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Die Magnat 505 ist ein schlanker Standlautsprecher in Dreieinhalb-Wege-Ausführung. Seine Verarbeitung ist mehr als ordentlich, die Ausstattung üppig, der Preis überraschend niedrig. Und das, obwohl man der 93 Zentimeter hohen Box sogar das selbst entwickelte Hi-Res-Doppel-Hochtonmodul spendierte. Was es damit auf sich hat und und wie dieser Lautsprecher unter härteren Bedingungen klingt, erklärt dieser Test.

Die Signature 505 ist üppig bestückt, optisch aber niemals aufdringlich.

Mit seiner Signature 505 präsentiert die amerikanische Traditionsmarke einen neuen, schlanken Standlautsprecher. Preislich gehört dieser fast in die Einstiegsklasse, ausstattungstechnisch findet er sich aber mindestens eine Klasse höher wieder. Ein Grund dafür ist Magnats Hi-Res-Doppel-Hochtonmodul, das auch in der hochgelobten 1100er-Reihe zum Einsatz kommt. Das Hi-Res-Audio-Logo der JAS (Japan Audio Society) dürfen nur Lautsprecher tragen, die bis mindestens zu einer Frequenz von 40 Kilohertz schallwandeln können. Die Signature 505 soll laut Herstelleraussage sogar bis 53 Kilohertz hinauf spielen. Sie verdient sich das Zertifikat also locker. Das liegt zwar weit über jenen 20 Kilohertz, die das junge und gesunde menschliche Ohr überhaupt hören kann, hat aber doch einen Einfluss auf den Klang. Die höheren Frequenzen befördern nämlich unser Wahrnehmungs- und Ortungsvermögen. Das wiederum wirkt sich in einer subjektiv gesteigerten Räumlichkeit und Luftigkeit im Sound aus.

Die Magnat Signature 505 wandelt laut Herstelleraussage hinauf bis zu einer Frequenz von 53 Kilohertz. Damit hat sie sich das Hi-Res-Zertifikat locker verdient.

Zurückhaltend filigran

Lautsprecher sind heute keine reinen Schallwandler mehr, sie unterliegen auch dem Designanspruch. Magnat schließt sich dem allgemeinen Trend zu filigraneren Lautsprechergehäusen an. Mit 205 Millimetern ist die Front angenehm schmal und trägt nicht unnötig auf. Mit ihrer Höhe von lediglich 93 Zentimetern macht sie eine wirklich schlanke Figur. Der Korpus selbst ist aus MDF gefertigt und in unserem Fall sorgfältig mit schwarzem Eschen-Furnier verkleidet. Die Front ist dagegen in schwarzem Hochglanzlack gehalten. Das erwirkt einen interessanten Kontrast zum restlichen Gehäuse. Alternativ ist die Signature 505 zudem in Anthrazit-Seidenmatter Front mit Mocca-Dekor-Gehäuse verfügbar. Einen besonders schönen Akzent setzen die silberfarbenen Ränder der Lautsprechereinfassungen. Das schaut echt gut und edel aus. Die symmetrische Anordnung von Tieftöner, Hi-Res-Modul und Tiefmitteltöner weiß ebenso zu gefallen. Einen sicheren Stand finden die dezenten Klangsäulen dann auf den zum Lieferumfang gehörigen und etwas heraus tretenden Traversen, die wiederum mit Spikes bestückt sind.

Die Übergänge zwischen dem folierten Gehäuse und der hochglänzenden Schallwand sind absolut sauber gefertigt.

Mit Fingerspitzengefühl zum Wohlklang

Ein erstes Lob muss ich Magnat für die Verpackung der Signature 505 aussprechen. Die Kartons lassen sich seitlich öffnen, sodass ich die einen Meter hohe Kartonage nicht noch über den Lautsprecher heben muss. Einmal geöffnet, wird der Karton sachte auf die Seite gekippt und gibt den Lautsprecher frei. Dank einer kleinen Nase, die in eine Öffnung unter den Lautsprechern greift, lassen sich die Sockeltraversen nun einwandfrei installieren. Die Aufstellung braucht dann allerdings etwas Fingerspitzengefühl. Nein, nicht die 15,5 Kilogramm des Lautsprechers sind anspruchsvoll. Die Platzierung der Signature 505, mit ihren nach hinten ausgeführten Bassreflexöffnungen, verlangt im Raum nach einem guten Ohr für Raummoden. Zu dicht in die Ecke möchten die Signature 505 nicht gestellt werden, sonst wird das Bassfundament zu fett. Dies gilt zumindest in unserem Abhörraum, der eine Wohnzimmercharakteristik aufbietet. Mit etwas mehr als 30 Zentimetern Entfernung zur Rückwand bin ich mit dem Sound dann zufrieden.
Rückseitig ist das Anschlussterminal eingelassen – sauber und stabil. Das Bi-Wiring-Modul gibt keine Rätsel auf, verfügt über ordentliche Klemmbrücken und nimmt auch Kabel mit Querschnitten von bis zu zehn Quadratmillimetern auf. Ich richte ein Stereodreieck mit etwa drei Metern Kantenlänge ein und drehe die Lautsprecher leicht auf die Hörposition ein. So spielen die Lautsprecher dann erstmal friedlich vor sich hin.

Die Chassis-Armada lässt sich hinter der mattschwarzen Gewebeabdeckung verbergen.

Erweiterbarkeit

Währenddessen kann in der Broschüre stöbern, welche Erweiterungsmöglichkeiten sich noch ergeben. Die Signature-500-Reihe bietet mit dem SUB 530A einen aktiven Subwoofer mit 300 Millimeter Membran. Das ist schonmal was für Heimkinofreunde und für eingefleischte Bassliebhaber. Ich bin gespannt, ob ich den brauchen werde. Mit der Signature 503 steht dann noch ein Drei-Wege-Regallautsprecher und mit dem Center 53 ein Mittenlautsprecher zur Verfügung. Dem Heimkinoaufbau steht also nichts im Wege – und preislich attraktiv ist das alles auch noch. Wem die 505 zu klein sein sollte, dem bietet Magnat mit der Signature 507 noch einen größeren Standlautsprecher im Vier-Wege-Aufbau an. Diese Box schlägt dann pro Stück mit 100 Euro Aufpreis zu Buche. Selbstverständlich verfügt auch die 507, wie auch alle anderen genannten Signature-Familienmitglieder, mit Ausnahme des Subwoofers, über das bereits kurz beschriebene Hi-Res-Doppel-Hochtonmodul.

Karamba, Karacho, das fetzt!

Der perfekte Platz ist gefunden. Da der Lautsprecher sich auch etwas warmgespielt hat, fällt mir der wohlige Bass auf. Das Datenblatt meldet 24 Hertz als untere Grenze. Es fühlt sich aber an, als spiele die Signature 505 aber tatsächlich noch tiefer. Also ein Fall für Allen Alien und „UFO“. Und tatsächlich hat der Bass so richtig Dampf. Und er spielt tief, das verleitet mich dazu, den Verstärker immer weiter aufzudrehen. Bei etwa 80  Prozent Verstärkerleistung fängt irgendwas an den Fenstern an zu knistern. Den 505ern aber macht das gar nichts. Da meine Trommelfelle fast herausspringen, drehe ich aber lieber wieder etwas zurück. Die Bassperformance ist weiterhin imposant! Aber auch in den Höhen passt es. Die Hochtonabbildung ist angenehm weit, aber niemals zu scharf. Ich gebe mich der Illusion hin, wirklich noch etwas jenseits von 20 Kilohertz zu hören. So fein gezeichnet erklingt das Ride-Becken.

Die Tieftonabteilung misst in der Signature 505 satte 170 Millimeter im Durchmesser und erweist sich im Hörtest als äusserst dynamisch und schlagfertig.

Die Signature 505 säuselt sanft

Die Frequenzweiche des Dreieinhalb-Wege-Systems trennt zwischen der 30 Millimeter messenden Hochtonkalotte und dem 20 Millimeter-Superhochtöner bei 17500 Hertz. Darüber dürfte ich in meinem Alter eigentlich nicht mehr viel wahrnehmen, dennoch habe ich weiter den Eindruck, dass hier noch ein Quäntchen mehr aus den Höhen gekitzelt wird. Beeindruckend ist, dass es scheinbar keine Rolle spielt, wie laut ich am Verstärker drehe. Die Signature 505 spielen leise wunderbar druckvoll – das gilt weiter bis kurz vor die Schmerzgrenze. Verzerrungen kann ich weder im Bass noch im Hochtonbereich ausmachen. Dann wechsle ich in ein sanfteres Genre: Das Klavier, wie auch die Gitarren in „Karma Police“ von Radiohead klingen angenehm klar und rein. Die Stimme Thom Yorkes erklingt über den gesamten Tonumfang ausgesprochen akzentuiert und ist jederzeit sauber verständlich. Die Becken des Schlagzeugs sind auch hier eine wahre Freude. Sie klingen weit und offen und säuseln sanft im Raum. Überhaupt ist die räumliche Abbildung exzellent. Das gilt vor allem dann, als der Modem-Sound am Ende des Stücks die Musik ausklingen lässt.

Das doppelte Anschlussmodul erlaubt die Bi-Wire- bzw. Bi-Amping-Verkabelung.

Gänsehautmomente

Als nächstes steht „Immortality (Remastered)“ von Pearl Jam auf meiner Playlist. Als die Drums nach dem Gitarrenintro sanft einsetzen, fühle ich mich, als säße ich mitten im Wohnzimmer von Eddie Vedder. Als er dann zu singen beginnt, läuft mir ein angenehmer Schauer über den Rücken. Es macht richtig Spaß jede Ghost-Note auf der Snare zu verfolgen. Jedes Antippen des Ride-Beckens und das leise Spiel der Gitarre fließt förmlich in meine Gehörgänge. Das Stereofeld wird auch dann erstaunlich breit aufgespannt, als ich „Mindmachine“ von Deine Lakaien auflege. Die synthetischen Sounds erfüllen sofort den gesamten Raum. Als anschließend noch Alexander Veljanov einsetzt, zeigt sich auch der sauber eingepasste Tiefmittenbereich. Die Magnat Signature 505 beweist, dass es möglich ist Lautsprecher für unter 500 Euro zu gestalten, die klanglich verzaubern können.

Die Signature 505 ruht auf stabilen Traversen. Das sieht gut aus und sorgt für einen stabileren Stand.

Sauber gezupft und luftig

Ebenfalls beeindruckend kommt der Tiefmitteltonbereich auch in „Something About You“ von Hayden James zur Geltung. Der Orgelsound klingt richtig schön luftig, zugleich druckvoll und doch nicht aufdringlich. Der Sänger erhält die nötige Mischung aus Bass und Mitten und klingt eindrucksvoll präsent. Die Bass-Drum pumpt den Rhythmus satt mit. Selbstverständlich geht es mit der Magnat aber auch etwas sanfter: Der „Asphalt Canyon Blues“ von Kenny Burell und Grover Washington Jr. spielt direkt mit einem sauber gezeichneten Kontrabass auf. Wenn Grover Washington Jr. dann auf seinem Saxophon alle Feinheiten aus dem Instrument kitzelt, zuckt die Signature 505 nur locker mit den Augenbrauen. Der Mann, der die Mikrofone aufgestellt und das Stück abgemischt hat, hat offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Live kann es kaum besser klingen! Ich fühle mich, als säße ich in der ersten Reihe und würde selbst die Gitarre von Kenny Burell zupfen.

Ein Doppel-Hochton-Modul findet man in dieser Preisklasse sonst nur sehr selten.

Moderne versus Klassik

Die Signature 505 kann aber nicht nur Pop. Auch die „Toccata con Fuga in D-Moll“ von Johann Sebastian Bach verwandelt den Hörraum schnell in ein großes Kirchenschiff. Wow, Dynamik und Volumen erfüllen den Raum. Quasi neben bei, wird auch noch genug Körperschall geliefert. Dazu kommen die höheren Orgeltöne. Sie brillieren durch ihre exzellente Verteilung und ihre fröhliche Wiedergabe. Was besonders positiv auffällt: Auch bei höherer Lautstärke beißen sie sich nicht in den Ohren fest, sondern klingen frei und luftig. Und selbstverständlich muss sich ein solcher Lautsprecher auch an Suzanne Vega und ihrer A-cappella-Version von „Tom’s Diner“ messen. Die Stimme ertönt ausgesprochen klar gezeichnet und mit allen Nuancen aus dem HiRes-Hochtonmodul. Den nötigen Unterbau und eine satte Basis erhält der Sound dabei aus den Tief- und Mittelton-Abteilungen. Und das ist nur eine weitere beeindruckende Performance, die so richtig Spaß macht …

Mit aufgesetzten Abdeckungen wirkt die Signature 505 nochmals zurückhaltender.

Fazit

Mit der Signature 505 hat Magnat in der Unter-500-Euro-Klasse einen echten Kracher auf die Beine gestellt. Dieser Lautsprecher klingt unter jeder Lautstärke präzise und satt. Bei leisen Tönen, wie auch im Partybereich geht den 505ern nie die Luft aus. Die Verarbeitung der gerade einmal 93 Zentimeter hohen Schallwandler ist ausgezeichnet und schmeichelt dem Auge. Mir hat der Klang in allen Genres – von Klassik über Blues bis Metal – sehr gut gefallen. Wer einen echten Allrounder zum attraktiven Preis sucht, ist mit der Signature 505 von Magnat für alle Gelegenheiten sehr gut gerüstet.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 79/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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191016.Magnat-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Magnat
Signature 505
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:449,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Piano Schwarz / Esche Dekor Schwarz
- Anthrazit Seidenmatt / Esche Dekor Mocca
Vertrieb:Magnat Audio Produkte, Pulheim
Tel.: 02234 / 807120
www.magnat.de
Abmessungen (HBT):- 930 x 205 x 332 mm
- 970 x 286 x 332 mm (mit Fuß)
Gewicht:15,5 Kg / Stück
Prinzip:Dreieinhalb-Weg, Bassreflex
Wirkungsgrad:92 dB
Hochtöner:- 20 mm Superhochtöner
- 30 mm Hochtonkalotte
Mitteltöner:1 x 170 mm
Tiefltöner:1 x 170 mm
Frequenzbereich:22 Hz – 53 kHz
Übergangsfrequenzen:330 / 2800 / 17500 Hz
Lieferumfang:- Signature 505
- Gewebeabdeckungen
- Bedienungsanleitung
- Traversen
- Spikes
Pros und Contras+ Satter Grundton
+ gelungene Abstimmung
+ schöne räumliche Darstellung
+ sehr gutes Rundstrahlverhalten
+ Doppel-Hochton
+ HiRes-Zertifizierung
+ gute Verarbeitung

- Frontblenden nicht magnetisch
Empfohlene Raumgröße:20 - 35 Quadratmeter
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):78/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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