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Ein Motorradmechaniker lebt ein ruhiges Leben auf dem Land und merkt nicht, wie ihn seine Vergangenheit langsam einholt und wieder Besitz von ihm ergreift.... Stereo – Dieser Thriller bleibt im Kopf

Ein Motorradmechaniker lebt ein ruhiges Leben auf dem Land und merkt nicht, wie ihn seine Vergangenheit langsam einholt und wieder Besitz von ihm ergreift.

Erik (Jürgen Vogel) lebt ein entspanntes Leben auf dem Land und schraubt in seiner Werkstatt an Motorrädern herum - normalerweise... (© EuroVideo)

Erik (Jürgen Vogel) lebt ein entspanntes Leben auf dem Land und schraubt in seiner Werkstatt an Motorrädern herum – normalerweise… (© EuroVideo)

 

 

Erik (Jürgen Vogel) ist ein lässiger 40-Jähriger mit tätowierten Armen und einer eigenen Werkstatt auf dem Land, in der er mit viel Freude an Motorrädern herumschraubt und gelegentliche Spritztouren inmitten von Feldern und Windrädern unternimmt. Seine Freizeit verbringt er mit seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und deren kleinen Tochter Linda (Helena Schoenfelder). So verläuft sein Leben sehr entspannt, doch als eines Tages eine Wohnmobil-Kolonne seine Werkstatt passiert, wird er zunehmend unruhig. Denn fortan ist ein Typ im Kapuzenpulli sein ständiger Begleiter – Henry (Moritz Bleibtreu), eigentlich eine coole Sau, aber leider auch ein echter Drecksack.

 

Schnell erweist er sich als Belastung für Eriks ruhiges Leben. Alle Versuche, ihn zum Verschwinden zu bewegen, scheitern und die für Erik so wichtige Beziehung zu Julia wird plötzlich verkompliziert. Zumal deren Vater Wolfgang (Rainer Bock), ein Polizist, sich zunehmend für Eriks Vergangenheit in der Großstadt interessiert – und das ist ein sehr dunkles Kapitel, in dem sich mehr verbirgt als für Erik selbst vorstellbar ist…

Als plötzlich Henry (Moritz Bleibtreu), ein Typ im Kapuzenpulli, erscheint, wird Erik immer nervöser. (© EuroVideo)

Als plötzlich Henry (Moritz Bleibtreu), ein Typ im Kapuzenpulli, erscheint, wird Erik immer nervöser. (© EuroVideo)

 

 

Es ist erstaunlich, wie extrem eine Geschichte sich in weniger als einer Stunde entwickeln kann. Wenngleich die grobe Richtung vielleicht mal zu erahnen ist, überrascht die Handlung von Stereo mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Damit das funktioniert, müssen allerdings alle Beteiligten eine verdammt gute Leistung abliefern. Und das tun sie. Allen voran Regisseur und Drehbuchautor Maximilian Erlenwein, der den Thriller gemeinsam mit Kameramann The Chau Ngo derart packend inszeniert, dass der Film auch nach der letzten Szene noch lange im Kopf herumspukt.
So überrascht es nicht, dass der mit einer noch sehr überschaubaren Regiekarriere (Stereo ist erst sein zweiter Film) ausgestattete Erlenwein mit seinem Drehbuch so bekannte und erfahrene Schauspieler wie Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu und Petra Schmidt-Schaller für Stereo gewinnen konnte. Die drei Hauptdarsteller erwecken ihre Figuren mit wahnsinnig hoher Intensität zum Leben und vor allem die Chemie zwischen Vogel und Bleibtreu ist enorm. Obwohl beide zuvor noch nie nennenswert zusammengearbeitet haben (womit sie sich im „Zoff-Clip“ im Bonusmaterial auch gekonnt gegenseitig auf den Arm nehmen), hinterlassen sie den Eindruck, schon seit Ewigkeiten ein eingespieltes Team zu sein. Für die besonderen Momente in einer ohnehin speziellen Geschichte sorgt der sehr erfahrene und brillante Georg Friedrich in der Rolle des Gangsterbosses Keitel.

Georg Friedrich liefert als Gangsterboss Keitel wie der Rest der Darsteller eine brillante Leistung ab. (© EuroVideo)

Georg Friedrich liefert als Gangsterboss Keitel wie der Rest der Darsteller eine brillante Leistung ab. (© EuroVideo)

 

 

Interessant ist (auch in anderen Rezensionen), dass der Kultfilm „Fight Club“ bei so ziemlich jedem Vergleich gerne als Gegenstück für Stereo herangezogen wird. Tatsächlich erinnert Stereo gleich in mehreren Details an den Klassiker mit Edward Norton und Brad Pitt, ist allerdings vom Ansatz her ganz anders und vor allem die Beziehung zwischen Erik und Henry verläuft völlig anders als die zwischen dem namenlosen Erzähler aus Fight Club und Tyler Durden. Auch in Sachen Kameraführung, Bild und Musik unterscheidet sich Stereo in einer ganz eigenen Art sehr von thematisch ähnlichen Filmen. Die Einstellungen fangen die Szenen sehr dynamisch und mitreißend ein, die Ausleuchtung und Farbgebung passt von vorne bis hinten perfekt zu den jeweiligen Abschnitten der Handlung. Die Musik unterstützt den visuellen Eindruck ebenfalls gekonnt und so ist es Erlenwein möglich, in Stereo fast die gesamte Bandbreite seines Könnens als Regisseur unter Beweis zu stellen. Ob ruhige Intimität oder brutaler Schlagabtausch – das Maß stimmt immer, nichts wirkt aufgesetzt oder übertrieben.

Exemplarisch für die Vergleiche zum Kult-Thriller "Fight Club" ist die Szene mit Eriks (Jürgen Vogel, r.) und Henrys (Moritz Bleibtreu, m.) Besuch bei einem eher desinteressierten Arzt. (© EuroVideo)

Exemplarisch für die Vergleiche zum Kult-Thriller “Fight Club” ist die Szene mit Eriks (Jürgen Vogel, r.) und Henrys (Moritz Bleibtreu, m.) Besuch bei einem eher desinteressierten Arzt. (© EuroVideo)

 

 

Fazit

Während Hollywood-Thriller gerne mal übers Ziel hinausschießen, erzählt die deutsche Produktion Stereo eine extrem packende und vor allem schlüssige Geschichte. Sowohl Schauspieler als auch Crew beweisen ihr riesiges Potenzial und schaffen ein grandioses Werk, das gleichermaßen für Begeisterung wie Nachdenken sorgt.

 

 

„Stereo“ erscheint am 20. November 2014 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von EuroVideo.

 

 

Genre
Thriller

Laufzeit
ca. 98 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
Maximilian Erlenwein

Cast
Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu, Petra Schmidt-Schaller, Georg Friedrich

 

 

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