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Chefredakteur

Hi-Res-Songs über das iPhone abspielen geht nicht. Falsch! Mit der richtigen App und dem klitzekleinen und federleichten i-dSp von HRT soll das sogar wunderbar funktionieren. Wir haben es ausprobiert …

Mehr braucht es nicht, um seinem iPhone bzw. iPad besten Sound zu entlocken: den HRT i-dSp (vorn) und einen Lightning to USB Camera Adapter.

Mehr braucht es nicht, um seinem iPhone bzw. iPad besten Sound zu entlocken: den HRT i-dSp (vorn) und einen Lightning to USB Camera Adapter.

Seine Lieblingsmusik auch unterwegs in allerbester Klanggüte genießen zu können, das ist der Wunsch vieler anspruchsvoller Audiofreunde. Ein bis vor gar nicht allzu langer Zeit schwierig bis gar nicht umzusetzender Traum. Entweder man entschied sich dazu zusätzlich zu seinem Smartphone noch einen portablen Musikplayer wie beispielsweise den Calyx M mitzuführen oder man musste sich seine Hi-Res-Files über komplizierte Umwege auf sein iPhone schaufeln. Doch was bringen die qualitativ besten Audiofiles, wenn das Handy mit dem angebissenen Apfel kein passendes Werkzeug, sprich entsprechend hochwertige Wandler an Bord hat, um die die zugelieferten Dateien in gewünschter Art verarbeiten können? Nicht viel, weshalb in solchen Fällen zudem noch ein (meist gar nicht so kompakter) externer DAC zwischen iPhone und Kopfhörer geklemmt werden musste. Letzterer ist zwar auch heute noch vonnöten, doch mit seinem i-dSp bieten die amerikanischen Digital-Audio-Spezialisten von HRT eine gerade einmal 8,5 Zentimeter lange und federleichte Lösung, die im Betrieb weder auffällt, noch die mobile Freiheit beeinträchtigt. Dass der i-dSp zudem in Sekunden installiert und auch preislich erstaunlich attraktiv ist, hat uns besonders neugierig gemacht.

Ist man Besitzer eines iPhones und eines i-dSp, wird nur noch der Lightning to USB Camera Adapter von Apple benötigt. Schon kann es losgehen.

Ist man Besitzer eines iPhones und eines i-dSp, wird nur noch der Lightning to USB Camera Adapter von Apple benötigt. Schon kann es losgehen.

Was macht der i-dSp eigentlich?

HRT bezeichnet seinen i-dSp als portablen Soundprozessor inklusive hochwertigem DAC (Digital/Analog-Wandler) und Kopfhörerverstärker. Soll heissen: er wandelt digitale Daten in analoge Audiosignale und verstärkt diese obendrein. Ein wichtiger Aspekt in heutiger Zeit, denn die digitale Lagerung der eigenen Musiksammlung ist weiter auf dem Vormarsch. Für anspruchsvolle Musik-Enthusiasten ein guter Grund auf den Zug aufzuspringen, denn die Digitaltechnik erlaubt die Zuspielung hochaufgelöster, sogenannter Hi-Res-Audiofiles nun auch unterwegs. Damit sind unkomprimiert gelagerte Songs gemeint, die mehr Audioinformationen bereit halten und (in der Regel) noch eine Stufe besser klingen, als die CD.
Diese digital vorliegenden Daten müssen für den gehobenen Musikgenuss allerdings entsprechend gewandelt und verstärkt werden. Da Festrechner, Tablets und Smartphones als multimediale Alleskönner, nicht aber als audiophiles Equipment konzipiert wurden, sind die dort verbauten Wandler und Soundkarten maximal durchschnittlicher Güte, denen man die Wandlung der vorliegenden Daten also besser nicht anvertraut. Genau hier kommt der i-dSp von HRT ins Spiel, der Abhilfe für genannte Problematik verspricht und sich die Daten allen Apple-Geräten mit Lightning-Anschluss (iPhone, iPad etc.) holt, bevor sie die dortige Analogwandlung durchlaufen. Das gilt übrigens für nahezu jedes Audioformat, denn neben MP3-, AAC- und ALAC-Files ist der HRT auch in der Lage PCM- und FLAC-Dateien zu verarbeiten. Letztere sogar bis zu einer Abtastrate von 24bit/96kHz.

Lighting Adapter und i-dSp werden einfach zusammengesteckt und mit iPhone und Kopfhörer verbunden. Schon ist die Installation abgeschlossen.

Lighting Adapter und i-dSp werden einfach zusammengesteckt und mit iPhone und Kopfhörer verbunden. Schon ist die Installation abgeschlossen.

Was brauche ich für die mobile Hi-Res-Wiedergabe?

– iPhone/iPad mit Lightning-Anschluss
– HRT idSp
– Lightning to USB Camera Adapter*
– eine Hi-Res-App (z.B. Onkyo HF Player)

Wichtig: Wollen Sie Ihr iPhone/iPad Hi-Res-fähig machen, benötigen Sie noch einen „Lightning auf USB-Kamera-Adapter, der für 35,00 Euro im Apple-Store zu haben ist.

Die Nutzeroberfläche des Onkyo HF Players ist strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Alles Hi-Res-Titel lassen sich über die Taste "HD" auflisten (mitte). Ist der gewünschte Titel angespielt, lässt sich auch die anliegende Abtastrate anzeigen (rechts).

Die Nutzeroberfläche des Onkyo HF Players ist strukturiert und übersichtlich aufgebaut. Alles Hi-Res-Titel lassen sich über die Taste „HD“ auflisten (mitte). Ist der gewünschte Titel angespielt, lässt sich auch die anliegende Abtastrate anzeigen (rechts).

Hi-Res-Songs auf das iPhone spielen

Da echte Hi-Res-Files (z.B. FLACs) ja nicht direkt via iTunes auf das Smartphone übertragen werden können, benötigen Sie zunächst eine entsprechende Player-App. Diesbezüglich bieten sich z.B. der VCL-Player, der FLAC-Player oder der Onkyo HF Player an. Wir entscheiden uns für Letztgenannten, da er sich in unseren Augen als einfach zu installieren und vorbildlich in seiner Benutzerführung erweist. Gehen Sie in Sachen Installation und Einrichtung am besten folgendermaßen vor:

1. Im App-Store nach „Onkyo HF Player“ suchen.
2. „Onkyo HF Player“ (kostenlos) installieren und öffnen.
3. Reiter „HD“ anklicken und HF-Paket dazu kaufen (9,99 Euro).

Ist die Player-App installiert, lassen sich gewünschte Dateien via iTunes direkt in den Player leiten. Und auch das funktioniert einfacher, als man vielleicht glauben mag und geht wie folgt vonstatten:

1. Smartphone mit Festrechner verbinden und iTunes öffnen.
2. Geräte-Icon „iPhone“ anwählen.
3. „Apps“ in der Menüleiste anklicken
4. „HF Player“ aus Ordner „Dateiabfrage“ auswählen.
5. Mittels „Hinzufügen-Taste“ nun gewünschte Songs übertragen.

Gewohnter Anblick: hochaufgelöste Audiotracks lassen sich via iTunes auf den Onkyo HF Player bringen.

Gewohnter Anblick: hochaufgelöste Audiotracks lassen sich via iTunes auf den Onkyo HF Player bringen.

Punktgenau im Timbre

So, die Installation der Player-App ist erledigt und die gewünschten Songs liegen auf dem iPhone. Im nächsten Schritt werden nun der Lightning-to-USB-Camera-Adapter und der HRT i-dSp miteinander und mit dem Smartphone verbunden, bevor das Kopfhörerkabel in die dafür vorgesehene Buchse am i-dSp gesteckt wird. Das Ergebnis kann sich jetzt schon sehen lassen, denn statt zusätzlicher Gerätschaften, die zumeist die Abmessungen des Handys übertreffen, habe ich hier nun eine federleichte Audiolösung, die innerhalb weniger Augenblicke einsatzbereit ist und obendrein keine zusätzliche Stromversorgung genötigt. Zeit also, endlich in den Hörtest zu starten, den ich zunächst mit der Wiedergabe des Anna-Depenbusch-Songs „Kommando Untergang“ in MP3-Auflösung beginne. Ein Song, der von seiner Atmosphäre und der einfühlsamen Stimme der Künstlerin lebt, die vom ersten Augenblick an sauber und mit einem erstaunlichen Timbre geliefert wird, während sanfte Klavierklänge den Titel leichtfüssig und in jeder Sekunde homogen wirken lassen. Einfach nur schön, einfühlsam und der eindeutige Beweis, dass ein Song nicht immer aus jedem akustischen Winkel zu krachen, zischen oder zu pumpen braucht, um unter die Haut zu gehen. Besonders imponiert dabei die Direktheit, mit der dieser Track über die hier verbundenen Bowers&Wilkins P7 zu Gehör gebracht wird. Kaum zu glauben, dass es sich hier um eine komprimierte MP3-Audiodatei handelt.
Wie gut die Performance aber tatsächlich ist, wird dann schnell klar, als ich den i-dSp rausnehme, den Kopfhörer direkt an das iPhone klemme und den eben gespielten Titel erneut starte. Was eben noch schön, lebendig und direkt klang, erscheint nun wie durch einen leichten Neben wiedergegeben. Nichts ist mehr direkt, nichts ist mehr leichtfüssig und von der zuvor erlebten Atmosphäre ist auch kaum noch etwas zu spüren. Wer diesen Unterschied einmal gehört und erlebt hat, dem wird schnell die Limitierung der im iPhone eigesetzten Wandler deutlich. Noch einmal zur Erinnerung: wir sprechen hier noch nicht von Hi-Res-Zuspielung, sondern von einer „einfachen“ MP3-Datei, wie sie heute zuhauf auf unseren Smartphones liegen. Also schnell den HRT wieder anklemmen und weiter im Test …

Der i-dSp wiegt weniger als 13 Gramm und ist gerade einmal 8,5 Zentimeter lang. Das ideale Audioupgrade für unterwegs ...

Der i-dSp wiegt weniger als 13 Gramm und ist gerade einmal 8,5 Zentimeter lang. Das ideale Audioupgrade für unterwegs …

Verstärkung, Ordnung, Temperament

Im zweiten Testabschnitt wechsle ich dann auf „Use Me“ von Grace Jones, einen Song in einer Auflösung von 96 Kilohertz.
Um zu erkennen, dass es noch eine Nummer besser als zuvor geht, reichen hier nur einige wenige Takte aus. Ausserdem beweist sich schnell, dass unkomprimiert gelagerte Songs einfach mehr zu bieten haben. So erlebe ich – diesmal in Verbindung mit dem On-Ear-Modell Sine von Audeze – eine erneut blitzsaubere Stimm- und Detailwiedergabe, die abermals durch Leichtfüßigkeit und Akkuratesse zu imponieren weiß. Aber es kommt noch besser, denn zu genannten Attributen wird mir jetzt eine Auflösung geboten, die ich schlichtweg als großartig bezeichnen muss. Jetzt nämlich bestimmen durchzugsstarke Grundtöne den Rhythmus, während Keyboardparts und die unverwechselbare Stimme der jamaikanischen Diva mit jeder Menge Gespür für das Wesentliche – in diesem Fall sind es hauptsächlich die vielen kleinen Details, die dem Song Leben und Temperament verleihen – dargestellt werden. Besonders erfreulich: der i-dSp behält vollständig die Übersicht und lässt ganz nebenbei Ordnung in das akustische Geschehen einfliessen, während die gesamte Hörsession zu jeder Zeit durchhörbar bleibt. Ein Klangbild, das sich übrigens auch unter höheren Lautstärkepegeln nicht ändert. Im diesem Zusammenhang: über den federleichten Soundprozessor gewandelt, erscheint die Wiedergabe ohnehin etwas lauter. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, denn der HRT dient ja obendrein als Kopfhörerverstärker, was gerade Besitzer „hochohmiger“ Kopfhörer erfreuen wird. Doch zurück zum Hörtest:
Auflösung, Staffelung und Detaildarstellung beherrscht der federleichte Soundprozessor also offensichtlich aus dem Effeff. Doch wie ist es um seine Performance bestellt, wenn es darum geht, auch mal die Ärmel hochzukrempeln?
Dies gilt es nun in Verbindung mit dem AKG-On-Ear N60 NC und dem Threshold-Song „Sleepstream“ zu beantworten. Einem in CD-Auflösung zugespielten Track, dessen superschnelle Gitarrenriffs von satten, erstaunlich tiefreichenden Basseinlagen unterstützt werden, die schnell zum Headbangen animieren (natürlich vorausgesetzt, der Song wird entsprechend reproduziert). Zugleich ein Track, der unter höherem Pegel und ohne externen Wandler vergleichsweise schnell zu nerven beginnt. Von nervendem Durcheinander oder schrillem Gesang ist jetzt aber wenig zu spüren, denn der i-dSp weiß diesen Song offenbar sauber und mit einer bewundernswerten Ordnung und Souveränität zu reproduzieren – allerdings ohne ihn in seinem Vorwärtsdrang zu limitieren. Keine Spur von übertrieben harschen Gitarren, flachen Grundtönen oder ausgefransten Bässen. Im Gegenteil, denn hier stimmt das Timbre der Instrumentalisierung einfach, während Dynamik und Temperament den Intro-Titel des Albums „Dead Reckoning“ das Blut echter Metalfans schnell in Wallung bringen. Neben dem erstaunlichen Druck und der ungeheuren Spielfreude beeindruckt hier aber eindeutig die Vehemenz, mit der Damian Wilsons Vocals über die durchweg präsenten Gitarrenriffs und Schlagzeugpassagen zu schweben scheinen.

Egal an welchem Kopfhörer, kümmert sich der HRT i-dSp um die Wandlung, klingt jedes iPhone besser.

Egal an welchem Kopfhörer, kümmert sich der HRT i-dSp um die Wandlung, klingt jedes iPhone besser.

Fazit

Der i-dSp ist federleicht, schnell installiert und ein echtes klangliches Upgrade für anspruchsvolle Musikfreunde, die ihre Lieblingssongs auf dem iPhone lagern. Er wandelt Hi-Res-Files bis 24bit/96kHz, lässt aber auch Dateiformate wie MP3, ALAC oder AAC deutlich besser klingen. Obendrein dient er als Kopfhörerverstärker und ist mit seiner Preisempfehlung von 119,00 Euro auch noch überraschend günstig zu haben. Eine echte Empfehlung für jeden, der auch unterwegs nicht auf besten Sound verzichten möchte. Deshalb werde ich den i-dSp jedenfalls nicht mehr hergeben …

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

97 %

95 %

85 %

160803.HRT-Testsiegel

Technische Daten

Modell:HRT
i-dSp
Produktkategorie:Soundprozessor/Kopfhörerverstärker
Preis:119,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- weiß
Vertrieb:digital highend, Essen
Tel.: 0201 / 8325825
www.digital-highend.de
Abmessungen (HBT):13 x 20 x 85mm
Gewicht:12,4 Gramm
Eingänge:- USB
Samplingrate:bis zu 24 bit/96 kHz
Ausgangsleistung:1,75 Volt RMS
Ausgangsimpedanz:5 Ohm
Strom:50 mA
Lieferumfang:- HRT i-dSp
benötigtes Zubehör:- Lightning to USB Camera Adapter
Besonderes:- Kopfhörerverstärker
- verarbeitet digitale Signale bis 24 bit/96 kHz
- federleicht
- ultrakompakt
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

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