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Redakteur
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Wo fange ich bei der Aufwertung meiner Anlage an? Die meisten schreiten erst einmal den Signalweg ab, sie optimieren ihr Equipment von der Nadel des Plattenspielers bis zu den Spezial-Spikes für die Lautsprecher. Andere beginnen dagegen bei der Spannungsversorgung: Sie steigen hier mit einem Netzkabel wie dem „Sequel“ von IsoTek ein – und erleben mitunter einen klanglichen Aha-Effekt.

Welchen Einfluss kann ein einzelnes Kabel auf den Klang und Schutz einer HiFi-Anlage haben?

Welchen Einfluss kann ein einzelnes Kabel auf den Klang und Schutz einer HiFi-Anlage haben?

Können zwei Meter Kabel die Rettung des Klangs sein? Wer mit dieser Maximal-Maxime seine Billig-Stromstrippen gegen hochwertige Netzkabel austauscht, erwartet definitiv zuviel.
Ein Qualitäts-Kabel kann aber dazu beitragen, störende Einflüsse fernzuhalten, die sich – sofort bemerkbar oder subtil und unterschwellig – in der Wiedergabe niederschlagen. Damit begeben wir uns auf das Schlachtfeld der hochfrequenten Einstreuungen, der elektromagnetischen Störungen und der deformierten Netzspannungs-Signale. Gegen diesen schmutzigen Strom kämpft seit 15 Jahre die Firma IsoTek aus Hampshire. Der Anspruch der Briten: keine Klangschalen-Esoterik, sondern Produkte, die mit dem Know-How der Elektrotechnik und dem Wissen aus eigener Forschung dafür sorgen, dass die schlechte Qualität des Netzstroms den guten Klang von Audiosystemen nicht beeinträchtigt. Mittlerweile umfasst das Abwehr-Arsenal der Strom-Optimierer ein Portfolio vom Versorgungsblock über Netzfilter und Netzleiste bis hin zum Kabel. Das Netzkabel ist dabei der Einstieg in das Thema: Wer hier ansetzt, kann mit geringem Aufwand und zu einem angemessenen Preis Störungen des Audiosignals reduzieren und dadurch den Klang seiner Kette aufwerten. Mit dem „Sequel“ haben wir aus IsoTeks Netzkabel-Angebot das zweitkleinste ausgewählt, es liegt in der Hierarchie über dem Einsteiger-Verbinder „Premier“ und unter den beiden deutlich teureren „Elite“- und „Optimum“- Kabeln.

Das rund zwei Meter lange  IsoTek Sequel ist sanft in seiner Verpackung gebettet.

Das rund zwei Meter lange IsoTek Sequel ist sanft in seiner Verpackung gebettet.

Das A und O: Gute Schirmung

Ein Kabel ist nicht nur eine Signal-Leitung, sondern leider auch eine Antenne: Es ist empfänglich für elektromagnetische Störsignale, also für alles, was so durch den Raum funkt. Dieser Elektro-Dunst ist bei der heutigen Masse an elektrischem Equipment nicht zu unterschätzen: Handy, Tablet, Laptop, PC und nun auch der Fernseher funken und suchen sich permanent über WLAN. Geräte mit Schaltnetzteilen, von der Lampe bis zum Ladegerät, senden ihre Störsignale nicht nur durch die Luft, sondern speisen sie zusätzlich auch noch über das Stromversorgungsnetz ein. Und wer in der Nähe einer Industrieanlage, eines Strommastes oder einer Bundesbahn-Schienentrasse wohnt, wird seine ganz eigenen Erfahrungen mit Einstreuungen gemacht haben. Billige Beipackstrippen haben diesen Störsignalen nichts entgegenzusetzen. Gute Kabel hingegen sind durch eine aufwändige Schirmung gegen die elektromagnetischen Einflüsse immun, und bei Netzkabeln verhindert diese Isolierung nicht nur das Eindringen ungewünschter Signale, sondern auch deren Austreten. Denn ohne Schirmung ist auch ein Netzkabel von einem elektromagnetischen Feld umgeben, es wird von dem Strom erzeugt, der durch das Kabel fließt. Dieses Feld haben die meisten von uns wohl schon bei der Verkabelung der eigenen Anlage kennengelernt: Wenn man ein billiges Stromkabel und ein Audiokabel schön parallel nebeneinander legt, ist das optisch sehr ordentlich, akustisch aber katastrophal – so macht man Störstrom geradezu hörbar, die Bandbreite reicht vom Brummen bis zum Sirren. Manche Ratschläge zur Behebung dieses Problems sind nur bedingt praxistauglich. Natürlich ist es gut, die stromführenden Kabel und die Signalführenden Kabel weit voneinander getrennt zu verlegen, natürlich ist es optimal, wenn diese Kabel nicht parallel, sondern rechtwinklig zueinander liegen. Aber wer möchte seinen Wohnraum schon mit einem Kabelgeflecht überziehen und zur Stolperfalle umfunktionieren?
Die Lösung ist also ein gut geschirmtes Kabel. IsoTek setzt bei seinem „Sequel“ auf eine geerdete Abschirmung aus OFC, das ist die Abkürzung für „Oxigene Free Copper“ und steht für sauerstofffreies Kupfer. Dank dieser Reinheit ist das Material besonders leitfähig und besonders resistent gegen Ermüdungsbrüche. Im „Sequel“ verhindert es hochfrequente Einstreuungen und Funkstörungen.

Die hervorragend geschirmte Leitung ist knapp zwei Meter lang und von einem silberfarbenen Schirm vor mechanischer Beschädigung geschützt.

Die hervorragend geschirmte Leitung ist knapp zwei Meter lang und von einem silberfarbenen Schirm vor mechanischer Beschädigung geschützt.

Kabel-Qualitäten des IsoTek Sequel

Mit einer guten Isolierung geht es los, von einem hochwertigen Kabel erwartet man aber noch ein paar weitere Eigenschaften: Kontaktsicherheit, mechanische Robustheit, Langlebigkeit.
IsoTek setzt deshalb auch im Kern seines Kabels auf OCF, die drei hochreinen zwei-Millimeter-Kupferleitungen sind zudem mit Silber überzogen, dem leitfähigsten aller Metalle. Zur mechanischen Robustheit trägt auch der vielschichtige Aufbau des „Sequel“ bei. Die Leiter umgibt jeweils ein Teflon-Mantel, dieses Material hat drei herausragende Eigenschaften: Es ist eine sehr gute elektrische Isolierung, es ist das Isoliermaterial mit dem größten Temperatur-Arbeitsbereich (von -100°C bis +200°C), und es ist unbrennbar. Baumwolle als Füllmaterial sorgt dafür, dass die drei Leiter stabil in ihren weiteren Hüllen liegen, die letzte Schicht ist dann der dicke Außenmantel aus PVC. Zusammen ergibt das ein nahezu fingerdickes Kabel mit einem Gewicht von fast einem halben Kilo. Mit eingerechnet sind dabei die überaus massiven Stecker: Sie liegen gut in der Hand, lassen sich deshalb bestens in Gerätebuchsen und Steckdosen einstecken und auch wieder herausziehen. Und das Wichtigste: Sie sorgen für einen festen Kontakt. Die Kontaktflächen bestehen aus – Überraschung! – OCF, hier allerdings mit einem Überzug aus Gold. Gold leitet zwar nicht ganz so gut wie Silber, hat aber den entscheidenden Vorteil, nicht anzulaufen. Die Berührflächen bleiben frei von Korrosion, der Übergangswiderstand zwischen Stiftkontakt und Buchse ist also dauerhaft niedrig. Auch mechanisch bietet das relativ weiche Gold einen Vorteil: Fremdkörper wie etwa Staubkörner können sich in die Oberfläche eindrücken und wirken damit nicht wie „Abstandhalter“ – so bleibt die größtmögliche Kontaktfläche erhalten.
Am anderen Ende des Steckers erledigt ein harter Knickschutz seinen Job. Das sieht bei vielen preiswerten Kabeln anders aus, da knickt der sogenannte „Schutz“ mit dem Kabel – das er doch stabilisieren soll – gleich mit. Die Steifheit des „Sequel“-Steckers hat allerdings zur Folge, dass man seine Geräte mit diesem Kabel nicht mehr ganz nah an die Wand stellen kann, zwölf Zentimeter Abstand sind das Minimum.

Wie hätten Sie es denn gern?

Dieses Kabel gibt es in drei verschiedenen Ausführungen: In der Version für C7-Buchsen, die meist bei Kleingeräten im Audio-Video-Bereich eingebaut sind, aber z.B. auch in Rasierapparaten (ein strom- und klangoptimierter Bartscherer – auf diesen Test hat die Welt gewartet!), dann in der Version für C15-Buchsen, also als Warmapparateverbindung mit Erdungsanschluss, und schließlich in der Version für die eher seltenen C19-Buchsen aus dem IT-Bereich. Wir haben die C15-Ausführung bestellt, dieses Kabel passt auch in die üblichen Kaltgeräte-Buchsen, mit denen ein Großteil der Audio-Komponenten ausgerüstet ist.

Beide Stecker sind hochwertig gefertigt und versprechen maximale Kontaktsicherheit.

Beide Stecker sind hochwertig gefertigt und versprechen maximale Kontaktsicherheit.

Wo bleibt das Wunder?

Für den Praxistest legen wir eine Referenz-Platte auf, die durch ihre perfekte Produktion alles bietet, was wir brauchen – und die wir in- und auswendig kennen: Morph The Cat“ von Donald Fagen. Der erste Eindruck beim Hören mit dem „Sequel“ wirft aber erst einmal Fragen auf. Wo ist nun die klangliche Verbesserung? Ist die Erwartung vielleicht doch zu hoch gewesen? Wo bleibt das Wunder? Also: Zurück zu der Billigstrippe. Beim konzentrieren Hören dämmert es langsam. Fehlt jetzt nicht etwas Punch im Bass? Klingt der Chorgesang jetzt nicht ein wenig stumpfer? Nun wieder ein Hördurchgang mit dem „Sequel“: Ja, hier liegen die Unterschiede, aber sie sind nun wirklich nicht riesig. Probieren wir es mal mit einem anderen Verstärker: Für den Arcam-Amp kommt nun ein etwas betagterer und preiswerterer Onkyo A/V-Receiver ins Spiel. Der ist von Hause aus schon immer etwas harscher in der Wiedergabe gewesen. Mit diesem Verstärker sind die klanglichen Unterschiede dann auch etwas deutlicher wahrnehmbar, hier wirkt die Wiedergabe des Verstärkers mit dem „Sequel“ auch ein wenig entspannter und ruhiger, der Bass erscheint gerade bei den ganz tiefen Tönen eine Spur kräftiger. Wechseln wir die Musik: Von den Fantastischen Vier lassen wir den „Sommerregen“ durch unser Ohr strömen, das Stück mit seinem melancholischen Gesang, dem Streicherteppich, den Tabla-artigen Percussions und dem fetten Tiefbass ist atmosphärisch hochdicht – und ja, mit dem „Sequel“ wird diese Stimmung noch ein wenig intensiver, weil das Klangbild an Offenheit gewinnt.
Auf der Jagd nach den kleinsten Quäntchen sind wir mit der Zeit immer lauter geworden, für eine Überraschung sorgt aber – mit beiden Verstärkern – das Leisehören: Bei niedriger Lautstärke klingt die Musik mit dem „Sequel“ etwas akzentuierter, das Geschehen auf der Bühne erscheint ein wenig aufgeräumter. Wunder gibt es also keine – dafür aber einen Aha-Effekt.

Maximaler Kontakt: Die Steckverbindung sitzt sattelfest im HiFi-Verstärker.

Maximaler Kontakt: Die Steckverbindung sitzt sattelfest im HiFi-Verstärker.

Fazit

Das „Sequel“ ist ein hochqualitatives, sehr robustes Netzkabel, so was nennt man eine Anschaffung fürs Leben. Klanglich kann das Kabel für eine Verbesserung sorgen, es sind aber keine drastischen Veränderungen, sondern Nuancen und Details. Wer hier das Potenzial seiner Anlage ausreizen möchte, sollte mal das „Sequel“ ausprobieren – leichter und schneller ist Klang-Tuning kaum möglich.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: Empfehlung
Preis-/Leistung: angemessen

95 %

95 %

90 %

151221.IsoTek_TestSiegel

Technische Daten

Modell:IsoTek
EVO3 Sequel
Produktkategorie:Netzkabel
Preis:269,00 Euro
Ausführungen:Kabel: Silber
Stecker: blau-violett
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: 0231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen:- Länge: 2 m inkl. Stecker (andere Längen auf Bestellung lieferbar)
- äußerer Kabeldurchmesser: 10 mm
Gewicht:471 Gramm
Bauart:- IEC C7 („Kleingerätekabel“)
- IEC C15 (Warmapparateverbindung)
- IEC C19 (IT-Verbindung)
Lieferumfang:- IsoTek EVO3 Sequel
Besonderes:- sehr gute Verarbeitung
Benotung:
Empfehlung
Preis-/Leistungangemessen

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