lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

WERBUNG | Musikstreaming-Dienste erfreuen sich nicht nur bei immer mehr Nutzern großer Beliebtheit, auch etablierte und unbekannte Bands, DJs, Singer-Songwriter und Labels profitieren von den Möglichkeiten der Online-Plattformen. Einer der Marktführer war bislang das Berliner Unternehmen SoundCloud. Auf dessen gleichnamiger Website kann jeder seine Songs einfach, schnell und kostenlos veröffentlichen – vorausgesetzt, der Künstler verstößt nicht gegen Urheberrechte, die bei anderen liegen.

Über zehn Jahre ging dieses Konzept auf: So ist die Website für Nutzer wie auch für jene Musikproduzenten profitabel, die bislang unbekannten Songs zu einer gewissen Reichweite und Bekanntheit verhelfen wollen. Vor allem für Mixtapes, Remixes oder ganze DJ-Sets hat sich SoundCloud als weltweit beliebtester Streaming-Dienst für nutzergenerierten Audio-Content etabliert.

Was bringt die Zukunft?

Doch ziehen am Himmel des Musikstreaming-Dienstes immer dunklere Wolken auf: Die Büros in San Francisco und London wurden geschlossen, ein Mitgründer von SoundCloud, Alexander Ljung, räumte seinen Chefposten für den neuen CEO Kerry Trainor, und immer wieder kursieren Gerüchte von einer Übernahme durch Spotify und Twitter. Erst kürzlich soll sogar der Megakonzern Google Interesse angemeldet haben. Nun wurde auch noch bekannt, dass das Berliner Vorzeige-Start-up bereits seit Längerem mit sinkenden Nutzerzahlen kämpft: Einem Artikel der englischsprachigen Nachrichtenplattform zufolge sind die Web-Zugriffe im Laufe des letzten Jahres um knapp 25 % gesunken, SoundCloud hat demnach mehr als 100 Millionen Nutzer verloren.
Nun hat sich der neue SoundCloud-CEO Kerry Trainor in einem TV-Interview zu Wort gemeldet und seine Pläne für die Zukunft verraten. Laut Trainor sind die Gerüchte um einen Verkauf unbegründet: Zwar gäbe es Interessenten, SoundCloud solle jedoch ein unabhängiger und einzigartiger Service bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob der ehemalige Vimeo-Chef es schafft, die negative Entwicklung zu stoppen und den Streaming-Dienst wieder zum Erfolg zu führen.

Bisherige Rettungsversuche

SoundCloud bemühte sich bislang stets, seine Angebote innovativ zu gestalten – die Konkurrenz schläft nicht: Ob Spotify, Deezer oder Napster, immer mehr Streaming-Dienste buhlen um die Gunst der Kunden. Künstler und Labels nutzen SoundCloud vor allem für die Distribution und das Marketing, Musikfans profitieren davon, sich die veröffentlichten Songs auch ohne Registrierung anhören zu können. Im letzten Jahr hat der Streaming-Dienst sein Angebot um das kostenpflichtige mit lizensierten Tracks erweitert und Verträge mit den Major-Labels Universal Music und Sonic Music abgeschlossen.

Diskussion um Lizenzen

Das Besondere bei SoundCloud ist die Bandbreite – hier findet sich auch allerlei abseits des Mainstreams – ob schräge Töne, ausgefallene Remixe oder erste Singles von aufstrebenden Indie-Bands. Zudem herrscht das Prinzip der Demokratie: Jeder kann mitmachen, gemeinsam mit anderen Neues entdecken und kommentieren. So wurde auch der Berliner Techno-DJ Wankelmut bekannt: Er hatte bei SoundCloud ein Sample des “Reckoning Songs” hochgeladen, welcher der Feder des israelischen Folk-Musikers Asaf Avidan entstammt. Mit seinem Remix “One Day” landete Wankelmut, eigentlich ein Philosophiestudent mit dem bürgerlichen Namen Jacob Aaron Dilßner, unverhofft auf Platz eins der deutschen Charts. Der Sommerhit des Jahres 2012 wurde so auf SoundCloud geboren – und zwar als nicht autorisierter Remix. Um den Labels entgegenzukommen, löscht SoundCloud seither nicht-lizensierte Inhalte, bei mehrfachen Verstößen sogar ganze Accounts. Das ärgert vor allem DJs, deren Sets oft eine Vielzahl an Remixes bekannter Songs enthalten.

Zudem können sie ihre Musik über SoundCloud nicht direkt verkaufen, wie es etwa bei iTunes mittels einer Zahlungsaufforderung beim Download möglich ist. Hier fehlt noch ein klares Geschäftsmodell mit Features, die auch die Künstler selbst und nicht nur die Labels glücklich machen. Das sollte CEO Kerry Trainor schnell in Angriff nehmen: Musiker finden im Netz schließlich viele Alternativen dafür, ihre Musik zu vermarkten: Bandcamp, Hearthis.at und Mixcloud sind nur drei davon.

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt