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Als der Bankangestellte Till Reiners vom Kleinganoven Nappo als Geisel genommen wird, stellt sich sein Leben komplett auf den Kopf. Die wendungsreiche Flucht sorgt... Nicht mein Tag – So schnell kann’s gehen

Als der Bankangestellte Till Reiners vom Kleinganoven Nappo als Geisel genommen wird, stellt sich sein Leben komplett auf den Kopf. Die wendungsreiche Flucht sorgt allerdings auch dafür, dass er in seinem Leben endlich wieder die Kurve kriegt …

Verkehrte Welt: Im Laufe von "Nicht mein Tag" muss auf einmal Nappo (Moritz Bleibtreu, r.) den Spießer Till (Axel Stein) zur Vernunft bringen. (© Sony Pictures)

Verkehrte Welt: Im Laufe von “Nicht mein Tag” muss auf einmal Nappo (Moritz Bleibtreu, r.) den Spießer Till (Axel Stein) zur Vernunft bringen. (© Sony Pictures)

 

 

Gleich zu Beginn sehen wir Till Reiners am Ende seiner wilden Reise, was gleich einmal deutlich macht, wie sehr sich sein Leben innerhalb weniger Stunden auf den Kopf gestellt hat. Viel wird jedoch nicht verraten, denn umgehend folgt der Schnitt zurück zum „alten“ Till. An seinem Schreibtisch in der örtlichen Bankfiliale. Ein kurzes Kundengespräch, ein paar Vorbereitungen für ein Fest zu Ehren des Chefs und schon sitzt Nappo im Besuchersessel, um bei Till einen Kredit für sein Traumauto zu beantragen. Schon nach den ersten Sätzen des Dialogs wird klar, wie hier die Rollen verteilt sind: Nappo als lässiger Typ, Till als regeltreuer Spießer. Natürlich gibt es den Kredit nicht – wenngleich Till das Auto auch sehr gut gefällt – und Nappo zieht fluchend von dannen. Als später jedoch der Chef von seinen vierzig Jahren in der Bank erzählt, macht Till sich langsam Gedanken darüber, ob sein Leben so verläuft, wie er es sich gewünscht hat. Mit seiner hübschen Frau Miriam und Sohn lebt er in einer Doppelhaushälfte, hat seine Rockertage hinter sich gelassen und verbringt den Abend gelangweilt vor dem Fernseher. Miriam geht währenddessen ihrem semiprofessionellen Hobby als Modedesignerin nach. Die Angst vor dem eigenen Alltag bringt Till dazu, nach der Firmenfeier eine junge Kollegin nach Hause zu fahren und seine Frau diesbezüglich gleich einmal anzulügen.

 

Am nächsten Tag muss Till dann miterleben, wie dieselbe Kollegin mit einem anderen Mann im Cabrio an der Filiale ankommt. Seinen Frust lässt er deshalb prompt wiederrum an seiner Frau aus, während Nappo im Hintergrund noch einmal in die Bank zurückgekehrt ist. Aus dessen Kreditantrag ist mittlerweile allerdings ein Banküberfall geworden, den Till eigentlich komplett verpasst. Doch als der bereits geflüchtete Nappo von seinem Fahrer im Stich gelassen wird, improvisiert er kurzerhand und schnappt sich Till als Geisel. Es folgt die gemeinsame Flucht des wohl unterschiedlichsten Paares, das man sich nur vorstellen kann. Geprägt von einer Vielzahl an Missverständnissen, falschen Interpretationen, immer neuen Wendungen und sehr unglücklichen Zufällen endet sie schließlich in der eingangs erwähnten Szene.

Zunächst fängt alles ganz harmlos mit einem Kreditantrag von Nappo an. Doch Till muss ablehnen und was bleibt Nappo da noch anderes übrig als ein Banküberfall? (© Sony Pictures)

Zunächst fängt alles ganz harmlos mit einem Kreditantrag von Nappo an. Doch Till muss ablehnen und was bleibt Nappo da noch anderes übrig als ein Banküberfall? (© Sony Pictures)

 

 

Viele Lacher, laute Flüche

Auf dem Weg dahin erleben die Figuren, allen voran Till, eine teilweise extreme Wandlung. So wird Till zwangsläufig in Nappos kleinkriminelle Aktivitäten hineingezogen, wobei er plötzlich jedoch selbst die Regeln bricht – woher sollte er sie auch kennen? Nappo hingegen erkennt, dass auch in ihm ein gewisses Maß an Verantwortung steckt und er dieser gerecht werden muss. Nun mag es einige Menschen geben, die weder Axel Stein als Till noch Moritz Bleibtreu als Nappo zutrauen würden, diese Wandlungen auch tatsächlich umzusetzen. Doch das gelingt hervorragend. Die Chemie zwischen allen Schauspielern stimmt, was auch die Outtakes und das Making-Of beweisen. Während des Films stellt man sich oft die Frage, wie Stein und Bleibtreu die Szenen bloß in den Kasten bekommen haben und nicht ständig vor Lachen abbrechen mussten. Tatsächlich scheint genau das aber tatsächlich sehr häufig der Fall gewesen zu sein und das überträgt sich ungefiltert auf den Zuschauer.

Während der gemeinsamen Flucht werden Nappo und Till zu einem guten Team, das sich gegen Gangster und Abzocker beweist. (© Sony Pictures)

Während der gemeinsamen Flucht werden Nappo und Till zu einem guten Team, das sich gegen Gangster und Abzocker beweist. (© Sony Pictures)

 

Bleibtreu ist bereits in „Knocking on Heaven’s Door“ als der coole Gangster in Erscheinung getreten und erinnert vor allem während der Szenen als Bankräuber stark an diese Rolle. Allerdings ist die Messlatte für Kraftausdrücke hier deutlich höher anzusiedeln als es früher der Fall war. Überhaupt neigen die Figuren des Films trotz der Altersfreigabe ab 12 Jahren sehr dazu, des Öfteren ihre Gefühle in deutlicher verbaler Aggressivität zu betonen – und ab und zu fliegen natürlich auch die Fäuste. Interessanterweise ist der Auslöser für die brutalste (dennoch vergleichsweise harmlose) Prügelei ausgerechnet der Spießer Till, dessen Metamorphose von Axel Stein extrem glaubwürdig dargestellt wird. Stein ist zwar eher aus Klamaukserien wie „Hausmeister Krause“ oder „Turbo und Tacho“ bekannt, die nun nicht gerade als Musterbeispiel für Schauspielkunst gelten. Doch in „Nicht mein Tag“ beweist er eine enorme Wandlungsfähigkeit und sein Talent für zumindest zeitweise ernsteren Stoff.
Dort ist seine Film-Ehefrau Anna Maria Mühe ja sowieso zuhause und dementsprechend elegant gelingt ihr die Umsetzung der zunächst frustrierten und später besorgten Ehefrau und Mutter. Ihren Gegenpart verkörpert Jasmin Gerat als Nappos Freundin Nadine, die zwar als waschechte Tussi angestöckelt kommt, letztendlich aber als Einzige mal die Stimme gegen Nappo erhebt und ihn zur Ordnung ruft.

Die Beziehung von Nappo und Nadine (Jasmin Gerat) basiert vor allem auf jeder Menge Zoff. (© Sony Pictures)

Die Beziehung von Nappo und Nadine (Jasmin Gerat) basiert vor allem auf jeder Menge Zoff. (© Sony Pictures)

 

 

Erinnerungen an „The Prodigy“

Bild und Ton sind auf der DVD für den Einsatz im Wohnzimmer und entsprechend kleinerem Bildschirm ganz wunderbar geeignet, für die große Leinwand im Heimkino lohnt sich auf jeden Fall die Blu-ray-Version. Generell gibt es aber absolut keinen Grund zur Beschwerde. Vor allem die Kameraführung sorgt speziell während der Autofahrt-Sequenzen immer wieder für Bilder mit Wow-Effekt. Während der Szenen im Amsterdamer Nachtleben wird sich zudem der ein oder andere an das auch milieutechnisch sehr ähnliche Musikvideo zu „Smack My Bitch Up“ von „The Prodigy“ erinnert fühlen, da hier wie dort aus der Ego-Perspektive gefilmt wurde. Die Dialoge sind selbst in den niederländischen Clubs sehr gut verständlich, auch kleine Details der Geräuschkulisse gehen nicht verloren.
Das Bonusmaterial ist zwar nicht wahnsinnig umfangreich, bietet aber einen guten Eindruck der Arbeit hinter den Kulissen. Dazu gehören neben den Outtakes im Abspann, dem Making-Of, einem Teaser und der Programmvorschau auf andere Filme von Sony Pictures auch Interviews mit den Darstellern und dem Regisseur Peter Thorwarth, der zusätzlich einen Audio-Kommentar liefert.

Am Ende der gemeinsamen Reise muss Nappo die Verantwortung übernehmen und auch mal an andere denken - hier an Tills Frau Miriam (Anna Maria Mühe). (© Sony Pictures)

Am Ende der gemeinsamen Reise muss Nappo die Verantwortung übernehmen und auch mal an andere denken – hier an Tills Frau Miriam (Anna Maria Mühe). (© Sony Pictures)

 

 

Fazit

Apropos Thorwarth: Der liefert mit „Nicht mein Tag“ erneut ein richtig gelungenes Werk ab, das sowohl die Fans seiner früheren Werke wie „Bang Boom Bang“ als auch „Neueinsteiger“ begeistern wird. Anhänger von Moritz Bleibtreu und Jasmin Gerat werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Wer Axel Stein wie so oft als herumblödelnden Spätpubertierenden erwartet, wird allerdings eher überrascht sein. Ein kurzweiliger Filmabend ist mit „Nicht mein Tag“ auf jeden Fall garantiert und wer die bisherigen Filme von Regisseur Thorwarth kennt, wird sicherlich auch das ein oder andere Detail aus früheren Werken wiedererkennen.

 

 

„Nicht mein Tag“ ist ab heute im Vertrieb von Sony Pictures auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

 

Erscheinungsdatum
28. August 2014

Genre
Komödie

Laufzeit
ca. 110 Minuten

Altersfreigabe
ab 12 Jahren

Regie
Peter Thorwarth

Cast
Moritz Bleibtreu, Axel Stein, Anna Maria Mühe, Jasmin Gerat

 

 

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