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Quadral präsentiert die neueste Generation seiner legendären Aurum-Reihe. Im Mittelpunkt: die erfreulich wohnraumtauglich gestalteten Flaggschiffe Titan, Vulkan, Montan – seit jeher Garanten für kompromisslosen Klang. Mein Favorit: der kleinste Sproß der Serie, die Galan. Hält die kleine Zwei-Wege-Box den großen Erwartungen stand?

Vergleichsweise Kompakt und dennoch ein Statement: Die brandneue Aurum Galan.

Vergleichsweise Kompakt und dennoch ein Statement: Die brandneue Aurum Galan.

Mit ihrer Markteinführung im Jahre 1981 mischte Quadrals Aurum Titan den HiFi-Markt auf. Rückblickend ist das wenig überraschend, denn mit dem neuen Boliden stemmten sich die Hannoveraner gegen den gerade einsetzenden Trend immer kleiner werdender Lautsprecher und hin zu kompromisslosem Sound. So stellte man mit der Titan zunächst einen Serienvorreiter, dem klangliche Kompromisse ebenso fremd waren wie räumliche Einschränkungen. Ein Modell, das schnell zur Referenz führender Fachmagazine gekürt wurde und eines mit dem die Niedersächsische Audioschmiede schlichtweg ein neues Statement in Sachen HiFi-Klang setzte. Da sich die Titan aber nicht unbedingt als wohnraumtauglich gestaltet zeigte, reagierte Quadral schnell auf die immer häufigeren Anfragen und erweiterte seine Serie in den folgenden Jahren um einige weniger raumgreifende Modelle. High End für jede Raumgröße bzw. jeden Einsatzzweck also, wenn man so will – allerdings ohne die eigenen, hohen klanglichen Ansprüche zu beschneiden. Eine Entscheidung mit ungeahnter Tragweite, denn bis heute gilt die Aurum-Baureihe unter eingefleischten HiFi-Freunden zum Besten, was die Audio-Historie in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat. So ist es auch kein Wunder, dass sich Quadral weiterhin über eine regelrechte Heerschar treuer Fans, in der Neuzeit als „Community“ bezeichnet, freut. Nicht nur hier ist die Begeisterung für die inzwischen legendäre Aurum-Baureihe weiterhin ungebrochen. Kaum lässt man bei Quadral nämlich etwas über eventuelle Neuerungen verlauten, werden Fangemeinde, Mitbewerb und Presse hellhörig. Eben so, wie zur High End 2016 in München, als man die ersten Modelle der inzwischen neunten Aurum-Generation unter dem Slogan „R9VOLUTION“ ankündigte. Darunter: die Regalbox Galan. Ein kompakter Zwei-Wege-Lautsprecher, selbstverständlich der klanglichen Vorgabe seiner großen Brüder verpflichtet. Zugleich ein Modell mit einer unfassbar guten Verarbeitung und in einem unglaublich eleganten Design. Eine Kombination, die mich vom ersten Moment an faszinierte und die ich mir einfach anhören musste.

Die Galan ist in insgesamt fünf Farbvariationen (darunter auch in schwarzem Pianola) und in Individuallackierung verfügbar.

Die Galan ist in insgesamt fünf Farbvariationen (darunter auch in schwarzem Pianola) und in Individuallackierung verfügbar.

Der erste Eindruck machts …

Diese Chance musste ich einfach nutzen. Bei einem Treffen erwähnte Edmond Semmelhaack, seines Zeichens ehemaliger Geschäftsführer und aktuell weiterhin mit Herz und Seele in beratender Tätigkeit für Quadral tätig, dass er die akustisch finale Vorserienversion der kompakten Aurum Galan dabei hätte. Für die, denen die Modelle Titan, Vulkan und Montan ein Begriff sind, denen das genannte Modell aber wenig sagt: die Galan ist der kleinste Sproß der brandneuen Aurum-Serie. Und zugleich das Serienmitglied, dessen erste Ankündigung mich, wie zuvor kurz erwähnt, im Gespräch mit Chefentwickler Sascha Reckert bereits auf der High End in München neugierig machte. Müssig zu erwähnen, dass die die Anfrage Herrn Semmelhaacks nach einer ausführlichen Hörprobe – zwei Tage lang durfte ich die Galan ausführlich testen – umgehend bejahte und den schicken Zwei-Wege-Schallwandler bereits wenige Minuten später in Händen hielt. „In Händen“ ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen, denn mit ihrer Bauhöhe von 33 Zentimetern bei einem Gewicht von 10 Kilo ist die Galan im Größenvergleich an seinen Aurum-Geschwistern erstaunlich kompakt. Gemessen an dem, was der Mitbewerb als „kompakt“ bezeichnet, aber dennoch ein stattliches Statement. Ganz nebenbei zeigt sie sich als echtes optisches Highlight ohne Schnörkel und Ösen, dafür aber mit einer gestalterischen Transparenz, die hier offenbar zum Leitmotiv erhoben wurde. Unauffällig auffälligstes Merkmal ist die gerade, zur Rückseite hin leicht verjüngte Form, die der Galan einen nochmals filigraneren Auftritt verschafft. Ein Eindruck, der von der seitlich geschrägten Schallwand aufgenommen und unterstrichen wird und in Form der oben aufgesetzten Aluplakette einen würdigen Abschluss findet. Eine Behausung frei nach dem Motto des Industrie-Designers Dieter Rams „Gutes Design ist sowenig Design wie möglich“. Und für mich ein Lautsprecher-Korpus, für den Quadral einen Award absolut verdient hätte. Die Galan ist allerdings nicht nur schön, sondern auch erstklassig verarbeitet. Hochwertiges Echtholzgehäuse, nahtlose Übergänge, perfekte Spaltmaße, sauber gefaste Schnitte – selbst die rückseitige Bassreflexöffnung weisst weder Grate noch andere Unebenheiten auf. Kurz gesagt: feiner kann man ein Gehäuse kaum fertigen.

Wie links zu sehen, verjüngt sich das Gehäuse der Galan zur Rückseite.

Wie links zu sehen, verjüngt sich das Gehäuse der Galan zur Rückseite.

Das Beste ist gerade gut genug

Die Aurum ist Quadrals anspruchsvollste Linie und zugleich eine der begehrtesten Lautsprecher-Serien Europas. Nicht ohne Grund, denn die ohnehin hohen Kriterien in Sachen Planung, Entwicklung, Materialeinsatz und Fertigung eines jeden Quadral-Lautsprechers werden in dieser Serie auf ein neues Niveau gehoben. Allein die Tatsache, dass die Galan ein Mitglied der legendären Aurum-Familie ist, lässt somit auch technisch schon so Einiges erwarten. Sascha Reckerts Aussage „Die Aurum 9 ist das Beste, was wir je gebaut haben“ lässt den Anspruch dann nochmals steigen. Die Erwartungen sind also hoch und doch weiß mich mein Testgast in Sachen Ausstattung schnell zu überraschen. So setzen die Niedersachsen auch im kleinsten Sproß ihrer Top-End-Serie auf den Einsatz eines Hochtonbändchens. Und zwar nicht auf irgendein zugekauftes System. Nein, Quadral leistet sich den Luxus einer eigenen Bändchenentwicklung. Wem das an dieser Stelle wenig sagt: Das Bändchen ist die Königsdisziplin in Sachen Hochtontechnik und die hat Quadral mit seinem quSENSE genannten Hochtöner nun nach eigenen Angaben auf die Spitze getrieben. Ein aufwändiges und kostspieliges Unterfangen, welches allerdings sicherstellt, dass die eigenen Vorgaben zu 100 Prozent erfüllt werden und dass jedes Aurum-Familienmitglied auch mit dem für ihn perfekt passenden Hochtöner bestückt werden kann. Im Unterschied zu herkömmlichen Bändchenhochtönern setzen die Niedersachsen auf ein sehr kurzes, dafür allerdings breiteres Bändchen. Durch die große Membanfläche soll das quSENSE noch belastbarer sein und verspricht obendrein niedrigere Verzerrungen.
Dass Quadral sein Hochtonbändchen zudem sehr nahe dem darunter befindlichen Mittel-/Tieftöner platziert, soll ein homogeneres Zusammenspiel des hier eingesetzten Zwei-Wege-Systems zur Folge haben. Bei unterem Schwingsystem handelt es sich – wie sollte es anders sein – natürlich ebenfalls um eine Eigenentwicklung namens ALTIMA. Die sechs großen Buchstaben stehen in diesem Fall für die Materialzusammenstellung der Membranfläche; Aluminium, Titan, Magnesium. Eine einzigartige Legierung, die eine enorme Steifigkeit bei zugleich niedrigem Gewicht vereint und die dem Ideal eines masselosen Schwingsystems noch ein bisschen näher kommt. Eine Kombination, die sich klanglich in Sachen Präzision und Schnelligkeit bei zeitgleicher Reduktion klangschädigender Eigenresonanzen bemerkbar machen soll. Ein Blick auf die Rückseite der massiven Echtholzbehausung offenbart dann zwei weitere Besonderheiten.
Erstens: Statt das nötige Kunststoffrohr des Bassreflexports herausgucken zu lassen, wurde dieses Innenseitig montiert. Zu sehen ist somit lediglich der sauber gefasste und komplett entgratete Ausschnitt der Öffnung.
Zweitens: Das großzügig dimensionierte Bi-Wire-Anschlussfeld ist mit griffigen Schraubklemmen ausgestattet. Statt einfacher Bleche setzt man bei Quadral auf sehr hochwertige Kabelbrücken, die einen besseren Signaltransfer versprechen. Das wichtigste Feature ist hier allerdings der kleine Kippschalter oberhalb besagter Lautsprecher-Anschlüsse. Über diesen lässt sich die Hochtonwiedergabe leicht anheben bzw. absenken und so den Mitspielern, den räumlichen Gegebenheiten und natürlich dem eigenen Hörgeschmack anpassen.

Das technische Highlight der Galan stellt zweifelsfrei der selbstentwickelte und perfekt auf seinen Einsatzzweck zugeschnittene Bandchenhochtöner dar.

Das technische Highlight der Galan stellt zweifelsfrei der selbstentwickelte und perfekt auf seinen Einsatzzweck zugeschnittene Bandchenhochtöner dar.

Ebenfalls sehr edel: Das großzügig dimensionierte Anschlussmodul stellt hochwertige Bi-Wire-Schraumklemmen sowie eine Hochtonanpassung (oben) bereit.

Ebenfalls sehr edel: Das großzügig dimensionierte Anschlussmodul stellt hochwertige Bi-Wire-Schraumklemmen sowie eine Hochtonanpassung (oben) bereit.

Das Maximum aus den neuen Boxen herauskitzeln:

Bevor es nun endlich in den Praxistest, also in den schönsten Teil der Untersuchung, geht, noch ein paar Tipps zur idealen Aufstellung und Ausrichtung Ihrer neuen Lautsprecher. Um den neuen Lieblingen das volle Klangpotential zu entlocken, gilt es nämlich ein paar einfachen Faustregeln zu folgen. Auch wenn in Ihrem Fall vielleicht nicht alle Ratschläge realisierbar sind, empfiehlt es sich möglichst viele der folgenden – und selbst von HiFi-Neulingen einfach umsetzbaren – Tipps umzusetzen.

1. Stabil sollen sie stehen
Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihre Boxen einen jederzeit festen Stand haben – ein Punkt, der für jeden Lautsprecher gilt. Höhenunterschiede auf unebenen Bodenflächen lassen sich durch Gummiplättchen, Lautsprecherständer oder bei Standboxen mittels verschraubbarer Spikes an der Unterseite der Box schnell und einfach ausgleichen.

2. Mehr Freiheit
Der Abstand zu Rück- und Seitenwänden sollte möglichst groß gewählt sein. Dies gilt im Besonderen für Lautsprecher mit rückwärtiger Bassreflexöffnung, da ein Großteil der Bassenergie über diesen Weg abgegeben wird. Je näher Schallwandler der Wand kommen, desto kräftiger der Bass. Eine solche Positionierung kann Vorteile bringen, kann leider aber auch zu Verzerrungen und unkontrolliertem Wummern führen. Da jede Räumlichkeit ihre eigenen akustischen Gegebenheiten mit sich bringt, empfiehlt es sich in Sachen Lautsprecheraufstellung wie folgt vorzugehen: Stellen Sie Ihre Lautsprecher zunächst auf den angedachten Platz und vergrössern den ihren Abstand zur Rückwand in kleinen Zentimeterschritten. Sie haben den idealen Platz gefunden, sobald Bässe am kräftigsten erscheinen, ohne zu verzerren oder andere Klanganteile unterdrücken. Etwa 40 Zentimeter Abstand zur Rückwand erwiesen sich in meinem Test als ideal. Übrigens: Was für Lautsprecher gilt, gilt auch für Ihren Hörplatz. Idealerweise sitzen Sie also auch nicht direkt an der Wand.

3. Der Winkel machts
Steht die Box stabil und ist der erforderliche Abstand zur Rückwand gefunden, geht es an die Ausrichtung Ihrer neuen Boxen. Idealerweise stellen Sie die Aurum Galan zunächst so auf, dass Sie ihr von Ihrem Referenzplatz direkt „ins Gesicht“ schauen. Starten Sie ein Ihnen gut bekanntes Musikstück und drehen Sie die Lautsprecher anschließend in kleinen Schritten zu den Aussenseiten. Die ideale Position ist gefunden, sobald Stimmen und Instrumente förmlich „einrasten“ und der Klang mitten im Raum steht, statt an den Lautsprechern „zu kleben“. In unserem Fall war dieser Punkt schnell erledigt. Obwohl sie direkt auf den Referenzplatz gerichtet bereits einen schönen Raumeindruck brachte, bot die leicht ausgerückte Ausrichtung der Galan für meinen Hörgeschmack dann doch einen Tick mehr Raumtiefe.

Mit einem Wandabstand von knapp 40 Zentimetern und leicht vom Hörplatz weggerichtet erzielte ich in meinem Hörtest (Sitzabstand ca. 2,30 Meter) das beste Klangergebnis.

Mit einem Wandabstand von knapp 40 Zentimetern und leicht vom Hörplatz weggerichtet erzielte ich in meinem Hörtest (Sitzabstand ca. 2,30 Meter) das beste Klangergebnis.

Präzise und voller Tatendrang

Nachdem die kritische Beäugung und die obligatorische Warmspielzeit beendet ist, geht es nun aber endlich in den Hörtest. Die Wahl meines ersten Teststückes ist dabei der vorangegangenen Einspielphase geschuldet, in der die schicke Zwei-Wege-Box bereits so kraftvoll, satt und erstaunlich knackig agiert, dass meine Neugier schnell erweckt ist. Nachvollziehbare Gründe also, auch den Soundcheck mit James Blakes „Unluck“ zu beginnen. Ein Song, den ich nur allzu gern für meine Tests nutze, da er aufgrund seiner enormen Energie schnell unter die Haut geht. Kaum ist die Play-Taste gedrückt, strömt diese Energie dann innerhalb weniger Augenblicke in unseren Hörraum. Eine Impulskraft, die sofort meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Besondere dabei: noch höre ich unter vergleichsweise geringem Pegel und dennoch ist die verströmte Kraft, die diesen Track ausmacht, förmlich zu spüren. Als ich den Pegel anschließend erhöhe, ändert sich – ausser der Lautstärke – nichts. Soll heissen: das Galan-Duo spielt jetzt zwar deutlich lauter, in der Klangfarbe bzw. im Timbre agieren meine Testgäste aber weiterhin unangestrengt und als durchzugsstarker Taktgeber. Was mir dabei aber am meisten imponiert, ist nicht die nun gelieferte Pegelleistung, sondern die Ruhe und Präzision, die die schier unbändige Durchzugskraft hier auszumachen scheinen. Eine Performance, die beweist, dass auch vergleichsweise kompakte High-End-Boxen in der Lage sind jede Menge Druck im Grundton zu erzeugen. Mehr noch, denn selbst als es im Song deutlich turbulenter zugeht, agieren die Quadrals weiterhin straff, durchzugsstark und jederzeit kontrolliert. Dass selbst die immer wieder wechselnden Tempi im Grund- und Bassbereich perfekt reproduziert werden und die beeindruckende Impulskraft dieses Stückes nicht im Ansatz verloren geht, versteht sich dabei fast von selbst. Ein Grund für die hier gebotene, saubere Dynamik liegt sicher auch in der Tatsache, dass die gerade einmal 33 Zentimeter hohen Quadral-Schmuckstücke auf den Abstieg in allertiefste Bassgefilde verzichten. Heisst nicht, dass es wenig Bass gibt. Den gibt es bei Bedarf sogar reichlich, dann aber eher unaufdringlich und wohldosiert. Aus meiner Sicht die richtige Entscheidung des Entwicklerteams, denn man kann von einer Kompaktbox nicht alles erwarten – auch wenn es vielleicht manchmal den Anschein hat. Im Gegensatz zu den allermeisten Mitbewerbsmodellen ähnlicher Größe – die unter allen Umständen auf mehr Tiefgang dressiert wurden, es zugleich aber leider an Akkuratesse und Knack vermissen lassen – agiert die Galan im Oberbassbereich satt, punchig und mit einer Bassintensität, die auch in längeren Hörsessions weder nervt noch ermüdet. Genau das macht einen guten Lautsprecher aus. Der Bass ist präsent und trocken, ist aber auch genauso schnell wieder weg, wie er gekommen ist. Nicht aufdringlich und nicht im Vordergrund, sondern harmonisch integriert. Kurz gesagt: Chefentwickler Sascha Reckert hat meiner Meinung nach die perfekte Balance zwischen Mittel-, Grund- und Tiefton gefunden und einen Lautsprecher konzipiert, der Agilität, Präsenz und Präzision perfekt miteinander vereint.

Mit seinem 155er Tief-/Mitteltöner spielt die Galan zwar nicht so weit hinunter wie ihre größeren Brüder, agiert aber dennoch ausreichend tiefgründig und mit einer klanglich vorbildlichen Ausgeglichenheit.

Mit seinem 155er Tief-/Mitteltöner spielt die Galan zwar nicht so weit hinunter wie ihre größeren Brüder, agiert aber dennoch ausreichend tiefgründig und mit einer klanglich vorbildlichen Ausgeglichenheit.

Lässig und präsent

Ich bin wirklich beeindruckt, denn die erste Testsession hat so richtig Spaß gemacht. Im nächsten Abschnitt möchte ich nun aber wissen, wie sich die schicken Aurums schlagen, wenn über den gesamten Frequenzbereich Homogenität und Agilität gefordert sind. Zu diesem Zweck wandert nun Tim Christensens „Far Beyound Driven“ auf die Playlist. Einem zu Beginn eher ruhigen Song, in dessen Verlauf es immer rhythmischer und auch hemdsärmeliger wird. Unter gleichem Lautstärkepegel gestartet, wird dieses Stück dann innerhalb weniger Augenblicke in unserem Hörraum ausgebreitet. Stimme, Gitarre, Schlagzeug – alles lässig dargestellt, präsent und durchsetzungsstark. Was dabei besonders positiv auffällt, ist die akustische Ausleuchtung der nun aufgespannten Klangbühne. Leicht über die Grenzen der beiden Lautsprecher hinausgehend, öffnet diese sich auch glaubwürdig in ihrer Tiefe. Das alles unter besagter druckvoller Energie, durchweg sauber und von einem trockenen Bass unterlegt. Schnelligkeit, Agilität und Substanz sind in diesem Zusammenhang die Attribute, die aus dem bloßen Musikhören ein beeindruckendes Musik-Erlebnis machen. Ein Erlebnis, das einfach mitreisst. Eine Performance, die zu einem Großteil auf der eingangs beschriebene Hochtonkonstruktion fußt, denn die mit besagter Spielfreude einhergehende, schmeichelnde Seidigkeit unterstreicht die Autorität des Bändchens und liefert so ein Klangbild, das fasziniert, elektrisiert und schlichtweg Spaß macht. Mit Daft Punks „Something About Us“ geht es dann in den finalen Soundcheck. Ein Song, bei dem es wieder etwas agiler zur Sache geht und bei dem der Bass mit seinem ersten Einsatz direkt mit richtig Pfeffer loskickt. So baut sich auch hier umgehend ein konstantes Grundtonfundament auf, auf dem den melodiösen Elektrobeats eine solide Basis geboten wird. Der Rhythmus stimmt sofort und geht direkt ins Blut über. Gute Gründe, den Pegel nochmals zu erhöhen – nun bis deutlich oberhalb der vielzitierten Zimmerlautstärke. Kein Problem für die schönen Zwei-Wegler aus Hannover, die auch diese „Mehrarbeit“ locker wegzustecken scheinen und auch hier ihr feines Gespür für Klangfarben und Timbre beweisen. Das alles, ohne auch nur im Ansatz langweilig, gehetzt oder aufgesetzt zu wirken.

Die Schallwand ist zu den Seiten hin leicht abgeschrägt. Ein einfacher wie effektiver Kniff, der die Galan eine Spur filigraner wirken lässt.

Die Schallwand ist zu den Seiten hin leicht abgeschrägt. Ein einfacher wie effektiver Kniff, der die Galan noch eine Spur filigraner wirken lässt.

Fazit

Mit der Galan präsentiert Quadral einen würdigen Stammhalter seiner inzwischen legendären Aurum-Linie. Einen, der besagte Serie aufgrund seiner erstklassigen Verarbeitung, hochwertigen Materialauswahl und exzellenten Klangqualität perfekt abschließt. Frei dem hauseigenen Motto „Form folgt Funktion, folgt Form, folgt Funktion…“ verbinden die Hannoveraner hier Design und Technik zu einer perfekten Einheit. Das geht nur, wenn alle Komponenten aus einer Hand kommen. Das tun sie, denn Quadral entwickelt nicht nur, sondern fertigt sowohl den aufwändig gestalteten Hochtöner, als auch das passende Tiefmittelton-Chassis in Eigenregie. So ist die Galan nicht weniger, als ein kompakter High-End-Lautsprecher, der in Sachen Gehäuseaufbau und Klang schlichtweg zum absolut Besten seiner Preisklasse gehört. Einem, der kein Detail verschweigt und trotz aller Ausgeglichenheit nicht langweilig sondern agil und packend rüberkommt. Und das ist das größte Kompliment, das man einem Lautsprecher machen kann …

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

92 %

98 %

161019-quadral-testsiegel

Technische Daten

Modell:Aurum
Galan
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:- ab 999,00 Euro / Stück
Garantie:10 Jahre nach Registrierung
Ausführungen:- schwarz Hochglanz
- weiss Hochglanz
- Nussbaum
- Individuallackierung (1150€/Stück)
- Schwarz Pianolack (1100€/Stück)
- Weiß Pianolack (1100€/Stück)
Vertrieb:Quadral, Hannover
Tel.: 0511 / 79040
www.quadral.com
Abmessungen (HBT):330 x 210 x 290 mm
Gewicht:10,0 Kg
Hochtöner:- quSENSE (Bändchen)
Tief-/Mitteltöner:155 mm mit ALTIMA-Membran
Trennfrequenz:2900 Hertz
Lieferumfang:- Aurum Galan
- Gewebeabdeckungen
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- Bändchen-Hochtöner
- erstklassige Verarbeitung
- Echtholzgehäuse
- elegantes Design
- Hochtonanpassung
- erstaunliche Linearität
- hohe Impulstreue
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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