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Weil der erfolglose Schauspieler Aidan von äußeren Umständen dazu gezwungen wird, seinen Alltag zu überdenken, macht er sich zum ersten Mal seit langer Zeit... Wish I was here – Was macht das Leben lebenswert?

Weil der erfolglose Schauspieler Aidan von äußeren Umständen dazu gezwungen wird, seinen Alltag zu überdenken, macht er sich zum ersten Mal seit langer Zeit Gedanken über das Leben und die Träume seiner Familie und sich selbst.

Für Schauspieler und Familienvater Aidan Bloom (Zach Braff, 3.v.r.) verlaufen die Castings nicht besonders gut. (© EuroVideo Medien GmbH)

Für Schauspieler und Familienvater Aidan Bloom (Zach Braff, 3.v.r.) verlaufen die Castings nicht besonders gut. (© EuroVideo Medien GmbH)

Für Aidan Bloom (Zach Braff) läuft es nicht besonders rund. Als Schauspieler hat er seit einer Shampoo-Werbung keine Rollen mehr bekommen und wandert von einem Casting zum anderen. Seine Frau Sarah (Kate Hudson) sorgt für das Einkommen der Familie, während sein Vater (Mandy Patinkin) die Kosten für die jüdische Privatschule der beiden Kinder Grace (Joey King) und Tucker (Pierce Gagnon) übernimmt. Doch als Aidans Vater das Schulgeld nicht mehr bezahlen kann, weil er seine Ersparnisse für die Behandlung seiner zurückgekehrten Krebserkrankung benötigt, muss Aidan eine Alternative finden. Der Rabbi, der der Privatschule vorsteht, hat für Aidans Probleme allerdings wenig übrig und sieht sich lieber lustige Videos im Internet an. Also muss Aidan fortan seine Kinder selbst unterrichten, was ihm zunächst kaum gelingt.
Da Sarah währenddessen aufgrund ihres anspruchslosen Bürojobs im Wasserwerk zunehmend frustriert ist, gerät das Familienleben ins Wanken. Aidans Bruder Noah (Josh Gad) ist als sprunghafter App-Entwickler bzw. Blogger bzw. Cosplayer in diesem Moment auch keine große Hilfe. Doch die angespannte Situation hat auch ihr Gutes: Weil das „Swear Glas“ durch die ständigen der Unzufriedenheit geschuldeten Kraftausdrücke im Hause Bloom prall gefüllt ist, beschließt Aidan, dass es endlich Zeit wird, sich um ein paar unerfüllte Träume zu kümmern. Da sich außerdem die Gesundheit seines Vaters zunehmend verschlechtert, weicht er vom Lehrplan seiner Kinder ab und erklärt ihnen lieber das wahre Leben. Dabei stellt er fest, dass auch ihm selbst so manche Dinge darin noch nicht wirklich bewusst waren…

Seine Frau Sarah (Kate Hudson) sorgt durch ihren eintönigen Bürojob für die Familie. (© EuroVideo Medien GmbH)

Seine Frau Sarah (Kate Hudson) sorgt durch ihren eintönigen Bürojob für die Familie. (© EuroVideo Medien GmbH)

Im Wesentlichen besteht Wish I was here aus einer subtilen, aber zielgenauen Kritik am Lebensstil der heutigen Zeit, in der Erfolg, Geld und Selbstoptimierung wichtiger sind als persönliche Weiterentwicklung, Nächstenliebe oder das Glücklich sein als solches. Youtube-Videos haben einen wichtigen Platz im Leben diverser Menschen eingenommen und drängen wirklich relevante Dinge aus dem Fokus. Und anstatt an den schlechten Angewohnheiten der Leute zu arbeiten, werden stattdessen diejenigen, die dadurch beeinträchtigt werden, zum „locker sein“ aufgefordert – Probleme werden verdrängt und nicht gelöst. Für Aidan lässt sich aber nichts mehr verdrängen und plötzlich hat er zusätzlich zu den persönlichen Problemen auch noch die wenig hilfsbereite Gesellschaft gegen sich. Immerhin gibt es in der anonymen Masse immer noch einige Individuen, die nicht vergessen haben, worauf es ankommt.

Die angespannte Situation bewegt Aidan dazu, das prall gefüllte "Swear Glas" endlich sinnvoll einzusetzen. (© EuroVideo Medien GmbH)

Die angespannte Situation bewegt Aidan dazu, das prall gefüllte “Swear Glas” endlich sinnvoll einzusetzen. (© EuroVideo Medien GmbH)

 

Dazu gehören natürlich vor allem Aidans Familienmitglieder, die vor allem in den weiblichen Rollen extrem gut dargestellt werden. Kate Hudson kann als ebenso aufopferungs- wie liebevolle Mutter genauso überzeugen wie Nachwuchstalent Joey King als Tochter Grace. Die junge Darstellerin sorgt immer wieder völlig unvermittelt für prägende Szenen des Films, insbesondere im Zusammenspiel mit dem deutlich älteren Mandy Patinkin, der ihren Großvater verkörpert und zuletzt vor allem in der US-Serie „Homeland“ in Erscheinung getreten ist. Zach Braff selbst beweist einmal mehr, dass in ihm viel mehr steckt als seine Rolle des lustigen Arztes „JD“ aus der Serie „Scrubs“. In alter Verbundenheit zu diesem Meilenstein seiner Karriere darf natürlich auch der Gastauftritt von Donald Faison als Autoverkäufer nicht fehlen. Überhaupt tauchen so einige bekannte Gesichter auf, allen voran James Avery und Jim Parsons als weitere Casting-Teilnehmer. Letzterer war neben Zach Braff übrigens als einziger Darsteller bereits bekannt, als die Kickstarter-Kampagne für Wish I was here startete. Trotz dieser Ungewissheit über das Projekt war die angepeilte Summe bereits innerhalb weniger Tage erreicht und sogar Joey King beteiligte sich mit einer Spende, bevor sie schließlich selbst für den Film engagiert wurde. Der Unterstützung seiner Fans konnte sich Braff also sicher sein. Kritiker allerdings warfen Braff später vor, sich seit „Garden State“, seinem gelobten Regie- und Drehbuch-Debüt, nicht weiterentwickelt zu haben und den ersten Film im Prinzip zu wiederholen. Was sie dabei außer Acht lassen, ist, dass Wish I was here bewusst als Nachfolger konzipiert ist und dementsprechend natürlich Ähnlichkeiten aufweisen muss. So ergänzen sich beispielsweise einige Details der beiden Filme (in „Garden State“ stirbt die Mutter des unverheirateten, kinderlosen Protagonisten, in „Wish I was here“ ist sie bereits länger tot und der Protagonist ist Familienvater) und die Situation des Protagonisten beziehungsweise der Blickwinkel des Films ist fortgeschritten, während sich andere Dinge zugegeben wiederholen.

Nicht zuletzt durch Aidans plötzliche Initiative verbessert sich auch die Beziehung zu Sarah. (© EuroVideo Medien GmbH)

Nicht zuletzt durch Aidans plötzliche Initiative verbessert sich auch die Beziehung zu Sarah. (© EuroVideo Medien GmbH)

 

Die Blu-ray enthält fast eine Dreiviertelstunde Bonusmaterial. Etwas mehr als 25 Minuten davon sind entfallene Szenen, die wahlweise auch mit Audiokommentar angesehen werden können. Bildqualität und der Ton der Disc sind extrem gut, bereits in der ersten Szene fällt das gelungene Spiel mit der in einen Wald leuchtenden Sonne sehr positiv auf. Der Ton selbst wird zwar nur selten richtig gefordert (etwa in der Probefahrt mit einem Aston Martin), weiß aber auch in kleinen Details zu überzeugen. Besonders beeindruckend ist jedoch der Soundtrack, denn es gibt wohl wenige Filme, die eine so perfekt passende musikalische Untermalung der Szenen vorweisen können. Dadurch bekommt Wish I was here diese ganz besondere Atmosphäre, die erahnen lässt, wie viel Zach Braff an der Umsetzung des Projekts gelegen haben muss.

Hochkarätig sind auch die Gaststars: Jim Parsons (r.) tritt ebenfalls als Castingteilnehmer auf. (© EuroVideo Medien GmbH)

Hochkarätig sind auch die Gaststars: Jim Parsons (r.) tritt ebenfalls als Castingteilnehmer auf. (© EuroVideo Medien GmbH)

Fazit

Dank der zahlreichen Vorschusslorbeeren hat Wish I was here sicherlich mit der ein oder anderen zu hohen Erwartung zu kämpfen. Die Einordnung als Komödie wird womöglich auch zu falschen Vorstellungen führen, denn Zach Braff hat hier eine ziemlich tiefgehende Geschichte in bewegte Bilder verpackt. Das ist ihm und dem hochkarätig besetzten Cast allerdings hervorragend gelungen. Kurz gesagt: Wish I was here ist auf jeden Fall sehenswert, sollte für ein unverfälschtes Erlebnis aber nicht als typische Komödie angegangen werden.

„Wish I was here“ ist als DVD und Blu-ray im Vertrieb der EuroVideo Medien GmbH erhältlich.

Genre
Tragikomödie

Laufzeit
ca. 106 Minuten

Altersfreigabe
ab 6 Jahren

Regie
Zach Braff

Cast
Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin, Josh Gad, Joey King, Jim Parsons

90 %

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85 %

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88 %

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