von

Chefredakteur

Mit seinem kleinen Soundkey will Cyrus die mobile Audiowiedergabe revolutionieren. Der „Klangschlüssel“ ist federleicht, kleiner als ein klassischer USB-Stick und verspricht unterwegs besten Klang vom Smartphone oder Tablet. Der erfreulich preiswerte DAC/Kopfhörerverstärker ist zwar nicht der erste seiner Art, punktet aber durch Kompaktheit, wenig Gewicht und hat weitere gewichtige Pro-Argumente zu bieten.

Klein, leicht, schick: Der Cyrus Soundkey soll den legendären Cyrus-Sound nun auch unterwegs erlebbar machen.

Die allermeisten Smartphone-Besitzer haben ihre Lieblingsmusik digital auf dem Handy abgelegt. Das ist bequem und praktisch, hat man doch jederzeit Zugriff auf seine favorisierten Songs. Mit anspruchsvollem Klang in HiFi-Qualität hat das zumeist aber nur sehr wenig bis gar nichts zu tun. Sich einen besseren Kopfhörer zuzulegen wäre ein Ansatz, bringt aber nur wenig, denn selbst der beste Kopfhörer Welt kann aus minderwertigem Quellmaterial kaum etwas klanglich Anspruchsvolles zaubern. Es muss also eine andere Lösung her. Diese liegt in den meisten Fällen im Einsatz eines Kopfhörerverstärkers. Dass ein solcher weder klobig, schwer oder teuer sein muss, haben wir in unseren Tests bereits erlebt. Mit seiner als „Soundkey“ bezeichneten Kombination aus Kopfhörerverstärker und DA-Wandler treibt die britische Klangschmiede Cyrus Audio die fortschreitende Miniaturisierung im mobilen Audiobereich nun einen weiteren großen Schritt voran.

Federleicht, ultrakompakt & farbenfroh

1984 gegründet, genießt Cyrus Audio unter anspruchsvollen HiFi-Enthusiasten einen bis heute exzellenten Ruf. Dieser kommt nicht von ungefähr und fußt auf drei Grundprinzipien: dem Einsatz hochwertigster Materialien, die bestmögliche Verarbeitung und die höchstmögliche Klangkultur. Stationäre Cyrus-Produkte sind nicht nur deshalb unvergleichlich, sondern auch aufgrund ihrer besonderen Bauform im unverkennbaren Halbformat. Mit dem Soundkey reduzieren sich die Abmessungen jetzt aber nochmals um ein Vielfaches, der ultrakompakte DAC/Kopfhörerverstärker um den es hier geht, ist nämlich gerade einmal 5,4 Zentimeter lang und 0,8 hoch. Damit ist er gerade einmal halb so groß wie ein typischer USB-Stick und mit seinem Gewicht von 18 Gramm obendrein federleicht. Der in den Farbvarianten Purple, Türkis, Rot oder Schwarz angebotenen Soundkey bietet somit schonmal ideale Voraussetzungen für den mobilen Einsatz – und genau diesen will er auch klanglich revolutionieren.

Der ultrakompakte Highender aus England ist sogar noch ein Stückchen kleiner als ein klassischer USB-Stick (rechts).

Wofür einen DAC/Kopfhörerverstärker?

Die gängige Praxis sieht so aus: das Smartphone wandelt digital auf ihm abgelegte Musikfiles intern auf die analoge Ebene und gibt sie dann über den entsprechenden Audio-Ausgang an den Kopfhörer aus. Dieser Weg ist bekannt, jedoch keinesfalls empfehlenswert. Tablets und Smartphones sind zwar als als multimediale Alleskönner konzipiert, taugen allerdings kaum als audiophiles Equipment. Wer Wert auf die bestmögliche Klangqualität legt, nutz diesen Weg besser nicht. Besser, man vertraut die Digital-zu-Analog-Wandlung einem entsprechenden DA-Wandler – in diesem Fall dem Cyrus Soundkey – an. Dieser holt sich die entsprechenden Daten in digitaler Form via Mini-USB bzw. Lightning-Anschluss aus dem Handy bevor sie die dortige Analogwandlung durchlaufen und kümmert sich selbst um die Wandlung. Das wiederum verbessert den Klang einfacher MP3- oder AAC-Dateien sofort merklich – dazu später mehr. Da der Soundkey obendrein in der Lage ist digitale Musikstücke bis zu einer Abtastrate von 96 Kilohertz zu verarbeiten, lassen sich mit ihm auch sogenannte HiRes-Files wiedergeben. Der Cyrus strebt also auch nach Höherem …

Zum Lieferumfang gehören gleich zwei Kabelvarianten: Mini-USB auf USB und Mini-USB auf Mini-USB.

Installation und Verbindungsaufbau

Zunächst einmal das Wichtigste: Sind Sie Besitzer einer Android-Quelle mit Mini-USB-Anschluss – beispielsweise eines Samsung Galaxy S8 – können Sie sofort loslegen, Cyrus legt seinem ultrakompakten DAC nämlich gleich zwei sogenannte OTG-Kabel (On the go) bei. Eines in USB-zu-Mini-USB- und eines in Mini-USB-zu-Mini-USB-Ausführung. So lassen sich Smartphone/Tablet oder alternativ auch das Laptop direkt mit dem Soundkey direkt verbinden und der Musikgenuss kann nach wenigen Sekunden starten.
Sind Sie hingegen Besitzer eines iPhone, iPod oder iPad, wird es ein klein wenig aufwändiger, da Apple bekanntermaßen bis heute nicht auf den ansonsten gängigen USB-Standard setzt. Haben Sie also beispielsweise ein iPhone 7 im Einsatz, benötigen Sie noch ein sogenanntes Apple Camera-Kit, das aktuell für 35 Euro im Apple-Store zu haben ist. Dieses wird dann einfach mit dem bereits erwähnten Mini-USB-zu-Mini-USB-Kabel verbunden und schon kann es losgehen.

Der Soundkey wird über seinen USB-Mini-Eingang mit Audioinformationen gespeist.

Leicht, locker, überraschend räumlich

Wie beschrieben, ist die Einbindung des kleinen Soundkey also in wenigen Augenblicken erledigt. Genauer gesagt in weniger als einer Minute. Zeit also, sich dem Praxistest zu widmen und die Antwort auf die Frage zu finden, ob ein solch kleines und leichtes Produkt den Klang vom Smartphone tatsächlich dermaßen aufwerten kann, dass sich die Investition auch lohnt. In meinem Test paare ich den Soundkey deshalb mit einem iPhone 6s und dem kürzlich vom Kollegen getesteten Audeze In-Ear iSine 10. Zu guter Letzt füttere ich besagtes Trio mit MP3-Dateien vom Musikdienst Tidal. Nicht ohne Grund, schließlich ist die MP3 das weltweit meistgenutzte Format, wenn es um die mobile Audiowiedergabe geht. Und um neue Musik zu entdecken oder einfach mal in Erinnerungen zu schwelgen, reicht die Qualität von Tidal ohnehin locker aus – immer vorausgesetzt sie durchlaufen entsprechendes Hardware-Equipment. Für den ersten Hörcheck erwähle ich mit „Someone Like You“ von Mayer Hawthorne zu Beginn einen eher ruhigeren aber dennoch extrem rhythmischen Titel. Einen, der sofort gute Laune verbreitet. Diese Wahl treffe ich nicht ohne Grund, schließlich kenne ich diesen Titel inzwischen in- und auswendig, was ihn schlichtweg für meine Testzwecke prädestiniert. Was hier sofort auffällt: der Cyrus holt mich umgehend in den Song. Lockere Rhythmen, das beschwingte aufspielende Schlagzeug und die angenehme Stimme Hawthornes füllen den Raum um meine Ohren. Und das ist das Besondere, denn in dieser Kombi hat es nicht den Anschein Kopfhörern zu lauschen, sondern eher als würde man Lautsprechern zuhören. Raum, Raum und nochmals Raum – das ist es, was mir jetzt als erstes in den Sinn kommt. Nicht zu groß aber auch nicht zu klein, sondern irgendwie einfach richtig. Wüsste ich es nicht besser, würde ich kaum glauben, dass ich hier „nur“ einer (zugegebenermaßen sehr guten) MP3-Aufnahme zuhöre. Ein Punkt, der mir schon auffiel, als ich die Audeze iSine 10 erstmals hörte, der sich in Verbindung mit dem Soundkey jetzt aber noch etwas intensiver abzeichnet. Es gibt aber noch mehr zu entdecken, denn heute tönt der Song noch einen Tick wärmer und detaillierter als zuvor ohne integrierten Cyrus – nur jetzt eine Spur feiner, sauberer und präziser.

In unserem test paarten wir den Soundkey mit einem iPhone 6s und dem Audeze iSine 10 – geniale Kombi!

Soundkey als HiRes-Wandler

Im zweiten Testabschnitt füttere ich meinen Testgast dann mit echten HiRes-Dateien vom iPhone. Genauer gesagt mit Diana Kralls „Isn` t It Romantic“ in einer Abtastrate von 96 Kilohertz. Kurzer Tipp am Rande: wer Dateien dieser Güte abspielen will, legt sich idealerweise eine entsprechende App wie beispielsweise den Onkyo HF-Player zu. Über diesen Weg gelangt besagte Datei nun auch in den Cyrus, wird dort auf analoge Ebene gewandelt und erreicht schließlich mein Ohr. Was eben schon beeindruckte, imponiert nun umso mehr. Erneut ist es der akustische Raum, der sich um meine Ohren auftut und mit dem Einstieg der weiteren Begleitmusiker nochmals in seiner Breite wächst – das alles übrigens unter vergleichsweise geringen Pegeln. Ein Sounderlebnis, das kaum etwas mit dem zu tun hat, was man so von der mobilen Audiowiedergabe kennt. Das meine Mobil-Kette ganz nebenbei noch durch eine blitzsauber Stimm- und Detailwiedergabe zu imponieren weiß, erscheint nun schon fast selbstverständlich. Ebenso, dass der Soundkey jederzeit die Übersicht behält und durchgehend Ordnung in das akustische Geschehen einfliessen lässt. Eigenschaften, die dazu führen, dass sowohl sämtliche Begleitinstrumente als auch die Stimme der kanadischen Jazzpianistin exakt gestaffelt und voller Körper rüberkommen. Eben so, dass das Diana Krall nebst Begleitmusiker auf der sehr schön durchgezeichneten Klangbühne beinahe greifbar wirken.

Der Cyrus Soundkey macht aber auch im Zusammenspiel mit größeren Over-Ears eine klanglich hervorragende Figur.

Fazit

Der Cyrus Soundkey ist federleicht, ultrakompakt, in jeder Hosen- oder Jackentasche mitführbar und mit einem Preis von 139,00 Euro erfreulich fair kalkuliert. Er ist schnell und kinderleicht in die mobile Wiedergabekette eingebunden und liefert den beeindruckenden Beweis, dass die Audioreproduktion vom Smartphone tatsächlich höheres HiFi-Niveau erreichen kann. Das Beste aber ist: der Soundkey weiß zwar mit echten HiRes-Dateien umzugehen, dient in erster Linie aber als eklatante Klangverbesserung der am häufigsten genutzten Dateiformate wie MP3, ALAC oder WAF.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

97 %

92 %

170616.Cyrus-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Cyrus
Soundkey
Produktkategorie:Kopfhörerverstärker/DA-Wandler
Preis:139,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- purple
- türkis
- rot
- schwarz
Vertrieb:Bellevue Audio, Unna
Tel.: 02303 / 3050178
www.bellevueaudio.de
Abmessungen (HBT):54 x 23 x 8 mm
Gewicht:18 Gramm
Eingänge:- USB
Ausgang:3.5mm Kopfhöreranschluss
Samplingrate:bis zu 24 bit/96 kHz
Audioformate:- MP3
- AAC
- FLAC
Lieferumfang:- Soundkey
- USB-Mini - USB-Kabel
- USB-Mini - USB-Mini-Kabel
benötigtes Zubehör:- Lightning to USB Camera Adapter (für Kombination mit Apple-Produkten)
Besonderes:- Kopfhörerverstärker
- DA-Wandler
- Signalverarbeitung bis 24 bit/96 kHz
- federleicht
- ultrakompakt
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt