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Weil der Sohn seines früheren Bosses ihn überfällt und sein Auto stiehlt, kehrt John Wick aus dem Ruhestand zurück ins Berufsleben. Vollzeit und ziemlich... John Wick – Auch Killer haben ihre Regeln

Weil der Sohn seines früheren Bosses ihn überfällt und sein Auto stiehlt, kehrt John Wick aus dem Ruhestand zurück ins Berufsleben. Vollzeit und ziemlich schwer bewaffnet.

Ziemlich geladen: John Wick (Keanu Reeves) ist verdammt sauer. (© Studiocanal)

Ziemlich geladen: John Wick (Keanu Reeves) ist verdammt sauer. (© Studiocanal)

John Wick (Keanu Reeves) hat sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und lebt mit seiner Frau Helen (Bridget Moynahan) ein ruhiges Leben. Leider ist Helen schwer erkrankt und es dauert nicht lang, bis sie zusammenbricht und John die lebenserhaltenden Maschinen abstellen lassen muss. Damit er nicht allein ist, hat Helen vorgesorgt und schickt ihm sozusagen posthum einen kleinen Hund, um den John sich kümmern soll. Schließlich verbringt er seine Zeit ansonsten lediglich damit, mit seinem Ford Mustang auf dem Gelände eines Flughafens herumzudriften. Bei der ersten Ausfahrt mit Hund trifft er an einer Tankstelle auf Iosef Tarasov (Alfie Allen), der sein Auto kaufen will. John lehnt ab und Iosef, der größenwahnsinnige Sohn von Gangsterboss Viggo (Michael Nyqvist), stiehlt daraufhin den Wagen aus Johns Garage. Schlimm genug, doch mit seinen Leuten verprügelt er auch John und tötet dabei seinen Hund. Zeit für ihn, aus dem Ruhestand zurückzukehren und den bösen Jungs die Hölle heiß zu machen. Viggo weiß natürlich, dass das ein Problem ist und setzt alles daran, John zuerst zu erwischen, indem er andere Profikiller wie Miss Perkins (Adrianne Palicki) und sogar Johns alten Freund Marcus (Willem Dafoe) auf ihn ansetzt.

Der Grund: Iosef (Alfie Allen) hat Johns Auto geklaut und seinen Hund getötet. (© Studiocanal)

Der Grund: Iosef (Alfie Allen) hat Johns Auto geklaut und seinen Hund getötet. (© Studiocanal)

John Wick ist kein Mann des sanften Umgangs oder vieler Worte. Er ist ein knallharter Killer, ganz in Schwarz gekleidet und verdammt sauer. Selten hat man einen Film mit so vielen Kopfschüssen gesehen, die zudem größtenteils aus nächster Nähe und sehr deutlich gezeigt werden. Irgendwie wirkt das ganze durch die Perfektion, mit der Wick dabei vorgeht, aber so surreal, dass es nicht so brutal rüberkommt, wie es tatsächlich ist. Überhaupt hat der Actionthriller sehr viele relativ absurde Szenen, da die auftretenden Killer in einer Parallelwelt mit ganz eigenen Gesetzen agieren. Dass diese Gesetze in John Wick am laufenden Band gebrochen werden, erklärt sich von selbst.
Sehr absurd wirkt im ersten Moment auch der grundlegende Anlass für das ganze Chaos, das John anrichtet. Ein geklautes Auto und ein toter Hund – nachvollziehbar, dass man da ungehalten wird, aber gleich zig Leute umbringen? Nun ist das Auto für John allerdings gar nicht so wichtig, vielmehr geht es ihm um den kleinen Hund, den seine Frau ihm schenkte. Er war, wie John selbst erklärt, sein Hoffnungsschimmer, ein Trost, um seinen Schmerz zu vergessen. Natürlich ist auch das noch nicht wirklich eine Rechtfertigung, gibt aber immerhin der Story deutlich mehr Sinn.

Sein Vater und Gangsterboss Viggo (Michael Nyqvist) weiß, dass das nicht besonders clever war. (© Studiocanal)

Sein Vater und Gangsterboss Viggo (Michael Nyqvist) weiß, dass das nicht besonders clever war. (© Studiocanal)

 

Die Hauptfigur John Wick ist natürlich die mit Abstand coolste Sau der Story, grandios verkörpert von Keanu Reeves. Wie schon so oft beweist er sein Talent für abgebrühte, schlagfertige Typen und übernahm eine Menge der Stuntszenen selbst – obwohl er privat eher mit dem Motorrad unterwegs ist und nicht unbedingt wie John Wick auf Autos steht. Wer Reeves allerdings prinzipiell nicht mag, wird ihn auch als John Wick nicht besonders toll finden. Möglicherweise gilt das auch für Alfie Allen als Iosef, den der ein oder andere vielleicht aus der Serie „Game of Thrones“ kennt. Als Iosef kann er nicht wirklich überzeugen, was allerdings zum Großteil daran liegen mag, dass diese Rolle ohnehin ziemlich fies und feige angelegt ist und sich im Gegensatz zum Antagonisten Viggo überhaupt nicht weiterentwickelt. Interessant ist allerdings, dass der Brite Allen und der Schwede Michael Nyqvist als sein Vater Viggo es ziemlich gut schaffen, russische Gangster zu verkörpern. Auch hier kommt übrigens die absurde Komik zum Tragen, da ausgerechnet die rechte Hand von Viggo kein Russisch versteht und seinen Boss immer wieder daran erinnern muss.
Wie immer über alle Zweifel erhaben ist Willem Dafoe als undurchschaubarer Killer Marcus. Es scheint völlig egal, welche Rolle Dafoe übernimmt, die Umsetzung gelingt immer. Und obwohl er in John Wick relativ zurückhaltend agiert, bleibt seine Performance trotzdem im Gedächtnis hängen. Nicht ganz so spektakulär tritt Adrianne Palicki (u.a. „G.I. Joe“) als eine der Gegenspielerinnen von John in Erscheinung, behauptet sich im ansonsten männerdominierten Film allerdings trotzdem sehr gut und ist beileibe nicht nur da, um nett auszusehen.

Also setzt er diverse Killer auf Wick an, darunter Miss Perkins (Adrianne Palicki). (© Studiocanal)

Also setzt er diverse Killer auf Wick an, darunter Miss Perkins (Adrianne Palicki). (© Studiocanal)

 

Nett aussehen wäre für das Bild der Blu-ray untertrieben, hier wird ordentlich abgeliefert. Größtenteils ist es sehr kühl gefiltert, was allerdings zum Rachefeldzug von John Wick passt. Soundtechnisch geht der Film ebenso kompromisslos zu Werke wie sein Protagonist und insbesondere in den Kampfszenen ist ordentlich was los. Kurz vor den krachenden Schießereien und Gefechten leitet stets dynamische Musik das bevorstehende Durcheinander ein, was die Stimmung schon mal ordentlich anheizt.

Wer nach dem Film noch nicht genug hat, darf sich auf ein recht reichhaltiges Bonusmaterial freuen. Insgesamt gibt es rund 48 Minuten interessanter Featurettes, die unter anderem die teilweise durchaus innovative Stuntchoreographie beleuchten und die Regisseure und Schauspieler vorstellen. Dazu gibt es ein neunminütiges Making-Of sowie Trailer und Audiokommentar.

Im Krieg der Killer hat aber auch Johns alter Kumpel Marcus (Willem Defoe) noch ein Wörtchen mitzureden. (© Studiocanal)

Im Krieg der Killer hat aber auch Johns alter Kumpel Marcus (Willem Defoe) noch ein Wörtchen mitzureden. (© Studiocanal)

Fazit

Ein extrem actiongeladener Thriller mit einem wieder einmal sehr coolen Keanu Reeves macht John Wick zum Muss für Freunde von Filmen mit Schießereien und Kampfszenen. Die ziemlich ausgeglichenen Handgemenge wirken deutlich realistischer als in den meisten Blockbustern. Das alles wird von dem sehr gelungenen Bild und dynamischer Soundkulisse stimmungsvoll untermalt, was die Blu-ray zu einer Empfehlung fürs Heimkino macht.

„John Wick“ ist als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Studiocanal erhältlich.

Genre
Action/Thriller

Laufzeit
ca. 101 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
David Leitch, Chad Stahelski

Cast
Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Willem Dafoe, Adrianne Palicki, Bridget Moynahan, Alfie Allen

80 %

94 %

96 %

87 %

83 %

89 %

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