von

Redakteur
In einem streng geheimen und von einer künstlichen Intelligenz kontrollierten Militärkomplex bricht plötzlich der Kontakt von Außen zum dort stationierten Personal ab. Ein Aufklärungsteam... Armed Response – Kampfmaschinen unter sich

In einem streng geheimen und von einer künstlichen Intelligenz kontrollierten Militärkomplex bricht plötzlich der Kontakt von Außen zum dort stationierten Personal ab. Ein Aufklärungsteam wird geschickt und merkt schnell, dass hier kein simpler Computerfehler vorliegt …

In einem geheimen Militärkomplex gibt es ein Problem: Die künstliche Intelligenz, die das Areal kontrolliert, hat den Kontakt nach Außen gekappt. (© Concorde Home Entertainment)

In einem geheimen Militärkomplex gibt es ein Problem: Die künstliche Intelligenz, die das Areal kontrolliert, hat den Kontakt nach Außen gekappt. (© Concorde Home Entertainment)

Als Computergenie ist Gabriel (Dave Annable) jedem Problem gewachsen. Privat sieht es etwas anders aus – der Tod seiner Tochter macht Gabriel schwer zu schaffen, er zieht sich zurück und ertränkt seine Trauer. Doch eines Tages steht Isaac (Wesley Snipes) vor seiner Tür, denn der Soldat braucht Gabriels Hilfe. Dieser hat vor einiger Zeit eine künstliche Intelligenz namens Temple entwickelt, die nun in einer geheimen Militäreinrichtung eingesetzt wird. Sie kontrolliert das gesamte Areal und dient als unschlagbarer Lügendetektor bei den Verhören der hier inhaftierten Terroristen. Doch irgendwas ist in der hochtechnologisierten Anlage schief gelaufen, denn der Kontakt zum Militärkomplex und seinem Personal ist plötzlich vollständig abgerissen.

Nun sollen Isaac und sein Team aus Mitgliedern der Special Forces die Situation vor Ort überprüfen. Dazu benötigen sie Gabriel, der sich schließlich von Isaac überzeugen lässt und sich mit ihm und seinen Leuten, darunter die Soldatin Riley (Anne Heche) und der Heißsporn Brett (Seth Rollins), auf den Weg macht. Vor Ort finden sie in dem Gebäudekomplex vor allem eins: Leichen, und zwar primär die des vermissten Personals. Während sie noch rätseln, was passiert ist, riegelt Temple den gesamten Komplex ab und das Team sitzt in der Falle. Nun bleibt ihnen erst recht nichts anderes übrig, als herauszufinden, was hier vor sich geht – doch scheinbar ist die künstliche Intelligenz nicht ihr einziger Gegner …

Nun soll ein Aufklärungsteam um Isaac (Wesley Snipes) den Komplex überprüfen und das Personal der Einrichtung finden. (© Concorde Home Entertainment)

Nun soll ein Aufklärungsteam um Isaac (Wesley Snipes) den Komplex überprüfen und das Personal der Einrichtung finden. (© Concorde Home Entertainment)

Wenn das Wrestling-Unternehmen WWE an einem Film beteiligt ist, weiß man eigentlich zumindest ungefähr, was man zu erwarten hat. Doch bei Armed Response scheint sich die WWE ein wenig zurückzunehmen. Einerseits ist das positiv, weil dies zur Folge hat, dass die im echten Kampf eher unrealistisch wirkende Attacken ausbleiben. Andererseits bleibt die erhoffte Action teilweise völlig auf der Strecke und es ist gar nicht so richtig klar, welches Genre der Film eigentlich vertreten soll. Nachdem es zunächst in bester Thriller-Manier beginnt, entwickelt sich Armed Response kurz darauf eher Richtung Mystery. Unterschwellig spielt Science-Fiction natürlich auch noch eine Rolle, ohne aber genauer beleuchtet zu werden. Als es schließlich actionlastig wird, schleichen sich aus unerfindlichen Gründen auch gleich noch ein paar Splatter-Elemente ein. Ausschlaggebend dafür ist womöglich letztlich ganz einfach die dahingehende Begeisterung von Gene Simmons (ja, der Musiker der Band „Kiss“), der gemeinsam mit der WWE die für Armed Response verantwortliche Produktionsfirma „Erebus Pictures“ ins Leben gerufen hat.

Ebenfalls Teil der Operation ist Gabriel (Dave Annable), der die künstliche Intelligenz namens Temple erschaffen hat. (© Concorde Home Entertainment)

Ebenfalls Teil der Operation ist Gabriel (Dave Annable), der die künstliche Intelligenz namens Temple erschaffen hat. (© Concorde Home Entertainment)

Eine insgesamt also etwas gewöhnungsbedürftige Mischung, die Regisseur John Stockwell inszeniert, obwohl ihm mit Wesley Snipes und dem WWE-Wrestler Seth Rollins mindestens zwei potenzielle Actionhelden zur Verfügung stehen. Doch Snipes hat die 50 Jahre inzwischen halt auch schon deutlich überschritten und ist nicht mehr der Actionstar aus „Blade“, „Demolition Man“ oder „Passagier 57“. Dazu kommt ein Drehbuch, dass ihn und auch Rollins – erstaunlich für eine WWE-Produktion – eher in den Schatten drängt, während der vor allem aus TV-Serien bekannte Hauptdarsteller Dave Annable („Heartbeat“) das Kommando bei den improvisierten Ermittlungen übernimmt. Das Problem dabei: Der Handlung und den Figuren fehlt es schlichtweg an der für die ausgiebigen Rekonstruktionen nötigen Tiefe, so dass Armed Response im mittleren Drittel ziemlich zäh ausfällt. Immerhin wird durch das Setting in einer abgeriegelten Militäreinrichtung die bei Direct-to-Video-Filmen traditionell limitierte Schauplatz-Vielfalt geschickt kaschiert.

Mühsam versuchen die Teammitglieder, Licht ins Dunkel zu bringen. (© Concorde Home Entertainment)

Mühsam versuchen die Teammitglieder, Licht ins Dunkel zu bringen. (© Concorde Home Entertainment)

Dennoch ist es etwas überraschend, dass trotz einer ziemlich namhaften Besetzung alle Figuren relativ austauschbar wirken. Selbst Wesley Snipes und Anne Heche („Zu guter Letzt“, „Wild Card“) können aus ihren eindimensionalen Charakteren kaum etwas herausholen. Zumindest bis zu den schlussendlich natürlich doch folgenden Actionszenen, in denen Heche durchaus positiv auffällt. Ihre Auseinandersetzung mit Rollins macht einen weitaus glaubhafteren Eindruck als das, was man teilweise von den Wrestlerinnen der WWE geboten bekommt. In dem Zusammenhang sind auch Rollins trotz überschaubarer Screentime und Regisseur Stockwell noch einmal lobend zu erwähnen. Rollins, weil er die Kampfszenen auch mit in diesem Bereich nicht unbedingt erfahrenen Partnern sehr flüssig und realistisch gestaltet und Stockwell, weil er aus seinem manchmal zu hölzern wirkenden Remake von „Kickboxer“ gelernt hat und Rollins einfach mal machen lässt.

Dabei stellen sie schnell fest, dass ihnen nicht nur die KI der Anlage das Leben schwer macht ... (© Concorde Home Entertainment)

Dabei stellen sie schnell fest, dass ihnen nicht nur die KI der Anlage das Leben schwer macht … (© Concorde Home Entertainment)

Fazit

Armed Response ist ein Thriller mit interessantem Setting und prominenter Besetzung, der mit gut inszenierten Actionszenen für die eine oder andere Länge entschädigt. Zwar mutet der Genre-Mix bisweilen etwas wild zusammengewürfelt an und überzeugt nicht in allen Belangen, besinnt sich jedoch schließlich auf das, was man angesichts der schlagkräftigen Darsteller zurecht erwartet.

„Armed Response“ ist als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde Home Entertainment erhältlich.

Genre
Thriller

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Laufzeit
ca. 94 Minuten

Regie
John Stockwell

Cast
Wesley Snipes, Seth Rollins, Dave Annable, Anne Heche

65 %

85 %

85 %

70 %

80 %

77 %

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt