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Kleine und universell einsetzbare DACs sind wahre Wundermittel, wenn es um guten Klang geht. Ein besonders schickes Exemplar vom französischen Digital-Spezialisten Micromega haben wir in die Redaktion gebeten: den kompakten MyDAC.

Kompakter geht es kaum: Der MyDAC ist zwar gerade einmal 3,5 Zentimetern ist der kleine Franzose in der Lage Audiodateien von bis zu 192 Kilohertz zu entschlüsseln.

Kompakter geht es kaum: Der MyDAC ist zwar gerade einmal 3,5 Zentimetern ist der kleine Franzose in der Lage Audiodateien von bis zu 192 Kilohertz zu entschlüsseln.

Geräte, die Musikdaten empfangen, rippen, speichern, streamen oder sonst wie verfügbar machen, gibt es in den meisten Haushalten reichlich: Computer, Laptop, Streaming Clients, Fernseher, Settopboxen, Kabel- und Satellitenreceiver, Blu-ray-Player oder CD- und DVD-Player. Sie alle bieten digitale Ausgänge, an denen sich ein externer Digital/Analog Wandler, kurz DAC (Digital Analog Converter) wunderbar anschließen lässt. Aber warum sollte man das machen? Schließlich verfügen die meisten der genannten Geräte auch selber über analoge Audio-Ausgänge. Nun, die in den jeweiligen Komponenten eingebauten Digital/Analog-Wandler bieten nicht immer den besten Klang. Das kann verschiedene Gründe haben.

Die Wandlungstechnik

Viele Geräte, vor allem wenn sie nicht proprietär für die hochwertige Tonausgabe ausgelegt sind, verfügen über keine dedizierten Chipsätze zur D/A-Wandlung. Hier werden Chips verwendet, die nicht selten noch für diverse andere Ein-/Ausgabe-Funktionen zuständig sind. Diese Chips setzen teilweise wiederum auf sehr einfache Technologien zur D/A-Wandlung. Hochauflösende Musikdaten können sie meist nicht verarbeiten. Diese werden ggfls. einfach in Vorfeld herunter gerechnet, was dem Klang allerdings immer abträglich ist. Darüber hinaus ist die Entwicklung der Chipsätze für die Digital/Analog-Wandlung nicht stehen geblieben. Viele ältere CD-Player, die über ein gutes Laufwerk zum Auslesen von Audio-CDs verfügen (und die es heute de facto kaum noch gibt) lassen sich durch den Anschluss eines aktuellen externen DACs klanglich ebenfalls deutlich aufwerten.

Sinn macht ein externer DAC an nahezu allen digitalen Quellen. Selbst in die Jahre gekommene CD-Player (lassen sich soundtechnisch deutlich aufwerten.

Sinn macht ein externer DAC in Verbindung mit nahezu allen digitalen Quellen.

Die Sache mit dem Jitter

Im Zusammenhang mit der Wiedergabe digitaler Musik trifft man immer wieder auf den Begriff „Jitter“. Jitter tritt an verschiedenen Stellen auf und bezeichnet ganz allgemein unerwünschte zeitliche Schwankungen bzw. einen zeitlichen Versatz bei der Signalübertragung. Bei der Digitalisierung eines analogen Audiosignals wird das kontinuierliche Analogsignal in ein feines Zeitraster zerlegt. Beim für Audio-CDs geltenden Standard wird jede Sekunde Musik zum Beispiel in 44.100 Rasterschritte geteilt. Man spricht von einer Abtastrate bzw. Samplingfrequenz von 44,1 kHz. Die Qualität des Digitalsignals hängt wesentlich davon ab, dass die Schritte des Zeitrasters exakt gleich groß sind. Deshalb werden bei der Analog/Digital-Wandlung in Tonstudios hochpräzise Taktgeber, sogenannte Clocks eingesetzt. Um maximale Präzision zu gewährleisten, arbeiten diese teilweise mit der Technologie von Atomuhren. Die gleiche Präzision des Taktes ist bei der Rückwandlung des digitalen Signals in ein analoges wünschenswert. Je exakter der Takt, desto sauberer wird das analoge Signal rekonstruiert. Deshalb verfügen hochwertige DACs über eigene Taktgeber – präzise Schwingquarze, wie sie ähnlich auch in Quarzuhren verwendet werden. Im Gegensatz dazu errechnen die meisten Computer diesen Takt oder setzen auf deutlich einfachere, unpräzisere Taktgeber.

Analoge Ausgangsstufen

Ein weiterer klangrelevanter Aspekt sind die analogen Ausgangsstufen. Die meisten Wandlerchips liefern konstruktionsbedingt keine sehr stabilen analogen Signalspannungen. Deswegen ist die hinter der Digital/Analog Wandlung folgende Verstärkung des Analogsignals von hoher Bedeutung für den Klang. Während hier bei Computern etc. meist nur sehr preiswerte ICs zur Verstärkung eingesetzt werden, verfügen dedizierte DACs über qualitativ hochwertige analoge Ausgangsstufen.

Digitale Anschlüsse

Für die Übertragung digitaler Musiksignale zwischen unterschiedlichen Geräten haben sich verschiedene Standards etabliert. Zwischen Audiogeräten ist dies der sogenannte S/PDIF-Standard (Sony/Philips Digital Interface), bei dem das Signal entweder elektrisch, meist über ein Cinchkabel, oder optisch über ein Glasfaserkabel mit sogenannten Toslink-Anschlüssen übertragen wird. Für die Verbindung zwischen Computer und DAC hat sich die Datenübertragung über die USB-Schnittstelle etabliert. Bei der Datenübertragung via USB unterscheidet man zwischen dem synchronen Modus, bei dem sich Computer und DAC zu Beginn der Übertragung darauf einigen, in welcher Geschwindigkeit der Computer die Daten zum DAC schickt, und dem asynchronen Modus, bei dem der DAC jeweils das nächste Datenpaket vom Computer anfordert, wenn er das vorhergehende abgearbeitet hat. Bei hochwertigen DACs hat sich der asynchrone Modus durchgesetzt. Er ist technisch aufwändiger, bietet aber einige Vorteile.

Der myDAC stellt drei digitale Eingänge zu Verfügung: optisch, USB und koaxial.

Der myDAC stellt drei digitale Eingänge zu Verfügung: optisch, USB und koaxial.

Die Familie des Micromeda MyDAC

Kommen wir endlich zum Micromega MyDAC: Lassen Sie sich von der geringen Baugröße und dem gefälligen Äußeren des MyDAC nicht täuschen. Bei Micromega handelt es sich um ein etabliertes französisches Unternehmen, das seine Produkte im Heimatland entwickelt und auch fertigt. 1987 stellte Micromega seinen ersten Hightech-CD-Player vor und hat sich seitdem zu einer etablierten Marke im Bereich hochwertiger HiFi-Produkte entwickelt. Mit der MyRange kommen die Franzosen dem Trend zum Downsizing entgegen – der nicht nur die Motoren-, sondern auch die HiFi-Welt ergriffen hat – und präsentieren eine Reihe kleiner kompakter Geräte, die klanglich hohe Ansprüche erfüllen. U.a. etwa den bereits von uns getesteten MyAmp, einem kompakten Verstärker, der seine Signale unter anderem auch per Bluetooth entgegen nimmt, den MyGroove, einen Phono-Entzerrer/Vorverstärker für Vinylliebhaber oder den MyZic, einen kompakten Kopfhörerverstärker. Die MySpeaker-Lautsprecher vervollständigen schließlich das Angebot kompakter Micromega-Komponenten.

Alles drin, alles dran

Erwartungsgemäß erfüllt der MyDAC alle oben genannten Erwartungen, die man an einen externen DAC stellen kann. Er besitzt einen modernen Wandlerchip, der auch Hi-Res-Daten bis 24 Bit/192 kHz Auflösung verarbeitet. Zwei eigene Clocks sagen dem Jitter den Kampf an, eine stabile analoge Ausgangsstufe mit niedriger Impedanz bereitet das analoge Signal auf, sodass weder längere Kabel noch anspruchsvolle Verstärkereingänge dem guten Klang noch etwas anhaben können. Ansonsten gibt sich der MyDAC spartanisch. Neben den digitalen Eingängen und dem Netzanschluss – erfreulicherweise ist das Netzteil integriert, sodass man kein Steckernetzteil benötigt – finden sich auf der Rückseite noch ein Paar Cinchbuchsen, an denen das analoge Signal ausgegeben wird. Auf der Front gibt es ein schickes Drehrad, mit dem der DAC eingeschaltet und der gewünschte Digitaleingang ausgewählt wird. Über den gewählten Eingang und den Betriebszustand und das Anliegen eines digitalen Signals informieren Leuchtdioden. Das Gehäuse besteht wahlweise aus schwarzem oder weißem ABS-Kunststoff.

Die kleine Leuchtdiode in der Front signalisiert Einsatzbereitschaft. Über den weißen Drehregler wird die gewünschte Eingangssektion gewählt.

Die kleine Leuchtdiode in der Front signalisiert Einsatzbereitschaft. Über den weißen Drehregler wird die gewünschte Eingangssektion gewählt.

Inbetriebnahme

Wer den MyDAC an einem Windows PC betreiben und dabei auch hochauflösende Musikdaten bis 192 kHz abspielen möchte, muss einen geeigneten Treiber installieren. Die Software kann man von der Micromega-Homepage downloaden. Die Installation auf Rechnern jenseits von Windows 7 ist allerdings sehr umständlich und dringend verbesserungswürdig. Allerdings sind Musikdaten jenseits von 96 kHz sowieso eher seltener. Und bis 96 kHz tut es der MyDAC treiberlos im USB-1-Modus. Einfach den Schalter auf der Rückseite auf USB 1 stellen. Mac-User haben es da wieder mal etwas einfacher und benötigen auch für den USB-2-Modus, der Daten mit maximaler Auflösung Zugang gewährt, keinen Treiber. Werden die Daten im S/PDIF-Format angeliefert, sind Treiber eh kein Thema. Hier wird der MyDAC einfach angeschlossen und der passende Eingang – „COAX“ oder „OPTO“ – gewählt.

Micromega MyDAC, der Klangtuner

Wir haben den Micromega MyDAC in verschiedenen Settings getestet. Den Anfang machte er im Einsatz am Computer. Ausgangsseitig haben wir sowohl verschiedene Kopfhörerverstärker als auch Aktivlautsprecher angeschlossen. Im Vergleich zum normalen Audio-Ausgang des Rechners ist der klangliche Sprung, den man mit dem MyDAC macht, schlicht und ergreifend dramatisch. Was der native Audio-Ausgang von Computer oder Laptop alles nicht leistet, hört man nach dem Umstieg auf den MyDAC sofort: Er klingt viel breitbandiger, bietet eine ungleich höhere Auflösung und vor allem eine atemberaubende Dynamik. Aspekte, die beim Audio-Ausgang des Rechners oder Laptops weitgehend auf der Strecke bleiben. Gut, das war in gewisser Weise zu erwarten. Überraschend war allerdings, wie wacker sich der kleine Franzose beispielsweise gegenüber dem zehnmal teureren Antelope Zodiac+ schlug. Der kommt aus dem Studio-Bereich und ist deutlich aufwändiger gebaut. So werden seine Clocks in einem speziellen „Ofen“ kontinuierlich auf einer Betriebstemperatur von 60 Grad gehalten um eine möglichen Temperaturdrift des Taktes und damit Jitter zu verhindern – um nur ein Beispiel des hier getriebenen Aufwandes zu nennen. Die klanglichen Unterschiede zum MyDAC fallen allerdings erstaunlich klein aus. Die Mitten sind etwa eine absolute Paradedisziplin des kleinen Franzosen. Hier punktet er mit exakter Tonalität, wunderbarem Auflösungsvermögen und wirklich tollen grob- wie feindynamischen Qualitäten. Das teurere Gerät kann hier höchstens dadurch punkten, dass es noch einen Hauch mehr Präzision in die Wiedergabe bringt, Schallquellen noch etwas klarer gegeneinander abgrenzt und so etwas mehr Luft zwischen die am musikalischen Geschehen beteiligten Akteure bringt. Wirklich sehr beachtlich, was dieser kleine DAC hier leistet. Stimmen reproduziert er mit einer atemberaubenden Intensität und bietet damit jedem nachfolgenden Gerät optimale Arbeitsvoraussetzungen. Besonders gut haben uns Stimmen in Verbindung mit einem nachgeschalteten Röhren-Kopfhörerverstärker gefallen. Die unglaublich klare Mittenwiedergabe des MyDAC kommt in Verbindung mit ein bisschen Röhrenschmelz (den kann man beim eingesetzten Kopfhörerverstärker von Reußenzehn sogar regeln) Genusshörern entgegen.

Klein aber oho. Der Micromega MyDAC muss sich auch vor weitaus teureren HiFi-Komponenten wahrlich nicht verstecken.

Klein aber oho. Der Micromega MyDAC muss sich auch vor weitaus teureren HiFi-Komponenten wahrlich nicht verstecken.

Auch im Zusammenspiel mit einem Studiokopfhörerverstärker von SPL machte der MyDAC eine glänzende Figur. In den Höhen spielt der MyDAC ebenfalls sehr souverän und bietet ein gutes Auflösungsvermögen. Insgesamt konnte der Antelope hier zwar gegen den Micromega punkten, indem er ein wenig mehr Air ins Spiel brachte, ohne den direkten Vergleich würde man den Hochtonbereich des MyDAC aber in keinster Weise kritisieren wollen. Am ehesten kann der Bass nicht ganz mit dem sonst wirklich außergewöhnlich hohen Niveau, das der MyDAC in den Mitten vorlegt, mithalten. Hier kann man sich – auch ohne den Vergleich mit dem Zodiac bemühen zu müssen – noch etwas mehr Schub und Schwärze wünschen. Allerdings ist das schon meckern auf einem Niveau deutlich über dem für einen 300-Euro-DAC üblichen.
Die zweite Testrunde absolvierte der MyDAC im Zusammenspiel mit einem CD-Laufwerk an der Referenzkette. Per Cinchkabel mit dem CD-Laufwerk verbunden, ergibt sich hier ein ähnliches Bild wie am Computer. Besonders in den Mitten liefert der MyDAC eine schlicht astreine Performance. Auf Stimmen scheint er einfach abonniert zu sein. Aber auch Instrumente wie zum Beispiel Klavier bringt er facettenreich rüber, unterschlägt weder die Feinheiten des Anschlags noch die Klangfarbe des Instruments. Der Hochton gibt sich auch hier wohldosiert und gut aufgelöst. Den letzen Schub im Bass bleibt er aber auch an den großen Lautsprechern schuldig. Dafür punktet er in diesem Setting noch mit einer klar sortieren, stabilen Räumlichkeit.

Der Micromega MyDAC ist beschränkt sich aufs Wesentliche. Mehr wird aber auch nicht wirklich benötigt.

Der Micromega MyDAC ist beschränkt sich aufs Wesentliche. Mehr wird aber auch nicht wirklich benötigt.

Fazit

Das Design des MyDAC ist schlicht, seine Ausstattung auf ein funktionales Maß beschränkt, die Windows Treiber sind dringend updatebedürftig. Im Sachen Klang ist der unscheinbare kleine Kasten dafür wirklich ein ganz großer. Er spielt deutlich über den Niveau, das man in dieser Preisklasse erwartet. Lassen Sie andere Geräte mit Design, bunten Lämpchen, vielen Knöpfchen und Digitalanzeigen punkten – sobald der MyDAC Musik macht, überstrahlt er sie alle.

Test & Text: Martin Mertens
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 of 100

85 of 100

90 of 100

15111.Micromega-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Micromega
MyDAC
Preis:300,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- schwarz
- weiß
Vertrieb:Audio Reference, Hamburg
Tel.: 040 / 533 203 59
www.audio-reference.de
www.denon.de
Abmessungen (HBT):71 x 322 x 228 mm
Gewicht:ca. 0,5 Kg
Quellen/Eingänge:- USB (asynchron)
- optisch
- koaxial
Ausgänge:1 x analog (Cinch)
Lieferumfang:- MyDAC
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- exzellenter Klang
- solide Verarbeitung
- kompakte Abmessungen
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,1
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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