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Redakteur

Die deutsche Leinwand-Manufaktur Alphaluxx bringt eine Leinwand heraus, die für 8K-Kontent optimiert sein soll. Verbirgt sich hinter dieser Werbeaussage eine Marketingblase, die bei näherer Betrachtung platzt? Oder hat so eine Leinwand tatsächlich einen praktischen Nutzen? In diesem Test decken wir auf, was tatsächlich dahinter steckt: Marketing-Gag oder sinnvolle Alternative?

Das Alphaluxx Barium Ultra 8K verspricht feinste Bilddetails originalgetreu zu reproduzieren. Das nahezu strukturfreie Tuch kostet keinerlei Auflösung. Foto: Michael B. Rehders

Das Alphaluxx Barium Ultra 8K verspricht feinste Bilddetails originalgetreu zu reproduzieren. Das nahezu strukturfreie Tuch kostet keinerlei Auflösung.
Foto: Michael B. Rehders

THINK BIG – Der Zeit voraus

Stellen Sie sich gerade die Frage: „Was ist eigentlich 8K?“ 8K, hinter diesem Schlagwort verbirgt sich eine Information zur Bildauflösung. Vereinfacht ausgedrückt, besitzen Filme mit so genannter 8K-Auflösung 16-mal so viele Bildinformationen wie ein Film in Full HD auf Blu-ray. Der Vorteil: Je höher die Bildauflösung, desto mehr Details können dargestellt werden. Allerdings werden hierzulande gar keine Projektoren, Player oder Filme angeboten, die eine 8K-Auflösung besitzen.
Also warum eine Leinwand für eine Technik kaufen, die es noch gar nicht gibt?

Dazu Ralph Marschner, Geschäftsführer von Alphaluxx:
„Die Vorteile eines 8K-Leinwandtuches schlagen auch bei Auflösungen voll durch, die deutlich geringer sind.“

Alphaluxx ist eine renommierte Manufaktur in Deutschland, die seit über 25 Jahren den Stoff der Filmliebhaber herstellt: Leinwände. Das alles im beschaulichen Münster. Hier wird stilsicher, trendy und noch in Handarbeit für große und kleinere Heimkinos produziert. Sogar Leinwandbreiten bis 22 Meter sind möglich. Das neueste Produkt ist die Barium Ultra 8K. Hierbei handelt es sich um ein Tuch aus feinster Glasfaser-Gewebe-Mischung, das auf ihm projizierte Bilder originalgetreu und verlustfrei abbilden soll.

Dabei denkt Alphaluxx sogar an die unterschiedlichen Nutzer: Für Eigentümer eines dedizierten Heimkinos empfiehlt Ralph Marschner eine Rahmenleinwand, weil diese die beste Planlage bietet und auch noch nach Jahren keinerlei Verschleißerscheinungen besitzen dürfte. Für das gemütliche Wohnzimmer, das im Handumdrehen in ein echtes Großbildkino verwandelt werden soll, empfiehlt sich hingegen eine Motorleinwand, die bei Nichtbenutzung einfach wieder unsichtbar im Leinwandkasten verschwindet. So trübt bei alltäglicher Nutzung keine große weiße Fläche das gemütliche Ambiente. Für die Heimwerker unter den Cineasten, die ihre Leinwand lieber selbst bauen, steht das Barium Ultra 8K übrigens auch als preiswerte Meterware zur Verfügung. Wir entschieden uns sowohl für das Barium 8K als Meterware als auch für die Motorleinwand, die in der Größe 2,40 x 1,40 Meter für faire 899,- Euro angeboten wird.

Während die Motorleinwand komplett zusammengebaut in einer stoßfesten Verpackung geliefert wird, kommt das vergleichsweise preiswerte Barium Ultra 8K-Tuch aufgerollt in dieser Versandrolle. So ist gewährleistet, dass auch das Tuch falten- und knickfrei ankommt. Der Preis von 39,- Euro/m² macht das Tuch zum echten Schnäppchen für Heimkinobauer.  Foto: Michael B. Rehders

Während die Motorleinwand komplett zusammengebaut in einer stoßfesten Verpackung geliefert wird, kommt das vergleichsweise preiswerte Barium Ultra 8K-Tuch aufgerollt in dieser Versandrolle. So ist gewährleistet, dass auch das Tuch falten- und knickfrei ankommt. Der Preis von 39,- Euro/m² macht das Tuch zum echten Schnäppchen für Heimkinobauer.
Foto: Michael B. Rehders

Großes Bild für große Gefühle

Die Rahmenleinwand wird sicher verpackt geliefert. Selbst durch unser schmales Treppenhaus gelingt es problemlos, das Paket bis in unsere Testräume zu transportieren. Zu zweit ist die Installation dann in 30 Minuten erledigt. Die Halter für den Leinwandkasten werden an die Wand geschraubt, der Kasten eingehängt und mit Strom versorgt – das war es bereits. Jetzt kann der Filmspaß eigentlich schon beginnen! Mit einem Klick auf die Fernbedienung fährt die Leinwand herunter. Der Motor arbeitet leise und schnurrt angenehm vor sich hin. Komplett ausgefahren stoppt der Motor dann selbständig. Vollkommen geruchsneutral und absolut plan tut sich die Leinwand vor uns auf. Sehr gut – aber keineswegs üblich. Das haben wir auch schon anders erlebt. Wir nehmen auf unserer gemütlichen Couch Platz und starten den Projektor. Meine Assistentin besorgt schnell noch eine Tüte Popcorn und etwas zu trinken aus der Küche. Der Duft von karamellisiertem Popcorn steigt mir in die Nase. So macht ein Leinwand-Test Spaß.

Mit wenigen Handgriffen ist die Leinwand in die Halterung eingehängt, die als Decken- und Wandträger genutzt werden kann. Vorn wird eine Blende aufgeschraubt (siehe Foto), so dass die Leinwand sicher hält und nicht aus der Halterung herausrutscht. Foto: Michael B. Rehders

Mit wenigen Handgriffen ist die Leinwand in die Halterung eingehängt, die als Decken- und Wandträger genutzt werden kann. Vorn wird eine Blende aufgeschraubt (siehe Foto), so dass die Leinwand sicher hält und nicht aus der Halterung herausrutscht.
Foto: Michael B. Rehders

Die handliche Fernbedienung besitzt nur drei Knöpfe für die Funktionen „Hoch“, „Runter“ und „Stopp“. Mehr bedarf es nicht, um die Barium Ultra 8K bequem von der Couch aus zu steuern. Foto: Michael B. Rehders

Die handliche Fernbedienung besitzt nur drei Knöpfe für die Funktionen „Hoch“, „Runter“ und „Stopp“. Mehr bedarf es nicht, um die Barium Ultra 8K bequem von der Couch aus zu steuern.
Foto: Michael B. Rehders

Barium Ultra 8K – Für die schönsten Bilder an der Wand

Bevor wir uns entspannt auf der Couch zurücklehnen, um den ersten Spielfilm auf der Barium Ultra 8K zu erleben, ruft leider die Pflicht. Wir wollen zunächst die Unterschiede zwischen der nagelneuen Alphaluxx Barium Ultra 8K und dem Leinwandtuch der Barium 6-4K ergründen, das wir seit geraumer Zeit in unserem Referenzkino einsetzen.
Während die Struktur der Barium 6-4K bereits aus geringer Entfernung nicht mehr zu erkennen ist, mussten wir mit der Nasenspitze förmlich an die Leinwand der Barium Ultra 8K heran, um noch so etwas wie eine sichtbare Struktur zu sehen.

Die Makroaufnahme zeigt ziemlich gut auf, wie fein die Strukturen der beiden Gewebemischtücher ist. Während das Barium Ultra 8K (oben) eine kaum noch zu erkennende Oberflächenstruktur besitzt, erscheint die Struktur der Barium 6-4K (unten) minimal deutlicher. In unseren Tests zeigen beide Tücher keinerlei Moiré-Effekte, egal ob die Zuspielung mit dem neuen Sony VPL-HW45 oder dem großen Sony VPL-VW520 erfolgt, der immerhin eine native 4K-Auflösung besitzt. Foto: Michael B. Rehders

Die Makroaufnahme zeigt ziemlich gut auf, wie fein die Strukturen der beiden Gewebemischtücher ist. Während das Barium Ultra 8K (oben) eine kaum noch zu erkennende Oberflächenstruktur besitzt, erscheint die Struktur der Barium 6-4K (unten) minimal deutlicher. In unseren Tests zeigen beide Tücher keinerlei Moiré-Effekte, egal ob die Zuspielung mit dem neuen Sony VPL-HW45 oder dem großen Sony VPL-VW520 erfolgt, der immerhin eine native 4K-Auflösung besitzt.
Foto: Michael B. Rehders

Als nächstes projizieren wir diverse Testbilder auf die Leinwände, um eventuelle Unterschiede auszumachen. Der Screenshot des Testbildes zeigt, dass beide Leinwände sämtliche Full-HD-Inhalte des VPL-HW45 abbilden. Trotzdem scheint das Bild auf der Barium Ultra 8K minimal feiner aufgelöst zu sein. Das Schachbrettmuster in Pixelauflösung wirkt auf dem Barium Ultra 8K minimal plastischer - gleich so, als ob die schwarzen Felder dunkler erschienen. Ganz offensichtlich erzeugt die Barium Ultra 8K weniger Streulicht zur Seite als die bereits sehr gute Barium 6-4K. Foto: Michael B. Rehders

Als nächstes projizieren wir diverse Testbilder auf die Leinwände, um eventuelle Unterschiede auszumachen. Der Screenshot des Testbildes zeigt, dass beide Leinwände sämtliche Full-HD-Inhalte des VPL-HW45 abbilden. Trotzdem scheint das Bild auf der Barium Ultra 8K minimal feiner aufgelöst zu sein. Das Schachbrettmuster in Pixelauflösung wirkt auf dem Barium Ultra 8K minimal plastischer – gleich so, als ob die schwarzen Felder dunkler erschienen. Ganz offensichtlich erzeugt die Barium Ultra 8K weniger Streulicht zur Seite als die bereits sehr gute Barium 6-4K.
Foto: Michael B. Rehders

Es werde Licht

Wir starten unsere Film-Session mit „Batman vs Superman – Down of Justice“: Nachdem die Eltern von Bruce Wayne ermordet werden, bekämpft Bruce als Erwachsener das Verbrechen in Gotham City. Dafür nimmt er die Gestalt einer Fledermaus an und wird zu Batman. Die Geschichte ist weitestgehend bekannt …
Und obwohl Superman General Zod in Metropolis besiegt hat (“Man of Steel”), richtet Bruce Wayne seine Kritik offen gegen Superman. Der Grund ist naheliegend, denn während des Kampfes in Metropolis, den die beiden Überlebenden von Krypton ausgefochten haben, sind tausende Menschen ums Leben gekommen.
Lex Luthor erforscht indes die Leiche von General Zod und erweckt diesen wieder zum Leben. Darüber hinaus erpresst er Superman, indem er Martha Kent (Supermans irdische Pflege-Mutter) umzubringen droht, falls es Superman nicht gelingen sollte Batman zu töten. Es beginnt die finale Schlacht, in der völlig unerwartet ein neuer Superheld auftaucht.
Die Schlacht der beiden Superhelden aus meiner Kindheit findet nun wahrhaftig in unserem Wohnzimmer statt. Überlebensgroß tun sich Abgründe auf, als Batman in die Tiefe der Wolkenkratzer schaut oder Superman durch die Wolken fliegt. Die Barium Ultra 8K reflektiert jedes, aber auch wirklich jedes Detail originalgetreu. Kleine illuminierte Fenster in der Nacht leuchten, dass es eine wahre Freude ist. Die feine Gewebestruktur von Supermans rot-blauem Anzug wird in jedem Detail dargestellt. Sogar Explosionen können ihr gesamtes Kontrast- und Farbspektrum ausschöpfen. Die Barium Ultra 8K gibt schlichtweg jede Bildinformation originalgetreu wieder.
Am Ende der Vorstellung, während der Abspann läuft, sind wir noch wie in Trance. Das leicht gedimmte Licht im Raum holt uns allmählich wieder in die Realität ohne Superhelden zurück. Anschließend stoppe ich den Abspann und lege die Blu-ray zurück in die Filmschachtel. Meine Assistentin fährt inzwischen die Leinwand wieder ein – und zwar mit einem völlig entspannten Druck auf den entsprechenden Knopf der Fernbedienung. Als wir die Vorhänge vor den Fenstern öffnen, scheint die Sonne in unser Wohnzimmer. Nahezu spurlos hat sich unser Heimkino wieder in ein gemütliches Wohnzimmer verwandelt. Zumindest fast, wären da nicht diese zwei kleinen Popcorn vor der Couch, die offenbar während des Filmeschauens heruntergefallen sind. „Hast Du Lust auf einen zweiten Film?“ fragt mich meine Assistentin. „Ja“, antwortete ich. Und noch bevor ich die Antwort ganz ausgesprochen habe, fährt die Barium Ultra 8K auch schon wieder sanft herunter …

In dieser Ausschnittsvergrößerung einer Panoramaaufnahme von Hamburg, die ich aus der 21. Etage geschossen habe, zeigt der Sony VPL-VW520 auf der Alphaluxx Barium Ultra 8K jedes noch so kleine Detail. Die Schriftzug STADTRUNDFAHRT auf dem roten Doppeldecker wird perfekt abgebildet. Sogar die schwarzen Dichtungsgummis an den orangefarbenen U-Bahn-Türen sind zu sehen.  Foto: Michael B. Rehders

In dieser Ausschnittsvergrößerung einer Panoramaaufnahme von Hamburg, die ich aus der 21. Etage geschossen habe, zeigt der Sony VPL-VW520 auf der Alphaluxx Barium Ultra 8K jedes noch so kleine Detail. Die Schriftzug STADTRUNDFAHRT auf dem roten Doppeldecker wird perfekt abgebildet. Sogar die schwarzen Dichtungsgummis an den orangefarbenen U-Bahn-Türen sind zu sehen.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Die Alphaluxx „Barium Ultra 8K“-Motorleinwand ist wie geschaffen um hochaufgelöstes Bildmaterial originalgetreu abzubilden. Die kaum noch erkennbare Gewebemischstruktur dieses Tuches ist ein echter Vorteil, denn sie offenbart jedes noch so kleine Detail des projizierten Bildes. Im Vergleich mit einem anderen Gewebetuch zeigt sich, dass das Barium Ultra 8K dem Bild eine Spur mehr Plastizität verleiht. Darüber hinaus ist die Leinwand vollkommen geruchsneutral und besitzt eine vorzügliche Planlage. Wer höchste Ansprüche an die Bildperformance stellt, dem bietet das Barium Ultra 8K eine sinnvolle Alternative zu einem ausgesprochen attraktiven Preis.

Test & Text: Michael B. Rehders
Fotos: Michael B. Rehders, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

100 %

95 %

90 %

160819.Alphaluxx-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Alphaluxx
Barium Deep Dark One
Produktkategorie:Motorleinwand
Preise:- 999,00 Euro (3,0 m Breite)
Garantie:- 48 Monate Motor/Mechanik
- 24 Gewährleistung Tuch
Vertrieb:Alphaluxx, Warendorf
Tel.: 02581 / 4581815
www.alphaluxx.de
Ausführungen:- Metallgehäuse: Weiß
- Leinwand: Standard-Weiß, Gain 0,9
Abmessungen (Breite):3,00 Meter (jede andere Größe möglich)
Technik:Motorleinwand mit Wandschalter
Lieferumfang:- Barium Deep Black One
- Montagematerial
- Gebrauchsanleitung
- Wandhalter
- Wandschalter
Besonderes:+ Ruckelfreier und zügiger Aus/Einzug
+ Geruchsneutral bei Erstnutzung
+ Sehr gleichmäßige Lichtverteilung auch auf seitlichen Sitzplätzen
+ sehr gute Verarbeitung
+ Farbneutral
+ schalldurchlässig
+ Rahmenbreite auf Wunsch konfektionierbar
Benotung:
Bildqualität (50%):1,0
Praxis (25%):1+
Ausstattung (25%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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