von

Redakteur
English
(Google Translate)

Das New Yorker Unternehmen Harman/Kardon gilt seit jeher als ausgesprochen innovationsfreudig. So bewiesen die Amerikaner beispielsweise bereits 1999 mit ihren mehrfach prämierten „Soundsticks“, dass Lautsprecher nicht zwingend langweilig aussehen müssen. Der „Aura“ getaufte Wireless-Speaker schlägt in dieselbe Kerbe und soll ansprechendes Design, bestmöglichen Klang und eine einfache Bedienung miteinander verbinden. Ob dieses Konzept aufgeht? Wir haben es ausprobiert.

Prämiertes Designhighlight und mehr: Harman/Kardons Aura überzeugt durch innere wie äussere Werte.

Prämiertes Designhighlight und mehr: Harman/Kardons Aura überzeugt durch innere wie äussere Werte.

 

 

Erstaunlich einfach, erstaunlich gut

Sicher verpackt kommt der Aura-Lautsprecher zu uns. In einem zeitlos designeten, schwarz/weißen Karton, auf dem nur ein einziger kleiner Farbklecks zu finden ist: Das Logo des „reddot design award“. Mit dieser Auszeichnung wurde der jüngste Spross der Harman/Kardon-Lautsprechersysteme erst kürzlich geehrt. Ein Soundsystem, das einen der wichtigsten europäischen Designpreise einheimst, das macht natürlich neugierig. Kein Wunder also, dass es nur wenige Augenblicke dauerte, bis der erstaunlich massive Aura-Lautsprecher von seiner Verpackung befreit, endlich vor mir steht. Und viel mehr als den Lautsprecher gibt es auch gar nicht auszupacken. Lediglich ein Quick Start Guide und ein Netzteil, das hübsch verpackt in einem schwarzen Schächtelchen auf seinen Einsatz wartet, finden sich zudem noch im Karton. Fakten, die auf eine einfache Installation schliessen lassen.

So einfach (und hübsch) kann HiFi sein: Das Harman/Kardon Aura Wireless-Audio-System.

So einfach (und hübsch) kann HiFi sein: Das Harman/Kardon Aura Wireless-Audio-System.

 

 

Harman/Kardon Aura – Design meets Technik

„Lautsprecher“. Ein Begriff, mit dem, zumindest ich, etwas gänzlich anderes verbinde als das, was da vor mir steht. Denn dieses Gerät mit der Plexiglashaube erinnert viel eher an eine Mischung aus fliegender Untertasse und 70er-Jahre-Designstück, als an einen Schallwandler. Und auch einen Hinweis auf die eigentliche Funktion des Aura gibt es kaum. Zumindest bis man ihn auf den Kopf stellt, denn dann wird der unten liegende Subwoofer sichtbar. Augenblicklich erschließt sich nun auch die Funktion der Kuppel: diese stellt nämlich ein Bassreflexvolumen bereit, das ein Subwoofer zwingend benötigt, um auch mit relativ kleinen Abmessungen hohe Pegel erreichen zu können. Bei der transparenten Kuppel handelt es sich also keinesfalls um einen bloßen Design-Gag. Nein, diese verbindet auf elegante Art Form und Funktion. Die innerhalb der Kuppel umlaufende Stoffabdeckung im Boden beherbergt zudem übrigens weitere sechs Lautsprecher-Membranen. Angesteuert von einem integrierten Digitalen-Sound-Prozessor (kurz DSP) soll so ein räumliches Klangerlebnis erlebbar gemacht werden.
Die Bedienung selbst wird über lediglich vier Sensortasten vorgenommen. Diese erlauben Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie Ein-/Ausschalten, Lautstärkejustage (laut/leise) und die Wahl der gewünschten Quelle. Die Taste für die Wahl letzterer dient dabei gleichzeitig zur Anzeige des gewählten Eingangs: Leuchtet die LED weiß, ist der Digitaleingang aktiv, leuchtet grün, bedeutet dies, dass per WLAN (DLNA oder AirPlay) zugespielt wird, während blau natürlich für den Empfang von Signalen einer Bluetooth-Quelle steht. Leuchtet hingegen keine LED, werden geradeSignale über den analogen AUX-Eingang empfangen. Als ebenso aufgeräumt wie die Front, erwiest sich auch die Rückseite unseres schicken Wireless-Players. Neben der obligatorischen Netzbuchse bietet diese je einen digitalen und einen analogen Eingang sowie einen USB-Anschluss, wobei letzterer nur im Servicefall (z.B. Upgrade) Verwendung findet. Musiksignale empfängt der Aura-Speaker somit also sowohl kabelgebunden über einen der beiden rückseitigen Eingänge als auch kabellos via DLNA-, AirPlay und Bluetooth.

Ein pfiffiges Feature: In Abhängigkeit der Lautstärke nimmt die Leuchtkraft des Harman/Kardon Aura zu (rechts: Aufnahme im abgedunkelten Raum).

Ein pfiffiges Feature: In Abhängigkeit der Lautstärke nimmt die Leuchtkraft des Harman/Kardon Aura zu (rechts: Aufnahme im abgedunkelten Raum).

 

 

Trotz seines geringen Volumens überrascht der Aura durch eine satte und erstaunlich tiefe Basswiedergabe. Verantwortlich dafür zeichnet die im Gehäuseboden eingelassene Subwoofereinheit.

Trotz seines geringen Volumens überrascht der Aura durch eine satte und erstaunlich tiefe Basswiedergabe. Verantwortlich dafür zeichnet die im Gehäuseboden eingelassene Subwoofereinheit.

 

 

Nichts einfacher als das: Die Einrichtung

Nachdem der geeignete Aufstellungsort gefunden ist, muss der Aura nur noch schnell eingerichtet werden. Ein Schritt, der lediglich einmalig bei der ersten Inbetriebnahme erforderlich ist und in wenigen einfachen Schritten entweder über den USB-Anschluss oder kabellos via Bluetooth durchgeführt werden kann.
Man nimmt dafür am besten ein Smartphone auf dem die kostenlose „HK Remote App“ installiert ist. Ob Android- oder iOS-basiert, spielt dabei keine Rolle, für beide Plattformen bietet Harman die App im jeweiligen Appstore zum Download. Nach dem Einschalten des Aura-Systems, welches durch ein akustisches Signal Bestätigung findet, wird zunächst über die eben kurz beschriebene Sensortaste der Bluetooth-Eingang gewählt. Gleich darauf wird auf dem Smartphone die hauseigene Harman-App gestartet. Nach ein paar Sekunden haben beide Geräte dann Kontakt zueinander gefunden und sich miteinander verbunden. Ist dies geschehen, wird die Sensortaste am Aura nochmals betätigt, diesmal um die WLAN-Funktion zu aktivieren. Im Anschluss daran öffnet sich auf dem Smartphone ein Fenster das nachfragt, ob die vorhandenen WLAN-Einstellungen mit dem Harman/Kardon geteilt werden sollen. Stimmt man dem zu, sendet das Handy sämtliche Zugangsdaten über das heimische Netzwerk an den Aura-Lautsprecher und die Installation wird selbstständig durchgeführt und abgeschlossen. Jetzt ist der Aura-Speaker mit dem WLAN Verbunden und quittiert den erfolgreichen Verbindungsaufbau wieder mittels eines akustischen Signals.
Sollte kein passendes Smartphone bzw. Tablet zur Verfügung stehen, kann die Einrichtung auch über den in der Anleitung ausführlich beschrieben Ad-hoc-Modus erfolgen, bei dem sämtliche Zugangsdaten manuell über ein Browserfenster am Computer eingegeben werden können. Soll die künftige Zuspielung ausschließlich über Bluetooth oder Kabel erfolgen, kann diese Einrichtung natürlich entfallen.

Das sinnvoll ausgestattete Anschlussfeld wurde unauffällig in die Geräterückseite eingelassen.

Das sinnvoll ausgestattete Anschlussfeld wurde unauffällig in die Geräterückseite eingelassen.

 

Die mittig eingelassene "Turbine" ist Teil des Bassreflex-Systems. Unter der umlaufenden schwarzen Abdeckung befinden sich zudem sechs DSP-gesteuerte Lautsprecher, die die Reproduktion sämtlicher Hoch- und Mitteltonanteile übernehmen.

Die mittig eingelassene “Turbine” ist Teil des Bassreflex-Systems. Unter der umlaufenden schwarzen Gewebeabdeckung befinden sich zudem sechs DSP-gesteuerte Lautsprecher, die die Reproduktion sämtlicher Hoch- und Mitteltonanteile übernehmen.

 

 

Ansprechend und detailreich – in jeder Beziehung

Weil es so schön einfach ist, benutze ich hauptsächlich iTunes und AirPlay, um Musik zu streamen. Schon wenige Sekunden nach dem Einschalten des Aura erscheint das kleine AirPlay-Logo in der iTunes-Übersicht auf meinem Computer, was symbolisiert, dass der WLAN-Speaker bereit ist, Musikdateien zu empfangen und abzuspielen. Nach einen Klick auf besagtes Symbol ist das Notebook dann mucksmäuschenstill und das Aura-System nimmt seine Arbeit auf. Das tut er von der ersten Sekunde an dann auch mit voller Überzeugung, denn gemessen an seiner Größe und dem extravaganten Äußeren, sieht man dem Aura-Speaker seine klanglichen Fähigkeiten absolut nicht an. Schon bei relativ kleinen Lautstärken glänz das System mit einem brillanten und detailreichen Klang, dem es dank offensichtlich perfekt programmierten DSP auch an Tieftonunterstützung keineswegs mangelt. Zur Justage der Lautstärke bieten sich übrigens gleich drei mögliche Wege: Entweder über den Lautstärkeregler in iTunes, über die „HK Remote App“ auf dem Smartphone oder – noch ein bisschen eleganter – durch einen einfachen Fingerstreich am Gehäuse des Aura. Zwischen den beiden kleinen Symbolen für „Plus“ und „Minus“ befindet sich zu diesem Zweck eine sensible Sensor-Oberfläche, die jede Berührung registriert und infolge dessen die Lautstärke verzögerungsfrei erhöht oder absenkt. Ein echt cooles Feature. Vor allem, wenn man dabei die LED-Beleuchtung des Bassreflex-Kanals beobachtet: In Abhängigkeit davon ob der Pegel angehoben oder verringert wird, verändert sich nämlich die Beleuchtung der Röhre. Entweder nimmt sie im Uhrzeigersinn zu oder sie nimmt ihm entgegen ab.
Dabei ist man in Sachen Maximalpegel nicht auf die Zimmerlautstärke beschränkt. Nein, denn der Aura kann deutlich mehr! Ich habe die Pegelleistung zwar nicht gemessen, aber in durchschnittlichen Zimmergrössen bis 20 Quadratmetern taugt das System definitiv für mehr, als die bloße Hintergrundberieselung. Das gilt sowohl für die erreichbare Maximallautstärke, als auch für den Klang. Denn bis in den letzten Winkel des Raums, ist das Klangbild detailliert, rund und vermittelt einen ansprechenden Einruck von Räumlichkeit und Natürlichkeit. Dabei kann der über die App einstellbare Bass nach Belieben an den eigenen Geschmack angepasst werden. Eine Funktion, von der ich jedoch wenig Gebrauch gemacht habe, denn die Standardeinstellung passt für mein Empfinden schon so gut, dass da eigentlich nichts mehr geändert werden muss. Die Zuspielung via Kabel oder Bluetooth funktioniert übrigens genau so einfach wie die per WLAN. Einfach den passenden Eingang über die Sensortaste auswählen, Kabel anstecken bzw. Bluetooth am Quellgerät aktivieren und es kann los gehen.

Das Design des Harman/Kardon Aura ist oscarverdächtig. Darüber hinaus weiss das "All-In-One-Set" aber auch klanglich zu überzeugen.

Das Design des Harman/Kardon Aura ist oscarverdächtig. Darüber hinaus weiss das “All-In-One-Set” aber auch klanglich zu überzeugen.

 

 

Fazit

Mit einer Preisempfehlung von 399,00 Euro ist das Harman/Kardon Aura Home Audio System zwar nicht das günstigste Gerät seiner Klasse aber er ist definitiv das mit dem coolsten Design. Die kinderleichte Bedienung und die beeindruckenden klanglichen Fähigkeiten machen den Aura zu einem gelungenen Gesamtpaket, das von seiner AirPlay-Kompatibilität sowie der cleveren App-Steuerung optimal abgerundet wird. Sind Sie also auf der Suche nach einem Wireless-Lautsprecher, ganz gleich ob für die Küche, fürs Jugend-, Wohn- oder Schlafzimmer oder das Büro, folgen Sie meinem Tipp und sehen (und hören) sie sich den Harman/Kardon Aura einmal genauer an. Es lohnt sich!

 

Test & Text: Jonas Bednarz

Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

 

Modell:Harman/Kardon
Aura
Produktkategorie:WLAN-Lautsprecher
Preis:399,00 Euro
Garantie2 Jahre
Ausführungen:schwarz
Vertrieb:Harman Deutschland, Heilbronn
Tel.: 0724 / 8711132
www.harmankardon.de
Abmessungen (HTB):270 x 215 x 215 mm
Gewicht:2, Kg
Leistung2 x 15 + 1 x 30 Watt
Frequenzbereich:50 Hz – 20 kHz
Eingänge:- AirPlay
- DLNA
- Bluetooth
- analog Audio
Lautstärkeregelung:- via Quelle (z.B. Smartphone)
- über obenliegende Taster
- über HK Remote App
Lieferumfang- AuraLautsprecher
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

 

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt