Micromega mySpeaker – Kompakt und schnörkellos zum Riesenklang Micromega mySpeaker – Kompakt und schnörkellos zum Riesenklang

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Redakteur

Die Ideen des französischen HiFi-Unternehmens Micromega haben uns schon in diversen Tests begeistert. Nun haben wir mit dem mySpeaker endlich auch den Lautsprecher aus der myRange-Serie zu Gast. Mal sehen, ob sich die kompakten Entwicklungen auch am Ende der HiFi-Kette bewähren…

Klassisch schlichtes Design lässt die mySpeaker überall gut aussehen.

Klassisch schlichtes Design lässt die mySpeaker überall gut aussehen.

 

Die myRange von Micromega besteht, wie mittlerweile wahrscheinlich schon bekannt, aus einer ganzen Reihe HiFi-Komponenten. Darunter befinden sich der bereits von uns getestete Kopfhörerverstärker myZIC, der Phono-MM/MC-Vorverstärker myGroov, der Digital-Analog-Wandler myDAC und das myCable-Kabel. Auch der ebenfalls von uns getestete Vollverstärker myAmp gehört zur Reihe. Insbesondere der verlangt natürlich auch nach Lautsprechern – und so bietet Micromega diese in Form der kompakten Regallautsprecher mySpeaker auch noch an.

In Sachen Design hat Micromega hier den klassischen Weg gewählt und setzt auf eine neutrale, schlichte Kastenform. Die sich durch übrigen Komponenten der myRange ziehende Form mit abgerundeten Ecken und „Delle“ in der Front gibt es bei den mySpeaker-Lautsprechern nicht. Dafür sind die vier massiven Standfüße ein echter Hingucker und auch die Frontabdeckung der Kompaktboxen ist durch die Abstandhalter sehr schön anzusehen und mal „was anderes“. Natürlich lassen sich die Stoffblenden auch abnehmen, dazu müssen einfach nur die vier Pins aus den entsprechenden Steckvorrichtungen gezogen werden. Ganz einfach! Die mySpeaker gibt es übrigens in den Farben Schwarz und Weiß, die Frontblende ist allerdings bei beiden Varianten in Schwarz gehalten.

Bei weißer wie schwarzer Ausfürung ist die Frontbespannung aus schwarzem Stoff.

Bei weißer wie schwarzer Ausfürung ist die Frontbespannung aus schwarzem Stoff.

 

 

Hinter der Abdeckung kommen sowohl ein 1-Zoll-Hochtöner und ein 5¼-Zoll-Tiefmitteltöner zum Vorschein. Bei den Micromega-Lautsprechern handelt es sich also um ein Zwei-Wege-Prinzip. Die beiden alleine sind allerdings nicht für den Sound zuständig, die mySpeaker können auch noch mit einem nach unten abstrahlenden Bassreflexrohr im Gehäuseboden aufwarten. Theoretisch lassen sie sich auch durch einen Subwoofer ergänzen, falls der Hörer eine gewisse Bassintensität vermisst – wir waren im Hörtest allerdings rundum zufrieden. Aber dazu später mehr.

Unter den Boxen sorgen vier Metallfüße für den nötigen Abstand der Bassreflexöffnung zum Untergrund. Für empfindliche Möbel eignen sich die mitgelieferten Gummifüße, auf robusten Oberflächen oder den passenden Lautsprecherständen dürfen auch gerne die Metall-Spikes zum Einsatz kommen. Keine Angst vor Kratzern, es gibt natürlich auch die entsprechenden Unterlegscheiben dazu, damit die Entkopplung der mySpeaker nicht zu Lasten des Mobiliars geht.

Hinter der Frontabdeckung kommen ein Hoch- sowie ein Tiefmitteltöner zum Vorschein.

Hinter der Frontabdeckung kommen ein Hoch- sowie ein Tiefmitteltöner zum Vorschein.

 

Experimente sind erlaubt

Bei der Aufstellung rät Micromega dazu, ruhig ein bisschen zu experimentieren. Schließlich lässt sich so am besten herausfinden, wo der ideale Platz für die beiden mySpeaker ist. Ein paar Kleinigkeiten sollten natürlich auch beim wilden Ausprobieren beachtet werden – ähnliche Aufstellungsbedingungen für beide Lautsprecher (also zum Beispiel nicht einerseits auf einem Tisch und andererseits eingequetscht im Regal) sind für ein ausgeglichenes Klangbild schließlich unumgänglich. Prinzipiell werden die mySpeaker auf festem Untergrund wie Regalen oder nahe der Wand für satteren Klang mit höherer Bassintensität sorgen als zum Beispiel auf einem Teppichboden. Je weiter man die Kompaktboxen von der Wand entfernt und je mehr Freiraum sie bekommen, desto weniger intensiv fällt die Bassreproduktion aus – dafür wird das Klangbild eher in Richtung Detailreichtum verschoben. Da hängt es dann natürlich davon ab, worauf man selbst Wert legt und welche Art von Musik man hört. Wer kann, sollte bei der Platzierung darauf achten, dass die Hochtöner der mySpeaker sich ungefähr auf Ohrhöhe der Hörer befinden. Grundsätzlich sollten die mySpeaker in ihrer Funktion als für durchschnittliche Wohnräume konzipierte Lautsprecher bei einigermaßen gleichmäßiger Aufstellung aber auch ohne großartiges Justieren sehr gut anzuhörende Ergebnisse liefern.

Der Anschluss an den Verstärker erfolgt ganz einfach über die Schraubklemmen auf der Rückseite der mySpeaker. Falls der Verstärker die Möglichkeit bietet, lassen sich Hoch- und Tiefmitteltöner auch über getrennte Kabel mit Signalen versorgen. Dann müssen nur die Brücken, die die Klemmenpaare verbinden, entfernt werden. Wer kein Bi-Wiring mag, darf sie aber auch gerne an ihrem Platz lassen und nur ein Kabel an die mySpeaker anschließen. Natürlich sollte dabei auf die richtige Polung und natürlich ein einheitliches Klemmenpaar (also entweder „Tweeter“ oder „Bass“) geachtet werden.

Die Anschlussklemmen auf der Rückseite erlauben auch getrennte Verkabelung für Hoch- und Tiefmitteltöner.

Die Anschlussklemmen auf der Rückseite erlauben auch getrennte Verkabelung für Hoch- und Tiefmitteltöner.

 

Wie groß ist der Sound?

Wir haben die beiden Micromega-Lautsprecher natürlich in Kombination mit ihrem Serienkollegen, dem myAmp betrieben. Der steckt übrigens in einer neuen Ausführung der mySpeaker als Aktivboxen schon in den Lautsprechern drin. Dadurch kostet das Aktiv-Paar allerdings auch deutlich mehr, wahrscheinlich ca. 850 Euro. Aber wir bleiben erst einmal bei der getrennten Variante. Nach der empfohlenen Einspielzeit von 15 bis 20 Stunden wollen wir natürlich die versprochene Stärke im Tieftonbereich auf die Probe stellen. Den Auftakt macht daher einmal mehr Faith No More mit dem voluminösen Titel „Ashes To Ashes“, das auch schon beim Test des Kopfhörerverstärkers myZic als Zuspielmaterial diente. In den Strophen halten sich die beiden mySpeaker sogar noch etwas zurück, breiten allerdings schon einen einladenden Tieftonteppich aus. Im Refrain wächst und gedeiht der Klang darauf dann ganz hervorragend bis hin zur raumfüllenden Kulisse, die sich als idealer Träger für die charismatische Stimme Mike Pattons erweist.

Ähnliches trifft übrigens auch auf Henning May, den Sänger der Band AnnenMayKantereit zu. Das kürzlich mit dem Deutschen Webvideopreis ausgezeichnete Musikvideo der Kölner Band zu dem Song „Barfuß am Klavier“ zeigt ihn singend am Klavier sitzend, direkt am Straßenrand mit vereinzelten Autos und Fahrradfahrern, die ihn im Hintergrund passieren. Neben dem Klavier ist größtenteils nur Mays Stimme zu hören, die mit dem kräftigen Reibeisen übrigens so gar nicht zur eher schmächtigen Statur des Sängers passen will. Die Kombination aus tiefen Klavierakkorden, zwei Oktaven höher liegender Melodie und dem eindringlichen Gesang scheint genau die Musik zu sein, die den beiden mySpeaker-Boxen Spaß macht. Sie betonen mit hoher Präzision die Details, sorgen für ein in sich geschlossenes Fundament und schaffen es sogar, die Geräusche der erwähnten Fahrzeuge sehr realitätsgetreu über die virtuelle Bühne gleiten zu lassen. Kein Wunder, dass die mySpeaker von Micromega auch durchaus als Komponenten fürs Heimkino empfohlen werden. Den Test konnten wir aber mangels weiterer Lautsprecher aus dem Micromega-Portfolio nicht auch noch antreten. Wenn sie allerdings auch im Surround-Sound das halten, was die Stereo-Wiedergabe verspricht, dürfte dieser Test mindestens ähnlich gut ausfallen.

Zusätzliche Tiefton-Power liefert das Bassreflexrohr im Boden. Die Standfüße können übrigens wahlweise mit Gummiaufsätzen oder Spikes bestückt werden.

Zusätzliche Tiefton-Power liefert das Bassreflexrohr im Boden. Die Standfüße können übrigens wahlweise mit Gummiaufsätzen oder Spikes bestückt werden.

 

Fazit

Die myRange bewährt sich mit den kompakten mySpeaker-Lautsprechern auch als Abschluss einer HiFi-Kette. Gemeinsam mit dem ebenfalls von Micromega stammenden myAmp-Verstärker gelingt ihnen trotz der geringen Abmessungen ein satter Klang, der von einer detaillierten und präzisen Wiedergabe geprägt ist.

Test, Text und Fotos: Martin Sowa

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

93 %

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Technische Daten

Modell:Micromega mySpeaker
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:299,00 Euro / Paar
Ausführungen:- Mattschwarz
- Mattweiß
Vertrieb:Audio Reference, Hamburg
Tel.: 040 / 533 203 59
www.audio-reference.de
Abmessungen (HBT):320 x 190 x 310 mm (inkl. Standfüße, Abdeckung und Kabelklemmen)
Gewicht:12 Kg
Hochtöner:25 mm
Tiefmitteltöner:130 mm
Frequenzbereich:50 Hz - 20 kHz (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Gummifüße
- Spikes mit Unterlegscheiben
Besonderes:- Bassreflexrohr
- Bi-Wiring
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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