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Kompakt, kabellos und komfortabel, so soll moderner Musikgenuss sein. Lange HiFi-Ketten sind heutzutage vor allem im Wohnzimmer nicht mehr so gern gesehen. Folgerichtig sind Aktivlautsprecher interessant, insbesondere wenn sie eigentlich komplette HiFi-Systeme darstellen. Das trifft auch auf die Smart A 25 von Canton zu – das Stereo-Paar kann aber noch eine Menge mehr.

Die Smart A 25 sind moderne Aktivlautsprecher in Gestalt klassischer HiFi-Schallwandler.

Die Smart A 25 sind moderne Aktivlautsprecher in Gestalt klassischer HiFi-Schallwandler.

 

Mit der noch relativ jungen Smart-Serie verfolgt der hessische Lautsprecher-Gigant Canton den Ansatz, „die Ansprüche moderner Hörer [und] großartige Klangqualität“ miteinander zu verknüpfen. So soll der Entwicklung in Richtung Streaming und Wireless HiFi Rechnung getragen werden, ohne die hohen Ansprüche audiophiler Wiedergabe zu vernachlässigen. Kein einfaches Unterfangen, doch in der Entwicklungsabteilung des 1972 gegründeten Unternehmens weiß man, was zu tun ist.

Acht Modelle umfasst die Smart-Serie bereits. Zum Portfolio gehören aktuell unter anderem die netzwerkfähigen Smart Soundbar 9 und Smart Soundbox 3 sowie der Subwoofer Smart SUB 8, die wir bereits gemeinsam als Surround-Test zum Test begrüßen durften. Auch eine Kombination mit dem Kompaktlautsprecher-Duo Smart Vento 3 ist möglich, ebenso sind neben der Smart A 25 auch die größeren Standlautsprecher Smart Vento 9 und Smart A 45 sowie die sogar für Dolby Atmos geeignete Smart Soundbar 10 bereits verfügbar.

Filigranes Kraftpaket

Optisch kommen die Smart A 25 wie von Canton gewohnt eher minimalistisch daher, bestechen allerdings mit ihrer hervorragenden Verarbeitung. Der matte Lack ist makellos aufgetragen und wahlweise in Schwarz oder Weiß verfügbar. Die gerundeten Gehäusekanten sorgen für einen fließenden Look und lockern die klassische Grundstruktur effektiv auf. Besonderes Highlight ist die schraubenlose Front, die in Kombination mit dem LED-Display besonders modern wirkt. Letzteres ist absolut sauber und bündig in die Schallwand eingelassen und im unteren Bereich platziert. So drängt sich die Anzeige nicht ständig ins Blickfeld, ist aber bei Bedarf dank ihrer großen Buchstabend und Ziffern stets gut lesbar.

Sanfte Rundungen und makelloses Lackkleid machen die Smart A 25 zum optischen Highlight.

Sanfte Rundungen und makelloses Lackkleid machen die Smart A 25 zum optischen Highlight.

Insgesamt ist die Smart A 25 genau einen Meter hoch, die Sockelplatte inklusive. Diese sorgt nicht nur für einen sicheren Stand des 21 Kilogramm schweren Lautsprechers. Da sie mit einer Breite von rund 30 Zentimetern über das wesentlich schlankere Gehäuse hinausragt, lässt sie letzteres trotz seiner robusten Konstruktion noch filigraner wirken. Einer Aufstellung im Wohnzimmer steht also nichts im Wege, zumal die Standlautsprecher keinen großen Wandabstand benötigen. Auch das verdanken sie ihrer Sockelkonstruktion, die dem nach unten abstrahlenden Bassreflexport den nötigen Freiraum ermöglicht.

Bevorzugt kabellos

Die Rückseite der Smart A 25 ist folgerichtig dem Anschlussfeld vorbehalten. Hier unterscheiden sich Master und Slave nur geringfügig, Beide weisen selbstverständlich einen Stromanschluss auf, ebenso einen An/Aus-Kippschalter. Eingangsseitig stehen jeweils eine XLR-Schnittstelle und ein Stereo-Cinch-Eingang sowie digitale Anschlüsse für jeweils ein optisches und ein Koaxial-Kabel zur Verfügung. Der Master besitzt zudem einen USB-B-Port, über den zum Beispiel ein Computer seine Tonsignale direkt an die Smart A 25 ausgeben kann. Drahtlos nehmen die Canton-Boxen Signale via Bluetooth 3.0 entgegen, selbstverständlich inklusive aptX-Codec.

Die Smart A 25 halten reichlich Anschlüsse bereit - unter anderem auch eine USB-Schnittstelle.

Die Smart A 25 halten reichlich Anschlüsse bereit – unter anderem auch eine USB-Schnittstelle.

Ebenfalls kabellos erfolgt die Kommunikation der beiden Lautsprecher untereinander, wenngleich sie auch über ein Koaxialkabel miteinander verbunden werden können. Die drahtlose Variante ist allerdings die bevorzugte Option, zumal sie dabei auch mit Auflösungen bis hin zu 96 kHz/24-Bit operieren. Auch eine zusätzliche Erweiterung ist möglich, indem man ihnen zum Beispiel im Heimkino-Bereich weitere Modelle der Smart-Serie zur Seite stellt. So lässt sich auch ein 4.1-Surround-Set realisieren, in dem sich der „Movie“-Modus („MOV“) mit seinem virtuellen Center auszahlt.

Im Drei-Wege-System der Smart A 25 arbeiten unter anderem zwei Tieftöner.

Im Drei-Wege-System der Smart A 25 arbeiten unter anderem zwei Tieftöner.

Selbstverständlich spielt die Smart A 25 ihre Stärken auch als Stereo-Paar aus. Der integrierte Verstärker der Canton-Box arbeitet mit jeweils 350 Watt und treibt ein vollwertiges Drei-Wege-System an. Gleich zwei 160 Millimeter große Keramik-Wolfram-Tieftöner mit Wave-Sicke versprechen in Kombination mit dem Downfire-Bassreflexport kraftvollen Tiefton. Darüber werden sie von einem nahezu baugleichen Mitteltöner und einem 25 Millimeter großer Hochtöner aus Aluminium-Oxyd-Keramik ergänzt. Deren Tätigkeit lässt sich dank Equalizer-Funktionen sogar noch optimieren, was mithilfe der Fernbedienung geschieht.

Mit Fernbedienung und LED-Display

Beim Signalgeber der Smart A 25 handelt es sich um das bekannte Canton-Modell, das kompakt und nicht zu leicht gut in der Hand liegt. Wie üblich ist oben links der rote Knopf zum Ein- und Ausschalten positioniert, rechts liegt die Stummschaltung. Die vier Pfeiltasten darunter dienen der Quellenwahl (oben/unten) und der Lautstärkeregelung (links/rechts).
Ebenfalls sinnvoll ist eine Taste für den „Play Mode“, über die ohne Umwege zwischen den Wiedergabe-Optionen für Film und Musik gewechselt wird. Der zentral positionierte Knopf mit dem „M“ dient dem Aufruf des Hauptmenüs, wo erneut mit den Pfeiltasten navigiert wird. Dabei kommt auch die in ihrer Mitte liegende „OK“-Taste zum Einsatz, um die finale Auswahl zu bestätigen.

Mit der handlichen Fernbedienung lassen sich die Smart A 25 auch bequem vom Sofa aus steuern.

Mit der handlichen Fernbedienung lassen sich die Smart A 25 auch bequem vom Sofa aus steuern.

Über die rechts liegende Taste „Sound Mode“ können gezielt Höhen, Mitten und Bässe justiert werden, über die Zifferntasten darunter (1-3) lassen sich beispielsweise auch diese Einstellungen einspeichern. Zu guter Letzt sind auch noch Buttons zur Wiedergabesteuerung vorhanden, ebenso wie eine Taste zur Kopplung via Bluetooth. Ob man sich mit all diesen Möglichkeiten auch direkt vertraut macht, darf natürlich jeder selbst entscheiden. Für den Anfang genügt auch ganz simpel der An/Aus-Knopf links oben, um die Smart A 25 in Betrieb zu nehmen.

Zwei Minuten und schon geht’s los

Grundsätzlich empfiehlt sich nach dem Anschließen zunächst das Einschalten des Master-Lautsprechers. In unserem Test wurde sein Spielpartner dann automatisch erkannt und drahtlos verbunden. Auch die Kopplung via Bluetooth gelang spielend einfach über das Smartphone-Menü. Zwischen dem Einstecken der Stromkabel und den ersten Klängen der Wiedergabe vergingen nicht einmal zwei Minuten. Kabelgebundene Quellen sind natürlich noch einfacher anzuschließen. Selbst das per USB-Kabel gekoppelte Laptop mit Windows 10 erkennt die Smart A 25 sofort und gibt den Sound umgehend über die Aktivboxen aus.

Klassisches HiFi-Setup oder moderne Klangkette? Mit den Smart A 25 geht beides problemlos.

Klassisches HiFi-Setup oder moderne Klangkette? Mit den Smart A 25 geht beides problemlos.

Je nach Betriebssystem könnte dazu allerdings noch die Installation von Treibern notwendig sein. In dem Fall hilft ein Blick in die ausführliche Bedienungsanleitung. Sie liefert im unwahrscheinlichen Fall von Problemen detaillierte Beschreibungen, um das Aktiv-Duo in Betrieb zu nehmen. Folgt man den Anweisungen, navigiert man mittels Fernbedienung und LED-Display zielsicher durchs Menü. Hier lohnt sich übrigens direkt der Blick in die Equalizer-Einstellungen. Standardmäßig sind die Smart A 25 nämlich für eine freie Aufstellung im Raum optimiert (Einstellung „EQ1“), können aber per Knopfdruck auch spielend leicht auf eine wandnahe Position („EQ2“) oder einen Platz in einer Zimmerecke („EQ3“) eingerichtet werden. So müssen selbst Laien nicht vor den vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten der Smart A 25 zurückschrecken – obwohl der Klang auch in den Werkseinstellungen schon hervorragend ist.

Raumfüllende Harmonie

Die Smart A 25 sehen nicht nur vergleichsweise filigran aus, genauso gehen sie auch klanglich zu Werke. Die beiden Standlautsprecher spielen mit hoher Akkuratesse auf. Mit „Sunrise“ von Norah Jones wird die hohe Qualität ihrer präzisen Wiedergabe deutlich. Die sanfte Stimme der amerikanischen Sängerin löst sich absolut klar und exakt auf den Punkt von den Boxen, die zugleich die instrumentale Unterstützung nicht vernachlässigen. Die Smart A 25 präsentieren ein wunderbar harmonisches Gesamtbild, in dem die einzelnen Elemente der Musik klar konturiert identifizierbar bleiben. Herausfordernd wird das offenbar erst bei höheren Pegeln und wir wechseln zu Kavinsky feat. Lovefoxxx mit „Nightcall“.

Das Display der Smart A 25 gibt jederzeit Aufschluss über den Betriebszustand, ohne sich ständig ins Blickfeld zu drängen.

Das Display der Smart A 25 gibt jederzeit Aufschluss über den Betriebszustand, ohne sich ständig ins Blickfeld zu drängen.

Der Titeltrack des Films „Drive“ setzt weniger auf sanfte Melodien als vielmehr auf effektgeladene Dynamik. Trotzdem spielen die Canton-Lautsprecher auch hier kristallklar auf, schwungvoll und absolut pegelfest noch dazu. Selbst die in tiefe Oktaven verzerrte männliche Gesangsstimme stellt für die Smart A 25 keine Herausforderung dar, wie die mitreißende Atmosphäre spontan beweist. Die virtuelle Bühne präsentiert sich raumfüllend und voluminös, bei einer gleichzeitig sehr sauberen Staffelung und absolut robustem Tieftonfundament.

Mit Anlauf zur Höchstform

Diese Qualität macht sich auch beim ausdauernden Titel „Pneuma“ von Tools langerwartetem Album „Fear Innoculum“ positiv bemerkbar. Angesichts der stets spektakulären Kompositionen der Band sind Räumlichkeit und Detailreichtum genau die Eigenschaften, die ein Lautsprecher mitbringen sollte, um dieser Herausforderung gewachsen zu sein. Im Fall der Smart A 25 kann es nur ein absolut positives Urteil geben. Schon nach wenigen Takten deutet sich ihr Potenzial an, das sich im ausgiebigen Intro stetig entfaltet. Spätestens nach rund 80 Sekunden wird dann endgültig klar, zu welch hervorragender Leistung die Canton-Boxen imstande sind. Mit exzellenter Impulstreue reagieren sie auf Taktwechsel, mit perfekter Präzision erfahren selbst kleinste Details die verdiente Aufmerksamkeit. Dazu gesellt sich eine exzellente Stimmenwiedergabe, die plastischer nicht sein könnte.

Die Smart A 25 ist wahlweise in Schwarz oder Weiß verfügbar.

Die Smart A 25 ist wahlweise in Schwarz oder Weiß verfügbar.

Nach rund dreieinhalb Minuten, wenn so manch anderer Titel bereits in den letzten Zügen ins Ziel stolpert, läuft „Pneuma“ erst zur Hochform auf und die Smart A 25 stehen dem in nichts nach. Nun tritt der brillante Tiefton in Szene und sorgt für ordentlich Antrieb im Bassbereich. Inmitten purer Dynamik ist bereits allein die Wiedergabe des Schlagzeugs eine Offenbarung. Auch ohne sich konkret darauf zu konzentrieren, ist nicht zu überhören, wie druckvoll und zugleich auf technisch höchstem Niveau Danny Carey hier agiert. Das Beste daran: Die Qualität der Smart A 25 bleibt sogar bei höherem Pegel bestehen und macht die schlanken Standlautsprecher auch definitiv zu geeigneten Kandidaten für größere Räume jenseits der 30 oder sogar 40 Quadratmeter.

Für die Membranen der Smart A 25 greift Canton unter anderem auf Keramik zurück.

Für die Membranen der Smart A 25 greift Canton unter anderem auf Keramik zurück.

Fazit

In Weilrod werden bekanntlich hervorragende Lautsprecher gebaut, das ist kein Geheimnis. Trotzdem übertrifft Canton mit jedem neuen Modell immer wieder die hohen Erwartungen. Die Smart A 25 sind wieder einmal das perfekte Beispiel dafür. Moderne Aktivlautsprecher in Gestalt klassischer HiFi-Schallwandler mit zeitgemäßem Komfort und traditionsbedingt hervorragendem Klang – so lässt sich das kraftvolle, aber schlanke Stereo-Paar wohl am besten charakterisieren. Canton beweist erneut, dass nur das Beste gut genug ist, und liefert in allen Belangen auf höchstem Niveau ab.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut - sehr gut

95

94

94

Technische Daten

Modell:Canton Smart A 25
Gerätekategorie:Standlautsprecher, aktiv
Preis:2.400 Euro / Set (=Master-/Slave-Paar)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz seidenmatt
- Weiß seidenmatt
Vertrieb:Canton, Weilrod
Tel.: 06083 / 2870
www.canton.de
Abmessungen (H x B x T):100 x 29,5 x 33 cm (inkl. Sockel)
Gewicht:21 kg/St.
Prinzip:aktiv, 3-Wege, Bassreflex
Hochtöner:1x 25 mm, Aluminium Oxyd Keramik
Mitteltöner:1x 160 mm, Keramik-Wolfram (Wave-Sicke, TCC)
Tieftöner:2x 160 mm, Keramik-Wolfram (Wave-Sicke)
Übertragungsbereich:24 - 30.000 Hz
(Herstellerangabe)
Übergangsfrequenz:160 / 3.100 Hz (Herstellerangabe)
Leistung:350 Watt pro Lautsprecher (Herstellerangabe)
Eingänge:1x Analogeingang (Cinch)
1x Bluetooth 3.0 aptX
1x Digitaleingang (koaxial)
1x Digitaleingang (optisch)
1x USB-Eingang mit XMOS® Technologie
1x XLR (Balanced)
Ausgänge:1 x Digital (koaxial)
Dekoder:- Dolby Audio
- DTS Digital Surround
- Virtual Surround
- Virtual Center im 4.0-Heimkinobetrieb
Maximale Samplingrate/Auflösung:PCM 96 kHz/24 Bit
Lieferumfang:- 1x Smart A 25 (Master)
- 1x Smart A 25 (Slave)
- Fernbedienung
- Netzkabel
- optisches digitales Audiokabel (3,0m)
- koaxiales digitales Audiokabel (3,0m)
- analoges Stereo Audiokabel (3,0m)
- Bedienungsanleitung
Pro und Kontra:+ einfache Installation
+ kabellose Übertragung zwischen den Lautsprechern
+ hervorragender Klang
+ USB-Wiedergabe von PC & Co
+ LED-Display
+ integrierter Verstärker
+ Equalizer-Funktion
+ Anpassung von Lautstärke und Hörabstand pro Lautsprecher
+ magnetische Stoffabdeckung
+ makellose Verarbeitung
+ übersichtliche Fernbedienung

- kein WLAN
Benotung:
Klang (60%):95/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):94/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut - sehr gut

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