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Chefredakteur

Seit drei Jahrzehnten ist der Name Velodyne eine feste Größe in der Welt der anspruchsvollen Musik- und Filmtonwiedergabe – und das sowohl im privaten wie semiprofessionellen Einsatz. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Audio-Spezialisten aus Morgan Hill/Kalifornien gerade dann, wenn es um Subwoofer, Einmessung, Basskontrolle oder die Minimierung klangschädigender Raummoden geht, zumeist als erster Ansprechpartner gelten.

Das kommt nicht von ungefähr, schließlich haben Velodyne-Meilensteine wie die Subwoofer der Digital-Drive-Reihe, der DD-1812 Signature oder das exterme Einmesspaket SMS-1 die Basswiedergabe in Heimkinos und Abhörstudios immer wieder aufs Neue revolutioniert. Doch wenn sich Velodyne entscheidet, wie zum 30-jährigen Firmenjubiläum geschehen, sein fundiertes Wissen auch in anderen Bereichen der Unterhaltungselektronik einsetzen zu wollen und eine vielversprechende Highend-Kopfhörer-Range ankündigt, wird die HiFi-Welt neugierig. So auch wir, weshalb wir das Topmodell der neuen Modelle-Reihe, den vTrue, für einen umfangreichen Test orderten.

Duchdacht: Mit dem vTrue bietet Velodyne einen OnEar-Kopfhörer, der schick und bequem ist und darüber hinaus phänomenal klingt.

Durchdacht: Mit dem vTrue bietet Velodyne einen OnEar-Kopfhörer, der schick und bequem ist und darüber hinaus phänomenal klingt.

 

 

Background
Wie bereits kurz angerissen, gehört Velodyne zu den weltweit angesehensten Audio-Spezialisten, wenn es um die kompromisslose und unverfälschte Musik- und Filmtonwiedergabe geht. Der enorme Erfolg ist dabei zum allergrößten Teil der unablässigen Forschung und dem steten Technologietransfer in der Treiber- und Elektronikentwicklung begründet. Dabei haben es die Kalifornier unzählige Male bewiesen, sich immer wieder selbst zu übertreffen und die Grenzen der Physik scheinbar auszudehnen. Da Innovationen sich schnell rumsprechen, gelten die Amerikaner heute als absolute Vorreiter, wenn es darum geht kompaktesten Subwoofern höchste Pegel und eine schier unbändige aber jederzeit saubere und kontrollierte Bassgewalt zu entlocken. „Das reicht um einen Kopfhörer zu entwickeln?“ werden Sie sich fragen. „Ja“ denn auch, wenn man Subwoofer und Kopfhörer vielleicht nicht in direktem Zusammenhang sieht, war doch gerade das über drei Jahrzehnte gesammelte Know-How der Schlüssel, als es um die Entwicklung anspruchsvoller Kopfhörertechnologien ging. Und der Erfolg gibt den Kaliforniern auch in diesem Fall Recht, denn die mit exzellenten Testergebnissen überhäuften Velodyne-Bügler gelten bereits wenige Wochen nach Markteinführung als absolute Empfehlung vieler Fachmagazine, wenn es um anspruchsvollen Musikgenuss via Kopfhörer geht. Das wollten wir natürlich genau wissen.

 

 

Das Flaggschiff
Wenn Velodyne etwas anfasst, dann richtig. So offerieren die Amerikaner zum Start gleich sechs anspruchsvolle Headphones für nahezu jeden Einsatzzweck, an deren Spitze das das High-End-Modell vTrue thront. Und dieses weckt unser spezielles Interesse, soll es laut Hersteller doch neue Maßstäbe im Studio- und Heimkopfhörer-Bereich setzen. In einem Punkt können wir dies dann auch umgehend bestätigen, denn bereits beim Auspacken unseres Testmodells wird überdeutlich, dass es sich hier um ein HiFi-Produkt für anspruchsvollste Musik-Connaisseure handelt. So wird der vTrue im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern nicht einfach in einem plumpen Karton geliefert, sondern liegt sanft gebettet in einem zu 100 Prozent auf seine Form angepassten Schaumstoffwürfel. Dieser wiederum wird von einer extrem stabilen Kartonage eingefasst, die dem vTrue als perfekter Transportschutz und als edles Aufbewahrungsbehältnis dient. Warum Velodyne diesen Aufwand betreibt, wird dann wenige Augenblicke später klar, als wir das schicke Schmuckstück seiner Schatulle entnehmen. Jetzt nämlich halten wir einen OnEar-Kopfhörer in Händen, dessen Fertigungsqualität kaum zu übertreffen sein dürfte. Die Anfassqualität des ultraweichen Leders, die sauber gearbeitete Nähte, das polierte Aluminium und die fließende Übergänge zwischen den so unterschiedlichen Materialien, die zu einer offensichtlich schon immer zusammengehörigen Einheit zu verschmelzen scheinen, schmeicheln nun den Augen des Betrachters. Egal wie kritisch der Blick auch ist, der vTrue offenbart in Sachen Optik und Verarbeitung nicht die kleinste Schwäche, was Freunde perfekt durchgestylter Highend-Produkte erfreuen wird und Velodynes Topend-Headphone die ersten Bestnoten einbringt.

Velodynes neue Produkt-Range umfasst gleich sechs Kopfhörer, von denen der vTrue als Referenzprodukt gilt.

Velodynes neue Produkt-Range umfasst gleich sechs Kopfhörer, von denen der vTrue als Referenzprodukt gilt.

 

 

Die Ausstattung
Wir sprachen von Aluminium (Velodyne nennt es Forged Aluminium) und Leder. Bei letzterem handelt es sich allerdings nicht um irgendein Leder, sondern um mit weißen Nähten versehenes, feinstes Nubukleder in mahagonibrauner Farbausführung, das in dieser Qualitätsstufe sonst eher im Interieur edelster Luxuskarossen zu finden ist. In diesem Fall sind es aber weder das beheizte Lenkrad noch der Schaltknauf in Sportausführung, sondern Bügel und die Ohrmuscheln unseres Testmodells – also die Teile des Kopfhörers, die in direkten Hautkontakt mit seinem Besitzer treten. Somit sind diese Stellen von entscheidender Bedeutung, weshalb sich die Velodyne-Entwickler entschieden, selbige weich zu unterpolstern, um einen möglichst sanften Übergang zum Kopf zu gewährleisten. Und dieser Plan ging vollends auf, denn in Sachen Tragekomfort ist der vTrue kaum zu übertreffen. In Verbindung mit der einfach zu handhabenden, mehrstufigen Höhenverstellung und des überragenden Sitzkomforts schmiegt sich sich das gute Stück perfekt an seinen Besitzer an. Und zwar so gut, dass der vTrue auch nach einer Stunde Dauertest noch sehr angenehm auf dem Kopf sitzt. Obermaterial und Praxisnutzen könnten also kaum besser sein.

Da will auch die hier eingesetzte Technik in nichts nachstehen. Muss sie auch nicht, denn bereits der erste Blick auf die Ausstattung ist vielversprechend. „Kompromisslos“ lautet das Zauberwort, denn hier setzen die Amerikaner auf einen 50 Millimeter durchmessenden Treiber mit einer Nennbelastbarkeit von 100 Milliwatt, der laut Hersteller einen Frequenzbereich von 10 Hertz bis 20 Kilohertz abdeckt. Da jeder Treiber mit einer eigenen Anschlussbuchse versehen wurde, arbeiten beide Seiten zudem absolut unabhängig voneinander. Und um den vTrue zudem sowohl zuhause, wie auch unterwegs nutzen zu können, spendierte Velodyne seinem Flaggschiff gleich noch ein durchdacht zusammengestelltes Zubehörpaket. Dieses besteht aus zwei 1,2 Meter langen Anschlusskabeln, von denen die für den mobilen Einsatz gedachte Version mit einem integrierten Lautstärkeregler und einer Mute-Schaltung versehen ist. Eine Funktion, die absolut Sinn macht und den Komfort erhöht. Da ein solches Feature aber immer auch mit (wenn auch sehr geringen) Qualitätsverlusten in Sachen Klang verbunden ist, verzichtet Velodyne in seinem zweiten, für den Heimeinsatz gedachten Kabel auf dieses Extra. Sehr gut – das bringt weitere Pluspunkte! Und um den vTrue auch sofort an nahezu allen Audio-Systemen betreiben zu können, findet sich überdies noch ein 6,35mm-Klinkenadapter in der der kleinen Zubehörbox, die einen Extraplatz im bereits erwähnten Schaumstoffwürfel bewohnt. „Last but not least“ beinhaltet diese auch noch einen mit Velodyne-Schriftzug bestickten Textilbeutel, der dem vTrue auf Reisen Schutz vor Kratzern, Fingerabdrücken, Druckstellen etc. bietet.

Edel & wertvoll: Aluminium und feinstes Nubukleder sind die dominierenden Materialien des vTrue.

Edel & wertvoll: Aluminium und feinstes Nubukleder sind die dominierenden Materialien des vTrue. Zwei sehr hochwertige, je 1,20 Meter Lange Signalkabel (einmal mit integrierter Lautstärkeregelung und Mute-Funktion) gehören hier u.a. zum Lieferumfang.

 

 

Im Hörtest
Verarbeitungs- und Ausstattungstechnisch spielt der vTrue also eindeutig in der Champions-League, um den gern genutzten Vergleich mit der Sportwelt heranzuziehen. Doch auch jenseits seiner exzellenten Machart, also klanglich, muss sich der Velodyne-Bügler vor keinem Mitbewerber der Beletage im Kopfhörer-Business verstecken. Im Gegenteil, denn die Audio-Wiedergabe über unser Testmodell ist einfach nur schön und auch über einen längeren Zeitraum ein durchgängiger Genuss. Kein Wunder, denn hier fehlt jede Spur von rauhen Höhen oder sumpfigem Bass, die den Musikgenuss in vielen Konkurrenzprodukten trüben. Nein, hier erleben wir einen sauberen, räumlichen Klang, den man sonst nur von besseren Lautsprechern kennt. Zugleich setzt der vTrue jede Einzelheit der ihm anvertrauten Datei an ihren richtigen Platz, so dass ein geschlossenes, zugleich aber sehr detailliertes Klangbild aufgebaut wird. Und es wird noch besser, denn in unserem Test bereitet das Velodyne-Flaggschiff Musik nahezu jeder Richtung in akribischer Feinarbeit auf und leitet diese in höchster Qualität zu Gehör. Zugleich beweist sich der angenehm zu tragende Bügler als extrem durchzugsstark und mit sehr agilem Grundton gesegnet, was ihn für die Wiedergabe klassischer wie auch rockiger Stücke prädestiniert. Das mutet vielleicht gegensätzlich an, doch wer beispielsweise schonmal „Wellingtons Sieg“ von einem mit Pauken und Trompeten besetztem Orchester oder AC/DCs „Hells Bells“ live gehört hat, weiß was hier gemeint ist. Und unser Testmodell kann noch viel mehr, denn auch Blues-, Pop- oder Jazz-Stücke sind bei Velodynes edlem Leder-/Alu-Schmuckstück in besten Händen, was sich in Joe Bonamassas „Black Lung Heartache“ und „The Meaning Of The Blues“ sehr schnell herausstellt. Wie in den zuvor gehörten Testtracks imponiert der vTrue auch hier durch seine ungeheure Ausgewogenheit, seinen Detailreichtum und die straffe aber niemals übermachtige Reproduktion der Bässe und Gitarrenriffs. Was neben der exzellenten Wiedergabe zudem überdeutlich wird, ist die enorme Spielfreude, der man einfach nicht widerstehen kann und unweigerlich beginnt im Takt mitzuwippen.

Kompromisslos: Der vTrue ist sicher nicht der kompakteste OnEar-Kopfhörer am Markt. Muss er auch nicht, denn hier liegt der Fokus eindeutig auf Klang, Verarbeitung und Design.

Kompromisslos: Der schicke vTrue ist sicher nicht der kompakteste OnEar-Kopfhörer am Markt. Muss er auch nicht, denn sein Fokus liegt eindeutig in der perfekten Klangwiedergabe.

 

 

Fazit
Mit dem vTrue hat sich Velodyne auch im Kopfhörermarkt, also auf „fremdem Terrain“ auf Anhieb fest etabliert. Dabei positionieren die Amerikaner ihr Topmodell direkt in der Spitzengruppe der Referenzklasse und setzen Maßstäbe in Sachen Verarbeitung, Materialauswahl und Komfort. Und auch klanglich erweist sich der Velodyne-Bügler als über jeden Zweifel erhaben und überzeugt durch Detailfülle, Homogenität, Durchzugsstärke und eine hervorragende Auflösung, was ihn für die Wiedergabe nahezu jeder Musikrichtung prädestiniert. Dank passendem Zubehör lässt sich der vTrue zudem gleichermaßen mobil, wie auch Zuhause einsetzen. Kurz: Der vTrue ist eine klare Empfehlung für anspruchsvolle Musik-Enthusiasten!

 

Test: Roman Maier

 

 

Modell:Velodyne
vTrue
Produktkategorie:Kopfhörer
Preis:399,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:mahagonibraun/silber
Vertrieb:Audio Reference, Hamburg
Tel.: 040 / 533 203 59
www.audio-reference.de
Gewicht:0,50 Kg
Treiber:50 mm
Impedanz:24 Ohm
Anschluss:Kabel
Zubehör:1 Kabel (1,20m)
1 Kabel (1,20m + LS-Regler)
1 6,35mm-Adapter
1 Textiltasche
Besonderes:Leder-/Alu-Oberfläche
hervorragende Verarbeitung
viel Zubehör
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

 

 

 

 

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