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Redakteur
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Accustic Arts fängt da an, wo andere aufhören: Die auf High End-Niveau angesiedelte Top-Serie ist gerade mal die Einstiegsreihe der Schwaben. Deshalb gibt es hier selbstverständlich Optimierungspotenzial – und darum kommt jetzt mit dem 260 Watt starken Power I die neue Versionen des Vollverstärkers dieser Serie. Was macht er denn nun noch besser?

Blitzender Chrom, gebürstet-poliertes Aluminium: Die Bedienelemente und die Front weisen den Power I als Accustic Arts-Komponente aus.

Traum, Teil zwei: Nachdem wir vor Kurzem die edle Vor-/Endstufenkombination Tube Preamp II MK2/Mono II aus der Reference-Serie getestet haben, kommt nun mit dem Power I und dem als Zuspieler gleich mitgelieferten CD-Spieler/DAC Player I abermals ein nobles Gespann in unsere Redaktion. Auch diese Kombination verströmt durch ihre Chrom/Aluminium-Optik Hochwertigkeit und Erhabenheit, zumal Accustic Arts auch hier jenen immensen Aufwand betreibt, für den die Baden-Württemberger bekannt sind. Die Fertigung erfolgt durch und durch in Handarbeit, angefangen vom Gehäuse über den peniblen Schaltungsaufbau bis hin zur den pedantischen Anforderungen an die Bauteile. Deshalb lautet der ausgeschriebene Firmenname „Accurate Acoustic Arts“, die „richtige Klangkunst“ resultiert dabei aus dem akustischen Anspruch an Akkuratesse und Klangtreue. Diesen Zielen ist also auch der Power I aus der Top-Serie verpflichtet – mal sehen, ob aus der Pflicht eine Kür wird.

Absoluter Hingucker: Das aufwändig gefräste Firmenemblem ziert die Oberseite des Player I.

Aus dem Vollen

Der Power I ist allein schon durch sein optisches Auftreten, sein Haptik und sein Gewicht von knapp 19 Kilo eine imposante Erscheinung. Front, Seiten und Decke des dickwandigen Gehäuses bestehen aus eloxierten, gebürsteten und schließlich polierten Aluminium-Platten. Die Ganzmetall-Ausführung sorgt mit den innenliegenden, groß dimensionierten Kühlkörpern für eine niedrige Betriebstemperatur des Verstärkers – und sie ergibt auch einen akustischen Sinn: Die Metallhülle dient der Abschirmung der Elektronik. Das Design-Highlight der edlen Alu-Hülle ist für uns auch diesmal wieder die Gestaltung der Oberseite: Sie wird durch eine perfekte Gravur des Firmennamens sowie die akkurate Ausfräsung des Logos veredelt, die geschwungene durchbrochene Arbeit ist dabei mit einem Metallgitter unterlegt. Das ist schlicht superb gefertigt – und erfüllt ebenfalls einen Zweck: Die Durchbrüche dienen der Wärmeabfuhr. Die matten Flächen des Gehäuses werden nun von den glänzenden Applikationen der Front kontrastiert. Hier fallen vor allem die großen, massiven und chromveredelten Messsingknöpfe auf, die links und rechts sitzend die Front beherrschen. Kein Wunder: Es gibt nämlich keine anderen Bedienelemente, der Power I kommt hier ohne Schalter und Taster aus, wodurch die Stirnseite schön aufgeräumt wirkt. Alle Funktionen werden also mit diesen schwergewichtigen Knöpfen ausgeführt. Nachdem man auf der Rückseite den An-Schalter betätigt hat, befindet sich der Verstärker im Standby-Modus, und mit einem kurzen Drücken des linken Knopfs auf der Front erwacht der Amp zum Leben. Die bislang rein als Spiegel dienende Blende im Zentrum der Front entpuppt sich nun als Display, das uns mit blauen LED-Segmentanzeigen über den ausgewählten Eingang und die aktuelle Lautstärke informiert. Den Eingang wechselt man mit dem linken, die Lautstärke mit dem rechten Knopf. Durch Drücken und Drehen gelangt man dann auch zum Menü und damit zu den weiteren Einstellmöglichkeiten des Amps: Hier kann man die Balance regeln, die Startlautstärke bestimmen, die Helligkeit des Displays festlegen – und weitere feine Features einstellen, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen. Widmen wir uns erst mal der Kernkompetenz des Verstärkers.

Die neuen Modelle sind auch vorderseitig mit einer Gravur des Firmenlogos statt mit einer eingelassenen Medaille versehen.

Exzellentes Kraftwerk

Beim Power I setzt sich die äußere Qualität im Inneren fort: Die Elektronik erweist sich als schlicht vom Feinsten. Es beginnt bei der Stromversorgung, hier sorgt eine stark stromglättende Kondensator-Macht mit einer Kapazität von 54.000 Mikrofarad im Verbund mit dem geschirmten 500 VA Ringkern-Netztransformator für üppige Leistungsreserven des Power I – bei einer Verstärkersektion, die satteste zweimal 260 Watt an Vier-Ohm-Lautsprechern liefert. Dafür kommt in der aktuellen Version des Amps ein völlig neues Kraftwerk zum Zuge: Waren früher acht MOSFET für die Leistung verantwortlich, so sorgen in der neuen Version zwölf selektierte bipolare Leistungstransistoren dafür, dass der Power I nun fast 100 Watt mehr liefert und seinem Namen alle Ehre macht. Der hohe Dämpfungsfaktor der Verstärkerschaltung spricht dafür, dass der Power I selbst über schwierig anzutreibende Lautsprecher die volle Kontrolle hat. Auch die Pegeleinstellung ist neu: Statt des ehemaligen normalen Potentiometers bietet der Verstärker nun eine ausgefeilte, mikroprozessorgesteuerte Lautstärkeregelung. Sie erlaubt mit einem Widerstandsnetzwerk nicht nur eine wunderbar feingängige Einstellung des Pegels zwischen Null und 99, sondern ermöglicht auch eine individuelle Anpassung der Eingänge: Um verschieden starke Signalpegel der Quellgeräte auszugleichen, kann jeder Input in Ein-Dezibel-Stufen bis + /-12 Dezibel abgesenkt oder angehoben werden. So werden Lautstärke-Sprünge beim Umschalten zwischen den verschiedenen Zuspielern vermieden. Sehr gut! Beim Wechsel des Eingangs hört man stets ein beruhigend sattes Klacken von Relais, das bürgt für ein absolut sicheres Trennen und sauberes Umschalten zwischen den Quellen. A propos Sicherheit: Der Power I besitzt eine Integrierte Schutzschaltung, sie deaktivieret die Ausgänge bei zu hoher Temperatur oder bei Signalverzerrungen, die auf einen Defekt hindeuten oder einen Schaden auslösen können – zum Bespiel bei Clipping/Verzerrungen, zu hohem DC-Offset oder gar bei Hochfrequenzschwingungen,

Die massiven Bedienknöpfe sind bei der aktuellen Geräte-Generation die einzigen Bedienelemente auf der Front.

Analoges Anschluss-Portfolio

Was kann nun angeschlossen werden? Der Verstärker bietet zwei symmetrische Hochpegel-Eingänge, erkennbar an den XLR-Buchsen. Dies ist ein audiophiles Aushängeschild, symmetrische Eingänge findet man nämlich nur bei hochwertigen Geräten und Profi-Komponenten. Im Studiobereich sind sie Standard, weil sie die beste Übertragungsqualität garantieren. Das Signal wird nämlich gleich zweimal durch das Kabel geschickt, einmal auf normalem Weg (nicht invertiert) und einmal um 180 Grad phasengedreht (invertiert). Dadurch lassen sich etwaige Störungen, die auf das Kabel einwirken und sich als Sirren oder Brummen bemerkbar machen, aufheben und somit auslöschen. Wenn Ihr Zuspieler einen symmetrischen Ausgang bietet, sollten Sie diese hochwertige Signalübertragungsvariante bevorzugen. Zu diesem Eingang kommen nun noch drei unsymmetrische Line-Inputs in Gestalt von Cinch-Buchsen. Sie lassen sich auch als „Surround Bypass“ einrichten. In diesem Betriebsmodus wird die Lautstärkeregelung des Power I umgangen, so kann man ihn als Endverstärker für einen Receiver mit Lautstärkeregelung nutzen. Ausgangsseitig stellt der Power I sein Signal an einem Pre Out zur Verfügung, falls man eine externe Stereo-Endstufe, zwei Monoblöcke oder einen aktiven Subwoofer anschließen möchte. Dieser Ausgang kann auch als Rec Out mit fixem Pegel konfiguriert werden, wenn man das Signal einem Aufnahmegerät oder einem externen Kopfhörerverstärker zuspielen möchte.

Die Anschlüsse des Verstärkers: Er bietet zwei symmetrische XLR- und drei unsymmetrisch Cinch-Eingänge. Ein Pre Out ermöglicht den Einsatz als reinen Vorverstärker. Die Lautsprecherklemmen erlauben den Anschluss eines Boxenpaars.

Kopfhörer-Verstärker inklusive

Das ist eigentlich nicht nötig, denn der Power I besitzt bereits einen vollwertigen, hochqualitativen Kopfhörerverstärker und bietet auf der Front einen entsprechenden Ausgang. Ihn sieht man nicht sofort, denn die Buchse für den Anschluss eines großen Klinkensteckers ist geschickt mit einem verchromten Knopf kaschiert, der den Ausgang gegen Staub schützt. Dieser Kopfhörer-Ausgang kann über das Menü permanent zu- oder abschaltet werden, ebenso können davon unabhängig die Lautsprecherausgänge aktiviert oder deaktiviert werden. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise sind Verstärker so ausgelegt, dass sie entweder den Kopfhörer- oder den Lautsprecherausgang freischalten. Beim Power I gehen also alle Spielarten. Für den Musikgenuss über Lautsprecher bietet der Power I ein Klemmen-Quadrupel von amtlicher Qualität, es erlaubt das Anklemmen eines Schallwandler-Paars. An die vergoldeten Klemmen kann man Kabel mit Bananen-Steckern oder Gabelschuhen anschließen, und durch großen Aufnahmen lässt sich auch blanke Litze mit starkem Querschnitt einführen. Die Klemmen sind mit freilaufenden Andruckscheiben ausgestattet – das ist sehr gut, denn so werden beim Anziehen der Klemmen die feinen Drähtchen geschont, weil sie nur angepresst, nicht aber gezogen werden.

Clever gelöst: Der Kopfhörer-Ausgang ist mit einem massiven verchromten Knopf optisch verblendet und gegen eindringenden Staub geschützt. Für den optimalen Halt in der Buchse ist der Knopf mit einem Klinkenstecker versehen.

Der Zuspieler Player I: CD-Spieler und HiRes-DAC in einem

Auch wenn der Player I nicht zum Test gehört, wollen wir ihn hier kurz vorstellen. Zum einen ist er unser Zuspieler, und zum anderen setzt Accustic Arts in Zeiten, in denen alle vom Streaming reden und der Tod der Silberscheibe beschlossene Sache zu sein scheint, mit dem CD-Spieler ein Zeichen – gut so, denn wenn wir an unsere CD-Bestände denken, die noch längst nicht zu Files gewandelt und auf Festplatte abgelegt sind, wird sich der Daten-Diskus noch etliche Jahre in unserem Medien-Portfolio behaupten. Zum Abspielen der CDs bietet der Player I ein Schubladenlaufwerk, das für eine hochwertige Audio-Wiedergabe resonanzoptimiert ist. Diese Lade wird seitlich von zwei stabilisierenden Metallschienen flankiert, sie sorgen für eine extrem stabile Bewegung des Schlittens beim Rein-und Rausgleiten – und für anerkennendes Nicken in der Redaktion ob der Solidität. Chapeau! Accustic Arts setzt mit dem Player I aber noch ein zweites Zeichen: Neben der alten CD kann er auch frische HiRes-Files handhaben, er ist also ebenso als eigenständiger Digital-Analog-Wandler einsetzbar. Dafür besitzt der Player I einen USB 2.0-Port sowie drei unsymmetrische S/PDIF-Schnittstellen in Form zweier elektrisch-koaxialer Eingänge und eines optischen Toslink-Inputs. Über die S/PDIF-Schnittstellen gehen PCM-Files bis 192 Kilohertz/24 Bit, der USB-Zugang verheißt uns PCM bis 384 Kilohertz/32 Bit und DSD bis DSD128 im DoP-Verfahren. Zur Klangoptimierung werden eingegangene Signale einem Upsampling auf 384 Kilohertz/32 Bit unterzogen. Von dieser Konvertierung und Erhöhung der Abtastrate kann der Klang profitieren, so wird vor allem der Jitter reduziert, also die Samplingfrequenz-Schwankung, die beim Abtasten zu Fehlern führt. Die gewandelten Analogsignale stellt der Player I nun sowohl an einem symmetrischen Ausgang mit XLR-Buchsen als auch an einem unsymmetrischen Ausgang mit Cinch-Buchsen bereit. Digital kommen noch ein elektrischer und ein optischer S/PDIF Out hinzu, falls man eine weitere Komponente anschließen möchte, die die Musik in Form von Nullen und Einsen braucht. Wir gehen aber analog weiter zum Verstärker – und jetzt geht es endlich los.

Der Player I passt als Zuspieler optisch perfekt zum Verstärker. Hier ist der Player mit geöffneter CD-Schublade zu sehen. Der Schlitten wird durch zwei metallene Führungsschienen stabilisiert.

So klingt der Accustic Arts Power I

Für den Hörtest haben wir mit der Focal Scala Utopia EVO einen exzellenten Schallwandler, an dem der Power I mit seinem Zuspieler Player I seine Qualitäten zeigen kann. Wir starten mit der Zuspielung über den unsymmetrischen Eingang des Verstärkers und beginnen mit einem Song der dänischen Jazzsängerin und Komponistin Sinne Eeg: „The Bitter End“. Bei dieser Aufnahme muss der Amp gleich zu Beginn seine Kraft und Kontrolle beweisen. Die Nummer startet mit einem Intro von Bass und Schlagzeug – und beide Instrumente sind hier durchaus speziell bis knifflig: Der Viersaiter ist ein Kontrabass, dementsprechend hat er den für dieses Instrument typisch knurrig-drahtigen Sound, der zwar ein schönes Klangfundament liefert, aber in manchem Frequenzbereich eher schlank klingt – also ziemlich anders als der E-Bass, der elektrisch verstärkte Bruder. Dafür liefert der Kontrabass, je nach Spielweise, Anschlagsart und Aufnahme, ein Mehr an Klangfarben und Dynamikabstufungen – wenn der Verstärker genügend Power samt Reserven bietet, denn sonst klingt ein Kontrabass mitunter anämisch-trocken. Beim Power I ist die Wiedergabe des Viersaiters ein Fest: Gleich der erste Ton hat Druck und Volumen, und in der folgenden Einleitung lässt Scott Colley binnen acht Takten seine Virtuosität aufblitzen. Er führt uns mit seinem behenden Spiel über alle Register und Lagen des Griffbretts in den Klang des Kontrabasses ein. Wir erleben dabei wunderbar, wie er die Saiten anzupft, mal hart, so dass der erzeugte Ton fast scharf und perkussiv klingt, mal zart, so dass der Klang rund und warm ist, dazu Saiten-Bendings, mit denen der Tieftöner wie eine Stimme singt – der Power I gibt uns die Möglichkeit, alle faszinierenden Facetten und Spielarten dieses Instruments zu erleben, als stünde Colley mit seinem Kontrabass vor uns. Das ist schwer beeindruckend!

Der Power I wird mit einer einfachen Kunststoff-Fernbedienung geliefert. Ihre Fähigkeit beschränkt sich auf die Lautstärke-Veränderung, die Quellenumschaltung ist mit ihr nicht möglich.

Kraft, Kontrolle und Dynamik

Der Bassmann Scott Colley wird nun von einem nicht minder dynamisch spielenden Schlagzeuger begleitet: Joey Baron setzt mit gut platzierten Akzenten in seinem Spiel das gesamte Drumset in Szene. Gleich der zweite Schlag im Auftakt macht uns mit seiner Stand Tom vertraut: Diese voluminöse Trommel hat Baron so gestimmt, dass sie nahezu wie ein Pauke klingt. Das ist ebenfalls eine Herausforderung bei der Wiedergabe, weil der Paukenton im Moment des Anschlag ungemein impulsstark und sehr laut ist und danach beim Ausklingen durch zahlreiche Frequenzen wandert – so kommt es zu diesem eigenartig-charakteristischen Ton, den Baron hier mit seiner Standtrommel imitiert. Der Power I lässt uns gleich mit diesen ersten Schlägen zusammenzucken, weil sie wie aus dem nichts kommen, sofort präsent sind, Punch und Volumen besitzen. Das alles zeigt uns schon, welche Kraft der Power I besitzt, und ein Blick auf das Display verrät uns, welche Reserven er noch hat: Wir sind gerade mal bei Pegelstufe 40 von 99 – und haben schon die Lautstärke einer Live-Aufführung erreicht. Die Focal Scala Utopia EVO ist zudem ein Lautsprecher, der durchaus für einen kraftvollen Antrieb dankbar ist, zugleich merkt man bei der anspruchsvollen Wiedergabe, wie gut der Power I diesen Schallwandler unter Kontrolle behält. Nun nutzt Drummer Baron die Gelegenheit, uns sein gesamtes Set zu zeigen: Das Schlagzeug hat eine wunderbare Plastizität, die einzelnen Trommeln, sei es die Snare, seien es die Toms, wirken ungemein real, ihr Anschlag klingt sowohl bei sanften als auch harten Schlägen so, wie man ein echtes Drumset live erlebt. Der Power I agiert sowohl in der Feindynamik als auch in der Grobdynamik exzellent. Die Faszination setzt sich mit dem Einsetzen des Gesangs fort: Sinne Eeg besitzt eine angenehme, tragende, aber auch leicht angerauhte Stimme. Mit diesem attraktiven Organ stellt sich die Chanteuse vor ihre Band, vor das hinten postierte Schlagzeug, den ebenfalls im Hintergrund links stehenden Bass und dem mittlerweile eingestiegenen, rechts verorteten Klavier – ein wunderbarer Raum wird uns durch diese Wiedergabe imaginiert, mit Sinne Eeg in Frontposition, direkt vor uns. Geht’s noch besser? Ja! Wir wechseln vom unsymmetrischen Input zum symmetrischen Eingang – und jetzt gewinnt das Schlagzeug an Punch und Knackigkeit, der Bass besitzt nun einen noch runderen, volleren Ton, das Klavier klingt hingegen etwas klarer, definierter. Auch Sinne Eegs Stimme ist nun noch präsenter: Wir vernehmen ganz zarte Artikulationen, kleinste Anatmer direkt vor der nächsten Gesangszeile, leicht gutturale Endungen, die eine sanfte Erotik ausstrahlen, zarte Vibrati auf verebbenden Vokalen – all das ist nun noch deutlicher zu hören und gibt uns das überaus angenehme Gefühl, dass Sinne Eeg den Song nicht nur vor uns, sondern auch für uns singt.

In unserem Test war der Player I (rechts) der Spielpartner des Power I (links), dahinter steht der Kopfhörer Focal Utopia, mit dem wir den Kopfhörerausgang des Power I unter die akustische Lupe genommen haben.

Exzellente Bühnenabbildung

Wir verlassen diese intime Atmosphäre und begeben uns in die Weiträumigkeit der Orchesterwelt. Wie wählen Edvard Griegs Klavierkonzert mit dem Pianisten Herbert Schuch und dem WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Eivind Aadland. Das eröffnende Allegro beginnt – mit der Pauke: Ein sich bis ins Furiose steigernder Wirbel mit finalem Tutti-Schlag des Orchesters zeigt uns abermals, zu welchen dynamischen Großtaten der Power I fähig ist. Das ist grandios! Nun präsentiert uns Schuch seinen Flügel – und dieser Steinway erklingt mit üppigem Klangfarbenreichtum. Es ist ein Gedicht, gerade bei den ausgehaltenen, vollgriffigen Akkorden dem Zusammenklingen der vielen Metallsaiten und dem Resonieren von Metallrahmen und Holzkorpus zuzuhören. In dieser Klarheit und Prägnanz haben wir den Flügel selten gehört. Auch die zupackenden, aber trotzdem abgestuften Anschläge von Schuch erweisen sich bei dieser Wiedergabe als dynamische Meisterleistung. Dann setzt das Orchester ein – und wir nehmen nun die ganz Tiefe wahr, die dieser Aufnahme innewohnt. Die Einspielung fand in der Kölner Philharmonie statt, wir sitzen in diesem Konzertsaal vorn, nah beim Klavier, die nun beginnenden Bläser hingegen sitzen etliche Meter dahinter, im Halbrund des Orchesters. Hier können wir nun bei dem auf Bläser- und Streichergruppen verteilten Frage- und Antwortspiel mühelos die einzelnen Instrumentengruppen heraushören und verorten. Das Orchester ist also wunderbar in der Tiefe wie in der Breite gestaffelt, auch im Tutti klingt es nicht amorph, sondern macht der Bezeichnung „Klangkörper“ alle Ehre. Auch die Höhe der Philharmonie können wir in dieser Wiedergabe wunderbar erfahren, weil der Power I nicht nur in der Dynamik alle Feinheiten beherrscht, sondern auch in der Auflösung – und so ist die Wiedergabe ungemein natürlich und trotz aller Akkuratesse nicht analytisch, sondern organisch und selbstverständlich. So muss eine Konzertwiedergabe klingen! Zum Abschluss wechseln wir zur Kopfhörerwiedergabe – und hier kann der Power I den exzellenten Eindruck unterstreichen: Auch hier erleben wir eine überaus gelungene Wiedergabe, die mit den Markenzeichen des Verstärkers – Kraft und Dynamik, Präzision und Natürlichkeit – punktet.

Der Accustic Arts Power I kann seine Klangqualität an höchstwertigen Lautsprechern wie den Focal Scala Utopia EVO besonders gut ausspielen.

Fazit

Der Power I macht seinem Namen alle Ehre: Dieser Vollverstärker bietet mit seiner Leistungsstärke von 260 Watt eine kraftvolle Wiedergabe, die dank der üppigen Reserven über die Feindynamik hinaus auch im Grobdynamischen schlicht exzellent ist. Mit dieser Kraft der Verstärkung, der großen Stromlieferfähigkeit seiner Versorgung und dem hohen Dämpfungsfaktor hat der Power I auch anspruchsvolle Lautsprecher unter Kontrolle. Das führt zu einer überaus akkuraten, präsenten und feinauflösend-detailreichen Wiedergabe, die in einer herausragenden räumlichen Darstellung gipfelt. Über den symmetrischen Eingang kann der Power I seine Qualitäten noch besser entfalten als über den unsymmetrischen Eingang. Hier wird aus der selbstauferlegten Accustic Arts-Pflicht, dem Anspruch an Akkuratesse und Klangtreue, eine Kür.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 98/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

98

98

96

190913.Accustic Arts-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Accustic Arts
Power I
Produktkategorie:Vollverstärker (Stereo)
Preis:auf Anfrage
Garantie:3 Jahre
Ausführungen:Silber, Schwarz
Vertrieb:IDC Klaassen, Lünen
Tel.: 0231 / 9 86 02 85
www.idc-klaassen.com
Abmessungen (HBT):145 x 482 x 450 mm
Gewicht:19,4 kg
Leistung:- 2 x 260 Watt bei 4 Ω
- 2 x 170 Watt bei 8 Ω
Eingänge (analog):2 x symmetrisch (XLR)
3 x unsymmetrisch (Cinch)
Ausgänge (analog):1 x Kopfhörer (Klinke, 6,35 mm), Ausgangsimpedanz: >25 Ω
1 x Pre/Rec Out (Cinch)
1 x Lautsprecher
Lieferumfang:- Accustics Arts Power I
- Fernbedienung RC 2
- 2 Batterien (AAA)
- Netzkabel (2 m)
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ herausragende Klangqualität
+ Kraft und Kontrolle auch bei fordernden Lautsprechern
+ exzellente Verarbeitung
+ Symmetrische sowie unsymmetrische Eingänge
+ separate Pegeleinstellung für jeden Eingang
+ Integrierter Kopfhörerverstärker

- keine Phono-Vorstufe
- Fernbedienung ist qualitativ nicht angemessen und ermöglicht keine Quellenumschaltung
Benotung:
Klang (60%):98/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:98/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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