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Redakteur
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Wie ist das möglich? Ein megaflacher Metall-Quader, der die attraktivste Briefwaage der Welt sein könnte, entpuppt sich als Verstärker, der Musik-Streaming per AirPlay, Bluetooth und LAN ermöglicht, mit USB-Port sowie optischem und koaxialem S/PDIF-Input punktet und HiRes bis PCM 384 Kilohertz/24 Bit und DSD256 beherrscht. Ach ja: Einen UKW-Radio-Tuner bietet er auch noch – und dann leistet sein Kraftwerk satte 40 Watt, so dass er selbst ausgewachsene Standboxen anzutreiben vermag. Wie das geht und welche Features dieser Waversa WSlim LITE noch bietet, hat das lite magazin getestet.

Schlank und stylisch: Der Waversa WSlim LITE beeindruckt optisch mit seinem kompakten Maßen und seinem schick-reduzierten Design.

Das Staunen über den Waversa WSlim LITE beginnt gleich mit dem Auspacken: Wir entnehmen dem Karton einen silbernen, superflache Player, der nicht mal zwei Kilogramm wiegt und sich dann auf unserem Redaktionsschreibtisch mit 3 mal 30 mal 20 Zentimetern Platz begnügt. Zu diesem Ultraslim-Design kommt nun noch eine äußerst hochwertige Anmutung: Das Gehäuse ist, wenn man die angeschraubte Bodenplatte außer Betracht lässt, aus einem Stück Aluminium gefertigt. Die Oberfläche erweist sich als spezialbehandelt. So verströmt der WSlim LITE einen matten Schimmer und besitzt beim Darüberstreichen eine sanft raue Haptik. Das stylische Design ist auf eine klar-reduzierte, monolithische Erscheinung getrimmt. Deshalb sind auch die Bedienelemente unauffällig-perfekt integriert: Sechs Taster wurden sauber und mit geringem Spiel in die Oberfläche eingelassen, sie sind ebenfalls in Aluminium ausgeführt und nur geringfügig über das Gehäuse erhaben. Das unterstreicht den edlen Eindruck. Dazu passend geben die Tasten nur mit darüber und darunter dezent applizierten Symbolen Auskunft über ihre Funktion. Neben An/Standby sind das zwei Tasten zur Veränderung der Lautstärke zwischen Null und 99, ein Menü-Taster für den Zugang zu den verschiedenen Features und ein Select-Taster zur ihrer Einstellung – und natürlich ein Source-Taster für die Anwahl der Quellen.

Die eingelassenen Taster sind wie das Gehäuse aus Metall und unterstreichen durch ihre Dezenz den monolithischen Charakter des WSlim LITE.

Schickes Display

Was uns der WSlim LITE zu bieten hat, erfahren wir von einem kleinen, aber überaus feinen Display. Die gerade mal 28 mal 19 Millimeter messende Anzeige ist äußerst attraktiv in den WSlim LITE integriert: Durch eine kunstvoll gefräste Vertiefung ist das Display in das Gehäuses eingelassen, es wird dadurch optisch hervorgehoben und steht durch die sanfte Neigung in perfekter Sichtachse zum Betrachter. Das ist top! Die Anzeige ist ein OLED-Display. Es liefert seine Informationen gestochen scharf und mit sattem Kontrast. Außerdem entpuppt es sich als Farbmonitor: Ein vertikaler Lichtbalken am linken Rand strahlt entweder in Weiß, Rot oder Blau. Dies zeigt im Netzwerk-Betrieb (der im Display mit „DLNA/UPnP“ ausgewiesen wird) an, ob der WSlim LITE in das Ethernet integriert ist, ein Musikfile abgespielt wird oder dieses gerade gestoppt ist. Im Bluetooth-Modus indiziert die Kolorierung, ob der WSlim LITE mit einem anderen Gerät gepaart ist oder nicht. Im Radio-Modus sagt uns die Balkenfärbung, ob der WSlim ein FM-Signal empfängt, ob dieses UKW-Signal schwach ist oder ob es stark und in Stereo wiedergegeben werden kann. Damit sind wir schon bei den Quellen und Einsatzmöglichkeiten dieses All-in-One Players.

Das wunderschön eingelassene OLED-Display zeigt in knackiger Schärfe die wichtigsten Daten an – in diesem Fall neben der Quelle (hier „DLNA/UPnP“) den Lautstärkewert und mithilfe der Farbe des Balkens am linken Rand den Status.

Sehr zugänglich: Streaming und Schnittstellen …

Der WSlim LITE setzt mit Ausnahme des Radios durchweg auf die digitale Zuspielung von Musik. Dafür bietet er zum einen zwei kabellose Streaming-Möglichkeiten, nämlich AirPlay und Bluetooth. Zum Wohle des Klangs geht der Blauzahn-Funk über den Codec aptX. Eine dritte und noch potentere Streaming-Option ist die kabelgebundene LAN-Einbindung. Über den Ethernet-Anschluss können wir den WSlim LITE an einen Netzwerk-Player anschließen – oder ihn direkt ins heimische Netzwerk integrieren, um ihn etwa mit einem ebenfalls hier eingebundenen Rechner zu steuern, der wiederum mit einer geeigneten Player-Software ausgerüstet ist. Geeignet bedeutet: audiophil und HiRes-fähig, denn der WSlim LITE ist über LAN in der Lage, PCM-Files bis 384 Kilohertz/24 Bit und DSD-Files bis DSD256 abzuspielen. Die gleiche HiRes-Fähigkeit bietet er auch über seinen USB-B-Port, an den man direkt, also ohne den Weg über das LAN, einen Rechner anschließen kann, von dem dann die Musikfiles zugespielt werden. Wenn man an den USB Port einen passenden WIFI-USB-Dongle einsteckt, unterstützt der WSlim LITE auch streaming per WLAN. Zudem ist der WSlim LITE Roon Ready und damit als Roon Endpoint einsetzbar. Wer also eine Lizenz für diese ausgereifte Musikmanagement-Software besitzt und einen Roon Core eingerichtet hat, kann mit dem WSlim LITE diesen exzellent-komfortablen Weg der Musikwiedergabe und -verwaltung wählen.

Die kabelgebundene digitale Eingangssektion: Zur Ethernetbuchse für die LAN-Einbindung gesellen sich ein USB-B-Port sowie ein elektrisch-koaxialer und ein optischer S/PDIF-Input. Die USB-A-Buchse ist dem Support vorbehalten. Die „DC 24V“-Buchse dient dem Anschluss des externen Netzteils.

… sowie Digitalinputs und FM-Tuner

Des Weiteren finden wir „WNDR“ im Angebot der Quellen. Das Kürzel steht für „Waversa Network Direct Renderer“, es ist ein von Waversa entwickeltes Audio-Übertragungsprotokoll, das verspricht, die Nachteile des gängigen DLNA Streamings zu beheben: Verzögerungen bei der Kommunikation der im Netzwerk verbundenen Geräte und Rauscherzeugung im Audiosignal durch die Datenübertragung. Dafür braucht man freilich Komponenten samt Router oder Hub, die ebenfalls das WNDR-Protokoll beherrschen. Für konventionelle digitale Zuspieler wie etwa einen CD-Player oder einen TV-Flatscreen stehen zwei S/PDIF-Schnittstellen zur Verfügung. Der elektrische Input akzeptiert dabei PCM-Files bis 192 Kilohertz/24 Bit, der optische Eingang arbeitet bis PCM 96 Kilohertz/24 Bit. Nun folgt noch der Anschluss für eine UKW-Antenne, die auch in Form einer 1,5 Meter langen Wurfantenne mitgeliefert ist. Mit diesem FM-Tuner ermöglicht der WSlim LITE klassischen analogen Radio-Empfang. 16 Sender-Presets sind dabei abspeicherbar.

Die BT-Antenne dient dem Bluetooth-Streaming. An die FM-Buchse wird die mitgelieferte Wurfantenne für den UKW-Radioempfang angeschlossen.

Klein-Kraftwerk und Wunder-Wandler

Als wäre das nicht genug, ist dieser kompakte Quader auch noch mit einem Verstärker ausgerüstet, der im Verbund mit 4-Ohm-Boxen 40 Watt liefert, an 2-Ohm-Modellen sogar satteste 80 Watt liefern kann. Wie ist das möglich? Die Antwort: Im WSlim LITE wirkt im Prinzip ein Class D-Verstärker. Hier werden analoge Signale in eine Folge von Pulsen umgewandelt und später wieder rückverwandelt, das Verfahren nennt sich Pulsweitenmodulation. Das PWM-Signal lässt sich leichter verarbeiten und verstärken, deshalb ist die Schaltung kleiner und leichter als bei einem ein konventioneller Verstärker. Zudem wird weniger Leistung benötigt, weil ein Class D-Verstärker wesentlich effizienter arbeitet als ein rein analoger Amp. Vor etlichen Jahren standen die sogenannten Schalt-Verstärker allerdings in einem schlechten Ruf, weil sie klanglich hart und steril waren. Die Technik hat aber längst Riesenfortschritte gemacht, heutige Class D-Amps liefern exzellente Klangergebnisse. Waversa geht hier noch weiter und beschreitet mit dem WAP einen eigenen Weg. Dieser „Waversa Audio Processor“ ist das Herzstück von Waversas Audio-Komponenten – und somit auch des WSlim LITE. Hier geschieht die Signalverarbeitung vor dem eigentlichen Class-D-Verstärker vollständig digital, auch das analogen Radio-Signal wird mit 384 Kilohertz/ 24Bit hochauflösend digitalisiert. Erst dann findet die bei Class-D-Verstärkern übliche Umwandlung in ein PWM-Signal statt.

Der WSlim LITE ermöglicht auch den klassischen Radio-Empfang. Im Display sehen wir neben der Anzeige des FM-Modus, der eingestellten Lautstärke (hier „22“) und dem ausgesuchten Preset (hier „16“) das zur Sendersuche generell bereitstehende UKW-Frequenzspektrums von 88 bis 108 Megahertz, welches dem UKW-Rundfunk-Band entspricht. Zudem indiziert eine Balkenanzeige mit fünf Strichen die Stärke des empfangenen Signals.

Dynamic Range und Röhrensound-Modus

Mit dem WAP will der koreanische Hersteller Waversa ein Problem der Digitalisierung lösen: In punkto Auflösung gibt es generell Grenzen. Der digitalen Musik fehlen weitgehend jene Oberwellen, die einst im analogen Originalsignal vorhanden sind. Darum interpretiert Waversas Audioprozessor mit reichlich Rechenleistung und pfiffigen Algorithmen das digitale Signal, um wieder eine Annäherung an das natürliche analoge Signal zu erreichen. Wer möchte, kann diese Natürlichkeit noch in der Lebendigkeit steigern: Mit der sogenannten „Dynamic Range“-Einstellung im Menu lässt sich in einer Abstufung von eins bis sechs das dynamische Verhalten beeinflussen. Mit jeder Steigerungsstufe wird die Vitalität der Wiedergabe größer. Darüber hinaus gibt es noch den WAP/X-Modus: Hier wird die Klangsignatur einer Audio-Verstärkerröhre nachempfunden. Ihr warmer Sound entsteht, weil sie die geradzahligen Obertöne, die sogenannten „Harmonischen“ betont, welche für ein rundes Klangbild sorgen. Waversa hat sich bei der Entwicklung dieses Röhren-Algorithmus angeblich an dem Klang der legendären Western Electric 300B orientiert. Diese-Leistungsröhre aus den 1940er-Jahren ist im Original heute fast unerschwinglich und kostet als Neuauflage immer noch weit über 1.000 Euro pro gematchtem Paar.

Monolith: Das Gehäuse des WSlim LITE ist – mit Ausnahme der Bodenplatte – aus einem Stück Aluminium gefräst.

Anschluss und Einrichtung

Von allen diesen Fähigkeiten erfahren win der Bedienungsanleitung eher wenig. Das Manual klärt nur kurz und knapp über die Bedienelemente, die Bedeutung der Display-Anzeigen und die Schnittstellen auf. Das Meist erschließt sich aber durch schlichtes Ausprobieren. Als erstes schließen wir unsere Lautsprecher an die rückseitigen Klemmen an. Sie sind relativ kurz, Bananen-Stecker können deshalb nicht komplett eingeführt werden. Kabelschuhe oder blanke Litze sind für den Anschluss eventuell zu bevorzugen. Nun zum Strom. Bei der geringen Größe und dem minimalen Gewicht des WSlim LITE ist eigentlich klar, dass die Stromversorgung nicht im Gerät eingebaut sein kann. Waversa liefert also ein externes Netzteil mit, der schwarze Quader wirkt gerade im Vergleich zu dem Streaming Amp ziemlich voluminös. Dank der langen Zuleitungen – das Netzkabel misst 1,4 Meter, das Kabel hin zur Anschlussbuchse des WSlim LITE 1,4 Meter – können wir dieses Netzteil aber so weit entfernt positionieren, dass es allen Blicken entzogen ist. Als erstes verbinden wir das Zuleitungskabel des Netzteils mit dem Player, denn der WSlim LITE besitzt keinen Netzschalter. Sobald er an das externe Netzteil angeschlossen ist, befindet er sich im Standby-Modus. Das quittiert auch das Display für rund 30 Sekunden, bevor es sich automatisch abschaltet, falls man es versäumt, den WSlim LITE mit dem Standby-Taster auf der Oberseite anzuschalten. Das machen wir. Als nächstes schließen wir unser Laptop an den USB-Port an – und schon bekommen wir vom Rechner die Information, dass der Waversa WSlim LITE eingerichtet worden ist. Als nächstes geht es ins Ethernet. Prompt erscheint im Display des Players der weiße Balken, der uns mitteilt, dass der Player im LAN ist. Auch die IP-Adresse wird bei Betätigung des Menü-Tasters sofort im Display ausgewiesen. Auf unserem ebenfalls im LAN eingebundenen Computer taucht umgehend der WSlim LITE als Multimedia-Device auf.

Zur Fernbedienung wird dem WSlim LITE die optisch perfekt passende Apple Remote beigegeben.

Fernbedienung per Apple Remote, Computer-Browser – und bald via App

Wenn wir am PC per Doppelklick das Icon des WSlim LITE anwählen, öffnet sich im Browser unseres Computers ein „Remote Controller“ mit virtuellen Buttons und Display. Wir verfügen damit also über eine browserbasierte Fernbedienung per Rechner, mit der wir sämtliche Funktionen des WSlim LITE steuern und uns anzeigen lassen können. Prima! Das ist eine Alternative zu der mitgelieferten physischen Fernbedienung, der Apple Remote. Über diesen wohlgestalteten Ferngeber kann man ebenfalls alle Funktionen aufrufen und einstellen. Waversa präsentiert auf seiner koreanischen Homepage auch eine Smartphone-App als Neuigkeiten und stellt sie für Android sowie Apple in Aussicht, in den Stores ist sie leider noch nicht zu finden. Deshalb zurück zum Browser: Über ihn können wir den WSlim LITE auch auf den neuesten Stand bringen, was wir direkt erledigen. Alle vollführten und noch möglichen Updates werden uns dabei in der „Revision History“ aufgelistet.

Alternativ lässt sich der WSlim LITE auch am Computer über eine browserbasierte Bedienoberfläche steuern. Über die Remote Control hinaus bietet diese Bedienoberfläche weitere Funktionen wie das Firmware-Updating.

Der Waversa WSlim LITE in der Praxis

Als erstes checken wir die verschiedenen Zuspielwege: Grüner Haken für die S/PDIF-Inputs und Bluetooth, hier sorgt der Codec apt X für einen beeindruckend klaren Klang. Auch über AirPlay ist die Qualität wirklich gut. Hier ist zu beachten, dass der WSlim LITE im Gegensatz zu Bluetooth stets eine LAN-Verbindung benötigt. Die besten Klangergebnisse und Auflösungen erreichen wir über LAN und USB. Wir bevorzugen das Netzwerk, allein schon, weil wir so bequem auf dem Laptop unseren Hörtest niederschreiben können und zugleich über die auf dem Laptop installierte audiophile Player-Software Audirvana die Musikauswahl und -wiedergabe des WSlim LITE steuern können. Die amtliche Beschallung vollführt der Streaming-Verstärker zuerst im Verbund mit dem Kompaktlautsprecher Dali Rubicon 2, dann mit dem etwas voluminöseren Studio-Monitor Seta Audio M 2.7, schließlich mit der ausgewachsenen Standbox Canton Reference 7.2 DC. In allen drei Fällen gelingt dem WSlim LITE eine überraschend kraftvolle Wiedergabe – gemessen an der geringen Größe ist das fast unglaublich! Klar: Für Partybeschallungen ist der WSlim LITE nicht gemacht, aber bis zu einem Pegel, den wir dauerhaft wirklich nicht fahren wollen, agiert der WSlim LITE mit kraftvollem Bass, hoher Agilität und schöner Auflösung – sei es Gregory Porters quirlig-kraftvolles „Liquid Spirit“ in 96 Kilohertz/24 Bit, sei es Dave Brubecks fein ziseliertes „Take Five“ in der DSD256-Liveaufnahme der Feenbrothers. Mit den Kompaktlautsprechern und den Monitoren klingt es besonders stimmig. Hier beweist der WSlim LITE, dass er auch für einen fordernden Bass, wie er gerade bei “Liquid Spirit” vorhanden und unverzichtbar ist, richtig Reserven besitzt. Was in allen Fällen richtig gut gelingt, ist die Auflösung und Lebendigkeit im Klangbild: Der WSlim LITE zeichnet feinste Akzente, die etwa vom Ride-Becken des Schlagzeugs kommen, wunderbar klar und luftig-leicht nach. Der Klang ist offen und rein, aber niemals klinisch-aseptisch. Hier leistet der WAP-Prozessor des WSlim LITE offenbar sehr gute Arbeit.

Eine audiophile und HiRes-fähige Player-Software wie Audirvana ermöglicht das Musikmanagement, wenn der WSlim LITE via LAN oder USB mit Musik versorgt wird.

Dynamik-Plus und Röhren-Feeling

Nun kann dieser Prozessor ja noch den Klang gestalten, etwa mit der „Dynamic Range“ Funktion. Hier verlassen wir nun die Grundeinstellung und gehen auf Level 2. Die Wirkung ist echt verblüffend: Auf einmal hat die Musik einen Zuschuss an Pepp! Gregory Porter scheint noch etwas mehr Soul in seinen Gesang zu legen, die Begleitband legt sich etwas mehr ins Zeug, auch das permanente Händeklatschen, das zum gewissen Etwas des Songs einen großen Anteil beiträgt, wirkt jetzt noch spritziger. Wow! Mit der Erhöhung auf Level 3 ist dieser Effekt noch steigerbar, aber Achtung: Schnell neigt man dabei zu Übertreibungen, denn irgendwann ab Stufe 4 oder 5 ist es des Guten doch ein wenig zu viel. Wenn man dann wieder bei Level 1 anfängt, muss man sich erst mal wieder an die Sensationsfreiheit der Wiedergabe gewöhnen. Jaja, dieses Feature hat Suchtpotenzial! Nun sind wir natürlich gespannt auf den Röhrentouch, den uns das Zuschalten der WAP/X-Funktion verspricht. Auch hier erleben wir eine erstaunliche Wirkung: Mit der Aktivierung von WAP/X wird die Wiedergabe etwas weicher, wärmer, runder. Die feine Auflösung in den Höhen bleibt davon unberührt, doch auf einmal ist etwa der Schellenkranz bei „Liquid Spirit“ frei von jener tonalen Aggressivität, die uns vorher gar nicht so aufgefallen ist. Kaum deaktivieren wir WAP/X, ist die leichte Schärfe des Perkussionsinstruments wieder da. Noch frappanter ist der Einfluss bei Klassik-Aufnahmen. Das erleben wir insbesondere bei Rachel Podgers Einspielung von Johann Sebastian Bachs Cellosuite d-moll BWV 1008. Diese wunderschöne Interpretation, die uns als HiRes-File in DSD265 vorliegt, gewinnt mit der Röhrensimulation eine Entspanntheit und Stimmigkeit, die vorher – je nach Strichintensität und Lage, in der Rachel Podger ihr Instrument bespielt – nicht immer gegeben war. Jetzt haben wir auch hier dieses Zurücklehnen-und Genießen-Feeling, das zum Musikhören dazugehört.

Mit einem Rechner und einem Paar Lautsprecher (hier die Dali Rubicon 2) bildet der WSlim LITE kompaktes Setup:

Fazit

Ja, es ist möglich: Der ultraschlanke und kompakte Waversa WSlim LITE schafft es, als Streaming-Verstärker eine satte Beschallung mit 40 Watt Leistung zu liefern und über zahlreiche Zuspielwege ein reichhaltiges attraktives Angebot zu machen. Das Musik-Streaming geht via AirPlay, Bluetooth und LAN sowie per FM-Tuner für analogen Radioempfang, hinzu kommen S/PDIF-Inputs und USB-B. Über diesen Port und über LAN ist HiRes bis PCM 384 Kilohertz/24 Bit und DSD256 möglich. Dank seines Prozessors ist der Waversa WSlim LITE nicht nur HiRes-fähig, sondern bietet neben einer grundlegend sehr sauber-klaren Wiedergabe eine sechsstufige „Dynamic Range“-Funktion zur Steigerung der Lebendigkeit und eine zuschaltbare Röhrensound-Simulation. Neben seiner klanglichen Meriten punktet der Waversa WSlim LITE mit seinem megaschicken Design und einer hochwertigen Verarbeitung. So bringt uns dieser Streaming-Verstärker gleich mehrfach zu Staunen.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 89/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90

89

88

200701.Waversa-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Waversa
WSlim LITE
Produktkategorie:HiFi-Verstärker, streaming- und netzwerkfähig
Preis:1.750,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Silber
Vertrieb:ATR, Mülheim an der Ruhr
Tel.: +49 208-882 66 0
www.audiotra.de
Abmessungen:30 x 300 x 195 mm (inkl. Füße, Antennen und Anschlussbuchsen)
Gewicht:1,6 kg
Leistung:2 x 40 W / 4 Ω
2 x 80 W / 2 Ω
Eingänge (analog):1 x FM-Tuner (UKW)
Eingänge (digital):1 x AirPlay
1 x LAN (Ethernet, RJ45)
1 x Bluetooth (Standard: 4.0, Codec: aptX)
1 x USB-B
1 x S/PDIF optisch (TOSLink)
1 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch)

1 x USB A (nur für zusätzliche Funktionen)
Ausgänge (analog):1 x Lautsprecher
Unterstützte Audio-Formate:- PCM, ALAC, WAV, FLAC, AIFF, WMA, MP3, AAC usw.
- DSD
Maximale Samplingraten/
Auflösungen:
- USB: PCM 384 kHz/24 bit, DSD256 (DoP)
- SPDIF elektrisch: PCM 192 kHz/24 bit
- SPDIF optisch: PCM 96 kHz/24 bit
- LAN: PCM 192 kHz/24bit
Lieferumfang:- Waversa WSlim LITE
- Fernbedienung (Apple Remote)
- Bluetooth-Antenne
- UKW-Antenne
- USB-Kabel (USB-A/USB-B, 2,0 m)
- LAN-Kabel (2,0 m)
- externes Netzteil (Länge des sekundären Anschlusskabels: 1,4 m)
- Netzkabel (1,5 m)
- Bedienungsanleitung (Englisch)
Pros und Kontras:+ sehr guter Klang
+ attraktives, ultraschlankes Design
+ saubere Verarbeitung
+ HiRes-Unterstützung per LAN, USB, S/PDIF
+ AirPlay- und Bluetooth-Streaming
+ integrierter Vollverstärker
+ WAP/X-Funktion für Röhrensound-Imitation
+ Dynamic Range-Funktion für agileres Klangbild
+ fernbedienbar über die Apple Remote oder per Computer-Browser
+ bequeme Upgrades per Computer-Browser
+ Roon Ready
+ WLAN-fähig über einen WIFI-USB-Dongle

- kein analoger Eingang
Benotung:
Klang (60%):90/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):88/90
Gesamtnote:89/90
Klasse:Oberklasse
Preis/Leistungsehr gut

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