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Die Spendor A2 ist schlank und unauffällig. Schnörkel und moderne Designelemente sucht man hier vergebens. Selbst die Technik ist reduziert. Das ist auch gut so, denn dieser Lautsprecher überzeugt durch innere Werte und einen überraschend guten Klang.

NAch unserem Test der A4 hatten wir diesmal den kleinsten Standlautsprecher der A-Serie, die A2, von Spendor im Test.

Lautsprecher aus Großbritannien sind weltweit beliebt. Das ist spätestens seit dem HiFi-Boom in den 70ern der Fall. Der Grund liegt in ihrer meist unaufgebauschten, neutralen und ehrlichen Klanggüte. Egal welche Marke man nimmt – KEF, Wharfedale, Mission, Spendor, Harbeth, Tannoy oder Rogers Audio – britischen Lautsprechern hört man einfach gern und lange zu. Doch während die meisten Marken inzwischen fusionierten oder übernommen wurden, gibt es noch einige wenige kleine Hersteller, die nach wie vor auf der britischen Insel entwickeln und auch produzieren. Die Marke Spendor gehört zu den wenigen Ausnahmen, auf die diese Tatsache zutrifft. Der Grund dafür ist einfach, denn statt Kapazitäten als Auftragsarbeit in fremde Hände zu legen, entwickelt und produziert man bei Spendor fast vollständig in Eigenleistung. So bleibt man unabhängig, flexibel und kann schnell auf Anforderung des Marktes reagieren. Eine Anforderung steht dabei aber immer ganz oben: Der Klang!

Mit einer Höhe von 79 Zentimetern bei einer Breite von gerade einmal 15 Zentimetern kann man die A2 schon als zierlich beschreiben. Dieses Attribut gilt allerdings nur für den äusseren Auftritt.

Traditionsmarke

Spendor wurde 1971 gegründet. Hat man die A2 vor sich stehen, könnte man fast meinen, dass es diesen Lautsprecher schon von der ersten Stunde an gegeben hat. Das ist keinesfalls negativ gemeint, sondern eher positiv. Bei Spendor dreht sich nämlich alles um den Klang und nicht darum irgendwelchen Trends nachzujagen. Ein gehyptes Design-Produkt oder einen randvoll mit (aktuell) modernster Technik gespickten Streaming-Lautsprecher findet man hier nicht. Die Gründe dafür sind einfach, denn Design und Technik von heute sind morgen meist schon überholt. Spendor setzt dagegen auf Langlebigkeit, einen möglichst hohen Werterhalt und auf – man kann es nicht oft genug erwähnen – den bestmöglichen Klang. Die A2 schaut deshalb so aus, wie ein Kind einen Lautsprecher malen würde: Sie ist rechteckig, hat spitz zulaufende Kanten und ist mit frontseitig eingelassenen Chassis bestückt. Auch das ist alles positiv gemeint, auf wilde Experimente lässt man sich bei Spendor schließlich nicht ein.

Dedizierte Technik

Die A2 ist gerade gestylt und der kleinste Standlautsprecher der A-Serie. Sie ist knapp 76 Zentimeter hoch und mit einer Breite und Tiefe von 150 x 260 Millimetern wirklich wohlgefällig proportioniert. Die Höhe ist bewusst gewählt. Aufgrund ihrer zierlichen Gestalt soll sich dieser Standlautsprecher auch in kleinere Wohnumgebungen einbinden lassen. Hier soll sie selbstbewusst zur Geltung kommen, aber eben weder aufdringlich noch platzraubend auffallen. Das heisst: Selbst Besonderheiten stehen hier nicht im Fokus. Im britischen Sussex geht es um schließlich um das Wesentliche. Und das zieht sich durch alle Serien. In der A2 sitzt die Chassistechnik im oberen Drittel der Frontseite. Oben der von einem feinmaschigen Metallgitter geschützte 22 Millimeter-Hochtöner. Direkt darunter thront der Tiefmitteltöner. Er setzt auf eine sogenannte EP77-Membran, also auf ein Polymer-Schwingsystem. Dieses wird von einer straffen Gummisicke gehalten, die einen ordentlichen Hub erlaubt, die Harte Membran zugleich aber auch fest im Griff hat.

Der 22 Millimeter durchmessende Hochtöner ist technisch perfekt auf den darunter platzierten Tiefmitteltöner abgestimmt.

Bassreflex-Möglichkeiten

Wer die eben beschriebene Technik nicht sehen möchte, steckt einfach die mitgelieferten Gewebeabdeckungen auf. Diese haften selbstverständlich magnetisch vor den Chassis. Auch wenn der Lautsprecher nun eher unauffällig und vielleicht auch ein bisschen unbesonders erscheint, gibt es noch einige Besonderheiten: Zum einen besteht das gesamte Gehäuse aus massiven MDF-Platten. Interne Verstrebungen sorgen dafür, dass eventuell auftretende Verzerrungen auf ein Minimum reduziert werden. Die rückseitig platzierte Reflexöffnung interagiert mit der Wand hinter der Spendor. Das Gehäuse-Innere fungiert dabei gewissermaßen als Bassverstärker. Das Tiefmittelton-Duo auf der Front strahlt den produzierten Schall nämlich sowohl nach vorn, als auch nach hinten ab. Durch den dedizierten Gehäuseaufbau wird er verstärkt und über die Bassreflexöffnung ins Freie entlassen. So trägt er seinen Teil zur Tieftonperformance der meines Testgastes bei. Heisst aber auch, dass man die Bassdarstellung dieses Lautsprechers durch geschicktes Verrücken der A2 auf den eigenen Hörgeschmack anpassen kann.

Die Bassreflex-Öffnung sitzt oberhalb des mit Schraubklemmen ausgestatteten Single-Wire-Anschlussfeldes.

Individuell und flexibel

Auf den eigenen Geschmack lässt sich auch der optische Auftritt anpassen. Das auf zweierlei Art und Weise. Zunächst einmal ist die A2 in drei verschiedenen Farbvarianten zu haben. Schwarze Esche, Satin Weiß, Natural Oak und Dark Walnut. Letzteres ist die Farbe, die hier auf den Fotos zu sehen ist. Dann lässt sich noch entscheiden, ob der Lautsprecher auf Spikes oder auf verschraubten Tellerfüßen stehen soll. Beides liefert Spendor auch gleich mit. Steht die A2 auf einem Teppichboden, empfehlen sich die Spikes, auf Holz- oder Steinböden sollten eher besagte Tellerfüße Verwendung finden. So lässt sich der Bodenbelag vor unnötigen Kratzern bewahren. Zum Abschluss der optischen Untersuchung komme ich nochmal zur Rückseite. Hier findet sich üblicherweise das Anschlussterminal. Das ist hier als Single-Wire ausgeführt. Solide Schraubklemmen nehmen dabei auch Kabel größeren Querschnitts auf. Selbstverständlich finden aber auch Kabelschuhe und Bananas hier einen festen Anschluss.

Steht die A2 auf einem Teppichboden, empfiehlt es sich sie mit den mitgelieferten Spikes zu bestücken.

Erstmal einspielen

Nach der ausgiebigen Untersuchung geht es nun in den Praxistest. Diesen starte ich mit der obligatorischen Einspielzeit. Die fällt diesmal aber nicht 48 sondern rund 150 Stunden aus. Eine Entscheidung, die früheren Spendor-Tests geschuldet ist. Selbst nach einigen Tagen Spielzeit waren hier noch deutliche Leistungssteigerungen erkennbar. Das ist auch hier der Fall. Eigentlich hatte ich das A2-Duo ja nur schnell mal zum Warmspielen aufgestellt. Neugierig war ich aber natürlich auch. Also starte ich meine Rock-Playlist in Zufallswiedergabe. Als erstes läuft Hearts „Barracuda“. Die eingängigen Gitarrenriffs kommen schon recht straff, die zurückhaltende Bassline stimmt auch. Der darüber zu schweben scheinende Gesang der beiden Damen aus Seattle wirkt sphärisch-melodiös und getragen von der tonangebenden Gitarre. OK, ohne dass ich die Spendors justiert habe klingt das für einen nigelnagelneuen Lautsprecher schon sehr ordentlich. In den nächsten Tagen höre ich dann immer wieder mal rein, während meine Playlist
in Endlosschleife läuft.

Sollen die Spendors auf einem Holz- oder Fliesenboden aufgestellt werden, sollte man die silbrig schimmernden Füße montieren. Auch sie gehören hier zum Lieferumfang.

Bühne mit Breite und Tiefe

Alles scheint ok, der flüchtige Check gibt mir ehrlich gesagt aber noch keine große Auskunft über eventuelle Veränderungen. Nach einer knappen Woche gehe ich der Sache dann aber mit Zeit und Muße auf den Grund. Dabei widme ich mich zunächst der Aufstellung der Lautsprecher. Unser Hörraum misst knapp 20 Quadratmeter. Bei einem Sitzabstand von etwa 2,60 Metern entscheide ich mich dann die beiden A2 fast ganz auf den Hörplatz auszurichten. Um zu vergleichen, ob und inwieweit sich der Klang verändert hat, erwähle ich dann erstmal den gleichen Song. Dass sich etwas verändert hat, wird dann innerhalb weniger Augenblicke klar. Alles wirkt nun etwas ruhiger und fester. Die Bühne ist breiter und zieht sich nun auch weiter in die Tiefe. OK, das kann auch an der Justage der Lautsprecher liegen. Definitiv wirkt aber auch die richtungsweisende Gitarre eingängiger, griffiger und irgendwie richtiger.

Auszug aus der Playlist: Die Wiedergabe von Rocksongs liegt unserem Testgast aus Großbritannien.

In der korrekten Dimension

Die Gitarre ist hier übrigens ein wichtiger Punkt: In vielen Hörsessions, bevorzugt auf Messen, werden Instrumente sehr präsent reproduziert. Das beeindruckt im ersten Moment. Bei genauerem Hinhören fällt dann aber auch, dass Trompeten, Mundharmonikas und bevorzugt Gitarren meist zwar sehr schön, zugleich aber auch viel zu groß abgebildet werden. Ich weiß nicht wie oft ich schon in Vorführungen saß und den Eindruck hatte einer 2,50 Meter großen Gitarre zuzuhören. Was ich damit sagen will: Die Reproduktion der Feindetails wie Brettberührungen, Saitenzupfen etc. sollte zwar klar sein aber eben auch größenkorrekt. Exakt das ist hier der Fall. Das A2-Duo stellt die gesamte Instrumentierung schön gestaffelt und präsent dar – und eben auch in der richtigen Dimensionierung. So macht es Spaß und so hört man auch gern und lange zu. Dazu kommt eine ganz leichte Wärme im Ton. Klangfarben gewinnen so an Emotion und Körper.

Ärmel hochkrempeln

Überzogen oder gar amerikanisch klingen die Spendors dabei übrigens bei Weitem nicht. Für die Rock-Wiedergabe ist die Abstimmung für meinen Geschmack einfach ideal. Die A2 ist schnell, ehrlich, neutral-warm und sie ist antrittsschnell und präzise. Exakt das zeichnet sie im folgenden Iron Maiden-Klassiker „Fear Of The Dark“ aus. Den harten Gitarrenriffs im Intro folgt die feine Gitarre und Bruce Dickins markante Stimme. Die Bühne spannt sich nach und nach weiter auf. Als es nach 1:44 dann heftiger losgeht, sind die Spendors sofort da. Schlagzeug, Bass, Gitarren, Gesang. Der Sound ist schnell, realistisch und agil. In diesem Zusammenhang ein Wort zur Tiefbasswiedergabe: Die A2 ist ja ein kleinerer Standlautsprecher. Einer, der realistisch und nicht aufgeblasen klingen soll. Deshalb verzichtet Spendor hier auf den Abstieg in die tiefste Bassetage. Das heisst nicht, dass es etwa zu wenig Bass gäbe. Nein, die Bassperformance ist imposant und absolut stimmig.

Das Design der A2 ist zeitlos, die Verarbeitung hervorragend.

Feinjustage für perfekten Bass

Nur eben auf die letzten ein, zwei Hertz verzichtet man. Und das ist gut, denn statt den Tiefmitteltöner allzu sehr mit dem Knochenjob der Tiefbasswiedergabe zu beschäftigen, kann er in dem Bereich auftrumpfen, der seiner Größe entspricht. Das wären der obere Tiefbass und der Grundton. Hier spielt das 15er Chassis seine Stärken nämlich voll aus. Schnell, punchig und voller Leidenschaft. Einen weiteren Beweis dafür finden ich im anschließend ausgewählten „Galvanize“
von The Chemical Brothers. Ein Song, der das eine oder andere Lautsprechersetup auch mal schnell in Verlegenheit bringen kann. Tatsächlich ist mir hier zunächst sogar die Tiefbassdarstellung zu viel. Für meinen Geschmack wummert es hier noch ein bisschen zu viel. Deshalb schiebe ich die Lautsprecher um knapp zehn Zentimeter weiter nach vorn. An der Ausrichtung verändere ich jedoch nichts. Kaum sitze ich wieder auf dem Referenzplatz, ist auch das letzte leichte Dröhnen vollkommen verschwunden.

Klangbühne

Somit scheint die finale Aufstellung also gefunden. Weiter geht es mit Daft Punks „Something About Us“. Einem meiner Lieblingssongs der leider inzwischen aufgelösten französischen Elektro-Kombo. Los geht es mit einem typischen Daft Punkt-Rhythmus, straff und knackig von den Spendors reproduziert. Unverzerrt, dynamisch und sauber. Als nach wenigen Sekunden die synthetische Stimme dazu kommt, wird diese exakt mittig zwischen die beiden Lautsprecher gestellt. Die Bühne passt offensichtlich perfekt. Hier muss man sich nicht erst lange hineinfinden. Noch imposanter ist es aber im Bassbereich. Wie gesagt, die A2 spielt nicht ultratief runter, da erkennt man den Unterschied zu deutlich größeren Lautsprechern. Das soll sie aber auch gar nicht. Dieser Schallwandler ist für kleinere Räume gedacht – und dafür total gut abgestimmt. Und sie ist knackig und überzeugt durch ihren stabilen Auftritt. So befördert sie jeden Punch in unserem Hörraum, mit dem die Basstrommel traktiert wird. Und zwar entschlossen und mitleidslos.

Die Gewebeabdeckungen halten magnetisch. Sind die aufgestellt, verschwindet die Technik vollständig im Hintergrund.

Detaildarsteller

Im letzten Testabschnitt wechsle ich nochmal das Genre. Adele mit „My Same“ steht als nächstes auf meiner Playlist. Ein eingängiges „Ey, ey“ leitet den Song ein und zeigt mir sofort den Standort der britischen Ausnahmekünstlerin. Begleitet vom dezent eingesetzten Schlagzeug und der zwischenzeitlich zupfenden Gitarre, links hinter Adele platziert. So entsteht eine leichte, schwebende Atmosphäre, in die man einfach hineingezogen wird. Die Protagonistin steht im Mittelpunkt. Um sie herum gefühltes Schwarz. Dass es hier trotz minimalistischer Instrumentierung eine größere Bühne geben muss, lässt der leichte Nachhall vermuten. Das Topping sind die leichte Wärme und die harmonische Abstimmung. Die A2 spielt dabei nicht die Spur aufgesetzt und nimmt scheinbar jedes kleine Detail in seine Obhut. Dabei bewahrt sie aber immer den Blick für das Ganze. Das wiederum sorgt für eine richtig gute, füllige und lebendige Abbildung. So macht Musikhören richtig Spaß – und war auch unter niedrigen Lautstärkepegeln.

Relativ direkt auf den Hörplatz ausgerichtet haben die A2 in meinem Test das bestes Klangergebnis geliefert.

Fazit

Die A2 ist klein und zurückhaltend gestylt. Optische Auffälligkeiten sucht man hier vergebens. Gleiches gilt für den Klang. Der kleinste Standlautsprecher der A-Serie ist weder vorlaut noch extravagant. Nein, das hat er nicht nötig. Die Spendor setzt auf Akkuratesse, eine harmonische Abstimmung und die möglichst realistische Wiedergabe. Dieser Schallwandler ist präzise, hervorragend durchhörbar und lebendig. Damit steht er eindeutig in der Tradition der britischen Audio-Schmiede. Ein Lautsprecher, dem man gern länger zuhört und den man mit längerer Hördauer immer weiter zu schätzen weiß. Kurz gesagt: Die A2 ist die Ideallösung für jeden, der auf der Suche nach optisch wie klanglich zeitlosen zugleich aber auch anspruchsvollen Standlautsprechern ist, die über viele Jahre begeistern sollen.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 90/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90 of 90

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Technische Daten

Modell:Spendor
A2
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:2290 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Eiche Natur
- Eiche Schwarz
- Walnuss
- Satin Weiß
Vertrieb:B&T hifi vertrieb GmbH, Erkrath
Tel.: +49 2104 / 175560
www.bthifi.com
Abmessungen (HBT):786 x 150 x 258 mm
Gewicht:12,0 kg / Stück
Prinzip:passiv, Zwei-Wege-Bassreflex
Hochtöner:22 mm
Tief-/Mitteltöner:150 mm (Kevlarverbund-Membran)
Frequenzbereich:36 Hz - 25 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:
Lieferumfang:- A4
- Spikes
- Standfüße
- Anleitung
Pros und Contras:+ zeitloses Design
+ schlanke Bauform
+ integrativ
+ sehr gute Verarbeitung
+ satter Grundton
+ sehr schöne Raumabbildung
+ ausgewogene Mitten-/Hochtonwiedergabe
+ verschiedene Farben

- nur Single-Wire-Anschluss
Benotung:
Klang (60%):90/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):89/90
Gesamtnote:90/90
Klasse:Oberklasse
Preis/Leistungsehr gut

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