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Redakteur

Nubert geht an die Grenze: Die Schwaben erweitern ihre erfolgreiche Aktivboxen-Serie nuPro um einen weiteren Regallautsprecher – und definieren mit der voluminösen nuPro A-600 nun neu, was regaltauglich ist und als Kompaktbox gilt. Die dreidimensionale Dehnung ist aber nicht die einzige Vergrößerung, die diesen Schallwandler zu einer Big Box macht. Was noch zum Wachstum beigetragen hat, haben wir getestet.

Opulenter Ton zum großen Bild: So werden Live-Konzerte auch zuhause zum Erlebnis.

Aller guten Dinge sind mittlerweile vier: Nachdem Nubert mit der A-100, der A-200 und der A-300 schon drei Aktiv-Monitore für Desktop, Sideboard, Regal oder Ständer präsentiert hat und durch die Bank großes Lob erwerben konnte, haben die Boxenbauer aus Schwäbisch-Gmünd einen Bedarf für eine noch größere Kompaktbox ausgemacht. Man ist schließlich bei den Maßen 60 x 26 x 32 Zentimeter gelandet. Damit übertrifft diese Box im Grundriss deutlich die ganz große Schallwandler-Säule der nuPro-Serie, die A-700, und in der Höhe überragt diese Regalbox den zugegebenermaßen aus Liliput stammenden Standlautsprecher Neat Iota Alpha um satte 15 Zentimeter. Nubert verfolgt damit ein Ziel: Die Kreation eines „kompakten Klanggiganten“. Die nuPro A-600 soll die enorme Leistungsstärke und das beeindruckende Klangvermögen eines Standmodells in die platzsparenden Abmessungen eines Regallautsprechers bringen. Zu zierlich sollte das Regal, auf dem die nuPro A-600 zu stehen kommt, allerdings nicht sein, denn abgesehen von den imposanten Maßen bringt diese Box mit über 16 Kilogramm pro Stück auch ein ordentliches Gewicht auf das Möbel. Dass die Nubert nuPro A-600 hier nicht allzu wuchtig wirkt, liegt an ihrem dezenten Design: Die weichen Rundungen der vertikalen Gehäusekanten und die kleinen Radien der horizontalen Wandungsränder sorgen für eine geschmeidige Optik. Nubert bietet seine nuPro-Boxen in den Farben Weiß und Schwarz an, ausgeführt als matter Schleiflack, damit passt diese Box eigentlich zu allen Einrichtungsstilen jenseits der Försterhaus-Ästhetik. Wer die schwarzen Speaker kaschieren möchte, bedeckt sie mit dem mitgelieferten Lautsprecherschutz. Die Abdeckung ist allerdings auch in der weißen Boxenausführung schwarz, sie sorgt aber für eine ruhigere Frontoptik. Dank der Magnetpunkte haftet die Blende flott und passgenau auf der Vorderseite. Sichtbar bleibt natürlich nach wie vor das Display – damit sind wir schon bei der Technik, die in diesem Lautsprecher steckt.

Die Abdeckungen sorgen für eine homogene Optik der Front.

Zwei in einem: Aktiv-Lautsprecher

Die nuPro A-600 ist weit mehr als eine bloße Box: Als aktiver Lautsprecher beinhaltet sie neben der reinen Schallwandler-Sektion einen kompletten Verstärker. Diese Zwei-in-einem-Lösung hat mehrere Vorteile: In einer aktiven Box arbeitet ein Amp, der perfekt mit den Speakern harmoniert, hier spielt also eine Einheit. Bei der herkömmlichen Lösung muss das noch lange nicht so sein. Ein ausgezeichneter Amp und eine sehr gute Box ergeben zusammen nicht unbedingt eine passende Kombination. Wer seine Zeit nicht mit der Suche nach den optimalen Spielpartnern verbringen will, sondern sofort ein stimmiges System haben möchte, ist mit einer Aktivbox bestens bedient – und macht es wie die Profis: Im Studio-Bereich ist dieses Prinzip gang und gäbe. Zweiter Vorteil: Die integrierte Lösung mit einem Paar Aktivboxen nimmt deutlich weniger Platz in Anspruch als die herkömmliche Klangkette. Diese Spezies ist vom Aussterben bedroht: Immer mehr Menschen verabschieden sich von der klassischen Anlage, die Technik soll möglichst unsichtbar sein – und sie soll überdies immer mehr möglich machen. Der heutige homo medialis möchte seine Musik streamen, seine Multimedia-Geräte vernetzen, seine Auswahl über Handy und Tablet steuern. Da sieht die analoge Anlage alt aus, der Trend geht also immer mehr Richtung digitale Schnittstellen – und hier ist die Nubert nuPro A-600 auf der Höhe der Zeit.

Komfortable Bedienung: Über die fünf Taster am Steuerkreuz können Sie sämtliche Funktionen schnell aufrufen und einstellen – was Sie einstellen, zeigt das gut lesbare Display an.

Schnittstellen zur medialen Moderne

Wer seine nuPro A-600 umdreht, entdeckt schnell die Zukunfts-Zugewandtheit dieser Box. Sie bietet gerade noch einen Analog-Eingang, es ist ein Line-Level-Input für CD-Player oder Zuspieler wie etwa ein Smartphone, das dafür nötige Miniklinke-auf-Cinch-Kabel liefert Nubert gleich mit. Soviel zum Analogen, ab nun wird es digital, drei Inputs lassen hier kaum Wünsche offen. Da ist zum einen der optische TOSLink-Eingang für TV-Geräte, Spielekonsolen, Netzwerk-Player oder Set-Top-Boxen wie etwa Apple TV. Direkt darüber sitzt der elektrische Digitaleingang, diese Cinch-Buchse eignet sich etwa für CD-Player, Satelliten-Receiver oder Funkübertragungssysteme. Gleich daneben befindet sich die USB-Schnittstelle für Computer oder Laptop. Die hier angeschlossen Geräte werden klanglich sofort entmachtet, die Nubert nuPro A-600 übernimmt den Job der Soundkarte, weil die Klangaufbereitung durch die Nubert-Elektronik wesentlich hochwertiger ist als die klanglich meist bescheidene Hardware des PC. Mit dieser Ausstattung bietet die A-600 das gleiche Angebot, das sämtliche nuPro-Boxen auszeichnet.

Das Anschlussterminal: Die nuPro A-600 ist wie alle nuPro-Boxen mit einem analogen und drei digitalen Eingängen ausgestattet. Über die „sub“-Buchse kann ein externer Subwoofer angesteuert werden.

Digitales Herz: Die DSP- und Verstärkersektion

Hier kommt ein weiterer Wesenszug der nuPro-Serie ins Spiel: Auch bei der A-600 werden sämtliche Eingangssignale optimiert, digitalisiert und austariert, bevor überhaupt die Schallwandler-Sektion ins Spiel kommt. Wir sind nun beim Herzstück der Box angelangt, bei der Klangschmiede und dem Kraftwerk. Beide arbeiten digital, deshalb wird der Input aller Zuspielgeräte zuallererst mit einer automatischen Einpegelung auf das perfekte Niveau gebracht. Was am Analog-Eingang eingespeist wird, konvertiert ein A/D-Wandler in Nullen und Einsen. Ab jetzt bekommt jeder Frequenzbereich eine Einzelbehandlung: Wir haben es bei der nuPro A-600 mit einer Drei-Wege-Box zu tun, also werden Höhen, Mitten und Tiefen von Anfang bis Ende als jeweils als eigene „Kanäle“ bearbeitet – sowohl im Digitalen Soundprozessor, wo mögliche Laufzeitunterschiede der Signalteile ausgeglichen werden, als auch in der Amp-Abteilung: Drei diskrete Verstärker liefern je 70 Watt für den Tweeter und den Mitteltöner sowie 200 Watt für den Tieftöner. Der Vorteil dieser aufwändigen getrennten Behandlung: Die einzelnen Signalanteile können besser bearbeitet, kontrolliert und ausbalanciert werden. Erst am Ende, wenn das Signal die aktive Klangregelung, das digitales Sounddesign und das mehrkanalige Verstärkersystem durchlaufen hat, wird es ins Analoge gewandelt und an die Schallwandler abgegeben. Ein Plus der Digitalbehandlung kann man aber auch ohne Musik wahrnehmen: Die Nubert nuPro A-600 arbeitet unglaublich rauschfrei, wer im Leerlauf den Hochtöner belauscht, horcht in die akustische Leere – auch die A-600 besitzt jenen herausragenden Rauschabstand, der schon die anderen nuPros ausgezeichnet hat, die wir im Test hatten – also auch die die A-500 und die A-700.

Für die agile Wiedergabe der nuPro A-600 sorgt eine 25-Millimeter-Kalotte. Zum Schutz des empfindlichen Seidengewebes kommt der Hochtöner hinter Gitter.

Größter Woofer der gesamten Serie

Wer seiner Nubert nuPro A-600 schon so nah gekommen ist, dass er sein Ohr anlegt, kann auch gleich ein Auge auf diese Box werfen. Da fällt direkt die sehr gute Verarbeitungsqualität auf, die Lackierung ist makellos, alle Chassis sind sauber eingesetzt, dies alles trägt zu der wertigen Ausstrahlung dieser Box bei. Wo wir schon bei den Chassis sind: Hier bietet die nuPro A-600 eine Überraschung. Mit dem 25-Millimeter Hochtöner in Seidenkalotten-Ausführung und dem 12-Zentimeter-Mitteltöner mit Polypropylen-Membran treffen wir auf alte Bekannte der nuPro-Reihe, der unterste Speaker hingegen ist neu: Ein fetter 22-Zentimeter-Woofer sorgt für den Bass, damit besitzt die A-600 den dicksten Tieftöner der gesamten Serie. Dazu hat Nubert der Box mit den beiden rückseitigen Bassreflex-Rohren eine Tiefonabstimmung angedeihen lassen. Zusammen mit dem beachtlichen Gehäusevolumen ahnt man schon, dass Bassarmut wohl das Letzte sein wird, was man dieser Box vorwerfen könnte. Trotzdem bietet auch die A-600 die Möglichkeit, einen zusätzlichen Subwoofer anzuschließen. Für Brachial-Cineasten mit Transformers-Faible wird das eine Option sein, dem Normalhörer dürfte das Bassvermögen der A-600 genügen, zumal die Box die Möglichkeit bietet, hier ordentlich nachzulegen – und damit sind wir bei dem Funktionsumfang, den die A-600 hat und den sie über ihr Display ausweist.

Der 22-Zentimeter-Woofer sorgt für das feste Bassfundament der nuPro A-600.

Funktionsvielfalt: Wie hätten Sie es denn gern?

Mit blauen LED-Balken zeigt uns das Display in bester Lesbarkeit an, wozu die Elektronik der Box fähig ist. Beim Funktionsumfang kommt einiges zusammen. Selbstverständlich sind die Einstellung der Lautstärke, die Wahl der Audioquelle und Beeinflussung der Balance. Aber dann wird es schon ungewöhnlich komfortabel: Eine Abteilung ermöglicht die akustische Anpassung an den eigenen Raum oder an die eigenen Soundpräferenzen. Eine Finesse ist dabei die Justierung der Höhen und Mitten. Sie werden nicht einfach punktuell angehoben oder abgesenkt, stattdessen setzt Nubert auf eine Art „Klangwaage“, sie kippt ab einer definierten Hertz-Zahl den Frequenzverlauf im gesamten Höhen/Mitten-Bereich, hierdurch soll der grundsätzliche Charakter des Klangbilds bewahrt werden. Nun zum vorhin angesprochenen Bass: Er lässt sich ebenfalls im Umfang von +12 dB bis -12 dB regeln – und wer partout einen Subwoofer für die Bassarbeit hinzuziehen möchte, kann die obere Grenzfrequenz für den Sub-Ausgang festlegen und ebenso die untere Grenzfrequenz der A-600 bestimmen: Je höher sie liegt, desto mehr Kraft kann der Verstärker der Kompaktbox in die Mitten- und Hochtonwiedergabe investieren, dadurch steigt die mögliche Lautstärke. Wer mit der nuPro sowohl Musik hört als auch den Filmton wiedergibt, wird sich über die Möglichkeit freuen, drei verschiedene Klangprofile abspeichern zu können. Das ist sehr komfortabel, wie auch die stromsparende automatische Ein/Ausschalt-Funktion, die bei ausbleibendem Input die Box samt Display in den Standby-Modus schickt. All diese Funktionen lassen sich über das Tastenkreuz neben dem Display aufrufen und einstellen; und weil die Menüführung schön einfach gehalten ist, geht das sehr flott.

Das Display gibt im Normalbetrieb Auskunft über die aktuell gewählte Lautstärke, es zeigt aber auch die aufgerufenen Quelle an. Beim Konfigurieren der Box gibt die Anzeige Auskunft über alle eingestellten Werte.

Extra-Komfort

Während man die spezielleren Einstellungen ausschließlich an der Box vornimmt, sind die Grundfunktionen auch über die mitgelieferte Fernbedienung steuerbar: An/Aus, Stummschaltung, Quellenwahl und Lautstärke, darüber hinaus noch je eine Regelmöglichkeiten für die Bässe und den Hochton/Mitten-Bereich – das ist der Komfort für die Couch. Hier geht noch mehr, wenn man die A-600 mit einem WLAN-Adapter betreibt und sich damit frei von lästigen Kabel macht. Ein derartiger WLAN-HiFi-Receiver ist ein kleines Kästchen, mit dem Sie die Musik zu den Boxen funken und per Handy oder Tablet kontrollieren – so steuert und streamt man die Musik vom Sofa aus. Die verbreiteten Standards sind hier AirPlay von Apple und UPnP für Android und Linux. Alternativ zum WLAN-Adapter geht die Musikübertragung auch mittels eines Bluetooth-Moduls. Diese verschiedenen optionalen Module können an die A-600 angeschlossen werden, Nubert bietet hier auch ein eigenes System namens nuFunk an: Es umfasst zwei Sendermodelle (ein Modul für analoge HiFi- oder Heimkinokomponenten sowie einen USB-Stick zur Verwendung am Computer) und eine Empfangseinheit. Damit solche Adapter auch ausreichend Strom bekommen, besitzt die A-600 auf der Rückseite einen „USB Power Outlet“. Über diesen Stromanschluss lassen sich aber auch sämtliche Zuspielgeräte versorgen, sofern sie über eine USB-Schnittstelle verfügen.

Der USB-A-Port auf der Rückseite dient der Stromversorgung externer Gerät – etwa eines Handy, das als Zuspieler genutzt wird, oder eines Streaming-Moduls wie z.B. Nuberts nuFunk.

Aufstellung

Normalerweise kommt an dieser Stelle der Hinweis auf die sich eigentlich immer bestätigende Erfahrung, dass Regallautsprecher im Regal am schlechtesten aufgehoben sind und auf Boxenständern ihre beste Performance bieten. Hier sieht die Sache etwas anders aus: Für handelsübliche Ständer ist die A-600 schlicht zu groß. Und wir würden auch gerne das Regal sehen, in das diese Boxen passen. Als idealer Aufstellungsort bietet sich daher ein Sideboard an, am besten ein Lowboard, dann ist auch der Hochtöner der nuPro A-600 auf Ohrenhöhe, diese Positionierung bürgt für die stimmigste Wiedergabe. Damit die Box auf dem Board guten Stand hat, thront sie auf vier Füßen mit elastischer Gummierung. Dies sorgt auch dafür, dass etwaige Vibrationen gedämpft und in Wärme umgesetzt werden. Wer hier noch mehr rausholen möchte, sollte mal mit ausgewiesenen Absorbern experimentieren.
Die Box steht, nun geht es an Verkabeln. Hier zeigt sich wieder die Nubertsche Gründlichkeit: Für alle Anschlüsse liegt ein Kabel bei, und diese Komplettausstattung gilt für jede einzelne Box. Zum Zubehör gehört neben dem Netzkabel ein Stereo-Miniklinke/Cinch-Kabel für die Analogverbindung, ein USB-Kabel für PC oder Laptop, ein TOSLink-Kabel für die optische Digitalverbindung und ein Mono-Cinch-Kabel, das für die elektrische Digitalverbindung genommen wird – oder als Link-Kabel, um zwei Boxen zu „paaren“. Das geht fast von allein, weil die verlinkten Boxen sich nach dem Einschalten selbständig finden und automatisch konfigurieren. Wie die Verkabelung geht, erklärt die vorbildlich verständliche und bebilderte Bedienungsanleitung. Die sollte man tunlichst vor der Inbetriebnahme der Boxen studieren, dann weiß man, dass die Quellen samt und sonders VOR dem Einschalten der Boxen angeschlossen werden sollten. Nur dann kann die Elektronik der Box die automatische Eingangsempfindlichkeit auch optimal bestimmen. So wird zudem auch der PC umstandslos als Spielpartner akzeptiert. So leicht die Verkabelung ist, so unkompliziert gelingt auch die Aufstellung: Wir haben mit der nuPro A-600 auf unserem Board die maximal mögliche Entfernung ausgelotet, das sind rund 1,45 Meter, und wir haben uns darauf eingestellt, dass wir das Hörsofa heranrücken müssen, um eine geeignete Hörgeometrie hinzubekommen – aber von wegen: Überraschenderweise mussten wir die Couch nicht einen Millimeter verrücken, der Abstand von gut 2,20 Metern passt prima. Die Boxen haben wir ein wenig eingewinkelt, nur wenige Grad genügen, dann ist die Abbildung größenrichtig und homogen.

Fester Stand: Die Füße der Nubert nuPro A-600 sind mit einer vibrationsmindernden Gummierung unterfüttert.

So spielt die Nubert nuPro A-600

Wir haben die A-600er erst mal geraume Zeit mit Musik gefüttert, damit sie eingespielt ist, damit der Sound an Wärme und Stimmigkeit gewinnt. Geben Sie dieser Box zwei, drei Tage, damit sie ihr gesamtes Volumen und Klangkönnen entfalten kann – hiervon besitzt die nuPro 600 nämlich reichlich. Nubert verfolgt mit dieser Box den Plan, einen „kompakten Klanggiganten“ zu präsentieren – und dieser Plan ist vollumfänglich aufgegangen. Wir haben als erstes die fantastische Live-CD „Listener Supported“ von der Dave Matthews Band eingelegt. Hier sind phänomenale Musiker am Werke, in den USA gehört die Band zu den großen Acts, hierzulande dagegen ist sie immer noch weithin unbekannt. Kein Wunder, dass die Aufnahme des Albums in Amerika stattfand, das New Yorker Publikum feiert die Band auch frenetisch – und diese elektrisierende Stimmung transportiert die nuPro von Anfang an ins Wohnzimmer. Es macht schlicht und einfach Spaß, dieses Konzert zu erleben. Ganz großes Klang-Kino ist die episch ausgedehnte Nummer „Jimi Thing“, hier staunen wir zuallererst ob der Schlagwerk-Künste von Carter Beauford. Toll, was die A-600 von diesem Wahnsinns-Drumming abbildet: Wir erleben eine Lehrstunde feinster Schlägelkunst auf den Becken, der Hochtöner löst hier wunderbar auf, auch das ausklingende Rundmetall hat eine fast greifbare Qualität. Staunen macht uns aber vor allem der Druck und die Mächtigkeit von Beaufords Bassdrum. Gut, wir haben bei der Woofer-Membranfläche, dem Boxenvolumen und der Bassreflex-Abstimmung mit einer satten Tiefton-Wiedergabe gerechnet, aber was die nuPro A-600 hier leistet, ist einfach unglaublich! Von der Tieftonfähigkeit profitiert auch der Bass von Stefan Lessard, der mit Beauford ein Rhythmus-Dreamteam bildet, aber ebenso durch seine fetten Grooves und filigranen Basslinien glänzt. Mit der A-600 bleibt dieses Fundament mächtig, aber immer konturiert. Eine Bassanhebung, die mit der nuPro-Elektronik ja möglich ist, haben wir spaßeshalber mal probiert, aber schnell wieder rückgängig gemacht. So, wie die A-600 in linearer Einstellung spielt, ist es optimal, das gilt auch für die Mitten/Höhen-Einheit. Letztlich sind wir immer wieder zum gradlinigen Sound zurückgekehrt. So klingt es natürlich, klar, präzise und stimmig.

Durch die digitalen Schnittstellen wird die nuPro A-600 Teil des heimischen Multimedia-Netwerks.

Wir haben auch mal die analogen und die digitalen Eingänge quergecheckt, der Spielpartner Yamaha CD-S2100 lässt alle Verbindungsarten zu. Die Wiedergabe über den Analog-Eingang ist sehr schön, aber die doppelte Analog-Digital-Wandlungsarbeit – der Yamaha war hier ja auch schon einmal tätig – ist nicht sehr sinnvoll, und so liefern die beiden digitalen Eingänge das bessere Klangergebnis. Wir haben die optische und die elektrische Variante als gleichwertig erlebt, so oder so klingt die A-600 erstklassig. Das gilt auch für ihre Bühnenabbildung. Beim Song „#36“ wird Dave Matthews von einem Background-Trio unterstützt, das links hinten auf der Bühne positioniert ist; prima, wie gelungen die räumliche Staffelung der A-600 ist! Das erleben wir ebenso bei der nächsten Aufnahme: Der Violinist Erik Schumann und der Pianist Henri Sigfridsson haben Werke von Sergej Prokofjew eingespielt, beim Walzer aus „Aschenbrödel“ spielt Sigfridsson eine kurze Eröffnung – und schon nach wenigen Tönen haben wir einen hervorragenden Eindruck von der Aufnahmestätte, dem Klaus-von-Bismarck-Saal des Kölner WDR-Funkhauses. Die A-600 liefert nun eine sehr gelungene Abbildung der kammermusikalischen Kommunikation von Sigfridsson und Schumann, insbesondere von den Artikulationskünsten des Geigers: Schumanns Bogenstrich, seine Forcierung des Tons, der Schmelz, den er mitunter in sein Spiel legt, arbeitet die nuPro A-600 ausgezeichnet heraus. Und durch ihr Bassvermögen und ihren Druck ist auch die Prokofjew-typische perkussive Begleitung am Klavier herrlich präsent. Wie steht es nun mit der Stimmenwiedergabe? Auch hier leistet die A-600 Hervorragendes, bei Eva Cassidys Interpretation des Klassikers „Ain’t No Sunshine“, einer zart-reduzierten Version, bei der der Gesang geradezu ätherisch-melancholischen Charme hat, hören wir jeden Hauch der Sängerin, ihren zart verwehenden Worten spürt die A-600 geradezu nach. So erfahren wir eben jene kostbaren Kleinigkeiten, die einem Vortrag erst Leben einhauchen und uns beim Zuhören berühren – und das gelingt der A-600 außerordentlich gut.

Auf einem Lowboard steht die nuPro A-600 goldrichtig, so befindet sich ihr Hochtöner auf Ohrniveau.

Fazit

Nubert hat sein Versprechen eingelöst: Die nuPro A-600 ist in der Tat der angekündigte kompakte Klanggigant. Dieser Schallwandler ist ungemein bassstark und bietet im kleinen Format den neutral-präzise-kraftvollen Klang der nuPro-Standlautsprecher. Dafür hat Nubert freilich die Vorstellung, was ein Kompaktlautsprecher ist, gesprengt. Ansonsten bietet diese Box, was schon sämtlichen Serienschwestern großes Lob einbrachte: Mit DAC, DSP, Verstärker und Lautsprecher ist auch die nuPro A-600 quasi eine moderne Klangkette, die nur noch einen Zuspieler braucht. Dafür bietet sie zahlreiche Zugänge: Mit dem analogen Input und den drei digitalen Schnittstellen ist die A-600 für die mediale Gegenwart und Zukunft sehr gut gerüstet.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

96 %

93 %

95 %

2017.Referenzklasse 1,0 Testsiegel

Technische Daten

Modell:Nubert
nuPro A-600
Gerätekategorie:Regallautsprecher, aktiv
Preis:985,00 Euro / Stück
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schleiflack Schwarz
- Schleiflack Weiß
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (H x B x T):600 x 264 x 320 mm
Gewicht:16,5 kg (Stück)
Prinzip:aktiv, Drei-Wege, Bassreflex
Hochtöner:25 mm Seidengewebekalotte
Mitteltöner:120 mm (Polypropylenmembran)
Tieftöner:220 mm (Polypropylenmembran)
Frequenzgang:30–22 000 Hz (+/- 3 dB)
(Herstellerangabe)
Leistung:2 x 70 Watt + 1 x 200 Watt
(Nennleistung der
integrierten Verstärker; Herstellerangabe)
Eingänge:- optischer Digitaleingang
- koaxialer Digitaleingang
- USB
- analoger Stereoeingang
Ausgänge:- koaxialer Digitalausgang
- Subwooferausgang
Maximale Samplingraten:- USB: 16 bit/48 kHz
- S/PDIF optisch: 24 bit/96 kHz
- S/PDIF elektrisch:24 bit/96 kHz
Lieferumfang (pro Box):- Nubert nuPro A-600
- Frontabdeckung (Schwarz)
- Fernbedienung mit Batterie (1 x CR 2025)
- Netzkabel 2,0 m
- USB-Kabel (Typ A/Typ B), 1,5 m
- S/PDIF-Kabel elektrisch, 3,0 m
- S/PDIF-Kabel optisch, 1,5 m
- Kabel 3,5-mm-Klinke auf Cinch, 1,5 m
- Bedienungsanleitung
empf. Raumgröße:- bis 60 Quadratmeter
Besonderes:- integrierter Verstärker
- klangoptimierbar über DSP-Schaltung
- Display
- Fernbedienung
- eigener DAC
- USB-Ladebuchse
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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