedergabe und vor allem durch griffige Mitten und hohe Spielfreude zu imponieren weiß. Einer Spielfreude, die den Praxistest übrigens zu einer schönen Reise durch unsere Musiksammlung werden und uns die unterschiedlichsten Titel unserer Playlist anspielen lässt. Ein gutes Beispiel dafür liefert Chris Reas „Nothing To Fear“. Ein Titel, der in tieferen Frequenzlagen dann auch gleich etwas mehr zu bieten hat als erstgenannter Song. Kein Problem für unseren Testprobanden, der dieses „Mehr“ gern entgegen nimmt und durch einen satte Grundtonperformance zu quittieren weiß. Schnell, sauber und unverzerrt sind hier die hervorstechenden Attribute, die uns bei dieser Präsentation einfallen.
Dass es ihm dabei in untersten Bassgefilden im Vergleich zu seinem großen Bruder etwas an Tiefgang fehlt, ist schlicht dem geringeren Volumen des Envaya mini geschuldet. Als Kritik ist dies aber keineswegs zu verstehen, denn berücksichtigt man die kompakten Abmessungen dieses Gerätes, wird uns dennoch eine beeindruckende Bassperformance geboten. Eine, mit der nur wenige Mitbewerber dieser Größe mithalten können. Und der Envaya mini kann noch mehr. Genauer gesagt: lauter! Eine Erfahrung, die wir im anschließend angespielten „Precious“ von Depeche Mode machen. Einem Song, der trotz seiner eher ruhigen Abstimmung schnell zum Mitsingen, Mitwippen und zur Erhöhung der Lautstärke animiert. Ebenfalls kein Problem für den in zwei Farbvarianten verfügbaren und kabellos zu betreibenden Aktivlautsprecher, dem selbst Pegel oberhalb Zimmerlautstärke nichts auszumachen scheinen und der so selbst die Grillparty mit Freunden und Nachbarn allein zu beschallen weiß. Natürlich immer entsprechendes Musikmaterial vorausgesetzt, denn der Denon legt sich nichts passend zurecht, sondern ist grundehrlich. Spielt man ihm nämlich Dateien minderwertiger Qualität zu, werden diese kompromisslos und ungeschönt zu Gehör geliefert und der Spaß an der Musik ist unter Umständen schnell vorbei. Beliefert man ihn jedoch mit hochwertigen Audioinformationen in CD-Qualität – was dank aptX möglich ist – werden diese auch in entsprechender Klanggüte reproduziert. Vereinfacht erklärt bietet aptX den Vorteil, dass die entsprechenden Signale nicht erst kodiert und dekodiert, sondern schlichtweg in eine Art Container gepackt und somit verlustfrei übertragen werden können.
Welche Vorteile sich klanglich dadurch bieten, stellt das anschließend angespielte „A Lover In Berlin“ von Kari Bremnes unter Beweis. Unkomprimiert vom iPhone übertragen, beweist der Denon hier, dass er auch mit „hochwertigeren“ Tönen umzugehen weiß. Neben aller Leichtigkeit, mit dem dieses spärlich instumentalisierte und hauptsächlich von der Stimmpräsenz der Norwegerin lebende Stück nun zu Gehör geliefert wird, fällt in erster Linie die akkurate Auflösung auf, mit der der kompakte „To-Go-Speaker“ nun agiert. Sauber gestaffelt stellt unser Testproband hier selbst kleinste Details heraus und weiß die erstaunlich breit aufgezogene Klangbühne bis ins letzte Eck akustisch auszuleuchten. Und das alles, ohne selbst in höchsten Frequenzlagen aufmüpfig oder übertrieben zu Werke zu gehen.

Handtaschenformat: Denons Envaya mini ist nur wenige Zentimeter breiter als das iPhone 5s.

Handtaschenformat: Denons Envaya mini ist nur wenige Zentimeter breiter als das iPhone 5s.

Fazit

Der kleine Denon punktet in unserem Test in vielerlei Hinsicht. Die kabellose Verbindung ist schnell aufgebaut und erweist sich als stabil. Dazu beeindruckt er durch eine erstklassige Verarbeitung und sein umfangreiches Ausstattungspaket. Klanglich weiß der Envaya mini zu ebenso zu begeistern und macht durch eine erstaunliche Auflösung und einen dynamischen, aber niemals nervigen Sound auf sich aufmerksam. Musikfreunden, die auf der Suche nach einem kompakten Bluetooth-Speaker sind, der die nächste Grillparty, den Strandurlaub oder das Picknick im Stadtpark adäquat beschallt, ist dieses Gerät uneingeschränkt zu empfehlen.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

96 %

93 %

92 %

150522.Denon-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Denon
Envaya mini
Preis:129,00 Euro
Ausführungen:- Lunar (Weiss),
- Indigo (Blau)
- Fandango (Rot)
- Sunset (Orange)
Vertrieb:D+M, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.denon.de
Abmessungen (HBT):51 x 210 x 54 mm
Gewicht:0,5 Kg
Anschlüsse:- 3,5 Miniklinke (AUX)
- Bluetooth (aptX)
- USB (nur Ladefunktion)
Bluetooth-Reichweite:bis zu 10 Meter
Chassis:- 2 Breitbänder a 57mm
- 1 Passivtreiber (100mm)
Akkulaufzeit:- bis zu 10 Stunden (lautstärkeabhängig)
Aufladezeit:ca. 2,5 Stunden
Lieferumfang:- Denon Envaya mini
- USB-Ladekabel
- Transportbeutel
- Anleitung
Besonderheiten:- hervorragend verarbeitet
- leistungsstarker Akku
- Freisprechfunktion
- vollumfängliche Bedienung am Gerät
- Akkustand-Anzeige
- NFC
- Mute-Funktion
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,1
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt