von

Redakteur
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

Röhre contra Transistor: Der Streit um den besten Verstärkerklang elektrisiert Generationen von Musikhörern. Dieses Entweder-oder verwandelt der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature nun in ein Sowohl-als-auch: Der Phono-Vorverstärker setzt auf Halbleitertechnik für die Amplifikation, während glimmende Vakuum-Kolben die klangliche Veredelung besorgen. Doch die Dualität geht noch weiter: Der Amp eignet sich für MM- und MC-Plattenspieler, er lässt sich in punkto Impedanz und Kapazität an das Abtastsystem anpassen, er besteht aus Verstärker und externem Netzteil – und auch hier gibt es zwei Qualitätslevel. Die höchste Ausbaustufe mit der Signature Power Supply hat das lite-Magazin getestet.

Der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature mit der externen „Signature Power Supply“-Stromversorgung stellt den Maximalausbau dieses Phono-Vorverstärkers dar.

Wir haben sie schon beim Hornlautsprecher SteinMusic High Line S gestellt, mit dem Eintreffen unseres aktuellen Testobjekts stellt sich diese Frage wieder: Macht SteinMusic eigentlich alles? Das aktuell präsentierte Portfolio der High-Ender umfasst neben einem stattlichen Angebot an Lautsprechern ein komplettes Kabelsortiment, Powerbars, Raumakustik-Optimierer und Speaker-Matches, ein Plattenspieler-Tonabnehmersystem sowie zwei Verstärker-Linien. Doch Chefentwickler Holger Stein und sein Team haben in den rund 30 Jahren, die die Mülheimer Manufaktur bereits besteht, eigentlich schon jede Komponente kreiert, die für die Musikwiedergabe nötig und förderlich ist – und dazu gehört natürlich auch die amtliche Amplifikation und Aufbereitung des Plattenspieler-Signals. Die physisch greifbare Antwort auf die Eingangsfrage ist diesmal also ein Phono-Vorverstärker – und diesen SteinMusic Stateline Phono 2 Signature schauen wir uns jetzt näher an.

Der schlanke Halbformat-Verstärker punktet schon optisch mit seiner glänzenden Front und den hölzernen Füßen.

Glänzende Erscheinung

Der Stateline Phono 2 Signature hat sofort einen glänzenden Auftritt – Dank seiner spiegelnden Front. Sie besteht aus einer acht Millimeter dicken Scheibe aus schwarzem Acrylglas. Die Ecken sind zu sanften Rundungen geschliffen, das erhöht die Eleganz der Erscheinung. Diese Stirnseite überragt das sich anschließende Gehäuse zu allen Seiten um einen Zentimeter. Dadurch lässt sie den eh schon langgezogenen Korpus noch schlanker wirken und in der frontalen Ansicht fast verschwinden. Dieser etwa 6 mal 13 mal 28 Zentimeter messende schwarze Quader beherbergt die Verstärkerelektronik in einem stabilen Metallgehäuse aus millimeterdicken Blechen. Ihre rau strukturierte, matte Oberfläche bildet einen schönen Gegensatz zur glänzenden Front. Auf der Vorderseite finden wir gerade mal zwei Features: Im Zentrum sitzt eine kleine, blau leuchtende Betriebs-LED, und linker Hand ist der An/Aus-Schalter positioniert, realisiert als Kippschalter mit zierlichem Metallhebel. Diese Reduziertheit steigert die noble Anmutung des SteinMusic Stateline Phono 2 Signature. Sein Schwarz wird allein durch die angeschraubten Gerätefüße kontrastiert. Wie schon bei den von uns getesteten Hornlautsprechern SteinMusic High Line S geschieht die Ankopplung an den Untergrund mit Rondellen aus amerikanischem Walnussholz. Laut Holger Stein sorgt dies für einen natürlichen und präziseren Klang aufgrund der optimalen Ableitung von klangschädlichen Vibrationen, wohingegen konisch geformte Spikes den Energietransfer behindern und Gummifüße die Energie zwar erst aufnehmen, sie später aber wieder freigeben. Holz ist also das Mittel der Wahl für die vier Füße, bei unserem Modell haben allerdings nur drei Kontakt zum Untergrund, weil ein Rondell geringfügig dünner ist. Damit sind wir schon bei der Unterseite des SteinMusic Stateline Phono 2 Signature – und hier präsentiert der Phono-Vorverstärker eine großartige Anpassungsfähigkeit.

Um Brummen zu verhindern, ist der Verstärker mit einer Erdungsklemme ausgestattet. Die Signalführung geschieht ein- und ausgangsseitig unsymmetrisch über Cinch-Buchsen.

Optimal anpassbar: MM/MC-Wahl und Subsonic-Filter …

Die Unterseite beherbergt vier rote sogenannte DIP-Schalter, sie werden scherzhaft auch „Mäuseklavier“ genannt. Es sind in der Elektrotechnik beliebte Bauteile, weil sie mit einer Reihe von kleinen Schiebeschaltern schnell und einfach die Einstellung oder Veränderung einer Grundkonfiguration erlauben. Auch der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature erlangt so eine große Vielseitigkeit und Flexibilität. Mit den beiden seitlich positionierten dreischaltrigen Mäuseklavieren wird zuerst die grundlegende Systemfrage entschieden: MM oder MC? Diese Kürzel stehen für Moving Magnet und Moving Coil. Dies sind die beiden verbreitetsten Arten von Plattenspieler-Abtastsystemen. Der Phono 2 Signature beherrscht natürlich beide Spielarten. Die nächsten Schiebeschalter dienen der Subsonic-Aktivierung. Dadurch werden die ganz tiefen Frequenzen abgesenkt. Das bietet sich an, wenn etwa Trittschall oder andere Vibrationen, die auch durch wellige Schallplatten erzeugt werden können, als Rumpelgeräusche zu hören sind und so den Plattengenuss stören. Der Subsonic- oder Rumpelfilter sorgt da für Abhilfe, beim SteinMusic Stateline Phono 2 Signature dämpft er alle Frequenzen bis 20 Hertz um drei Dezibel. Der Verlust an Musikinformation ist verhältnismäßig gering: Der wahrnehmbare Frequenzbereich beginnt selbst bei jungem und gesundem menschlichen Gehör bei eben jenen 20 Hertz. Der Gewinn an Klangqualität ist hingegen groß: Das Filter entlastet den Verstärker enorm, denn der subsonische Schall verlangt ihm viel Leistung ab, die allein für die Produktion von Störgeräuschen aufgewendet wird. Wer mit Rumpelgeräuschen Probleme hat, wird dieses Feature lieben!

Die roten Mäuseklaviere auf der Geräteunterseite ermöglichen mit ihren weißen Schaltern zahlreiche Einstellungen: MC- oder MM-System, Anpassung von Impedanz und Kapazität sowie Zu- oder Abschaltung des Subsonic-Filters.

… und mehrstufiger Angleich an das Abtastsystem

Mit den letzten beiden Schalter der kleinen Mäuseklaviere beginnt die Anpassung des Verstärkers an das Abtastsystem des verwendeten Plattenspielers. Da spielt der Systemtyp eine Rolle, also Moving Magnet oder Moving Coil. Aber auch beim gleichen Typ erfordern verschiedene Modelle unterschiedliche Voraussetzungen, damit sie optimal klingen. Diese Voraussetzungen schafft der SteinMusic Stateline Phono 2, denn er besitzt über seine insgesamt vier Mäuseklaviere ein vielstufiges Einstellsystem für den Eingangswiderstand und die Eingangskapazität. Die Kapazität lässt sich, ausgehend von 0 Pikofarad (pF), in drei Stufen um 82, 150 und 232 Pikofarad erhöhen. Das ist für MM-Systeme relevant, weil sie empfindlich auf die Kapazität des verwendeten Anschlusskabels reagieren. Mithilfe der Mäuseklaviere schafft man hier einen Ausgleich. Die Impedanz lässt sich noch umfangreicher anpassen. Gleich sieben DIP-Schalter der beiden großen Mäuseklaviere sind hierfür reserviert. Durch verschiedene Schalterkombination lassen sich 22 Werte zwischen 27 Ohm und 47 Kiloohm einstellen. Während MM-Systeme eigentlich immer mit diesem Maximalwert optimal arbeiten, ist bei MC-Systemen die ganze Bandbreite möglich. Die Hersteller der Abtastsysteme geben zumeist mit der Bezeichnung „Abschlusswiderstand“ an, welche Einstellung für ihr Modell ideal ist – und der SteinMusic Stateline Phono 2 listet mit einer Tabelle auf der Geräteunterseite seine vielfältigen Möglichkeiten auf. Ein wenig ausprobieren kann hier generell nicht schaden, die Flexibilität des Verstärkers macht’s ja möglich.

Die Tabelle zeigt, mit welcher Schalter-Kombination welcher Impedanz-Wert erreicht wird.

Class A-Verstärker für sauberste Amplifikation

Das Herzstück des SteinMusic Stateline Phono 2 ist aber natürlich seine Verstärkersektion. Hier arbeitet eine Class-A-Schaltung in reiner Transistor-Technik. Sie ist mit diskreten Bauteilen realisiert, kommt also ohne monolithische integrierte Schaltkreise aus. In der Eingangsstufe wirken selektierte Transistoren, sie weisen identische Betriebswerte auf und garantieren damit eine exakt gleiche, präzise Verstärkungsarbeit. Die Class A-Schaltung ist klanglich das Nonplusultra, weil die Transistoren hier in ihrem Parade-Bereich arbeiten können, in dem sie vollkommen linear verstärken, also ohne Verbiegungen und Verzerrungen. À propos Verzerrungen: Ein Phono-Verstärker muss ja immer noch eine zweite Aufgabe erfüllen, nämlich die Entzerrung des Signals, das die Platte liefert. Die in der Rille sitzende Musik ist nämlich modifiziert: Hohe und tiefe Frequenzen werden mit unterschiedlich veränderten Auslenkungen in das Vinyl geschnitten. Erst durch diese absichtliche Verzerrung passt die Musik überhaupt in der uns bekannten Spieldauer auf die Platte. Die systematische Deformation des Musiksignals geschieht gemäß einer sogenannten Schneidekennlinie. Sie ist quasi die Anleitung zur Verformung, und wer diese Anleitung kennt, weiß, wie er die Verformung später wieder rückgängig machen kann. Genau diese Linearisierung erledigt der Entzerrer. Er arbeitet nach dem gängigen Schneidekennlinien-Standard der Recording Industry Association of America (RIAA). Diese RIAA-Entzerrung geschieht beim SteinMusic Stateline Phono 2 auf zwei Wegen – auch hier also wieder ein Dualismus: Die hohen Frequenzen werden passiv entzerrt, die tiefen Frequenzen hingegen aktiv. Beide Entzerrer-Abteilungen sind dabei in komplett voneinander getrennten Schaltungen realisiert.

Die sechspolige Buchse dient dem Anschluss des externen Netzteils.

Röhren-Veredlung zum „Signature“

Der SteinMusic Stateline Phono 2 ist über die per se erreichte Flexibilität hinaus auch noch aufrüstbar. Die Hauptplatine des Verstärkers bleibt dabei stets gleich, es ändert sich nur die Peripherie. Die erste Upgrade-Möglichkeit lässt sich innerhalb des Gehäuses unterbringen, hier ist Platz für den Einbau eines Moduls, das den Verstärker zum SteinMusic Stateline Phono 2 Signature erhebt. Dieses Modul ist mit vier Röhren bestückt, doch sie verwandeln den Verstärker mitnichten in ein Röhren-Kraftwerk. Auch mit dem Signature-Upgrade bleibt der Phono-Amp ein waschechter Transistorverstärker. Das Stereo-Signal wird lediglich durch die beiden Röhrenpaare durchgeschleift, sie dienen also nicht der Verstärkung, sondern allein der klanglichen Veredelung. Zum gleichen Zweck sind auf der Modulplatine eine Armada von über 60 hochwertigen Kondensatoren untergebracht, dazu kommen weitere Bauteilen wie zwei SteinMusic InLine Silver. Sie sollen die magnetischen Verzerrungen reduzieren, welche SteinMusic als Störfaktor identifiziert hat. Mit den letztgenannten Maßnahmen wird vor allem die Stromversorgung aufgewertet, was letztlich wiederum dem Klang zugute kommt. Beim Strom gibt es jedoch noch eine weitere Möglichkeit zur Aufrüstung.

Der Hologramm-Aufkleber bescheinigt die klangliche Adlung des Verstärkers durch den Einbau des Signature-Moduls.

Externes Netzteil

Der SteinMusic Stateline Phono 2 wird standardmäßig mit einem externen Steckernetzteil geliefert. Die Auslagerung der Stromversorgung ist sinnvoll, denn so ist die sensible Audio-Elektronik entfernt von den elektromagnetischen Störeinflüssen, die insbesondere von Transformatoren ausgehen und zu Brummen oder Sirren führen können. Nun ist ein Steckernetzteil in seinen Leistungsdaten begrenzt, nicht umsonst haben viele Verstärker eine Stromversorgung, die mit gewichtigen Ringkern-Spannungswandlern für eine hohe Stromlieferfähigkeit bürgen und mit satt dimensionierten Elektrolytkondensatoren für eine ultrastabile und saubere Spannung sorgen. Gerade für die zarten Audiosignale vom Plattenspieler ist es wichtig, dass die Verstärkerelektronik geräuschfrei und ruhig arbeitet. Dafür ist eine Versorgung mit sauberem Strom eine Grundvoraussetzung. Deshalb lässt sich der Phono-Vorverstärker mit der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature Power Supply aufwerten. In dem Gehäuse, das exakt dem des Verstärkers gleicht, arbeiten drei stattliche Umsetzer, von denen zwei als Trenntransformatoren eingesetzt werden, um Störsignale fernzuhalten. In dieser höchsten Ausbaustufe, also mit Signature-Modul und großem Netzteil, kann der Verstärker seine klangliche Bestleistung erreichen – und in dieser Konfiguration wird er nun von uns getestet.

Die „Signature Power Supply“ ist gegenüber dem standardmäßigen Steckernetzteil die große Stromversorgung. Sie gleicht optisch dem Verstärker und sorgt akustisch für eine ruhigere Wiedergabe.

Der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature in der Praxis

Wir haben als Verstärker den Magnat RV 4 und als Plattenspieler den Elac Miracord 90 Anniversary ausgesucht. Der Vinyldreher ist mit einem Moving Magnet-Tonabnehmersystem bestückt. Es handelt sich dabei um eine Sonderanfertigung des amerikanisch-japanischen Abtaster-Spezialisten Audio-Technica auf der Basis des bekannten AT 440 MLb. Die hier eingesetzte Diamantnadel ist nicht elliptisch geschliffen, sondern besitzt einen raffinierteren sogenannten MicroLine-Schliff, der bei anderen Herstellern auch unter den Bezeichnungen SAS oder Microridge bekannt ist. Dieser spezielle Schliff ermöglicht eine bessere Höhenabtastung und weniger Verzerrungen, dem System wird aber auch eine gewisse Dezenz im Bassbereich attestiert. Wir setzen an dem Mäuseklavier des SteinMusic Stateline Phono 2 Signature die Impedanz auf den von Audio-Technica empfohlenen Wert von 47 Kiloohm. Bei der Eingangskapazität gilt der Tonabnehmer als etwas kritisch, mehr als 120 Pikofarad sollten es bei der Phonostufe nicht sein, also stellen wir mithilfe der DIP-Schalter erst mal „+82 pF“ ein. Jetzt alle Amps an – und schon bevor der erste Ton von der LP kommt, haben wir den ersten Genuss: Der Phono-Vorverstärker arbeitet beeindruckend geräuscharm, erst bei weit aufgerissenem Amp ist ein leises Rauschen vernehmbar, aber absolut keine Brummgeräusche. Top! Hier zahlt sich einerseits die Qualität der Schaltung aus, andererseits auch die Erdungsklemme. Ohne sie sind die Störgeräusche bei hoher Lautstärke deutlich zu hören, das ist generell eine durchaus übliche Begleiterscheinung wegen der Empfindlichkeit des Abtastsystems und der Zartheit des Phonosignals. Die Erdungsklemme sollte also nach Möglichkeit genutzt werden. Jetzt starten wir endlich mit einem uns vertrauten Track: „I’m Not Givin’ In“ von Thorbjorn Risager & The Black Tornado. Die Bluesband, die vor zwei Jahren schon im WDR Rockpalast abräumte, zeigt hier ihre harte Seite und lässt es mit viel musikalischer Energie und einer exzellenten Einspielung ordentlich krachen. Der Song klingt auch mit dem SteinMusic Stateline Phono 2 Signature gewohnt druckvoll und voluminös – aber ungewohnt dumpf. Klare Sache: Die Kapazität ist immer noch zu hoch gewählt. Wir schieben die Schalter auf der Geräteunterseite auf die „0 pF“-Stellung – und schon geht die Sonne auf!

Selbst mit externem Netzteil sind die Steigerungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft: Wer den Klang weiter verfeinern möchte, ersetzt die mitgelieferte Standard-Stromstrippe durch ein hochwertiges Netzkabel. Wir haben das SteinMusic Excel Power-R eingesetzt.

Jetzt klingt der Track wunderbar klar und knackig, so ist er produziert, und so gibt der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature ihn wieder. Das räudige Riff des Gitarristen hat genau die richtige Dosis Dreck und Härte. Wer meint, die Röhren-Klangveredelung des Signature-Moduls wäre ein Weichzeichner, wird hier eines Besseren belehrt. Auch der Glaube, dass man bei der Vinylwiedergabe auf satte Bässe verzichten muss, wird hier widerlegt – trotz der Bass-Dezenz des Abtastsystems. Auf die stampfenden Viertel der mordsgroßen, druckvollen Bassdrum fallen ab dem Refrain auch die stoischen Pfundtöne der Bassgitarre, das sorgt für ein fettes Fundament. Die Abschaltung des Rumpelfilters bringt sogar noch ein klitzekleines Plus an Tiefton. Wer keine Probleme mit Trittschall und Vibrationen hat, sollte auf den abschaltbaren Subsonic-Schutz also verzichten. Beim Ausprobieren der Einstellmöglichkeiten ergeben sich klangliche Veränderungen, aber es gibt eine Konstante: Der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature verrichtet seine Amplifizierungs-Arbeit völlig anstrengungsfrei und entspannt. Mit welcher Ruhe der Amp zu Werke geht, erleben wir auch mit Jacob Bellens’ Ballade „Beneath A Cloud“. Die von Stimme und Klavier getragene und mit Geigenklängen garnierte Nummer lässt gerade in der sparsam instrumentierten Einleitung viel Luft, und diese Luft ist sauber und frisch: Das Klavier und die Geigen können sich frei entfalten, der Klang ist offen, die Darstellung besitzt eine schöne Tiefe. Gerade die Streicher klingen dabei angenehm warm, fast einschmeichelnd. Dabei ist die Geige grundsätzlich ein kritisches Instrument, sie kann mitunter mit Harschheiten und hohen Tönen nerven, weshalb mancher sie als solistisch eingesetztes Instrument nicht goutiert. Bei „Beneath A Cloud“ fügt sich aber selbst die einzelne Violine, die die Verzierungen übernimmt, wunderbar in den Gesamtklang ein – ohne Härte, ohne Schärfe, aber auch ohne weichgezeichnet-diffus zu klingen. Hier leistet das Signature-Modul des Phono-Vorverstärkers glänzende Arbeit.

Die Netzbuchse der „Signature Power Supply“ zeigt mit einem grauen Punkt an, wo die Phase liegt – wer dieses „Ausphasen“ bis zur Steckdose betreibt, wird oft eine klangliche Verbesserung erzielen.

Diese Qualität kommt auch dem Gesang zugute: Er besitzt eine schöne Fülle, die leicht raue, aber trotzdem warme Stimme von Jacob Bellens ist geradezu ein Ohrschmeichler. Dank der feinen Auflösung und der tollen Abbildungskraft erleben wir den dänischen Singer/Songwriter ganz nah, wir registrieren geringste Stimmnuancen, minimale Mundbewegungen, kleinste Atmer – also all die Feinheiten, die notwendig sind, damit man eine intime Nähe spürt. Der Phono-Preamp kann das liefern, Bellens und seine Band geben uns so eine exklusive Privatvorstellung. Prima! Lässt sich mit dem Vorverstärker noch mehr rausholen? Mal sehen, was ein Abweichen von der empfohlenen Impedanzeinstellung bewirkt. Wir verändern sie am Mäuseklavier von 47 Kiloohm auf 2,7 Kiloohm, das ist die nächste Stufe. Sofort ist klar: Diese Veränderung ist nicht zuträglich, die Wiedergabe verflacht nun ein wenig. Mit dem Nominalwert haben wir also schon das Optimum erreicht. Aber: Besser geht eigentlich immer. In diesem Fall lässt sich noch ein wenig Potenzial durch ein abermaliges Aufrüsten der Stromversorgung abrufen: Wer statt der mitgelieferten Durchschnitts-Netzstrippe ein höherwertiges Kabel für den Weg von der Steckdose zum Phono-Vorverstärker einsetzt, wird mit einem Quäntchen Mehr an Definition und Punch belohnt. Die Sensibilität für solche Tuning-Maßnahmen ist ebenfalls ein Ausweis für Klangqualität – und der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature liefert auch hier.

Der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature mit der „Signature Power Supply“-Stromversorgung – hier angepasst an seinen Spielpartner, den Plattenspieler Elac Miracord 90 Anniversary.

Fazit

Der SteinMusic Stateline Phono 2 Signature glänzt als flexibler Vielkönner: Der Phono-Vorverstärker ist sowohl für MM- als auch für MC-Plattenspieler ausgelegt, Impedanz und Kapazität können in vielen Stufen an das Abtastsystem angepasst werden, und mit seinem Subsonic-Filter bietet er auf Wunsch einen effektiven Schutz vor Rumpelgeräuschen. Überdies punktet der Pre-Amp mit seinem modularen Konzept: Die „SteinMusic Stateline Phono 2 Signature“-Version ist der von uns getestete Vollausbau, es gibt den Amp aber auch ohne die große „Signature Power Supply“-Stromversorgung, dann wird der Verstärker mit einem kleinen externen Steckernetzteil betrieben. Zudem ist der Verstärker auch ohne das klangveredelnde „Signature“-Modul erhältlich. Mit dem maximalen Ausbau bekommt man allerdings auch den maximalen Spaß: Der Transistor-Verstärker in Class-A-Schaltung liefert im Verbund mit dem röhrenbewehrten „Signature“-Modul einen transparenten, offenen und detailreichen Klang – ohne Harschheiten, mit viel Ruhe. Dadurch sorgt er für einen entspannten Musikgenuss auf ausgezeichnetem Niveau.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1+
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: angemessen

96 %

94 %

94 %

180925.SteinMusic-Testsiegel

Technische Daten

Modell:SteinMusic
Stateline Phono 2 Signature
Gerätekategorie:Phono-Vorverstärker
Preise:- Stateline Phono 2: 999,00 Euro
- Stateline Phono 2 Signature: 1.999,00 Euro
- Stateline Phono 2 Signature Power Supply: 999,00 Euro
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:SteinMusic, Mülheim
Tel.: +49 208 32089
www.steinmusic.de
Abmessungen (HBT):Verstärker:
- 82 x 151 x 287 mm (Gehäuse)
- 82 x 151 x 400 mm (mit Schalter+Netzteilkabel)

Netzteil (Signature Power Supply):
- 82 x 151 x 287 mm (Gehäuse)
- 82 x 151 x 370 mm (mit Schalter+Netzteilkabel)
Gewicht:- Verstärker: 2,2 kg
- Netzteil: 3,4 kg
Anschlüsse:- Analog-Eingang (Cinch)
- Analog-Ausgang (Cinch)
- Erdungsklemme
Ausstattung:- MM/MC-Umschalter
- Masseklemme
- Subsonic-Filter
- Eingangswiderstands- und Kapazitätsanpassung
Lieferumfang:- SteinMusic Stateline Phono 2 bzw. SteinMusic Stateline Phono 2 Signature
- Steckernetzteil oder (gegen Aufpreis) Signature Power Supply
Besonderes:- ausgezeichneter Klang
- verschiedene Ausbaustufen möglich (Grundversion, mit Signature-Modul, mit Signature Power Supply)
- sehr gute Verarbeitung
- für MM- und MC-Plattenspieler
- Subsonic-Filter
- Eingangswiderstand und -kapazität einstellbar
- externes Netzteil
- attraktives Design
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%): 1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistung:angemessen

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt