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Einen Lautsprecher zu bauen, der kompakte Abmessungen aufweist, zugleich aber ein klangliches Volumen wie eine Standbox liefert. So könnte die Vorgabe bei der Entwicklung der nuLine 34 gelautet haben. Jedenfalls waren dies die beiden Merkmale, die unseren Test dominierten.

„Gutes Design ist so wenig Design wie möglich!“ Die Aussage des ehemaligen Industriedesigners Dieter Rams, trifft auch hier den Nagel auf den Kopf.

„Gutes Design ist so wenig Design wie möglich!“ Die Aussage des ehemaligen Industriedesigners Dieter Rams, trifft hier den Nagel auf den Kopf.

 

 

Wolf im Schafspelz
So kann man die nuLine 34 wohl am besten in einem Satz beschreiben. Ich weiss, diese Begrifflichkeit wird gerade in der Welt der Unterhaltungselektronik inflationär gebraucht. Dennoch fällt mir kein passenderes Kurzfazit ein, dass diese Box beschreiben könnte. Und das gilt sowohl aus klanglicher, wie aus technischer Sicht. Auf ersteres gehe ich später ausführlicher ein, denn zunächst gilt es die Äusserlichkeiten unter die Lupe zu nehmen:
„Schafspelz!“ Zunächst gilt es diese Beschreibung zu erklären: Nein, nicht weil ich ein weisses Pärchen Boxen vor mir habe. Der Grund ist anderer Natur aber dennoch einfach, denn auf den ersten Blick wirkt die 34er wie ein gewöhnlicher Lautsprecher. Klassische Gehäuseform, gerade Linien, matte Oberflächenstruktur, leicht gerundete Gehäusekanten. Eben so, wie man sich die übliche Regalbox vorstellt. Aber genau das ist sie eben nicht, denn ein genauerer Blick fördert Unterschiede zutage, die nicht nur dem Kenner als eklatant erscheinen. Zu allererst ist hier die perfekt aufgetragene Schleiflack-Oberfläche zu nennen, bei der sich selbst bei kritischer Betrachtung weder Einschlüsse, noch Farbunregelmässigkeiten finden lassen. Und es wird noch besser, denn das Gehäuse, auf dem der eben beschriebene Mehrschichtlack in sorgfältiger Arbeit aufgetragen wurde, besteht aus 19, in der Schallwand gar aus 38 Millimeter starken MDF-Platten, die der knapp 34 Zentimeter hohen Zwei-Wege-Box extreme Stabilität verleihen. Das ist ausserordentlich vorbildlich, denn so werden unweigerlich auftretende Eigenresonanzen auf ein absolutes Minimum reduziert. Und das ist hier besonders wichtig, denn wie eingangs erwähnt, soll Nuberts Regalling ja wie eine Standbox klingen. Das bedeutet wiederum, dass neben eines perfekten und absoluten verwindungssteifen Gehäuses auch die entsprechende Technik gefragt ist. Und genau diese hat das schwäbische Entwicklerteam dem zweitkleinsten Spross der nuLine-Serie nämlich implantiert.

Perfekt proportioniert, hochwertig verarbeitet, bestens ausgestattet: So präsentiert sich die nuLine 34 auf unserem Testparcours.

Perfekt proportioniert, hochwertig verarbeitet, bestens ausgestattet: So präsentiert sich die nuLine 34 auf unserem Testparcours.

 

 

Aufwändige Technik, die besten Klang verspricht
Auffälligstes Merkmal ist hier ganz sicher der bündig in das obere Gehäuseabteil eingelassene nuOva-Hochtöner. Wie die Bezeichnung „nuLine“ ist auch „nuOva“ eine Eigenbezeichnung, die sich aus den Wörtern „Nubert“ und „Oval“ zusammensetzt. Hier findet der 26 Millimeter durchmessender Tweeter seinen Platz dezentral auf der ihn umgebenden Platte. Dezentral? Ja genau, denn aufgrund der asymmetrisch Platzierung, sollen klangschädigende, horizontale Kantendispersionen dramatisch gesenkt werden. Im Ergebnis verspricht der Hersteller einen saubereren Klang und eine höhere Leistungsfähigkeit. In diesem Zusammenhang wird dann auch schnell klar, warum jede 34er auf der Rückseite die Bezeichnung „rechts“ bzw. „links“ trägt, denn die eben beschriebene Anordnung der Hochtöner bedingt, dass beide Boxen im richtigen Abstrahlverhältnis zum Hörer aufgestellt werden. Direkt unterhalb dieser ungewöhnlichen Konstruktion befindet sich das Tiefmitteltonchassis. Und hier wird deutlich, wie ernst es die schwäbischen Boxenbauer in Sachen Klang nehmen, denn mit seinem Durchmesser von 180 Millimetern ist dieser Langhub-Treiber fast so breit, wie das gesamte Gehäuse. Langhub bedeutet in diesem Fall, dass dieses Schwingsystem eine aussergewöhnliche grosse Auslenkung erreicht – und zwar satte 24 Millimeter. Ein Blick auf die Gehäuserückseite offenbart dann weitere technische Schmankerl, denn wie mittlerweile fast jedes Nubert-Modell ist auch die nuLine 34 mit einer Hochtonanpassung ausgestattet. In diesem Fall lässt sich der Hochtonbereich in drei Stufen von „sanft“ über „neutral“ bis „brillant“ verändern. Das macht Sinn, denn so kann unser Testproband sowohl an die Gegebenheiten seines Einsatzraumes, an seine Mitspieler und natürlich an den Hörgeschmack des Besitzers angeglichen werden. Seinen Platz findet der eben beschriebene Umschalter übrigens direkt im grosszügig dimensionierten und mit massiven Kabelbrücken ausgestatteten Bi-Wire-Anschlussterminal.

Nur das Beste: Huberts nuLine 34 ist mit massiven Bi-Wire-Anschlussklemmen ausgestattet.

Nur das Beste: Nuberts nuLine 34 ist mit massiven Bi-Wire-Anschlussklemmen ausgestattet.

 

 

Tipps & Tricks zur Klangoptimierung


Um die beste Klangperformance aus Ihren neuen nuLines zu kitzeln, gilt es noch ein paar wichtige Hinweise zu beachten. Diese kosten kein Geld, sondern nehmen lediglich ein paar Minuten Ihrer Zeit in Anspruch. Nehmen Sie sich diese Zeit, es lohnt sich!

Einspielzeit: Wie jedem unserer Testmodelle sei natürlich auch der nuLine 34 die obligatorische Einspielzeit von 48 Stunden gegönnt. Ein wichtiger Punkt, den man bei JEDEM Lautsprecher beachten sollte, denn erst nach einer adäquaten Warmspielzeit, die bei manchen Modellen auch weit über 100 Stunden betragen kann, sind die Voraussetzungen für die beste Klangqualität gegeben. Der Grund dafür sind u.a. die anfangs hohe Steifigkeit der mechanischen Bauteile (z.B. Sicke, Zentrierspinne), die sich erst nach längerem Gebrauch „lockern“ und ihren Dienst in gewollter Manier ausführen. Ein Punkt, den Sie auf keinen Fall vernachlässigen sollten, bevor Sie sich an die weiteren Tuningmaßnahmen Ihrer neuen Lautsprecher machen.
Aufstellung/Positionierung: Ist die Einspielzeit beendet, gilt es sich der Ausrichtung und Aufstellung der Lautsprecher zu widmen: Idealerweise platzieren sie die nuLines in einer Höhe von etwa 75 Zentimetern. Das entspricht in etwa der Position eines sitzenden Zuhörers. Passende Lautsprecherständer (Modellbezeichnung BS 750/hier mehr Infos) finden sich übrigens im Nubert-Sortiment. Achten Sie anschliessend bei der Aufstellung, ob der mit „rechts“ bezeichnete Lautsprecher auch tatsächlich rechts steht. Ist der endgültige Platz gefunden, probieren Sie die direkte Ausrichtung auf Ihren Referenzplatz. Drehen Sie die Lautsprecher anschließend in kleinen Zentimeterschritten nach Aussen. Der beste Ausrichtung ist gefunden, sobald Stimmen und Instrumente „einrasten“ und der Klang nicht mehr von den Lautsprechern zu kommen scheint, sondern im Raum steht. Bei vielen Titeln scheint die Stimme nun aus der Mitte, statt von rechts und links zu kommen. Achten Sie anschliessend unbedingt darauf, dass jede Box einen festen Stand hat und nicht wackelt.
Die Klanganpassung: Direkt im Anschlussterminal der nuLine 34 befindet sich ein kleiner Kippschalter, der die Hochtonanpassung an die räumlichen Gegebenheiten, die Zuspielelektronik und den eigenen Hörgeschmack erlaubt. Probieren Sie einfach mal alle Schalterstellungen aus (immer beide Schalter in die gleiche Position!). Die richtige Einstellung ist die, die Ihnen klanglich am besten gefällt. Ganz einfach!

Über den kleinen Schalter zwischen den oberen Anschlussklemmen lässt sich die Hochtonwiedergabe an den eigenen Hörgeschmack anpassen.

Über den kleinen Schalter zwischen den oberen Anschlussklemmen lässt sich die Hochtonwiedergabe an den eigenen Hörgeschmack anpassen.

 

 

Im Hörtest
Die kritische Beäugung hat Nuberts zeitlos-eleganter Zwei-Wege-Schallwandler ohne den kleinsten Grund zur Kritik bestanden. Also könnte es nun in den Hörtest gehen. Doch ich muss mich noch ein wenig gedulden. Der Grund dafür ist einfach, denn da es sich hier um nagelneue Lautsprecher handelt, geht es zunächst in die bereits erwähnte, 48-stündige Warmspielphase. Mit James Blakes „Unluck“ starte ich dann zwei Tage später in den Hörtest. Wer dieses Stück einmal gehört hat, weiss, dass es hier hammerhart zur Sache geht. Und das ist keineswegs übertrieben, denn die peitschenartigen Grundtonanteile, wie die immer wieder willkürlich aufschmetternden Tiefbässe haben schon so manchen Lautsprecher an seine Grenzen gebracht. Ich gebe zu, auch die nuLine 34 konnte ich mit diesem Titel ans Limit treiben … allerdings erst bei einem deutlich höheren Pegel als bei jeder anderen Regalbox ihrer Preisklasse. Und das ist durchweg imponierend, denn bis weit oberhalb der Zimmerlautstärke nimmt die kleine Nubert diesen Song mit einer Leichtigkeit, die man sonst nur von deutlich voluminöseren Schallwandlern kennt. Dabei beweist sie eine erstaunliche Tiefbass-Autorität und katapultiert selbst die härtesten Basselemente mit einer Leichtigkeit und Souveränität und in den Raum, dass man fast meinen könnte, hier erwachsenen Standboxen bzw. einem kleinen PA-System inklusive Subwoofer zu lauschen. Dem ist aber nicht so, denn das was hier spielt, ist „lediglich“ ein klassisch gestyltes Pärchen Lautsprecher, das sich preislich in der Mittelklasse ansiedelt. Und in diesem Stück wäre dann auch die Erklärung für die Bezeichnung „Wolf“ in der eingangs genutzten Umschreibung zu finden, denn einen solchen Durchzug hätten dieser kompakten Box wohl nur die wenigsten Musikfreunde zugetraut. Und es wird noch besser: Die kleine Nubert kann nämlich nicht nur laut und rockig, sondern spielt fast nebenbei durchgängig neutral und perfekt auf den Punkt. Soll heissen: die Box drängt sich klanglich nicht in den Vordergrund. Keine Anzeichen von aufgesetzter Dicke, überbetonten Mitten, überprägnanten Höhen oder nerviger Effekthascherei. Nicht die Spur, denn wird jeder Frequenzanteil gleichberechtigt behandelt und in sauberen und präzisen Hörschall gewandelt. Das Ergebnis ist Musik in ihrer reinsten Form. Eine klangliche Vorgabe, die bei Nubert höchste Priorität besitzt und die in eingangs erwähntem Song, wie auch in Joe Bonamassas „Black Lung Heartache“ deutlich zum Vorschein kommt. In letzterem beleuchtet unser Testduo selbst die letzte Ecke der präzise gestaffelten Klangbühne. Egal ob die prägnante Stimme des US-Künstlers, E-Gitarren, Schlagzeug oder Akustikgitarre, die nuLine 34 nimmt jedes noch so kleine Puzzleteil dieses Songs in ihre Obhut und stellt es an seinen akustisch-korrekten Platz. Das ist weder überspektakulär, noch besonders aufregend. Nein, das ist einfach richtig und lebendig – nicht mehr und nicht weniger! Da ich die 34er schon einmal als Teil eines Surroundsets erleben durfte, war mir von vorn herein klar, dass es sich hier um eine Box handelt, die sich klanglich weit oberhalb des Durchschnitts bewegt. Jetzt, wo ich sie allerdings das erste Mal als Hauptakteure einer Stereo-Kette erlebe, bin ich überrascht und begeistert zugleich. Eine solche packende, durchweg saubere und schöne Performance hatte ich, trotz hoher Zuversicht, nicht erwartet. Doch verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Natürlich gibt es Schallwandler, die voluminöser im Bass zu Werke gehen, die griffiger im Grundton reproduzieren oder wie die jüngst in unserem Hörraum thronende nuVero 10 (Test hier), die noch etwas feiner auflösen. Die sind jedoch allesamt grösser oder deutlich teurer. Berücksichtigt man jedoch den extrem fairen Preis der nuLine 34 und vergleicht sie mit anderen Lautsprechern ihrer Grösse, wird schnell klar, dass es sich hier um einen absoluten Klassenprimus handelt.

 

Die nuLine 34 spielt einfach richtig - nicht mehr, nicht weniger. So muss ein Lautsprecher sein.

Die nuLine 34 spielt einfach richtig – nicht mehr, nicht weniger. So muss ein Lautsprecher sein.

 

 

Fazit
Zusammenfassend muss man sagen, dass die nuLine 34 ein echtes Statement ihrer Klasse ist. Dabei sind Materialqualität, Verarbeitung und Ausstattung allesamt als „Hervorragend“ zu bezeichnen. Und auch klanglich erfüllt dieser gerade einmal 34 Zentimeter hohe Schallwandler sämtliche Erwartungen und zeigt sich als äusserst neutral aufspielende Regalbox mit einem unglaublichen Punch und erstaunlichen Pegelreserven. Wenn Sie auf der Suche nach einem kompakten Lautsprecher sind, der kraftvoll zupackt, wie eine Standbox klingt und bei Bedarf auch mal die Wände wackeln lässt, dann ist die nuLine 34 IHR Lautsprecher.

 

Test & Text: Roman Maier

Fotos: www.lite-magazin.de

 

 

Modell:Nubert
nuLine 34
Preis:335,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Mehrschichtlack in Weiß mit Gitter in Weiß
- Mehrschichtlack in Schwarz mit Gitter in Schwarz
- Mehrschichtlack in Platin mit Gitter in Schwarz
- Echtholzfurnier in Kirsche mit Gitter in Schwarz
- Echtholzfurnier in Nussbaum mit Gitter in Schwarz
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 0800 / 6823780
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):340 x 210 x 310 mm
Gewicht:9,5 Kg
Hochtöner:26 mm Seidengewebekalotte
Tief-/Mitteltöner:180 mm Polypropylenmembran
Besonderes:- exzellente Verarbeitung
- dreistufige Hochtonanpassung
- sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
- erstklassige Bestückung
- neutrale Klangcharakteristik
- Kauf ohne Risiko: 1 Monat Widerrufsrecht
Empfohlene Raumgröße:20 - 35 Quadratmeter
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

 

 

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