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Redakteur

Um die B6-Serie von Acer gab es einen regelrechten Hype. Jetzt legt Acer den Nachfolger auf. B7 nennt sich die preislich sehr attraktive, neue Generation der Acer-Profimonitore, die laut Hersteller in wesentlichen Bereichen verbessert wurde. Das wollen wir genau wissen und haben uns dafür den Acer B277U genauestens angeschaut.

Elegantes Design, schmaler Rahmen und gestochen scharfes Bild. Das ist der Acer B277U.
Foto: Michael B. Rehders

Ist man auf der Suche nach einem sehr guten, bezahlbaren und universell einsetzbaren Monitor, ist die B6-Serie von Acer in aller Munde. Zu Recht! Immerhin haben die Modelle dieser Reihe tausendfach vollauf überzeugt. Die Begeisterung war und ist so groß, dass die Nachfrage nach B6-Modelle selbst nach Markteinführung der Nachfolger weiterhin enorm ist. Wer noch einen B6 kriegen konnte, hat die Chance genutzt. Nachvollziehbar aber nicht wirklich nötig, schließlich sollen die Nachfolge-Modelle in wesentlichen Punkten sogar einen Tick besser sein. Und das ohne künstliche Preiserhöhung, die B7-Reihe liegt nämlich im gleichen Preisbereich. Das hat mich neugierig gemacht, weil auch ich große Stücke auf die B6-Serie halte. Bevor ich aber ins Detail gehe, nehme ich einen Teil meines Fazits an dieser Stelle schonmal vorweg: Wer jetzt noch nach Restposten der B6 schaut, sollte unbedingt auch einen Blick auf die B7-Serie werfen. Eine erhöhte Lichtausbeute, mehr Kontrast und präzise Farben sind nur einige der vielen Verbesserungen und machen die Modelle der B7-Reihe zu einer absoluten Empfehlung!

Der Fuß nimmt die Sockelsäule sicher auf (Foto links) und wird von unten fixiert. Anschließend wird der Bildschirm in den Schnellverschluss eingehakt (Foto rechts). Ein vertrauenserweckendes Klacken signalisiert deutlich hörbar die Arretierung. Wer den B277U auseinander nehmen möchte, der muss dafür lediglich den Schieberegler am Schnellverschluss hochdrücken und kann das 27-Zoll-Display anschließend wieder abnehmen. Toll gelöst!
Fotos: Michael B. Rehders

Flexible Installation, natürliche Farben und hohe Auflösung

Wie von Acer gewohnt, kommt auch der B277U sicher verpackt in einem gut geschützten Karton in unsere Redaktionsräume. Der Monitor besteht insgesamt aus drei Teilen: Fuß, Sockelsäule und Bildschirm. Die erste Besonderheit die am B277U auffällt, ist seine clevere Montagetechnik. Sie macht jegliches Werkzeug überflüssig.
Sehr gut, so gestaltet sich der Zusammenbau ganz leicht und ist in maximal fünf Minuten erledigt. Der Profimonitor bietet WQHD-Auflösung. Auf einer Diagonalen von 69 Zentimetern (27 Zoll) verteilen sich dabei 2560 x 1440 Pixel. So werden auch kleinste Bildinhalte fein säuberlich abgebildet.
Da jeder B277U von Acer unmittelbar vor seiner Auslieferung individuell profiliert wird, kann das Display tatsächlich sofort genutzt werden. Eine aufwändige Kalibrierung ist nicht mehr nötig. Acer legt seinem B277U sogar ein Kalibrierungsprotokoll bei. Für professionelle Fotografen, Grafiker und anspruchsvolle Enthusiasten bedeutet das, dass sie ihre Bildwerke ab der ersten Minute in exakten Farben dargestellt bekommen. Acer legt aber noch einen drauf: Sollten PC oder Notebook doch mal inkorrekte Farben zuspielen, weil beispielsweise die Grafikkarte suboptimal funktioniert oder schlichtweg veraltet ist, kann dieser Umstand mittels eines Sechs-Achsen-Farbmanagements sofort korrigiert werden – das nötige Messequipment dafür natürlich immer vorausgesetzt. Das Acer Display-Widget verfügt über gleich vier Steuerbereiche. Sie ermöglichen, dass Anwender ihren B7-Monitor intuitiv konfigurieren können. Die dazu nötige Software kann hier heruntergeladen werden:
https://globaldownload.acer.com/supportfiles/files/support/sourcefile/Acer_Display_Widget.zip

Gleich zwei HDMI-Eingänge, zwei DisplayPort- und sogar fünf USB-Schnittstellen sorgen für viel Flexibilität. So lassen sich beispielsweise PC, Notebook, Blu-ray-Player, Spielekonsole, USB-Stick und Sat-Receiver gleichzeitig anschließen.
Foto: Michael B. Rehders

Ist das Programm installiert, können die vorgegebenen Bildmodi wie „sRGB“ oder „Movie“ auch gleich den jeweiligen Anwendungszwecken zugeordnet werden. Wer viel online unterwegs ist, der wählt „sRGB“, das ist das ideale Farbprofil für die allermeisten Browser. Heimkino und Gaming geht mit dem B277U aber auch. Wer einen Spielfilm auf dem Bildschirm sehen möchte wählt das Preset „Movie“. Beim Zocken kommt dagegen der „Game“-Modus zum Einsatz. Individuelle Farbanpassungen wie Kontrast, Helligkeit oder Farbsättigung können selbstverständlich ebenfalls für jedes Preset hinterlegt werden. Gut gefällt mir auch der Ausschalter neben dem Netzsteckeranschluss, der sich auf der Rückseite des Bildschirms befindet. Wer großen Wert auf die Umwelt legt, reduziert den Stromverbrauch des B277U bei Nichtnutzung damit auf Null.

Fertig zusammengebaut verleiht der schmale Rahmen dem Acer eine edle Optik. Darüber hinaus gibt der B277U sogar meine hochaufgelösten UHD-Fotoaufnahmen beeindruckend wieder.
Foto: Michael B. Rehders

Präzise Farben direkt aus dem Karton

In der Werkseinstellung erscheinen Bildinhalte bereits recht natürlich. Die Farbtemperatur ist allerdings ein wenig zu kühl und der Farbraum leicht erweitert. Wird in den Bildmodus „sRGB“ geschaltet, werden sämtliche Farben schlagartig präzise dargestellt. Die Farbtemperatur verläuft über sämtliche Helligkeitsstufen mit 6500 Kelvin (D65) lehrbuchmäßig. Gamma und Farbraum treffen ihre Vorgaben punktgenau. Damit kann ich die vorzüglichen Werte bestätigen, die Acer auf dem mitgelieferten Messprotokoll angibt. Dafür gibt es dann auch gleich ein paar Extrapunkte. Nicht so schön finde ich hingegen Folgendes: Sollte die Grafikkarte des angeschlossenen PC falsche Farben zuspielen und der Fotograf will den aktiven „sRGB“-Modus korrigieren, schaltet der Monitor „unbemerkt“ in den Nutzer-Modus. Schon die Änderung der Hintergrundbeleuchtung reicht aus, um den Bildmodus zu ändern. Wird anschließend wieder in den „sRGB“-Modus zurückgeschaltet, stehen dort nach wie vor die Werkseinstellungen. Im „User“-Modus können hingegen alle gewünschten Einstellungen vorgenommen werden. Leider lässt sich der zu große Farbraum dort aber nicht korrigieren. Wird hier „sRGB“ ausgewählt, wechselt der Bildmodus sofort in das gleichnamige Preset. Über diesen Umstand haben wir Acer informiert und hoffen auf ein Softwareupdate. Wirklich tragisch ist das alles aber nicht. Der Bildmodus „sRGB“ ist ab Werk nämlich bereits richtig gut voreingestellt. Sollten wie oben beschrieben Änderungen gewünscht werden, weil z.B. der PC falsche Farben ausgibt, kann dieser Umstand via Softwarekalibrierung auch ganz simpel behoben werden. Dem optional zu erwerbenden Messsensor (z B. i1 Display Pro) liegt beispielsweise eine Kalibrierungs-Software bei, mit der der Monitor dann ganz einfach neu profiliert werden kann. Das geht ganz schnell und tatsächlich unkompliziert.

Die Tastatur fürs On-Screen-Menü befindet sich auf der Gehäuserückseite. Oben ist der Ein/Ausschalter platziert. Unten ist ein Joystick installiert, mit dem es sich sehr bequem durch die Einstellungen navigieren lässt.
Foto: Michael B. Rehders

Die Leuchtdichte von 137 cd/m² (sRGB) ist ideal für einen optimierten Grafiker-Arbeitsplatz. Selbst abgebildete helle Flächen blenden auf dem Display nicht. Wird der Acer in sonnendurchfluteten Büros eingesetzt, bietet sich hingegen der „Standard“-Modus an. Mit 337 cd/m² und 7100 Kelvin ist der zwar nicht ganz normkonform, gewährleistet aber unter diesen Lichtbedingungen eine exzellente Brillanz. Der gemessene Kontrast beträgt beeindruckende 1213:1 (On/Off), was für eine herausragende Plastizität sorgt. Damit übertrifft mein Messwert die Herstellerangabe sogar um satte 20 Prozent, wofür ich gleich mal weitere Extrapunkte verleihe. Zusammengefasst lässt sich Folgendes sagen: Unsere Labormessungen zeigen eindrucksvoll, dass Acer mit der neuen B7-Serie alles tatsächlich ein wenig besser macht als beim legendären Vorgängermodell aus der B6-Reihe. So muss ein Upgrade aussehen. Bravo!

So leicht gelingt die Darstellung natürlicher Farben

An dieser Stelle geben wir gern mal Einstellungstipps für eine präzise Farbdarstellung. Acer hat es uns mit dem B277U diesbezüglich sehr leicht gemacht. Im On-Screen-Menü muss nur in den Bildmodus „sRGB“ gewechselt werden, schon wird dieser Standard punktgenau eingehalten. Nur selten habe ich einen so gut voreingestellten Monitor im Testlabor gehabt. Eine solche Präzision ist absolut lobenswert.

Die Schnellauswahl im On-Screen-Display wird mit einem beliebigen Tastendruck geöffnet. Wer unter „Modus“ auf „sRGB“ schaltet, erhält eine präzise Farbreproduktion nach sRGB-Standard.
Foto: Michael B. Rehders

B277U: Von Profis für Profis

Nachdem die umfangreichen Messungen abgeschlossen sind, geht es für den Praxistest zurück ins Büro. Und dort gibt es dann gleich die erste gute Nachricht: Der Acer B277U besitzt ein IPS-Panel, das auch aus seitlichen Betrachtungswinkel eine gute Darstellung verspricht. Damit hat der Hersteller auch nicht übertrieben. Bis zu 178 Grad beträgt der optimale Winkel, aus dem die Draufsicht ohne nennenswerten Helligkeitsabfall noch möglich ist. Nach dem kinderleichten Zusammenbau und Anschluss von PC, Blu-ray-Player und Notebook richte ich das Display nun auf meinen Sitzplatz aus. Dank ergonomischer Beschaffenheit ist dieser Punkt schnell erledigt. Der B277U ist höhenverstellbar, dreh- und neigbar – und zwar jeweils in beide Richtungen. Jetzt kann der Test beginnen. Meine Kollegin bringt mir schnell noch einen Kaffee mit und setzt sich zu mir. „Das Bild sieht richtig schön aus“, lobt sie den Acer. „Sieht es in Lissabon wirklich so aus?“ Ich nicke kurz mit dem Kopf und antworte mit einem zufriedenen „Ja“.

Das Display ist höhenverstellbar, so dass es exakt auf den Arbeitsplatz ausgerichtet werden kann.
Foto: Michael B. Rehders

Side by Side für den Journalisten

Für meine Reviews von Spielfilmen ist es nützlich, wenn diese auf demselben Bildschirm dargestellt werden, auf dem ich gleichzeitig den Text verfasse. Die Side-by-Side oder auch Bild-in-Bild-Funktion des Acer B277U macht genau das möglich. Der Anwender kann hier bestimmen, von welchem Zuspieler (also DVD-Player oder PC) der Inhalt in einem kleinen Fenster (oder auch vollformatig) zu sehen ist. Die Einstellungen im Menü sind selbsterklärend.
Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Während der Arbeit kann beispielsweise auch die spannende Sportübertragung in einem kleinen Fenster oben links verfolgt werden, während der übliche Schreibkram auf dem restlichen Display erledigt wird. Aktienkurse lassen sich beispielsweise auf gleiche Art und Weise verfolgen, während nebenan Tabellen oder Grafiken erstellt werden. Die Wiedergabe von Überwachungskameras ist ebenso möglich. Die 27 Zoll des Acer B277U sind tatsächlich ausreichend bemessen, um alle Einzelheiten zu erkennen.

Dank IPS-Panel-Technologie gestattet der P277U die Draufsicht auch aus extrem seitlicher Position. Wer gemeinsam mit seinem Kunden Bilder bearbeitet, wird dieses Feature sehr zu schätzen wissen. Originalgetreue Farben und Luminanzen sind von jedem Nutzer sehr gut zu erkennen.
Foto: Michael B. Rehders

Fotos mit echten Farben

Meine Fotos erscheinen auf dem B277U glasklar. Die Villa auf Mallorca versprüht sofort Urlaubsgefühl. Bei diesem Anblick kann ich den warmen Wind auf meiner Haut förmlich wieder spüren. Fast so, wie ich ihn wahrgenommen habe, als ich dort im Frühling ein Foto-Shooting hatte. Palmen werden lebensecht dargestellt, der feine Kies leuchtet im hellen Sonnenlicht. Dank des vorzüglichen Kontrastumfangs des Acer besitzen selbst Schattenbereiche eine erstaunliche Zeichnung. An der im Hintergrund sichtbaren Finca sind sogar die roten Fensterläden ohne Schwierigkeiten zu erkennen. So macht die Bildbearbeitung Spaß!
Für die Wiedergabe von Spielfilmen bietet der Acer B277U mir dann einen Movie-Modus an. Für meinen Geschmack wird das Bild hier aber ein wenig zu poppig reproduziert. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht spektakulär aus, ist aber eben nicht ganz richtig. Deshalb empfehle ich für alle Anwendungen eher den Modus „sRGB“, weil dieser Modus Farben, Gamma und Kontraste am besten darstellt. Inhalte werden hier nicht ins Weiß überstrahlt und auch die Durchzeichnung dunkler Bereiche gelingt perfekt. Zudem werden Texte gestochen scharf dargestellt, absolut frei von unschönen Säumen. Das beweist: Der Acer B277U eignet sich also auch ganz vorzüglich als universell einsetzbarer Büromonitor.

Am Arbeitsplatz stellt der Acer B277U Farben vortrefflich dar: Sämtliche Details sind klar und deutlich zu erkennen.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Der Acer B277U aus der neuen B7-Serie ist ein richtig guter Monitor. Und er macht alles ein wenig besser als sein beliebter Vorgänger aus der B6-Reihe. Ein Display wie geschaffen für Fotografen, Grafiker und Texter, die einen preiswerten und ergonomischen Monitor mit umfangreicher Ausstattung suchen. Dank des sehr hohen Kontrastumfangs, feiner WQHD-Auflösung und perfekter sRGB-Voreinstellung werden Bildwerke auf diesem 27 Zoll Display tatsächlich originalgetreu reproduziert. Hinzu kommen die einfache Montage, Vorkalibrierung und diverse Justagemöglichkeiten.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1+
Klasse: Mittelnklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

98 %

94 %

97 %

181127.Acer-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Acer
B277U
Gerätekategorie:Grafik-Monitor
Preis:349,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
Vertrieb:Acer, Ahrensburg
Tel.: +49 4102 4880
www.acer.de
Abmessungen (HBT):528 x 614 x 68 mm
Gewicht:7,77 Kg
Seitenverhältnis:16:9
Bildschirmdiagonale:27 Zoll
Bildauflösung:2560 x 1440 Pixel
Helligkeit:137 Nits (kalibriert)
Kontrast:1213:1 (On/Off) kalibriert
Anschlüsse:2 x HDMI
5 x USB
1 x DisplayPort
1 x DisplayPort Mini
Lieferumfang:- B277U
- 1 Tischfuß
- 1 Standsäule
- Netzkabel
- Schnellanleitung
Besonders:+ 27-Zoll-Bildschirm
+ WQHD-Auflösung
+ sRGB mit standardisierter Farbdarstellung
+ Individuell vom Hersteller kalibriert
+ 6-Achsen-Farbmanagement
+ Splitscreen-Technik
Benotung:
Bildqualität (50%):1,+
Praxis (25%):1,0
Ausstattung (25%):1+
Gesamtnote:1+
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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