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Redakteur
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Mit der Joy-Serie präsentiert Revox ein anspruchsvolles Audiosystem: Es verbindet den audiophilen Standard der Schweizer mit schickem Lifestyle-Design und bietet dank der Kombinationsmöglichkeit der Komponenten maximale Flexibilität. Wir haben uns aus diesem System den Revox Joy S22 CD-Player und den Revox Joy S119 MKII Network Receiver herausgesucht – und erhalten ein klang- und formvollendetes Duo, das neben dem CD-Betrieb auch Streaming über WLAN, LAN und Bluetooth ermöglicht, Online-Musikdienste sowie Radio via Internet oder DAB+ einbindet, mit zahlreichen digitalen Eingängen punktet – und schlicht Spaß macht.

Der Revox Joy S22 CD-Player (rechts) und der Revox Joy S119 MKII Network Receiver (links) bieten mit ihrem edel-reduzierten Design ein stilvolles Duo.

Der renommierte Schweizer Hersteller Revox beweist in den letzten Jahres ein richtig gutes Händchen für schönes Design. Davon zeugen die aktiven Lautsprecher der StudioArt-Serie, von der wir den Revox StudioArt A100 Room Speaker und die Revox StudioArt S100 Audiobar bereits per Test vorgestellt haben, und das beweist Revox ebenso mit „Joy“. Die Komponenten des so getauften Audiosystems verströmen gleich auf den ersten Blick eine extreme Hochwertigkeit und Noblesse. Sie heben sich zudem wohltuend von der gängigen HiFi-Anmutung ab. Dies zuallererst durch das Halfsize-Format: Die Joy-Komponenten sind mit den Maßen 9 mal 20 mal 32 Zentimetern etwa halb so breit wie die üblichen Audiogeräte, wodurch sie angenehm schlank auftreten. Hinzu tritt die außergewöhnliche und hochaufwändige Fertigung: Während gängige Geräte meist aus zweiteiligen Blechgehäusen mit davorgeschraubter Alu-Front bestehen, beeindrucken die Joy-Komponenten mit einem dickwandigen, nahtlosen, komplett aus Aluminium bestehenden Vierkant-Strangkorpus. Vorderseitig schließt dieses Gehäuse mit einer perfekt eingelassenen Front aus echtem Glas ab. Die glänzend schwarze Scheibe hält zu den Korpuswänden einen exakt definierten Abstand ein. Diese Ziernut dient der optischen Veredelung – ein überaus gelungener Design-Kniff. Auch die Abwesenheit jeglicher sichtbarer Bedienelemente unterstreicht die Eleganz und Dezenz der Anmutung. Einzig die in die Front integrierte mehrfarbige Status-LED gibt einen zarten Hinweis, dass wir es hier mit Geräten der Unterhaltungselektronik zu tun haben. Zur edlen Anmutung trägt auch der Überzug bei: Unsere Testmodelle sind in noblem Mattschwarz lackiert, das Coating ist absolut makellos. Alternativ sind die Joy-Komponenten in der Variante silberner Korpus/schwarze Front oder komplett in Weiß erhältlich. So passt die Joy-Linie auch in ein hell eingerichtetes Ambiente. Soweit das gemeinsame Top-Design der Joy-Serie.

Die Komponenten der Joy-Serie kommen ohne sichtbare Schalter und Knöpfe aus. Dies betont den Kontrast zwischen der perfekt eingelassenen, glänzenden Glasfront und dem matt lackierten Aluminium-Gehäuse.

Clever kombinierbar: Die Joy-Komponenten

Nun zu den einzelnen Protagonisten dieses Audiosystems: Die Joy-Linie besteht im Kern aus drei Komponenten: einem CD-Player, einem Audio Server, der das Rippen von Audio-CDs beherrscht und die Files der so erstellten Musikbibliothek auf der lokalen Festplatte oder externen Medien speichert, und zwei Network Receivern, die sich in der Leistung ihrer integrierten Vollverstärker unterscheiden, ansonsten aber beide dem Abspielen dieser Musikbibliothek dienen – und der Wiedergabe von Musik, die per Netzwerk, Bluetooth oder über die digitalen und analogen Schnittstellen gestreamt und zugespielt wird. Ergänzend kommt mit dem Studiomaster T700 ein Plattenspieler hinzu, der sinnigerweise den nötigen Phono-Vorverstärker gleich an Bord hat. Zur Vollendung der Klangkette bietet Revox auch etliche Lautsprecher an, die am Network Receiver angeschlossen werden können, wobei der Receiver über eine Auswahlliste im Lautsprecher-Setup sogar auf die verschiedenen Schallwandler-Modelle hin angepasst werden kann. Aus diesem Audiosystem haben wir den Revox Joy S22 CD-Player und den Revox Joy S119 MKII Network Receiver zum Test bestellt – und sie schauen wir uns nun näher an.

Der Revox Joy S22 CD-Player besitzt ein schubladenfreies Slot-In-Laufwerk.

Revox Joy S22 CD-Player

Haben wir vorhin behauptet, auf der Front befinden sich keine sichtbaren Bedienelemente? Beim CD-Player ist das nur die halbe Wahrheit, denn seine Glasfront ist als Touch-Bedienfeld realisiert. Durch zarte Linien in dezentem Grau sind in allergrößter Diskretion fünf quaderförmige Bedienfelder markiert. Sie führen auf sanfte Berührung hin die gewünschten Befehle aus: das Einschalten und Ausschalten, wobei der Joy S22 dann in den Standby-Modus versetzt wird, das Starten und Pausieren, dann – je nach Berührungsdauer – das Springen oder Spulen vor- und rückwärts, schließlich den Auswurf der CD. Die muss man zuvor natürlich eingelegt haben – und hierfür dient der schmale Schlitz auf der Gerätefront, in den man die Silberscheibe einschiebt. Ab knapp der Hälfte übernimmt dann das Laufwerk automatisch den Einzug. Der Joy S22 ist also mit einem sogenannten Slot-Loader-Laufwerk ausgestattet, es kommt ohne Schublade aus. Dabei handelt es sich um ein hochwertiges, für die Audio-Anwendung ausgelegtes Laufwerk und eben keinen Allrounder, wie er bei Computer eingesetzt wird. Die kurze Einlesezeit ist schon ein erstes Gütemerkmal, danach zeigt sich die konstruktive Qualität durch den extrem ruhigen Betrieb: Man kann sein Ohr an das Gehäuse legen und hört – nichts. Dazu trägt auch der aufwändige Einbau bei: Das Laufwerk ist auf Gummipuffern schwimmend gelagert und damit mechanisch komplett vom Gehäuse entkoppelt. Auch die nachfolgende Digital/Analog-Wandlersektion ist von erlesener Güte, das Datenblatt des Joy S22 weist exzellente Werte für Dynamik, Verzerrungsarmut und Rauschabstand auf.

Die Bedienung des CD-Players geschieht über fünf in die Frontplatte eingelassene berührungssensitive Touch-Felder.

Anschlussseitig bietet der CD-Player einen analogen Ausgang und sowie einen optischen und einen elektrischen Output. Hinzu kommen der CD-Link zur Kopplung mit dem Network Player und RS 232 Control-Klemmen für die Steuerung über externe Kontrollsysteme. Rechts sehen wir den Ein/Ausschalter, darunter die Buchse für das Netzkabel.

Revox S119 MKII Network Receiver: Streaming-Optionen…

Zur Kopplung des CD-Players mit einem Netzwerkspieler haben wir den Revox S119 MKII ausgesucht. Er ist in puncto Leistung der kleinere der beiden Network Player der Joy-Serie. Optisch ist er die perfekte Ergänzung zum CD-Player, er gibt über seine Front aber noch weniger preis, welche Potenz er besitzt. Also drehen wir ihn um – und entdecken ein dicht gepacktes, vielseitiges Anschlussfeld. Als Network Receiver bietet der S119 MKII zuallererst verschiedene Streaming-Möglichkeiten. Eine aufschraubbare Antenne dient der Einbindung ins heimischen WLAN. Über eine RJ45-Buchse geht alternativ die kabelgebundene Einbindung per LAN, dies ist die stabilere Streaming-Option. Beide Wege ermöglichen im Zusammenspiel mit einem DLNA- und UPnP AV-kompatiblen Server das Streamen von PCM-Signalen, also von Dateien der Formate WAV, FLAC, AIFF, AAC, MP3, OGG-Vorbis, WMA und ALAC. Die maximal mögliche File-Güte beträgt 192 Kilohertz/24 Bit – das ist HiRes-Qualität. Wer mal eben schnell Musik vom Smartphone zuspielen will, wird sich über den dritten Streaming-Weg freuen: Bluetooth. Der Blauzahn-Funk ist mit der MKII-Version des S119 möglich geworden. Zugunsten des guten Klangs hat man dabei gleich den Codec aptX implementiert. Bei den Anschlüssen finden wir seit der Einführung der MKII-Version auch eine Antennenbuchse für FM und DAB+. Mit dem integrierten Modul ist also der terrestrische Radioempfang möglich – sowohl analog über UKW als auch digital via Digital Audio Broadcasting.

Der Revox Joy S119 MKII Network Receiver kaschiert seine Multifunktionalität mit einer spiegelglatten, schalterlosen Front.

… und kabelgebundene Schnittstellen mit Überraschung

Nun zu den ausschließlich kabelgebundenen Schnittstellen: Hier bietet der S119 mit einem USB-A-Port und zwei elektrischen S/PDIF-Inputs drei Eingänge, die die Zuspielung von HiRes-Files bis PCM 192 Kilohertz/24 Bit erlauben. Hinzu kommen zwei optische S/PDIF-Schnittstellen, die Files bis PCM 96 Kilohertz/24 Bit meistern. DSD-Files spielt der Network Receiver hingegen nicht. Für den Anschluss analoger Quellen offeriert der S119 zwei Aux-Eingänge. Die Flexibilität erhöhen nun noch die Outputs: Über den geregelten analogen Line-Ausgang agiert der S119 einerseits wie ein Vorverstärker. So kann man ihn mit externen Endstufen betreiben, aber auch mit Aktivlautsprechern. Andererseits kann man diesen Ausgang über die App in einen Kopfhörer-Anschluss verwandeln und an die gleichen beiden Cinch-Buchsen dann direkt einen Kopfhörer anschließen. Der S119 beherrscht dabei die ganze Bandbreite von Modellen mit niedriger Impedanz ab 16 Ohm bis hin zu Kopfhörer mit hoher Impedanz bis 600 Ohm. Nächstes Flexibilitäts-Plus: Ein geregelter analoger Sub-Ausgang ermöglicht den Anschluss eines zusätzlichen Aktiv-Subwoofers. Das kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn man an die vier kleinen, einfachen Anschlussklemmen des S119 kompakte Lautsprecher mit wenig Bassvermögen anschließt. Auch digital ist der Network Receiver ausgiebig: Er stellt über eine koaxiale S/PDIF-Buchse das zugespielte Audiosignal zur Verfügung. Stammt es ursprünglich von den analogen Eingängen, dann liefert der S119 ein PCM-Signal der Güte 48 Kilohertz/24 Bit. Digital zugespielte Musik gibt er hingegen in PCM 96 Kilohertz/24 Bit weiter.

Der S119 bietet anschlussseitig alles auf kompaktem Raum. Links sitzen die Lautsprecherbuchsen, es folgen der USB-A-Port sowie der Netzwerk- und der CD-Link-Anschluss (beide als RJ45-Buchse ausgeführt). Darunter sehen wir vier digitale S/PDIF-Inputs (2 x koaxial, 2 x optisch), rechts daneben folgen zwei analogen Stereo-Eingänge, dann ein analoger Stereo-Ausgang, ein analoger Subwoofer-Ausgang und ein digitaler Ausgang. Über die Antennen-Anschlüsse läuft der Empfang von Signalen für FM und DAB+, Bluetooth und WLAN. Unter dem Ein/Aus-Schalter sitzt schließlich noch die Netzbuchse.

Audiophiler Vollverstärker

Als Network Receiver ist der Revox Joy S119 MKII natürlich mit einem Vollverstärker ausgestattet – und ein Blick unter die Haube zeigt, dass Revox hier auf eine audiophile Amplifizierung setzt. Die beginnt beim Netzteil, denn eine potente Stromversorgung ist die Grundlage für einen guten Klang. So thront hinter der Front ein üppiger Ringkerntransformator, der gut ein Viertel des Gehäusevolumens einnimmt und maßgeblich das Gewicht des S119 bestimmt. Die Stromversorgung beliefert einen Verstärker in Class D-Technik. Dies ist eine hocheffiziente Verstärkerart: Das Gros der eingesetzten Energie kommt der Signalverstärkung zugute und wird nicht in Wärme umsetzt. Dadurch leistet der Verstärker des S119 satte 60 Watt für jeden Kanal – und benötigt trotzdem keine großen Kühlkörper oder Lüftungsschlitze, die das monolithische Design stören würden. Class D-Verstärker werden oft fälschlicherweise als Digitalverstärker bezeichnet. Richtigerweise wird das Musiksignal trickreich als Information auf ein Trägersignal aufmoduliert. Das daraus entstehende Signal lässt sich nun wesentlich effizienter verstärken. Zum Abschluss wird dann wieder das Trägersignal herausgefiltert. Dieses pfiffige Verfahren nennt sich Puls-Weiten-Modulation. Doch bei aller Cleverness ist Know How nötig, damit ein Class D-Verstärker nicht kalt und harsch klingt. Hier hat Revox etliche Jahre an Entwicklung investiert und mit dieser Expertise ein optimiertes Class D-Verstärkerkonzept kreiert, das den hohen audiophilen Anspruch der Schweizer erfüllt und in den Receivern der Joy-Serie die Signalkräftigung übernimmt. Der große Bruder des S119, der S120, bringt es sogar auf üppige 120 Watt pro Kanal – bei gleicher Baugröße.

Zur Bedienung der Joy-Komponenten bietet Revox eine eigene App für Android-Smartphones und iOS-iPhones.

Feature-Vielfalt per App …

Zur Bedienung der Joy-Komponenten und somit natürlich auch unserer Kombination hat Revox eine eigene App in petto. Sie steht für Android-Geräte und iPhone/iPad in den jeweiligen Stores kostenfrei bereit. Diese App bietet neben der konventionellen Steuerung der CD-Funktionen und der Lautstärkeregelung zahlreiche Features. Natürlich lassen sich hier alle angeschlossenen Quellen samt dem heimischen Netzwerkserver aufrufen, ebenso der DAB+/FM-Tuner. Hinzu kommen aber noch die „Online Services“. Hier stehen, sofern man einen entsprechenden Account hat, die Online-Musikdienste Deezer und Tidal parat, zudem hat man kostenfreien Zugang zu den schier unendlich vielen Internet-Radiostationen und Podcasts dieser Welt. Sehr schön: Alle Quellen sind individuell im Pegel einstellbar, damit es beim Umschalten keine Lautstärkesprünge gibt. Die mit unseren File-Beständen aufgebaute Musikbibliothek lässt sich nach verschiedenen Kriterien wie „Artist“, „Album“, „Genre“ oder „Folder“ filtern, zudem können wir Playlists und eine Queue für kommende Titel erstellen und speichern, zudem zeigt die App uns auf Wunsch auch die zuletzt gelaufenen Tracks an. Jenseits dieser Features finden wir dann bei den Einstellungen noch einige Finessen – etwa bei der Auswahl der angeschlossenen Lautsprecher: Für die optimale Anpassung bietet die App eine Auswahl zwischen allen aktuellen Revox-Modellen, deren Werte im Soundprozessor hinterlegt sind. Wenn man Schallwandler eines anderen Herstellers hat, präsentiert die App eine Unterscheidung zwischen „Any Large“ und „Any Small“. In der zweiten Einstellung werden alle Bässe unter 80 Hertz gekappt. Das ist bei kleinen Lautsprechern sinnvoll, die bei tieferen Tönen oftmals hörbar überfordert sind. Auch der Aufstellungsort der Lautsprecher wird mit der Wahlmöglichkeit zwischen „Neutral“, „Wandnah“ und „Ecke“ beim Soundprocessing berücksichtigt.

Die Bedienung per App ist leicht und komfortabel: Wir bekommen sämtliche Quellen angezeigt, wobei unter „Online Services“ die Online-Dienste Deezer und Tidal , die Podcasts und der Bereich „Internetradio“ zu finden sind (Bild 1). Im Wiedergabe-Modus bietet die App die üblichen Funktionen, kann das Cover anzeigen und liefert nach Antippen des „i“ weitere Informationen zu dem aktuell laufenden File (Bild 2). Bei den Klangregelungen finden wir einige Finesse, etwa die Auswahl der Aufstellung und des Lautsprechers (Bild 3).

… oder mit der optionalen Edel-Fernbedienung

Alternativ zur App bietet Revox mit der Re:control S208 eine nicht gerade preiswerte, aber überaus potente und sehr schicke Fernbedienung an. Hingucker ist natürlich das OLED-Farbdisplay, das sämtliche Informationen in gestochener Schärfe darstellt und auch das Cover der aktuell laufenden Musik zeigt, sofern das Bild mit der Musikdateien gespeichert ist. So erlebt man hier quasi die App im kleinen, wobei die Bedienung über die Tasten statt über den Bildschirm läuft. Mit diesem Ferngeber lassen sich, wie mit der App, mehrere Revox Joy-Geräte steuern, also auch der CD-Player. Eins hat diese Funkfernbedienung der App jedoch voraus: Hier können Zonen erstellt und verwaltet werden, also ein oder mehrere Räume, denen mehrere Geräte zugeordnet sind. Dies kann z.B. ein S119 sein, der den Ton eines angeschlossenen Fernsehers wiedergibt. Beide Geräte fasst man dann etwa in der Zone „Wohnzimmer“ zusammen. Insgesamt können bis zu acht Zonen angelegt werden. Wer ein solches Beschallungskonzept für sein Ambiente plant, für den ist diese Fernbedienung obligat.

Alternativ lassen sich die Joy-Komponenten über die optionale Funkfernbedienung steuern.

Die Revox Joy-Kombination in der Praxis

Beim Aufbau der Kombination gibt es kaum etwas zu beachten. Da der Network Receiver dank seines Class D-Verstärkers wenig Wärme entwickelt und deshalb auch nur auf der Unterseite Lüftungsschlitze besitzt, benötigt er wenig Platz um sich herum. Der CD-Player kann deshalb nicht nur neben ihn, sondern sogar auf ihn gestellt werden, auch wenn kritische Audiophile jetzt die Nase rümpfen. Als Lautsprecher bleiben wir mit der Revox Elegance G120 der Marke und dem Joy-Design treu: Die schlank-eleganten 2,5-Wege-Bassreflex-Lautsprecher passen mit ihrem Design inklusive Glasfront und Glasfuß schon optisch perfekt zu den Joy-Komponenten. Zudem können wir die Elegance G120 ja auch in der Lautsprecherauswahl des Network Receiver einstellen, damit der Soundprozessor den Klang entsprechend anpasst. Wir haben die Lautsprecher weder in der Ecke noch an der Wand stehen, also setzen wir die Positionierungs-Einstellung auf „Neutral“. Wir starten mit der CD-Wiedergabe und beginnen mit einer traumhaft schönen Aufnahme: „A Battle Between“ von Blue Tofu. Das aus der Sängerin Andrea Mathews und dem Multiinstrumentalisten Tim Story bestehende Duo wird unter Dance/Electro geführt, liefert in diesem Fall aber eine fast schon meditativ-chillige Nummer. Eingeleitet wird der Track durch eine wunderbar dynamische Tabla, diese bauchige indische Trommel wird bald durch diverses Schlagwerk ergänzt, das die Joy-Anlage mit sehr guter Impulstreue knackig wiedergibt. Dazu kommt ein imposanter Synthesizer-Bass, über ihn legen sich weich-glockige Keyboards, schließlich setzt Andrea Mathews mit ihrer charismatisch-betörenden Stimme ein. Diese herrlich melancholisch Nummer wird mit dem Joy-Audiosystem ein echter Genuss: Das Klangbild ist wunderbar harmonisch und rund, zudem erleben wir eine unglaubliche Ruhe und Entspannung: Da stört kein Rauschen, keine Harschheit, statt dessen ist die Wiedergabe wunderbar transparent und offen.

Das exzellente Farbdisplay dieses Ferngebers ermöglicht eine überaus komfortable Bedienung.

Exzellente Klarheit und Transparenz

Diese tolle Klarheit führt zu einer herrlichen Heraushörbarkeit der zahlreichen, klug eingesetzten Percussions: Die mächtig-bassstarke Tabla, die knackig-agile kleine Trommel und die hölzern-hell klickenden Claves sorgen bei aller Entspanntheit für einen agilen Background. Doch natürlich lebt die Nummer von Andrea Mathews’ Stimme: „I feel like a sculpture, no hands, no legs“ singt sie sanft, fast gehaucht, manche Silben sind kaum mehr als ein ersterbendes Flüstern – aber wir hören mit der Joy-Kette jedes Detail, selbst das zart gehauchte „s“ am Ende der Phrase und die sanften Atemgeräusche der zierlichen Sängerin. Wir tauschen mal den CD-Spieler gegen unseren bewährten CD/SACD-Player Oppo UPD-203. Der ist eine Spur brillanter in der Wiedergabe, dafür aber auch etwas kühler, zudem schlanker und trockener im Bass. Der wiederum ist mit den ultraschlanken Revox Elegance G120, die wir bislang eingesetzt haben, überraschend voluminös: Einen auch im unteren Frequenzbereich so erwachsenen und kontrollierten Klang hätten wir diesen Tonstelen ehrlich gesagt nicht zugetraut. Trotzdem wechseln wir nun mal die Schallwandler, um zu sehen, was der S119 als Network Receiver leistet. Dafür haben wir die voluminöseren Audio Physic Classic Line 22 angeschlossen. Dementsprechend gehen wir in der App bei den Einstellungen auf „Any Large“ – und stellen fest, dass der S119 auch diese Schallwandler mühelos antreiben kann und auch den Tiefbass, der im Song „A Battle Between“ von den Tablas und den Synthesizer-Klängen geliefert wird, kraftvoll abbildet. Hier liefern die Audio Physic-Lautsprecher ein wenig mehr, dafür ist der Klang analytischer. Da ist das Klangbild im Paket mit den Revox Elegance G120 schlicht runder und entspannter, wie wir bei der Rückkehr zu diesen Säulen feststellen.

Das Revox Joy-Audio-System harmoniert insbesondere mit einem modernen Einrichtungsstil.

Dynamik und Ruhe – auch bei HiRes und Headphones

Die Lautsprecher waren bislang etwa 50 Zentimeter von der Wand entfernt, nun rücken wir sie mal ans Gemäuer. Das stärkt zwar den Tiefton, vermindert aber oft die Definiertheit – und ist gerade bei Bassreflex-Boxen mit rückseitigen Ports, wie es bei der Elegance G120 der Fall ist, oft kritisch. Das können wir mit den Einstellungen in der App ja zum Glück ändern: Hier gehen wir bei „Lautsprecher-Auftstellung“ auf „Wandnah“ und – wirklich spielen die Schallwandler nun zwar mit sattem Bass, aber ohne Mulm. Das klappt auch in den Ecken, in denen wir die Elegance G120 danach positionieren und den Soundprozessor über die App entsprechend einstellen. In allen drei Fällen sind wir immer wieder von der gelassenen, klaren und voluminösen Wiedergabe der Joy-Klangkette beeindruckt, aber auch von der Körperhaftigkeit der Darstellung und räumlichen Tiefe der Abbildung. Das belegt auch der Wechsel von der CD-Zuspielung zum HiRes-Streaming: „Watchin’ Over Me“ von James Taylor ist ein an Stimmen und Instrumenten reiches Stückes, das exzellent produziert ist. Hier kann das Joy-Audiosystem erneut mit seiner Transparenz, Dynamik und Ruhe punkten. Klappt das auch über Kopfhörer? Dafür schließen wir an den umkonfigurierten Pre Out des S119 den Beyerdynamic DT 1990 Pro an. Der Top-Kopfhörer liegt mit einer Impedanz von 250 Ohm im guten Mittelfeld, was die Anforderung an den Verstärker angeht. Über Kopfhörer legt der S119 in den Bässen nun sogar noch zu, weshalb wir in der App die Tiefen etwas zurücknehmen – dafür ist ein Klangregelung ja schließlich da. Alternativ lohnt sich auch das Ausprobieren mit einem externen Kopfhörerverstärker. So oder so: Nun erleben wir auch unter den Muscheln diese Klarheit und Gelassenheit, mit denen die Joy-Kette auch schon über Lautsprecher gepunktet hat.

Mit dem Standlautsprecher Revox Elegance G120, den wir für diesen Test eingesetzt haben, bilden die Joy-Komponenten ein stimmiges Ensemble.

Fazit

Der Revox Joy S22 CD-Player und der Revox Joy S119 MKII Network Receiver bilden ein audiophiles und flexibles Audio-System: Mit der erstklassigen CD-Wiedergabe, den analogen Zugängen des S119 und seinem terrestrischem Radioempfang via DAB+ bedient die Joy-Kette konventionelles HiFi, per Streaming über WiFi, LAN und Bluetooth sowie durch den Zugang zu den Online-Musikdiensten und dem Internet-Radio ebnet sie zugleich den Weg in die mediale Moderne. In beiden Fällen punktet das Audiosystem dank des vorzüglichen Verstärkermoduls mit ausgezeichneter Transparenz, wunderbarer Ruhe, Dynamik und Volumen. Das führt in Summe zu einer herrlich harmonischen, entspannten Wiedergabe. Die finessenreiche App rundet den Komfort des Systems ab, das exzellente Design sorgt dafür, dass auch das Auge verwöhnt wird. So bereitet die Revox Joy-Kombination in allen Belangen ein edles Vergnügen.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: angemessen

95

93

93

200911.Revox Joy-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Revox
Joy S22 CD-Player
Produktkategorie:CD-Spieler
Preis:1.250,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz, Weiß, Silber/Schwarz
Vertrieb:Revox, Villingen-Schwenningen
Tel.: 07721/87040
www.revox.com
Abmessungen (HBT):87 x 200 x 320 mm
Gewicht:3,2 kg
Ausgänge (digital):1 x optisch (Toslink)
1 x elektrisch-koaxial (Cinch), potentialfrei durch Ausgangsübertrager
1 x CD-Link
1 x RS 232
Ausgänge (analog):1 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Unterstützte Audio-Formate:CD-DA nach RED-Book Standard (Single-CDs mit 8 cm Durchmesser werden NICHT unterstützt)
Maximale Samplingraten/
Auflösungen:
44,1 kHz/24bit
Geräuschspannungsabstand:- symmetrisch: > 110 dB (20 Hz - 20 kHz)
- unsymmetrisch: > 95 dB (20 Hz 20 kHz)
(Herstellerangabe)
Klirrfaktor (THD + Noise):- Analogausgang: < 0,0019 % / 1 kHz
- Digitalausgang: 0,0018 % / 1 kHz
Dynamikbereich:118 dB
Signal-Rausch-Abstand:> 110 dB (1 kHz)
Lieferumfang:- Revox Joy S22 CD-Player
- CD-Link-Kabel (0,3 m)
- S/PDIF-Koaxialkabel (1 m)
- Netzkabel (2 m)
- Quick Reference Guide
- CD mit Bedienungsanleitungen
Pros und Kontras:Pros und Kontras:
+ ausgezeichneter Klang
+ hervorragende Dynamik-, Klirr- und Rauschabstandswerte
+ edles Design
+ exzellente Verarbeitung
+ Touch-Bedienfeld
+ hochwertiges Slot-Loader-Laufwerk
+ extrem ruhiger Betrieb ohne Laufwerksgeräusche

- Fernbedienung nur optional
Modell:Revox
Joy S119 MKII Network Receiver
Produktkategorie:Netzwerk-Receiver
Preis:2.250,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz, Weiß, Silber/Schwarz
Vertrieb:Revox, Villingen-Schwenningen
Tel.: 07721/87040
www.revox.com
www.audiolust.de
Abmessungen:87 x 200 x 322* mm

* inkl. WLAN-Antenne. Für Kabel und Stecker sind weitere 40-50 mm einzukalkulieren.
Gewicht:5,3 kg
Nennleistung:2 x 60 W / 4 Ω
Frequenzbereich:- „Any Large“-Einstellung: 5 Hz - 55 kHz (-3 dB)
- „Any Small“-Einstellung: 80 Hz - 55 kHz (-3 dB)
Eingänge (analog):2 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Eingänge (digital):1 x WLAN (802.11 b/g)
1 x LAN (Ethernet, RJ45)
1 x Bluetooth (Codecs: aptX, AAC, SBC)
1 x USB-A (für FAT/FAT32-formatierte Speichermedien)
2 x S/PDIF optisch (TOSLink)
2 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch)
1 x DAB+/FM Radio (F-Buchse)
1 x CD-Link
Ausgänge (analog):1 x Pre Out / Kopfhörer unsymmetrisch (Cinch)
1 x Subwoofer
1 x Lautsprecher
Ausgänge (digital):1 x elektrisch-koaxial (Cinch), potentialfrei durch Ausgangsübertrager
Unterstützte Audio-Formate:PCM, WAV, FLAC, AIFF, WMA, MP3 (cbr+vbr), AAC, OGG-Vorbis
Maximale Samplingraten/
Auflösungen:
- USB: PCM 192 kHz/24 bit
- SPDIF elektrisch (Eingang): PCM 192 kHz/24 bit
- SPDIF optisch (Eingang): PCM 96 kHz/24 bit
- LAN, WLAN: PCM (192 kHz/24 bit), FLAC (24 bit), AIFF (32 bit), AAC, MP3 (cbr+vbr, 320 kB), OGG-Vorbis, WMA, ALAC

- SPDIF (Ausgang): PCM 48 kHz/24 bit bei Aux-1/2, PCM 96 kHz/24 bit bei anderen Quellen
Unterstützte Streamingdienste:Deezer, Tidal, iRadio
Lieferumfang:- Revox Joy S119 Network Receiver
- Antennenkabel mit Koax-Steckern (2,5 m)
- Adapter F/Koax
- Netzwerkkabel (2 m)
- USB-Kabel USB Typ A/Mini-USB (1,5 m)
- Netzkabel (2 m)
- Quick Reference Guide
- CD mit Bedienungsanleitungen
Optionales Zubehör:Funkfernbedienung Re:control S208 inkl. Ladeschale, Netzteil (mit 3 Wechsel-Adaptern) (350,00 Euro)
Pros und Kontras:+ ausgezeichneter Klang
+ hervorragende Dynamik-, Klirr- und Rauschabstandswerte
+ edles Design
+ exzellente Verarbeitung
+ HiRes-Unterstützung per WLAN, LAN, USB, S/PDIF
+ integrierter audiophiler Vollverstärker
+ Anpassung an Lautsprechermodell/-größe und Aufstellungsort
+ bequeme Steuerung per App
+ Kopfhörerbetrieb über Pre Out

- kleine Lautsprecherklemmen
- keine DSD-Files abspielbar
Modelle:Revox
Joy S22 CD-Player / Joy S119 Network Receiver
Benotung:
Klang (60%):95/95
Praxis (20%):93/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistung:angemessen

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