lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Wie natürlich-analog kann Musik von CD oder vom digitalen Soundfile klingen? Eine spannende Antwort liefert der Audio Optimum NOS-DAC 2: Dieser Digital-Analog-Konverter geht einen technisch anderen und überaus aufwändigen Weg, damit die CD so klingt, wie sie einst gedacht war. Das hören wir uns an – zumal der DAC in seiner neuen Version einen Kopfhörer-Verstärker bietet und als Hochpegel-Verstärker direkt ein paar Aktiv-Boxen antreiben kann.

Der NOS-DAC 2 ist ein High End-Konverter im handlichen Format. Diese Kompaktheit wird durch kürzeste Signalwege im Schaltungs-Layout möglich.

Der NOS-DAC 2 ist ein High End-Konverter im handlichen Format. Diese Kompaktheit wird durch kürzeste Signalwege im Schaltungs-Layout möglich.

Mit Standard-Lösungen braucht man Stefan Wehmeier nicht kommen: Der Audio Optimum-Chefentwickler findet neue Verfahren und scheut auch keine komplexen Schaltungen, um dem Ideal einer originalgetreuen Wiedergabe so nahe wie möglich zu kommen. Das gilt für den von uns bereits getesteten Aktivlautsprecher Audio Optimum FS82BE, der mit zwei neuen Technologien für sauberste Verstärkung und verfärbungsfreie Schallwandlung sorgt. Das gilt aber ebenso für den NOS-DAC 2 – dabei war dieser Ausnahme-Konverter gar nicht für den Consumer-Markt gedacht. Entstanden ist er aus Eigenbedarf: Bei den Hör-Sessions im Zuge der Lautsprecher- und Studiomonitor-Entwicklung fiel auf, dass die auf dem Markt verfügbaren Konverter und Verstärker in puncto Präzision und Neutralität nicht mit den eigenen Schallwandlern mithalten konnten. Also kreierte Wehmeier einen eigenen High End-Konverter, der mit reichlich eigenem Know-how optimiert ist, perfekt zu den hauseigenen Aktiv-Lautsprechern passt – aber auch als Stand-Alone-DAC zeigt, was ohne Oversampling aus CD und Co. klanglich herauszuholen ist.

Der Konverter ist in ein Gehäuse aus getöntem Acryl gekleidet. So ist die Technik sichtbar – mitsamt den blau leuchtenden LED. Sie dienen eigentlich nicht der Optik, sondern stabilisieren mit ihrer besonders rauscharmen Fluss-Spannung die symmetrische Versorgung des Konverter-Chips TDA1543.

Der Konverter ist in ein Gehäuse aus getöntem Acryl gekleidet. So ist die Technik sichtbar – mitsamt den blau leuchtenden LED. Sie dienen eigentlich nicht der Optik, sondern stabilisieren mit ihrer besonders rauscharmen Fluss-Spannung die symmetrische Versorgung des Konverter-Chips TDA1543.

Oversampling: Purer Zufall der Geschichte

Oversampling – damit sind wir gleich bei einem eigenartigen Zufall der CD-Historie. Beginnt wir erst einmal beim Sampling: Bei der Verwandlung der Musik in Daten wird das analoge Signal in regelmäßigen Zeitabständen abgetastet. Dieser Abtastvorgang geschieht bei der CD 44.100-mal pro Sekunde, die Sampling-Frequenz beträgt also 44,1 Kilohertz. Jedes Sample enthält Informationen, wie das Musiksignal zu diesem bestimmten Zeitpunkt beschaffen ist. Diese Informationen werden durch Bits ausgedrückt – und hier kommt nun der Zufall ins Spiel: Bei der Entwicklung der CD hatte Philips bereits einen fertigen Wandler mit 14 Bit in petto, der dann dazu stoßende Partner Sony wollte aber – mit vorausschauendem Blick auf die IT-Branche – eine Informations-Wortbreite von 16 Bit, worauf man sich schließlich bei der Festlegung eines CD-Standards auch einigte. Um nun die Markteinführung seiner eigenen CD-Player nicht zu verzögern, trimmte Philips seinen 14-Bit-Wandler mit einem Trick auf eine vorgebliche 16 Bit-Performance: Oversampling – also eine Überabtastung des Signals.

Für einen linearen Frequenzgang sorgt ein analoges Rekonstruktionsfilter, das für verschiedene Samplingraten (44,1 Kilohertz, 48 Kilohertz, ≥ 88,2 Kilohertz) optimiert ist. Über „Input Select“ wählt man zwischen dem analogen Line-Eingang („A“) und den drei digitalen Inputs („D1“ bis „D3“).

Für einen linearen Frequenzgang sorgt ein analoges Rekonstruktionsfilter, das für verschiedene Samplingraten (44,1 Kilohertz, 48 Kilohertz, ≥ 88,2 Kilohertz) optimiert ist. Über „Input Select“ wählt man zwischen dem analogen Line-Eingang („A“) und den drei digitalen Inputs („D1“ bis „D3“).

Multibit-Wandler versus Delta-Sigma-Konverter

Dem Oversampling spricht man auch eine Notwendigkeit zu: Der digitale Datenstrom enthält musikfremde Artefakte, sogenannte Spiegelfrequenzen, welche durch die Signalkonvertierung entstanden sind und bei der Rückverwandlung zum analogen Musiksignal wieder herausgefiltert werden müssen. Diese Filterung geht leichter, wenn sie fern unseres hörbaren Frequenzbereichs bis 20 Kilohertz geschieht. Deshalb werden aus den ursprünglich originalen 44.100 Samples beim Vierfach-Oversampling 176.400 künstliche Samples erzeugt und mithilfe eines digitalen Filters, eines DA-Wandlers und eines Tiefpasses in ein Artefakt-freies analoges Signal verwandelt. All dies ist laut Wehmeier unnötig, weil das menschliche Ohr als natürlicher Tiefpass-Filter vollkommen genüge. Zudem verursache das Digitalfilter Pre-Ringing: kleine künstliche Signal-Echos, welche Details verunklaren, S-Laute im Gesang verschärfen und im Orchester Instrumente verschmieren. Das Oversampling ist Standard in den heute gängigen Delta-Sigma-Konvertern. Sie sind wesentlich günstiger zu realisieren als die ursprünglichen, aufwändig-exakten Multibit-Wandler, die eine teure technische Einbettung erfordern – aber klanglich überlegen sind, worin sich etliche High Ender einig zeigen.

Bei aller Kompaktheit bietet der NOS-DAC 2 sogar einen Kopfhörerausgang. Er ist als 6,35-Millimeter-Klinkenbuchse realisiert, dieser Anschluss ist wegen seiner größeren Robustheit der sogenannten Miniklinke überlegen.

Bei aller Kompaktheit bietet der NOS-DAC 2 sogar einen Kopfhörerausgang. Er ist als 6,35-Millimeter-Klinkenbuchse realisiert, dieser Anschluss ist wegen seiner größeren Robustheit der sogenannten Miniklinke überlegen.

NOS-DAC 2: Multibit-Wandler mit Präzisions-Schaltung

Darum verzichtet der NOS-DAC 2 sowohl auf die Delta-Sigma-Konvertierung, die Überabtastung (NOS bedeutet „Non-Oversampling“) – und auf das klangdegradierende Digitalfilter. Stattdessen kommt mit dem Philips TDA1543 ein früher, wegen seines Klangs legendärer und gesuchter IC zum Zuge, der nach dem Multibit-Verfahren arbeitet. Mit ihm ist eine viel präzisere Signalumwandlung möglich – wenn der Schaltungsaufbau rund um den IC ein Höchstmaß an Präzision aufweist. So werden über ein Widerstandsnetzwerk und geschaltete Stromquellen die Informationen als Spannungsstufen übersetzt – mit einer Toleranz von 0,0015 Prozent für die größte Stromquelle. Dank eines pfiffigen Kniffs sind im NOS-DAC 2 spezielle Operationsverstärker einsetzbar, welche die Verwandlung des Treppenstroms in eine entsprechende Treppenspannung ultraflott und exakt bewerkstelligen – so bleibt die Flankensteilheit der Treppe erhalten. Die 16 Bit-Beschränktheit des Multibit-Wandlers ist bei alldem für Chefentwickler Wehmeier unerheblich: Er argumentiert, dass beim heute üblichen Delta-Sigma-Konverter die 24 Bit gar nicht wirklich ausgenutzt würden: Die unteren acht Bit produzierten eigentlich nur Rauschen.

Die Anschlüsse des NOS-DAC 2: Eingangseitig bietet er analog einen quasi-symmetrischen Hochpegel-Input und digital drei Schnittstellen: D1 ist immer als AES/EBU-Input ausgelegt, D2 und D2 werden nach Wahl als AES/EBU- oder als S/PDIF-Eingang realisiert – und hier wiederum wahlweise als koaxiale Cinch-Buchse oder als klanglich überlegener BNC-Anschluss. Toslink ist nicht möglich, ein optisches S/PDIF-Signal kann aber mithilfe eines zusätzlichen Toslink/Coax-Konverters eingespeist werden. Ausgangsseitig bietet der NOS-DAC 2 einen symmetrischen Analog-Output zum Anschluss an eine Endstufe oder Aktivlautsprecher. Die beiden links außen positionierten Buchsen dienen der Spannungsversorgung. Über das externe Netzteil wird der DAC gespeist, über den Konverter dann aber auch der optionale Formatwandler/Reclocker, mit dessen Hilfe Files per USB zugespielt werden können.

Die Anschlüsse des NOS-DAC 2: Eingangseitig bietet er analog einen quasi-symmetrischen Hochpegel-Input und digital drei Schnittstellen: D1 ist immer als AES/EBU-Input ausgelegt, D2 und D2 werden nach Wahl als AES/EBU- oder als S/PDIF-Eingang realisiert – und hier wiederum wahlweise als koaxiale Cinch-Buchse oder als klanglich überlegener BNC-Anschluss. Toslink ist nicht möglich, ein optisches S/PDIF-Signal kann aber mithilfe eines zusätzlichen Toslink/Coax-Konverters eingespeist werden. Ausgangsseitig bietet der NOS-DAC 2 einen symmetrischen Analog-Output zum Anschluss an eine Endstufe oder Aktivlautsprecher. Die beiden links außen positionierten Buchsen dienen der Spannungsversorgung. Über das externe Netzteil wird der DAC gespeist, über den Konverter dann aber auch der optionale Formatwandler/Reclocker, mit dessen Hilfe Files per USB zugespielt werden können.

Linearer Frequenzgang durch schaltbares Rekonstruktionsfilter

Der NOS-DAC 2 beschließt sein Wandel-Werk mit einem analogen Rekonstruktionsfilter. Es egalisiert den prinzipbedingten Höhenabfall der Digital-Analog-Wandlung. Zugunsten eines stets linearen Frequenzgangs ist das Rekonstruktionsfilter für verschiedenen Sampling-Frequenzen umschaltbar zwischen 44,1 Kilohertz (für Audio-CD und das überwältigende Gros der digitalen Musikfiles), 48 Kilohertz (Digital-Rundfunk) und 96 Kilohertz (Audio-DVD). Damit sind die üblichen Abtast-Frequenzen des Profi/Tonstudio-Bereichs, dem Audio Optimum entstammt, abgedeckt. Dementsprechend bietet der Konverter eingangsseitig neben einem quasi-symmetrischen Analog-Eingang die studioübliche symmetrische AES/EBU-Digital-Schnittstelle. Die beiden weiteren Digital-Eingänge werden dann nach Kundenwunsch wahlweise als AES/EBU-Input, S/PDIF-Cinch-Buchse oder S/PDIF-BNC-Eingang eingerichtet. Doch was ist mit der im Consumer-Bereich verbreiteten USB-Schnittstelle und mit HiRes-Files jenseits von 96 Kilohertz/16 Bit? Für letztere empfiehlt Wehmeier ein Downsampling im Quellgerät (also dem Rechner), für erstere bietet Audio Optimum eine selbstmodifizierte Version des Formatwandlers/Reclockers „Matrix Audio X-SPDIF 2“: Er befreit das Signal von allen klangmindernden Begleiterscheinungen des USB-Schnittstellenformats und bereitet es für den AES/EBU-Eingang des NOS-DAC 2 auf.

Über den optionalen, von Audio Optimum modifizierten Formatwandler/Reclocker Matrix Audio X-SPDIF 2 kann der NOS-DAC 2 auch mit USB-Files gefüttert werden – zugunsten der besten Audio-Performance wählt man als Verbindung AES/EBU.

Über den optionalen, von Audio Optimum modifizierten Formatwandler/Reclocker Matrix Audio X-SPDIF 2 kann der NOS-DAC 2 auch mit USB-Files gefüttert werden – zugunsten der besten Audio-Performance wählt man als Verbindung AES/EBU.

Maximaler Aufwand in minimalem Format

Damit es auch über USB keine Klangeintrübungen durch die Stromversorgung gibt, wird der Formatwandler eigens vom NOS-DAC 2 gespeist – und ihn wiederum versorgt ein ausgelagertes Linearnetzteil. Das Spannungsmanagement innerhalb des DAC übernehmen hingegen integrierte Präzisions-Schaltspannungswandler des Premium-Herstellers Traco. So wird die empfindliche Schaltung vor elektromagnetischen Einflüssen bewahrt. Diesem Zweck dient auch die bodenseitige, fast fünf Millimeter messende Messingplatte, die für eine erstaunliche Gewichtigkeit des handlichen NOS-DAC 2 sorgt. Seine Kompaktheit wiederum beruht auf einer größtmöglichen Minimierung der Signalwege. So werden Klangbeeinflussungen und Störanfälligkeiten aufs Kleinste reduziert. Zugunsten des Klangs kommt auch ein erstklassiges und eben nicht elektronisch geregelter Lautstärkesteller des Elektronik-Spezialisten Alps zum Zuge. Es ist zugunsten der Fernbedienbarkeit motorisiert. Der zugehörige Ferngeber arbeitet ohne digitale Signal-Codes. So agiert das Motorpotentiometer verzögerungsfrei, die Lautstärkeregelung ist dabei in fein dosierbaren Schritten einstellbar. Diesen gesamten getätigten Aufwand kann man förmlich sehen: Das Gehäuse des NOS-DAC 2 ist in getöntem Acryl realisiert.

Der überraschend gewichtige kleine Ferngeber besitzt einen Metallrahmen, der ober- und unterseitig mit Kunststoffschalen besetzt ist. Mit genau zwei Tasten dient die Fernbedienung allein der Erhöhung und Absenkung der Lautstärke des NOS-DAC 2. Eine klitzekleine rote LED quittiert durch ihr Aufleuchten jeden Tastendruck. Damit die Fernbedienung ihre Aufgabe erledigen kann, benötigt sie zum DAC eine frei Sichtachse.

Der überraschend gewichtige kleine Ferngeber besitzt einen Metallrahmen, der ober- und unterseitig mit Kunststoffschalen besetzt ist. Mit genau zwei Tasten dient die Fernbedienung allein der Erhöhung und Absenkung der Lautstärke des NOS-DAC 2. Eine klitzekleine rote LED quittiert durch ihr Aufleuchten jeden Tastendruck. Damit die Fernbedienung ihre Aufgabe erledigen kann, benötigt sie zum DAC eine frei Sichtachse.

Anschlüsse und Setup

Zum Anschluss an eine Stereo-Endstufe oder an zwei Aktiv-Schallwandler bietet der komplett DC-gekoppelte Vorverstärker des NOS-DAC 2 natürlich einen im Profi-Bereich üblichen symmetrischen Analog-Ausgang. Im Consumer-Bereich ist er hingegen meist nur bei High End-Komponenten zu finden. An ihm betreiben wir den aktiven Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher Audio Optimum FS62E MKII – und damit einen jener Schallwandler, für den der NOS-DAC 2 ja ursprünglich entwickelt worden ist. Der Konverter bietet darüber hinaus aber auch einen Kopfhörerausgang. Der hier wirkende Transimpedanz-Verstärker ist ebenfalls Gleichstrom-gekoppelt und arbeitet mit einer aktiven Offset-Kompensation. So erlaubt er den präzise-kraftvollen Antrieb von Kopfhörern mit einer Impedanz von 30 bis 600 Ohm. Wir schließen hier den Focal Utopia an. Als reines CD-Laufwerk nutzen wir den Oppo UDP-203, der sein Signal per S/PDIF zuspielt. Über den „Matrix Audio X-SPDIF“ findet unser USB-bestücktes Laptop Zugang. Die Verkabelung der kompletten Kette stammt von Audio Optimum – wie auch die Stromversorgung aller Komponenten über den Direktverteiler.

Zur Versorgung der gesamten Klangkette kommt der von Audio Optimum entwickelte Direktverteiler zum Zuge. Er sorgt mit viel Know-how, etwa der sternförmigen Konfiguration, dem integrierten passiven Power Cleaner und dem zweistufiges Spezialnetzfilter für jedes Netzkabel, für eine optimale Klangqualität der angeschlossenen Komponenten. Der Direktverteiler kann für drei bis acht Geräte ausgelegt werden, hier ist er mit sieben Anschlüssen zu sehen.

Zur Versorgung der gesamten Klangkette kommt der von Audio Optimum entwickelte Direktverteiler zum Zuge. Er sorgt mit viel Know-how, etwa der sternförmigen Konfiguration, dem integrierten passiven Power Cleaner und dem zweistufiges Spezialnetzfilter für jedes Netzkabel, für eine optimale Klangqualität der angeschlossenen Komponenten. Der Direktverteiler kann für drei bis acht Geräte ausgelegt werden, hier ist er mit sieben Anschlüssen zu sehen.

Der Audio Optimum NOS-DAC 2 in der Praxis

Wir starten mit „Hey Now“ von London Grammars Debüt-CD „If You Wait“. Dieser Track besitzt genau jene Fiesheiten, die wir hören wollen: Das Trip Hop-Trio hat in den glasklar produzierten Song Knistern, Knacken und Rauschen eingestreut, diese Effekte tauchen ab der zweiten Strophe als Ohrkitzler auf. Wir haben diese Zutaten oft als eher irritierend, störend und ablenkend empfunden und mit leichtem Unbehagen ertragen. Doch dem NOS-DAC 2 gelingt es nun, hier die Wiedergabe und damit unsere Wahrnehmung und Einstellung zu verändern: Das Rauschen hat jetzt weniger Schärfe und erscheint auch nicht mehr so prominent-penetrant. Es fügt sich stattdessen homogen und stimmig als interessantes Detail in die clevere Produktion ein. Im späteren Verlauf, etwa nach dem Einsetzen des Schlagzeugs; verunklaren das Rauschen und das Knistern nun auch nicht mehr das instrumentale Geschehen, sondern integrieren sich ohne Verdeckungseffekt in die Musik. So werden es sich London Grammar im Studio auch gedacht haben.

In unserem kompletten Test-Setup spielt der NOS-DAC 2 im Verbund mit dem aktiven Standlautsprecher Audio Optimum FS62E MKII.

In unserem kompletten Test-Setup spielt der NOS-DAC 2 im Verbund mit dem aktiven Standlautsprecher Audio Optimum FS62E MKII.

Präzision, Präsenz und Plastizität

Abseits dieser nun wohlgesetzten Effekte genießen wir auch die Präzision und die feine Auflösung der Wiedergabe. Die Gitarre, die mit reichlich Hall und einem flott von links nach rechts pendelnden Echo eine tolle Atmosphäre kreiert, besitzt eine ungemeine Gegenwärtigkeit und Griffigkeit – und diese geradezu spürbare Physis ist dann auch den anderen Instrumenten zu eigen, erst recht der prominent positionierten Sängerin Hannah Reid. Wir lassen nun mal unseren CD-Zuspieler die Wandlung übernehmen: Oha, da ist die Tiefe der Darstellung merklich geringer, die Abbildung beengter. Die Musiker haben auch nicht mehr diese ausbalancierte Staffelung, gerade Hannah Reid steht jetzt zu sehr im Vordergrund. Wir überlassen darum wieder dem NOS-DAC 2 die Konvertierung, prompt fällt uns auf, dass auch der mächtige und abgrundtiefe Synthie-Bass dieses Songs nun wieder wesentlich konturierter ist, freier klingt und bei gleichem Tiefgang nicht mehr angedickt-komprimierend auftritt. Auch das trägt entscheidend zur Klarheit und Transparenz der Wiedergabe bei.

Das ausgelagerte Linearnetzteil sorgt für eine hochstabile Spannungsversorgung und trägt durch seine Auslagerung dazu bei, dass die empfindliche Elektronik des NOS-DAC 2 nicht durch klangverschlechternde elektromagnetische Einflüsse beeinflusst wird.

Das ausgelagerte Linearnetzteil sorgt für eine hochstabile Spannungsversorgung und trägt durch seine Auslagerung dazu bei, dass die empfindliche Elektronik des NOS-DAC 2 nicht durch klangverschlechternde elektromagnetische Einflüsse beeinflusst wird.

Vokalkunst ohne Schärfe und Zischen

Wechseln wir zu Georg Friedrich Händels Oratorium „Hercules“ mit großartigem Sängerensemble rund um Anne Sofie Otter und den superben Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski. So lebendig diese Live-Einspielung ist – sie hat uns bislang nie vollends schwärmen lassen. Das Orchester erschien etwas amorph, wie ein schwebender Klangteppich ohne Bodenhaftung. Mit dem NOS-DAC 2 erleben wir nun, dass das Musikerensemble geerdeter und verortbarer ist, die Instrumentengruppen sind deutlicher definiert und klar zu unterscheiden. Auch der Sopran der begnadete Anne Sofie Otter ist nun ein ungetrübter Genuss. In der koloraturensatten Arie „Begone, my fears, fly, hence, away“ hatte die Wiedergabe der Stimme mit dem Konverter des CD-Players zuvor manche Schärfe und ein ansatzweises Zischen. Auch der Wechsel zu einem externen DAC, der wie der CD-Player im Delta-Sigma-Verfahren wandelt, bringt da nur eine geringfügige Verbesserung. Mit dem NOS-DAC 2 hingegen sind diese akustischen Unannehmlichkeiten nahezu verschwunden – ganz makellos ist die Aufnahme freilich nicht.

Audio Optimum bietet mit Basaltgeflecht gemantelte Signalkabel für alle digitalen und analogen Anwendungsfälle, die im Zuge dieses Tests mit einer exzellenten Performance auffielen.

Audio Optimum bietet mit Basaltgeflecht gemantelte Signalkabel für alle digitalen und analogen Anwendungsfälle, die im Zuge dieses Tests mit einer exzellenten Performance auffielen.

Konverter-Klage und Kabel-Qualität

Wer einen Zuspieler hat, der sich bei längeren Musikpausen automatisch abschaltet, wird beim NOS-DAC 2 ein leichtes Fiepen hören. Der zentrale Wandler-Baustein TDA1543 war ja eigentlich nur für den Einsatz in einem Philips-CD-Spieler gemacht, wo er stets in einen Datenaustausch eingebunden war. Dies ist in seiner neuen Funktion als Herz eines eigenständigen DACs nun nicht mehr der Fall, weshalb er wegen des Ausbleibens von Kommunikations- und Musikdaten quengelt. Das hört deshalb auch sofort auf, wenn der Zuspieler wieder aktiviert wird, alternativ dreht man den Lautstärkeregler des NOS-DAC 2 komplett herunter. Diese Eigenart ist uns beim Ausprobieren anderer Kabel aufgefallen, wo wir – viel wichtiger – erlebt haben, in welchem Maß auch die Verbindungen von Audio Optimum zur klanglichen Exzellenz der Kette beitragen. Sowohl auf dem digitalen wie auf dem analogen Weg gewinnt die Wiedergabe merklich. Dafür bedarf es aber auch einer Anlage, die mit ihrer Qualität diese Unterschiede abbilden kann.

Hier ist dem NOS-DAC 2 der modifizierte Formatwandler/Reclocker Matrix Audio X-SPDIF 2 vorgeschaltet. So ist per USB die Wiedergabe von Files möglich, die auf dem Laptop oder Rechner liegen.

Hier ist dem NOS-DAC 2 der modifizierte Formatwandler/Reclocker Matrix Audio X-SPDIF 2 vorgeschaltet. So ist per USB die Wiedergabe von Files möglich, die auf dem Laptop oder Rechner liegen.

Famose File-Wiedergabe mit optionalem USB-Interface

Nun kommen wir zur USB-Zuspielung, schließlich wollen wir ja auch gerne die Files unserer Festplatte abspielen. Das überwältigende Gros ist dort tatsächlich im CD-Format 44,1 Kilohertz/16 Bit hinterlegt. Das merken wir, als wir an unserem Rechner mithilfe der audiophilen Playersoftware Audirvana eine Filterung unseres Musikbestands nach Samplingraten vornehmen. Bei 88,2 Kilohertz/16 Bit stoßen wir auf „Song To Myself“ von Amy Duncan. Diese wunderschöne Ballade haben wir oft gehört, erleben sie aber hier in einer ungeahnten Stimmigkeit: Gitarren, Mandoline, Bass und Schlagzeug ergeben ein wunderbar harmonisches Ganzes, das die schottische Singer/Songwriterin mit ihrer angenehm-warmen Stimme abrundet. Alles passt, die Musik fließt entspannt – und trotzdem haben wir noch nie das Zusammenspiel der Saiteninstrumente in dieser Präzision wahrgenommen. Der Bass ist zudem ungewohnt voluminös, auch die eigentlich lapidare Bassdrum setzt hier in uns bislang nicht bewusster Trockenheit ihre tiefen Akzente.

Wer den NOS-DAC 2 mit dem Formatwandler/Reclocker fit für USB gemacht hat, kann per Festnetzrechner oder via Laptop alle Files bis 96 Kilohert/24 Bit von der eigenen Festplatte abspielen. Dafür verwendet man am besten eine audiophile Player-Software wie hier Audirvana. Der Formatwandler/Reclocker wird als „X-SPDIF 2“ identifiziert, ausgewählt – und schon läuft „Angels Of Fenway“ von James Taylor.

Wer den NOS-DAC 2 mit dem Formatwandler/Reclocker fit für USB gemacht hat, kann per Festnetzrechner oder via Laptop alle Files bis 96 Kilohert/24 Bit von der eigenen Festplatte abspielen. Dafür verwendet man am besten eine audiophile Player-Software wie hier Audirvana. Der Formatwandler/Reclocker wird als „X-SPDIF 2“ identifiziert, ausgewählt – und schon läuft „Angels Of Fenway“ von James Taylor.

Erstklassige Kopfhörer-Wiedergabe

Wir spielen jetzt auch mal mit dem analogen Rekonstruktionsfilter. Mhhh … da hören wir, ehrlich gesagt, keine Veränderung bei der Umstellung von 44,1 Kilohertz auf 88,2 Kilohertz. Beim Wechsel zu dem 96 Kilohertz/24 Bit-Track „Angels of Fenway“ von James Taylor hingegen nehmen wir eine geringfügig größere Offenheit im Klangbild war. Das ist für die dicht gesetzte, von vielen Gesangsstimmen und Instrumenten geprägte Nummer zuträglich, dabei sorgt der NOS-DAC 2 im Verbund mit dem Matrix Audio X-SPDIF 2 bereits für eine wunderbar aufgeräumte Wiedergabe dieser Hommage des Boston Red Sox-Fans Taylor an sein favorisiertes Baseball-Team. Diese Strukturiertheit bietet übrigens auch die Kopfhörer-Wiedergabe: Der Headphone-Ausgang, an den wir den Focal Utopia angeschlossen haben, ist alles andere als ein Add-on. Wir haben hier nochmals die Songs dieses Tests Revue passieren lassen und erleben auch hier eine klare, detailreiche und homogen-natürliche Wiedergabe – und damit einen entspannten Musikgenuss.

Der NOS-DAC 2 punktet neben seiner Wandler- und Vorverstärker-Funktion auch mit dem erstklassigen Kopfhörer-Ausgang.

Der NOS-DAC 2 punktet neben seiner Wandler- und Vorverstärker-Funktion auch mit dem erstklassigen Kopfhörer-Ausgang.

Fazit

Mit dem NOS-DAC 2, der vorrangig ein Konverter ist, aber ebenso als Preamp und Kopfhörer-Verstärker agiert, zielt Audio Optimum auf eine natürlich-analog klingende Konvertierung, mit der die CD-Wiedergabe frei von digitalen Sound-Signaturen gelingt und so klingt, wie sie einst gedacht war. Dafür verzichtet der Recklinghäuser Audio-Spezialist auf klangverschlechterndes Oversampling samt Digitalfilter und setzt dafür auf einen legendären Konverter-Chip, der im aufwändigen Multibit-Verfahren wandelt und mit viel Know-how eine Spitzen-Performance liefert. Das Ergebnis ist eine harmonische Wiedergabe, die ungemein detailreich und transparent ist. Instrumente bildet dieser NOS-DAC 2 ohne Verdeckungen und Verwischungen ab, Stimmen erklingen ohne scharfe S- und Zischlaute. Dass der Konverter nur bis 96 Kilohertz wandelt, klingt theoretisch nach einer Limitierung. Doch praktisch geht das überwältigende Gros der Musik bis heute kaum über das 44,1-Kilohertz-CD-Format hinaus. Der NOS-DAC 2 zeigt, was klanglich in diesem Format steckt und was herausgeholt werden kann.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 97/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

97 of 100

96 of 100

96 of 100

210506 Audio Optimum-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Audio Optimum
NOS-DAC 2
Produktkategorie:Digital-Analog-Konverter / Vorverstärker / Kopfhörerverstärker
Preis:NOS-DAC 2: 3.790,00 Euro
Bundle NOS-DAC 2 + modifizierter Matrix X-SPDIF 2: 4.590 Euro
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:getöntes Plexiglas
Vertrieb und Händler:Audio-Optimum GmbH, Recklinghausen
Tel.: +49 (0)2361 / 89026 - 0
www.audio.ruhr

KlangLoft München, Audition 6 Albstadt, Audition 6 München, aalen HiFi, einklang HiFi, Hifi Fraune, media@home Moldenhauer, CM-Audio, Peter Rasche HiFi-Komponenten GmbH, HiFi im Pfarrhof, RAE-Akustik GmbH | Studio 2, Tonstudio Treppenhaus
Abmessungen (HxBxT):- Konverter: 59 x 250 x 125 mm (mit Füßen)
- Netzteil: 54 x 80 x 185 mm (mit Füßen und Knickschutz des Kabels)
Gewicht:- Konverter: 1,7 kg
- Netzteil: 0,7 kg
Prinzip:Non-Oversampling, Multibit
Eingänge (digital):1 x AES /EBU
2 x nach Wahl (AES/EBU, S/PDIF Cinch oder S/PDIF BNC)
Eingänge (analog):1 x Line quasisymmetrisch (Cinch)
Ausgänge (analog):1 x Kopfhörer (Klinke, 6,35 mm)
1 x Line symmetrisch, DC-gekoppelt (für Anschluss an entsprechende Endstufe oder Aktivlautsprecher)
Unterstützte Audio-Dateiformate:PCM bis 96 kHz/24 bit
Maximale Samplingrate/
Auflösung:
PCM 96 kHz/24 bit
Lieferumfang:- NOS-DAC 2
- externes Linearnetzteil (12VA)
- Fernbedienung
Optionales Zubehör:Matrix Audio X-SPDIF 2 (Formatwandler/Reclocker, von Audio Optimum modifiziert)
Pros und Contras:+ natürlich-homogener Klang
+ Stimmenwiedergabe ist frei von zischenden oder überscharfen S-Lauten
+ feinauflösende, hochdetailreiche Darstellung
+ exzellente räumliche und plastische Abbildung
+ ausgezeichnete Dynamik und Impulstreue
+ 2 Digital-Eingänge werden auf Wunsch eingerichtet (AES/EBU, S/PDIF-Cinch oder S/PDIF-BNC)
+schaltbares analoges Rekonstruktionsfilter für linearen Frequenzgang
+ integrierter Vorverstärker
+ integrierter Kopfhörer-Verstärker
+ externes Linear-Netzteil

- Toslink und USB nur mit zusätzlichem Koax/Toslink-S/PDIF-Konverter bzw. optionalem Matrix Audio X-SPDIF-Formatwandler möglich
- Fiepen, wenn keine S/PDIF-Quelle angeschlossen oder diese abgeschaltet ist
Benotung:
Klang (60%):97/100
Praxis (20%):96/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:97/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungangemessen

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