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Redakteur

Cyrus? Das sind doch die legendären Engländer mit ihren Schuhkarton-Verstärkern, oder? Jawohl! Allerdings: Die audiophilen Angelsachsen setzen bei ihren aktuellen Modellen nur äußerlich auf Tradition, innen herrscht Moderne. Der Cyrus 8.2 DAC macht das direkt mit seinem Namen klar: Sein exzellenter Konverter kümmert sich um die Informationen von gleich fünf digitalen Schnittstellen. Hinzu kommen satte sechs Analog-Inputs, sodass volle elf Eingangssignale mit intelligenter Technik auf Trab gebracht werden – und das bei nominell gerade mal 70 Watt Leistung verblüffend stark. Doch die Power ist nicht die einzige Überraschung.

Vollverstärker im Halbformat: der Cyrus 8.2 DAC.

Cyrus gehört zu jener Riege englischer Hersteller, die in den 1980ern eine eigene Antwort auf die damals dominanten japanischen Boliden lieferten. Die Verstärker aus Fernost waren groß, wattstark und knopfreich, aber arm an Charakter und Charme. Die Engländer konterten mit einer eigenartigen Amp-Abrüstung: Reduktion auf das Wesentliche, Wohlklang ohne Schnickschnack. Das ging einher mit einer Verringerung der Leistung und einer Verkleinerung des Gehäuses. Die Verstärker waren gerade mal halb so breit wie die üblichen Geräte. Dieses Halbformat hat sich unter der Bezeichnung „Shoe Box“ etabliert. In diesen Schuhschachteln steckte einst eine puristische Technik, sie fand ihre sichtbare Entsprechung in einer spartanischen Ausstattung und einem reduzierten Design – und ihre monetäre Entsprechung in einem wirklich erschwinglichen Preis. Die Verstärker von der Insel sorgten damals für Furore, „Made in England“ stand nun für eine musikalische Wiedergabe mit gehobenstem audiophilen Anspruch. Cyrus gehörte dazu und ist nach wie vor dabei. Doch was ist von der Tradition geblieben?

Markante Erscheinung: Die traditionell abgewinkelte Leiste und das kantige Frontdesign prägen seit etlichen Jahren das Aussehen der Cyrus-Komponenten.

Tradition …

Geblieben ist erst einmal das „Made in England“, die mittelständische Manufaktur Cyrus fertigt ihre Produkte in der kleinen Ortschaft Huntingdon – zum Teil noch in Handarbeit. Wer den exzellent gearbeiteten Cyrus 8.2 DAC nun vor sich sieht, stellt fest: Geblieben ist natürlich auch das grundsätzliche charakteristische Design. Cyrus setzt nach wie vor auf das Halbformat, deshalb bringt es auch dieser Verstärker auf 215 Millimeter in der Breite, die Höhe bemisst sich auf schlanke 75 Millimeter, die Tiefe ist dafür mit 365 etwas ausladender. Bewährt hat sich auch die aufwändige Fertigung des haptisch rauen Gehäuses: Die Behausung, wahlweise in Silber oder Schwarz, besteht aus hochstabilem Magnesium-Druckguss. Dank der massiven Wandungen ist der Cyrus 8.2 DAC schier unverwüstlich und gegen mechanische Schwingungen sowie elektromagnetische Störungen immun. In Decke und Wangen ist als integraler Bestandteil ein Kühlrippen-Areal für die Ableitung der Verstärkerwärme eingearbeitet, das veredelt im Verbund mit dem eingravierten Cyrus-Logo die optische Erscheinung. An die Tradition angelehnt ist auch die eigenwillige Formung der Front: Der allererste Amp, der Cyrus One, hatte unter seinen Drehgebern eine abgewinkelte Leiste, die mit ihren Beschriftungen die Funktion der Stellräder verriet. Diese hervorstehende Leiste gibt es noch immer, sie ist aber längst harmonisch in die kantige Front integriert und zudem nun Träger der Funktionstasten. Die sind auch heute noch zahlarm. Gerade mal sechs Tasten reichen, um den Cyrus 8.2 DAC zu bedienen. Wobei: Das stimmt nicht so ganz, da gibt es noch einen Standby-Taster sowie ein dreh- und drückbares Stellrad für die Lautstärke und die Setup-Anpassung.

Edle Gravur: Das in die Decke gefräste Firmenlogo ziert die ultramassive Vollmetall-Haube des Gehäuses.

… und Moderne

Ein heutiges komplexeres Gerät kommt natürlich nicht ohne Display aus, der Cyrus 8.2 DAC ist deshalb mit einer LCD-Anzeige ausgestattet – dabei hat dies bei Cyrus auch schon fast wieder Tradition: Das Retro-Charme versprühende grüne Feld mit schwarzer Pixelschrift ist seit Jahren fester Bestandteil des Designs, das beweist schon ein Blick auf den Vorgänger Cyrus 6 DAC, den wir vor zweieinhalb Jahren getestet haben. Mithilfe des Displays lässt sich der Cyrus 8.2 DAC kontrollieren und nach Wunsch konfigurieren. Hier deutet sich schon an, dass unter der harten Haube hochaktuelle Technik sitzt. Eigentlich ist der Cyrus 8.2 DAC ein Two-in-One-Device: Er ist zum einen ein programmierbarer Vollverstärker mit pfiffigen Features. Er ist zum anderen ein hochwertiger Digital-Analog-Wandler, der dafür sorgt, dass auch digitale Files gemäß dem audiophilen Anspruch von Cyrus verarbeitet werden können.

Platzsparer: Cyrus setzt auch bei anderen Komponenten auf das Halbformat. Hier spielt der 8.2 DAC zusammen mit dem CD-Laufwerk Cyrus CD t.

Kraftpaket: der Verstärker

Der Cyrus 8.2 DAC ist zwar optisch ein kleiner Halbformat-Verstärker, doch wer ihn mal eben hochheben möchte, wird sich wundern: Der Amp ist sieben Kilo überraschend schwer. Ein Gutteil des Gewichts macht der Ringkerntrafo aus, er ist das Kernstück der Stromversorgung, und deren Dimensionierung entscheidet darüber, wieviel Kraft und welche Reserven den Verstärkerstufen für ihre Arbeit zur Verfügung stehen. Mit einem 350 VA-Transformator ist der Cyrus 8.2 DAC satt versorgt. Dazu kommt eine zweite Stromversorgung, die allein für die digitale Steuerelektronik und das Display zuständig ist – so wird jeglicher Einfluss auf die empfindliche analoge Audiosektion vermieden. Gutes kann man aber immer noch besser machen, das „.2“ im Produktnamen deutet es schon an: der Cyrus 8.2 DAC ist die zweite Generation, gegenüber dem Vorfahr sind einige Modifikationen insbesondere an der Stromversorgung vorgenommen worden. Wer es noch anspruchsvoller will: Der Cyrus 8.2 DAC kann auch mit dem externen Netzteil Cyrus PSX-R.2 versorgt werden, dafür ist auf der Rückseite extra eine fünfpolige Abschlussbuchse vorgesehen. Das PSR-X.2 sorgt für komplett geglätteten und stabilen Gleichstrom ohne Netz-Unreinheiten, zudem organisiert er ein optimiertes Strom-Management für die Vor- und Endstufensektion. Dies schlägt sich in einer gesteigerten klangliche Performanz des Cyrus 8.2 DAC nieder. Die ist jedoch auch ohne zusätzliches Netzteil erstklassig und aufwändig: Gleich fünf getrennte Spannungsregelungen arbeiten zugunsten der Eingangsstufen. Deren Schaltungsdesign geht auf den DAC XP Signature zurück – das ist das Vorverstärker-Flaggschiff von Cyrus. Die Endstufen des Cyrus 8.2 DAC sind absolut diskret aufgebaut, das heißt: echte Einzelbauteile statt integrierter Chips. Insgesamt bringt es der Amp pro Kanal auf nominelle 70 Watt an Acht-Ohm-Boxen. Klingt nicht sonderlich beeindruckend? Stimmt, aber wir werden später unser blaues Wunder erleben und lernen, dass die Werte auf dem Papier mitunter nur die halbe Wahrheit sind.

Mit seinen dualen Speaker-Anschlüssen pro Kanal ermöglicht der Cyrus 8.2 DAC sogar Bi-Wiring. Die Lautsprecher-Buchsen sind ausschließlich für Hohlbanana-Stecker ausgelegt, welche im Zubehör enthalten sind.

Qualitäts-Konvertierung: der DAC

Um dem Anspruch unserer digitalisierten Welt gerecht zu werden, ist es natürlich von Vorteil, wenn man mit Flies aus dem Reich der Nullen und Einsen umzugehen weiß. Hierfür bietet der Cyrus 8.2 DAC seinen eigenen Konverter. Dieser aufwändige, audiophile Digital-Analog-Umsetzer wandelt PCM-Signale bis zu einer Samplingrate von 192 Kilohertz und bis einer Auflösung von 24 Bit. Dadurch kann der Cyrus 8.2 DAC also hochwertige HiRes-Files wandeln. Die maximale Qualität ist an allen S/PDIF-Schnittstellen verfügbar, nur der USB-Port ist auf PCM 48 Kilohertz / 16 Bit limitiert. Wer eine noch höhere Klangkultur erreichen möchte: Der Cyrus 8.2 DAC ist umrüstbar und kann mit der noch hochwertigeren Qx-Konverter-Modul-Karte zum Cyrus 8.2 DAC Qx nobilitiert werden. Dann profitiert er von Meriten, die schon den Cyrus DAC XP Signature auszeichnen, unter anderem das 32 Bit-Upsampling und die Dual-Mono-Wandlung für größeren Detailreichtum sowie das Re-clocking für niedrigen Jitter.

Die Kühlrippen sind formschön in den Korpus integriert.

Buchsen-Armada: die Ein- und Ausgänge

Was der Cyrus 8.2 DAC wandeln und verstärken soll, empfängt er rückseitig – und hier finden wir eine unglaubliche Zahl an Zugangsbuchsen. Allein für die Analog-Sektion stehen sechs Eingänge für Line-Level-Signale bereit, digitalseitig punktet der Amp mit zwei elektrischen und zwei optischen Eingängen, dazu kommt eine USB-Port. Er ist als Typ-B-Buchse ausgelegt, hier wird also keine externe Festplatte angeklemmt, sondern ein Computer oder ein Laptop. Das gelingt im Plug-and-Play-Verfahren, also ohne irgend eine Treiberinstallation. Dazu gesellt sich die fünfpolige Buchse für das optionale externe Netzteil, die Netzbuchse für die eingebaute Stromversorgung und vier Ausgangsbuchsen für die Lautsprecher. Damit ist der Cyrus 8.2 DAC Bi-Wiring-fähig, auch dies ist ein Hinweis auf seinen audiophilen Anspruch. Bei den Lautsprecheranschlüssen beweist Cyrus erneut britische Exzentrik: Statt normaler Polklemmen bietet der Amp vier zarte Buchsen, in die ausschließlich Hohlbanana-Stecker passen. Cyrus legt hiervon zum Glück einen Satz dem Zubehör bei, so dass man die iegenen Kabel schnell umkonfektionieren kann. Der Cyrus 8.2 DAC bietet noch weitere Ausgänge, die ihn zu einem vielseitigen Klang-Manager machen. Er besitzt gleich zwei Vorverstärker-Ausgänge, damit ermöglicht er den Anschluss von Subwoofern wie auch den Bi-Amping-Betrieb, falls man den Cyrus 8.2 DAC im Verbund mit einem weiteren Verstärker zum Antrieb der Schallwandler verwenden möchte. Die Boxen müssen dafür aber Bi-Amping-Terminals mit vier Polklemmen besitzen. Des Weiteren gibt es einen „Zone 2 Out“. Mit diesem Ausgang kann man die Musik per Kabel zu einem weiteren Verstärker samt Boxenpaar oder zu Aktivboxen weiterleiten, um einem weiteren Raum oder eine zweite Hörzone zu beschallen. Der „Zone 2“-Ausgang lässt sich aber auch verwenden, um ein Tape Deck anzuschließen – ja, dieses Medium des 20. Jahrhunderts ist in manchen Haushalten immer noch in Betrieb. Was wir nicht finden ist ein An/Aus-Schalter, der Cyrus 8.2 DAC bleibt also ständig im Standby-Modus oder . Last but not least hat der Verstärker einen Ein- und Ausgang für das MC-Bussystem von Cyrus, so lassen sich verschiedene Komponenten – etwa ein Surround Sound Dekoder – gemeinsam mit dem 8.2 DAC ein- und ausschalten.

Anschlüsse satt: Der Cyrus 8.2 DAC punktet mit sechs analogen Eingängen, fünf digitalen Inputs und diversen Ausgängen. Rechts unten befindet sich der fünfpolige Anschluss für das optionale externe Netzteil.

Überraschungsfund: der Kopfhörer-Ausgang

Mitten in diesem Meer von Ein- und Ausgängen haben wir dann einen Output gefunden, den wir hier nicht erwartet hätten: einen Kopfhörerausgang! Die eher unpraktische Positionierung der 3,5-Millimeter-Klinkenbuches auf der Geräterückseite ist ein weiterer Ausweis englischer Exzentrik. Ein gutes Feature macht die Merkwürdigkeit wieder wett: Der Kopfhörer kann permanent mit dem Verstärker verbunden bleiben, da er eingesteckt nicht wie üblich automatisch die Lautsprecherausgänge stummschaltet. Stattdessen wird der Kopfhörereingang über einen Schalter auf der Gerätefront aktiviert.

Englisches Understatement? Den Kopfhörerausgang hat Cyrus auf der Rückseite fast versteckt.

Pfiffige Features

Damit sind wir schon bei den Einsatzmöglichkeiten, die der Verstärker uns über seine Bedienelemente ermöglicht. Zum einen ist da das Fern-Bedienelement: Cyrus liefert einen System-Befehlsgeber mit. Er erlaubt er die bequeme Steuerung des 8.2 DAC von der Couch aus, darüber hinaus auch das Handling weitere Cyrus-Komponenten. Die Auswahl der Quellen, die Stummschaltung des Amps, die Aktivierung des Kopfhörereingangs, die Lautstärkeeinstellung – all das geht natürlich auch über die Tasten und den Drehgeber auf der Gerätefront. Die Setup-Möglichkeiten des 8.2 DAC erledigt man hingegen exklusiv am Gerät – und hier gibt ein paar sehr komfortable Features. Die Eingänge lassen sich nach einer Liste mit vorgegebenen Begriffe benennen. CD, Tuner oder Mac ist doch deutlich übersichtlicher als Input 1, Input oder Input 3. Pfiffig: Wenn man einen Input nicht belegt, tauft man ihn „No Source“ – und fortan taucht er beim alltäglichen Durchsuchen der Quellen nicht mehr auf. Mit „Auto-Hide“ lässt sich zusätzlich der USB-Port ausblenden, wenn kein Gerät oder eine inaktivierte beziehungsweise ungültige Quelle an diesem Input angedockt ist. Eine Wohltat für empfindliche Ohren ist die Trim-Funktion: Mit ihr kann man für jeden Input die Eingangsempfindlichkeit einstellen. So lassen sich Unterschiede zwischen den einzelnen Zuspielern ausgleichen, und dann hat man auch beim Wechsel der Quelle stets einen gleichmäßigen Pegel. Auch für das Auge hat der Amp was zu bieten: Das Display lässt sich in drei verschiedene Darstellungsmodi versetzen – so entscheidet man sich entweder für mehr Details oder für eine größere Zeichengröße. All diese Einstellungen sind ruck-zuck erledigt, genauso leicht gestaltet sich auch die Bedienung des Cyrus DAC 8.2 – und deshalb können wir auch direkt in den Hörtest einsteigen.

Mit dem Offset-Trimmer gleicht man alle Eingänge ab, so werden Pegelunterschiede verschiedener Quellgeräte ausgeglichen.

Der Cyrus DAC 8.2 legt los

Einem hochklassigen Verstärker sollte man hochklassige Musik gönnen, damit er sein Können auch direkt unter Beweis stellen kann. Wir greifen deshalb zum Album „Some Devil“ von Dave Matthews. Der Sänger und Gitarrist ist für ausgefeilte Arrangements und erstklassige Produktionen bekannt, auch dieses Album klingt fantastisch – und der Cyrus DAC 8.2 arbeitet das vorzüglich heraus. Gleich der Opener „Dodo“ sorgt dafür, dass wir hellwach auf dem Sofa sitzen: Sphärische Keyboard-Klänge kommen sanft aus dem Nichts – und zwar aus dem absoluten Nichts, denn der Cyrus DAC 8.2 arbeitet still und leise. Der Verstärker hat eine 80-stufige Lautstärkeregelung, die bei -79 Dezibel beginnt, mit -29 Dezibel starten wir gleich mit einer fetten Lautstärke, um das zu testen: Stille. Umso erhabener schwillt nun die Akkordschichtung an, mit einem immer mächtiger werdenden Bass – wow, diese Kraft und Klangfülle haben wir dem kleinen Amp nicht zugetraut! Dabei hätten wir es besser wissen können, weil wir den Vorgänger ja schon in unserer Redaktion hatten. Für die erste Gänsehaut sorgt jetzt ein Rainstick, der von links nach rechts und wieder zurück rauscht, dazu umschwirrt uns das Echo einzelner Klaviertöne – und dann startet die staubtrockene Akustikgitarre mit einem perkussiven Anschlagmuster den Song. Ungemein griffig und realistisch klingt diese Sechsaiter, Dave Matthews spielt seine Gitarre direkt vor uns, gerade mal zwei Meter entfernt. Er legt auch gleich mit seiner leicht rauen, trotzdem sanft-angenehmen Stimme nach, und das ist mit diesem Amp ein echtes Vokal-Balsam. Mit anderen Komponenten kann Matthews’ Stimme nämlich durchaus etwas nölig und kratzig klingen. Prima! – und schon geht die Entdeckungstour weiter, wir werden nun von Schlagzeug und Bass in Beschlag genommen. Die Drums haben einen fantastischen Punch, sie besitze einen wunderbar knackigen Klang, der Bass schiebt dazu mit immensem Tiefton den Song an – so funktioniert eine Premium-Rhythmusgruppe! Alles klingt ungemein klar und detailreich, aber auch sehr entspannt. Der Cyrus DAC 8.2 sorgt für einen eher warmen Klang. Trotzdem ist in den Höhen alles da. Gerade das Ende des Songs, wo neben Percussion, Schellenkranz und Shaker diverse ausklingende Becken zu hören sind, zeigt uns das erstaunlich changierende Klangspektrum von ausschwingendem Metall. Chapeau!

Die große System-Fernbedienung ermöglicht die Steuerung des 8.2 DAC und weiterer Cyrus-Komponenten, aber auch von anderen Geräte wie Flatscreen oder TV Set Top-Box.

Mit der nächsten Musik lassen wir uns verführen: Die amerikanische Sängerin und Entertainerin Christy Baron hat sich einenTraum erfüllt und mit einer swingenden fünfköpfigen Combo zwölf ausgewiesene Evergreens aus Pop, Jazz und Soul aufgenommen, darunter auch die nicht ganz so bekannte Noel Brasil-Nummer „Columbus“. Die beginnt mit Cello, Klavier und dezenter Percussion. Die Musiker sind schön auf der imaginären Bühne verteilt, der Cyrus DAC 8.2 sorgt für eine sehr angenehme, natürliche Räumlichkeit. Das sonore, mit viel Gefühl und Innigkeit gestrichene Cello spielt sich gleich in unser Ohr, mit geschlossenen Augen erleben wir ein fabelhaft musiziertes Kleinkonzert. Und da sich nun auch Christy Baron wunderschön zu Wort meldet, lassen wir die Augen gleich zu. In ihrer warmen Stimme voller Schmelz liegt zugleich eine Zerbrechlichkeit, die wir mit jeder Gesangsphrase förmlich spüren können. Dieser Frau könnten wir den ganzen Tag zuhören, und durch die exzellente Feindynamik des Verstärkers bleibt uns auch nichts verborgen: Wir hören selbst die minimalen Atmer der Sängerin und auch die zart ausgesungenen Enden, etwa bei der finalen Zeile „And there’s peace in a traveling heart“ : das klitzekleine, kaum wahrnehmbar gehauchte „t“ am Ende beschert uns ein wohliges Bauchgefühl.

Der Cyrus 8.2 DAC bieten die Möglichkeit, einen AV-Video-Decoder oder -Receiver anzuschließen. Besonderheit: Im AV-Direct-Modus steuert der AV-Receiver die Lautstärke, nicht der Cyrus. So lässt sich eine AV-Anlage mit dem Cyrus und Stereo-Lautsprechern um klanglich hochwertige Front-Stereo-Kanäle erweitern.

Genug geschwärmt, wir springen vom intimen Genuss zum musikalischen Großformat: Wie kommt der Cyrus DAC 8.2 mit einem Sinfonieorchester zurecht? Wir entscheiden uns für die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, sie hat zusammen mit der Weltklasse-Geigerin Lisa Batiashvili das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven eingespielt. Diese Aufnahme verströmt schon durch die Saalgeräusche eine tolle akustische Gegenwart und Tiefe. Der Cyrus DAC 8.2 liefert hier jedes Atmosphärendetail, das während der leisen Passagen, in denen nur Lisa Batiashvili spielt, wahrnehmbar ist. Ihr Geigenspiel ist natürlich die Hauptattraktion. Es ist ein Hochgenuss zu hören, wie diese Virtuosin ihre sündhaft teure Stradivari zum Singen bringt, mit allen Strichgeräuschen des Bogens, mal zart, mal kratzend, aber immer ungemein präsent – das ist großes Klang-Kino, das durch den Cyrus DAC 8.2 zur Aufführung gebracht wird. Das gilt auch für das Tutti des Orchester: Wir hören einen herrlich transparenten Klangkörper, in dem jede Gruppe – seien es Streicher, seien es Bläser – perfekt geortet werden kann. Trotzdem Stimmen fügen sich die Stimmen zu einem homogenen Ganzen. Es ist wie bei einem gelösten Puzzle: Alles hat seinen richtigen Platz, alles passt zusammen, es kann nur so sein. Wenn alles derart selbstverständlich klingt, hören wir nicht nur eine erstklassige Interpretation, sondern auch eine ausgezeichnete musikalische Klangkette – und deren Kern ist in diesem Fall der Cyrus DAC 8.2.

Klasse Klangkette: Der 8.2 DAC in Kombination mit einem CD-Laufwerk wie dem Cyrus CD t und einem Paar hochwertiger Boxen sorgen für audiophilen Musikgenuss.

Fazit

Kleiner Verstärker? Das gilt für den Cyrus DAC 8.2 nur in Bezug auf die Gehäusemaße. Dieser Halbformat-Amp liefert mit seinen 70 Watt eine ungemein kraftvolle Vorstellung und bietet zudem eine klangvolle Kür: sehr entspannt, ohne Härten und Harschheit, dafür mit viel Transparenz und Klarheit. Hier kooperieren ein erstklassiger Konverter und eine ausgezeichnete Verstärkersektion – doch wer es noch audiophiler möchte, kann den Cyrus DAC 8.2 mittels DAC-Upgrade oder zusätzlichem Netzteil abermals aufwerten. Nächster Pluspunkt ist die große Anschlussvielfalt, sechs analoge und fünf digitale Eingänge lassen kaum Wünsche offen. Abgerundet wird das pralle Portfolio durch einen Kopfhörerausgang und Pre-Outs für verschiedene Einsatzmöglichkeiten wie Zwei-Zonen-Beschallung und Bi-Amping. Bei allen Möglichkeiten bleibt der Cyrus DAC 8.2 einfach in der Bedienbarkeit – und sorgt der Cyrus DAC 8.2 umgehend für hochgradigen Musikgenuss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

92 %

95 %

90 %

180412.Cyrus-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Cyrus
8.2 DAC
Produktkategorie:- Vollverstärker/DAC
Preis:1.895,00 Euro
Garantie:- 2 Jahre
- 3 Jahre bei Registrierung
Ausführungen:- Schwarz
- Silber
Vertrieb:Bellevue Audio, Unna
Tel.: 02303 / 3050178
www.bellevueaudio.de
Abmessungen (HxBxT):75 x 215 x 365 mm
Gewicht:6,9 kg
Eingänge (analog):6 x Line unsymmetrisch (Cinch)
1 x MC Bus
1 x externe Stromversorgung PSX-R
Eingänge (digital):2 x elektrisch(Cinch, koaxial, S/PDIF)
2 x optisch (Toslink, S/PDIF)
1 x USB Typ B (für Anschluss an Computer oder Laptop)
Ausgänge (analog):1 x Kopfhörer (Klinke, 3,5 mm)
2 x Vorverstärker (Cinch)
1 x Zone 2
2 x Lautsprecher
1 x MC Bus
Maximale Samplingrate/
Auflösung
- S/PDIF: PCM 192 kHz / 24 bit
- USB: PCM 48 kHz / 16 bit
Verstärkerleistung:- 2 x 70 W (8 Ohm)
- 2 x 115 W (4 Ohm)
(Herstellerangaben)
Lieferumfang:- Cyrus 8.2 DAC
- Fernbedienung
- 1 Satz Hohlbanana-Stecker
- 2 Netzkabel (Euro/UK)
- Ferrit-Kern für Netzkabel
- Bedienungsanleitung (auf CD und in Papierform)
- Garantiekarte
Besonderheiten:- Halbformat-Verstärker
- sehr ruhiger, ausgewogener und kraftvoller Klang
- extrem stabiles Magnesium-Druckgussgehäuse
- erstklassige Verarbeitung
- einfache Bedienung
- Upgrade-Möglichkeiten: Betrieb mit optionalem externem Netzteil PSR-X.2 / modulares Upgrade zum 8.2 DAC Qx per Qx-Konverterplatine
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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