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Nach 2007 gibt es nun einen erneuten Versuch, das „Ballervideospiel“ actionreich und mit ein wenig Handlung auf die Kinoleinwand zu bringen. „Homeland“-Star Rupert Friend... Hitman: Agent 47 – Der Profikiller ist zurück

Nach 2007 gibt es nun einen erneuten Versuch, das „Ballervideospiel“ actionreich und mit ein wenig Handlung auf die Kinoleinwand zu bringen. „Homeland“-Star Rupert Friend schießt sich diesmal als glatzköpfiger Auftragskiller durch Berlin und Singapur die Wege frei und versucht, zur Einsatzzentrale des Syndikat-Chefs vorzudringen.

Agent 47 (Rupert Friend) ist ein wahrer Superkiller. (© 20th Century Fox)

Agent 47 (Rupert Friend) ist ein wahrer Superkiller. (© 20th Century Fox)

 

Der erste Einsatz von Agent 47 vor neun Jahren hinterließ weder gute Kritiken noch einen finanziellen Erfolg an den Kinokassen, deswegen ließ man sich mit dem erneuten Reboot lange Zeit. Um mehr Publikum in die Kinosäle zu bekommen, hat man an der Altersfreigabe geschraubt. Ist sie im ersten, wesentlich blutigeren Teil noch mit 18 angesetzt, darf diesmal die Jugend schon ab 16 den Streifen sehen. Bei einer Verfilmung eines Ego-Shooters ist es aber nicht unbedingt ratsam, die Szenen so weich zu waschen, dass jüngeres Publikum sie ansehen darf.

Regisseur Aleksander Bach ist zudem vollkommener Debütant im Actionfilm-Genre. Sein Fachgebiet waren bis dato Werbefilme. Seine Erfahrungen halfen ihm also eher beim stark ausgeprägten Product Placement als bei den manchmal mauen Actionszenen. Aber mal kurz zur simplen Handlung:

Agent 47 (Rupert Friend) war jahrelang Teil eines Genmanipulationsprogramms, um skrupellose Superkiller zu erschaffen. Nachdem das Programm beendet wurde, tauchte er unter und bietet nun seine Killerdienste wohlhabenden Kriminellen an. Sein aktueller Auftrag führt ihn nach Berlin. Dort ist er auf der Suche nach Katia (Hannah Ware), der Tochter des ehemaligen Programmleiters. Sie ist wiederrum auf der Suche nach ihrem Vater, der in Gefahr ist, weil der Großindustrielle Le Clerq (Thomas Kretschmann) an sein Wissen will. Le Clerq will die Formeln des Gen-Programms nutzen, um eine Armee von Superkillern zu erschaffen. Den Grund bekommt der Zuschauer leider bis zum Schluss nicht erklärt.

Seine speziellen Fähigkeiten helfen ihm bei der Suche nach Katia (Hannah Ware). (© 20th Century Fox)

Seine speziellen Fähigkeiten helfen ihm bei der Suche nach Katia (Hannah Ware). (© 20th Century Fox)

 

Story mit Längen

Die Story von Hitman: Agent 47 könnte man eigentlich in zehn Minuten abhandeln, Bach hat sie aber auf knapp 90 Minuten aufgeblasen. Doch auf den großen Knall wartet man vergebens, Spannung und Humor fehlen ganz im Film. Sehr einfallsreich ist vor allem die Stelle im Film, als sich Katia van Dees auf dem Flughafen Singapur gewitzt an den Kameras vorbeischleicht. Da kommt dann etwas Adventure-Videospielfeeling auf. Die Aneinanderreihung der übrigen, zahlreichen Ballerszenen geben den Charakteren kaum Chance, etwas Farbe zu gewinnen. Nur wenn Agent 47 im beidhändigen Einsatz seine Waffen zückt, bekommen viele unbekannte Darsteller Bekanntschaft mit der Farbe Rot…

Eine der brutalsten Szenen im Film findet in einer Berliner Fabrik statt. Dort kommen CGI-Effekte für die Gewalteinlagen zum Einsatz, leider sind die Actionsequenzen aber nicht sehr abwechslungsreich. Sie werden stets nach Schema F abgehandelt und verlangen Rupert Friend weder große mimische noch spielerische Leistung ab. Die beste Abwechslung im Shootout-Einerlei wird dem Zuschauer während einer Verfolgungsjagd zwischen einem Audi und mehreren Motorrädern in einem Parkhaus geboten. Auch wenn es eher eine Art Werbespot für den Hersteller ist, wird man beim Ende der Szene mit etwas Einfallsreichtum belohnt.

Dabei wird Agent 47 jedoch von John Smith (Zachary Quinto) aufgehalten, ebenfalls ein genmanipulierter Übermensch. (© 20th Century Fox)

Dabei wird Agent 47 jedoch von John Smith (Zachary Quinto) aufgehalten, ebenfalls ein genmanipulierter Übermensch. (© 20th Century Fox)

 

Bildtechnisch gesehen ist Hitman: Agent 47 in kräftigen und kontrastreichen Farben auf die Blu-ray gepresst worden. Gerade die interessanten und abwechslungsreichen Kulissen in Berlin und Singapur werden durch satte Farben leuchtend in Szene gesetzt. In den Nahaufnahmen kommt sogar der Strichcode im Nacken von Agent 47 scharf und klar ins Bild. Nur das Set der Syndicat-Zentrale kommt etwas lächerlich daher. Es sieht aus wie ein steriler Schuhkarton von innen, mit minimalistischer technischer Ausstattung. Die Türen werden als schwere tresortürartige Konstruktion dargestellt, sind aber ohne großen Kraftaufwand durch ein auf dem Kopf gestellten Mercedesstern zu öffnen. Gerade bei dem guten Bild der Blu-ray wirkt diese Kulisse billig und einfallslos.

Ordentliche Extras

Der DTS-Master HD Ton von Hitman: Agent 47 bringt den Subwoofer bei den Kampf- und Schussszenen kräftig zum Einsatz. Ansonsten wird der Raumklang nicht wirklich stark gefordert. Gerade bei großen Explosionen wirkt er etwas schwach auf der Brust und lässt die Sequenzen kleiner wirken als gewollt. Erst beim Abspann bringen die Bässe wieder Schwung in die Boxen.

An Extras bringt die Disc sogar mehr Abwechslung als der Hauptfilm mit. Man kann sich den kompletten Film mit eingeblendeten Hintergrundinfos wie Schuss- und Tötungsstatistiken oder Szenenzeichnungen ansehen. Vier Minuten werden mit drei entfallenen Szenen aufgefüllt und weitere sechs Minuten lang bekommt man Interviews mit den Hauptdarstellern und Produzenten geboten. In jeweils etwa sieben Minuten werden ein paar Stunts erklärt und Infos zum Film und über die Entstehung der Comics geliefert. Ganz nett ist es eigentlich, dass es nicht nur eine Bildergalerie vom Film gibt, sondern auch eine Poster-Galerie von Kinoplakaten. Leider sind diese aber so einfallsreich wie die Story gestaltet. Als letzte Zugabe gibt es noch zwei Kinotrailer.

Somit muss Agent 47 (Rupert Friend) sich ausnahmsweise mal mit ebenbürtigen Gegnern herumschlagen. (© 20th Century Fox)

Somit muss Agent 47 (Rupert Friend) sich ausnahmsweise mal mit ebenbürtigen Gegnern herumschlagen. (© 20th Century Fox)

 

Fazit

Die meisten Punkte sammelt Hitman durch seine gut ins Bild gesetzten Schauplätze in Berlin und Singapur. Auch Rupert Friend macht einen wesentlich besseren Eindruck als sein Vorgänger Timothy Olyphant, obwohl er keine großen schauspielerischen Leistungen abrufen musste. Die Story bleibt leider komplett auf der Strecke und etwas Humor oder Ironie hätte dem Streifen auch nicht geschadet. Die Kinokassen hat er ebenfalls wider Erwarten nicht stark zum Klingeln gebracht, obwohl er mehr als der erste Hitman-Film eingespielt hat. Als große Enttäuschung erweist sich auch, Thomas Kretschmann als Bösewicht zu besetzen. Er spielt den Industriellen so lustlos und ohne bösen Touch, dass der Zuschauer eher Mitleid als Angst bekommt. So ist Hitman: Agent 47 ein blasser Actionfilm, bei dem man den Kopf am besten ausschaltet und sich von den Stunts und Schauplätze berieseln lässt – schnell geschaut und schnell vergessen…

„Hitman: Agent 47“ ist ab dem 4. Februar 2016 als DVD und Blu-ray im Vertrieb von 20th Century Fox erhältlich.

Genre
Action

Laufzeit
ca. 96 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
Aleksander Bach

Cast
Rupert Friend, Zachary Quinto, Hannah Ware, Thomas Kretschmann

50 %

90 %

80 %

70 %

70 %

72 %

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