von

Redakteur
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

Wer A hat, wird jetzt auch B wollen: Besitzer des Chord Mojo können ihren kleinen Kopfhörer-DAC/Verstärker nun in einen kompletten mobilen HiRes-Player und -Streamer verwandeln. Möglich macht’s der andockbare Chord Poly. Dieses Wireless-Streaming-Modul erlaubt neben der Funkverbindung via WLAN, AirPlay oder Bluetooth auch die HiRes-Wiedergabe von einer microSD-Karte. Extra-Leckerbissen: Für ein komfortables Musikmanagement unterstützt der Chord Poly die beliebte Bediensoftware Roon. All das in diesem kleinen Quader? Wir haben getestet, ob das magische Modul hält, was Chord verspricht.

Der aufgesteckte Chord Poly verwandelt den Mojo in einen mobilen HiRes-Player und Musik-Streamer.

Das Kabel muss weg – mit dieser Erkenntnis begann die Entwicklung des Chord Poly. Der Plan: Dieses Zusatz-Modul sollte dafür sorgen, dass der mobile Kopfhörer-DAC/Verstärker Chord Mojo nicht mehr über eine lästige Datenstrippe mit dem Handy verbunden werden muss, sondern kabelfrei und komfortabel seine Vorteile ausspielen kann – und die sind immens: Der Mojo sorgt dafür, dass HiRes-Musik in High End-Qualität erklingt, dafür verarbeitet er zugespielte PCM-Files bis 768 kHz/32 Bit und DSD-Files im DoP-Format bis DSD256, er bringt diese gewandelten HiRes-Files mit dem bordeigenen Verstärker auf erstklassiges Kopfhörer-Niveau und bietet mit gleich zwei Ausgangsbuchsen die Möglichkeit für vierohrigen Hörspaß. Den Chord-Entwicklern war aber klar, dass damit die Möglichkeiten des Mojo noch lange nicht ausgereizt sind. Die Abschaffung des Handy-Mojo-Kabels eröffnete nun die Möglichkeit, aus dem Vielkönner einen Alleskönner zu machen – durch eine clevere Modul-Lösung.

So geht mobiler HiRes-Musikgenuss: Per Smartphone wird die Mojo/Poly-Kombi befehligt.

Mächtiges Modul

Mit dem aufsteckbaren Chord Poly wird der klangstarke Mojo zum kabelfreien Musikempfänger, zum Streamer und Netzwerk-Player, letztlich zum Beschallungs-Vademecum für zuhause und unterwegs. Diese Potenz sieht man dem Chord Poly kaum an: Das Wireless-Streaming-Modul ist ein kleiner, schwarzer Quader mit einem Gewicht von gerade mal 90 Gramm. Optisch passt der Poly natürlich perfekt zum Mojo, das heißt: Das Gehäuse besteht ebenfalls aus robustem, eloxiertem Aluminium, die mattschwarze Oberfläche und die gerundeten Kanten und Ecken setzen die hochwertige Optik des Mojo und seine Handschmeichler-Haptik fort. Wer Poly und Mojo zusammensteckt, erhält also eine Kombination, die eine echte Einheit bildet. Die Konnektion der beiden Komponenten geschieht über vier Kontakte: Der Poly findet mit zwei Stiften und zwei Steckern in den eingangsseitigen Buchsen des Mojo Halt. Die Passung ist perfekt, die mechanische Verbindung ist erstaunlich resistent gegen ein Wieder-Auseinanderziehen. Über die Micro-USB-Buchsen haben Mojo und Poly auch elektrischen Kontakt für den Transport von Strom und Signal – logisch, denn die Eingänge der Kombi bietet nun allein der Poly. Abgesehen von dem Micro-USB-Anschluss für die Akku-Aufladung sieht es jetzt Input-seitig komplett anders aus: Statt der Mojo-Trias (Mikro-USB, optischer und elektrischer Digitaleingang) gibt es nun einen Slot für eine microSD-Speicherkarte sowie ein glänzendes Gehäuse-Areal. Dies ist das Funk-Fenster des Poly und das eigentliche Zentrum seiner medialen Macht, denn hier empfängt das Wireless-Streaming-Modul die zugesendeten Musikdaten.

Die Eingänge des Poly: Über das glänzende WiFi-Fenster geht WLAN, Apple AirPlay und Bluetooth, über den microSD-Slot wird der Poly zum Musikspeicher. Die Micro-USB-Buchse dient allein dem Aufladen des Akkus. Zwei Status-LED geben durch ihre Farbe Auskunft über den Zustand des Poly.

Funk-Vollbedienung

Die Transfer-Vielfalt, die der Poly ermöglicht, lässt kaum Wünsche offen: Das Streaming geht verlustfrei per WiFi, hier arbeitet der Poly aber ausschließlich im 2,4 Gigahertz-Band. Nicht-Apple-Benutzer bekommen das gängige DLNA (Digital Living Network Alliance) als Verbindungsstandard, auf ihn hat sich fast die gesamte Unterhaltungselektronik-Branche verständigt, damit die Geräte verschiedenster Marken miteinander kommunizieren und funktionieren können. iPhone-, iPad- und iPod Touch-Besitzer werden sich über Apple AirPlay als Streaming-Alternative freuen, dieser Standard ist aber längst nicht mehr auf das Betriebssystem iOS beschränkt, sondern wird auch von Android-Geräten unterstützt. Als dritten Übertragungsstandard bietet der Chord Poly Bluetooth. Hier kommt die Version 4.1 zum Zuge, die Störungen durch Signale aus dem benachbarten LTE-Frequenzband erkennt und dann automatisch einen neuen Funkkanal sucht. Via Bluetooth ist die Übertragung zwar verlustbehaftet, dafür ist man aber unabhängig von einem WiFi-Netz, das kann unterwegs sehr nützlich sein – und natürlich auch in jeder Location, die keine WiFi-Anbindung anbietet. Achtung: Hat man Bluetooth in seinem Handy aktiviert, wird der Chord Poly diese Verbindung immer automatisch bevorzugen.

Die Kontaktflächen von Mojo und Poly: Der Kopfhörer-DAC/Verstärker und das Wireless-Streaming-Modul stehen über zwei Mico-USB-Schnittstellen in Verbindung.

Streaming mit dem Chord Poly

Durch die Streamingfähigkeit ist die Mojo/Poly-Kombi nun äußerst flexibel. Da sich der Poly mit allen DLNA-, Apple AirPlay- und Bluetooth-fähigen Geräten versteht und austauschen kann, lässt er sich problemlos in das heimische Netzwerk oder in das WiFi im Büro integrieren – und unterwegs wird er über ein Mobilgerät im Hotspot-Modus oder im Bluetooth-Betrieb eingesetzt. Wenn der Poly einmal an ein Funk-Netz angemeldet worden ist, verbindet er sich fortan automatisch, sobald er mit diesem Netz wieder in Kontakt kommt. Dadurch kann die Mojo/Poly-Kombi zum kontinuierlichen musikalischen Begleiter durch den Tag werden. Der Chord Poly sorgt auch dafür, dass der Mojo verschiedene Funktionen erfüllen kann. Im heimischen Netzwerk kann er als Renderer einsetzen werden, also als reines Abspielgerät, das Musik von einem Zuspieler empfängt. Das kann zum Beispiel eine NAS sein, das ist ein Festplatte, auf der man seine Musik speichert. Sie wird über das Netzwerk an den Abspieler gesendet – also an die Mojo/Poly-Kombi. Die wiederum kann man über eine der beiden Mini-Klinkenausgänge auch an den heimischen HiFi-Verstärker anschließen, so wird eine konventionelle analoge Anlage fit für die digitale Moderne. Die Bedienung vollführt man dann bequem vom Sofa aus über Smartphone oder Tablet. Mit iTunes oder mit einer DLNA-App der eigenen Wahl, etwa Bubble UPnP, Plex oder 8 Player, stellt man die Musikauswahl zusammen, startet und stoppt die Tracks und setzt die genehme Lautstärke fest. Ganz großer Leckerbissen: Der Chord Poly ist als Roon-Endpoint zertifiziert, er läuft also mit der beliebten Bediensoftware Roon, die ein ultraleichtes, übersichtliches Musikmanagement ermöglicht. Dieser Komfort ist kostenpflichtig, dem Chord Poly liegt aber der Zugangscode für ein zweimonatiges „Free Trial“ bei.

Mobiler HiRes-Player: Die Kombination aus Mojo und Poly passt noch in die Hosentasche.

Eigener Musikspeicher

Die Musik kann aber auch direkt von der Mojo/Poly-Kombi kommen, auch hier sorgt der Chord Poly für ein Feature-Plus: Das Modul verfügt über einen Slot für eine microSD-Karte. Mit dieser Speicherkarte agiert die Mojo/Poly-Kombi nun auch als DLNA-Server. Das macht im heimischen Ambiente eine NAS überflüssig – und unterwegs entlastet die Musikversorgung per microSD-Karte den Speicher des Smartphones: Files in HiRes-Qualität stellen einen immensen Datenballast dar, pro Track können da locker 80 bis 100 Megabyte zusammenkommen – und der mobile HiRes-Musikspaß ist ja das eigentliche Ziel der Mojo/Poly-Kombi. Deshalb glänzt der Poly hier mit der Datenverarbeitungsqualität, die schon den Mojo auszeichnet: Über microSD-Karte gehen PCM-Files bis 768 kHz/32 Bit und DSD-Files im DoP-Format bis DSD256 – dieses sogenannte „Octa-DSD“ entspricht achtfacher SACD-Qualität. Files von derartigen Güten muss man in den Musikportalen des Internets erst mal finden. Die Mojo/Poly-Kombi ist also überaus zukunftsfest. Natürlich könne auch die anderen Formate abgespielt werden, also alles von MP3 über AIFF, FLAC, ALAC, OGG, AAC oder WMA bis hin zu MQA, was derzeit aber nur über die Bediensoftware Roon abspielbar ist, zu ihr kommen wir später.

Mobiler Musikspeicher: Mit microSD-Karte hat man genügend Speicherplatz für die großen HiRes-Files.

Und wo ist das Display?

Als Chord den Poly entwickelte, war die Versuchung groß, das Modul mit einem Display auszustatten. Von dieser „lousy idea“ (O-Ton Chefdesigner John Franks) sind die Entwickler aber schnell abgerückt: Das Sichtfenster wäre inakzeptabel klein oder der Poly inakzeptabel groß, der Komfort einer Kleinanzeige wäre gering und ihr Darstellung irgendwann veraltet. Darum nutzt die Mojo/Poly-Kombi das Smartphone des Besitzers als Display. Diese Lösung bietet alle Vorzüge: Das Display ist groß und komfortabel, und die Software der gewählten Player-App ist stets aktuell – wie auch das Betriebssystem des Smartphones. Das hat Chord clever gelöst, denn das Handy hat heutzutage wirklich jeder stets dabei.

Mit der App wird die Einrichtung und Handhabung des Chord Poly zum Kinderspiel. Bei der Londoner Produktpremiere des Poly wurde die App erstmals vorgestellt.

App und Update für Tidal und Co.

Die Auslagerung der Anzeige auf das Smartphone hat natürlich Folgen: Warum jetzt noch Geräte-Einstellungen, etwa die Kopplung des Chord Poly mit dem WLAN, umständlich mit der Hardware erledigen? Sowas macht man heutzutage über eine entsprechende App – und genau die wird Chord in den nächsten Wochen liefern. Bei der letztwöchigen Weltpremiere des Poly konnte man die Anwendung schon mal bestaunen, die Handhabung wird durch die App zum Kinderspiel, und so lässt sich auch das Update der Firmware kontrollieren. Die eigene Betriebs-Software bringt der Poly ansonsten stets selbständig auf den neuesten Stand, sobald er eine WiFi-Anbindung hat. Dieses Updating dient der konstanten Weiterentwicklung des Poly. Auch bei der Firmware steht der nächste Versionswechsel offenbar unmittelbar bevor: Die neueste Bedienungsanleitung, die auf der Homepage des Herstellers zu finden ist, setzt die kommende Unterstützung von Tidal und Spotify bereits als gegeben voraus. Damit sind schon zwei der angesagten, allerdings auch kostenpflichtigen Musikdienste an Bord. Deezer und Napster sind bereits angekündigt – das steigert abermals die Attraktivität der Mojo/Poly-Kombi.

Die Initialisierung des Poly läuft über die Homepage, hier trägt man zur Einbindung die Daten des heimischen WLAN ein. Wer als Bedienoberfläche Roon wählt, aktiviert den Poly in den Audio-Settings der Software. Wer eine andere Player-App wählt – hier etwa Bubble UPnP – geht ähnlich vor, indem er den Poly als Renderer (Abspielgerät) und/oder als Library (Musikspeicher) auswählt.

Kombi-Case für den Zusammenhalt

Damit der Chord Poly und der Mojo zur Kombi werden, stecken wir das Wireless-Streaming-Modul und den Kopfhörer-DAC/Verstärker zusammen. So perfekt diese Passung der beiden Komponenten auch ist: Mit der Haftkraft ist doch irgendwann Schluss, etwa wenn man die Kombi in der Hosentasche hat und rausziehen möchte. Mit der mechanischen Trennung ist dann auch die Wiedergabe unterbrochen. Um das zu verhindern, liefert Chord zum Poly aktuell ein Etui. Diese Hartschalen-Hülle hält die Kombination unzertrennlich zusammen und besitzt Aussparungen für alle Anschlüsse und die Bedien-Bälle des Mojo. Das Etui sitzt hauteng, weshalb es den Platzbedarf der Mojo/Poly-Kombi nur minimal erhöht, und es wiegt 68 Gramm, was das Gesamtgewicht auf immer noch sehr portable 332 Gramm bringt. Zum Tragen besitzt die Hülle eine Handgelenkschlaufe, sie ist Dank ihres Karabinerhakens abnehmbar. Mechanisch ist die Kombi nun startklar, nun machen wir sie auch elektrisch einsatzbereit: Mit dem mitgelieferten USB-Kabel, dem leider kein USB-Netzteil/Ladegerät beigefügt ist, holen wir den benötigten Saft aus dem PC und gönnen den Geräten die veranschlagte vierstündige Ladezeit. Wer den Poly in Verbindung mit dem Mojo lädt, setzt ein intelligentes Spannungsmanagement in Gang: Der Chord Poly sorgt dafür, dass immer der Akku mit dem größeren Energie-Bedarf vorrangig betankt wird.

Für den Schutz und den Zusammenhalt der Kombi liefert Chord aktuell ein Etui zum Poly.

So wird der Chord Poly eingerichtet

Nun geht’s an das Setup des Chord Poly. Bis die App kommt, ist man noch auf die mitgelieferte Nadel angewiesen. Mit ihr betätigt man einen versenkten kleinen Knopf, den wiederum finden wir auf der Stirnseite des Poly, es ist die kleine, mit „Config“ bezeichnete Vertiefung. Nach etwa sechs Sekunden wechselt der Chord Poly dann in den „Access Point“-Modus. Auf dem Smartphone wählt man nun unter den WiFi-Einstellungen den angezeigten Poly als WLAN-Verbindung, dann öffnet man seinen Internet-Browser. Jetzt führt uns der Poly automatisch zur Poly-Seite der Chord-Homepage, über sie ist das obligatorische Setup zu erledigen. Wenn der Browser bockt: Eventuell ist in seinen Einstellungen die automatische Weiterleitung freizugeben. Auf der Chord-Seite sieht man nun rechts das „Poly Remote Setup“-Feld, hier trägt man die geforderten drei Daten ein: Einen selbst gewählten Namen für den Poly, die Bezeichnung des heimischen WLAN (also die SSID) und das Passwort. Darunter wird dann der „Play Mode“ gewählt: Wer bereits Roon als Bedien-Software nutzt, lässt die Einstellung auf „Roon“, alle anderen setzen den Button auf „Other“. Nun noch „Save“ antippen – fertig. Wer Roon ausprobieren möchte, muss erst einmal auf seinem Mac oder PC die Roon-Software installieren. Hier gibt man im Zuge der Anmeldung den „Free Trial-Code“ an, um in den Genuss der zweiwöchigen kostenfreien Nutzung zu kommen, und meldet dann in der geöffneten Roon-Software den Poly an. Dafür geht man zum Menüpunkt „Settings“ und dort auf „Audio“, hier wird nun der Poly normalerweise schon angezeigt und kann jetzt als „Network Device“ aktiviert werden. Wer die Mojo/Poly-Kombi über sein Smartphone steuern will, zieht sich nun noch die Roon-App auf das Handy. Damit ist der Poly eingebunden und spielfertig.

Auch unterwegs im Auto kann der Poly den Sound aufwerten.

Der Chord Poly in der Praxis

Diesmal können wir wirklich nichts dafür: Wir haben das Schnupper-Abo von Roon installiert – und diese Bediensoftware streamt aus unserem Redaktions-Repertoire zielsicher als ersten Track „Morph The Cat“ von Donald Fagan. Prima, denn das ist eines unserer Favoritenstücke, weil die exzellente Produktion alles bietet, was man zum Testen braucht. Auch in Sachen Kopfhörer sind wir mit dem Ultrasone Edition 5 Unlimited bestens präpariert, es kann also losgehen. Und wie es losgeht! „Morph The Cat“ beginnt mit dem berühmten, fetten Bassgroove von Freddie Washington, er spielt einen Fünfsaiter vom Feinsten mit einem derart voluminösen Sound, dass man schlagartig stramm sitzt – auch weil nichts, auch kein kleinstes Störgeräusch oder Rauschen, uns auf diesen Hammer-Einsatz vorbereitet. Dieser Bass füllt geradezu unseren Kopf aus (was war da vorher drin?), und nun beginnt mit dem Hinzutreten der anderen Instrumente, darunter die Bläser, mehrere Gitarren und das Keyboard, ein akustisches Spektakel der völlig unaufgeregten Sorte. Die Wiedergabe ist herrlich klar, dadurch kommen wir in den Genuss einer ungemein detailreichen Darstellung. Seien es die kleinen Percussion-Einwürfe, die lapidaren Funk-Gitarrenlicks oder die kurzen Einsätze der Bläser: Dieses Stück strotzt nur so vor genial-virtuoser Spielkultur – und mit der Mojo/Poly-Kombi sind sämtliche Feinheiten und Finessen ultrapräzise wahrnehmbar. Die Klangqualität, die wir kabelgebunden mit dem Mojo erlebt haben, setzt der Poly nun über Funk fort. Dabei agiert der Chord Poly wahnsinnig schnell, das merken wir beim Starten, Stoppen und Skippen während des Tests. Während andere Netzwerk-Player schon mal mit kleinen Verzögerungen auf die Befehle reagieren und zu einer ruckeligen Performanz neigen, funktioniert das Streaming samt Datenverarbeitung hier flink und flott. Zur Höchstleistung kann die Kombi natürlich beim Zugriff auf die Speicherkarte des Poly auflaufen, hier finden die HiRes-Files Platz. Wir erleben das bei dem Vergleich zweier Track-Versionen des Songs „Dusty Groove“, eingespielt von der exzellenten Deep Funk-Band The New Mastersounds, aufgenommen in CD-Qualität (16 Bit/44,1 Kilohertz), aber auch in 24 Bit/192 Kilohertz-Qualität. Ist schon die CD-Version herausragend produziert, so zeigt uns die HiRes-Aufnahme, was da an klanglichem Mehrwert drin ist: Wir scheinen nun noch näher bei den vier Musikern des britischen Quartetts zu sitzen, fast auf Tuchfühlung, und die Instrumente – Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug – wirken noch plastischer als in der CD-Auflösung. Details wie die Beckenarbeit des Drummers oder die zuvor etwas im Hintergrund stehende Wah-Wah-Gitarre rücken nun klarer ins Klangbild, sie nehmen nun im musikalischen Gesamtgeschehen den gebührenden Platz ein. Wir erleben eine gesteigerte Intensität: Die Musik hat eine derartige Präsenz, dass man geradezu einen Aufmerksamkeits-Sog verspürt. Aus dem Anhören wird bald ein echtes Hinhören und Hineinhören – also genau das, was man gemeinhin als puren Musikgenuss bezeichnet.

Zuhause kann die Mojo/Poly-Kombi der analogen Anlage die digitale Dimension erschließen – als Streamer, aber auch als Server.

Fazit

Der Chord Poly erweist sich als magisches Modul: Mit diesem Wireless-Streaming-Adapter wird der Kopfhörer-DAC/Verstärker Mojo streaming- und speicherfähig. Per Funk sorgt der Poly für eine Verbindung über WLAN, AirPlay oder Bluetooth, per Hardware bietet er mit seinem microSD-Karten-Slot einen potenten Musikspeicherplatz für HiRes-Files. Zusammen ergibt das einen kabelfreien Komfort: Das bislang benötigte Verbindungskabel zum Smartphone ist nun Vergangenheit. Der Poly macht den Mojo also zum mobilen HiRes-Player und Musik-Streamer. Damit die Maße im portablen Rahmen bleiben, nutzt die Mojo/Poly-Kombi das Handy als Display und Bedienoberfläche. Das Setup des Poly ist bisweilen nicht gerade plug and play, mit der anstehenden App wird die Einrichtung aber ein Leichtes – und die Kombi belohnt uns schließlich mit ihrer exzellenten Klangqualität und Performance.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

97 %

85 %

93 %

171025.Chord Poly-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Chord
Poly
Produktkategorie:Wireless Streaming-Modul
Preis:649,00 Euro
Garantie:2 Jahre (Akku des Geräts: 1 Jahr)
Ausführungen:Mattschwarz
Vertrieb:G8 & friends GmbH, Ahlen
02382/806018
www.chordelectronics.de
Abmessungen (HBT):62 x 50 x 22 mm
Gewicht:90 Gramm
Eingänge:- WLAN (2.4 GHz)
- Apple AirPlay
- Bluetooth (Version 4.1)
- 1x microSD
- 1x Micro-USB (ausschließlich zum Aufladen des Akkus)
Ausgänge:- 1 x Micro-USB (für den Datentransfer)
- 1 x Micro-USB (zum Aufladen des Akkus)
Wiedergabeformate:WAV, DSD, AIFF, FLAC, ALAC, OGG, AAC, WMA, MP3, MQA
Samplingraten:- PCM: bis 768 kHz/32 Bit
- DSD (DoP): bis DSD512
Ladezeit:ca. 4 Stunden
Akku-Laufzeit:ca. 9 Stunden
Lieferumfang:- Chord Poly
- USB-Kabel (Micro-USB B auf USB A)
- Nadel zur Betätigung des versenkten Konfigurations-/Reset-Knopfes
- aktuell: Etui für die Mojo/Poly-Kombination (Wert: 98,00 Euro)
- Bedienungsanleitung (ausschließlich Englisch)
- Code für die Bediensoftware Roon (gültig für 2 Monate)
- Karte für Online-Registrierung
Besonderes:- rüstete den Chord Mojo zum HiRes-Player und -Streamer auf
- andocken durch einfaches Aufstecken
- Ladestecker mit USB-Buchse nicht im Lieferumfang
- Slot für microSD-Karte
- verarbeitet hochauflösende Formate bis PCM 768 kHz/32 Bit und DSD256
- exzellente Verarbeitung
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt