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Max Rockatansky kämpft weiter ums Überleben. Diesmal gegen Immortan Joe und seine schier übermächtige Armee von Warboys. Gelegen kommt ihm dabei die Imperatorin Furiosa,... Mad Max: Fury Road – Einmal Wüste und zurück

Max Rockatansky kämpft weiter ums Überleben. Diesmal gegen Immortan Joe und seine schier übermächtige Armee von Warboys. Gelegen kommt ihm dabei die Imperatorin Furiosa, deren Flucht Max plötzlich ungeahnte Möglichkeiten bietet.

Mad Max (Tom Hardy) ist zurück und immer noch mies drauf. (© Warner Bros)

Mad Max (Tom Hardy) ist zurück und immer noch mies drauf. (© Warner Bros)

 

 

Auf seiner rastlosen Suche nach einem besseren Leben wird Max Rockatansky von der ihn verfolgenden Warboys-Gruppe gefangen genommen und in das Verlies des Alleinherrschers Immortan Joe gebracht. Nachdem ein Fluchtversuch scheitert, sitzt Max in einem Käfig in Einzelhaft. Im Anschluss an eine nicht näher beschriebene Behandlung dient der Körper des Gefangenen schließlich als Blutspender für den geschwächten Warboy Nux. Als Letzterer sich der Verfolgung der Imperatorin Furiosa anschließt, die mit den fünf Lieblingsfrauen Immortan Joes auf der Flucht ist, nimmt er seinen “Blutbeutel” kurzerhand mit.

Während der darauf folgenden, extrem turbulenten und ereignisreichen Hatz – die zur Zerstörung vieler der kreativsten Retro-Schrottvehikel sorgt, die die Filmwelt wohl je hervorgebracht hat und ganz nebenbei auch noch jede Menge Opfer fordert – gelingt es Max schließlich, sich selbst zu retten. Frei ist er aber noch lange nicht, mittels einer langen Kette ist der Hauptprotagonist weiterhin mit dem zunächst totgeglaubten Nux verbunden. Als der Flüchtige schließlich Furiosa und ihre Begleiterinnen entdeckt und den sechs Frauen (in Folge eines sich immer wieder wendenden Kampfes) die Gewalt über den gepanzerten Sattelschlepper entreißt, scheint Max endlich gerettet. Doch Furiosa hat noch ein Ass im Ärmel – und Immortan Joe denkt natürlich auch nicht daran, klein beizugeben …

Einer der Gründe: die durchgeknallten Warboys von Immortan Joe benutzen ihn ungefragt als Blutspender. (© Warner Bros)

Einer der Gründe: die durchgeknallten Warboys, u.a. angeführt von Immortan Joes Sohn benutzen ihn ungefragt als Blutspender. (© Warner Bros)

 

 

Das Warten hat ein Ende

30 Jahre nach “Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel” liefert Regisseur George Miller mit Mad Max: Fury Road die langersehnte und seit Jahren angekündigte Fortsetzung der 80er-Jahre-Erfolgstrilogie. Ohne direkten Bezug auf seinen Vorgänger zu nehmen, passt sich das Sequel nahtlos der Erfolgsreihe an. Einerseits bezogen auf die schier trostlose Welt aus Sand, Rost, Zerstörung und Gewalt. Andererseits bezogen auf den Handlungsstrang und den durchweg hoch gehaltenen Spannungsbogen. Und obwohl Fury Road die Geschichte des Einzelgängers Max Rockatansky glaubwürdig weitererzählt, steht dieser Film auch völlig für sich selbst. Wer also die ersten drei Teile nicht gesehen hat, muss dies nicht zwingend nachholen, um sich in der Story zurechtzufinden. Das funktioniert, weil Miller seinem Publikum eine breite Palette unterschiedlichster Dramen kredenzt und das Ganze mit explosiven Action-Szenen auffüllt, die – selbst bei einer Gesamtlänge von fast zwei Stunden – unerschöpflich wirken.

Und auch wenn der Film einige Fragen unbeantwortet lässt – z. B. warum Max den für ihn nutzlosen Nux nicht einfach tötet, als er die Gelegenheit hat, während jeder andere Warboy die Begegnung mit Max mit seinem Leben bezahlt – und teilweise unlogisch erscheint, behält der Zuschauer dennoch die Übersicht und Neugier. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass Miller auf unnötig verstrickte Handlungsstränge und willkürlich in die Handlung gepresste Charaktere verzichtet und sich stattdessen auf das Wesentliche konzentriert: Nämlich eine ereignisreiche Geschichte zu erzählen, die nicht überfordert und auch nicht langweilt. Dass es dabei des Öfteren zu bizarren Ausritten kommt – wie die Darstellung des adrenalinüberfluteten Gitarristen, der (während der Fahrt auf einem Truck) vor einer gigantischen Lautsprecherwand stehend auf seine flammenwerfende E-Gitarre eindrischt, oder eine zweiköpfige Echse auftaucht, die Max als kleine Zwischenmahlzeit dient – treibt die Verrücktheit der gesamten Szenerie immer wieder punktuell auf die Spitze.

Immerhin kommt Max aufgrund dessen aus dem Verlies frei, als die Warboys Jagd auf Furiosa machen. (© Warner Bros)

Immerhin kommt Max aus dem Verlies frei, als die Warboys Jagd auf die flüchtende Furiosa machen. (© Warner Bros)

 

 

Schauspieler: Da war mehr drin

Auch wenn Tom Hardy (u.a. “The Dark Knight Rises”, “Inception”) nicht allzutief in die Kiste seines Könnens griff – was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass ausnahmslos auf Hintergrundinfos zu den Hauptcharakteren verzichtet wird – kann seine Interpretation des Max dennoch überzeugen. Obwohl mit offensichtlich angezogener Handbremse agierend, gelingt es Hardy, den einsilbigen Alleingänger in jeder Sekunde überzeugender zu spielen, als es sein Vorgänger Mel Gibson je konnte. Und das obwohl (oder gerade weil) Gibson in seinen Filmen deutlich mehr “zu sagen” hatte.

Furiosa (Charlize Theron) hat sich nämlich mit einem Truck von Immortan Joe abgesetzt. (© Warner Bros)

Furiosa (Charlize Theron) hat sich nämlich mit einem Truck, oder besser gesagt: mit einer fahrenden Festung von Immortan Joe abgesetzt. (© Warner Bros)

 

 

Ähnlich viel Positives ist über Charlize Theron (“Prometeus – Dunkle Zeichen”) leider nicht zu sagen, die die Imperatorin Furiosa meiner Meinung nach fast durchweg mimikfrei und monoton, ja fast schon versteinert gibt. Bleibt noch Nux. Wenn man so will, die dritte Hauptrolle. Kaum wiederzuerkennen gespielt von Nicholas Hoult (bekannt aus zwei X-Men-Teilen), der seine Sache mehr als ordentlich macht und dem es gelingt, seiner optisch kaum zu unterscheidenden Figur ein wenig Leben einzuhauchen und ihn tatsächlich aus der Masse der schier unzähligen Warboys herausstechen lässt. Eine ordentliche Darbietung, für die er aber wohl auch keinen Preis einheimsen wird.

Während der Jagd gelingt Max die Flucht und sofort startet er die Gegenattacke. (© Warner Bros)

Während der Jagd gelingt Max die Flucht und sofort startet er die Gegenattacke. (© Warner Bros)

 

 

Ton, Bild & Extras

Bestnoten in allen drei Disziplinen! Zuallererst sei hier die Tonabmischung erwähnt. Während die synchronisierte Abmischung gern mal Welten von der Qualität der Originaltonspur entfernt ist, bietet die deutsche Tonspur nahezu Referenzniveau. Und das durchgängig. Angefangen bei der breit in den Hörraum gehämmerten Stimme des Hauptprotagonisten aus dem Off, über die bedrohlichen Motorengeräusche, bis hin zu den gewaltigen Explosionen bekommen sämtliche Lautsprecher hier richtig was zu tun – und zwar fast pausenlos. Wer also über ein entsprechendes Mehrkanalequipment verfügt, wird einige der gebotenen Passagen zukünftig sicher des Öfteren zu Vorführzwecken nutzen.

Dafür tut er sich mit Furiosa zusammen. (© Warner Bros)

Dafür tut er sich mit Furiosa zusammen. (© Warner Bros)

 

 

Die Bildqualität ist ebenfalls mit “sehr gut” zu bewerten. Neben einer sauber und homogen über den gesamten Bildbereich gezogenen Schärfe besticht das Bild hier durch seine Ausgeglichenheit und Feindarstellung. So hat nur die auf den ersten Blick vielleicht eher trostlos wirkende Sand-Einöde erstaunliche Einzelheiten zu bieten, während der retrofuturistische Fuhrpark haufenweise spannende Details erkennen lässt. Ebenfalls beeindruckend: obwohl der Film hauptsächlich tagsüber und in offensichtlich sengender Hitze spielt, werden wichtige Bildinhalte niemals überstrahlt oder unscharf dargestellt.

In Sachen Bonus gibt es ebenfalls viel zu entdecken. Neben detaillierten Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten und den eingesetzten Autos, Lastern und Motorrädern und nicht verwendeten Szenen bietet die Blu-ray-Version noch jede Menge weiterer Extras.

Angesichts der durchgedrehten Gegner ist schließlich jede Unterstützung Gold wert. (© Warner Bros)

Angesichts der durchgedrehten Gegner, hier Immortan Joe, ist schließlich jede Unterstützung Gold wert. (© Warner Bros)

 

 

Fazit

Erwartungsgemäß gehört Mad Max: Fury Road nicht zu den Filmen, die bei der nächsten Oscarverleihung in der ersten Reihe stehen werden. Nicht schlimm, denn auch 30 Jahre nach “Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel” zaubert George Miller einen durchweg gelungenen Endzeit-Blockbuster aus dem Hut, der nahtlos an seine Vorgänger ankoppelt, dem es zugleich aber gelingt, auch “auf eigenen Füßen” zu stehen. Ein Film, der in Sachen Kulisse und akustischer Abmischung ganz sicher zum Besten gehört, was das Filmjahr 2015 zu bieten hat und der – trotz fast zweistündiger Laufzeit – durchweg kurzweilig daher kommt. Aufgrund seiner brachialen Audiospur, die dem Lautsprecherset und dem Auditorium kaum eine Verschnaufpause gönnt, ist Mad Max: Fury Road eine absolute Empfehlung für anspruchsvolle Heimkino-Enthusiasten.

„Mad Max: Fury Road“ ist als DVD und Blu-ray im Vertrieb von Warner Bros erhältlich.

Genre
Action

Laufzeit
ca. 120 Minuten

Altersfreigabe
ab 16 Jahren

Regie
George Miller

Cast
Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Rosie Huntington-Whiteley, Zoë Kravitz, Courtney Eaton, Josh Helman, Iota, Nathan Jones, Junkie XL, Hugh Keays-Byrne, Riley Keough, Nick Lathouris

80 %

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