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Redakteur

Subwoofer gelten unter Heimkino-Fans als ein Muss, genießen unter HiFi-Enthusiasten oft aber einen weniger guten Ruf. Mit dem SB-2000 bietet SVSound ein Modell, das in beiden Welten begeistern will. Das wollten wir genau wissen und haben den erstaunlich kompakten 12-Zöller aus den USA auf unseren Testparcours geschickt.

Das gemaserte Furnier in schwarzer Esche sieht gut aus und ist perfekt auf den Echoholz-Korpus aufgetragen.

Das gemaserte Furnier in schwarzer Esche sieht gut aus und ist perfekt auf den Echtholz-Korpus aufgetragen.

Richtig viel Spaß macht Heimkino erst mit einem anständigen Subwoofer. Im Stereobetrieb hingegen kann ein Sub auch schon mal stören. Nämlich dann, wenn er sich nicht so richtig in den Gesamtklang einfügen will. Für diesen Fall bietet sich zum Beispiel ein geschlossener Subwoofer an. Und genau so einen gibts vom amerikanischen Hersteller SVSound. Obwohl, „einer“ gar nicht so ganz korrekt, denn tatsächlich bietet die Subwoofer-Schmiede aus Ohio, neben einer Reihe diverser Bassreflex-Subwoofer, auch drei Modelle mit geschlossenen Gehäusen an. Der SVS SB-2000 ist das mittlere Modell, das – gemessen an Ausstattung und Performance – für gerade einmal 799,00 Euro den Besitzer wechselt.

Wer steckt dahinter?

Die Firma SVSound könnte man wohl noch als Newcomer im Lautsprecherbau bezeichnen. Im Gegensatz zu den großen Lautsprecherherstellern, die teilweise schon seit der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts aktiv sind, wurde SVS nämlich “erst” 1998 gegründet. Das allerdings von einer Gruppe erfahrener Audiofreaks, denen die bis dahin erhältlichen Subwoofer meist zu teuer und für die aufgerufenen Preise schlichtweg zu schlecht waren. Die Erfolge ließen dann auch nicht lang auf sich warten, denn vom ersten Tag an lag den SVS-Machern eines besonders am Herzen: Leidenschaft und die konsequente Verbindung von Technik und Emotion – und zwar sowohl im Stereo- wie Mehrkanalbetrieb. Auf der einen Seite wurde und wird also natürlich viel gemessen, auf der anderen aber ebenso viel gehört. Denn schließlich bringen alle Messungen nichts, wenn das Ergebnis einfach nicht auch ansprechend klingt. Ein weiteres Erfolgserlebnis der Amerikaner, die jedes Subwoofer-Modell so entwickeln, als wäre es für die eigene Zwei- oder Mehrkanalinstallation gedacht. Und auch in Sachen Vertrieb geht man eigene Wege. Hybridvertrieb heisst hier das Zauberwort, denn SVS-Produkte sind hierzulande sowohl online im Direktvertrieb, als auch bei ausgewählten Fachhändlern vor Ort zu erstehen.

Dreiseitenansicht: Der SB-2000 besticht durch sanfte Rundungen und eignet sich aufgrund seiner vergleichsweise kompakten Abmessungen und seiner zurückhaltenden Optik ideal für den Wohnraumeinsatz.

Dreiseitenansicht: Der SB-2000 besticht durch sanfte Rundungen und eignet sich aufgrund seiner vergleichsweise kompakten Abmessungen und seiner zurückhaltenden Optik ideal für den Wohnraumeinsatz.

Buchstäblich der Wolf im Schafspelz

Die Freude an unserem Testmodell, dem SB-2000 beginnt übrigens schon beim Auspacken: Oben auf dem Karton ist eine kleine bebilderte Anleitung abgedruckt, die beschreibt, wie der Subwoofer sicher auszupacken ist, ohne beschädigt zu werden. Nämlich durch das Öffnen des Kartons an seiner Unterseite. Ist dies geschehen, wird der Karton anschließend wieder “richtig herum” aufgestellt und dann einfach nach oben weggehoben. Was die Anleitung allerdings verschweigt ist, dass man mit dem inneren Karton (ja, der SB-2000 ist doppelt verpackt) am besten genau so verfährt, wie mit dem ersten. So lässt sich der Sub dann auch völlig gefahrlos von einer Person auspacken. Hat man diesen Schritt erledigt, so steht ein Würfel vor einem, der sich für einen Subwoofer dieser Leistungsklasse mit einer Kantenlänge von ungefähr 37 Zentimetern erstaunlich kompakt präsentiert. Daneben gibt es natürlich noch ein bisschen Zubehör zu entdecken: Ein Quick-Start-Guide, ein einfaches Netzkabel und natürlich eine solide Membranabdeckung aus Metall liegen dem massiven Basswürfel selbstverständlich bei. Von außen betrachtet gibt sich der SVS-Subwoofer dann optisch zurückhaltend. Einzig die abgerundeten Kanten und die “gecurvte” Frontabdeckung lassen einen gewissen Designanspruch erkennen, der Rest des SB-2000 ist, wie auch bei seinen beiden Brüdern SB-1000 und SB13-Ultra schlicht und zweckmäßig gehalten. Der Verarbeitungsqualität tut das allerdings keinen Abbruch, denn die ist ziemlich perfekt. Sowohl das riesige Basschassis auf der Front, wie das Elektronik-Panel auf der Rückseite sind bündig in die Oberfläche eingelassen und das schwarze Holzfurnier sitzt selbst an seinen Kanten absolut makellos. Besonders gut gefällt mir übrigens die recht deutlich sicht- und fühlbare Maserung des schwarzen Eschen-Holzes. Ein echter Klassiker eben. Wem das jedoch nicht gefällt, für den ist gegen Aufpreis von 100 Euro auch eine hochglänzend-schwarz lackierte Variante lieferbar.

Alternativ ist der SB-2000 gegen einen kleinen Aufpreis von 100 Euro auch in schwarzer Hochglanzausführung erhältlich.

Alternativ ist der SB-2000 gegen einen kleinen Aufpreis von 100 Euro auch in schwarzer Hochglanzausführung erhältlich.

SVS SB-2000: Vollgestopft mit Technik

Während sich der SB-2000 äußerlich zurückhalten gibt, ist er in seinem Innern vollgestopft mit modernster Audio-Technik. Das beginnt mit seiner imposanten 12-Zoll-Membran (30 Zentimeter) auf der Front. Zieht sich bei der speziellen Aufhängung mittels besonders haltbarer Sicke weiter, die durch ihre Flexibilität auch große Hübe leistet und endet bei der Polkern-Entlüftung der Spule, um eben diese bestmöglich zu kühlen. Informationen, die technikbegeisterte Heimkino-Fans schnell neugierig machen. Das echte Herzstück des Subs befindet sich jedoch auf der Rückseite. Auch wenn es abgedroschen klingen mag “das unscheinbare Elektronik-Panel hat es schlichtweg in sich”. Dank modernster Schaltungstechnologie mobilisiert der integrierte Class-D-Verstärker nämlich kurzzeitig bis zu 1100 Watt (das entspricht elf hellen Glühbirnen) und wird dabei nur Handwarm. Diese immense Leistung ist auch notwendig, denn zum Einen sind geschlossene Subwoofer ohnehin etwas leistungshungriger als ihre offenen Bass-Reflex Kollegen und zum Anderen ist im SB-2000 ein Digitaler Sound Prozessor (kurz DSP) integriert, der die Lautstärke über den gesamten Arbeitsbereich des Subwoofers linearisiert. Und dafür braucht es eben viel Leistung. Prinzipbedingt sind geschlossene Lautsprecher den offenen in Sachen Maximallautstärke der untersten Frequenzen zwar unterlegen, steckt man aber genug Leistung hinein, so lässt sich dieser Nachteil dank eines eingesetzten DSP schnell ausgleichen. Mehr als dass, denn da geschlossene Lautsprecher deutlich impulstreuer als offene sind, bietet diese Konstruktion sogar einen großen Vorteil. Im Detail bedeutet das: sie folgen dem Musiksignal exakter und schneller als es ihre “offenen” Kollegen können und klingen daher zumeist knackiger und dynamischer. Die zweite wichtige Aufgabe des DSP ist die Verhinderung von Verzerrungen. Dies geschieht durch eine aktive Regelung des Lautsprechers. Soll heissen: die Bewegungen der Membran werden von einem kleinen Sensor erfasst und an den Prozessor gemeldet. Der vergleicht das eingehende Musiksignal mit der Auslenkung der Membran und korrigiert eventuell auftretende Differenzen blitzschnell.

Das große 12-Zoll-Chassis offeriert reichlich Bassleistung und thront in der Schallwand.

Das große 12-Zoll-Chassis verspricht reichlich Bassleistung und thront in der Schallwand.

Ungewöhnliche Tipps, einfache Anbindung

Die beiliegende Bedienungsanleitung empfiehlt: den Subwoofer in eine Raumecke stellen, falls der verbundene AV-Receiver über eine Einmessfunktion verfügt. Eine solche besitzen die meisten Heimkino-Zentralen, daher halte ich mich an diese Empfehlung. Hintergrund für diese ungewöhnliche Empfehlung ist: Durch die Wände “im Rücken” wird die Intensität im Bassbereich nochmals deutlich angehoben. Falls der Bass nun zu sehr dröhnt, empfiehlt SVSound den SB-2000 entlang der Seitenwände des Raumes so weit zu verschieben, bis sich Besserung einstellt. Alternativ kann der Sub aber auch einfach ein wenig aus der Raumecke gezogen werden. Schon um wenige Zentimeter versetzt, kann sich ein völlig neues Klangbild ergeben. Und Achtung: Nach dem Verschieben muss natürlich neu eingemessen werden. Die anschließende Inbetriebnahme des Subwoofers ist dann genau so einfach, wie man es erwartet: Neben dem Stromanschluss braucht der Sub natürlich noch eine Verbindung zum LFE-Ausgang des Receivers. Der dafür vorgesehene Eingang am SB-2000 ist selbstverständlich ebenfalls als LFE gekennzeichnet. Überlässt man dem AV-Receiver nun das Bassmanagement, stellt man die Übergangsfrequenz am Subwoofer auf Maximum und die Phase auf null. Für die Lautstärke bietet sich für den Anfang ein Wert um 12 Uhr an. So lässt sich der Pegel schnell mal korrigieren, falls unter bestimmten Umständen zu viel oder zu wenig Bass da ist. Anschließend Einmessung starten – fertig. Einen Tick komplizierter ist die Einrichtung ohne externes Bass-Management und LFE-Ausgang, z.B. an einem HiFi-Verstärker. Für diesen Fall steht am Subwoofer ein Stereo-Eingang (Cinch) bereit, über den Eingangssignale unterhalb 80 Hertz angenommen werden. Genau auf diese 80 Hertz sollte dann natürlich auch der Trennfrequenzregler eingestellt werden. Die richtige Einstellung der Phase hingegen erfordert ein wenig Geduld. Variieren Sie den Wert hier in kleinen Schritten (idealerweise zu zweit). Sie haben die ideale Einstellung gefunden, sobald der Sub am Hörplatz am lautesten zu hören ist.

Das Anschlussfeld des SB-2000 ist mit allen Features ausgestattet, die ein aktiver Subwoofer heutzutage mitbringen sollte. Selbst an einen Triggerausgang haben die amerikanischen Soundspezialisten von SVSound gedacht.

Das Anschlussfeld des SB-2000 ist mit allen Features ausgestattet, die ein aktiver Subwoofer heutzutage mitbringen sollte. Selbst an einen Triggerausgang haben die amerikanischen Soundspezialisten von SVSound gedacht.

Batman drückt, Frank Zappa hämmert

Für den Klangtest muss zunächst das kürzlich erschienene, einhundertste Frank-Zappa-Album „Dance Me This“ herhalten. Eine Sammlung, die komplett am Synclavier eingespielt wurde und als Komposition für das moderne Ballett hauptsächlich aus Schlaginstrumenten besteht. Dementsprechend ist es mit reichlich Bass gesegnet und macht mit einem potenten und optimal eingerichteten Subwoofer wie dem SB-200 mächtig Spaß! Denn der spielt vom ersten Moment an druckvoll, tief und durchweg absolut präzise. Von Gewummere oder gar Strömungsgeräuschen, wie sie bei Bassreflex-Subwoofern hin und wieder zu hören sind, keine Spur. Im Filmtest muss sich der Sub dann am letzten Nolan-Batman „The Dark Knight Rises“ messen lassen. Unter Heimkino-Fans ein Kultfilm, der gern mal zu Subwoofer-Demonstrationen gewählt wird. Zurecht, hält er doch besonders viele klanglich wie visuell beeindruckende Szenen bereit. In meinem Test wird dann schon nach Einblendung der Studiologos gleich zu Beginn des Film klar, wohin die Reise gehen wird – nämlich in die tiefsten Bassgefilde. So richtig weggeblasen werden ich aber, als Batman nach seinem ersten Auftritt im „The Bat“ flieht. Die passende Lautstärke gewählt, stelle ich dann in dieser Szene verdutzt fest, was in einem normalen Wohnzimmer alles mitvibrieren und umfallen kann. Das Bassgewitter, das der SVS-Woofer nämlich nun zu mobilisieren vermag, ist schlicht atemberaubend, abgrundtief und knochentrocken – flatternde Hosenbeine inklusive! Abschließend dann noch einmal zurück zu bassintensiver Musik, denn die ist mit meinem Testmodell wirklich ein Hochgenuss. Massive Attacks Erfolgsalbum „Mezzanine“ beispielsweise. Und zwar gleich mit dem ersten Song „Angel“, der so unglaublich tief beginnt, dass da selbst ausgewachsene Standlautsprecher mitunter Mühe haben diese Passage überhaupt darzustellen bzw. die Kontrolle zu behalten. Nicht aber der SB-2000, denn der ist bereits ab 19 Hertz voll da (das ist unterhalb der menschlichen Hörschwelle) und pustet einem mal so richtig die Gehörgänge frei.

SVS empfiehlt die Platzierung in der Raumecke. Um den Bassbereich etwas zu "entschlacken", haben wir den SU etwas nach vorn gezogen.

SVS empfiehlt die Platzierung in der Raumecke. Um den Bassbereich etwas zu “entschlacken”, haben wir den Subwoofer etwas nach vorn gezogen.

Fazit

Geschlossene Subwoofer machen einfach mehr Spaß! Besonders, wenn sie so gut gemacht sind wie der SB-2000 von SVSound. Äußerlich zurückhaltend, ist er im Innern vollgepackt mit Technik. Und die funktioniert hervorragend. Selten habe ich einen Subwoofer getestet, der mir insbesondere in der Musikwiedergabe so viel Spaß gemacht hat.

Test & Text: Jonas Bednarz Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1+ Klasse: Oberklasse Preis-/Leistung: sehr gut

100 %

95 %

93 %

1508814.SVS-Testsiegel

Technische Daten

Modell:SVSound
SB-2000
Produktkategorie:Subwoofer
Preis:799 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Esche schwarz
- Hochglanz-schwarz (gegen Aufpreis)
Vertrieb:SVSound, Wiesbaden
06122 / 7 27 60 20
www.sv-sound.de
Abmessungen (HBT):361 x 361 x 361 mm
Gewicht:23,1 kg
Farbausführungen:schwarz
Tieftöner:300 mm
Verstärkerleistung:- 500 Watt RMS Dauerleistung
- 1100 Watt (Peak)
Frequenzbereich:19 - 220 Hertz (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenz:50 - 220 Hertz (stufenlos regelbar
Phasenkorrektur:0-180° (stufenlos regelbar)
Prinzip:Frontfire
Bauart:Geschlossen
Lieferumfang:- SVS SB-2000
- Metallabdeckung
- Netzkabel
- Quickstart-Guide
Besonderes:- extrem tiefe Bassperformance
- satter Grundton
- flexible Einstellmöglichkeiten
- Trigger-Out
- 2 Niederpegel-Ausgänge
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,1
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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