Home » Tests » Symphonic Line Der CD-Player Reference MK 3 – Analoge Vollkommenheit
5. Dezember 2023von Volker Frech
RedakteurEin CD-Spieler mit externem Netzteil? Darauf setzt Symphonic Line bei seinem neuen Flaggschiff, dem „Der CD-Player Reference MK 3“. Die starke Stromversorgung und der integrierte Class-A-Verstärker sind die Grundlage und im Verbund mit einer optimierten Digitalsektion die Garanten zur Erreichung eines audiophil-analogen Ziels: Der CD-Player soll wie ein superber Plattenspieler spielen. Bei seiner Weltpremiere im lite-Magazin zeigt der CD-Player Reference MK 3 seine Exzellenz – auch als HiRes-DAC.
„Ich habe mir einen CD-Spieler gekauft. Anfangs störte der kalte, harte, harsche Klang, aber man gewöhnt sich schnell daran.“ So ungefähr lautete Mitte der 1980er ein Leserbrief in einer arrivierten HiFi-Zeitschrift. Diese fatalen Klangdefizite der ersten Jahre haben CD-Player längst hinter sich gelassen, trotzdem hadern analog verwöhnte Ohren selbst heute noch mit der Performance, weil sie an die Natürlichkeit und Qualität einer Vinyl-Wiedergabe nicht herankomme. Dies zu ändern war nun das Ziel von Rolf Gemein: Der Mitinitiator des deutschen High End, der mit seiner Duisburger Manufaktur Symphonic Line seit über vierzig Jahren edle Audio-Komponenten fertigt, wollte einen CD-Spieler kreieren, der die Stimmigkeit und Harmonie eines analogen Spitzen-Laufwerks erreicht. Dafür setzt Gemein im Digitalen auf eine erstklassigen Digital-Analog-Wandlersektion, im Analogen auf eine aufwändige Verstärkerabteilung mit einer Ausgangsstufe in reinem Class A – und insgesamt auf eine hochpotente, mehrteilige Stromversorgung mit ausgelagertem Extra-Netzteil. Wofür all diese Aufwendungen? Erkunden wir die Gründe…
Know-how-Transfer aus dem Verstärkerbau
Um sein Ziel zu erreichen, hat Gemein in den CD-Player Reference MK 3 die Erfahrung und Expertise aus über vier Dekaden Verstärkerbau einfließen lassen. Die Kraftwerke von Symphonic Line begründen ja den exzellenten Ruf der High End-Schmiede, von der wir bereits die Vollverstärker RG 14 Edition MK 5 S und RG 10 MK 5 Reference HD Master S sowie die Endstufe Kraft 300 Class A Anniversary Edition MK 3 getestet haben. So besitzt nun auch der CD-Player grundlegende Features der Verstärker. Das beginnt bei besten und selektieren Bauteilen und reicht über eine opulent-aufwändige Schaltung bis hin zum durchdachten Layout und Design: Wer den CD-Player aufschraubt, findet nicht, wie bei vielen anderen Herstellern, viel Luft unter der Haube, sondern entdeckt ein mit Platinen und Baugruppen prall gefülltes Gehäuse, das aber trotzdem gut organisiert ist. Die strukturierte, kompakte Bauweise ermöglicht kurze Signalwege – und bewahrt so die erreichte Klangqualität und Feinauflösung.
Frontlader-System mit Leicht-Laufwerk
Der strukturierte Aufbau in modularer Bauart hat einen weiteren Vorteil: So ist der CD-Player Upgrade-fähig. Dies zeichnet alle Symphonic Line-Komponenten aus: Sie können auch nach etlichen Jahren immer noch auf den neuesten Stand oder eine abermals höhere Qualität gebracht werden. Bleiben wir beim aktuellen Stand: Im Gehäuse ist links die interne Netzteilfraktion verortet, rechts die Verstärkerabteilung samt DAC – und im mittleren Areal das Laufwerk, die Steuereinheit samt Microcontroller und die Digital-Platine mit der Eingangs-und Ausgangssektion. Fangen wir beim Laufwerk an: Hier setzt Symphonic Line auf ein rein für die CD-Wiedergabe ausgelegtes Frontlader-System. Es ist in leichtgewichtigem Kunststoff realisiert: Gemein hat festgestellt, dass schwere Ausführungen aufgrund ihrer Masse klangverschlechternde Energiespeicherungseffekte aufweisen. Dieses Laufwerk hat Gemein klanglich modifiziert. Zudem ist die Schublade vorderseitig mit einer Aluminium-Blende versehen. Sie sorgt für mechanische Stabilität und Ruhe, was akustisch ebenfalls klangfördernd ist, und bewirkt optisch einen stimmigen Abschluss mit der Verstärkerfront.
Kompetenz-Plus: Einsatz als HiRes-DAC
Die vom Laufwerk ausgelesenen Daten wandelt dann ein bewährter, bestens beleumundeter Digital-Analog-Wandler, der speziell für die audiophile Musikwiedergabe ausgelegt ist. Für die taktrichtige und damit jitterarme Konvertierung sorgt dabei eine präzise Clock-Sektion. Da also eh ein exzellenter DAC an Bord ist, nutzt ihn Symphonic Line, um die Fähigkeiten des CD-Players zu erweitern: Rückseitig bietet er eine komplette digitale Input-Sektion mit einem optischen und einem koaxial-elektrischen S/PDIF-Input sowie einen USB-B-Port. So lässt sich dieser Player auch als eigenständiger HiRes-DAC für Files bis 192 Kilohertz/24 Bit nutzen. Die Umschaltung zwischen den einzelnen Digital-Inputs und dem CD-Betrieb nimmt man mit dem Source-Taster auf der Rückseite vor. Wer nun die vom Laufwerk gelesenen Daten digital ausspielen möchte, kann sie über den S/PDIF-Out an einen DAT-Rekorder oder einen externen DAC weiterleiten. Letzteres wäre allerdings unklug, denn dieser Player bietet insbesondere nach der Wandlung eine famose Signalaufbereitung, die ihn von einem normalen CD-Spieler unterscheidet.
Opulente Ausgangsstufe in reinstem Class A
Diese Signalaufbereitung findet in der Verstärkersektion statt. Sie ist mitentscheidend dafür, wie ein CD-Player klingt. Deshalb hat Symphonic Line hier eine üppig-aufwändige Amplifizierung realisiert: Die doppelstöckige Verstärkersektion nimmt im Gehäuse fast das gesamte rechte Drittel ein. Sie ist diskret mit Einzelkomponenten und dabei komplett im Doppelmono-Design aufgebaut, also mit separaten Verstärkerzügen für jeden Kanal. Die abschließende Ausgangsstufe agiert in reinstem Class A. Dies ist die sauberste Art der Verstärkung, weil die Transistoren dann ausschließlich im linearen Kennlinienbereich arbeiten. Hier kommen, wie bei Symphonic Line üblich, ausgezeichnete, originale Toshiba-Bipolar-Transistoren zum Einsatz. Die beiden Endstufen sind als Steckmodule aufgebaut. Auch hier ist also leicht ein zukünftiges Update oder Upgrade möglich. Mit dieser opulent-audiophilen Ausgangsstufe besitzt der CD-Spieler einen richtigen, fast erwachsenen Verstärker – und das macht sich klanglich deutlich bemerkbar. Das Ausgangssignal ist im Pegel von 0 bis 26 regelbar und steht schließlich an einem symmetrischen und einem unsymmetrischen Ausgang zur Verfügung.
Mächtig und mehrfach: die Stromversorgung
Kommen wir endlich zu unserer Eingangsfrage: Ein CD-Spieler mit externem Netzteil? Ja, denn für jede Komponente gilt: Nur eine potente Stromversorgung kann die nachfolgende Schaltung stetig und ohne Lieferprobleme speisen, und nur dann kann die Komponente akustisch ihre bestmögliche Performance liefern. So gibt es auch bei einem normalen CD-Player bereits genug Funktionseinheiten und Baugruppen, die Bedarf anmelde. Für den CD-Player Reference MK 3 mit seiner ausgewachsenen Verstärker-Sektion gilt das erst recht. Deshalb arbeitet dieser Player mit getrennten Stromversorgungen. Eine Speisung ist für den Laufwerksantrieb, die Steuerung, den Micro-Controller und das Display zuständig und wird von einem internen kleineren Ringkerntrafo bedient. Er wäre bei üblichen Playern bereits der stattliche, aber einzige Umspanner. Die zweite Stromversorgung des CD-Player Reference MK 3 dient allein der Audio-Schaltung, also auch der Speisung der Class A-Verstärker-Ausgangsstufe. Hier gilt erst recht, dass ein potentes, stets lieferfähiges Netzteil für Ruhe und und Auflösung im Klangbild sorgt.
Extra-Netzteil mit potentem Premium-Trafo
Deshalb kommt beim CD-Player Reference MK 3 ein mächtiger, 350 Voltampere starker Ringkerntransformator zum Einsatz, der allein schon wegen seiner Größe in dem externen Gehäuse untergebracht ist. Dieser Trafo ist überaus kostspielig: Er wurde aufwändig in Handarbeit gewickelt und schließlich als speziell eingebrannter Mu-Metall-Umspanner realisiert. Mit seiner Nickel-Eisen-Mantelung bietet er eine exzellente Strahlungs-Abschirmung. Dies und die Auslagerung aus dem Player unterbinden jegliche Einstreuung auf die Audio-Schaltung. Somit bleibt die Wiedergabe frei von Sirr- oder Brummeffekten. Die Lieferfähigkeit der Stromversorgung bestimmen aber auch die zur Spannungsglättung und Energiespeicherung eingesetzten Kondensatoren. Hier agieren speziell für Symphonic Line gefertigte, faustgroße Elektrolytkondensatoren, die aufwändig kontaktiert und verlustminimiert sind, sowie ebenfalls teure Folienkondensatoren mit Spezial-Dielektrikum. Die Gesamtkapazität liegt bei 140.000 Mikrofarad – auch das ist für einen CD-Player eine geradezu irre Dimensionierung. Doch dieser Netzteil-Aufwand gehört, wie der generelle Aufbau und die Ausgangsstufe, zu der Expertise, die Symphonic Line aus dem Verstärkerbau übertragen hat.
Filterung und Abstimmung
Bei aller Güte und Großdimensionierung: Für die klangliche Qualität ist dann letztlich die richtige Ausgewogenheit und insbesondere die Abstimmung wichtig. Das beginnt gleich beim Netzteil, wo zwischen Trafo-Potenz und Kondensator-Kapazität eine Verhältnismäßigkeit herrschen muss. Es geht im Fall einer mit Digital-Analog-Wandlung agierenden Komponente wie dem CD-Player Reference MK 3 weiter mit der Filterung, die bei der Rekonstruktion des Analog-Signals entscheidend ist. Hier hat Symphonic Line viel Zeit investiert, um die genau eine richtige Filterung zu erreichen – von verschiedenen Filteroptionen hält Gemein nichts. Für eine stimmig-natürliche, nicht abgeschnitten klingende Wiedergabe muss laut Gemein das Filter so weit und langsam wie möglich auslaufen. Hier hat er in unzähligen Hörtests die Frequenzgänge bis zu den Grenzen ausgelotet und eine Erweiterung des Filterfrequenzumfang auf 100.000 Hertz erreicht. Zudem hat er, gezielt ausgerichtet auf diesen CD-Player, auch die Anstiegszeit für alle Frequenzen optimiert, bis im Ganzen die Hüllkurve des rekonstruierten Analogsignals stimmt.
Exklusive und individuelle Optimierung
Da Symphonic Line eine Manufaktur ist, nimmt Rolf Gemein die Abstimmung bei jedem einzelnen Exemplar vor – persönlich. Somit ist jeder CD-Player Reference MK 3 ein Unikat. Das belegt auch die in die Front eingravierte Seriennummer. Diese exklusive und individuelle Optimierung geschieht stets empirisch mit feinem Gehör – und unter Zuhilfenahme von Symphonic Line-Spezialitäten. Hierzu gehören Klebe-Pads, von denen eins auf dem Trafo des externen Netzteils appliziert ist. Hierzu gehört auch der auf zahlreichen Bauteilen punktuell aufgetragene C37-Lack. Mit diesen Maßnahmen treibt Gemein den Komponenten unerwünschte Vibrationen, Resonanzen sowie Störungen aus und fördert ihren natürlichen Klang. Gemein bezeichnet dieses finale Tuning als „Resonanzmuster-Abstimmung“. Dies unternimmt der High End-Pionier solange, bis das Gerät – in diesem Fall also der CD-Player Reference MK 3 – in seinem Sinne harmonisch spielt und die Symphonic Line-typische Musikalität erreicht hat.
Freiheit von Schaltern und Reglern
All dieser Aufwand steckt nun einem Gehäuse mit vertrautem Symphonic Line-Design: Die Frontplatte ist in starkem, ein Zentimeter dickem Aluminium realisiert, das Metall edel gebürstet und fein eloxiert. Unser Testmodell wurde in Schwarz gehalten, wodurch sich die Gravuren auf dieser Stirnseite markant abheben. Alternativ wird der CD-Spieler auch in Silber ausgeführt oder, gegen Aufpreis, verchromt. Neben der Gravur ist das Display, das mit blauen Segmenten und Zeichen über den aktuellen Status informiert, der Blickfang. Dies gelingt durch die völlige Freiheit der Front von jeglichen Bedienelementen: Der CD-Player lässt sich nämlich ausschließlich über den mitgelieferten, einfachen Kunststoff-Ferngeber befehligen. Mit ihm nimmt man die üblichen Grundfunktionen vor, hinzu kommen direkte Track-Anwahl, Restspielanzeige des Tracks oder der CD, Display-Dimmung, Intro-Funktion (der CD-Player spielt die ersten zehn Sekunden jedes Tracks an), A-B-Abspielen, programmierbare Tack-Reihenfolge – und schließlich eine Seltenheit: eine „Vol“-Regelung, mit der der Signalpegel des Ausgangs zwischen 0 und 26 einstellbar ist.
Der Symphonic Line CD-Player Reference MK 3 in der Praxis
Gehen wir mit dem CD-Player endlich in den Hörraum. Hier wird er später mit einem perfekt passenden Spielpartner kombiniert, dem Symphonic Line RG 10 MK 5 Reference. Dieser Vollverstärker muss aber zuerst mit einem sehr guten, aber auch sehr normalen CD-Player agieren: Wir wollen ja die Unterschiede feststellen. Als Musik wählen wir Eva Cassidys wunderbare Version von „Bridge Over Troubled Water“ von ihrer toll produzierte Live-Aufnahme aus dem Washingtoner „Blues Alley“-Club. Das klingt bereits jetzt prima. Doch mit dem Wechsel zum CD-Player Reference MK 3 kriegen wir große Augen: Gleich Cassidys wunderschönes Fingerpicking auf der unverzerrten E-Gitarre hat eine ganz andere Wärme. Dies darf man nicht mit Weichheit verwechseln oder als gefilterte Höhen verstehen: Die Gitarre besitzt auch jetzt ihren herrlich brillanten Ton, die gezupften Akkorde haben nun aber eine ganz andere Sonorität. Die vormalige Härte ist jetzt weg, dafür hören wir ein herrliches Zusammenklingen der Töne und Obertöne.
Keine klangliche Härte, mehr räumliche Tiefe
Diese Abwesenheit der Härte ist auch wohltuend bei den Nebengeräuschen, die in dieser Aufnahme eingefangen sind. Man hört deutlich das leichte Klirren von Gläsern aus dem Publikumsbereich. Dies befördert ungemein den Live-Charakter dieser Wiedergabe und dadurch unser Gefühl, bei diesem legendären Auftritt in dem berühmten Club dabei zu sein. Das Gläserklirren hatte vorher aber eine unschöne Aggressivität, so dass das Nebengeräusch leicht irritierte. Jetzt ist diese Harschheit weg. An diesen Nebengeräuschen bemerken wir auch die nun ebenfalls veränderte Räumlichkeit: Vorher klimperten die Gläser in der Nähe der Gitarre, nun ertönen sie weiter entfernt. Der „Blues Alley“-Club ist also größer geworden, die Wiedergabe hat nun eine eindrucksvollere Dreidimensionalität. Dies erleben wir ebenso auf der Bühne: Hier wird Eva Cassidy von einer zweiten Gitarre sowie Keyboard, Bass und Schlagzeug unterstützt – und auch hier hat die Darstellung an Tiefe gewonnen: Jetzt fällt auf, dass die Wiedergabe vorher doch ein wenig platt war.
Harmonie und Stimmigkeit
Beim Zusammenspiel der Musiker erleben wir ebenfalls Erstaunliches: Ohne die Harschheit klingt Eva Cassidys Stimme auch in den ganz hohen Lagen und bei den lauten Passagen merklich entspannter. Die Intensität ist geblieben, doch das leicht Gellende bei den Spitzentönen ist verschwunden. Dadurch werden Cassidys Gesang und ihre großartige Stimme ein akustischer Hochgenuss. Dies gilt ebenso für die Schlagzeug-Becken: Je nach Anschlagshärte waren sie zuvor zu prominent und etwas anstrengend. Nun ist es ein spannendes Ereignis, diesen Becken beim Ausklingen zuzuhören: Insbesondere wenn Drummer Raice McLeod die Glocke der Becken touchiert, hat das Changieren des schwingenden und verklingenden Metalls eine geradezu magische Faszination. Hier hören wir auch im Speziellen, was die gesamte Wiedergabe auszeichnet: eine vollkommene Harmonie und Stimmigkeit. Das Zusammenspiel von Gesang und Instrumenten, das Interagieren von Schlagzeug, Bass, Keyboard und Gitarren hat eine wunderbare Selbstverständlichkeit – als könnte es nicht anders sein.
Präsenz und Lebendigkeit
Klappt das auch im großen Maßstab? Zur Beantwortung der Frage gehen wir in die Oper: In der Henry Wood Hall intoniert Cecilia Bartoli in Begleitung der Academy Of Ancient Music die Arie „Lascia ch’io pianga“ aus Händels Oper „Rinaldo“. Hier ist die Frage schnell geklärt: Im großen Maßstab ist der Genuss-Gewinn umso eindrucksvoller. Gleich mit der berühmten Einleitungsphrase entfaltet die Stimme der Starsopranistin eine ganz andere Präsenz: Cecilia Bartoli hat nun eine regelrechte Körperhaftigkeit. Klang der Gesang vorher etwas ausgehöhlt und anämisch, so hat er im Grundton jetzt eine angenehme Abrundung. Vor allem: Die zuvor etwas matte Stimme besitzt jetzt Lebendigkeit. Dadurch klingt die herzerweichende Klage intensiver, ergreifender. So ist dieser Gesang zum Niederknien schön. Das Orchester legt ebenfalls zu: Die Academy Of Ancient Music hat in der Henry Wood Hall mehr Platz, der Musikerverbund besitzt eine großzügigere Tiefenstaffelung und ist nun deutlicher als Klangkörper zu hören.
Entspannung und Vollkommenheit
Dazu erscheinen auch hier die Musikinstrumente plastischer – und das lohnt sich bei dieser Aufnahme besonders: Die Musiker der Academy spielen auf historischen Instrumenten oder exakten Nachbauten. So hört man hier als Begleitung eine sanft gezupfte Theorbe, im zweiten Teil setzt dann ein silbriges Cembalo ein. Es ist eine Lust, diese Instrumente mit ihren für unsere heutigen Ohren ungewohnten, ganz eigenen Klangfarben zu hören. Der CD-Player Reference MK 3 gibt diesen Instrumenten den Raum zur Entfaltung. Trotz des großen Musikeraufgebots hat die Wiedergabe dabei eine wunderbare Ruhe. Wieder erleben wir diese entspannte und entspannende Selbstverständlichkeit und Harmonie. So schließen wir unwillkürlich die Augen, und versinken ganz in dieser Musik. Damit wird die Illusion perfekt: Dank der hochgradigen Auflösung nehmen wir über die Feinheiten des musikalischen Geschehens hinaus auch die Reflexionen des ehemaligen Kirchenraums intensiv und deshalb immersiv wahr. Diese Entspannung und Vollkommenheit erinnert uns tatsächlich an das Musikhören via Schallplatte.
Verblüffendes Tuning
Geht’s noch besser? Ja! Mit superben Lautsprechern – in diesem Fall sind es erst die PS Audio aspen FR20 und dann die Diesis Aura – reicht schon ein verblüffender Kniff, den uns Rolf Gemein verraten hat: Stellt man das externe Netzteil auf seine Wange, erfährt die Wiedergabe einen Zugewinn – und schon ist gerade bei Frau Bartolis Stimme auch die letzte leichte Andickung, zu der ihre Stimme neigt, verschwunden. Der zweite Weg ist ein Upgrade des Netzkabels. Wir haben statt des mitgelieferten Standardkabels das High End Music Electric von Symphonic Line ausprobiert – und erreichen hiermit einen erstaunlichen Zugewinn an Offenheit, Luftigkeit und Lebendigkeit. Auch hier zeigt sich wieder, wieviel Anteil die Netzteilsektion an der Klangqualität hat. Das klappt ebenso bei der Nutzung des CD-Player Reference MK 3 als DAC: Auch bei der Laptop-Zuspielung über den USB-Port erleben wir eine harmonische Wiedergabe mit analoger Vollkommenheit.
Fazit
Mit dem „Der CD-Player Reference MK 3“ hat Symphonic Line einen exzellenten CD-Spieler geschaffen: Er liefert eine absolut stimmige und natürliche, entspannte und ruhige Wiedergabe frei von jeglicher Härte und Harschheit, Mattheit und Plattheit. Dies erreicht Symphonic Line insbesondere durch Know-how aus dem Verstärkerbau: So bietet der Player eine hochpotente Mehrfach-Stromversorgung, bei der die Audio-Schaltung allein über den Extra-Trafo des ausgelagerten Netzteil betrieben wird. Hinzu kommt die neu abgestimmte Filter-Sektion mit erweitertem Filterfrequenzumfang. Die audiophile Kür ist dann die überaus üppig dimensionierte Verstärkerschaltung im Doppelmono-Design mit Class A-Ausgangsstufe sowie die abschließende persönlich-exklusive Klang-Optimierung. Dank dieser Meriten beeindruckt der CD-Player mit Klarheit und Detailreichtum. Die Wiedergabe bietet eine herrliche Agilität, Lebendigkeit und Frische. Die Abbildung glänzt mit superber Plastizität, immersiver Räumlichkeit und exzellenter Tiefenstaffelung. So gelingt dem CD-Player Reference MK 3 insgesamt eine harmonische Wiedergabe in analoger Vollkommenheit.
Test & Text: Volker Frech
Fotos: Branislav Ćakić
Klasse: Luxury-Klasse
Preis/Leistung: angemessen
Technische Daten
Modell: | Symphonic Line Der CD-Player Reference MK 3 |
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Produktkategorie: | CD-Player, DAC |
Preis: | 10.400,00 € |
Garantie: | 2 Jahre |
Ausführungen: | - Gehäuse: Schwarz oder Silber - verchromte Front/komplettes Gehäuse (auf Anfrage, gegen Aufpreis) |
Vertrieb: | Symphonic Line, Duisburg +49 (0) 203 31 56 56 www.symphonic-line.de |
Prinzip: | Frontlader |
Abmessungen (HBT): | - CD-Player: 128 mm x 450 mm x 420 mm - Netzteil: 112 mm x 201 mm x 391 mm (incl. Anschluss) |
Gewicht: | - CD-Player: 13,0 kg - Netzteil: 8,0 kg |
Eingänge (digital): | 1 x USB (USB-B) 1 x S/PDIF optisch (TOSLink) 1 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch) |
Ausgänge (analog): | 1 x Line symmetrisch (XLR) 1 x Line unsymmetrisch (Cinch) |
Ausgänge (digital): | 1 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch) |
Maximale Samplingrate/Auflösung: | 192 kHz/24 bit |
Gelesene Formate: | WAV, FLAC, APE, LPCM, MP3, ACC, AC3, WMA (Herstellerangabe) |
Lieferumfang: | - Symphonic Line Reference MK 3 - externes Netzteil - Fernbedienung - 2 Batterien für Fernbedienung (AA) - Abschluss-Stecker für Digital Out - 1 Netzkabel für Anschluss (2,0 m) - 1 Kaltgeräte-Verbindungskabel für Netzteil und CD-Player (1,9 m) - Bedienungsanleitung (Deutsch) - 4 Ersatzsicherungen - Inbusschlüssel zum Lösen der Gehäuseschrauben - Garantie-Urkunde |
Optionale Features/ Ausstattung: | - Verchromung (gegen Aufpreis) - High End Music Electric-Netzkabel (800,00 €) |
Pros und Contras: | + absolut harmonische, stimmige, natürliche Wiedergabe + überaus hochauflösendes, transparentes Klangbild + Freiheit von jeglicher Härte und Harschheit + Agilität, Lebendigkeit und Frische + immersive Räumlichkeit mit exzellenter Tiefenstaffelung + superbe Plastizität + beeindruckender Detailreichtum + exzellente Dynamik + vollkommene Ruhe und Gelassenheit + potente Verstärkersektion in Doppel-Mono-Aufbau + Ausgangsstufe in reinem Class A-Betrieb + Ausgang im Pegel regelbar + unsymmetrischer sowie symmetrischer Ausgang + zusätzlich als eigenständiger DAC nutzbar + Digital-Ausgang (S/PDIF) für den Anschluss eines DAT- oder CD-Rekorders + Fernbedienung + mehrfache Stromversorgung mit separater Versorgung der Ausgangsstufe + ausgelagerter Mu-Metall-Trafo für Endstufe + exzellente Materialqualität + sehr gute Verarbeitung + nachrüstbar auf zukünftige Updates und Upgrades + individuelle Abstimmung und Optimierung jedes Exemplars - einfache Kunststoff-Fernbedienung |
Benotung: | |
Gesamtnote: | 100+ |
Klasse: | Luxury-Klasse |
Preis/Leistung: | angemessen |
Getestet mit: | - Verstärker: RG 10 MK 5 Reference - Lautsprecher: PS Audio aspen FR20, Diesis Aura, Audio Physic Tempo - Signalkabel: Symphonic Line Reference HD - Lautsprecherkabel: Symphonic Line Harmonie HD - Netzkabel: Symphonic Line Standard-Netzkabel, Symphonic Line High End Music Electric |