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Wenn ein Testobjekt den Zusatz „XX – Xtreme Xplosives“ trägt, sind zurückhaltende Töne wohl eher nicht zu erwarten. Mehr noch: Ein Knopfdruck genügt, und die JVC-On-Ears HA-XP50BT zünden so richtig. Dafür sorgt der One-Touch-Bass Boost.

Der HA-XP50BT ist ein eng anliegender On-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Funktion.

Mit Musik auf den Ohren den Weg zur Schule oder zur Arbeit verkürzen, das Workout oder die Hausarbeit ein wenig erträglicher gestalten oder einfach zum Relaxen auf dem Sofa – viele von uns können sich ein Leben ohne Kopfhörer kaum mehr vorstellen. Over-Ears, On-Ears und In-Ears gibt es mittlerweile auch in Bluetooth-Ausführung wie Sand am Meer. Da müssen sich die Hersteller schon etwas Besonderes einfallen lassen, um auf ihre Vorzüge aufmerksam zu machen. JVC setzt bei seinem HA-XP50BT auf den „Urban Street Style“ und den dazu passenden, abgrundtiefen Bass.

Longboard, Streetball & JVC

EIn Blick auf den JVC HA-XP50BT genügt, und es fällt sofort die robuste Optik mit den dezenten, roten Farbakzenten ins Auge. Dank seiner stabilen Bauweise sei er bestens für den harten Einsatz draußen und den „Urban Street Style“ geeignet, heißt es. Und schon fallen mir zahlreiche Möglichkeiten ein, bei dem der Bluetooth-Kopfhörer wirklich eine sehr gute Figur machen würde: Beim Skaten oder Cruisen mit dem Longboard, beim Körbe werfen auf dem Streetball-Feld, während der abenteuerlichen Trekking-Tour oder anderen Outdoor-Aktivitäten.
Dabei gibt es dann ordentlich was auf die Ohren: In den Ohrmuscheln sind 40-Millimeter-Neodym-Treiber verbaut. Gemeinsam mit JVCs Extreme Deep Bass Ports verspricht der Kopfhörer so eine kraftvolle Tieftonwiedergabe. Für diejenigen, die noch Lust auf eine Extraportion Bass haben, gibt es zudem den One-Touch-Bass-Boost. Ein Klick mit dem Finger … und der Tiefenrausch beginnt! Auch wenn der tiefschwarze JVC robust und mit seinen roten Farbakzenten optisch ein wenig teuflisch daherkommt, ist die Zielgruppe nicht zwingend auf coole und junge Männer festgelegt. Das Rot sollte auch weiblichen Kopfhörer-Liebhabern zusagen. Und auch reifere Musik-Fans dürften von der stabilen, gleichermaßen aber auch edlen und schicken Optik angetan sein. Stellt sich nur noch die Frage, ob man gerne On-Ears tragen möchte oder eher eine andere Version bevorzugt …

Der Bügel ist unterseitig gepolstert. Das sorgt für einen bequemen Sitz. Die rote Oberfläche lässt den HA-XP50BT zudem frisch und modern wirken.

On-Ears punkten mit räumlichem Klang

Beim JVC HA-XP50BT sitzen die Ohrmuscheln direkt auf den Ohren. Das ist das Merkmal sogenannter On-Ears. Bei Over-Ears hingegen werden die Ohren vollständig umschlossen, bei In-Ears handelt es sich salopp gesagt um Ohrstöpsel. Hier ein kurzer Überblick:

On-Ears:
Weil die Ohrmuscheln, wie bereits erwähnt, auf den Ohren aufsitzen, sind sie gegen Außengeräusche oft nicht ganz so gut abgeschirmt wie Over- oder In-Ears. Allerdings ist der Tragekomfort bei ausgedehnten Hörsessions meist angenehmer als bei In-Ears, bei denen auch Ohrstöpsel unbequem werden könnten. Dieses Empfinden ist aber sehr subjektiv und von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell durchaus sehr unterschiedlich. On-Ears – wie der JVC HA-XP50BT – gelten als weniger gesundheitsschädlich, weil sie weiter vom Trommelfell entfernt sind als die Ohrstöpsel-Variante. Darüber hinaus erreichen sie einen sehr guten räumlichen Klang.

Auch wenn er vielleicht etwas voluminöser wirkt: Der JVC HA-XP50BT ist ein On-Ear-Kopfhörer.

Over-Ears:
Diese Kopfhörer-Variante umschließt das Ohr vollständig. Das sorgt zumeist für einen bequemen Sitz, festen Halt und ein angenehmes Tragegefühl. Je nach Art der Isolierung der Ohrmuschel haben unerwünschte Nebengeräusche kaum eine Chance die Musikwiedergabe zu beeinträchtigen. Allerdings – würden Kritiker nun einwerfen – kann eine völlige Abdichtung auch dafür sorgen, dass das Gehör geschädigt wird. Aber das gilt natürlich immer, wenn Musik zu laut und zu lange auf den Ohren dröhnt. Ein möglicher Nachteil der Over-Ears im Vergleich zu den anderen Varianten, wie auch dem JVC HA-XP50BT: Wenn die Bauweise keine gute Belüftung zulässt, können leicht schwitzige Ohren die Folge sein…

In-Ears:
Der größte Unterschied zu den beiden zuvor genannten Versionen liegt darin, dass sie wie Ohrstöpsel in den Gehörgang gesteckt werden. Sitzt der In-Ear optimal, ist der Raum zwischen Trommelfell und Membran sehr gering, was folgende Vorteile bietet: Störende Außengeräusche dringen nicht durch, zudem kann die Membran auch mit kleiner Auslenkung reichlich Energie erzeugen, was eine sehr gut Klangqualität, insbesondere bei der Basswiedergabe, zur Folge hat. Und: Die Stöpsel sind extrem platzsparend, können also problemlos überall mit hingenommen werden. Doch Vorsicht: Wer zu laut oder zu lange auf hohen Pegeln hört, belastet seine Ohren mehr als bei On- oder Over-Ears. Der Schall trifft nämlich direkt aufs Trommelfell und kann nicht entweichen.

Zehn Minuten laden, drei Stunden hören

Doch zurück zu meinem Testgast: Um den JVC HA-XP50BT startklar zu bekommen, muss er zunächst aufgeladen werden. Ein entsprechendes Micro-USB-Kabel ist mit im Lieferumfang enthalten. Zudem dabei: Ein abnehmbares Kopfhörerkabel, um auch ohne Bluetooth Musik hören zu können. Dieses engt einen dank seiner 1,20 Meter Länge aber keineswegs ein und lässt ausreichend Bewegungsfreiheit. Etwa dreieinhalb Stunden dauert es, dann ist der Akku komplett geladen und soll anschließend für bis zu 40 Stunden Musikgenuss sorgen. Für ganz Eilige gibt es zudem die Schnellladefunktion: Sie verspricht drei Stunden Akkulaufzeit bei nur zehn Minuten Ladezeit.

Farbspiel: Die integrierten Treiber sind von einer roten Stoffapplikation verdeckt.

Robuster Materialmix im HA-XP50BT

Mit seinem Materialmix aus metallenem Bügel, stabiler Kunststoffmechanik und weichem, knallrotem Kunstleder kommt der 200 Gramm leichte JVC HA-XP50BT gleichermaßen robust und edel daher. Der Bügel, der sich nahezu stufenlos verstellen lässt, ist auf der Oberseite schwarz, mit Mini-Schrauben versehen – das unterstreicht die Outdoor-Optik. Innen ist er in einem knalligen, aber keineswegs aufdringlichen Rot gehalten. Weiter unten weisen „Right“ und „Left“ auf den richtigen Sitz der On-Ears hin. Auf den Außenseiten hat JVC dezent seinen Schriftzug platziert, darunter findet sich das Drehgelenk: Dieses sorgt zum einen für einen optimalen Sitz, zum anderen lassen sich die Kopfhörer so platzsparend im Rucksack oder einer Reisetasche verstauen.
In der Mitte der weichen Ohrpolster aus Kunstleder findet sich erneut ein kreisrunder, roter Farbklecks. Außen schützen robuste Gummiprotektoren die Ohrhörer vor Stößen und Vibrationen. „Xtreme Xplosives“ nennt JVC seine bassbetonte Kopfhörerreihe. Damit das auch jeder sieht, ist auf den Ohrmuscheln jeweils die Abkürzung „XX“ zu sehen. Flankiert wird diese unter- und oberhalb von zwei länglichen Öffnungen, die JVC selbstbewusst „Extreme Deep Bass Port“ nennt. Hier ist ebenfalls ein roter Farbring zu entdecken – so wird das Rot des gepolsterten Kopfbügels sowie aus den Innenseiten der Ohrmuscheln erneut aufgegriffen. Das sorgt für ein insgesamt sehr stimmiges Gesamtbild.

Dank Gelenkfunktion kann der JVC-On-Ear platzsparend transportiert werden.

Wenige Tasten, einfache Bedienung

Neben der Bedienung über das Smartphone oder Tablet lassen sich die wichtigsten Befehle über die rechte Ohrmuschel des JVC HA-XP50BT vorzunehmen. Das ist über nur vier Tasten mit ein wenig Übung vollkommen problemlos möglich. Die längliche Volumetaste ist quasi vierfach belegt: Bei einem einfachen Klick auf das Minus oder Plus wird die Musik lauter und leiser. Hält man länger gedrückt, geht es einen Track vor oder zurück.
Die Play/Pause-Taste ist doppelt belegt: Hier lassen sich zudem Telefonanrufe annehmen und beenden. Eine Status-LED, der Power-Button, der Ladeanschluss sowie der Audio-Eingang finden sich ebenfalls an der Ohrmuschel. Eine Besonderheit bietet die letzte Taste: Einmal klicken, und schon startet der Bass-Boost.

Die wichtigsten Funktionen werden über des Bedienfeld in der Ohrmuschel vorgenommen. Geht dem HA-XP50BT mal “der Saft” aus, kann er übrigens auch kabelgebunden betrieben werden.

Sekundenschnelles Pairing

Eine Möglichkeit, Musik über den JVC zu hören, ist die via Bluetooth. Dazu muss zunächst die Verbindung zwischen dem Kopfhörer und der Musikquelle, wie zum Beispiel dem Smartphone oder Tablet, hergestellt werden. Das Ganze geschieht in Sekundenschnelle:

1. Bluetooth-Funktion am Smartphone oder Tablet aktivieren.
2. Power-Taste des Kopfhörers so lange gedrückt halten, bis die Anzeige abwechselnd rot und blau blinkt. Ein akustisches Signal ertönt.
3. Aus der Liste verfügbarer BT-Geräte „JVC HA-XP50BT“ auswählen.

… schon sind beide Geräte miteinander verbunden. Erneut ertönt ein akustisches Signal und die Bluetooth-Anzeige blinkt nun blau. Schaltet man den Kopfhörer aus und danach wieder an, verbindet er sich automatisch mit der zuletzt gepaarten Quelle.

Explosiver Test

Aufgeladen und mit dem Smartphone via Bluetooth verbunden – schon geht’s los. Die Ärzte erscheinen mir passend für den ersten Klangtest, der verspricht „Xtreme Xplosive“ zu werden. Ich starte mit „Schrei nach Liebe“, und es geht direkt richtig ab: Gesang, E-Gitarren, Bass, Drums – alles dringt von der ersten Sekunde mit Vollgas aus den Ohrmuscheln. Die unverblümte Spielfreude ist dem JVC HA-XP50BT sofort anzumerken. Der Bass ist kräftig, allerdings ohne aufdringlich zu wirken. Die Mitten kommen auch mehr als passabel rüber. Im oberen Bereich hingegen könnte die klangliche Performance ein wenig sauberer und detailreicher sein. Weiter geht’s mit dem getragenen Refrain, ehe es nach dem „Oh, oh, oh, Arschloch!“ wieder richtig voluminös und druckvoll zur Sache geht.
In „Westerland“ beginnt es dann luftig, knackig und frisch. So lässt sich draußen mit den Kopfhörern auf den Ohren eine ziemlich gute Zeit verbringen. Die Klangbühne ist tief, sauber und druckvoll, dabei aber keineswegs extravagant oder spektakulär. Bass, Drums, die markanten Keyboard-Passagen und der Gesang werden rockig zu Gehör getragen. Und zwar ohne, dass jeder einzelne Ton isoliert wird und so auf High-End-Niveau im Ohr landet. Kleinere klangliche Schwächen werden durch Spielfreude, Power und Bass locker ausgeglichen.
Nun dürfen die JVC-On-Ears noch zeigen, ob sie genauso souverän mit einer Frauenstimme umgehen können. Und: ja! „Whatever You Want“ von Pink überzeugt mit einer wunderbaren Transparenz, einer ehrlichen Wiedergabe und räumlichem Klang. Die eigentlich glasklaren Passagen in der Höhe gehen auch hier ein wenig unter, der Bass dominiert weiterhin die Vorstellung.

3, 2, 1 – Bass-Booooooost!

Bevor gleich die Bass-Taste gedrückt wird und so der ultimative Bass-Boost getestet wird, noch kurz ein paar Worte zur Bedienung: Wie immer bei neuen Kopfhörern benötigt es ein klein wenig Übung, ehe Daumen und Zeigefinger wissen, wie sie die Befehle am besten ausführen. Lauter, leiser, vor, zurück, Play, Pause – nach ein paar Minuten alles kein Problem.
So,d jetzt wird aber die viel beworbene „Bass Boost Funktion“ getestet. Dafür muss nur der Knopf mit der Aufschrift „Bass“ gedrückt werden. Und schon wird die Musik tatsächlich noch rockiger und auch ein wenig düsterer. Während der Gesang eben weiter im Vordergrund stand und alle Klangteile etwas deutlicher zum Vorschein kamen, ist alles nun deutlich basslastiger. Dadurch wirkt das Gesamtbild aber auch etwas verschwommener, der Gesang rückt ein Stück in den Hintergrund. Im Urban-Style-Umfeld mit Alternative, Rock und Hip-Hop ist das aber weniger ein Problem, als ein Upgrade für das Herz dieser Musik.
Ein kleiner Kritikpunkt: Es gibt keine Status-LED, die anzeigt, ob der Extra-Bass ein- oder ausgeschaltet ist. Da in manchen Songs der Unterschied zwischen Bass-Boost an/aus nicht sonderlich groß erscheint, weiß ich manchmal nicht, in welchem Bass-Modus ich mich gerade befinde. Davon abgesehen, hat der JVC HA-XP50BT aber absolut das Zeug dazu, zu einem treuen Begleiter zu werden – egal ob drinnen oder an der frischen Luft. Die störenden Außengeräusche wie Autolärm oder nerviges Geplapper in der Bahn werden wirklich gut abgeschirmt. Zudem halten die On-Ears sicher auf den Ohren. Skaten, Streetball und Co. sollte absolut kein Problem sein. Die Ohrmuscheln sitzen wirklich fest. Wer allerdings etwas empfindliche Ohren hat, dem könnte der Druck, der auf die Ohren ausgeübt wird, vielleicht etwas zu viel sein.

Klanglich so richztig vorwärts geht es, sobald die Bass-Boost-Taste am Kopfhörer gedrückt wird.

Fazit

Die HA-XP50BT On-Ears überzeugen durch coole Optik, räumlichen Klang und einfache Bedienung. Der Kopfhörer der „XX – Xtreme Xplosives“-Serie hat zudem eine Schnellladefunktion. Zehn Minuten Ladezeit reichen für drei Stunden Hörvergnügen. Passend zum lässigen „Urban Street Style“ gibt’s eine Extra-Portion Bass, der dank Boost-Taste nochmal verstärkt wird. Lästige Außengeräusche werden sehr gut abgeschirmt, und die On-Ears halten auch bei Bewegung sicher auf den Ohren. Für 149,95 Euro wird dieser Kopfhörer viele neue Freunde finden – da bin ich mir sicher.

Test & Text: Sonja Bick
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 79/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut

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190305.JVC-Testsiegel

Technische Daten

Modell:JVC
HA-XP-50BT
Produktkategorie:On-Ear Kopfhörer, Bluetooth
Preis:149,95 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- schwarz
Vertrieb:JVC Kennwood, Bad Vilbel
Prionzip:On-Ear
Gewicht:214 Gramm
Treiber:40 mm
Anschluss:- Bluetooth (4.1)
- Kabel
Bedienung:- via Control-Panel
- via Quelle
Akku-Laufzeit:- bis 40 Stunden
Maximale Ladezeit:- 3,5 Stunden
Kompatibel mit:- iOS
- Android
Lieferumfang:- HA-XP50BT
- USB-Ladekabel
- abnehmbares Kopfhörerkabel
- Bedienungsanleitung
Pro und Contras:- kabellose Signalübertragung
- leistungsstarke Akkueinheit
- Schnelladefunktion
- flexible Gelenkfunktion
- hoher Tragekomfort
- Kabelbetrieb möglich
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):79/80
Ausstattung (20%):80/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

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