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Zwölf Jahre im Gefängnis haben den extrovertierten Safeknacker Dom Hemingway nicht verändert. Kaum entlassen, hat er nur eins im Sinn: Wiedergutmachung für die vielen... Dom Hemingway – Diesen Typen muss man mögen…

Zwölf Jahre im Gefängnis haben den extrovertierten Safeknacker Dom Hemingway nicht verändert. Kaum entlassen, hat er nur eins im Sinn: Wiedergutmachung für die vielen verlorenen Jahre.

Nach zwölf Jahren Gefängnis hält sich Dom Hemingway (Jude Law) nicht lange mit Belanglosigkeiten auf: Er will Wiedergutmachung für die verlorene Zeit. (© 20th Century Fox)

Nach zwölf Jahren Gefängnis hält sich Dom Hemingway (Jude Law) nicht lange mit Belanglosigkeiten auf: Er will Wiedergutmachung für die verlorene Zeit. (© 20th Century Fox)

 

 

Dom Hemingway ist ein Safeknacker aus London und laut eigener Aussage der Beste seines Fachs. Dummerweise wurde er aber bei der Ausübung dieser Tätigkeit erwischt. Nun hat er zwölf Jahre Gefängnis abgesessen und genießt endlich wieder die Freiheit. Weil der größte Teil seiner Haftstrafe darauf zurückzuführen ist, dass er seinen Boss nicht verraten hat, verlangt er nun von eben dem eine großzügige Belohnung als Wiedergutmachung. Schließlich hat er nicht nur das halbe Leben seiner mittlerweile erwachsenen Tochter verpasst, zudem ist auch seine Ex-Frau verstorben – dafür sollte doch einiges drin sein. Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Dickie macht er sich auf den Weg, um seine Belohnung abzuholen. Doch der Plan läuft nicht so reibungslos wie erwartet und wieder einmal scheint es in Dom Hemingways Leben ganz gehörig schief zu laufen.

 

Regisseur Richard Shepard macht es seinem Publikum sehr leicht, sich eine Meinung über den Film zu bilden. Zur Eröffnung gibt es einen der für Dom Hemingway typischen Monologe: Selbstherrlich, vulgär, ungehobelt. Da weiß man gleich, was einen erwartet. Wer zum Beispiel Filme wie „Snatch“ mag, wird auch Dom Hemingway mögen. Wem Witze unter der Gürtellinie nicht gefallen, wird wohl nach vier Minuten schon genug haben. Das wäre aber schade, denn man darf bei diesem zugegeben grenzwertigen Humor nicht vergessen, welch grandiose schauspielerische Leistung seitens Jude Law dahinter steckt. Man kennt ihn ja zumindest in Deutschland vor allem als „Dr. Watson“ in den Sherlock-Holmes-Filmen mit Robert Downey Jr und wenn sein Name nicht auch auf dem Cover von Dom Hemingway stünde, würde man ihn wohl kaum als diesen erkennen. Nicht nur, weil er ein paar Kilo an Gewicht zugelegt hat, auch seine Frisur und der Bart verwandeln ihn völlig. Dazu kommt die unglaublich detaillierte Darstellung des eher primitiven Hemingways, den Law allerdings sehr facettenreich porträtieren darf. Ob als aufbrausender Grobian oder verzweifelter Mann am Grab seiner Frau, Hemingway wirkt niemals aufgesetzt. Besonders das enorme Selbstbewusstsein, das Hemingway gegenüber anderen gerne heraushängen lässt, wird auch sprachlich durch den intensiven Londoner Dialekt sehr stark unterstrichen. Leider geht dieser Effekt in der Synchronisation fast völlig verloren. Immerhin zerstört das nicht die Komik der teilweise sehr absurden Dialoge, wodurch zumindest die Story nicht unter der Synchronisation leidet.

Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Dickie (Richard E. Grant, l.) macht sich Dom auf den Weg zu seinem früheren Boss, der ihm für sein Schweigen ja noch einiges schuldet. (© 20th Century Fox)

Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Dickie (Richard E. Grant, l.) macht sich Dom auf den Weg zu seinem früheren Boss, der ihm für sein Schweigen ja noch einiges schuldet. (© 20th Century Fox)

 

 

Die Handlung begleitet in erster Linie den Versuch Hemingways, endlich für seine Loyalität und die daraus resultierenden zwölf Jahre im Gefängnis belohnt zu werden. Das geht natürlich nicht so reibungslos wie gewünscht, weil sich Hemingway einerseits nicht wirklich im Griff hat und seinen Frust über die verlorenen Jahre immer wieder ausgerechnet im ungünstigsten Moment abbauen muss. So führt ihn sein erster Weg nach der Entlassung aus dem Knast auch schnurstracks zum Witwer seiner mittlerweile verstorbenen Ex-Frau, den er dann vor den Augen dessen Kollegen nach allen Regeln der Kunst verprügelt – nur um unmittelbar danach mit Blut beschmiert ein lockeres Gespräch mit einem der besagten Kollegen zu führen.
Andererseits zwingt die Skrupellosigkeit der ihm begegnenden Personen Dom Hemingway immer wieder dazu, sein Improvisationstalent unter Beweis zu stellen. Das gelingt ihm natürlich immer wieder und selbst die kaum vorhandene Bindung zu seiner Tochter nimmt langsam Formen an. Dass es hin und wieder ein wenig unrealistisch wird, lassen wir einfach mal unter den Tisch fallen, denn wer sich diesen wirklich gut erzählten und gespielten Film durch Erbsenzählerei kaputtmachen will, dem ist nicht mehr zu helfen… und letztendlich sind all diese Wendungen auch notwendig, um die Überforderung Hemingways mit dem Leben in Freiheit deutlich zu machen.

Die lange Zeit im Knast hat die Beziehung zu Doms Tochter Evelyn (Emilia Clarke) massiv belastet. Nun muss Dom sich ihr Vertrauen erst verdienen. (© 20th Century Fox)

Die lange Zeit im Knast hat die Beziehung zu Doms Tochter Evelyn (Emilia Clarke) massiv belastet. Nun muss Dom sich ihr Vertrauen erst verdienen. (© 20th Century Fox)

 

 

Passend zur Figur des Dom Hemingway ist übrigens auch das Bild. In fast allen Szenen übersättigt, die Farben extrem kräftig greift es den extrovertierten und übertriebenen Charakter Hemingways auf. Auch die häufig auftauchende Farbe Rot steht in direkter Relation zur Hauptfigur und symbolisiert seine immer wieder auftretenden, unkontrollierbaren Aggressionen.
In Sachen Ton ist einfach alles perfekt. Dialoge sind stets gut verständlich, wobei die Geräuschkulissen natürlich auch in den meisten Fällen recht übersichtlich sind. Absolut grandios ist die Musik, die in jeder Szene für die richtige Stimmung sorgt.

Diese Punkte werden übrigens auch in den Extras angesprochen, in denen die Schauspieler und Crew-Mitglieder sich zu diversen Aspekten des Films äußern und auch die Figur des Dom Hemingway noch einmal ausführlich vorstellen. Dazu gibt es einige Trailer, eine Bildergalerie und die Ping-Pong-Endlosschleife, die im Büro von Nachtclub-Besitzer Lestor McGreevy Jr. zu sehen ist.

Das sehr gute Bild ist oft übersättigt, um den extrovertieren Charakter Hemingways widerzuspiegeln. Das häufig auftretende Rot symbolisiert dessen Hang zur Aggression. (© 20th Century Fox)

Das sehr gute Bild ist oft übersättigt, um den extrovertieren Charakter Hemingways widerzuspiegeln. Das häufig auftretende Rot symbolisiert dessen Hang zur Aggression. (© 20th Century Fox)

 

 

Fazit

Jude Law liefert als Dom Hemingway eine grandiose Leistung ab und drückt dem Film ohne Zweifel seinen Stempel auf. Passend zu Laws Darbietung sind auch Bild und Ton der Blu-ray absolut tadellos, so dass die Gangster-Komödie absolut zu empfehlen ist.

 

 

„Dom Hemingway“ ist im Vertrieb von 20th Century Fox auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

 

Erscheinungsdatum
5. September 2014

Genre
Komödie

Laufzeit
ca. 93 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
Richard Shepard

Cast
Jude Law, Richard E. Grant, Demián Bichir, Emilia Clarke

 

 

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