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Redakteur

Wer sich für einen Multiroom-Lautsprecher entscheidet, plant diesen im Normalfall für einen bestimmten Platz in der Wohnung ein. Aber warum sollte man sich auch hier nicht frei bewegen können? Der WLAN-Lautsprecher Qube2go von WHD ist natürlich primär als Multiroom-Komponente vorgesehen, kann darüber hinaus allerdings auch unterwegs für musikalische Unterhaltung sorgen – dank leistungsstarkem Akku und eigenem WLAN kennen seine Einsatzmöglichkeiten keine (realistischen) Grenzen.

Dank Akku ist der Qube2go auch im Garten oder unterwegs ein zuverlässiger Begleiter.

Dank Akku ist der Qube2go auch im Garten oder unterwegs ein zuverlässiger Begleiter.

 

Wir haben den Qube, also die Variante ohne Akku, bereits als Bluetooth-Version und im Multiroom-Verbund mit AirBridge und Excitern getestet, nun nehmen wir uns also auch die portable Variante vor. Und da fällt uns direkt auf, dass WHD hier nicht ohne Not auf irgendwelche Trends aufspringt, sondern sich treu bleibt – beim äußeren Erscheinungsbild fängt das direkt an.

Elegant aus der Reihe getanzt

Portable Akkulautsprecher sind in der Regel in farbenfrohe und robuste Kunststoffgehäuse gekleidet, die sich auf der Skala von weichen und harten Materialien immer ziemlich im Mittelfeld aufhalten. Der Qube2go verbindet allerdings statt der Kompromisslösung beide Extreme. Beim Gehäuse setzt WHD auf stabiles Aluminium, anstatt wie für portable Aktivlautsprecher eigentlich üblich Kunststoff zu verwenden. Die Front ist zudem aus schwarzem Stoff, wodurch der Qube2go tatsächlich eher „echten“ HiFi-Lautsprechern als dem Großteil der akkubetriebenen Kollegen ähnelt. Kein Wunder, schließlich ist er ja auch in Gestalt des QB 200 als solcher zu haben.

Bedienfeld und Anschlüsse sind übersichtlich gehalten - es gibt logischerweise nicht viel unterzubringen.

Bedienfeld und Anschlüsse sind übersichtlich gehalten – es gibt logischerweise nicht viel unterzubringen.

Farbenfroh geht es allerdings auch. Standardmäßig ist das Gehäuse des Qube2go schwarz oder weiß lackiert oder – wenn es etwas edler sein soll – Gold oder Titangrau eloxiert. Im Online-Shop stehen auch noch verschiedene Beispiele für Sonderfarben zur Verfügung. Wem keine der gezeigten Varianten gefällt, dem steht die Option offen, den Qube2go für einen Aufpreis von rund 48 Euro auch in der persönlichen Wunschfarbe zu bekommen.

Die Verarbeitung von Gehäuse und Stoff-Front ist wie immer makellos.

Die Verarbeitung von Gehäuse und Stoff-Front ist wie immer makellos.

WLAN-Lautsprecher durch und durch

Angesichts des kompakten Äußeren ist es logisch, dass es über das Innenleben gar nicht so viel zu sagen gibt. Der Qube2go arbeitet mit einem 8-cm-Breitbandlautsprecher im Bassreflexprinzip, was sowohl eine agile Wiedergabe als auch ein gewisses Tieftonpotenzial verspricht. Dazu beherbergt das stabile Gehäuse einen WLAN-Audioempfänger (IEEE 802.11n/WPA2), einen Verstärker und natürlich den Akku, der bei voller Lautstärke bis zu neun Stunden durchhält. Die wird allerdings kaum benötigt werden und so wird der aufgeladene Akku im Normalfall eher ca. elf Stunden musizieren können.

Der WLAN-Empfänger ermöglicht das Zuspielen von Musik via AirPlay, DLNA oder UPnP. Der Qube2go ist damit allerdings komplett auf Streaming ausgelegt, alternative Zuspielmöglichkeiten per Kabel gibt es nicht. Dementsprechend eignen sich als Musikquelle nur ebenfalls WLAN-fähige Geräte wie Smartphones oder Tablets, die auch die zum Abspielen notwendige „WHD Multiroom Player“-App installieren können. Allerdings ist der Qube2go auch als Bluetooth-Version verfügbar, falls diese Zuspielmöglichkeit explizit gewünscht ist.

Um den Qube2Go in einem anderen WLAN einzubinden, lässt er sich per Reset-Knopf zurücksetzen.

Um den Qube2Go in einem anderen WLAN einzubinden, lässt er sich per Reset-Knopf zurücksetzen.

Einzelkämpfer und Teamplayer gleichermaßen

Wie eingangs bereits angesprochen ist der Qube2go sehr flexibel in seinen Einsatzmöglichkeiten. Das liegt einerseits natürlich am integrierten Akku, der ein spontanes Umstellen überall in Haus oder Wohnung erlaubt. In Kombination mit dem eigenen WLAN des Qube2go ist der Einsatz allerdings nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt, sondern funktioniert quasi überall, wo WLAN erlaubt ist. Dann verbindet man sein Smartphone nämlich einfach mit dem Lautsprecher-eigenen Netzwerk und kann auf diesem Wege die auf dem Gerät gespeicherte Musik streamen. Das ist auch notwendig, um ihn ins heimische WLAN einzubinden. In dem Fall verbindet man Smartphone und Lautsprecher-WLAN und öffnet anschließend die kostenlose „WHD Multiroom Player“-App. Dort kann man den gekoppelten Lautsprecher nun einrichten, der Assistent hilft dabei gut verständlich. Für ein übersichtliches Multiroom-System lassen sich übrigens alle Lautsprecher mit einer eigenen Bezeichnung versehen. Bei kabelgebundenen Lautsprechern könnte das zum Beispiel der jeweils für den Einsatz vorgesehene Raum sein, ansonsten sind auch eigene Namen (zum Beispiel die jeweilige Gehäusefarbe) möglich.

Für sicheren und rutschfesten Stand sorgen vier kleine Gummifüße.

Für sicheren und rutschfesten Stand sorgen vier kleine Gummifüße.

Der Qube2go lässt sich schließlich auch problemlos von Raum zu Raum tragen oder mal eben zum Frühstück auf den Balkon mitnehmen. Selbst beim Picknick am See oder als Begleiter für den Urlaub ist der aufgrund des massiven Gehäuses immerhin 1,2 kg schwere Aktivlautsprecher gut geeignet. Bei eher sportlichen Aktivitäten im Freien gibt es dann aber tatsächlich praktischere Lösungen – aber da benötigt man auch erst recht kein Multiroom-System und vor allem keine Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden. Damit ist der Qube2go extrem ausdauernd und hält auch locker den Urlaubstag am Strand durch. Wenn man sich allerdings außerhalb eines WLAN mit Internetanbindung aufhält, fallen die daran geknüpften Streaming-Optionen natürlich weg (sofern man kein Datenvolumen der Deluxe-Klasse besitzt). Dann bleibt allerdings immer noch das Zuspielen von auf dem Smartphone gespeicherter Musik.

Falls gerade keine Internetverbindung in Reichweite ist, können Musikdateien vom Smartphone auch über das WLAN des Qube2go zugespielt werden.

Falls gerade keine Internetverbindung in Reichweite ist, können Musikdateien vom Smartphone auch über das WLAN des Qube2go zugespielt werden.

Sauber und präzise

Wir hatten ja bereits mehrfach festgestellt, dass die verschiedenen Ausführungen des Aktivlautsprechers Qube nicht mit der allergrößten Aggressivität zu Werke gehen und sich daher nicht primär zur lautstarken Beschallung einer Party von Metalfans eignen. Das liegt natürlich einerseits an der ziemlich kompakten Größe und an der möglichst vielseitigen Konstruktion. Auch der Qube2go neigt halt eher zu Melodien als zum Headbangen. Dabei kann er dann seine Dynamik richtig ausspielen, ohne allzu kraftprotzend auftreten zu müssen. Im Übrigen sind portable Aktivlautsprecher ja ohnehin nicht dafür ausgelegt, mit ihnen HiFi-Erlebnisse par excellence zu ermöglichen – vielmehr geht es um eine saubere Hintergrundbeschallung um zum Beispiel die Schreibtischarbeit angenehmer zu gestalten oder um am Wochenende nebenbei zu Grillen oder einfach nur in der Sonne zu relaxen. Und da wäre ein allzu aggressives Aufspielen ja auch nicht wirklich angebracht.

Der Qube2go ist auf Wunsch und für einen Aufpreis von ca. 50 Euro in so ziemlicher jeder Farbe zu haben.

Der Qube2go ist auf Wunsch und für einen Aufpreis von ca. 50 Euro in so ziemlicher jeder Farbe zu haben.

Die große Stärke des Qube2go ist in klanglicher Hinsicht sein sehr voluminöses Auftreten trotz der kompakten Abmessungen, das sich durch die Verwendungen im Multiroom-Verbund sogar noch potenziert. Schon als Einzelkämpfer plustert sich der Qube2go hier merklich auf und produziert eine beachtliche Bühne, die es auch erlaubt, auf ganz hohe Pegel zu verzichten. Dort lässt dann nämlich unter schwierigen Bedingungen (zum Beispiel lauten Umgebungsgeräuschen) die Präzision langsam nach, die ansonsten extrem stark daherkommt. Selbst die kleinsten Details kommen deutlich hörbar und sicher gestaffelt aus dem Breitbandlautsprecher geströmt, der in Sachen Agilität und Reaktionszeit ohnehin hervorragend aufgestellt ist. Derart aufbereitet machen das abwechslungsreiche „Time“ von Pink Floyd“, das stark von Synthiesounds beeinflusste „Red Eyes“ von „The War on Drugs“ und das multiinstrumentale „Laughs and Jokes“ von Mark Knopfler sofort richtig viel Spaß und sorgen blitzschnell für gute Laune.

Auch in der Küche ist der Qube2go gut aufgehoben.

Auch in der Küche ist der Qube2go gut aufgehoben.

Fazit

Geringer Platzbedarf, ein leistungsstarker Akku und trotzdem starker Sound zeichnen den Qube2go aus, der sich aufgrund dessen als derzeit vermutlich flexibelste Multiroom-Lösung empfiehlt. Dazu kommen eine stabile Streaming-Verbindung per WLAN, ein wie immer edles Aussehen (sogar in Wunschfarbe) und eine komfortable Steuerung per kostenloser Smartphone-App.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

92 %

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160817.WHD-Testsiegel

Technische Daten

Modell:WHD Qube2go
Produktkategorie:WLAN/Multiroom-Lautsprecher mit Akku
Preis:WLAN-Version
- 414,00 Euro (Schwarz bzw. Weiß lackiert)
- 439,00 Euro (Gold matt bzw. Titangrau matt eloxiert)

Bluetooth-Version
- 332,00 Euro (Schwarz bzw. Weiß lackiert)
Ausführung:- Schwarz
- Weiß
- Gold matt
- Titangrau matt
- Sonderlackierung in jeder RAL- bzw. NCS-Farbe (Aufpreis 40 Euro zzgl. MwSt)
Vertrieb:WHD, Deißlingen
Tel.: 074 20 / 8 89-0
www.whd.de
Abmessungen (HBT):120 x 120 x 120 mm
Gewicht:1,2 kg
Eingänge: - WLAN-Receiver
Chassis:8-cm-Breitbandlautsprecher
Besonderes:- flexible Einsatzmöglichkeiten
- Akkubetrieben
- mit anderen WHD-Multiroom-Modellen kombinierbar
- ausgewogener Klang
- per kostenloser App steuerbar
- unterstützt Airplay, UPnP und DLNA
- hochwertiges Aluminiumgehäuse
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,1
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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