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Der Chord Hugo 2 tritt die Nachfolge seines überaus erfolgreichen Vorgängers an. Er ist etwas kompakter, bringt es aber auf deutlich mehr Rechenleistung. Obendrein und ist der akkubestückte „Zweier“ mobil einsetzbar und funkt sogar via Bluetooth, was ihn laut Hersteller „zum wohl vielseitigsten Kopfhörerverstärker auf dem Markt“ macht. Zweifel an dieser Aussage habe ich nach meinen Erfahrungen mit dem Chord Mojo nicht, getestet wird er aber dennoch …

Im Januar 2017 bereits vorgestellt, jetzt endlich lieferbar: der Chord Hugo 2.

Mit der ersten Version seines Hugo hat Chord weltweit für Furore gesorgt. Ein kompakter Kopfhörerverstärker/DAC, der den Funktionsumfang jeder HiFi-Anlage erweitert und sie klanglich auf ein neues Niveau hebt. Egal, wo der Hugo einen Testparcours betrat, er hinterließ einen exzellenten Eindruck und sammelte jede Menge Lorbeeren für seine klangliche Performance. Kurz gesagt: sobald wenn digitale Quellen im Spiel sind oder gar in HiRes-Qualität gestreamt werden soll, ist der Hugo das perfekte Soundupgrade für jedes HiFi-System. Im Januar 2017 wurde während der CES in Las Vegas dann erstmals der Nachfolger des legendären Hugo vorgestellt, der jetzt endlich auch im Handel verfügbar ist. Namentlich lediglich um die Ziffer 2 ergänzt, stellt sich mir die Frage, ob der Hugo 2 damit vielleicht auch doppelt so gut ist wie sein Vorgänger?

Chord bietet sein kompaktes Klanggenie wahlweise in mattschwarzer oder silberfarbener Ausführung an.

Massiv und feinfühlig

Bevor es ans Eingemachte geht, gilt es zunächst einmal die optischen Unterschiede zu entdecken. Die erscheinen auf den ersten Blick vielleicht weniger spektakulär, fallen bei genauerer Hinsicht dennoch ins Auge. Auffälligstes Merkmal ist die massive Alu-Behausung. Diese gab es auch schon beim ersten Hugo, hier scheint aber alles noch ein wenig ausgereifter und noch einen Schritt näher an das typische Chord-Design herangeführt. Der auffälligste Unterschied sind die farblich illuminierte Tasten, die ich in ähnlicher Form schon vom nochmals kompakteren Mojo kenne. In den Abmessungen hat sich hingegen wenig getan, der Hugo 2 ist minimal kürzer, dafür einen Millimeter höher. Hatte der Ur-Hugo noch gerundete Kanten, laufen diese beim aktuellen Modell nun etwas spitzer zu. Das kommt dem Gesamtbild zugute, zeigt sich während der mobilen Nutzung aber als etwas unpraktischer. Das Wörtchen „Mobil“ bietet mir in diesem Zusammenhang auch gleich die perfekte Überleitung zu den Einsatzmöglichkeiten. Während der „Zweier“ in erster Linie für den Einsatz an stationären HiFi-Systemen gedacht ist, eignet er sich dank integrierter Akkueinheit aber auch für die mobile Nutzung. Bedeutet: In Verbindung mit einem mobilen HiRes-Player und hochwertigen Kopfhörern wie den Audeze EL-8 lässt sich die eigene Lieblingsmusik auf auf Reisen in höchster Auflösung wiedergeben. Diesbezüglich verspricht Chord übrigens einen ununterbrochenen Musikgenuss von rund sieben Stunden. Das reicht locker für einen Flug von Frankfurt nach New York. Geladen wird der Hugo 2 – auch das ist ein kleiner aber feiner Unterschied gegenüber seinem Vorgänger – über einen separaten Mini-USB-Port. Sehr praktisch, so lässt sich der schicke Highender auch mal schnell über ein markenfremdes Kabel mit Strom befüllen, sollte man die zum Lieferumfang gehörige Leitung mal zuhause vergessen haben.

Der Hugo 2 offeriert gleich zwei Mikro-USB-Ports. Einer empfängt digitale Signale, über den anderen wird der interne Akku des DAC/Kopfhörerverstärkers geladen.

Bluetooth mit dem Hugo 2

Die nächste Besonderheit wäre die implementierte Bluetooth-Einheit. Bedeutet: Die eigene Lieblingsmusik lässt sich beispielsweise kabellos – und dank aptX-Codec in CD-Qualität – vom Smartphone an den kleinen Chord-DAC leiten. Einfacher als hier kann sich der kabellose Verbindungsaufbau eigentlich nicht zeigen. Ist die Quelle „Bluetooth“ am Hugo 2 gewählt, gibt dieser sich automatisch in der Liste verfügbarer Blauzahn-Empfänger zu erkennen. Nun genügt ein Fingertipp auf „HUGO-11883“ und beide Geräte sind ab sofort drahtlos miteinander verbunden. Dieses Procedere muss übrigens nur einmalig durchgeführt werden, Smartphone und Hugo 2 verbinden sich bei der nächsten Inbetriebnahme automatisch miteinander.

Die Bluetooth-Einbindung ist kinderleicht. Ist die Quelle “Bluetooth” am Hugo 2 gewählt, gibt er sich auch schon entsprechend in der Liste verfügbarer BT-Partner zu erkennen.

Da kommt Farbe ins Spiel

Ein klassisches Display bietet die metallene Kombi aus DAC und Headphone-Amp weiterhin nicht an, den Informationstransport übernehmen stattdessen die bereits erwähnten, illuminierten Taster. Das gilt unter anderem auch für den On/Off-Button, dessen Leuchtindikation zugleich über den derzeit aktuellen Batteriestatus berichtet. Glimmt er rot, liegt der derzeitige Füllstand bei unter 20 Prozent, Orange bedeutet 20-50, Grün bis zu 80 und blau 80 bis 100 Prozent. Ähnliches gilt für die Quellwahl, die über den Input-Knopf initiiert und abgelesen wird. Weiß leuchtend, entspricht dem USB-Eingang, Gelb Koax 1, Rot Koax 2, Grün optischer Eingang und Dunkelblau Bluetooth. Die Tasten des Hugo 2 verfügen übrigens über einen sehr guten Druckpunkt, obendrein wird jede Betätigung durch ein fühlbares und auch akustisch wahrnehmbares „Klack“ bestätigt. Ohne „Klack“ kommt hingegen das etwas größere „Glasauge“ aus, welches inmitten einer kleinen Erhebung auf der Oberseite des Hugos thront. Ein „Klack“ benötigt es hier auch nicht, handelt es sich hierbei nicht um einem Taster sondern um den obligatorischen Lautstärkeregler. In Chord-Tradition informiert die Farbgebung dieses Reglers ebenfalls via Illumination über den derzeit anliegenden Pegel. Farbenfroh wird es auch inter dem nebenan befindlichen Fensterchen. Dieses gewährt einen kleinen Einblick auf das Innenleben meines Testgastes. U.a. fällt der Blick hier auch unweigerlich auf einen weiteren LED-Indikator. Dessen Aufgabe ist es, wie sollte es anders sein, mittels diverser Colorierungen zusätzliche Informationen zu übermitteln. Abzulesen ist hier, welche Art von Eingangssignal gerade anliegt. Grün steht hier für 96 kHz, blau für 192 kHz. Zugegeben, merken kann ich mir die Fülle an Farbcodes nicht, muss ich aber auch nicht. Welches Tonformat gerade anliegt, wird mir beispielsweise auch über den Zuspieler angezeigt, während die gerade gewählte Lautstärke ohnehin intuitiv gewählt und die gewünschte Quelle beim Durchklicken gefunden wird. Lediglich die Auskunft über den derzeitigen Akkustand sollte man sich merken – vorausgesetzt, man nutzt den Hugo 2 mobil. Im Zweifelsfall hilft aber auch das im Lieferumfang zu findende, übersichtlich gehaltene und bebilderte Faltblatt, das Informationen über jeden Farbcode bereit hält.

Hier zeigt der Hugo 2 die Abtastrate des gerade eingehenden Digitalsignals an. In diesem Fall leuchtet die LED blau, was einem anliegenden Signal in 192 kHz entspricht.e

Das gibt’s doch gar nicht

Im britischen Maidstone ist die Sache klar; wenn man einen neuen DAC herausbringt, soll er in seiner Klasse doch bitte auch Vorreiter sein. Vorreiter in Sachen Formatunterstützung zu sein und die bestmögliche Performance liefern – das ist der Anspruch den Chord an sich selbst stellt. Das war beim Hugo so und das gilt auch für den Hugo 2. War ersterer beispielsweise bereits in der Lage HiRes-Daten bis zu einer Auflösung von 384 kHz zu verarbeiten, was ihn seinerzeit zum Vorreiter unter den kompakten DAC/Kopfhörerverstärkern machte, nimmt es mein Testgast jetzt gar mit Files bis zu einer Abtastrate von 768 kHz auf. Ehrlich gesagt: Dateien in diesem Format haben wir gar nicht vorliegen. Müssen wir aber auch nicht, denn die Technik dahinter soll sich auch in der Wiedergabe „kleinerer“ HiRes-Files bemerkbar machen. Dazu aber später mehr, zunächst noch ein Wort über die diversen Anschlussmöglichkeiten. Der Hugo 2 ist zwar kompakt, zeigt sich in dieser Disziplin aber ebenfalls als Vorreiter. Dem obligatorischen USB-In, hier in Mini-USB ausgeführt, stehen je ein optischer und ein koaxialer Digitaleingang zu Verfügung. Während Chord hier zum einen auf den typischen Toslink-Port setzt, präsentiert sich der elektrische Digitaleingang im Miniklinkenformat. Eine ungewöhnliche Lösung, die vermutlich auf die Kompaktheit meines Testgastes zurückzuführen ist. Etwas großzügiger dimensioniert zeigen sich dann die entsprechenden analogen Audioausgänge in klassischer Cinch-Ausführung über die die Verbindung zum HiFi-Verstärker hergestellt wird. Um das Anschlussfeld komplett zu machen, sind noch die beiden Kopfhörer-Ausgänge zu nennen, je einmal in 6,3- und 3,5-Millimeter-Ausführung. Auch das ist für einen kleinen, mobil einsetzbaren Kopfhörerverstärker/DAC eher ungewöhnlich aber natürlich begrüßenswert.

Anschlusseitig bleiben beim Hugo 2 kaum Wünsche offen …

Aufwändige Wandlerlösung für mehr Power

Nochmal zurück zur Formatvielfalt und der intelligenten Technik dahinter. Diese basiert im Hugo 2, genau wie in allen anderen Chord-Wandlern, auf einen von Rob Watts weiterentwickelten FPGA-Schaltkreis (Field Programmable Gate Arrays). Ein essenzieller Punkt, im Vergleich zu den allermeisten Mitbewerbern, setzt man bei Chord nämlich nicht auf eingekaufte Wandler-Chips, sondern auf eine für den jeweiligen Einsatzzweck explizit entwickelte DAC-Implementierung. Diese wiederum basiert auf einem hochkomplexen Rechenschaltkreis, der bei der Wandlung digitaler in analoge Daten erforderlich und klassischen Wandler-Chips in Sachen Geschwindigkeit und Effizienz deutlich überle- gen ist. Ohne zu tief ins technische Detail zu gehen: der im Hugo 2 genutzte, kraftvolle FPGA-Kern besteht aus mehreren miteinander verketteten und mittels intelligenter Software individuell zugeschnittener und extrem leistungsstarker Prozessoren, die im Verbund arbeiten. Einfach erklärt, werden eingehende Digitalsignale dabei interpoliert, also in kleinere Einheiten, sogenannte Tabs, unterteilt und dann verarbeitet. War der Ur-Hugo bereits in der Lage komplexe Eingangssignale in 26.368 Tabs zu unterteilen, bringt es der „Zweier“ gar auf 49.152 Tabs, was ihn dazu befähigt selbst extreme Samplingraten bis hin zu 768 kHz zu wandeln. Datenformate, die heutzutage selbst in professionellen Studios höchstselten zu finden sind, die in naher Zukunft aber durchaus von Belang sein könnten. Darauf warten, dass man die Möglichkeiten meines Testgastes nutzen kann muss man glücklicherweise aber nicht, auch Files mit niedrigeren Abtastraten sollen von der extremen Rechenpower des Hugo 2 profitieren. Genau davon möchte ich mich dann auch gleich überzeugen.

Entsprechend dem Hörgeschmack

Bevor es nun aber in den finalen Hörtest geht, noch eine wichtige Info: Der Hugo 2 kommt mit einer kleinen Auswahl digitaler Filter, die die Wiedergabe leicht beeinflussen können – auch das unterscheidet ihn von seinem Vorgänger. In Summe bietet der kompakte High-End DAC diesbezüglich vier voreingestellte Klangcharakteristika oder „Filter“ wie es Chord nennt, abzurufen über die Taste mit der entsprechenden Bezeichnung. Wie beim Batteriestatus lässt sich auch der derzeit gewählte Filter über die Illumination der Taste ablesen. Leuchtet sie weiß, werden sämtliche Voreinstellungen umgangen. Grün beschreibt Chord als weitgehend neutrale Wiedergabe mit Absenkung im Hochton, während Orange eine warme und Rot eine noch wärmere Abstimmung mit leichter Hochton-Reduzierung bedeuten.

Über die Taste “Filter” (ganz links) lässt sich eines der vier abgelegte Klangpresets aktivieren.

Musik liegt in der Luft

Für meinen Praxistest steht der Hugo 2 selbstverständlich auf weiß, es greift also kein Filter ein. Der Akku ist geladen, jetzt stehen mir sämtliche Zuspielmöglichkeiten offen. Ich starte zunächst via Bluetooth – übertragen vom iPhone 6s. In diesem Zusammenhang kann ich übrigens den Onkyo HF Player wärmstens empfehlen, mit dessen Unterstützung das Apple-Handy zum HiRes-Player wird. Der vollumfängliche Signaltransfer echter HiRes-Files ist via Bluetooth zwar nicht möglich, dank genutztem aptX-Codec wird „Use Me“ von Grace Jones aber immerhin in CD-Qualität übertragen.
Ein Song mit vielen Facetten, die mir in mehr als ausreichender Form auch umgehend kredenzt werden. Organisch ist die vielleicht passendste Beschreibung für das was ich nun erlebe. Der Chord agiert von der ersten Sekunde an ohne jegliche Tendenz von Härte. Das gesamte Klangbild ist harmonisch, passt zueinander und „fliesst“ sozusagen in die richtige Richtung. Die gesamte Klangkulisse wird sehr schön abgebildet, mit klar gezeichneten Höhen und einer konturierten Basswiedergabe – und das bei noch niedrigeren Lautstärken. Hört man hier rein, fällt gerade Letzteres kaum auf. Alles erscheint richtig und körperhaft. Eben genau das, was Ihnen meiner Beschreibung nach als „normal“ erscheint, ist das Besondere. Körper, Volumen, Fülle, Impuls – das alles unter niedrigem Pegel. Das schaffen nur ganz wenige Kopfhörerverstärker in dieser beeindruckenden Form. Überraschend wird es dann nach einer nicht unwesentlichen Lautstärkeerhöhung. Bis auf die Tatsache, dass es lauter wird, verändert sich das Klangbild nämlich kaum. Der Hugo 2 bleibt weiterhin absolut unangestrengt, gelassen, souverän, luftig, locker und rund. Er leistet sich keine unnötigen Betonungen einzelner Frequenzanteile, sondern stellt sich als einfaches Werkzeug für eine möglichst neutrale Musikreproduktion zu Verfügung. Um es kurz zu machen: der Hugo 2 liefert mir gerade die klanglich beste Bluetooth-Performance, die ich bislang erleben durfte. Selbst wenn man dieses Gerät „nur“ als als Quellerweiterung und Zugang für digitale Quellen nutzt, wird man einen Riesensprung in der Klangqualität erleben. Eine tolle Lösung, die den Hugo 2 allerdings doch ziemlich unterfordern würde, schließlich ist er darauf ausgelegt, ganz andere Arbeiten zu übernehmen und deutlich komplexere Zuspielsignale locker in höchste Audiogüte zu wandeln, wie ich gleich feststellen werde.

Nicht zu vergessen: Im Grunde ist der Hugo 2 ein stationäres Gerät. Um ihn auch bequem vom Sofa aus zu befehligen, legt Chord ihm eine übersichtlich gehaltene Fernbedienung bei.

In seinem Element

Nachdem mein Testgast aus Maidstone in der Bluetooth-Wiedergabe ausschließlich Bestnoten einheimst, bekommt er es nun also mit etwas komplexerem Zuspielmaterial zu tun. „Hotel California“ von The Eagles – erneut via besagter HiRes-App über mein iPhone 6s zugespielt. Abgetastet in 192 kHz und „unverwandelt“ direkt an den den Hugo 2 weitergeleitet. Erwartungsgemäß keine Hürde für den kompakten Briten, der sich gleich fleissig ans Werk macht. Er scheint von der gelieferten Datenrate unbeeindruckt, ich bin es vom gelieferten Ergebnis aber schon. Genau genommen ist es sein Auflösungsvermögen, das mir sofort imponiert. Absolut befreit vom Fremdeinflüssen, Schönmalerei oder Markenklang, zieht der Chord nun eine breite und tiefe Klangkulisse auf, die sich obendrein unglaublich präzise aufgestellt zeigt. Eine Raumabbildung, die man sonst meist nur von Lautsprechern, nicht aber beim Abhören über Kopfhörer gewohnt ist. Links Bass und Drums, Don Henley rechts der Mitte, die begleitende Gitarre noch ein Stück weiter nach rechts gerückt, dahinter Scott Crago am Schlagzeug. So dargeboten bekommt das Wort „Staffelung“ eine völlig neue Bedeutung. Die beschriebene Positionierung der Bandmitglieder ist hier nämlich nicht einfach in akustische Reihen gestaffelt, sie ist in ihrer Tiefe offenbar perfekt angeordnet. Genial, hier ist ganz eindeutig Leben drin. Der Hugo 2 packt mich und macht sofort Spaß an der Musik. Nix ist mit dahinplätschernden Sounds, der Chord hält die Musik an der kurzen Leine. Hält sie auf Trab und lässt mich nicht mehr los. Er lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, sich mal wieder auf die Musik einzulassen. Tut man das, wird selbst an seinen wohlbekannten Musikstücken neue Details entdecken.
Im nächsten Testabschnitt betritt Grace Jones erneut die (Hör-)bühne – diesmal mit „Nightclubbing“, dem vielleicht bekanntesten Titel des gleichnamigen Albums und in einer Abtastrate von 96 kHz vorliegend. Gewählt habe ich diesen Titel, um weitere Informationen über Auflösung und Impulsverhalten des Hugo 2 zu sammeln. Die bekomme ich auch prompt geliefert, das englische Audio-Upgrade ist offenbar auch jetzt voll in in seinem Element. Dabei stellt es die unverwechselbaren Vocals des ehemaligen Modells nebst Nachhall und diverser Studioeffekte perfekt in Szene, die dosiert eingesetzten Begleitinstrumente scheinen akustisch einzeln beleuchtet. Auffällig: der Chord meistert seine Arbeit auch hier absolut befreit, offen, unangestrengt und ohne einen Hauch von Effekthascherei. Im Gegenteil, der DAC spielt blitzsauber, zugleich aber absolut melodisch und lädt mich förmlich dazu ein in der Musik zu versinken. Diesen Effekt kenne ich doch schon. Und auch die Begleitumstände sind mir bekannt, auch jetzt verblüfft mich der Hugo durch seine Spielfreude, seine Agilität und sein Temperament. Letzteres gilt in besonderem Maße für seine Basswiedergabe. Da wo die allermeisten Kopfhörerverstärker den letzten Teil ihres Namens offensichtlich falsch interpretieren und den Bass künstlich verSTÄRKEN, hält sich mein Testgast in der Manier eines britischen Gentleman vornehm zurück. Nicht falsch verstehen, es ist nicht so als könnte er nicht tief in den Basskeller hinabsteigen. Das kann er natürlich … aber manchmal ist weniger einfach mehr. Genau das ist hier der Fall, die Basswiedergabe erscheint nun als ausgewogen und perfekt abgestimmt. Statt den Song künstlich in dicke Basskissen zu legen, liegt dem Chord mehr an Kontrolle und Punch, was sich in seiner straffen und drahtigen Bassperformance zeigt. Beschriebenes gilt in erster Linie für Grundtonbereich, in dem er impulsstark, involvierend und flink agiert. Das ist tatsächlich imponierend, Oberbässe sind nämlich genauso schnell wieder weg wie sie erscheinen. Der Bass fügt sich somit perfekt in das Klangbild ein, ohne sich auch nur für einen Moment in den Vordergrund zu spielen. Noch etwas Wichtiges: Der Hugo 2 spielt einfach. Will sagen: er ist leistungsstark genug, um auch hochohmigere Kopfhörer als den gerade genutzten Ultrasone Edition 5 Unlimited ohne großes Aufheben zur Höchstform anzutreiben.

Die Lautstärke wird über das rote “Leuchtauge” justiert. Rot zeigt beispielsweise einen niedrigeren Pegel an.

Fazit

Der Hugo 2 ist mehr als ein bloßer Nachfolger seines fast schon legendären Vorgängers. Was sich auf den ersten Blick vielleicht nicht so darstellt, zeigt sich in den Details. Der Zweier ist irgendwie kompletter. Obendrein bietet der Hugo 2 eine Wahnsinnsverarbeitung, einen höheren Komfort und mehr Rechenleistung. Letzteres sorgt dafür, dass er es mit nahezu jeder Audiodatei aufnimmt. Selbst Abtastraten von 768 kHz bzw. DSD512-Dateien stellen ihn nicht vor Herausforderungen. Die gestiegene Rechenpower macht sich aber auch in der Wiedergabe klassischer Audiodateien positiv bemerkbar. Altbekannte und oft gehörte Titel klingen plötzlich frischer, reiner und lebendiger. Um es kurz zu machen: der Hugo 2 ist der vermutlich beste DAC/Kopfhörerverstärker, den wir bislang in der Redaktion zu Gast hatten.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

90 %

89 %

171013.Chord-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Chord
Hugo 2
Produktkategorie:DAC/Kopfhörerverstärker
Preis:2290,00 Euro
Garantie:5 Jahre bei Registrierung des Produkts beim deutschen Vertrieb (gilt nicht für den Akku)
Ausführungen:- silber
- mattschwarz
Vertrieb:G8 & friends GmbH, Düsseldorf
0211/97176091
www.chordelectronics.de
Abmessungen (HBT):21 x 100 x 130 mm
Gewicht:ca. 450 Gramm
Eingänge:1 x Micro-USB: PCM bis 768 kHz/32 Bit, DSD512
1 x Koax-Digital (bis 384 kHz/24 Bit)
1 x optisch Digital (bis 192 kHz/24 Bit)
1x Micro-USB (nur Laden)
Ausgänge:1 x 3,5mm Kopfhöreranschluss
1 x 6,35mm Kopfhöreranschluss
1 x Cinch
Lieferumfang:- Chord Hugo 2
- Fernbedienung
- USB-Kabel (Mikro-B auf USB A)
- optisches Digitalkabel
- Mikro-USB auf Mikro-USB
- Anleitung
Besonderes:- Alu-Gehäuse
- exzellente Verarbeitung
- Bluetoorh-Funktion
kinderleichte Installation
- bis 768 kHz/ 32 Bit und DSD512
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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