Denon Heos HomeCinema – Soundbar mit kräftiger Unterstützung Denon Heos HomeCinema – Soundbar mit kräftiger Unterstützung

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Redakteur

Im heutigen TV-Programm gibt es immer wieder Dinge, die einen kopfschüttelnd auf der Couch sitzen lassen und ernsthafte Zweifel an der Menschheit hegen lassen. Gemeint sind natürlich die teilweise unsagbar dämlichen Werbespots, die sich in der Halbzeitpause von Fußballspielen oder zwischen liebgewonnenen TV-Serien breit machen und dafür sorgen, dass man die Zeit lieber nutzt, um noch einmal schnell Getränke oder Knabberzeug zu holen. Mit der Soundbar/Subwoofer-Kombination Heos HomeCinema gehört das allerdings der Vergangenheit an, den plötzlich klingen die Werbespots so gut, dass man gerne über die qualitativ umgekehrt proportionalen Inhalte hinweg sieht. Schwer nachzuvollziehen? Dann hören Sie sich das Heos HomeCinema an!

Schlank und dezent in der Optik, raumfüllend im Klang: Das Heos HomeCinema zeigt, wie's geht!

Schlank und dezent in der Optik, raumfüllend im Klang: Das Heos HomeCinema zeigt, wie’s geht!

Das Heos-Multiroomsystem

Worum handelt es sich beim HomeCinema eigentlich? Grob gesagt ist es der neueste Baustein der Heos-Reihe. Mit diesem Multiroomsystem hat Denon ein breitgefächertes Portfolio zur Beschallung der gesamten Wohnung oder sogar des gesamten Hauses im Programm. Für alle Raumgrößen und Einsatzzwecke sind Aktivlautsprecher oder HiFi-Komponenten zum Anschluss bestehender Anlagen vorhanden und können per Smartphone- bzw. Tablet-App ganz einfach per WLAN mit Musik von den Smart Devices selbst, von Mediaservern oder Streaming-Diensten versorgt werden. Die Produktpalette reicht vom handlichen Heos 1 über die größeren Lautsprechermodelle Heos 3, Heos 5 und Heos 7 bis hin zum Vorverstärker Heos Link für bestehende Stereoanlagen und dem Vollverstärker Heos Amp zum Anschluss liebgewonnener Passivlautsprecher. Zusätzlich zum HiFi-Bereich wird mit der seit Juli erhältlichen Soundbar/Subwoofer-Kombination Heos HomeCinema nun auch das Heimkino ins Heos-System integriert. Primär dient das Paket als Upgrade für den TV-Klang flacher Fernseher, bildet darüber hinaus aber auch die perfekte Grundlage, um ausgehend vom Wohnzimmer ein eigenes Multiroom-System aufzubauen.

Die schlanke Soundbar verfügt über die Heos-typischen abgeschrägten Flächen und die feinmaschige Stoffbespannung.

Die schlanke Soundbar verfügt über die Heos-typischen abgeschrägten Flächen und die feinmaschige Stoffbespannung.

 

Schlankes Design…

Soundbar und Subwoofer des HomeCinema-Pakets werden in einem einzigen Karton geliefert, womit schon einmal signalisiert wird, dass es sich hier um sehr kompakte Komponenten handelt. Tatsächlich ist die sehr schlanke Soundbar mit einer Hohe von gerade einmal acht Zentimetern ein sehr flacher Vertreter ihrer Art, was sich folglich in einer optisch dezenten Form äußert. An der rechten Seite (von vorne gesehen) befinden sich zwei Tasten zur Lautstärkeregelung sowie eine weitere zur Stummschaltung (alternativ und wahrscheinlich bevorzugt kann die Lautstärke aber auch über die TV-Fernbedienung oder die App gesteuert werden). Zwei paar Standfüße werden mitgeliefert, die flache Version ist gerade einmal zwei Zentimeter hoch. Das hat den großen Vorteil, dass die Soundbar sogar direkt vor dem Fernseher (wir haben das Heos HomeCinema mit einem 50-Zöller von Samsung getestet) platziert werden können, ohne das Bild zu verdecken. Allerdings ist der Klangriegel auch ganz hervorragend zur Wandmontage geeignet bzw. lässt sich auch hübsch unauffällig auf einem Lowboard platzieren, über dem das TV-Gerät an der Wand hängt.

Die Front wird vom Heos-Logo und der großzügigen Signal-LED dominiert.

Die Front wird vom Heos-Logo und der großzügigen Signal-LED dominiert.

 

Die Soundbar ist wie der ebenfalls kompakte Subwoofer in Schwarz gehalten, auf der (für die Heos-Reihe typische) mit abgeschrägten Flächen versehenen Front lockert lediglich das Herstellerlogo das sehr homogene und minimalistische Design auf. Im Betrieb dominiert natürlich die zentriert am unteren Rand der Front sitzende und großzügig dimensionierte LED. Im Normalfall leuchtet sie in kräftigem Neon-Blau. Je nach Betriebszustand kann sie auch in derselben Farbe blinken (zum Beispiel bei der Signalsuche) oder zu Grün (bei der Installation), Gelb (bei Updates) oder Rot (Fehler) wechseln.

Auf der Front ist die Soundbar mit einem sehr feinmaschigen, schwarzen Stoff bespannt, der auch die Vorderseite des Subwoofers schmückt. Dieser ist übrigens noch schlichter gehalten als die Soundbar und verfügt abgesehen von einer LED und dem Bassreflexport auf der Rückseite über keine optischen Besonderheiten. Die benötigt er aber auch gar nicht, denn das Pairing zur Soundbar geschieht auch ohne Zutun des Nutzers, so dass die Tieftonunterstützung keinerlei zusätzlichen Aufwand erfordert. Falls es wider Erwarten doch nicht klappt, ist neben der LED ein manueller Pairing-Knopf vorhanden.

Die Soundbar eignet sich auch zur Wandmontage, die Aufhängung ist direkt integriert.

Die Soundbar eignet sich auch zur Wandmontage, die Aufhängung ist direkt integriert.

 

…voll toller Technik

Im Inneren der HomeCinema-Komponenten steckt eine Menge toller Dinge, die dafür sorgen, dass die kompakten Geräte sehr deutlich besseren Klang hervorbringen als die integrierten Lautsprecher des Fernsehers. Dass beide Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind und dementsprechend sofort spielbereit sind, versteht sich von selbst. Um diese Voraussetzung so gut wie möglich zu nutzen, sind Decoder für Dolby Digital, Dolby Digital Plus und DTS an Bord. Damit sorgt das Heos HomeCinema für den Soundbar-typischen „Virtual Surround“-Effekt. Dieser simuliert Surround-Lautsprecher, die tatsächlich aber gar nicht vorhanden sind. Um den gewünschten, hochqualitativen Sound zu erreichen, hat Denon in der Soundbar eine 4-Kanal-Class-D-Endstufe eingebaut und den Subwoofer mit einem separaten Class-D-Verstärker ausgestattet. Dazu kommen Prozessoren zum Einsatz, die auch in den Premium-AV-Receivern von Denon verbaut werden.

In der Soundbar werden dadurch zwei neu entwickelte Mittel-Tieftöner mit ovalen Treiber und Doppelmagneten sowie zwei 20-mm-Weichkalotten-Hochtöner mit Neodym-Magneten angetrieben. Das sorgt für klare Höhen und einen großen Abstrahlwinkel, der dafür sorgen soll, dass es sowohl eine klare Frontbühne als auch raumfüllenden Surround-Sound gibt. Dazu später mehr im Klang-Test.

Im Subwoofer sorgt der Dynamic Bass Boost in Kombination mit zwei 5,25-Zoll-Treibern dafür, dass knackige und Tiefe Bässe ohne Verzerrungen erzeugt werden. Der Tieftöner arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip, ist also auf der Rückseite mit einer Öffnung versehen. Diese sollte nicht zu nahe an einer Wand oder ähnlichen Hindernisse platziert werden. Generell ist der Subwoofer allerdings sehr frei platzierbar und muss nicht zwangsläufig in der Nähe der Soundbar aufgestellt werden.

Für Musikdateien sind sowohl digitale als auch analoge Anschlüsse vorhanden.

Für Musikdateien sind sowohl digitale als auch analoge Anschlüsse vorhanden.

 

Anschlüsse? Mehr als genug!

Die Soundbar ist auf der Rückseite wesentlich komplexer strukturiert als auf der Front, hier sind nämlich sämtliche Anschlüsse untergebracht. Wichtig sind dabei vor allem die beiden HDMI-Ports, der Ausgang ist natürlich ARC-fähig und koppelt das HomeCinema-System an den Fernseher. ARC steht übrigens für „Audio Return Channel“ und überträgt nicht nur Bilder zum Fernseher, sondern nutzt dasselbe HDMI-Kabel für die umgekehrte Übertragung des TV-Sounds zur Soundbar. Prinzipiell ist neben den beiden Stromkabeln von Soundbar und Subwoofer also lediglich ein HDMI-Kabel nötig, um das Heos HomeCinema in Betrieb zu nehmen.

Wer mehrere Komponenten wie zum Beispiel Spielkonsolen und/oder Receiver anschließen möchte, hat neben den beiden HDMI-Anschlüssen auch noch zwei digitale und einen analogen Eingang zur Verfügung. Erstere funktionieren über ein optisches Digitalkabel beziehungsweise ein Koaxialkabel, analog erfolgt der Anschluss per 3,5-mm-Miniklinkenkabel. Auch USB-Medien können angeschlossen werden, diese Anschlüsse sind allerdings allesamt (also bis auf HDMI) nur für Sound geeignet.

Der HDMI-Ausgang zum Fernseher ist ARC-fähig und macht die Installation sehr einfach.

Der HDMI-Ausgang zum Fernseher ist ARC-fähig und macht die Installation sehr einfach.

 

Inbetriebnahme: Appgefahren einfach

Um das Heos HomeCinema ins heimische Netzwerk zu integrieren, wird ein Smart Device (Smartphone oder Tablet) benötigt, auf dem die Heos-App installiert wird. Diese ist für iOS und Android kostenlos im jeweiligen App-Store erhältlich. Der Download ist schnell erledigt und schon kann man damit beginnen, Geräte hinzuzufügen. Die App führt den Nutzer dabei Schritt für Schritt durch den Prozess. In der Kurzfassung: zunächst muss das mitgelieferte Miniklinkenkabel auf der Rückseite der Soundbar sowie am Kopfhöreranschluss des Smart Device eingesteckt werden und anschließend der „Connect“-Knopf auf der Rückseite der Soundbar gedrückt werden, bis die LED an der Front grün leuchtet. Anschließend erfolgt die Passworteingabe für das WLAN und nach wenigen Sekunden ist das Heos HomeCinema ins Netzwerk integriert und kann Musik streamen. Sämtliche Lautsprecher im Netzwerk können mit einer speziellen Bezeichnung markiert werden, die sich standardmäßig nach den jeweiligen Räumen richten (z.B. „Wohnzimmer“, „Küche“, „Büro“, etc.). Allerdings lassen sich auch eigene Namen verwenden.

Über die App lassen sich auch Updates auf den Heos-Komponenten installieren – idealerweise prüft man direkt nach der Integration ins Netzwerk, ob das HomeCinema eine Aktualisierung benötigt. Ansonsten könnte es nämlich eventuell zu Verbindungsabbrüchen kommen, während gerade ein Film läuft – bei Fernsehshows lässt sich das ja noch verschmerzen, bei Filmen ist es aber doch ziemlich nervig.
Übrigens kann es bei der Integration der Soundbar eventuell passieren, dass die Übermittlung des Passworts nicht im ersten Anlauf funktioniert. Einfach noch einmal probieren und gegebenenfalls einen Reset durchführen (der Knopf sitzt über der „Connect“-Taste), dann klappt es.

Mehr Spaß durch Bass!

Ist das Heos HomeCinema also „endlich“ angeschlossen, kommen wir gleich zum Klangtest. Da es ja primär um die Verbesserung des TV-Sounds geht, testen wir natürlich auch erstmal eine simple Fernsehübertragung. Da trifft es sich, dass gerade die Qualifikationsspiele zur Europa League anspielen und Borussia Dortmund den österreichischen Vertreter Wolfsberger AC empfängt. Die Stimmung im „Fußball-Tempel“, der früher mal als Westfalenstadion bekannt war, ist wie immer spektakulär und tatsächlich erreicht der virtuelle Surround-Effekt sehr raumgreifende Ausmaße. Die Fangesänge der Südtribüne scheinen tatsächlich nicht nur von vorn, sondern auch von schräg hinten ans Ohr zu gelangen, während der Kommentator leider gut verständlich von vorn an der Aussprache des Namens von Pierre-Emerick Aubameyang scheitert. Allerdings scheint der Subwoofer noch nicht so viel Lust aufs Mitspielen zu haben, denn im Tieftonbereich passiert noch nicht so richtig viel.

In der Halbzeitpause zeigt sich allerdings, dass „Das Erste“ Schuld daran war, denn als wir mal ein wenig durch die Programme zappen und dabei überall in den ewig langen Werbepausen landen, erleben wir den eingangs beschriebenen Effekt, dass die Spots plötzlich viel voluminöser und dynamischer klingen als früher. Auch wenn man es nicht merkt, scheint da mittlerweile recht viel Arbeit drinzustecken.

Der Subwoofer arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip und ist im schlichten Design gehalten.

Der Subwoofer arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip und ist im schlichten Design gehalten.

 

Den Eindruck müssen wir natürlich noch einmal überprüfen und legen die Blu-ray von „Black Hawk Down“ ein. Im Kampfgetümmel in Mogadischu geht es noch einmal härter zur Sache und jetzt darf das HomeCinema auch endlich mal so richtig loslegen. Dynamik pur und ein beeindruckend detailliertes Virtual Surround zeigen, wie weit die technologischen Fortschritte in den letzten ein, zwei Jahren gegangen sind. Ein Vergleich zum standardmäßigen Sound der integrierten TV-Lautsprecher ist da schon gar nicht mehr möglich, so gravierend ist der Unterschied und das HomeCinema als „Upgrade“ zu bezeichnen ist dann schon maßlos untertrieben. Natürlich gibt es hier und da noch Schwächen gegenüber einer echten Surround-Anlage, angesichts der Vielseitigkeit des Heos-Mitglieds, das ja nicht nur für den Filmsound sondern eben auch als Multiroom-Komponente für die Musikwiedergabe konzipiert ist, schaut man darüber gerne hinweg.

Denn auch im HiFi-Bereich ist die Leistung des HomeCinema sehr beeindruckend und steht den dedizierten Musik-Lautsprechern der Heos-Serie in nichts nach. Durch die Unterstützung im Tieftonbereich in Form des Subwoofers bekommen auch basslastige Stücke wie das von mir immer wieder gern gehörte „The Package“ von „A Perfect Circle“ den nötigen Schwung verpasst. Aber auch sehr melodiöse Songs funktionieren ganz hervorragend, so dass es wahrscheinlich nicht lange dauert, bis frischgebackene Besitzer des HomeCinema dieses durch weitere Heos-Komponenten ergänzen.

Fazit

Neben der reinen Musik-Wiedergabe gelingt dem Multiroomsystem „Heos by Denon“ mit dem aus Soundbar und Wireless-Subwoofer bestehendem HomeCinema nun auch fulminant der Sprung in den Heimkino-Bereich. Mit einem der derzeit wohl besten „Virtual Surround“-Effekte kommt schnell großes Entertainment auf, sei es nun beim normalen Fernsehprogramm oder bei der noch spektakuläreren Filmwiedergabe. Für die UVP von 799 Euro bekommt man hier nicht nur ein auch für Laien einfach zu installierendes, grandioses Upgrade für den TV-Sound, sondern schafft sich darüber hinaus die perfekte Basis für ein umfassendes Multiroom-System.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

93 %

86 %

92 %

150809.Heos-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Denon HEOS HomeCinema
Produktkategorie:Soundbar/Subwoofer
Preis:799 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:D+M, Nettetal
Tel.: 02157 / 1208-0
www.denon.de
Abmessungen (HBT):82 x 1017 x 94 mm (Soundbar)
313 x 171,5 x 332 mm (Subwoofer)
Gewicht:6,6 kg
Hochtöner:2 x 20 mm Weichkalotten-Hochtöner mit Neodym-Magneten
Mitteltöner:2 x neu-entwickelte Mittel-/Tieftöner mit ovalen Treibern und Doppelmagneten
Prinzip:- 2-Wege-System (Soundbar)
- Bassreflex (Subwoofer)
Anschlüsse:- HDMI In
- HDMI ARC
- USB
- Miniklinke (analog)
- Koaxial-Eingang
- optischer Digitaleingang
- WLAN
Besonderes:- kabellose Verbindung von Soundbar und Subwoofer
- Virtual Surround
- Steuerung per App
Lieferumfang:- HEOS HomeCinema Soundbar
- Wireless-Subwoofer
- Schnellstartanleitung
- HDMI-Kabel
- optisches Kabel
- 3,5mm Klinken-Audio-/Installations-Kabel
- 2 Netzkabel
- Ethernet-Kabel
- IR-Blaster
- 2 Paar Standfüße für die Soundbar mit unterschiedlichen Höhen
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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