lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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AVM präsentiert mit dem Ovation PH 8.3 einen ebenso pfiffigen wie potenten Phono-Vorverstärker der Referenzklasse: Er ist durch sein modulares Konzept maßgeschneidert und multipel einsetzbar – für bis zu vier MC- oder MM-Plattenspieler, wobei Pegel, Kapazität und Impedanz perfekt anpassbar sind. Für alte Vinylschätzchen stehen sogar fünf verschiedene Entzerrungskurven zur Wahl. Die audiophile Veredelung übernimmt eine Röhrenstufe – doch zuvor sorgen noch etliche weitere Features und Finessen für ein Plus in puncto Klang und Komfort.

Edle Erscheinung: Der AVM Ovation PH 8.3 glänzt hier als „Cellini“-Sonderedition mit verchromter Front.

Edle Erscheinung: Der AVM Ovation PH 8.3 glänzt hier als „Cellini“-Sonderedition mit verchromter Front.

Der erste externe Phono-Preamp unserer frühen Jugend war ein handtellerkleines, wenige Gramm leichtes, nicht mal zwanzig Mark kostendes schwarzes Kästchen. Das fällt uns ein, da wir gerade den Ovation PH 8.3 aus dem serienmäßig mitgelieferten Flight Case heben, dabei knapp zehn Kilo stemmen und einen opulenten High End-Vorverstärker vor uns haben, der mit den Maßen 13 mal 43 mal 36 Zentimeter etliche Vollverstärker niedlich wirken lässt. Vor allem lässt er sie alle alt aussehen, denn der PH 8.3 punktet mit jener exzellenten Optik und Fertigungsqualität, die die gesamte Ovation-Serie auszeichnen. Das haben wir bereits beim Test des All-in-One-Players AVM Ovation CS 8.3 bewundert. Auch diesmal hat AVM-Chef Udo Besser uns die „Cellini“-Sonderedition mit chromveredelter Front zugeschickt – und so verstärkt auch diesmal wieder eine perfekt verspiegelte und gravierte Front vor einem ohne sichtbare Schrauben auskommenden und feinst gefasten Gehäuse die noble Aura des Auftritts.

Vollendete Fertigung: Das Gehäuse des PH 8.3 imponiert mit seine hochwertigen Material- und Verarbeitungsqualität. Die Fasung der Kanten ist perfekt ausgeführt, das erhöht ebenso die geschmeidige Anmutung wie die Freiheit von sichtbaren Verschraubungen.

Vollendete Fertigung: Das Gehäuse des PH 8.3 imponiert mit seine hochwertigen Material- und Verarbeitungsqualität. Die Fasung der Kanten ist perfekt ausgeführt, das erhöht ebenso die geschmeidige Anmutung wie die Freiheit von sichtbaren Verschraubungen.

Röhren-Veredlung und modularer Aufbau

Alternativ ist der PH 8.3 in der Standard-Version erhältlich, also in komplett mattsilbernem oder schwarz eloxiertem Gehäuse aus gebürstetem Aluminium. Egal, welche Variante man wählt: Der PH 8.3 erlaubt, wie alle Modelle der Ovation-Serie, einen Einblick in seine Technik. Durch das getönte Sichtfenster auf der Oberseite erkennen wir den sauberen Innenaufbau und erleben eine herrliche LED-Illuminierung: Die Premium-Bauteile leuchten in AVM-Blau, die klangabrundenden Röhrenstufe hingegen wird rotglimmend in Szene gesetzt. Diese Röhrenstufe, die für ein verfeinertes, natürlicheres und runderes Klangbild sorgt, markiert den Unterschied zum ansonsten baugleichen PH 6.3. Damit sind wir schon bei den Wahlmöglichkeiten, die geradezu das Wesen dieser Phono-Vorstufe ausmachen: Der PH 8.3 ist modular aufgebaut. Er kann auf der Rückseite mit bis zu vier Steckkarten für die Eingangssektion ausgerüstet werden – für vier verschieden Plattenspieler oder Systeme. So ist der PH 8.3 besonders attraktiv für Audiophile, die ihre Musik mit verschiedenen Laufwerken, Tonarmen oder Abtastern genießen.

Das leicht getönte Sichtfenster ermöglicht einen Einblick in die Technik und fasziniert durch die Illumination – insbesondere durch die rotglimmende Inszenierung die Röhrenstufe.

Das leicht getönte Sichtfenster ermöglicht einen Einblick in die Technik und fasziniert durch die Illumination – insbesondere durch die rotglimmende Inszenierung die Röhrenstufe.

MM- und MC-Module für alle analogen Fälle

Zur Auswahl stehen ein MM-Modul und zwei MC-Module. Das MM-Modul für Plattenspieler mit Moving Magnet-System ist immer unsymmetrisch mit Cinch-Buchsen realisiert. Die beiden MC-Module für Analoglaufwerke mit Moving Coil-Abtaster unterscheiden sich durch ihre unsymmetrische oder symmetrische Auslegung, im zweiten Fall bieten sie dann XLR-Buchsen für den Anschluss des Plattenspielers. Die MC-Module sind mit enger tolerierten Bauteilen bestückt, weil das von einem Moving Coil-System abgetastete Signal wesentlich schwächer und empfindlicher ist und deshalb eine noch behutsamere Aufbereitung verlangt. Der PH 8.3 muss mit mindestens einem dieser beliebig kombinierbaren Module bestückt sein. Welche Karten in den Slots eingesteckt sind, erkennt der PH 8.3 automatisch beim System-Check nach dem Einschalten – und er merkt sich auch die individuell festlegbare Benennung der Module sowie die jeweiligen Konfiguration. Über die MM- oder MC-Wahl hinaus bietet diese Phono-Vorstufe nämlich eine beeindruckende Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten.

Wer verschiedene Plattenspieler, ein Analoglaufwerk mit mehreren Tonarmen oder diversen Systeme betreibt, wird die modulare Vielfalt des PH 8.3. lieben: Das umständliche Umstecken entfällt, ebenso das Anschließen der Erdung. Die Erdungsklemme ist für jedes Modul separat realisiert.

Wer verschiedene Plattenspieler, ein Analoglaufwerk mit mehreren Tonarmen oder diversen Systeme betreibt, wird die modulare Vielfalt des PH 8.3. lieben: Das umständliche Umstecken entfällt, ebenso das Anschließen der Erdung. Die Erdungsklemme ist für jedes Modul separat realisiert.

Beeindruckende Feature-Vielfalt: System-Anpassung…

Die Vielfalt beginnt bei der Anpassung der Eingänge. Das eingehende Plattenspieler-Signal wird von den MM- oder MC-Modulen direkt auf einen amtlichen Line-Level verstärkt. Dadurch werden alle späteren Einflüsse oder Verzerrungen bei der nachfolgenden Signalaufbereitung minimiert. Nun lässt sich jedes Modul im Gain nochmals in Fünf-Dezibel-Schritten anheben oder absenken. So erreicht man für jedes erdenkliche „laute“ oder „leise“ System den perfekten Pegel. Zur weiteren stimmigen Anpassung sind die MM-Module in der Kapazität und die MC-Module in der Impedanz einstellbar. Mit den Werten 50/100/150/200/300/400 Pikofarad beziehungsweise 1000/500/300/100/50/30 Ohm ist für jedes System eine passende Einstellung dabei – und diese Anpassung kann man mitten im laufenden Betrieb vornehmen. Das ist ein immenses Komfort-Plus gegenüber der sonst üblichen Einstellung mittels klitzekleiner Mäuseklaviere auf der Geräteunterseite. Diese bequeme und flotte Umschaltmöglichkeit ermutig dazu, auch mal andere Einstellungen als die vom Systemhersteller empfohlenen Werte auszuprobieren – und dieser Mut wird mitunter belohnt, dazu später mehr.

Das zentrale Display gibt uns in AVM-Blau vollständige Auskunft. Hier ist der erste Eingang angewählt, der Slot ist mit ein MC-Modul mit symmetrischem XLR-Eingang bestückt. Das Modul arbeitet im Stereo-Betrieb, allerdings mit aktivierter Phasendrehung, mit der gängigen RIAA-Entzerrung, der Gain ist um 5 Dezibel angehoben, die Impedanz auf 300 Ohm gesetzt, der Subsonic-Filter deaktiviert.

Das zentrale Display gibt uns in AVM-Blau vollständige Auskunft. Hier ist der erste Eingang angewählt, der Slot ist mit ein MC-Modul mit symmetrischem XLR-Eingang bestückt. Das Modul arbeitet im Stereo-Betrieb, allerdings mit aktivierter Phasendrehung, mit der gängigen RIAA-Entzerrung, der Gain ist um 5 Dezibel angehoben, die Impedanz auf 300 Ohm gesetzt, der Subsonic-Filter deaktiviert.

… sowie Subsonic-Filter, Phaseninvertierung und Mono-Schaltung

Das nächste Feature ist das zuschaltbare Subsonic-Filter: Es dämpft wirkungsvoll mit einer ziemlich großen Flankensteilheit von zwölf Dezibel pro Oktave alle Frequenzen unterhalb von 30 Hertz. Damit filtert es alle tieffrequenten Geräusche, die durch Trittschall oder wellige Platten verursacht werden. Diese musikfremden Zutaten sind nicht nur besonders störend, sondern auch besonders klangschädlich: Jeder Verstärker verwendet einen Großteil seiner Kraft darauf, Bässe zu verstärken. Diese Power wird im Fall von Trittschall und Rumpeln also für unerwünschte Klangadditive verschwendet, was auf Kosten der Dynamik geht. Wer einen schwingfreudigen Parkettboden oder nicht ganz eben Platten hat, wird dieses Feature lieben. Nun bietet der PH 8.3 noch Delikatessen für Freunde älterer Aufnahmen und Platten: Mit der Phaseninvertierung können phasenverkehrt aufgenommene Platten korrekt abgespielt werden, und die Mono-Schaltung erlaubt die Wiedergabe von betagten Mono-Einspielungen. Die ist zwar auch im Stereo-Modus möglich, doch in der Mono-Schaltung ist das Rillenrauchen weitaus geringer, die Wiedergabe wirkt zudem stimmiger.

Für alte Vinyl-Schätze: Entzerrungskurven-Auswahl

Ein ganz besonderer Leckerbissen ist nun die mögliche Wahl der Entzerrungskurve. Das in der Plattenrille verewigte Signal ist nämlich kodiert: Höhen werden angehoben, Bässe hingegen abgesenkt. Erst durch diese Kodierung wird es möglich, dass die empfindliche Nadel das Signal ohne zu starke Auslenkungen, Verzerrungen und Rauschen von der Rille abtasten kann. Die Kodierung muss natürlich beim Abspielen wieder rückgängig gemacht werden. Diese Entzerrung geschieht bei Schallplatten ab Mitte der 1950er zumeist nach der sogenannten RIAA-Kennlinie. In der Vinyl-Frühzeit gab es hingegen verschiedene, leicht voneinander abweichende Kennlinien. Gerade die großen Labels hatten da ihre eigene Klangphilosophie. Spielt man deren Aufnahmen nun mit der RIAA-Entzerrung, klingt die Wiedergabe zu grell oder zu dumpf, zu basslastig oder zu bassarm. Deshalb bietet der PH 8.3 neben der gängigen RIAA-Kurve fünf weitere gebräuchliche LP-Entzerrungen: TELDEC, NARTB, EMI, COLUMBIA und DECCA. Mit diesem Feature bietet der PH 8.3 ein Fest für alle Freunde historischer Vinylschätze.

Hier ist der zweite Input angewählt, der mit einem MM-Modul mit unsymmetrischen RCA-Buchsen (hierzulande unter „Cinch“ geläufig) belegt ist. Zum Abspielen einer alten Mono-Platte ist die Betriebsart auf „MONO“ gesetzt, die Entzerrung erfolgt nun mit der TELDEC-Kennlinie, die Kapazität ist auf 100 Pikofarad eingestellt, der Rumpelfilter ist eingeschaltet.

Hier ist der zweite Input angewählt, der mit einem MM-Modul mit unsymmetrischen RCA-Buchsen (hierzulande unter „Cinch“ geläufig) belegt ist. Zum Abspielen einer alten Mono-Platte ist die Betriebsart auf „MONO“ gesetzt, die Entzerrung erfolgt nun mit der TELDEC-Kennlinie, die Kapazität ist auf 100 Pikofarad eingestellt, der Rumpelfilter ist eingeschaltet.

Komfortable Fernbedienung, datenreiches Display

Dieses Fest wird durch die Fernbedienung komplettiert. Ein Ferngeber ist für einen Phono-Vorverstärker? Das ist ziemlich selten, erweist sich aber gerade beim PH 8.3 als überaus sinnvoll: So sind die vielfältigen Features und Betriebsarten nicht nur an der Front des PH 8.3 einstellbar, sondern lassen sich samt und sonders auch bequem vom Sofa aus aufrufen und verändern. Auch dieser Komfort lädt zum Experimentieren und zur Suche nach dem Optimum ein. Die Fernbedienung ist optisch und qualitativ passend zum PH 8.3 in edel gebürstetem und gefastem Aluminium ausgeführt. Die kleinen Taster besitzen einen guten Druckpunkt, ihre Anordnung ist übersichtlich. Was man nun ausgewählt und eingestellt hat, offenbart uns im Zentrum der Gerätefront das scharfe LED-Display mit strahlend blauen Lettern. Auch dieses datenreiche Display steigert die Lust am Experimentieren mit den Einstellungen, weil wir stets den Überblick behalten. Einen derart komfortablen und spieltriebfördernden Phono-Vorverstärker haben wir noch nicht erlebt.

Mit der optisch stimmigen, in gebürstetem Aluminium gehaltenen Fernbedienung lassen sich alle Funktionen des PH 8.3 aufrufen und einstellen. Das ist überaus komfortabel und befördert den Spaß, die Optionen auszuprobieren.

Mit der optisch stimmigen, in gebürstetem Aluminium gehaltenen Fernbedienung lassen sich alle Funktionen des PH 8.3 aufrufen und einstellen. Das ist überaus komfortabel und befördert den Spaß, die Optionen auszuprobieren.

Amtlicher Amplifizierungs-Aufwand

Für die audiophile Signalverarbeitung sorgt neben den spezifischen Verstärkern der Einschub-Module natürlich der bordeigene Aufbau der Entzerrungs- und Amplifizierungselektronik. Auch hier hat AVM immensen Aufwand betrieben. Das Layout ist so gehalten, dass die einzelnen Funktionseinheiten soweit wie möglich voneinander entfernt sind. Das minimiert ebenso eine gegenseitige Beeinflussung wie die getrennten Stromversorgungen: Gleich vier verschiedene Netzteile sorgen für eine exklusive Speisung der Prozessorelektronik und der Verstärkerstufen. AVM hat sich hier für Schaltnetzteile entschieden. Sie haben sich als unproblematischer und klanglich besser erwiesen als eine durchaus getestete Lösung mit Linearnetzteilen. Deren Transformatoren bewirken mit ihren magnetischen Feldern eine Störung der sensiblen Verstärkerelektronik im hörbaren Bereich. Ein fünftes Netzteil ist für den separaten Anschluss eines AVM-Analoglaufwerks vorgesehen, auch die Hochspannung für die Röhrenstufe erzeugt eine eigene Versorgung. Das Ergebnis seiner Signalaufbereitung stellt der PH 8.3 schließlich sowohl über einen unsymmetrischen Ausgang per Cinch als auch über einen symmetrischen Ausgang via XLR-Buchsen zur Verfügung.

Setup und Warm-up

Wir schalten den PH 8.3 neugierig ein, daraufhin prüft er, welche Module an Bord sind. Anschließend startet er ein Aufwärmprogramm, das schont die Röhren und verlängert ihre Lebensdauer. Die schätzt AVM bei den gematchten Röhren auf 15.000 bis 20.000 Stunden, deshalb gibt es auch auf die Röhren drei Jahre Garantie. Im Anschluss ruft der PH 8.3 den zuletzt genutzten Eingang auf und zeigt im Display die eingestellten und damit abgespeicherten Werte. Beim Umschalten zwischen den einzelnen Eingängen ist ein sattes Klacken von Relais zu hören – das ist das gute Zeichen, dass die Signalwege mechanisch sauber und sicher getrennt und verbunden werden. Die Mitspieler haben wir natürlich vorweg angeschlossen: als Plattenspieler den AVM Rotation R5.3 Cellini mit dem MC-Tonabnehmer Ortofon Cadenza AVM.3 Black sowie den Transrotor Dark Star mit dem MM-System Uccello, als Verstärker den All-in-One-Player AVM Ovation CS 8.3, an dem wir ein Paar Audio Physic Classic 22 betreiben.

Das Aufwärmprogramm beginnt mit der Überprüfung, welche Karte in welchem Slot steckt. Hier hat der PH 8.3 im ersten Steckplatz das MC-Modul in der Version mit symmetrischem XLR-Eingang entdeckt.

Das Aufwärmprogramm beginnt mit der Überprüfung, welche Karte in welchem Slot steckt. Hier hat der PH 8.3 im ersten Steckplatz das MC-Modul in der Version mit symmetrischem XLR-Eingang entdeckt.

Der AVM Ovation PH 8.3 in der Praxis

Wir starten mit dem Rotation-Plattenspieler, deshalb wählen wir am PH 8.3 das MC-Modul aus und stellen es auf die für das Cadenza AVM.3 Black empfohlene Abschlussimpedanz von 30 Ohm ein. Zur Abtastung kommt „Beat“, eine sanfte Jazznummer des Tingvall Trio – und wir erleben eine wunderbare Wiedergabe: Das Klavier steht vor uns im Raum, die Akkorde offenbaren einen herrlichen Klangfarbenreichtum, die Töne und Läufe perlen geradezu: Bei jedem Tastenanschlag von Martin Tingvall meinen wir zu hören, wie die Hämmerchen auf die Saiten prallen. Auch Omar Rodriguez Calvos‘ Kontrabass besitzt eine herrliche Körperhaftigkeit: Sein Ton hat das typisch Nasale in den höheren Lagen, das Knurrige in den Mittelagen und der raumfüllend-warme Bass in tiefen Regionen. Doch insbesondere beim Schlagzeug fällt die immense physische Präsenz des Sets mit seinen Trommeln und Becken auf. Geradezu verblüffend ist, wie sich die von Jürgen Spiegel ganz dezent-lapidar getretene Bass-Drum mit einem trockenen, tiefen, kräftigen Ton durchsetzt.

Es geht noch besser – durch einfaches Ausprobieren

Nun spielen wir ein wenig mit den Werten: Wir erhöhen die Impedanz von 30 Ohm auf 50 Ohm, schließlich auf 100 Ohm – und schon hat die Wiedergabe eine viel größere Offenheit, eine noch intensivere Räumlichkeit. Bei weiteren Steigerungen des Widerstandswertes werden uns hingegen das Klavier und die Beckenarbeit des Schlagzeugs zu spitz. Also wieder zurück auf 100 Ohm. Das Schöne: Alle Veränderungen erledigen wir binnen einer Sekunde von der Couch aus. Für den fälligen Musikwechsel müssen wir dann aber doch aufstehen. Der PH 8.3 ist ja mit einer Röhrenstufe ausgestattet, dies verleiht Stimmen – und hier gerade weiblichem Gesang – eine besondere Magie und Attraktivität. Das erleben wir bei „Coastal Ship“ von der norwegischen Sängerin Kari Bremnes: Der Song über ihre Kindheitsträume beginnt mit unglaublich wuchtigen Trommelschlägen, die trotzdem völlig präzise-kontrolliert unseren Raum füllen. Ihr mächtiges Echo imaginiert eine unglaubliche landschaftliche Weite: Mit geschlossenen Augen stehen wir an einem norwegischen Fjord.

Anschlüsse für alle Fälle: Dank der modularen Bauweise kann der PH 8.3, wie hier zu sehen, mit bis zu vier Steckkarten bestückt werden. Für Plattenspieler mit Moving-Magnet-System ist der Verstärkereingang dabei immer unsymmetrisch mit Cinch-Buchsen realisiert, für Laufwerke mit MC-System sind Module mit unsymmetrischem oder symmetrischem Eingang (via XLR-Buchsen) erhältlich. Jedes Modul ist natürlich mit einer eigenen Erdungsklemme ausgestattet. Für den Anschluss an einen Verstärker bietet die Phono-Vorstufe. sowohl einen symmetrischen wie auch einen unsymmetrischen Ausgang. Feine Features sind auch die „Phase“-Anzeige, die leuchtet, wenn der Netzstecker des PH 8.3. phasenverkehrt an die Steckdose angeschlossen ist. Über die 15 Volt-Buchse kann ein AVM-Plattenspieler mit Strom versorgt werden. Der USB-A-Slot dient zukünftigen Software-Updates.

Anschlüsse für alle Fälle: Dank der modularen Bauweise kann der PH 8.3, wie hier zu sehen, mit bis zu vier Steckkarten bestückt werden. Für Plattenspieler mit Moving-Magnet-System ist der Verstärkereingang dabei immer unsymmetrisch mit Cinch-Buchsen realisiert, für Laufwerke mit MC-System sind Module mit unsymmetrischem oder symmetrischem Eingang (via XLR-Buchsen) erhältlich. Jedes Modul ist natürlich mit einer eigenen Erdungsklemme ausgestattet. Für den Anschluss an einen Verstärker bietet die Phono-Vorstufe. sowohl einen symmetrischen wie auch einen unsymmetrischen Ausgang. Feine Features sind auch die „Phase“-Anzeige, die leuchtet, wenn der Netzstecker des PH 8.3. phasenverkehrt an die Steckdose angeschlossen ist. Über die 15 Volt-Buchse kann ein AVM-Plattenspieler mit Strom versorgt werden. Der USB-A-Slot dient zukünftigen Software-Updates.

Die Magie der Röhrenstufe

Dann setzt Kari Bremnes ein – und ihre sanfte, wohlklingende Alt-Stimme ist zum Niederknien schön. Wir haben die verschiedenen gesanglichen Finessen, mit denen sie uns um den Finger wickelt, selten so klar, so transparent und vor allem so betörend-verführerisch gehört. Ein Quercheck mit einem hochklassigen, aber rein transistoriell verstärkenden Phono-Amp zeigt, welchen veredelnden Schmelz die Röhrenstufe des AVM der Stimme verleiht – aber ebenso, welche Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit sie der gesamten Wiedergabe beschert. Auch die Ruhe, die in dieser Wiedergabe liegt, sorgt für ein wunderbar entspanntes Musikhören und zugleich für ein intensives Musikerleben. Spontane Eingebung: Das verlangt geradezu nach Gustav Mahlers Dritter Sinfonie, am liebsten in der Einspielung mit den Wiener Philharmonikern unter Claudio Abbado! Im vierten Satz tritt die Sopranistin Jessye Norman hinzu – und so ist „Zarathustras Mitternachtslied“ vokal wie instrumental eine regelrechte Offenbarung.

Zur Schonung der Röhren setzt der PH 8.3 sein Setup mit einem Warmup fort: Die langsame Aufheizung verlängert die Lebensdauer der Glimmkolben beträchtlich.

Zur Schonung der Röhren setzt der PH 8.3 sein Setup mit einem Warmup fort: Die langsame Aufheizung verlängert die Lebensdauer der Glimmkolben beträchtlich.

Allerfeinste Nuancen

Zuerst beeindrucken uns die Übersicht über den Klangkörper und die gleichzeitige Durchdringung des Orchesters. Wir wagen auf unserem Sofa kaum zu atmen, um, als die Musiker ganz zart einsetzen, ja kein Detail in Mahlers Klangfarbenspiel zu verpassen. Hier sind alle, aber auch wirklich die allerfeinsten Nuancen zu hören: Die ersten und zweiten Geigen, die Violen, Celli und Bässe – wo andere Klangketten hieraus „Streicher“ in tutti machen, können wir alle Gruppen fein unterscheiden. Das klappt erst recht mit den dahinter positionierten Bläsern. Auch der Mahlersche Kniff, sie leise wie von Ferne klingen zu lassen, ist hier ein überragendes Erlebnis. Nun erhebt Jessye Norman ihre Stimme: Volltönend, aber mit unendlich viel Gefühl und mit einer zarten Innigkeit. Jede Facette ihrer Stimme ist hörbar, auch wenn das Orchester zwischenzeitlich etwas massiver den Gesang begleitet. Bemerkenswert sind auch die leisen Bässe, die oft unterzugehen drohen. Der PH 8.3 bringt sie aber zum Vorschein.

Flotter Wechsel zur MM-Wiedergabe

Wir haben das ganze Programm nun mal mit dem Transrotor Black Star der mit dem MM-System Uccello ausgestattet ist, gegengehört. Der MC/MM-Vergleich ist natürlich völlig unfair, aber der Phono-Vorverstärker bietet uns ja diese verlockende Möglichkeit des flotten Wechselns. Wir sind nun aber wirklich überrascht, wie gut die Klangkette auch in dieser Konstellation spielt. Hier bietet sich ebenfalls das Experimentieren mit der „Load“-Einstellung an, in diesem Fall mit der Kapazität. Diesmal landen wir nach einem aufschlussreichen Hörvergleich mit 100 Pikofarad leicht unter dem vom Hersteller empfohlenen Wert. So klingt die Wiedergabe konturierter. Das Experimentieren hat sich auch hier wieder gelohnt. In der MM-Wiedergabe erweist sich „Beat“ Tingvall Trio als durchaus interessante Alternative. Das Klangbild ist zwar weniger feinauflösend-offen, dafür aber etwas kerniger und kompakter, wovon vor allem die Präsenz des Kontrabasses profitiert. Trotzdem: Mit der MC-Abtastung ist und bleibt die Wiedergabe deutlich beeindruckender, tiefgründiger, raumschaffender.

Im Test haben wir den Phono-Vorverstärker PH 8.3 an den All-in-One-Player CS 8.3 angeschlossen, der hier ebenfalls in der verchromten Cellini-Version zu sehen ist.

Im Test haben wir den Phono-Vorverstärker PH 8.3 an den All-in-One-Player CS 8.3 angeschlossen, der hier ebenfalls in der verchromten Cellini-Version zu sehen ist.

Wiederentdeckung alter Mono-Schätzchen

Nun kann der PH 8.3 ja auch betagteren Aufnahmen und Schallplatten zur gelungenen Wiedergabe verhelfen. Wir holen dafür ein Mono-Schätzchen aus unserem Regal: Johanna Martzy, Paul Szabo und István Hajdu spielen in einer 1969 aufgenommenen, aber erst 30 Jahre später in 180 Gramm Vinyl gepressten Aufnahme das Dritte Klaviertrio in c-moll von Ludwig van Beethoven. Die Aufnahme ist mono – aber den Modus hat der PH 8.3. ja in petto. In dieser Einstellung entfaltet das eröffnende Allegro con brio nun die eigentliche Qualität der Aufnahme. Wer der Meinung ist, mono bedeutet, dass die Wiedergabe keine Tiefe besitzt: Dies ist ein gutes Beispiel, um das Gegenteil zu erleben: Die Geige steht klar vor dem Klavier, das Cello leicht hinter der Geige – aber alle in ziemender Nähe. Wir hören einen kammermusikalischen Dialog wie aus einem Guss.

Spezialist für historische Vinyl-Preziosen

Es lohnt sich auch, selbst moderne Schallplatten mal mit den verschiedenen Entzerrungskennlinien zu spielen, die der PH 8.3 als besondere Spezialität bietet. Das ist fast wie eine Equalizer-Einstellung: Mit der „TELDEC“-Kennlinie klingt es etwas heller, mit NARBT dumpfer, „EMI“ erscheint überbrillant, die anderen Modi bieten bei auch keinen klanglichen Zugewinn, da passt die (richtige) RIAA-Einstellung doch am besten. Wir haben aber auch hier ein betagtes Schätzchen mitgebracht: Eine alte Mono-Einspielung von Peter Tschaikowskys Nussknacker-Suite mit den Münchner Philharmonikern unter Fritz Lehmann. Die alte DGG-Aufnahme von 1959 ist mit der RIAA-Einstellung etwas flach und matt, mit der TELDEC-Kennlinie hingegen gewinnt das Orchester an Raum, der Klang erfährt zudem eine größere Offenheit und Luftigkeit. Die Platte ist allerdings nicht ganz eben, deshalb sind wir froh über den Rumpelfilter, den der PH 8.3 ebenfalls als Option zu bieten hat. So ist schließlich auch dieses Vinyl-Schätzchen wirklich mit Spaß und Genuss anhörbar. Prima!

Der AVM Ovation PH 8.3 im Praxiseinsatz – hier veredelt er die Abtastung des AVM Rotation R5.3 Cellini, unter dessen Tonarm-Headshell das MC-System Ortofon Cadenza AVM.3 Black montiert ist.

Der AVM Ovation PH 8.3 im Praxiseinsatz – hier veredelt er die Abtastung des AVM Rotation R5.3 Cellini, unter dessen Tonarm-Headshell das MC-System Ortofon Cadenza AVM.3 Black montiert ist.

Fazit

Der AVM Ovation PH 8.3 ist ein imposanter Phono-Vorverstärker der Referenzklasse. Neben seiner klanglichen Exzellenz glänzt er mit einer beeindruckenden Feature-Fülle und Flexibilität: Dank seines modularen Konzepts ist er für bis zu vier MC- oder MM-Plattenspieler maßgeschneidert und multipel einsetzbar, ebenso für Analoglaufwerke mit mehreren Armen oder Wechsel-Headshells mit verschiedenen Abtastern. Dabei sind für jedes Modul Pegel, Kapazität und Impedanz individuell einstellbar und speicherbar. Zur Wiedergabe alter oder gar historischer Vinylschätze bietet die Phonstufe zudem eine Mono-Schaltung und, als besondere Spezialität, sogar fünf verschiedene Entzerrungskurven. Ein Subsonoc-Filter bannt auf Wunsch tieffrequente Rumpelgeräusche. Sämtliche Einstellungen sind komfortabel per Fernbedienung handhabbar. So lädt der PH 8.3 zum Ausprobieren und Optimieren ein – und das lohnt sich. Das Sahnehäubchen ist schließlich die audiophile Veredelung durch eine Röhrenstufe, die dem Gesamtklang eine entspannte Natürlichkeit und Stimmen eine betörende Magie verleiht. Was für ein Reichtum an Klang und Komfort, Features und Finessen! Mehr Phono geht kaum.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 99/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

98 of 100

99 of 100

99 of 100

210411.AVM-Ovation-PH 8.3-Testsiegel

Technische Daten

Modell:AVM
Ovation PH 8.3
Produktkategorie:Phonovorstufe
Preise:Phonovorstufe:
- PH 8.3 (mit Röhrenstufe): 6.990,00 €
- PH 6.3 (ohne Röhrenstufe): 5.490,00 €
- Ausführung mit Chrom-Front („Cellini“): jeweils 950,00 € Aufpreis

Module:
- Phono MC XLR: 990,00 €
- Phono MC RCA: 990,00 €
- Phono MM RCA: 690,00 €
Garantie:3 Jahre
Ausführungen:- Aluminium Silber
- Aluminium Schwarz
- Aluminium Silber mit Chrom-Front („Cellini“)
Vertrieb:AVM Audio Video Manufaktur GmbH, Malsch
Tel.: +49 (0) 7246 30991-0
avm.audio/de
Abmessungen (HBT):130 x 430 x 355 mm (mit Füßen)
Gewicht:9,5 kg (Alu-Version)
Eingänge analog:abhängig von der Bestückung mit den optionalen Modulen (maximal 4 Module möglich):

- MC symmetrisch (XLR)
- MC unsymmetrisch (Cinch)
- MM unsymmetrisch (Cinch)
Ausgänge analog:1 x Line symmetrisch (XLR)
1 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Lieferumfang:- AVM Ovation PH 8.3
- Fernbedienung RC3 PH
- Netzkabel (3,30 m)
- Bedienungsanleitung (Englisch, Deutsch)
- Handschuhe
- Flight Case für den Transport
Optionales Zubehör: - Modul 11566 Phono MC RCA: 990,00 €
- Modul 11567 Phono MM RCA: 690,00 €
- Modul 11568 Phono MC XLR: 990,00 €
Pros und Kontras:+ edles Design
+ erstklassige Verarbeitung
+ herausragende Klangqualität
+ natürlich-rundes Klangbild durch Röhrenstufe
+ Subsonic-Filter gegen Rumpelgeräusche
+ modulares Konzept für maßgeschneiderte Lösungen oder multiplen Betrieb
+ symmetrische und unsymmetrische analoge Ausgänge
+ Kapazität und Impedanz für MM- und MC-Systeme sechsstufig einstellbar (50/100/150/200/300/400 pF bzw. 1000/500/300/100/50/30 Ohm)
+ Eingänge in Lautstärke anpassbar
+ Mono-Betriebsart möglich
+ Phaseninvertierung möglich
+ Fernbedienbarkeit aller Funktionen
+ alle Einstellungen für jedes Modul separat abspeicherbar
+ Eingänge umbenennbar
+ Phasen-LED für phasenrichtigen Anschluss
+ Stromversorgungsbuchse für AVM-Plattenspieler
+ Abschaltautomatik möglich
+ instruktive, erklärende Bedienungsanleitung

- Subsonic-Filter nicht in den Einstellungen veränderbar
Benotung:
Klang (60%):98/100
Praxis (20%):99/100
Ausstattung (20%):99/100
Gesamtnote:99/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungangemessen

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