lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

von

Redakteur
English
Zur Übersetzung unserer Seiten nutzen wir Google Translate. Dazu wird eine Verbindung zu Google-Servern hergestellt und Daten werden übertragen (weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung). Wenn Sie damit einverstanden sind, können Sie über folgenden Button Google Translate aktivieren.

Dreifache Ausnahmeerscheinung: Die MC Series Zero verblüfft zuerst durch ihre Gehäusefreiheit, zieht die Blicke aber auch durch ihre Sideboard-Höhe und ihr Racing Green-Finish auf sich. Welche Rasanz der kleine Zwei-Wege-Lautsprecher von Spatial Europe entfaltet, haben wir getestet.

Die Spatial Europe MC Series Zero ist ein absoluter Hingucker: Neben der geringen Größe erstaunt auch die Gehäusefreiheit - und die Lackierung in Racing Green ist ebenfalls eine Attraktion.

Die Spatial Europe MC Series Zero ist ein absoluter Hingucker: Neben der geringen Größe erstaunt auch die Gehäusefreiheit – und die Lackierung in Racing Green ist ebenfalls eine Attraktion.

Das frischestes Mitglied der Spatial Europe MC-Serie ist nach den Modellen No.1 bis No.8 die – genau: Zero. Dass die Neue bei der Nummerierung keine „9“ bekommen hat, ist ihrer Dimensionierung geschuldet: Dieser Lautsprecher misst gerade mal 82 x 40 x 7 Zentimeter – und ist damit, wie Spatial Europe stolz betont, einer der kleinsten Open-Baffle-Speaker weltweit. Schon diese Kompaktheit macht die Zero zum Hingucker. Hinzu kommt ihre außergewöhnliche Formgebung: Die Zero agiert ohne Gehäuse, sie funktioniert als offene Schallwand. Auf dieses Prinzip hat sich Spatial Europe spezialisiert. Dahinter steckt der Ingolstädter Vertrieb Mach One, den Robert Andorf leitet. Andorf ist es auch, der das ursprüngliche Lautsprecherkonzept von Spatial Audio aus den USA hierzulande in eigener Regie umsetzt – mit einem audiophileren Anspruch, mit eigenen Modellen und mit einer Fertigung, die lokale Schreiner, Maschinenbauer und Polsterer einbezieht. Ein bedachter Beitrag zur Nachhaltigkeit – wie auch die plastikfreie Transportverpackung.

Als Open Baffle-Speaker benötigt die Zero allein eine Schallwand. Diese sieben Zentimeter schlanke Front wirkt durch eine dezente Abrundung der Kanten noch geschmeidiger.

Als Open Baffle-Speaker benötigt die Zero allein eine Schallwand. Diese sieben Zentimeter schlanke Front wirkt durch eine dezente Abrundung der Kanten noch geschmeidiger.

Luftig-leichte L-Form

Aus dieser Verpackung schälen wir nun die Zero – und obwohl wir aus Spatial Europes MC-Serie bereits die No.1 und die No.6 getestet haben, ist die boxenfreie Erscheinung auch diesmal wieder eine Attraktion: Die Zero verströmt mit ihrer L-Form Luftigkeit und Leichtigkeit. Wie alle Open Baffle-Lautsprecher benötigt sie nur eine Schallwand, auf der die Chassis montiert sind, und einen Sockel, der dieser Platte sicheren Stand verleiht. Diese eine Platte ist eigentlich in Zweiteiler: Hier sind verschieden starke MDF-Platten mit abgestimmter Materialdichte miteinander verleimt. Beides ist grundlegend für die Stabilität und die Immunität gegen Vibrationen. Dazu tragen auch die eingelagerten Stahlplatten bei. In ihnen finden die Schrauben halt. Sie fixieren den in die Schallwand eingepassten Sockel aus schwarzem Aluminium. Der Anpressdruck dieser Verschraubung sorgt akustisch für eine größere Akkuratesse. Zur Ruhigstellung der Zero tragen ebenfalls innseitige Fräsungen bei. Ihre Formung und ihr Verlauf in der Front sind per Computersimulation optimiert.

Die seitliche Ansicht zeigt besonders deutlich, wie luftig-schlank die leicht geneigte L-Form der Zero ist.

Die seitliche Ansicht zeigt besonders deutlich, wie luftig-schlank die leicht geneigte L-Form der Zero ist.

Blickmagnetische Farbgebung

Das hier investierte Know-how sieht man der Zero nicht an – und das ist gut so, denn dieser Schallwandler erscheint fast wie ein Design-Objekt. Dazu trägt die geradezu blickmagnetische Farbgebung bei: Die Zero ist in rasantem Racing Green lackiert. Das fantastische Finish ist erstklassig ausgeführt. Dies trägt zur hochwertigen Anmutung der Zero bei. Wer es weniger auffällig möchte: Der Lautsprecher kann alternativ in allen RAL-Farben lackiert werden und ist auch in verschiedensten Holzfurnieren realisierbar – bis hin zum Wurzelholz mit zehnschichtigem Klavierlack-Überzug. Die Lautsprecher werden in Manufakturarbeit hergestellt, darum gilt: machbar ist alles. Das gilt auch für die optionale Stoffverkleidung der Chassis, die in verschiedensten Kolorierungen angeboten wird. Bei unserem Testmodell sind sie in Gold gehalten, das bildet einen perfekt passenden Kontrast zur grünen Lackierung. Diese Blenden-Option sollte man der tollen Optik zuliebe ziehen. Sonst fällt der Blick auf die beiden großen Chassis mit üppiger schwarzer Membranfläche.

Die MC Series Zero ist mit mattschwarzer oder mattweißer Keramiklackierung erhältlich, auch andere Farben des RAL-Spektrums sind möglich. Hinzu kommt eine Auswahl an attraktiven Furnieren (v.l.n.r.): Olive, Eibe Pfefferkorn, Palisander sowie Roseneiche in der Ausführung Natur, Schwarz oder Vintage. Neu im Portfolio ist das hier nicht zu sehende Palisander-Furnier.

Die MC Series Zero ist mit mattschwarzer oder mattweißer Keramiklackierung erhältlich, auch andere Farben des RAL-Spektrums sind möglich. Hinzu kommt eine Auswahl an attraktiven Furnieren (v.l.n.r.): Olive, Eibe Pfefferkorn, Palisander sowie Roseneiche in der Ausführung Natur, Schwarz oder Vintage. Neu im Portfolio ist das hier nicht zu sehende Palisander-Furnier.

Koaxial-Spezialität

Damit sind wir bei den Schallwandlern. Der obere erweist sich gleich als Spezialität: Es ist ein Koaxial-Chassis. Der Hochtöner sitzt also im Zentrum des Mitteltieftöners. Durch diese koaxiale Anordnung agiert das Chassis quasi als Einpunkt-Schallquelle: Höhen, Mitten und Bässe kommen, statt auf mehrere untereinander sitzende Chassis verteilt zu sein, alle vom gleichen Ort. So geschieht es auch im wahren Leben. Ein Koax-Chassis bürgt deshalb für eine natürliche, homogene Wiedergabe. Bei der Zero kommt nun eine ganz ausgefuchstes Koaxial-Konstruktion zum Zuge. Den bis 19 Kilohertz reichenden Hochton, aber auch die Mitten bis 800 Hertz liefert ein sogenannter Kompressionstreiber. Er arbeitet nach dem Hornlautsprecher-Prinzip, seine Membran sitzt also in einem weitgehend abgeschotteten Gehäuse, der Druckkammer. Die Schwingung der Membran – hier ist es eine inverse Titan-Kalotte – wird über einen Hornvorsatz gekräftigt. Deshalb reicht bereits eine kleine Membran, die aufgrund ihrer geringen Größe und des minderen Gewichts flott und impulstreu agieren kann.

Die Zero von hinten. Hier sieht man das Koaxial-Chassis mit dem Kompressionstreiber, der an den Antrieb des Woofers angesetzt ist.

Die Zero von hinten. Hier sieht man das Koaxial-Chassis mit dem Kompressionstreiber, der an den Antrieb des Woofers angesetzt ist.

Clevere Horn-Konus-Kombination

Dadurch erreicht das Horn einen hohen Wirkungsgrad und bewirkt für eine sehr direkte Ansprache. Sie sorgt insbesondere bei Soloinstrumenten und noch stärker bei Stimmen für eine faszinierende Wiedergabe. Allerdings muss man es gescheit anstellen, damit das Horn seine Pluspunkte ohne Verfärbungen des Klangs ausspielt. Bei der Zero wird dieses Horn-Prinzip nun mit der Koax-Konstruktion kombiniert: Der Kompressionstreiber ist hinten an den Mitten/Bass-Woofer angesetzt und schickt seinen Schall durch einen Tunnel, der mitten durch den Woofer-Antrieb verläuft. Die Mündung dieses Kanals hat nun maßgeblichen Einfluss darauf, ob die Schallwandlung frei von Resonanzen und tonalen Ausreißern gelingt und sich zu einem harmonischen Ganzen mit den Schallanteilen des Woofers fügt. Die tiefe Ankopplung des Kompressionstreibers an den Woofer bei rund 800 Hertz macht diese Aufgabe nicht leichter. Die Lösung liefert ein von Andorf und seinem Mach One-Team entwickelten Hornmund. Diese Spezial-Schallführung wird per 3D-Druck hergestellt und auf die Konus-Papiermembran des Woofers geklebt.

Hier ist der Woofer des zuoberst thronenden Koaxial-Chassis abgebildet. Im Zentrum ist das Ende eines metallenen Tunnels sichtbar, der durch den gesamten Antrieb des Woofers verläuft. Durch diesen Tunnel wird der Hochton des Tweeters geleitet, die Mündung ist eine zweiteilige Schallführung: Der leicht konische silbermetallene Hornansatz ist fix, die folgende schwarze Schallführung ist hingegen beweglich, weil sie auf die Konusmembran des Woofers aufgeklebt ist und daher mit ihm mitschwingt. Bei dieser Schallführung handelt es sich um ein Präzisionsteil aus superleichtem und überaus steifem Polyamid. Es wird von Mach One classics mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt.

Hier ist der Woofer des zuoberst thronenden Koaxial-Chassis abgebildet. Im Zentrum ist das Ende eines metallenen Tunnels sichtbar, der durch den gesamten Antrieb des Woofers verläuft. Durch diesen Tunnel wird der Hochton des Tweeters geleitet, die Mündung ist eine zweiteilige Schallführung: Der leicht konische silbermetallene Hornansatz ist fix, die folgende schwarze Schallführung ist hingegen beweglich, weil sie auf die Konusmembran des Woofers aufgeklebt ist und daher mit ihm mitschwingt. Bei dieser Schallführung handelt es sich um ein Präzisionsteil aus superleichtem und überaus steifem Polyamid. Es wird von Mach One classics mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt.

Verfälschungsfreiheit

Dieser 12 Zoll durchmessende Woofer übernimmt die tieferen Mitten und den Bass bis hin zu stattlichen 45 Hertz. Dabei unterstützt ihn der gleich dimensionierte und ebenfalls aus dem Profi-Beschallungsbereich stammende zweite Woofer. Die resultierende große Membranfläche und die starke Hubfähigkeit beider Chassis sind die wichtige Voraussetzungen für den Tiefton – gerade bei einem Open Baffle-Lautsprecher. Er schallwandelt ohne Gehäuse und deshalb frei von den tonalen Verfälschungen, die eine schwingende Box erzeugt. Dafür fehlen nun aber die „Trennwände“, die bei Gehäuselautsprechern den akustischen Kurzschluss verhindert. Dieser Begriff beschreibt den prompten Ausgleich jenes Druckunterschiedes, der vor und hinter der Membran durch ihr Hin-und-Her-Schwingen erzeugt wird. Dank dieser Druckunterschiede hören wir überhaupt erst Musik. Der akustische Kurzschluss betrifft beim Open Baffle-Lautsprecher aber nur Bässe – und die Aufhebungen ist geringer, als die Theorie vermuten lässt. Der rückwärtig abgestrahlte Schallanteil wird sogar zur Tiefton-Kräftigung genutzt: Er gelangt über Reflexionen der Raumwände zum Hörer.

Die Verkleidungen kaschieren das Koax-Chassis und den Woofer. So wirkt die Front überaus aufgeräumt. Zudem erhöht der aparte Farbkontrast von Bespannung und Schallwand die Attraktivität.

Die Verkleidungen kaschieren das Koax-Chassis und den Woofer. So wirkt die Front überaus aufgeräumt. Zudem erhöht der aparte Farbkontrast von Bespannung und Schallwand die Attraktivität.

Akustischen Besonderheiten

Dafür ist aber ein richtig gewählter Abstand vom Lautsprecher zur Wand als auch zum Hörplatz nötig – darauf kommen wir später bei der Aufstellung zu sprechen. Widmen wir uns erst mal den weiteren akustischen Besonderheiten der Zero. Sie nutzt auch den Effekt, dass Chassis hin zu höheren Frequenzen zur Bündelung neigen. Der Schall wird dann stärker gerichtet zum Hörplatz abgestrahlt und weniger in die Breite des Raums. Bei den Woofern trifft dies auf ihre Mittenanteile zu. Hinzu kommt die Bündelung der Bässe, die ja durch das Offene-Schallwand-Prinzip bedingt ist: Zu den Seiten hin tendiert die Bassabstrahlung durch Auslöschungen gen null. Beide Bündelungs-Effekte tragen dazu bei, dass die Zero bei ihrer Wiedergabe überwiegend Luftschall erzeugt, hingegen wenig Körperschall. So eignet sich dieser Lautsprecher auch als Lösung für akustisch schwierige Räume, die eine Neigung zum Dröhnen aufweisen.

Die sanft konisch zulaufenden Aussparungen der Front dienen der Schallführung.

Die sanft konisch zulaufenden Aussparungen der Front dienen der Schallführung.

Minimum fürs Maximum

Für das harmonische Zusammenspiel und Funktionieren bedarf es aber ebenso der gelungene Abstimmung durch die Frequenzweiche. Sie muss man bei der Zero fast schon suchen: Kann die Weiche wirklich in der Schallwand hinter dem Anschlussterminal stecken? Allerdings – und hier werden gleich zwei Pluspunkte vereint: minimale Bauteilmenge, maximale Qualität. Je weniger Widerstände, Spulen und Kondensatoren verwendet werden, desto geringer ist ihr Einfluss auf den Klang. Bei der Zero zählen wir genau sechs Bauteile, durchweg pfundige Premium-Komponenten der bestbeleumundeten Hersteller Jantzen, Audyn und Mundorf. Auch die Lautsprecheranschlüsse sind mit einem Paar WBT nextgen-Klemmen schlichtweg top. Zur Minimierung der Klangbeeinflussung weisen sie nur an den notwendigen Kontaktstellen Kupfer auf und sind ansonsten in Kunststoff gehalten. Ein Drehmoment-Indikator sorgt dafür, dass man bei der Verwendung von Litze oder Kabelschuhen die Klemmen nicht zu fest anzieht und keinen zu großen Anpressdruck aufbaut.

Aufstellung und Ausrichtung

Bei der Positionierung kommt abermals die Andersartigkeit der Zero zum Tragen. Sie ist anders zu handhaben als eine herkömmliche Box. Lautsprecher mit Gehäuse vollführen in puncto Bass-Wiedergabe eine kugelförmige Schallabstrahlung. Sie produzieren den maximalen Tiefton an Stellen mit größtem Schalldruck, also an Raumwänden und -ecken. Ein Lautsprecher mit offener Schallwand strahlt seinen Schall nach vorn und hinten und damit in Form einer „Acht“ in den Raum. Das Bass-Maximum bildet sich dabei am Ort der höchsten Schallschnelle. Dieser Punkt liegt jedoch eher mitten im Raum. Da stellt natürlich niemand seine Lautsprecher auf. Deshalb lautet die Abstands-Empfehlung des Vertriebs: Lautsprecher-Vorderkante zur Rückwand mindestens 50 Zentimeter, Hörabstand mindestens zwei Meter, Hörraum ab zwölf Quadratmeter. Hiervon ausgehend sollte man ausgiebig mit Abständen und Einwinklung hin zum Hörplatz experimentieren, denn prinzipbedingt gibt es aber immer geometrische Konstellationen, bei denen es zu Auslöschungen von direkt abgestrahlten und indirekten Schallanteile kommt und der Tiefton schwach ist.

Die dezente Gravur des Firmenlogos trägt ebenfalls zur hochwertigen Erscheinung bei. Darunter ist das schwarze Aluminium der Sockelplatte zu sehen. Sie ist mit der Schallwand verzapft und verschraubt. Diese Schrauben greifen in Stahlplatten, welche in die Schallwand eingelassen sind. Dies sorgt für einen stabilen Halt und einen hohen Anpressdruck. Dies hat einen per Computersimulation berechneten positiven Einfluss auf die Biegesteifigkeit der Schallwand, was die Präzision der Tieftonwiedergabe befördert.

Die dezente Gravur des Firmenlogos trägt ebenfalls zur hochwertigen Erscheinung bei. Darunter ist das schwarze Aluminium der Sockelplatte zu sehen. Sie ist mit der Schallwand verzapft und verschraubt. Diese Schrauben greifen in Stahlplatten, welche in die Schallwand eingelassen sind. Dies sorgt für einen stabilen Halt und einen hohen Anpressdruck. Dies hat einen per Computersimulation berechneten positiven Einfluss auf die Biegesteifigkeit der Schallwand, was die Präzision der Tieftonwiedergabe befördert.

Die Spatial Europe MC Series Zero in der Praxis

Das alles probieren wir jetzt aus. Dafür haben wie die Zero an unseren Transistorverstärker Hegel H360 geklemmt, als Zuspieler dient der SACD/CD-Player Oppo UDP-203. Ihn füttern wir für die Aufstellung und Ausrichtung erst mal mit vertrauter Musik: „Bridge Over Troubled Water“ in der herrlichen Interpretation von Eva Cassidy. Die Live-Aufnahme stammt von dem legendären Mitschnitt ihres Auftritts im Washingtoner Blues Alley-Club. Wir starten mit den „Mindestanforderungen“ der Positionierungs-Empfehlung, haben dabei die Lautsprecher nur ganz gering eingewinkelt – und erzielen schon jetzt, ohne große Korrekturen, eine eindrucksvolle Wiedergabe. Eva Cassidys einleitende Gitarre zieht sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich, hier macht sich bereits diese faszinierende Direktheit der Hornwiedergabe bemerkbar. Cassidy spielt einen elektrischen unverzerrten Sechssaiter mit schönem Chorus-Effekt, die Töne ihres Fingerpickings perlen geradezu. Dazu hören wir die klitzekleinen Spielgeräusche wie das Rutschen der Finger über die Saiten, aber auch das Rauschen ihres Gitarrenverstärkers – all das macht eine lebendige Wiedergabe aus.

Für den sicheren Stand der Zero sorgt der Sockel aus schwarz eloxiertem, massivem Aluminium. Im Verbund mit der leichten Neigung der Schallwand hat der Schallwandler eine perfekte Statik.

Für den sicheren Stand der Zero sorgt der Sockel aus schwarz eloxiertem, massivem Aluminium. Im Verbund mit der leichten Neigung der Schallwand hat der Schallwandler eine perfekte Statik.

Verblüffendes Bassvolumen

Dann setzt Eva Cassidy mit ihrem Gesang ein – und hier ist diese Direktheit der Ansprache noch intensiver. Dieser Stimme können wir uns nicht entziehen! Cassidy fesselt uns ganz sanft mit ihrer warmen, klaren, eher schlanke Stimme, aber ebenso mit der wahrnehmbaren Verletzlichkeit, die ihrem Gesang innewohnt. Wir merken, dass wir unwillkürlich den Atem anhalten, um jedes gehauchte Silbenende, jedes behutsame Vibrato genießen zu können. Das macht die Zero uns leicht. Zudem überrascht uns dieser kleine Standlautsprecher nun beim Einsatz des Basses: Chris Biondos Viersaiter hat bereits jetzt ein überaus erwachsenes Volumen. Dabei haben wir noch gar nicht mit den Abständen experimentiert. Das tun wir jetzt: Zuerst rücken wir das Sofa um 50 Zentimeter nach hinten – und sind verblüfft, welche Kraft und Größe der Bass nun hat! Noch einen halben Meter weiter hinten wird es schon wieder dünner. Die Idealdistanz zu den Lautsprechern haben wir also bereits vorher gefunden.

Die Zero wird standardmäßig mit höhenverstellbaren Kugelspikes aus Feuerbronze an den Boden angekoppelt. Zwei sind unter der Schallwand positioniert, ein dritter unter dem Sockel. Hier ist die Zero jedoch mit dem optionalen Upgrade ausgestattet: Die an die Spikes anklickbaren Spezialfüße absorbieren klangverschlechternde Schwingungen, welche durch anfällige Böden übertragen werden. Durch eine Kugellagerung sind die Füße beweglich somit immer plan zum Untergrund.

Die Zero wird standardmäßig mit höhenverstellbaren Kugelspikes aus Feuerbronze an den Boden angekoppelt. Zwei sind unter der Schallwand positioniert, ein dritter unter dem Sockel. Hier ist die Zero jedoch mit dem optionalen Upgrade ausgestattet: Die an die Spikes anklickbaren Spezialfüße absorbieren klangverschlechternde Schwingungen, welche durch anfällige Böden übertragen werden. Durch eine Kugellagerung sind die Füße beweglich somit immer plan zum Untergrund.

Luftigkeit und Leichtigkeit

Doch auch die Vergrößerung des Abstands zur Rückwand tut der Zero gut. So gewinnt das Klangbild an Definition, gerade nach dem Einsatz von Schlagzeug, Keyboards und zweiter Gitarre. Einen noch größere Zugewinn erzielen wir jedoch durch die stärke Einwinklung. Wir landen schließlich bei einer genauen Ausrichtung der Lautsprecher auf den Hörplatz. So entfaltet die Zero vollkommen die klanglichen Vorzüge ihrer Open Baffle-Bauweise: Die Wiedergabe glänzt nun erst richtig mit dieser Luftigkeit und Leichtigkeit, die in der Freiheit vom Gehäuse begründet liegt. Wir genießen Cassidy&Co ohne die boxenbedingten einengenden Kompressionseffekte. Die Wiedergabe besitzt zudem eine schöne Offenheit und Weiträumigkeit. Das alles kommt insbesondere dem Schlagzeug zugute: Wir hören jeden Anschlag, jede feine dynamischen Abstufungen, die Raice McLeod in sein zurückhaltendes, aber mit kleinen Schmankerln gespicktes Spiel legt. Gerade die feine Beckenarbeit ist ein Genuss, aber auch die akzentuierte, trockene Snare ist, obwohl McLeod sie nur mit dezenten Rimclicks einsetzt, mühelos heraushörbar.

Breite Bühne mit toller Tiefe

Von der Weiträumigkeit der Wiedergabe profitiert aber erst recht eine größere Besetzung. Das bestätigt uns „Move To The Groove“, live beim Rhythm’n-Blues-Festival 2017 in Halle/Westfalen dargeboten von der Blues Company – und die ist üppig besetzt: Bandleader, Sänger und Gitarristen Todor „Tosho“ Todorovic teilt die Bühne mit mehreren Backgroundsängerinnen, einer voller Bläsersektion, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. Trotzdem herrscht hier keine Enge, wir nehmen eine schöne Bühnenbreite und -tiefe wahr, die Musiker haben alle reichlich Platz und stehen gut gestaffelt. „Move To The Groove“ macht seinem Namen alle Ehre, bei dieser treibend-groovigen Nummer wippt man unwillkürlich mit – und natürlich muss man diesen Song laut hören. Da leistet die kleine Zero ebenfalls Amtliches: Wir hören auf allersattestem Pegel, die Drums haben richtig Punch, der Bass schiebt ordentlich, bleibt aber konturiert, die Bläser sind spielfreudig-spritzig, die Gitarren funkig-crisp – fett! Und dann wieder dieser Gesang: Gerade die weiblichen Background-Vocals sind unwiderstehlich.

Die MC Series Zero von vorn und von hinten. Auch rückseitig präsentiert sich dieser Schallwandler überaus aufgeräumt: Die Verkabelung ist weitgehend durch Kanäle in der Schallwand geführt.

Die MC Series Zero von vorn und von hinten. Auch rückseitig präsentiert sich dieser Schallwandler überaus aufgeräumt: Die Verkabelung ist weitgehend durch Kanäle in der Schallwand geführt.

Perfekte Paarung

Aber: Da geht noch mehr. Wir unterfüttern die Feuerbronze-Kugelspikes, die Standard sind, mit den zukaufpflichtigen Absorbtionsfüßen von Spatial Europe. Die Wiedergabe gewinnt nun deutlich an Definition und Klarheit. Dies macht sich in einer noch aufgeräumteren Abbildung bemerkbar, wir hören mehr Details. Doch auch dynamisch legt die Zero zu. Der Klang hat dadurch noch mehr Frische, Lebendigkeit und Knackigkeit. Verstärkerseitig wechseln wir zudem vom Transistor-Hegel zum röhrenbewehrten Thivan Labs 805 Gold Lion – und das entpuppt sich geradezu als perfekte Paarung. Hat uns zuvor die Wiedergabe von Klassik-Aufnahmen nicht sonderlich vom Hocker gehauen, so passiert nun genau das: Beim Rondo aus Ludwig van Beethovens Violinkonzert erleben wir die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen jetzt in voller Pracht, Präsenz und Klarheit, die Solovioline der Weltklasse-Geigerin Lisa Batiashvili entfaltet nun erst so richtig ihren Schmelz. Auch die Pop-Nummern machen mit dieser Röhrenverstärker/Open Baffle-Schallwandler-Kombination schlicht noch mehr Spaß – so muss es sein.

Die MC Series Zero im Test: Hier spielt sie mit dem prima passenden Röhrenverstärker Thivan Labs 805 Gold Lion, als Zuspieler dient der Oppo UDP-203.

Die MC Series Zero im Test: Hier spielt sie mit dem prima passenden Röhrenverstärker Thivan Labs 805 Gold Lion, als Zuspieler dient der Oppo UDP-203.

Fazit

Die MC Series Zero ist der neueste Open-Baffle-Lautsprecher von Spatial Europe – und zugleich der größte Hingucker: Neben der luftigen L-Form zieht sie mit ihrer gerade mal Sideboard-hohen Dimensionierung die Blicke auf sich. Die tolle Racing Green-Lackierung unseres Testmodells unterstreicht den attraktiven Auftritt. Die geringe Größe sollte aber nicht über die Potenz dieses Zwei-Wege-Schallwandlers hinwegtäuschen: Mit ihrem Prinzip der offenen Schallwand, dem Koaxialchassis und dem unterstützenden zweiten Woofer gelingt der Zero eine homogene, offene, weiträumige Wiedergabe mit reichlich Kraft, sehr guter Fein- und Grobdynamik sowie einem geradezu verblüffend voluminösen Bass. Dabei ist ihr Klang frei von den Kompressionseffekten, die einen herkömmlichen Gehäuselautsprecher limitieren. Für den vollen Genuss ist allerdings eine gewissenhafte Aufstellung Pflicht – dann entfaltet die Zero vollends ihre kompakte Rasanz.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: gut

94 of 95

93 of 95

93 of 95

220107.Spatial-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Spatial Europe
MC Series Zero
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:ab 4.000 Euro / Paar

Aufpreise:
- frei wählbare RAL-Farbe der Lackierung: 400,00 €
- Holzfurnier: 600,00 - 1.000,00 € (je nach Furnier)
- Stoffbespannung schwarz: 300,00 €
- frei wählbare Farbe der Bespannung: 160,00 €
Garantie:10 Jahre
Ausführungen:- Lackierung: Keramiklack weiß (matt), Keramiklack schwarz (matt) sowie (gegen Aufpreis) jegliche RAL-Farbe
- Holzfurnier (gegen Aufpreis): Eibe Pfefferkorn, Olive, Palisander, Roseneiche natur, Roseneiche vintage, Roseneiche schwarz
Vertrieb:Mach One classics, Ingolstadt
Tel. +49 841 33670
www.machone-classics.de
Abmessungen (HBT):800 x 400 x 68 mm (ohne Fuß)
817 x 400 x 68 mm (mit Fuß)
Gewicht:20,5 kg / Stück
Bauart:Zwei-Wege, passiv, offene Schallwand, offener Dipol-Lautsprecher
Koaxialchassis:- 1 x 44 mm Hochmitteltöner (Druckkammertreiber mit inverser Titan-Kalotte)
- 1 x 305 mm Mitteltieftöner (Papier-Konus)
Mitteltieftöner:1 x 305 mm (Papier-Konus)
Frequenzbereich:45 Hz - 19 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:800 Hz (Herstellerangabe)
Impedanz:4 Ω (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:93 dB/W/m (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Spatial Europe MC Series Zero
- höhenverstellbare Kugelspikes
Optionales Zubehör: - Stoff-Bespannung (Schwarz: 300,00 €, andere Farben: 460,00 €)
- Absorptionsfüße, abgestimmt auf das Lautsprechergewicht (300,00 € / 6 Stk.)
Pros und Contras:+ attraktives und außergewöhnliches Design
+ unkomprimierte, offene, weiträumige Wiedergabe
+ homogene, dreidimensionale Abbildung
+ sehr gute Fein- und Grobdynamik
+ verblüffend kraftvoller Bass ohne Kompressionseffekte
+ Manufaktur-Fertigung

- Aufstellung für optimale Basswiedergabe bedarf des Ausprobierens
Benotung:
Klang (60%):94/95
Praxis (20%):93/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut
Getestet mit:- SACD/CD-Player: Oppo UDP-203
- Verstärker: Thivan Labs 805 Gold Lion, Hegel H360
- Signalkabel:Viablue NF-S6 Air Cinch
- Lautsprecherkabel: buz fein Singlewire

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt