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Redakteur

Die Bluetooth-In-Ears LZR 548 BT von Magnat machen neugierig. Sie sind erschwinglich, bieten jede Menge Ausstattung und versprechen vorzüglichen Tragekomfort und eine exzellente Soundperformance. Bei einem Verkaufspreis von rund 80 Euro klingt das zu schön um wahr zu sein, weshalb wir die 548er auf unsere Testparcours baten.

Die LZR 548 BT werden in einer schicken Umverpackung geliefert, die die wertvolle Fracht effektiv vor Transportschäden schützt.

Während Kopfhörer früher oft klobigen Monster ähnelten, die nicht gerade gut saßen und in vielen Fällen die Umgebung ihres Besitzers mindestens ebenso laut beschallten wie das Ohrinnere, ist die Entwicklung ultrakompakter In-Ear-Kopfhörer in den letzten Jahren rapide vorangeschritten. Die zierlichen Geräte werden immer besser: Sie passen sich ideal an die individuelle Ohrform an, verbreiten einen Top-Sound (und zwar nur für den Träger der Kopfhörer, nicht aber für die Umstehenden) und verhindern oftmals ziemlich gut, dass Störgeräusche von außen ans Ohr gelangen. Außerdem werden sie auch immer stylischer, was heutzutage nicht ganz unwichtig ist – schließlich hört das Auge ja mit. Die Frage ist nur: Gibt es erschwingliche Modelle, die Klang auf HiFi-Niveau liefern können oder ist da noch reichlich Luft nach oben?
Genau dieser Frage möchte ich genauer nachgehen – und zwar anhand eines vielversprechenden Kopfhörer-Modells aus dem Hause Magnat. Die LZR 548 BT kosten gerade einmal rund 80 Euro und machen optisch schon mal einen sehr guten Eindruck. Aber können sie auch im Praxistest überzeugen und in den oben angesprochenen Kriterien punkten? Zuzutrauen wär es Magnat auf jeden Fall – doch Vertrauen ist ja bekannter Weise gut, Kontrolle ist besser.

Alles dabei was man für einen möglichst komfortablen Einsatz braucht: Der Lieferumfang besteht aus den LZR 548 BT mit einem im Nackenband integriertem Bedienteil, Lithium-Ionen-Hochleistungsakku und Präzisions-Stereo-Verstärker, Ohradaptern in verschiedenen Größen, Sports-Adaptern einem USB-Kabel und dem Stoff-Transportbeutel.

Magnat – ein Name mit Prestige!

Vielen dürfte der Name Magnat als zuverlässiger Hersteller hochwertiger Audiokomponenten ein Begriff sein. Mittlerweile dauert die erfolgreiche Firmengeschichte des Unternehmens aus dem rheinischen Pulheim rund 41 Jahre an. Ein Zeitraum, in dem Magnat ebenso auf die Entwicklung und den Vertrieb klassischer Lautsprecher-Systeme, wie auf zahlreiche Volltreffer im Car-HiFi-Bereich zurückblicken kann. Selbst auf dem Kopfhörer-Markt ist man kein Frischling mehr. Hier engagiert man sich seit rund drei Jahren – und das nicht ohne Erfolg! Allein in unserer Redaktion verdienten sich einige Modelle in den letzten Monaten jede Menge Testlorbeeren. Nun gilt es herausfinden, ob sich auch die LZR 548 BT dieser Reihe anschließen und in typischer Magnat-Manier punkten können. Ich bin gespannt!

Die LZR 548 BT bestechen durch ihr zeitlos-elegantes Design und versprechen höchsten Tragekomfort.

Erst die Fakten, dann das (Hör-)Vergnügen: Optik, Funktionalität, Technik

Das grundlegende Einsatzszenario eines Bluetooth-In-Ears ist ja eigentlich relativ simpel: verbinden, Knopf ins Ohr, Musik starten, fertig. Neu zu erfinden ist hier also nichts. Aus diesen Grund sind Dinge wie Nutzerfreundlichkeit, Handhabung und Praxisnutzen umso wichtiger. Beim LZR 548 BT gibt bereits ein Blick ins Handbuch erste Aufschlüsse darüber. Die Basis für einen unkomplizierten Gebrauch stellen die drei im Kabel befindlichen Bedientasten dar, die (je nach Dauer des Tastendrucks) diverse Funktionen übernehmen (Einschalten, Kopplung mit Bluetooth-Quellgerät, Play/Pause, lauter, leiser, telefonieren, skip vorwärts oder rückwärts). All das funktioniert also über das ins Nackenband integrierte Bedienelement, in dessen Rückseite selbstverständlich auch ein Mikrofon verbaut ist. Macht Sinn, denn so eignen sich die LZR 548 BT auch als Freisprechanlage zum Telefonieren. Alles was heutzutage benötigt wird, ist also vorhanden – die Bedienung ist zudem kinderleicht. Aber nicht nur in Sachen Komfort punktet Magnat – auch das Design gefällt mir ausgesprochen gut. Die kleinen, in mattem Grau gehaltenen Ohrstöpsel erzeugen in Kombination mit dem schwarzen Kabel ein elegantes und angenehm zurückgenommenes Erscheinungsbild. Das in die Gehäuse eingelassene, silberfarbene LZR-Logo wirkt extrem wertig und wird zum stilvollen Hingucker. Optisch bekommen die LZR 548 BT von mir schonmal ne glatte eins, die Handhabung verspricht obendrein sehr einfach zu sein. Stellt sich nur noch die Frage, was Magnat meinem Testobjekt technisch so mitgegeben hat? Zu allererst wären da die 9,2 Millimeter Laser-Tech-Driver zu nennen, die eine „optimale Soundperformance“ versprechen. Bei einem Bluetooth-Kopfhörer wichtig: der ultrakompakte, ins Kabel integrierte Stereo-Verstärker samt Lithium-Ionen-Hochleistungsakku, der laut Herstelleraussage binnen einer Stunde komplett geladen ist und anschließend bis zu acht Stunden durchhält! Eine Ausstattung, die höchsten Komfort und eine erstklassige Musikwiedergabe erwarten und mich gespannt in den Praxistest gehen lässt.

Die LZR 548 BT wirken nicht nur anspruchsvoll, sie sind es auch. Wertige Materialien und zeitloses Design verschmilzen hier zu einer homogenen Einheit.

Drinnen, draußen – bei Wind und Wetter: Der LZR 548 BT im Belastungstest

Bevor es losgeht, gilt es noch den Kopfhörer auf die eigene Ohrergonomie anzupassen. Wer keine extrem großen Ohren hat, dürfte hierbei allerdings keinerlei Problem haben, denn Magnat liefert seinem LZR 548 BT entsprechende Ohradapter in drei verschiedenen Größen mit. Die passende Variante ist gefunden, sobald die sogenannten Ear-Tipps fest sitzen, ohne bei ruckartigen Bewegungen aus dem Ohr zu fallen oder aber zu sehr im Gehörgang drücken – nach dem Motto: „passt, wackelt nicht und ist absolut dicht“! Anschließend gilt es die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone herzustellen. Das dauert glücklicherweise nur wenige Sekunden, so starte meinen Hörtest kurze Zeit später im noch ruhigen Wohnzimmer mit einem (fast) ebenso ruhigen Hörbuch. Atze Schröders Roman „Und dann kam Ute“ hab ich mir zwar schon mindestens zehnmal zu Gemüte geführt. Allerdings: so direkt und lebensecht hab ich die Stimme des markanten „Frauenschwarms“ aus Essen bisher noch nicht über In-Ears gehört. Das macht Spaß, die Ear-Tipps sitzen hervorragend, der Sound kommt ausgewogen, detailreich und auch in leiseren Passagen mit gebotener Dynamik. Hier nervt nichts, hier drückt nichts – sehr gut! So mache ich spontan einen ausgiebigen Atze-Nachmittag – der bis in den Abend geht – und genieße die abgedrehte Story von der ersten bis zur letzten Minute. Nach knapp sechseinhalb Stunden bin ich begeistert, muss aber den zweiten Teil meines Tests auf den nächsten Tag verschieben, dieser soll schließlich draußen stattfinden und es ist mittlerweile stockdunkel.

Im Nackenband sind gleich zwei Einheiten untergebracht: das Bedienfeld (oben) und die leistungsfähige Akkueinheit (unten). Dennoch: der 548 bringt lediglich 14 Gramm auf die Waage.

Weiter geht es dann Tags darauf mit Musik – und Joggingschuhen. Da ich den Akku vor „Atze“ komplett geladen hatte, müsste ja noch genug Saft vorhanden sein, um eine dreiviertel Stunde durch den Wald zu rennen. Bei etwas frischerem Wind und meinem Keuchen, das spätestens nach zwei Kilometern einsetzt, ist eine Joggingrunde für Kopfhörer bei mir immer die Stunde der Wahrheit. Hier zeigt sich dann schnell, ob die Stöpsel gut sitzen, wie gut sie vor äusseren Einflüssen schützen und wie gut der Klang unter erschwerten Bedingungen ist. Keine Ahnung, woran es liegt – aber ich kann besonders gut zu Caspers Platte „Hinterland“ rennen. Hier liefern die Magnats dann eine wirklich starke Performance ab: Von „Im Aschregen“, über „Alles endet aber nie die Musik“, bis hin zu „Jambalaya“ begleitet mich die Musik mit einer erstaunliche Dynamik über die Strecke. Die Klangqualität bleibt durchgehend hoch, starke Bässe, glasklare Höhen und eine insgesamt sehr gute Abstimmung zeichnen die LZR 548 BT auch hier aus. Hinzu kommt, dass mir weder mein eigener Puls, noch das Rauschen des Windes oder irgendein Hundegebell auf den Geist gehen. Die passive Geräuschunterdrückung ist genial, die Dinger sitzen einfach bombenfest. Das ist in diesem Fall aber auch den mitgelieferten Sports-Adaptern zu verdanken, über die der Kopfhörer zusätzlich in der Ohrmuschel fixiert wird. Ein gerade bei schnellen Bewegungen sehr nützliches Feature. Unterbrochen habe ich meinen gefühlten Marathon übrigens nur, als ich mitten im Wald einen Anruf erhielt. Und auch an der Sprachqualität während des Telefonats gab es nichts auszusetzen. Stimmen wurden sehr gut verständlich zu Gehör geliefert und auch in Sachen Detailwiedergabe gab es nichts auszusetzen. Nach Abschluss einer anstrengenden aber intensiven Laufrunde gönne ich mir zur Entspannung – und um den Puls wieder in normale Bahnen zu lenken – noch ein bisschen „The Very Best Of Dean Martin“. Dabei wird fix klar, dass die 548er tatsächlich echte Allrounder-Fähigkeiten besitzen und selbst ruhigere Stücke mit gebotener Dynamik und einer glaubhaften Raumkulisse wiederzugeben verstehen. Nur kurze Zeit später, also so ziemlich genau nach den angegebenen acht Stunden Dauerleistung, neigt sich der Akku so ganz allmählich seinem Ende zu. Auch diesbezüglich hat Magnat mit seiner Angabe von rund acht Stunden Dauerbetrieb also nicht übertrieben.

Da Magnat seinem LZR 548 BT gleich drei verschiedengroße Ear-Tipps beilegt, lässt sich der In-Ear perfekt auf fast jede Ohrgröße anpassen.

Fazit

Die Magnat LZR 548 BT meistern den Testparcours mit Bravour. Stilsicheres Design, wertige Verarbeitung, vorzüglicher Tragekomfort und eine einfache Handhabung zeichnen die In-Ears aus Pulheim aus. Das Wichtigste kommt aber noch, denn obendrein beweisen die 548er, dass auch vergleichsweise preisgünstige Kabellos-In-Ears klanglich jede Menge zu bieten haben können. So begeistern sie durch eine exzellente Detail- und Stimmwiedergabe, spielen unbeschwert und natürlich auf und gehen bei Bedarf auch mal handfester zur Sache. Wer also echte Topqualität zu einem erschwinglichen Preis haben möchte, der ist mit den LZR 548 BT garantiert gut aufgehoben.

Test & Text: Stefan Meininghaus
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

98 %

95 %

170328.Magnat-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Magnat
LZR 548 BT
Produktkategorie:In-Ear-Kopfhörer, Bluetooth
Preis:79,99 Euro (UVP)
Vertrieb:Magnat, Pulheim
Tel: 02234/8070
www.magnat-lzr.com/
Ausführung:- grau
Frequenzbereich:15 – 23.000 Hz
Gewicht:14 g
Kompatibel mit:- iOS
- Android
- Windows Phone
Reichweite:- bis 10 Meter
Akkuleistung:- bis 8 Stunden (Herstelleraussage)
Lieferumfang:- LZR 548 BT
- Transporttasche
- Ear-Tipps (3 Größen)
- Sports-Adapter
- USB-Ladekabel
- Bedienungsanleitung
Besonderheiten:- kabellose Signalübertragung
- leistungsstarker Akku
- Schnellladefunktion
- enormer Tragekomfort
- elegantes Design
- dynamischer Grundton
- Freisprecheinrichtung
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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