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Redakteur

Der klassische Weg für die hochwertige Musikwiedergabe ist nach wie vor das Stereo-System. Der technische Aufwand hält sich in Grenzen und es gibt eine nahezu unendliche Musikauswahl. Die Schlüsselkomponenten in einem HiFi-System sind dabei nach wie vor die Schallwandler. Das weiß auch Lautsprecher Teufel und darum erweitern die Berliner ihre mit Testlorbeeren überschüttete Definion-Serie um ein weiteres Modell, das wir sogleich zum Test luden.

Teufels Definion ist vielversprechend bestückt, erstklassig verarbeitet und hat so Einiges von ihrer großen Schwester geerbt, der sie auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnelt.

Teufels Definion 3 ist vielversprechend bestückt, erstklassig verarbeitet und hat so Einiges von ihrer großen Schwester geerbt, der sie auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnelt.

Die Firma „Lautsprecher Teufel“ gehört definitiv zum Bekanntesten, was die europäische Audio-Szene zu bieten hat. Jeder, der schon mal mit HiFi in Berührung gekommen ist, kennt den in der deutschen Hauptstadt ansässigen Direktvertrieb, der insbesondere für seine kompakten Stereo- und Surround-Systeme Bekanntheit erlangte, die dank Subwoofer-Unterstützung oft mit Lautsprechern, kaum größer als ein Taschenbuch, daher kommen. Daneben gibt es seit dem Heimkino-Boom in den 90er Jahren auch diverse ausgewachsene und teilweise sogar THX-zertifizierte Mehrkanal-Systeme, denen klanglich so schnell keiner was vormacht. Etwas vernachlässigt haben die Berliner dabei allerdings bis vor einigen Jahren das oberste High-End-Segment im Stereo-Bereich. Dabei liegen genau hier die Wurzeln des Unternehmens, schließlich begann das Team um Peter Tschimmel im Jahr 1980 mit dem Versand hochwertiger Bausätze für Stereo-Lautsprecher. Mit der (im Übrigen sehr schicken) Definion-Serie haben die Berliner bereits gezeigt, was sie auch im Zweikanal-Segment zu leisten imstande sind und schnell an alte Erfolge angeknüpft. Kürzlich wuchs diese Linie nun um ein weiteres Modell, die Definion 3. Diese macht durch ein erstaunlich üppiges Ausstattungspaket und einen vergleichsweise günstigen Preis auf sich aufmerksam. Wir wollten wissen, wie sich der Neuling in der Praxis schlägt und für welchen Einsatzzweck sich die schicke Drei-Wege-Säule im Besonderen eignet.

Das im oberen Abteil eingesetzte Koax-Chassis bietet eine nahezu punktförmige Schallquelle im Mitten- und Hochtonbereich.

Das im oberen Abteil eingesetzte Koax-Chassis bietet eine nahezu punktförmige Schallquelle im Mitten- und Hochtonbereich.

Teufel Definion 3, das Wohnzimmer-Modell

Das große Flaggschiff im Teufel-Portfolio, die hervorragend ausgestattete Definion 5, sorgte bei Markteinführung vor gut zwei Jahren für jede Menge Aufsehen in der HiFi-Welt. Obwohl sie für einen Paarpreis von 2.800 Euro gemessen an ihrer Verarbeitung, Ausstattung und Performance absolut fair kalkuliert ist, ist sie nicht für jeden Audio-Liebhaber finanzierbar. Aus diesem Grunde bieten die Berliner nun ein kleineres Modell, die Definion 3, die ähnlich ausgestattet aber preislich deutlich attraktiver daher kommt. Wobei die Bezeichnung “kleiner” gar nicht stimmt, denn tatsächlich ist die Definion 3 mit ihren 118 Zentimetern ganze zehn Zentimeter höher gewachsen als ihre große bzw. ältere Schwester. Dafür ist sie etwas schmaler ausgefallen, um nicht zu wuchtig zu erscheinen. Das passt optisch sehr gut, was sie in erster Linie für den Einsatz im Wohnzimmer prädestiniert. Aus diesem Grund ist wohl auch der Querschnitt des Gehäuses nicht einfach rechteckig gewählt worden, denn die Definions ziehen sich keilförmig – also schmaler werdend – nach hinten zusammen, um dann über eine großzügige Abrundung in der lediglich noch acht Zentimeter breiten Rückseite auszulaufen. Die 20 Zentimeter breite, leicht abgerundete Frontplatte dabei ist markant vom Rest des Gehäuses abgesetzt. In der schwarz/weißen-Ausführung und durch die weiße Lackierung sogar noch etwas deutlicher, als in der komplett anthrazitfarbenen Schleiflack-Variante, welche gerade in meinem Testraum auf ihren ersten Einsatz wartet.
Für sicheren Stand sorgen zwei Ausleger, die am Fuß des Lautsprechers befestigt sind und sowohl mit Gummi-Elementen, wie auch mit Spikes ausgestattet werden können. Beide Möglichkeiten bieten dabei die üblichen Vor- und Nachteile: Während die Spikes höhenverstellbar sind und dadurch kleine Unebenheiten im Untergrund ausgeglichen werden können, sind sie für empfindliche Bodenbelege wie Laminat, Parkett oder Fliesen eher weniger geeignet. Hier sollten dann besser die kleinen Gummifüßchen zum Einsatz kommen. Der gut zwei Zentimeter breite Spalt zwischen Lautsprecher und Standfuß ist übrigens nicht bloß dem Design geschuldet, denn im Gegensatz zur Definion 5 handelt es sich bei der Definion 3 um einen Bassreflex-Lautsprecher, der natürlich eine entsprechende Bassreflexöffnung braucht. Damit dadurch nicht die hübsche Kehrseite verschandelt wird, hat man diese schlichtweg in die Unterseite verbannt.

Die breiten Traversenfüsse bieten der Definion 3 eine stabile Basis. Für den Einsatz auf Teppich liefert Teufel ein Set hochwertiger Spikes mit.

Die breiten Traversenfüsse geben der Definion 3 eine stabile Basis. Für den Einsatz auf Teppich liefert Lautsprecher Teufel natürlich ein Set hochwertiger Spikes mit.

Der Teufel steckt im Detail

Membran-Abdeckungen gehören übrigens nicht zum ansonsten vorbildlich gestalteten Lieferumfang der Definion 3. Offensichtlich ist man bei Teufel so stolz auf seine Chassis, dass man sie nicht verstecken möchte. Und Recht haben sie, die Berliner, denn die eigens für diese Serie entwickelten Schallwandler können sich in der Tat sehen lassen. Dabei erfreuen sich die Lautsprecher sowohl im Tiefton, als auch im Hochton einer eher ungewöhnlichen Ausstattung: Statt einem großen Tieftonchassis oder gar zweien, wie es eigentlich üblich ist, verfügen die Definion-Modelle über gleich drei identische Basswandler. Dadurch ergeben sich eine Menge Vorteile: Die Box kann zum Beispiel deutlich schmaler ausfallen, als es mit einem großen Basschassis der Fall wäre. Gleichzeitig ergibt sich addiert aber dennoch eine beeindruckende Membranfläche. Und insbesondere im Bassbereich ist Fläche eben durch nichts zu ersetzen. Sie wissen sicher, wie der Spruch weiter geht …
Ein weiterer Vorteil kleinerer Chassis besteht in der besseren Impulstreue. Das heißt, wie schnell die Membran dem Musiksignal folgen kann. Und das können kleinere und damit leichtere Membranen naturbedingt nun mal besser, als größere und schwerere. Darum hat man sich bei dem Material auch für besonders leichtes und zugleich extrem verwindungssteifes Kohlefasergewebe entschieden. Noch etwas mehr Hirnschmalz ist dabei offensichtlich in den Hochtonzweig geflossen. Denn der besteht nicht aus einem schnöden Mitteltöner mit einem Hochtöner darüber, sondern aus dem eigens für diese Serie entwickeltem Herzstück eines jeden Definion-Familienmitglieds, dem SCA-Koaxial-Chassis. Bei dieser Bauart befindet sich der Hochtöner nämlich im Zentrum des Mitteltöners, was eine ganze Reihe technischer Probleme in sich birgt, die es zu lösen gilt, richtig gemacht aber auch einen enormen Vorteil bietet. Nämlich den, dass das so aufgebaute Chassis dem Ideal einer Punktschallquelle so nahe kommt, wie es technisch eben möglich ist. Macht man es richtig, erreichen alle Schallwellen im empfindlichsten Bereich des menschlichen Gehörs selbiges exakt zur gleichen Zeit und vom gleichen Ursprung aus. Das verspricht, zumindest in der Theorie eine besonders scharfe Darstellung aller akustischen Details und eine realitätsgetreue Raumabbildung. Ob das auch in der Praxis zutrifft, muss der nun anstehende Hörtest zeigen.

Die drei sogenannten Wok-Tieftöner bieten mehr Membranfläche, als ein einzelnes 25-Zentimeter-Chassis.

Die drei sogenannten Wok-Tieftöner bieten mehr Membranfläche, als ein einzelnes 25-Zentimeter-Chassis.

Bestens vorbereitet …

Selbst die besten Schallwandler bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück, wenn bei der Aufstellung geschludert wird. Darum gibt es ein paar Regeln zu beachten, um den bestmöglichen Klang aus den neuen Boxen zu holen. Eine Vorgabe, die übrigens für jede Box Gültigkeit besitzt – egal von welchem Hersteller. Dabei gilt es zunächst die neuen Lautsprecher möglichst weit von den Wänden entfernt aufzustellen. Das verbessert sowohl die Basswiedergabe wie die Räumlichkeit im Klangbild. Ausserdem sollten sich beide Lautsprecher im gleichen Abstand zum Hörer befinden, damit nicht der eine lauter und früher spielt, als der andere. Boxen und Hörer sollten somit ein etwa gleichseitiges Dreieck bilden. Wenn also die Lautsprecher beispielsweise zweieinhalb Meter auseinander stehen, dann sollten sie auch jeweils etwa zweieinhalb Meter vom Hörplatz entfernt sein. Eine etwas größere Entfernung zum Hörplatz ist dabei selten ein Problem. Fällt der Abstand hingegen kürzer aus, kann es vorkommen, dass die einzelnen Lautsprecher aus der ansonsten geschlossenen Bühne, hörbar werden. Ein Effekt, den HiFi-Freunde gern als “am Lautsprecher klebender Klang” bezeichnen. Zu guter Letzt sollten die Schallwandler noch auf den Hörplatz eingewinkelt werden. Und zwar so dass die Achsen sich in etwa am Hörplatz schneiden. Investiert man bei der Aufstellung ein bisschen Zeit, lässt sich der Klang der eigenen Anlage so eklatant verbessern.

Das hochwertige Anschlussterminal kommt optisch schlicht daher und nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Das hochwertige Anschlussterminal kommt optisch schlicht daher und nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Offen, warmherzig, punktgenau …

Ist dies geschehen, spielen die Lautsprecher sogleich frisch und direkt auf – in einer mitreißenden Art, die sofort in ihren Bann zieht. Ich habe zum Einstieg das Live-Album „Live In Prowinzz“ von den „Leningrad Cowboys“ gewählt. Nicht, weil es gut aufgenommen ist oder sich besonders als Testsoftware eignet, sondern weil ich einfach Lust darauf hatte. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweist, denn Live-Aufnahmen scheinen die Paradedisziplin der Berlinerin Drei-Wege-Säule zu sein. Das ist keineswegs übertrieben, denn so authentisch und überzeugend habe ich diese CD, die ich nun wirklich schon dutzende Male gehört habe, noch nicht präsentiert bekommen. Besonders gut gelingt den Definion 3 dabei die Tiefenstaffelung in der Bühnendarstellung. Während Sänger und Gitarren sich im vorderen Bereich der Bühne aufhalten, steht das Schlagzeug ein paar Meter hinter ihnen und sorgt für das notwendige Fundament und jede Menge Druck. Apropos Fundament: Im Bassbereich halten sich die großen Teufels etwas zurück. Das ist aber auch gut so, denn der schlanke aber drahtige Bass zeigt sich mir knackig, konturiert und erstaunlich impulstreu. Fast so, als hätte ich es hier es mit einem geschlossenen Lautsprecher zu tun. Der Hochton hingegen springt einen mit seiner offenen und spritzigen Spielweise förmlich an. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich vor einiger Zeit mal einen Prototyp der großen Definion 5 hören durfte und auch bei diesem Vorserienmodell schon fiel mir insbesondere der Hochton auf. Damals klang es allerdings noch etwas harsch und nicht so stimmig, wie es nun beim Serienmodell der Definion 3 der Fall ist. Vermutlich ist in das SCA-Koaxial-Chassis also nochmals Arbeit investiert worden. Und das hat sich offensichtlich gelohnt. Ein echter Vorteil der Lautsprecher liegt übrigens genau hier, beim Koax-Chassis, dass in gut 110 Zentimetern Höhe seinen Dienst verrichtet, in einer Höhe also, die die meisten Standlautsprecher im Gesamten nicht erreichen. Dadurch steht das gesamte Klanggeschehen höher im Raum, als es bei anderen Lautsprechern der Fall ist, was definitiv der Bühnendarstellung zu Gute kommt.

Dank wohlproportioniertem Designs präsentiert sich die Definion 3 in modern gestalteten Wohnräumen, ist dabei aber keinesfalls aufdringlich.

Dank wohlproportioniertem Designs präsentiert sich die Definion 3 in modern gestalteten Wohnräumen, ist dabei aber keinesfalls aufdringlich.

Fazit

“High End für jedermann”, das war Zielsetzung bei der Entwicklung der Definion 3. Wenn Sie mich fragen, dann ist den Berlinern mit dem jüngsten Modell der Definion-Serie auch genau das gelungen. Sie sieht schick aus, ist hervorragend verarbeitet und beeindruckt dank ungewöhnlichem und ausgefeiltem Konzept und hervorragendem Klang für vergleichbar wenig Geld. Übrigens gewährt Teufel jedem Kunden ein achtwöchiges Rückgaberecht. Sie können die Lautsprecher also völlig risikofrei zuhause Probehören und bei Nichtgefallen einfach zurücksenden. Obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass das häufig vorkommt.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1+
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

100 %

95 %

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150626.Teufel-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Teufel
Definion 3
Produktkategorie:Standlautsprecher, Stereo
Preis:1.799,99 Euro / Paar
Garantie:bis zu 12 Jahre
Ausführungen:- weiss
- schwarz
Vertrieb:Lautsprecher Teufel, Berlin
Tel.: 030 / 300 9 300
www.teufel.de
Abmessungen (HBT):118 x 200 x 386 mm
Gewicht:24,3 Kg/Stück
Hochtöner:25 mm
Mitteltöner:160 mm
Tieftöner:3 x 160 mm
Prinzip:- 3-Wege-System
Gehäuse:MDF
Oberfläche:Schleiflack (weiss/schwarz)
Übergangsfrequenz:400/3600 Hz
Lieferumfang:- Definion 3 (Paar)
- Traversenfüsse
- Spikes
- Bedienungsanleitung
- LS-Verbindungskabel (30m)
empf. Raumgröße:- bis 40 Quadratmeter
Besonderes:- griffiger Grundton
- saubere Hochtonauflösung
- Koax-Chassis
- üppige Bestückung
- exzellente Verarbeitung
- zeitloses Design
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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