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Redakteur

 

Egal wie groß der Fernseher oder die Leinwand auch ist, ein hochwertiges Klangerlebnis ist für eine gelungene Heimkinoatmosphäre unerlässlich. Bei ausreichendem Platzangebot ist das recht einfach zu bewerkstelligen, doch in kleinerem Räumen braucht es besonders intelligente Lösungen. Eine solche bietet Q Acoustics mit seiner Soundbase M2 – räumlich anspruchslos, klanglich grandios. Genug Grund für uns, den kompakten TV-Lautsprecher ausführlich unter die Lupe zu nehmen.

Die Soundbase M2 von Q Acoustics beweist, dass eine beeindruckende Wiedergabequalität auch ohne großes Setup möglich ist.

Die Soundbase M2 von Q Acoustics beweist, dass eine beeindruckende Wiedergabequalität auch ohne großes Setup möglich ist.

Ist im Wohnzimmer wenig Platz vorhanden, sind Surround-Systeme oder größere Lautsprecher allgemein meist keine Option für eine adäquate Film- und TV-Wiedergabe. Fehlt dann noch die Möglichkeit das TV-Gerät an die Wand zu montieren, stellen selbst schlanke Soundbars oft keine sinnvolle Lösung dar. Zum Glück gibt es mit einer Soundbase noch einen Ass im Ärmel – dieser Typ TV-Lautsprecher ist nämlich so konstruiert, dass der Fernseher direkt auf das Gehäuse gestellt werden kann. Zumindest wenn der TV-Standfuß auf die kompakte Soundbase passt, was bei Modellen im X-Design in Einzelfällen etwas eng werden könnte. Aber selbst dann ist die M2 dank ihrer vergleichsweise geringen Grundfläche sehr flexibel und lässt sich auch problemlos auf einem Lowboard oder in einem offenen Schrankfach unterbringen. Möglich machen das vor allem ein durchdachter Aufbau und die clevere 180-Grad-Technologie, die auch unter ungünstigen Platzbedingungen hervorragenden Klang verspricht. Viele Optionen, keine Verpflichtung – besser geht es nicht.

Form follows Function – aber das sehr ansehnlich

Unter dem Aspekt der optischen Gestaltung hat Q Acoustics uns schon mehrfach beeindruckt, auch die Soundbar M3 hat uns im Test (nicht nur) mit ihrem Design überzeugt. Allerdings erlaubt die Konstruktion eines schlanken Klangriegels auch deutlich mehr gestalterische Finesse als eine Soundbase. Der Grund ist klar, als „Podest“ für einen Fernseher sind nun mal gewisse Eigenschaften wie eine ebene Oberfläche unbedingt notwendig. So ist die M2 logischerweise auch mit einer solchen ausgestattet und verzichtet hier auf deutlich wahrnehmbare, visuelle Akzente – die werden an anderer Stelle gesetzt. Allen voran die großzügig abgerundeten Gehäusekanten, sie nehmen der eigentlich schlichten Grundform ihre Zurückhaltung und verpassen der Soundbase einen modernen Look. Durch die relativ weit innen positionierten Standfüße sind diese vom Sofa oder Sessel aus kaum sichtbar, so dass die M2 fast schon zu schweben scheint.

Sauber verarbeitet und mit ebener Standfläche für den Fernseher - die M2 verbindet Funktionalität und gelungene Optik.

Sauber verarbeitet und mit ebener Standfläche für den Fernseher – die M2 verbindet Funktionalität und gelungene Optik.

Abgesehen von dieser optischen Finesse hält sich die M2 mit visuellen Besonderheiten sehr zurück. Die Ausführungsvarianten sind übersichtlich: Es gibt die Soundbase in dezentem Schwarz, ohne Klavierlack oder ähnliche Zutaten. Die Front ist mit dem filigranen Lochgitter zwar eine sehr feine Sache, drängt sich auf den ersten Blick aber auch nicht zwangsläufig auf. Zumal das Herstellerlogo fließend integriert ist und ebenfalls nicht ins Rampenlicht strebt. Ein Display fehlt komplett, ganz einfach weil es sich auch gut darauf verzichten lässt. Informationen zum Betriebszustand liefert der LED-Rahmen um die On/Off-Taste, die mitsamt zweier Tasten zur Lautstärkeregelung sauber und bündig in die Oberfläche der M2 eingelassen ist. Die LED signalisieren in verschiedenen Farben, welche der möglichen Quellen gerade genutzt wird.

Das geschwungene, filigrane Lochgitter in der Front setzt einen optischen Akzent.

Das geschwungene, filigrane Lochgitter in der Front setzt einen optischen Akzent.

Auf alle Eventualitäten vorbereitet

Das Farbspektrum der Status-LED reicht von Rot (Standby) über Violett (HDMI), Blau (Bluetooth) und Grün (Line In) bis zu Weiß (optischer Digitaleingang). Damit sind auch gleich alle Anschlüsse genannt, die auf der Rückseite der M2 bereitstehen. Der HDMI-Port sollte im Normalfall dazu genutzt werden, um die Soundbase mit dem TV-Gerät zu verbinden. Dazu eignet sich vor allem dessen ARC-HDMI-Anschluss, der das Audiosignal an die M2 ausgibt. Zudem ist über diesen Weg die Steuerung der M2-Lautstärke mit der TV-Fernbedienung möglich (sofern CEC unterstützt wird). Auch weitere per HDMI an den Fernseher angeschlossene Geräte wie zum Beispiel ein Blu-ray-Player oder eine Spielkonsole werden erkannt. Sofern diese über einen optischen Digitalausgang verfügen, lässt sich das Audiosignal bei Bedarf natürlich auch auf diesem Wege zur M2 schicken.

Kompaktes Gehäuse mit vergleichsweise vielen Anschlüssen. Die M2 bietet mehr als genug Schnittstellen für das durchschnittliche Home-Entertainment-Setup.

Kompaktes Gehäuse mit vergleichsweise vielen Anschlüssen. Die M2 bietet mehr als genug Schnittstellen für das durchschnittliche Home-Entertainment-Setup.

Auf analoger Seite umfasst die „Line In“-Sektion übrigens gleich zwei unterschiedliche Schnittstellen, nämlich jeweils eine für ein Cinch- und ein 3,5-Millimeter-Audiokabel. Der USB-Anschluss dient lediglich zu Servicezwecken und ist nicht als Quelleingang zu nutzen. Entsprechend interessanter ist die kleine Taste darüber: Sie stellt eine Verbindung zu Bluetooth-Geräten her, um diese mit der M2 zu koppeln – aptX für beste Klangqualität ist selbstverständlich auch mit an Bord.
Darüber hinaus hält die Rückseite der Soundbase zwei Schieberegler bereit. Grob beschrieben, dienen sie der Anpassung an den Aufstellungsort. Der linke der beiden Regler steht im Normalfall auch in linker Position, kann bei besonders leisen TV-Geräten allerdings auch in rechter Stellung zur Verstärkung der Lautstärke genutzt werden. Daneben wird der zweite Regler entsprechend der Aufstellungsart der M2 eingestellt. Links für die Aufstellung auf einem Möbelstück („On“), mittig bei der Aufstellung in einem großen Schrank- oder Regalfach („In+“) und rechts wenn es im Inneren des Mobiliars etwas enger zugeht („In-“). Der Quick-Start-Guide beschreibt diese drei Szenarien mit entsprechender Bebilderung, so dass jedermann schnell klar ist, was gemeint ist.

Die rückseitigen Schieberegler ermöglichen die klangliche Anpassung an den Einsatzort.

Die rückseitigen Schieberegler ermöglichen die klangliche Anpassung an den Einsatzort.

Der Grund für diese Presets findet sich im Gehäuseboden der Soundbase. Die Standfüße fallen nämlich nicht nur deshalb vergleichsweise hoch aus, damit die M2 aussieht, als würde sie schweben. Die M2 verfügt über einen integrierten Subwoofer, dessen 10 x 15 Zentimeter großer Tieftöner im Downfire-Prinzip nach unten abstrahlt. Da ist grundsätzlich etwas Abstand zum Boden gefragt und wenn der auf ein Minimum beschränkt ist, muss die M2 auf anderen Wegen für Ausgleich sorgen – in dem Fall eben ganz einfach durch ein passendes Preset.
Ein solches gibt es auch speziell für den Filmgenuss. Via Fernbedienung lässt sich der Modus „MoviEQ“ aktivieren, erkennbar an der gelb aufblinkenden Status-LED der M2. Einmal gewählt, präsentiert die M2 eine besonders raumfüllende Klangkulisse. Dabei greift sie selbstverständlich nicht nur auf den integrierten Tieftöner zurück, sondern vor allem auf die beiden besonders weitwinklig abstrahlenden BMR-Lautsprecher. Diese arbeiten mit der „180 Grad Sound“-Technologie von Q Acoustics, die im Gegensatz zum herkömmlichen Stereo-Setup keinen klassischen Sweet Spot (also einen klar definierten Hörplatz) für ausgewogenen Klang benötigt. Stattdessen liefert sie auf breiter Front hochwertigen Sound, der tatsächlich fast den gesamten Raum ausfüllt.

Für ein sattes Klangfundament sorgt der im Gehäuseboden integrierte Tieftöner der M2.

Für ein sattes Klangfundament sorgt der im Gehäuseboden integrierte Tieftöner der M2.

Präzise und detailverliebt

Von Q Acoustics erwarten wir inzwischen auch nichts anderes als schlichtweg höchstes Niveau. Oft genug haben wir uns davon überzeugt, dass das Ziel exzellenter Klangqualität nicht nur anvisiert, sondern auch immer wieder erreicht wird. Auch bei der Soundbar M3 ist uns vor allem die erfreulich hohe Qualität im Tiefton positiv aufgefallen. Die M2 steht ihr selbstredend in nichts nach und liefert ebenfalls ein sehr kraftvolles Bassfundament. Natürlich ist die kompakte Soundbase in ihrem Potenzial konstruktionsbedingt eingeschränkter als ein dezidierter Subwoofer. Der integrierte Tieftöner liefert dennoch eine respektable Performance ab. Atmosphärisch muss er sich keineswegs verstecken, wie wir in „Sicario“ feststellen. Das Kapitel mit der Fahrt nach Mexiko beginnt mit einem ausgiebigen Aufbau aus der Vogelperspektive, der klanglich gleichermaßen bedrohlich wie spannungsfördernd inszeniert wird. Gefühlt flutet die M2 jetzt den gesamten Raum, die 180-Grad-Technologie erweist sich dabei als äußerst wirkungsvoll. Als sich dann die Motorengeräusche der beiden Helikopter langsam in die Hintergrundmusik mischen, erwartet man sie eher direkt oberhalb des eigenen Hauses und nicht auf dem Bildschirm. Dort schieben sie sich jedoch letztlich ins Bild, womit auch gleich die  Frage bezüglich des Potenzials in Sachen Präzision und Staffelung geklärt wäre.

Die stabilen Standfüße sorgen für Sicherheit und geben dem Downfire-Tieftöner genug Spielraum zum Austoben.

Die stabilen Standfüße sorgen für Sicherheit und geben dem Downfire-Tieftöner genug Spielraum zum Austoben.

Beeindruckend ist vor allem, dass die M2 unabhängig vom Hörplatz ihre Qualitäten ausspielt. Man muss keineswegs zentral vor Soundbase und Fernseher sitzen, um den vorzüglichen Klang genießen zu können. Selbst bei einem größeren Publikum kommen auch die außen sitzenden Zuschauer absolut auf ihre Kosten, sei es nun beim Filmabend oder dem gemeinsamen Fußballgucken. Keine Sorge übrigens, falls die M2 deutlich unterhalb des TV-Geräts positioniert ist, der Sound scheint trotzdem direkt aus dem Fernseher zu kommen. So muss man nie befürchten, ein akustisches Detail zu verpassen. Vor allem beim Filmton präsentiert uns die Soundbase von Q Acoustics sogar eine erfreulich tiefe virtuelle Bühne. So auch bei der Zweikampf-Szene aus „John Wick“, die der gleichnamige Protagonist nutzt, um seinem Kontrahenten eine Pistole aus der Hand zu schlagen. Die wird daraufhin Richtung Kamera aus dem Bild katapultiert und landet deutlich hörbar auf dem Boden – dank der M2 klingt es so, als würde sie einem direkt vor die Füße fallen.

Die M2 zeigt ihren Betriebszustand über den farbigen LED-Ring an und lässt sich bequem via Fernbedienung steuern.

Die M2 zeigt ihren Betriebszustand über den farbigen LED-Ring an und lässt sich bequem via Fernbedienung steuern.

Gerade in Actionfilmen geht es aber zumeist richtig krachend zur Sache und da soll uns die M2 doch auch mal zeigen, was diesbezüglich so in ihr steckt. Also begleiten wir einmal mehr Mike Banning und Co in „London Has Fallen“ beim Angriff auf das Terroristen-Versteck. Dieselbe Szene hat uns bereits endgültig von den Qualitäten der Soundbar M3 überzeugt und die M2 steht ihr in nichts nach. Auch sie widmet sich dem wilden Dauerfeuer und den immer wieder eingestreuten Explosionen mit detailverliebter Hingabe – kraftvoll und dynamisch geht es zur Sache, aber eben auch so fein nuanciert, dass man immer ganz genau weiß, wer da gerade seine Waffe abfeuert. Selbst Querschläger lässt die M2 nicht hintenüber fallen, sondern zollt ihnen mit hinabregnenden Glassplittern und sanft rieselndem Putz die nötige Aufmerksamkeit. Dabei darf man nicht vergessen, dass all diese Feinheiten eingebettet sind in eine mehr als nur sehr dynamische Grundstimmung, die Freunden schwungvoller Action richtig Spaß machen dürfte. Ein Vergleich zum dünnen Sound der im TV integrierten Lautsprecher lässt sich da eigentlich schon  gar nicht mehr ziehen – die M2 ist ihnen schlicht meilenweit voraus.

Das dezente Herstellerlogo in der Front sorgt für ein weiteres optisches Highlight.

Das dezente Herstellerlogo in der Front sorgt für ein weiteres optisches Highlight.

Fazit

Ein geringes Platzangebot ist noch lange kein Grund, auf brillanten TV- und Filmton zu verzichten. Die Soundbase M2 von Q Acoustics beweist, dass eine beeindruckende Wiedergabequalität auch ohne großes Setup möglich und vor allem preislich erschwinglich ist. Mit gerade einmal 399 Euro auf dem Preisschild ist der kompakte TV-Lautsprecher in allen Belangen eine absolute Empfehlung für alle, die ohne großes Surround-System auskommen müssen und dennoch echtes Kino-Feeling erleben möchten.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

88 %

92 %

171119.QAcoustics-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Q Acoustics M2
Produktkategorie:Soundbase
Preis:399 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführung:Schwarz
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: 0231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen (HBT):93 x 550 x 338 mm
Gewicht:5,8 kg
Hoch-/Mitteltöner:2x 58-mm-Breitbandlautsprecher
Tieftöner:100 x 150 mm Dual Voice Coil-Subwoofer
Verstärkerleistung:80W (2 x 20W + 40W)
Anschlüsse:- HDMI (ARC)
- optischer Digitaleingang
- analaoger 3,5-mm-Audioeingang
- analoger Cinch-Eingang
- Bluetooth 4.0
- USB (nur Service-Anschluss)
Lieferumfang:- Soundbase M2
- Fernbedienung (inkl. Batterie)
- HDMI-Kabel
- Stromkabel
- Quick Start Guide
- Sicherheitshinweise
Besonderes:- elegantes Design
- flexibel in der Aufstellung
- satter Klang
- ARC-fähiger HDMI-Anschluss
- CEC-fähig (mit TV-Fernbedienung steuerbar)
- Bluetooth 4.0
- apt-X-Codec für Übertragung in CD-Qualität
- NFC
- "180 Degree Sound"-Technologie
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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