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Mit der Grand Orchestra präsentiert Sonoro einen richtig hübsch gestylten und flexibel einsetzbaren Standlautsprecher. Seine Verarbeitung ist vorbildlich und das Ausstattungs- und Zubehörpaket umfangreich. Klanglich überzeugt der Zweieinhalb-Wege-Schallwandler durch eine bemerkenswerte Räumlichkeit und seine exzellente Abstimmung. Und auch leistungstechnisch kann man den Sonoros jede Menge abverlangen.

Mit der Grand Orchestra stellt Sonoro seinen ersten waschechten Standlautsprecher vor.

Ursprünglich kennt man die Marke Sonoro eher von kompakten, aber immer ansprechend designeten All-in-One-Systemen, dediziert für den Einsatz in individuellen Wohnumgebungen. Vor knapp zwei Jahren vollzog die Marke aus Nordrhein-Westfalen mit dem CD/Netzwerk-Receiver Maestro und dem Regallautsprecher Orchestra dann den Einstieg in die klassische HiFi-Welt. Wobei die Bezeichnung „klassisch“ nicht so ganz passt. Beide Modelle sind selbstverständlich ästhetisch gestaltet und somit sofort als Sonoro-Produkt zu erkennen. Und auch klanglich konnten beide Modelle in unseren Tests vollends überzeugen. Mit der Grand Orchestra haben die Audio-Spezialisten aus Neuss ihr Portfolio kürzlich nun um ihren ersten Standlautsprecher erweitert. Einen, der die herausstechenden Merkmale der Orchestra übernimmt, der dank seines hinzugewonnenen Volumens aber auch deutlich leistungsstärker und voluminöser zu Werke gehen soll. Das probiere ich mal aus …

Die Sonoro Orchestra hatten wir auch bereits im Test. Sie ist kompakt gehalten und speziell für den EInsatz in kleineren Wohnumgebungen entwickelt.

Erste Sahne

Majestätisch thront die Grand Orchestra nach dem Auspacken in unserem Hörraum. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass dieser Lautsprecher sich von den allermeisten Mitbewerbern unterscheidet. Als erstes wäre da die wirklich hervorragende Verarbeitungsqualität zu nennen. Zunächst fallen mir hier die sanften Rundungen aller von vorn sichtbaren Übergänge auf. Kleine Details mit großer Wirkung, denn so wirkt dieser Standlautsprecher schlichtweg schlanker und integrativer. Und irgendwie auch edler und wertiger. Wirft man einen näheren Blick auf das Gehäuse, wird die Konsequenz deutlich, mit der das Sonoro-Team hier zu Werke geht. Die Qualität der Schleiflack-Oberfläche ist erstklassig. Einschlüsse oder andere Makel sind hier selbst bei kritischer Untersuchung nicht zu finden. Die Oberfläche fühlt sich auch noch richtig gut an. Hier muss man einfach drüber streicheln. Diese Güte setzt sich sogar über die Ausschnitte fort, hinter denen die drei Chassis sitzen. Alles erste Sahne und ohne Fehl und Tadel.

Sanfte Rundungen, perfekte Verarbeitung: Dias Design dieses ZWeieinhalb-Wege-Schallwandlers ist wertig und elegant.

Optischer Trick

Richtig gut gefallen mir auch die unauffälligen Traversen mit ihren höhenverstellbaren Füßen auf denen die Grand Orchestra letztlich steht. Die sehen gut aus und eröffnen die Möglichkeit diesen Lautsprecher auch auf unebenen Untergründen gerade und stabil aufzustellen. Das darauf ruhende Gehäuse birgt noch eine weitere Besonderheit: Zunächst wirkt es nämlich so, als wäre der Korpus leicht nach hinten geneigt. Ein Eindruck, der der Wohnraumtauglichkeit ebenfalls zu Gute kommt. Tatsächlich steht der Korpus aber nicht schräg, sondern verjüngt sich nach oben hin. Diese Verschmalung findet allerdings nur frontseitig statt, hinten führt der Korpus schnurgerade herunter. Hier sind dann auch die beiden Bassreflex-Ports eingelassen. Selbstverständlich bündig, supersauber und in höchster Material- und Verarbeitungsqualität. Egal wohin man schaut, die Grand Orchestra ist absolut wertig gemacht und zeitlos-elegant gestylt. Klar, das können andere auch. In dieser Konsequenz sieht man das aber eher selten – erst recht in dieser Preisklasse.

Die Grand Orchstra steht nicht nach hinten geneigt. Ihr Gehäuse verschlankt sich stattdessen frontseitig nach oben hin.

AMT

Apropos Preisklasse: Der erste Sonoro-Standlautsprecher ist nicht billig. Knapp 2.000 Euro muss man hier hinlegen – für das Paar wohlgemerkt! Teuer ist das mit Hinsicht auf die wirklich exklusive Machart und die Ausstattung aber ganz gewiss nicht. Letztgenannte hat es nämlich in sich. Über die Materialgüte und die aufwändige Konstruktion habe ich ja bereits berichtet. Hinzu kommen die Extras, die primär für den Klang verantwortlich sind: Mit Priorität ist hier das im oberen Gehäuseabteil thronende Hochtonmodul zu nennen. Wie in der „kleinen“ Orchestra, setzt Sonoro auch hier auf einen großen Air Motion Transformer, kurz AMT. Ein aufwändiges und auch teures Schwingsystem, das nur selten in preislich attraktiven Lautsprechern zu finden ist. Genaugenommen handelt es sich dabei um einen Magnetostaten. Dieser besteht aus einer hauchdünnen, mehrfach gefalteten Folie mit aufgebrachten Leiterbahnen. Letztgenannte werden von Strom durchflossen. In Verbindung mit einem Neodym-Magneten wird die Folie so in Bewegung versetzt.

Auch in der Grand Orchestra setzt Sonoro auf einen großen Air Motion Transformer, kurz AMT.

Optimale Abstimmung

Im Gegensatz zu einem dynamischen Lautsprecher, der sich nach vorn und hinten bewegt, öffnen und schließen sich die Falten der Folie hier. Beispielsweise wie die Lamellen einer Ziehharmonika. Die bewegte Luft erzeugt letztlich den hörbaren Schall. Der Vorteil dieser Konstruktion: Die Folie ist superdünn und superleicht. Dadurch, dass sehr wenig Masse bewegt werden muss, ist die Membran auch superflink. So folgt sie auch komplexen Musiksignalen mühelos und verzögerungsfrei. Diese Flexibilität spiegelt sich letztlich in einer transparenten und differenzierten Hochtonwiedergabe wider. Zum Klang aber später mehr. Zunächst möchte ich noch auf die beiden unter dem Tweeter eingelassenen Chassis zu sprechen kommen: Hier setzt Sonoro auf zwei identische, 15 Zentimeter durchmessende Schwingsysteme, die unterschiedliche Arbeitsbereiche übernehmen. Während der obere Treiber die Mittel- und Tieftonwiedergabe verantwortet, kümmert sich das untere Chassis ausschließlich um die Bassreproduktion. In welchem Frequenzbereich welches Schwingsystem einsetzt, darüber lässt sich Sonoro nicht in die Karten gucken.

Der Treiber im unteren Gehäuseabteil ist der Basswiedergabe vorbehalten.

Mehr Bass

In diesem Zusammenhang noch ein Wort zu den beiden rückseitig eingelassenen Reflex-Ports: Sie sind zwingend notwendig, da es sich hier nicht um geschlossene Lautsprecher, sondern um Bassreflexkonstruktion handelt. Diese Öffnungen interagieren in erster Linie mit dem der Wand im Rücken. Das bedeutet, dass das Innere des Gehäuses gewissermaßen als Bassverstärker fungiert. Die frontseitigen Basschassis strahlen den produzierten Schall sowohl nach vorn, als auch nach hinten ab. Nimmt man einen geschlossene Lautsprecher wird der rückseitig abgestrahlte Anteil im Gehäuse durch Dämmstoffe in Wärme umgewandelt. In der Grand Orchestra wird dieser hingegen durch die exakt vorgegebene Dimensionierung des Gehäuses verstärkt und über die besagten Ports ins Freie entlassen. So addiert er sich zum Klang hinzu. In der Regel geht das dann mit einem deutlich hörbaren und auch spürbaren Anstieg im Bass einher. Wird es im Tiefton zu viel, lassen sich die beiden Port aber durch mitgelieferte Schaumstoffpropfen verschießen.

Das mittlere Chassis ist für die Mitten- und Tiefbasswiedergabe verantwortlich.

Ideale Voraussetzungen schaffen

Ein Wort auch noch zu den zuvor beschriebenen Traversen: Sie bestehen aus mattschwarzen Metallstreben, die fest mit dem Lautsprecher verschraubt sind. Ab Werk sind diese bereits mit den besagten, höhenverstellbaren Füßen ausgerüstet. Die Ideallösung für Holz- und Fliesenböden. Sehr gut, denn so bieten Sie Ihrem Lautsprecher ideale Voraussetzungen für den bestmöglichen Klang. Achten Sie auch unbedingt darauf, dass der in der Waage und wirklich stabil steht. Sonoro legt seinen Klangsäulen alternativ aber auch noch große, tiefschwarze Spikes bei. So kann die Grand Orchestra auch optimal auf Teppichböden aufgestellt werden. Der Einsatz dieser Spikes ist dank der ebenso mitgelieferten Untersetzer mit ihren fest verklebten Korkplättchen aber auch gefahrlos auf glatten Böden wie Laminat, Parkett oder Stein möglich. Abgerundet wird das Ausstattungspaket durch das im unteren Bereich der Gehäuserückseite platzierte Single-Wire-Anschlussmodul. Die hier eingesetzten, massiven Schraubklemmen nehmen unkonfektionierte Strippen größeren Querschnitts wie Bananas oder Kabelschuhe entgegen.

Das Anschlussfeld der Grand Orchestra ist mit großzügig dimensionierten Schraubklemmen ausgestattet.

Aufstellung und Ausrichtung

Die kritische Begutachtung haben die Sonoro-Standsäulen schonmal mit Bravour bestanden. Mal sehen bzw. hören, wie sie sich im HiFi-Test schlagen. Dieser beginnt mit der Aufstellung und Ausrichtung der Lautsprecher. In meinem Testaufbau stehen beide rund 2,70 Meter auseinander. Der Abstand zu meinem Hörplatz beträgt um die 3,20 Meter. Ein (fast) klassisches Stereo-Dreieck also. Die Grand Orchestras stelle ich zunächst mit einem Abstand von etwa 70 Zentimetern zur Rückwand und leicht auf mich ausgerichtet auf. „Leicht ausgerichtet“ bedeutet, dass die Lautsprecher quasi an mir vorbei strahlen und sich der Schnittpunkt etwa 1,50 Meter hinter mir befindet. Mit „You´ve Got To Earn It“ von The Staple Singers geht es dann endlich in den ersten Soundcheck. Der ist auch sofort positiv. Vor mir baut sich tatsächlich sofort eine schöne Bühne auf. Das Klavier steht mittig vor mir, Marvis Staple direkt davor und rechts und links Backgroundsänger*innen, Trompete, Mundharmonika und Schlagzeug.

Die Lautsprecher ruhen auf Traversen, die wiederum mit höhenverstellbaren Füssen ausgestattet sind.

Mehr Struktur

Das gefällt mir schon richtig gut. Eine Kleinigkeit fehlt aber noch, um mich komplett zufrieden zu stellen. Die Trompete beispielsweise „klebt“ mir noch ein bisschen zu sehr am linken Lautsprecher. Ebenso die Mundharmonika am rechten. Ich winkle die beiden Sonoros deshalb ein klein bisschen weiter nach innen ein. Jetzt stehen die beiden so, dass sie direkt auf meine Ohren ausgerichtet sind. Eine Aufstellung, die der Bühnendarstellung auf jeden Fall zu Gute kommt. Alles wirkt nun gefüllter und auch eine Spur strukturierter. So muss das sein. Die Trompete ist zwar nach wie vor links aussen, das scheint aber wohl so gewollt. Dass die Aufstellung jetzt ideal ist, beweist mir spätestens der folgend gespielte Song von meiner Qobuz-Playlist: Jetzt legt The Chic Organisation mit „Good Times“ los. Neben der tollen Raumdarstellung begeistern mich meine Testgäste hier aber vor allem durch ihre souveräne Grundtonwiedergabe.

Im ersten Hörcheck habe ich die Lautsprecher nur leicht auf den Hörplatz ausgerichtet.

Grundton-Spezialist

Der Oberbass knallt ordentlich in den Hörraum. Das macht Spaß. Soviel Spaß, dass man sich unweigerlich dazu bewogen fühlt, den Pegel deutlich zu erhöhen. Die Grand Orchestra macht diesen deutlichen Lautstärkeanstieg dann ohne mit der Wimper zu zucken mit. OK, das sollte man bei einem Schallwandler dieser Größe auch erwarten dürfen. Nicht zu erwarten ist allerdings, dass dieser Pegelanstieg ansonsten mit keinerlei Änderung im Klangverhalten einher geht. Was ich damit sagen will: Ganz oft ist es so, dass mit dem Lautstärkeanstieg auch eine merkliche Anhebung von Verzerrungen einher geht. Manchmal wird es im Hochton dann spitz und unangenehm. Laut Musikhören kann dann schnell anstrengend oder nervig werden. Exakt diese Nachteile mache ich bei der Grand Orchestra ausdrücklich nicht aus. Der Klangcharakter ändert sich für mein Empfinden auch nach einem deutlichen Pegelanstieg nicht. Das kommt ganz eindeutig der Langzeittauglichkeit zu Gute. Die nächste XXL-Musiksession kann also kommen.

Richtig Atmosphäre

Mit „Soulsville“ von Isaac Hayes geht es danach wesentlich ruhiger weiter. Und ich komme unweigerlich wieder auf die bereits beschriebene, sehr schöne Raumdarstellung zurück. Die ersten Takte spannen sofort eine breite Bühne auf, auf der der US-Amerikanischer Soulsänger mittig seinen Platz einnimmt. Die tiefe Stimme nimmt mich sofort ein. Mit ordentlich Volumen und Körper – und mit einem Schmalz, der meine ganze Aufmerksamkeit einfordert. Für die warme Atmosphäre sorgen die dezent eingesetzten Backgroundsängerinnen und die dosiert gespielten Gitarren und Schlagzeugeinsätze. Würde der Song von Vinyl laufen, würde ich mir wünschen bloß niemals die Platte umdrehen zu müssen. Was ich hier erlebe, macht einfach Lust auf mehr. Wer noch einen Tipp für ein gefühlvolles und anspruchsvolles Album für einen gemütlichen, zugleich aber auch schwungvollen Musikabend zu zweit und mit einem guten Gläschen Wein sucht, der sollte sich den „Shaft“-Soundtrack von Isaac Hayes unbedingt in seine Sammlung holen.

Ein klein bisschen weiter eingewinkelt erzielte ich die (für meinen Geschmack) besten Hörergenisse.

Keine Schönspieler

Nach bislang eher wohlig angehauchten Songs, ist es nun Zeit die Ärmel hochzukrempeln. Schließlich will ich ja auch etwas über Agilität, Dynamik und Leistungsfähigkeit der Sonoros erfahren. Dafür erwähle ich Nirvanas „Lithium“ aus meiner Rock-Playlist. Nach den ersten Gitarrenklängen geht es dann gleich mit einem kurz gespielten Bass weiter, der mich gleich überrascht. Das muss ich nochmal hören – allerdings deutlich lauter. Also nochmal von vorn und unter merklich höherem Pegel. Als der Bass nun erneut hörbar wird, spüre ich ihn auch unter den Füßen. Wow, das ist schonmal ein heftiger Beginn. Einer, der mich sofort in den Song zieht und so richtig Spaß macht. OK, die stilistisch verzerrten Gitarrenriffs sind schon hart. Hier nimmt das Sonoro-Duo kein Blatt vor den Mund und fängt auch nicht an etwas zu beschönigen. Muss es auch nicht. Dieser Song ist dreckiger Grunge und das ist auch gut so.

Praktisch: Sonoro liefert auch gleich hochwertige Spikes inklusive passender Teller mit. So lässt sich der Lautsprecher auch auf empfindlichen Untergründen optimal aufstellen.

Exzellente Abstimmung

Mir gefällt der Sound richtig gut – auch oberhalb der vielzitierten Zimmerlautstärke. Je lauter es wird, desto mehr legt der Song an Ausdruck und Dringlichkeit zu. So muss das sein. Was mir ebenfalls auffällt: Trotz der heftigen Gitarren- und Schlagzeug-Passagen klingt Kurt Cobains Stimme überraschend klar und absolut authentisch. Auch das beherrschen nicht viele Schallwandler dieser Preisklasse. Das geht zwar auch auf die vergleichsweise gute Aufnahme zurück, zu einem großen Teil aber auch auf die wirklich hervorragende Abstimmung zwischen AMT und Mitteltöner. Die Musik ist wirklich laut. Dennoch habe ich nie das Gefühl überfordert oder genervt zu sein. Ein weiteres Indiz für die Langzeittauglichkeit der Grand Orchestra. Wie schnell ein nicht ganz optimal abgestimmter Lautsprecher nerven kann, lässt sich beispielsweise ganz einfach mit „Bring Me To Life“ von Evanescence herausfinden. Oder es zeigt sich, dass der Schallwandler sein Handwerk beherrscht. Hier ist eindeutig letzteres der Fall.

Im Test überzeugt die Grand Orchestra durch ihre hervorragende Abstimmung und Langzeithörtauglichkeit.

Soundwall im Hörraum

Statt nervig herumzuschrebbeln, nehmen die Sonoros jedes Detail scheinbar einzeln auf. Allerdings nur, um dieses dann, wie in einem Puzzle, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle auszulegen. Im Opener stehen ruhige Klavierklänge und die sanfte Stimme Amy Lees zunächst im Vordergrund. Wer den Song nicht kennt, für den wird es kurz darauf überraschend. Als nämlich die harten Gitarren einsetzen, entsteht ein erster Eindruck davon, was einen nun erwartet. Im Detail wäre das die sogenannte und hier absolut imposante Soundwall. Gitarren, Schlagzeug, Amy Lees und Paul McCoys Stimmen leuchten den Raum bis ins letzte Eck akustisch voll aus. Besonders imponiert mir auch hier wieder die straffe, exzellent konturierte Grundtonwiedergabe. Nichts wirkt übertrieben, aufgesetzt oder nervig. Wie sich das im absoluten Basskeller auswirkt und ob die Sonoros auch dort so unerschrocken kontrolliert aufspielen, will ich zu meinem Testabschluss dann mit Daft Punk wissen.

Satter Tiefbass

Auf der Playlist steht dafür „Something About Us“. Ein Song, mit ordentlich Tiefgang und Volumen. Kaum ist das Intro beendet, spielen die Grand Orchestra dann auch ordentlich los. Der Grundton ist wieder punchig und straff. Dazu kommt eine Dynamik, die mich überrascht. Die Sonoros spielen dabei allerdings nicht bis ans unterste Ende der Tieftonskala. Das muss aber auch nicht zwingend sein, denn Volumen gibt es trotzdem reichlich. Die Abstimmung zeigt sich für mein Empfinden wieder als richtig gut. Im Basskeller spielen die Standsäulen absolut kontrolliert, variabel in ihrer Diktion und nicht im Ansatz matschig oder wabbelig. In diesem Zusammenhang probiere ich jetzt auch mal die eingangs erwähnten Schaumstoff-Elemente aus. Eigentlich werden diese nur benötigt, wenn die Lautsprecher nahe der Rückwand stehen. Was nun „nahe“ ist, ist ja auch immer so eine Geschmacksfrage. Ich empfinde den Bass zwar nicht als zu aufgedickt, aber „Versuch macht ja bekanntlich klug“.

Im Grundton geht die Sonoro mit überraschendem Temperament und hoher Agilität zu Werke.

Eine Frage des Geschmacks

Stecke ich beide Propfen in die rückwärtigen Reflex-Öffnungen, wird es im Bass erwartungsgemäß schmaler. Der Grundton puncht zwar weiterhin richtig gut, in den tiefsten Basspassagen fehlt es mir jetzt allerdings doch etwas an Volumen. Nicht falsch verstehen, meine Testgäste spielen weiterhin imposant. Dennoch gefiel mir der Klangcharakter vorher eindeutig besser. Also muss eine weitere Änderung her. Die Ideallösung für unseren Hörraum und meinen Hörgeschmack finde ich schließlich, als ich je Lautsprecher nur einen Propfen einsetze und diesen in den unteren Port stecke. Im Vergleich zur „ohne-Propfen-Variante“ ist der Tiefgang jetzt auch nur unwesentlich reduziert. Dafür spielt die Grand Orchestra nun eine Spur kontrollierter und durchzugsstärker. Eine Abstimmung, die sich speziell für die Wiedergabe dynamischer Elektromusik und härterer Rocksongs empfiehlt. Welches in Ihrem Hörraum letztlich die richtige Nutzung der Propfen ist, kann man allerdings nicht pauschal beantworten. Probieren Sie es einfach mal aus.

Mithilfe der mitgelieferten Schaumstoffpropfen lässt sich die Bassperformance variieren.

Fazit

Die Grand Orchestra ist eine echte Empfehlung für Musikfreunde, die es klanglich aufgeräumt, dynamisch und natürlich mögen. Dieser Lautsprecher ist agil, leistungsstark und überzeugt durch seine wirklich gute Abstimmung. Letztere bleibt sich auch unter höheren Pegeln erhalten. Hier spielt das Sonoro-Duo unkompliziert, klar strukturiert und ohne merkliche Anstrengung auch härtere, laute Rocksongs locker weg. Zudem beeindruckt die Zweieinhalb-Wege-Schönheit hier durch ihre knackige Grundtonwiedergabe. Zur klanglichen Qualität kommen die hohe Materialgüte, die exzellente Verarbeitung und das umfangreiche Ausstattungspaket. Selbstverständlich ist die Grand Orchestra nicht der beste Schallwandler der Welt. Für einen Paarpreis von knapp 2.000 Euro wird es allerdings schwer einen Standlautsprecher zu finden, der in den genannten Disziplinen mithalten kann.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 89/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

89 of 90

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90 of 90

Technische Daten

Modell:Sonoro
Grand Orchestra
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:1.999,00 Euro / Paar
Garantie:- 5 Jahre
Ausführungen:- Weiß (matt)
- Schwarz (matt)
Vertrieb:sororo, Neuss
02131 / 88 34 141
www.sonoro.com
Abmessungen (HBT):1042 x 280 x 349 mm (inkl. Traverse/Füße)
Gewicht:24,8 kg / Stück
Hochtöner:- AMT
Tiefmitteltöner:152 mm
Tieftöner:152 mm
Frequenzbereich:38 Hz - 32 kHz (Herstellerangabe)
empf. Verstärkerleistung:50 - 170 Watt
Lieferumfang:- Orchestra
- Gewebeabdeckung, magnetisch
- Schaumstoffpropfen
- Füßchen
- Spikes und Teller
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ ästhetisches Design
+ hochwertige Materialqualität
+ erstklassige Verarbeitung
+ hohe Flexibilität
+ AMT-Hochtöner
+ imposante Raumdarstellung
+ punchiger Grundton
+ effektive Bassabstimmung
+ Spikes und Füße (beide höhenverstellbar)

- keine Contras
Benotung:
Klang (60%):89/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):90/90
Gesamtnote:89/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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