lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Cyrus bleibt sich auch im Vinyl-Boom treu: Die Briten präsentieren im traditionellen Halbformat einen topmodernen, pfiffigen Phono-Preamp für anspruchsvolle Vinylisten. Der Cyrus Phono Signature besitzt gleich vier Eingänge für MM oder MC, ermöglicht eine Tonabnehmer-Anpassung und Klangoptimierung im laufenden Betrieb auch per Fernbedienung, punktet mit Subsonic-Filter und Ground Lift gegen Rumpelgeräusche und Brummen – und bietet mit einem optionalen Zusatz-Netzteil die Möglichkeit zum Sound-Upgrade. Wir haben den Briten in den Hörraum gebeten – und Sound sowie Upgrade getestet.

Vorstufe im Halbformat: Der Cyrus Phono Signature (links im Bild) nimmt nur die halbe Breite der normalerweise 43 Zentimeter beanspruchenden HiFi-Geräte ein. Rechts daneben ist das optionale Zusatz-Netzteil PSX-R2 abgebildet.

Vorstufe im Halbformat: Der Cyrus Phono Signature (links im Bild) nimmt nur die halbe Breite der normalerweise 43 Zentimeter beanspruchenden HiFi-Geräte ein. Rechts daneben ist das optionale Zusatz-Netzteil PSX-R2 abgebildet.

Cyrus gehört zum Kreis der legendären englischen Shoe Box-Hersteller: Sie setzten den wattstarken und schalterübersäten Fernost-Verstärkern, die in den 1980ern den Markt dominierten, Komponenten mit einer Kontrast-Philosophie entgegen: Reduktion aufs Wesentliche, puristische Technik, asketische Ausstattung – und ein optischer Auftritt im ungewöhnlichen Schuhschachtel-Format. Die Verstärker erfüllten audiophile Ansprüche zu erschwinglichem Preis, was ihnen einen exzellenten Ruf bescherte. Diesen Ansatz pflegt die in der kleinen Ortschaft Huntingdon beheimatete mittelständische Manufaktur Cyrus bis heute – allerdings seit langem mit exzellenter Fertigung, ausgefeilter Verstärker-Technologie und doch dem einen oder anderen Feature. Die Klasse dieser Komponenten haben wir bereits bei den von uns getesteten Verstärkern Cyrus 6 DAC, Cyrus One, Cyrus One HD, Cyrus 8.2 DAC, Cyrus 8.2 DAC QXR und Cyrus One Cast erlebt. Nun haben wir erstmals eine dezidierte Vorstufe für Vinylisten zu Gast – und der Cyrus Phono Signature knüpft nahtlos an die Qualitäten dieser Modellgeschwister an.

Markante Erscheinung: Die abgewinkelte Leiste, das kantige Frontdesign und das grüne Display prägen seit etlichen Jahren das Aussehen der Cyrus-Komponenten – und natürlich auch des Phono Signature.

Markante Erscheinung: Die abgewinkelte Leiste, das kantige Frontdesign und das grüne Display prägen seit etlichen Jahren das Aussehen der Cyrus-Komponenten – und natürlich auch des Phono Signature.

Markanter Auftritt

Natürlich setzt Cyrus auch bei dem Phono-Preamp auf das traditionelle Halbformat mit den ungewöhnlichen Maßen 7,5 mal 22 mal 37 Zentimeter und auf das charakteristische, weltuntergangsresistente Gehäuse aus ultramassivem Magnesium-Druckguss. Es bietet Schutz vor mechanischen Schwingungen und elektromagnetischen Störungen. Diese Schirmung ist gerade für die saubere Verstärkung des empfindlichen Signals, das von der Schallplatte kommt, immens wichtig. Die aus dem massiven Gehäuse gefrästen Rippen sorgen für die Kühlung des Verstärkers, unterstreichen aber zugleich die Markanz jeder Cyrus-Komponente. Das ist ausgezeichnet gemacht, die gesamte Verarbeitungsqualität erweist sich als erstklassig. Das prägnanteste Wiedererkennungsmerkmal ist aber natürlich die Front-Formgebung mit dem hervorstehenden, kantig-geschrägten Areal – eine Design-Reverenz an den allerersten Cyrus-Verstärker. Ihr waren schon die früheren, eher spartanischen Phono-Vorstufen Cyrus aEQ7 und Cyrus Phono X verpflichtet. Beim aktuellen, wesentlich featurereicheren Phono Signature beherbergt diese Leiste nun sieben Funktionstasten. Sie ermöglichen im Verbund mit dem dreh- und drückbaren Stellrad und dem Display die Nahbedienung.

Das in die Decke gravierte Firmenlogo ziert die ultramassive Vollmetall-Haube des Gehäuses, in das die seitlichen Kühlrippen gefräst sind.

Das in die Decke gravierte Firmenlogo ziert die ultramassive Vollmetall-Haube des Gehäuses, in das die seitlichen Kühlrippen gefräst sind.

Vier Eingänge – wahlweise für Moving Magnet (MM) …

Diese Nahbedienung funktioniert gleich nach dem Betätigen des Standby-Tasters, auf einen An-/Aus-Schalter zur Trennung vom Netz verzichtet Cyrus. Zur Wahl stehen mit dem linken Taster zuerst die Inputs. Hier bietet der Phono Signature gleich vier Eingänge, die als unsymmetrische Cinch-Buchsen mit jeweils eigenem Erdungs-Anschluss ausgelegt sind. Somit können gleichzeitig vier verschiedene Plattenspieler oder Tonarme eines Laufwerks angeschlossen werden – und jeder Input ist sowohl für Moving Magnet- als auch für Moving Coil-Abtaster nutzbar. Diese Auswahl trifft man mit dem MM/MC-Funktionstaster. Definiert man einen Eingang als MM-Input, so werden fixe Werte vorgegeben: eine mit „Gain“ bezeichnete Eingangsempfindlichkeits-Einstellung von 40 Dezibel, eine Impedanz von 47 Kiloohm und eine Kapazität von 220 Pikofaad. Das sind aus der Praxis gewonnene, eigentlich immer passende Standardwerte. Allerdings werden MM-Verfechter eine kapazitive Anpassungsmöglichkeit vermissen, die bei hochinduktiven Abtastern vorteilhaft sein kann und auch die Kapazität des verwendeten Anschlusskabels kompensiert, auf die MM-Systeme mitunter sensibel reagieren.

Im MM-Betrieb werden für Gain, Impedanz und Kapazität die voreingestellten und fixen Werte angezeigt.

Im MM-Betrieb werden für Gain, Impedanz und Kapazität die voreingestellten und fixen Werte angezeigt.

… oder flexibel einstellbar für Moving Coil (MC)

Definiert man einen Eingang hingegen als MC-Input, hat man volle Flexibilität und Freiheit. Zur optimalen Anpassung an den Tonabnehmer ist zuerst der Gain des Phono Signature auf 40, 50, 60 oder 70 Dezibel einstellbar. Eine Pegel-Anzeige im Display hilft bei der Optimierung, dazu später mehr. Bei der Impedanz bietet der Verstärker zehn Einstellmöglichkeiten zwischen elf Ohm und 47 Kiloohm, bei der Kapazität stehen vier Optionen zwischen 220 Pikofarad und 3 Nanofarad zur Verfügung. Sämtliche Werte lassen sich für jeden Eingang separat einstellen und abspeichern. Das ist eine tolle Alternative zu den üblichen fummeligen, „Mäuseklavier“ genannten DIP-Schaltern – prima! So erreicht man schnell die empfohlenen Abtaster-Werte – und kann im Zusammenspiel mit der eigenen Klangkette auch eine noch bessere Einstellung erkunden oder je nach Geschmack oder Qualität der Schallplatte mit den Werten experimentieren. Die Einstellungen lassen sich nämlich während des Abspielvorgangs ändern, und falsch machen oder beschädigen kann man hier nichts.

Im MC-Betrieb sind Gain, Impedanz und Kapazität einstellbar.

Im MC-Betrieb sind Gain, Impedanz und Kapazität einstellbar.

Subsonic-Filter und Ground Lift gegen Rumpeln und Brummen

Zu dieser Flexibilität kommen nun noch zwei Klasse-Features. Der Phono Signature besitzt eine früher mal Rumpelfilter, mittlerweile Subsonic-Filter und bei Cyrus nun „Warp“ genannte Absenkung aller Frequenzen unterhalb von 15 Hertz. Diese sind für das menschliche Ohr nicht mehr hörbar und auch nicht im Musiksignal der Schallplatte enthalten. Allerdings kann solch tieffrequenter Schall durch eine wellige Platte erzeugt werden –„warped „bedeutet übersetzt „verzogen“. Das macht sich als nerviges Bassgeräusch bemerkbar – wie auch Trittschall, der durch Vibrationsübertragung zur Nadel gelangt. Diese musikfremden Bassgeräusche sorgen für extreme Auslenkungen der Lautsprechermembran und fordern dem Verstärker viel Leistung ab, die ihm für die Amplifizierung der Musik nicht mehr zur Verfügung steht. Der Warp-Filter sorgt hier für mehr Leistungsreserven für den Verstärker und für eine Entlastung von Ohren und Anlage. Die kann im Fall von Brummstörungen auch der Ground Lift-Schalter bieten: Er trennt die Signalmasse von der Gehäusemasse und unterbricht so die ursächliche Brummschleife.

Anschlüsse satt: Der Cyrus Phono Signature ermöglicht den Anschluss von vier verschiedenen Plattenspieler oder eines Laufwerks mit verschiedenen Armen. Separate Erdungsklemmen und ein genereller Ground-Lift-Schalter dienen der Brummfreiheit. Der Anschluss an den nachfolgenden Verstärker kann wahlweise symmetrisch per XLR oder unsymmetrisch via Cinch erfolgen. Zur Steigerung der Klang-Performance bietet der Verstärker die Möglichkeit, ein optionales PSX-R2- oder PSX-R-Netzteil anzuschließen. Der MC-Bus-Anschluss ermöglicht, wenn man mehrere Cyrus-Komponenten betreibt, eine gemeinsame An- und Standby-Schaltung des gesamten Systems.

Anschlüsse satt: Der Cyrus Phono Signature ermöglicht den Anschluss von vier verschiedenen Plattenspieler oder eines Laufwerks mit verschiedenen Armen. Separate Erdungsklemmen und ein genereller Ground-Lift-Schalter dienen der Brummfreiheit. Der Anschluss an den nachfolgenden Verstärker kann wahlweise symmetrisch per XLR oder unsymmetrisch via Cinch erfolgen. Zur Steigerung der Klang-Performance bietet der Verstärker die Möglichkeit, ein optionales PSX-R2– oder PSX-R-Netzteil anzuschließen. Der MC-Bus-Anschluss ermöglicht, wenn man mehrere Cyrus-Komponenten betreibt, eine gemeinsame An- und Standby-Schaltung des gesamten Systems.

Alles im Blick: Display mit Pegel-Anzeige

Was nun aktiviert und eingestellt ist, verrät uns das Display. Es verströmt geballten Retro-Charme: Das kleine grüne Feld mit der schwarzen Pixelschrift ist seit Langem fester Bestandteil des Cyrus-Designs. Die Lesbarkeit aus der Distanz erfordert allerdings schon Adleraugen. Davon abgesehen zeigt das Display auf einen Blick den gewählten Input, die eingestellte MM- oder MC-Betriebsart, die aktuellen Werte für Gain, Impedanz und Kapazität, gegebenenfalls auch den aktivierten Subsonic-Filter. Hinzu kommt der über eine Balkenanzeige visualisierte aktuelle Pegel der laufenden Musik. Dabei bleiben die Spitzenwerte kurzfristig wie eingefroren stehen. Diese Spitzenwert-Haltefunktion erleichtert bei der Anpassung an ein MC-System das Herantasten an die optimale Gain-Einstellung. Eine permanent sichtbare gepunktete Linie zeigt zur Orientierung an, wann ein Line-Level erreicht ist, den ein CD-Spieler liefern würde. Wenn diese Limit-Markierung auch bei lautesten Musikpassagen nicht überschritten wird, ist man vor Übersteuerungen und daraus resultierenden Verzerrungen gefeit. Gutes Feature!

Verändert man im MC-Modus einzelne Werte, wird der gerade eingestellte Parameter groß angezeigt.

Verändert man im MC-Modus einzelne Werte, wird der gerade eingestellte Parameter groß angezeigt.

Einfache Bedienung und bequeme Fernbedienung

Die Handhabung des Phono Signature ist denkbar einfach und vermeidet jegliche Fehlbedienung. Man drückt einen Taster, um den Input oder eine Funktion anzuwählen, stellt mit dem Drehknopf die gewünschte Einstellung ein und bestätigt sie durch Drücken dieses Knopfes. Welche Taster für eine Veränderung der Einstellungen überhaupt bedienbar sind, zeigen grün leuchtende LED an. Alle anderen Taster sind automatisch inaktiv. Sehr gut! Die Funktionen lassen sich aber auch bequem vom Sofa aus über die mitgelieferte Fernbedienung aufrufen und einstellen. Das ist sehr komfortabel – zumal die Anpassung an das MC-System auch so während des laufenden Betriebs möglich ist. Cyrus liefert hier einen Systemferngeber, über den sämtliche Cyrus-Komponenten, aber auch andere Geräte wie die TV Set Top-Box oder der Fernseher bedient werden können. Welche Taster für welche Funktion des Phono Signature zuständig sind, verrät ein Aufkleber auf der Unterseite der Fernbedienung. Das hat man schnell verinnerlicht, und dann läuft die Bedienung geschmeidig.

Die große System-Fernbedienung erlaubt die Steuerung des Phono Signature und weiterer Cyrus-Komponenten, aber auch von anderen Geräte wie Flatscreen oder TV Set Top-Box. Die Taster haben einen ordentlich definierten Druckpunkt, die Befehlsausführung geschieht flott.

Die große System-Fernbedienung erlaubt die Steuerung des Phono Signature und weiterer Cyrus-Komponenten, aber auch von anderen Geräte wie Flatscreen oder TV Set Top-Box. Die Taster haben einen ordentlich definierten Druckpunkt, die Befehlsausführung geschieht flott.

Feinste Technik

Abseits aller Features und Finessen glänzt der Phono Signature auch mit seiner Kernkompetenz. Bei der Verstärkertopologie hat Cyrus auf kürzestmögliche Signalwege und saubere Abschirmung geachtet. Dies bewahrt trotz der kompakten Bauweise die Signalqualität. Hier ist auch die konsequente Schaltung über Relais zuträglich. Bei den Bauteilen kommen durchweg Premium-Komponenten zum Einsatz. So ist die RIAA-Entzerrung, durch die eine Phono-Vorstufe das codierte Signal der Schallplatte wieder in ein normales Musiksignal rückverwandelt, mit einem hochwertigen passiven RIAA-Entzerrungsnetzwerk realisiert, das zwischen zwei erstklassigen und rauscharmen Verstärkungsstufen liegt. Das linearisierte und verstärkte Audio-Signal stellt der Phono Signature dann sowohl an einem symmetrischen als auch an einem unsymmetrischen Ausgang bereit. So ist die Kompatibilität mit jedwedem nachfolgenden Verstärker gewährleistet. Wichtig ist auch das Netzteil: Hier verwendet Cyrus eine sehr geräuscharme, kapazitätsstarke Schaltung, die mit ihrem potenten Ringkern-Transformator reichlich Reserven bietet – zugunsten einer hohen Dynamikfähigkeit und einer verzerrungsfreien Übertragung von Signal-Pegelspitzen.

Das Signature-Emblem weist den Phono als Edel-Komponente des Cyrus-Portfolios aus.

Das Signature-Emblem weist den Phono als Edel-Komponente des Cyrus-Portfolios aus.

Klang-Upgrade mit optionalem Netzteil

Cyrus erkennt die Stromversorgung als maßgebliche Voraussetzung für eine hohe Klangqualität. Dies gilt insbesondere für einen Phono-Vorverstärker: Er bringt die zarten Tonabnehmersignale, die eine Spannung von nur 0,1 bis fünf Millivolt aufweisen, auf Line-Level mit einer üblichen Spannung von zwei Volt. Die dafür nötige Verstärkung hat also einen Faktor von 400 bis 20.000. Bei dieser Amplifizierung ist eine hochreine Stromversorgung, die keine Artefakte der Netzspannung in die Signalaufbereitung trägt, extrem wichtig. Deshalb bietet Cyrus seit jeher die Möglichkeit, eine zusätzliche externe Stromversorgung anzuschließen – nicht nur für den Phono Signature, sondern für fast alle Komponenten des Portfolios. Dieses PSX-Netzteil, dessen aktuelle Version das PSX-R2 mit einem 300 Voltampere-Trafo ist, passt sich selbständig an die angeschlossene Komponente an und übernimmt fortan die Versorgung der eigentlichen Verstärkersektion. Die Bestromung der Bedienelemente und der Anzeige obliegt dem internen Netzteil. Diese Arbeitsteilung sorgt für eine reinere Versorgungsspannung, mehr Leistungsreserven – und bewirkt ein Klang-Upgrade.

Das optionale Netzteil PSX-R2 sorgt für ein Klang-Upgrade: Sobald es zugeschaltet ist, geschieht die Stromversorgung im Teamwork: Das PSX-R2 übernimmt die Versorgung der sensiblen Audio-Schaltung, das interne Netzteil des Phono Signature versorgt die Peripherie und das Display. Diese Trennung bewirkt eine sauberere Versorgung und eine höhere Stromlieferfähigkeit. Dies führt zu klarerem, kraftvollerem Klang mit mehr Dynamik.

Das optionale Netzteil PSX-R2 sorgt für ein Klang-Upgrade: Sobald es zugeschaltet ist, geschieht die Stromversorgung im Teamwork: Das PSX-R2 übernimmt die Versorgung der sensiblen Audio-Schaltung, das interne Netzteil des Phono Signature versorgt die Peripherie und das Display. Diese Trennung bewirkt eine sauberere Versorgung und eine höhere Stromlieferfähigkeit. Dies führt zu klarerem, kraftvollerem Klang mit mehr Dynamik.

Der Cyrus Phono Signature in der Praxis

Wir testen den Phono Signature zuerst im heimischen Ambiente. Hier muss er sich die Steckdosenleiste mit etlichen anderen Komponenten teilen, auch der Abstand von Plattenspieler, Phono-Vorstufe, Vollverstärker und den anderen Quellgeräten ist nicht gerade groß, dementsprechend viele Kabel liegen nah beieinander. Das sind ideale Bedingungen für Masseschleifen und Fremdeinstreuungen, was sich prompt in einem leichten, auf Dauer störenden Brummen niederschlägt. Da unser Rega Planar 3 keine Erdungsklemme besitzt, ist der Ground Lift des Phono Signature die Rettung: Kaum betätigen wir ihn, herrscht Ruhe. Ein Klasse-Feature! Unser Laufwerk ist mit dem Rega Elys 2 ausgestattet, wir stellen den Input 1 auf „Moving Magnet“-Betrieb ein und starten mit „Saving Grace“, dem Opener von Tom Pettys LP „Highway Companion“ – und hier fällt uns sofort die Frische und Vitalität der Wiedergabe auf, aber auch die Kraft bis hin zum Bass – und der muss auch so potent klingen, dafür ist der Song bekannt.

Cyrus-Komponenten können wegen ihrer exzellenten Schirmung auch problemlos und frei von Klangbeeinträchtigungen aufeinander gestellt werden – wie hier das Duo Phono Signature/Netzteil PSX-R2.

Cyrus-Komponenten können wegen ihrer exzellenten Schirmung auch problemlos und frei von Klangbeeinträchtigungen aufeinander gestellt werden – wie hier das Duo Phono Signature/Netzteil PSX-R2.

Dynamik, Transparenz und Strukturiertheit

Orts- und Klangkettenwechsel: Weiter geht’s im Testraum des lite magazins, hier agiert der Phono Signature im Verbund mit dem Transrotor Dark Star, dem Hegel H360 und einem Paar Audio Physic Classic 22. Den Transrotor Dark Star, den wir bereits im Test und im Video vorgestellt haben, betreiben wir zur eigenen Orientierung erst mit dem MM-Abtaster Uccello – und weil der Hegel sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Eingänge hat, lernen wir gleich den Unterschied zwischen beiden Signalführungsarten kennen: Symmetrisch legt die Wiedergabe in punkto Dynamik, Transparenz und Strukturiertheit zu – und dabei hatten wir diese Eigenschaften schon vorher als beeindruckende Pluspunkte des Phono Signature erlebt. Nach dem straighten Rocker folgt auf der LP mit „Square One“ ein zarte Ballade – und hier genießen wir, wie physisch präsent auch die kleine Besetzung ist: Tom Petty samt zweitem Gitarristen und Bassmann scheinen vor und für uns im Hörraum eine intim-private Unplugged-Session zu geben.

Wenn der zuschaltbare Subsonic-Filter aktiviert ist, informiert das Display darüber durch Anzeige „WARP“.

Wenn der zuschaltbare Subsonic-Filter aktiviert ist, informiert das Display darüber durch Anzeige „WARP“.

Reinheit, Ruhe und Gelassenheit

Bei dem leisen und licht instrumentierten Song fallen natürlich jegliche Nebengeräusche auf – auch die leichte Unebenheit der Platte. Zudem simulieren wir vor dem Plattenspieler ordentlich Trittschall, was alles von der Nadel registriert und über die Lautsprecher als unangenehmer Bassmulm wiedergegeben wird. Mit der Zuschaltung des Subsonic-Filters sind diese tieffrequenten Ärgernisse passé. Wir bemerken zudem eine leichte Entspannung – ohne, dass wir bei der Musik im Bass eine Einbuße hören. Wir genießen deshalb umso mehr zwei weitere Paradedisziplinen: Die bemerkenswerte Reinheit und Ruhe: Trotz der geringen Maße des Amps, die eine größere „Packungsdichte“ der Schaltung zur Folge hat, arbeitet der Verstärker wunderbar frei von Sirren, Rauschen oder Brummen. Hier zahlen sich das durchdachte Schaltungslayout und die Wahl hochwertiger Bauteile aus. So sind auch leise Musikpassagen ein ungetrübter Genuss mit entspannter Gelassenheit – etwa die monumentale Dritte Sinfonie von Gustav Mahler in der Referenzeinspielung mit den Wiener Philharmonikern unter Claudio Abbado.

Es geht auch nebeneinander. Eine größere Distanz zwischen dem Phono-Preamp und dem externen Netzteil ist weder nötig, aber auch kaum möglich, weil das am PSX-R2 fest installierte Verbindungskabel kurz gehalten ist.

Es geht auch nebeneinander. Eine größere Distanz zwischen dem Phono-Preamp und dem externen Netzteil ist weder nötig, aber auch kaum möglich, weil das am PSX-R2 fest installierte Verbindungskabel kurz gehalten ist.

Wechsel zum MC: Wunderbare Weite

Der erste Satz „„Kräftig. Entschieden“ bietet neben rasanten Crescendi und fulminanten Tutti auch herrlich lyrische, zarte Passagen mit minimaler Besetzung. Hier wird Ruhe quasi hörbar, und die einzelnen Instrumente sind mit schöner Feindynamik und Präsenz abgebildet. Ist da noch mehr möglich? Wir wechseln am Transrotor dass MM-System gegen das superbe MC-System DL-A110 aus Denons streng limitierter Jubiläums-Edition und schließen unser so aufgerüstetes Analoglaufwerk an den zweiten Eingang des Phono Signature an. Hier stellen wir erst mal die empfohlenen 100 Ohm als Abschlussimpedanz ein, starten mit einer Kapazität von 220 Pikofarad – und merken sofort: dieses Low-Output-MC-System braucht erst mal mehr Gain. Das kann der Phono Signature ja liefern. Bei 60 Dezibel ist es gut – und zwar sehr gut, besser: exzellent! Mahlers Musik lebt von der Dimension, in der sich das Orchester ausbreiten kann – und hier erleben wir eine wunderbare Weite, eine Freiheit, die zuvor nicht zu erfahren war.

Welche Cyrus-Komponente man vor sich hat, verrät die gut versteckte Modellbezeichnung: Sie ist rechts im fliehenden unteren Teil der markant herausragenden Leiste positioniert, hier also unter dem „STORE“-Taster. Mit diesem Taster schließt man im MC-Betrieb die Speicherung der eingestellten Werte ab. Wird er nicht betätigt, werden die nicht gesichert.

Welche Cyrus-Komponente man vor sich hat, verrät die gut versteckte Modellbezeichnung: Sie ist rechts im fliehenden unteren Teil der markant herausragenden Leiste positioniert, hier also unter dem „STORE“-Taster. Mit diesem Taster schließt man im MC-Betrieb die Speicherung der eingestellten Werte ab. Wird er nicht betätigt, werden die nicht gesichert.

MC-Optimierung – schnell und bequem

Das Orchester hat nun eine größere Bühnentiefe, das Mahlersche Spiel mit Nähe und Ferne der Instrumente ist jetzt viel eindrucksvoller. Auch der Detailreichtum hat zugenommen. Die Plastizität der einzelnen Instrumente und die Präzision ihrer Abbildung sind dabei famos. Nun spielen wir mit den Einstellungen, dazu lädt der Phono Signature ja ein: Mit jeweils drei Tastenbetätigungen steigern wir bei laufender Musik die Impedanz, bei einem Kiloohm erreicht die Wiedergabe ihre größte Frische und Dynamik. Bei der Kapazität fällt uns die Wahl schwerer. Bei drei Nanofarad erreichen wir im Fall von Mahler einen minimal runderen Klang ohne den Anflug von Schärfe, die wir mitunter bei anderen Werten wahrnehmen. Bei Tom Petty hingegen klingt es mit 220 Pikofarad geringfügig kerniger und konturierter. Dabei soll die kapazitative Veränderung der Theorie nach nur in den ganz hohen Frequenzbereichen einen minimalen klanglichen Einfluss haben, bei Low-MC-Systemen gilt sie gar als irrelevant. Soviel zu Theorie und Praxis.

Setzt man den Phono Signature in den Moving Coil-Modus, so leuchten die LED an jenen Tasten auf, deren Funktion nun zur Verfügung steht: Jetzt sind Gain, Impedanz („RES“ steht für Resistance, also Widerstand) und Kapazität veränderbar.

Setzt man den Phono Signature in den Moving Coil-Modus, so leuchten die LED an jenen Tasten auf, deren Funktion nun zur Verfügung steht: Jetzt sind Gain, Impedanz („RES“ steht für Resistance, also Widerstand) und Kapazität veränderbar.

Klang-Steigerung mit Zusatz-Netzteil

Nun zu einer richtig relevanten Klangveränderung: Wir gönnen dem Phono Signature ein Upgrade mit dem externen Netzteil PSX-R2 – und bekommen sofort große Augen: Tom Petty und seine Crew scheinen eine Vital-Kur genossen zu haben, die Nummer rockt nun mit richtig Kraft und Dampf! Die Gitarre ist griffiger, Tom Pettys Stimme stabiler und stimmiger im Zentrum zwischen den Lautsprechern – und der mächtige Bass des Songs besitzt nun eine viel deutlichere Definition. Auch in puncto Dynamik hat die Wiedergabe zugelegt – angefangen bei der abgestoppten Gitarre bis hin zum gesamten Drumset, das deutlich mehr Punch hat. Beeindruckend ist zudem der Zugewinn an Klarheit und Transparenz. Bei Mahlers Dritter Sinfonie, kommt so die Kultiviertheit des Klangkörpers noch besser zur Geltung: Das dynamische Spiel von laut und leise ist ein Hochgenuss, das Blech strahlt regelrecht, die Abbildung wirkt noch holografischer – und die Präzision der Streicher, gerade bei den Tremolo-Passagen, ist atemberaubend!

Der Phono Signature samt Netzteil PSX-R2 im Zusammenspiel mit dem Vollverstärker Hegel H360, an dem ein Paar Elac Solano FS 287 betrieben wird. Als Plattenspieler agiert der Elac Miracord 60.

Der Phono Signature samt Netzteil PSX-R2 im Zusammenspiel mit dem Vollverstärker Hegel H360, an dem ein Paar Elac Solano FS 287 betrieben wird. Als Plattenspieler agiert der Elac Miracord 60.

Fazit

Der Cyrus Phono Signature erweist sich als Vinyl-Virtuose mit cleveren Features. Der Phono-Vorverstärker bietet gleich vier Eingänge für MM- oder MC-Systeme. So können bis zu vier verschiedene Laufwerke, Arme oder Abtaster betrieben werden. Für MC-Systeme sind Gain, Impedanz und Kapazität einstellbar – für die optimale Anpassung an den Abtaster, den eigenen Geschmack oder die jeweilige Platte. Das geht leicht, weil die Werte für jeden Eingang abgespeichert und während des Betriebs geändert werden können – auch per Fernbedienung. So weckt der Phono Signature die Lust am Ausprobieren. Mit dem Ground Lift gegen Brummen und dem Subsonic-Filter gegen Rumpelgeräusche hat er zwei weitere Top-Features an Bord. Klanglich beweist der Halbformat-Verstärker eine geradezu verblüffende Klasse: Die Wiedergabe ist vital und hochdynamisch, klar und transparent, die Abbildung gelingt überaus plastisch und räumlich. Schaltet man nun noch das optionale Extern-Netzteil hinzu, liefert der Phono Signature, insbesondere mit Blick auf den Preis, eine geradezu sensationelle Wiedergabe.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: hervorragend

95 of 100

94 of 100

93 of 100

210407.Cyrus-Phono-Signature-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Cyrus
Phono Signature
Produktkategorie:Phono-Vorverstärker
Preis:1.995,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Vertrieb:Bellevue Audio, Unna
Tel.: +49 2303 / 3050-178
www.bellevueaudio.de
Ausführungen:- Schwarz
- Silber (nur Sonderbestellung gg. Aufpreis)
Abmessungen (HxBxT):75 x 215 x 365 mm
Gewicht:4,1 kg
Eingänge (analog):4 x Phono unsymmetrisch (Cinch)

1 x MC Bus
1 x externe Stromversorgung (PSX-R2 oder PSX-R)
Eingänge (digital):2 x elektrisch(Cinch, koaxial, S/PDIF)
2 x optisch (Toslink, S/PDIF)
1 x USB Typ B (für Anschluss an Computer oder Laptop)
Ausgänge (analog):1 x Line symmetrisch (XLR)
1 x Line unsymmetrisch (Cinch)

1 x MC Bus
Eingangsempfindlichkeit- MM: 4 mV
- MC: 120μV - 4mV
Eingangsimpedanz:- MM: 47 kΩ (fix)
- MC: 11/16/33/47/100/333/500/1.000/47.000 Ω (schaltbar)
Eingangskapazität:- MM: 220 pF (fix)
- MC: 220/1.000/2.000/3.000 pF (schaltbar)
Gain:- MM: 40 dB (fix)
- MC: 40/50/60/70 dB
Kanaltrennung:- MM: -90 dB
- MC: -95 dB (1 kHz)
Geräuschspannungsabstand:- MM: -90 dBA
- MC: -79 dBA (bei 60 dB Gain)
Leistungsaufnahme:- Standby: <0.5W
- Betrieb: ≤ 15 W
Lieferumfang:- Cyrus Phono Signature
- System-Fernbedienung
- 2 Batterien für Fernbedienung (AAA)
- Kabel für Cyrus MC-Bus-Verbindung (Cinch)
- 2 Netzkabel (Euro/UK, jeweils 2 m)
- 1 Ferrit-Kern für Netzkabel
- Bedienungsanleitung (auf CD)
- Kurzanleitung für Cyrus Audio-Anlagen
- Sicherheitshinweise
- Garantiekarte
Optionales Zubehör:externes Netzteil PSX-R2 oder PSX-R
Pros und Contras:+ charakteristisches Halbformat-Design
+ erstklassige Verarbeitung
+ extrem stabiles Magnesium-Druckgussgehäuse
+ einfache Bedienung
+ dynamisch-kraftvoller Klang mit feiner Auflösung und hoher Impulstreue
+ ausgezeichnete räumliche Abbildung sowie plastische Darstellung
+ alle Eingänge für MM- oder MC Systeme nutzbar
+ MC-Konfiguration einstellbar in Verstärkung, Impedanz und Kapazität
+ Einstellungen jedes Eingangs separat konfigurierbar und abspeicherbar
+ Konfigurierung und Speicherung auch während des Abspielvorgangs möglich
+ MC-Konfiguration in Gain, Widerstand und Kapazität einstellbar
+ Ausgangspegel-Anzeige mit Spitzenwert-Haltefunktion (zur Optimierung der MC-Verstärkung)
+ symmetrischer und unsymmetrischer Ausgang für Kompatibilität mit allen nachfolgenden Verstärkertypen
+ Subsonic-Filter (zur Vermeidung von Rumpelgeräuschen und tieffrequentem Fremdschall)
+ eigene Erdungsklemme für jeden Eingang
+ Ground Lift-Schalter (zur Vermeidung von Massebrummschleifen)
+ Einschaltautomatik für Cyrus-Systembetrieb per MC-BUS
+ Upgrade-Möglichkeit mit optionalem Netzteil PSX-R2 oder PSX-R (zur Steigerung der Klang-Performance)

- kleines Display
- keine Kapazitätsanpassung für MM-Systeme
- kein An/Aus-Schalter (Standby-Betrieb vom Hersteller empfohlen)
Benotung:
Klang (60%):95/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistung:hervorragend

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