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Eine Entdeckung, die niemals in falsche Hände geraten sollte, droht die Welt in ein absolutes Chaos zu stürzen. Höchste Zeit also, dass ein neuer... Ant-Man – Groß, klein, überraschend und gewaltig

Eine Entdeckung, die niemals in falsche Hände geraten sollte, droht die Welt in ein absolutes Chaos zu stürzen. Höchste Zeit also, dass ein neuer Superheld die Bühne betritt …

Scott Lang (Paul Rudd) ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und ahnt noch nichts von seiner Superhelden-Zukunft. (© Disney)

Scott Lang (Paul Rudd) ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und ahnt noch nichts von seiner Superhelden-Zukunft. (© Disney)

 

Einst gehörte Henry Pym (Michael Douglas) zur Organisation S.H.I.E.L.D. Nachdem der Physiker 1989 herausfindet, dass Howard Stark und Mitchell Carson die von Pym entdeckten Pym-Partikel – durch die Gegenstände und lebende Organismen geschrumpft und zugleich stärker gemacht werden können – in Menge herstellen will, beendet Pym seine Mitarbeit in der Organisation. 26 Jahre später wird er dann Zeuge, wie der diktatorische Pym-Technologies-Firmenchef Darren Cross (Corey Stoll) – einst Assistent und Schützling von Pym, ehe er diesen aus dem Unternehmen drängte – selbst kurz vor der Entdeckung besagter Partikel steht, die er meistbietend an Mitchel Carson (der zu Hydra gehört, wie sich später herausstellt) zu verkaufen gedenkt.

 

Um die drohende Anarchie und weltweites Chaos zu verhindern, ködert Pym den gerade aus dem Gefängnis entlassenen Scott Lang (Paul Rudd). Der Plan: Scott soll die bereits entwickelten Partikel und alle Entwicklungsunterlagen bei Pym-Technologies zerstören. Um unerkannt in die schwer gesicherten Entwicklungslabors zu gelangen, soll Scott den aus Pym-Partikeln gefertigten Anzug tragen, mit dessen Hilfe man sich selbst auf Insektengröße schrumpfen kann und zugleich über unbändige Kräfte verfügt. Vor vielen Jahren hatte Pym den Anzug selbst getragen und als Ant-Man sogar einen weltweiten Atomkrieg verhindert, nun ist es aber an der Zeit, dieses machtvolle Werkzeug in jüngere und geeignete Hände zu geben.

Nach anfänglicher Skepsis unterstützt Pyms Tochter Hope, die sich vor einigen Jahren von ihrem Vater abwendete und gemeinsam mit Cross selbst an der Entdeckung besagter Partikel arbeitete, den geschmiedeten Plan und bietet ihre volle Unterstützung an. Nach einem kurzen Intermezzo im Avengers-Hauptquartier, aus dem der Ant-Man ein Störmodul entwendet, macht sich das kleine Team, das in drei wenig vertrauenserweckenden Kleinganoven und einer riesigen Ameisenarmee Unterstützung findet, dann auf. Dass Cross` Forschungen weiter fortgeschritten sind, als zu erahnen, stellt das Team vor neue Herausforderungen. So findet sich der Ant-Man dann schnell in einem Kampf mit einem ebenbürtigen Gegner, dem Yellowjacket. Eine Kampf, bei dem nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Tochter Cassie auf dem Spiel steht …

Er soll dem Physiker Henry Pym (Michael Douglas) helfen, der eins Partikel entwickelte, die Gegenstände und lebende Organismen schrumpfen und zugleich stärker machen können. (© Disney)

Um nicht wieder ins Gefängnis zu müssen, soll Scott dem Physiker Henry Pym (Michael Douglas) helfen, der einst Partikel entwickelte, die Gegenstände und lebende Organismen schrumpfen und zugleich stärker machen können. (© Disney)

Von Gut und Böse …

Mit Ant-Man betritt nun ein weiterer Superheld aus dem Marvel-Universum die Leinwandbühne. Eine lockere Comicadaption für die ganze Familie, die den Spannungsbogen zwar nicht allzu straff spannt, sich aber auch keine wirklichen Durchhänger leistet. Erzählt wird dabei die klassische Geschichte von Gut und Böse. Der Gute macht eine Entdeckung, die die Welt verändern kann, will aber vermeiden, dass sie in falsche Hände gelangt. Der Böse hingegen tut alles Nötige, um diese Entdeckung für sich zu nutzen, um an unendlichen Reichtum und Macht zu gelangen. Natürlich hat der Gute auch noch ein lange bewahrtes Geheimnis zu lüften, während der Böse in seinem Großmut mehrere Chancen auslässt, das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden. Die klassische Superhelden-Story eben, die aber auch hier sehr gut funktioniert und einen kurzweiligen Filmabend verspricht. Allerdings ohne zerstörte Landstriche, umherfliegende Autos, einstürzende Wolkenkratzer oder Alien-Invasionen – aber dennoch Bild- und klanggewaltig.

Der Plan: Scott soll sich mit einem aus Pym-Partikeln gefertigten Anzug schrumpfen und die Forschungsergebnisse bei der mittlerweile vom Bösewicht Darren Cross übernommenen Firma Pym-Technologies zerstören. (© Disney)

Der Plan: Scott soll sich mit einem aus Pym-Partikeln gefertigten Anzug schrumpfen und die Forschungsergebnisse bei Pym-Technologies zerstören. (© Disney)

Dennoch wird (und will?) Ant-Man polarisieren. Man kann nämlich vom punktuell implizierten Humor, von der Ironie und Selbstironie sowohl enttäuscht, wie auch begeistert sein, die für einen Marvel-Film ganz sicher einen neuen Höhepunkt erreicht. Manchen ist es sicher ein wenig zu viel (keine Angst, lange nicht so schlimm wie Jar Jar Bings in „Star Wars, Episode I“), dennoch kann man Ant-Man eines nicht absprechen: zu unterhalten. Achja, ganz wichtig: unbedingt abwarten, bis der Abspann komplett durchgelaufen ist …

Schauspieler

Wie zu erwarten, wird wohl keiner der Darsteller einen Oscar für seine Rolle verliehen bekommen. Echte Abstürze sind allerdings auch nicht zu verzeichnen. Während Michael Douglas als Henry Pym eine gewohnt solide Leistung liefert, macht sich Paul Rudd („Nachts im Museum“) in seiner Rolle als Schwiegermamas Liebling und Ant-Man erstaunlich gut. Dass man ihm die drei Jahre im Hochsicherheitsgefängnis San Quentin dabei nicht im Ansatz abnimmt: geschenkt. Mindestens schwach ist dagegen Corey Stolls Auftritt, dem man den skupellosen und machtgierigen Darren Cross niemals so richtig abnimmt. Ich gebe aber auch gern zu, dass meine persönliche Meinung nach Stolls unterirdischer Leistung in „House Of Cards“ vielleicht etwas voreingenommen ist. Dennoch hätte die Besetzung eines glaubwürdigeren Bösewichts – beispielsweise Mads Mikkelsen oder Kevin Spacey – den Spannungsbogen sicher straffer gespannt. Und wie es sich für einen Superhelden-Film gehört, gibt es natürlich auch die Rolle der zunächst unnahbaren Dame, der man erst nicht über den Weg traut, die letztlich aber spezielle Skills und Durchsetzungsvermögen beweist. In diesem Fall frisch und überzeugend von Evangeline Lilly (Der Hobbit, Real Steel) gespielt.

Helfen soll ihm dabei auch Pyms Tochter Hope (Evangeline Lilly), die an den Entwicklungen von Cross beteiligt war. (© Disney)

Helfen soll ihm dabei auch Pyms Tochter Hope (Evangeline Lilly), die an den Entwicklungen von Cross beteiligt war. (© Disney)

Eine Eins-Plus mit Sternchen verdient sich Ant-Man für die handwerkliche Arbeit. Effekte werden fast perfekt in Szene gesetzt, Kulissen bis in den letzten Winkel ausgemalt und das alles in erstklassiger Qualität auf Blu-ray gebannt. Wow, ganz sicher eine der besten Bildproduktionen des Filmjahres 2015. Klangtechnisch zeigt sich der Film dabei auf ähnlichem Niveau. Alle Kanäle bekommen durchgängig etwas zu tun – und das selbst in ruhigeren Szenen. Wie Surround funktionieren muss, wird dann spätestens in Ant-Mans Kampf gegen Falcon deutlich, der neben einigen tiefen Abstiegen in den Basskeller auch jede Menge kleinster Details zu bieten hat, die allesamt präsent aber niemals vordergründig dargestellt werden. In Sachen Extras strebt Ant-Man dagegen nicht mach Höherem. Neben Gags vom Dreh, einigen Featurettes und zusätzlichen Szenen umfasst das Bonusmaterial lediglich Audiokommentare von Peyton Reed und Paul Rudd sowie die üblichen Filmtrailer.

Ob Scott der riesigen Aufgabe als winziger Superheld gewachsen ist..? (© Disney)

Ob Scott der riesigen Aufgabe als winziger Superheld gewachsen ist..? (© Disney)

Fazit

Ant-Man weicht zwar ein wenig vom ursprünglichen Comic ab, beweist sich aber als durchaus eigenständige Geschichte. Handwerklich hervorragend gemacht, bild- und Tontechnisch auf dem allerhöchsten Stand und schauspielerisch ordentlich, gehört Ant-Man somit für mich zu den besseren Marvel-Comicverfilmungen. Dass diverse Anlehnungen an die Avengers aber dennoch nicht fehlen dürfen, liegt in der Natur der Sache und bietet Fans des Marvel-Universums jede Menge Platz für Spekulationen. Ich jedenfalls bin schwer davon überzeugt, dass der Ant-Man in der dritten Verfilmung der Superhelden-Vereinigung eine gewichtige Rolle spielen wird.

„Ant-Man“ ist ab dem 3. Dezember 2015 als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Walt Disney erhältlich.

Genre
Comicverfilmung

Laufzeit
ca. 117 Minuten

Altersfreigabe
ab 12 Jahren

Regie
Peyton Reed

Cast
Paul Rudd, Michael Douglas, Evangeline Lilly, Patrick Wilson, Corey Stoll

85 of 100

98 of 100

95 of 100

85 of 100

80 of 100

90 of 100

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