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„Ein besserer Klang beschert ein besseres Leben“ – mit diesem Credo ist Dali vor drei Dekaden auf dem Lautsprechermarkt angetreten, mit dieser Motivation haben die Dänen ihre aktuelle Rubicon-Reihe entwickelt. Der Glaubensgrundsatz gilt also auch für den gerade mal hüfthohen Standlautsprecher Dali Rubicon 6. Kann die kleine Klangsäule den großen Anspruch erfüllen?

Die Dali Rubicon 6 hier einmal in weiß. Durch die vier verschiedenen Ausführungen passt dieser Lautsprecher in jedes Ambiente.

Die Dali Rubicon 6 hier einmal in weiß. Durch die vier verschiedenen Ausführungen passt dieser Lautsprecher in jedes Ambiente.

Wer den Namen Dali hört, mag zuerst an den berühmten spanischen Maler denken und nicht unbedingt an einen Lautsprecher-Hersteller aus dem hohen Norden. Dabei ist Dali mittlerweile ein Traditionsunternehmen: Die Dänen sind seit 1983 im Geschäft, seit rund 15 Jahren finden ihre Produkte auch in Deutschland zunehmend Beachtung und Wertschätzung. Herkunft, Ausrichtung und Ansporn des Unternehmens sind im Firmenakronym untergebracht: DALI steht für Danish Audiophile Loudspeaker Industries. Die Assoziation mit dem spanischen Maler Salvador Dalí ist aber durchaus Absicht, auch manch ausgefallene Lautsprecherkreation wie die von uns schon getestete Fazon F5 könnte dem Kopf des surrealistischen Pinselfürsten entsprungen sein. Doch das eigentliche Metier der Dänen sind hochwertige Klangbilder. Dali gelingt es, seinen audiophilen Anspruch in bezahlbaren Lautsprechern zu materialisieren, in mehreren Produktlinien, die sich durch eine klassische Korpusgeometrie und zumeist durch eine unkonventionelle Chassis-Kombination auszeichnen. Die eine wie die andere stammt komplett aus eigenem Hause, Entwicklung und Fertigung der Gehäuse und der Schallwandler geschehen unter dem Dali-Dach in Nørager. Das ist zwar etwas teurer, bürgt aber für hohe und konstante Qualität. Diese Firmenphilosophie gilt auch für die 2015 gestartete Rubicon-Reihe. Sie umfasst sechs Modelle, darunter ein Center und eine wandmontierbarer Kompaktbox, die vor allem die Heimkino-Fraktion ansprechen, aber auch drei verschiedene Standlautsprecher, denen die Aufmerksamkeit der Zweikanal-Hörer gebürt. Uns hat aus diesem Portfolio die mittelgroße Dali Rubicon 6 interessiert, kurz darauf ist sie in unseren Redaktionsräumen eingetroffen. Schon beim ersten Anblick kreist ein „gefällt mir“ im Kopf, das liegt an der anmutigen Erscheinung der Dali Rubicon 6.

Das Design der Dali Rubicon 6: elegant und saft geschwungen.

Das Design der Dali Rubicon 6: elegant und saft geschwungen.

Keine schwarzen Löcher!

In punkto Präsentation hat sich bei Dali einiges getan. Hatten sich die Dänen anfangs vor allem auf die akustische Qualität ihrer Lautsprecher konzentriert, so achten sie seit etlichen Jahren auch auf eine schicke optische Performance. Die Rubicon 6 ist dafür ein gutes Beispiel. Für das Design heißt die Direktive: Keine schwarzen Löcher! – zumindest für die Front. Produktmanager Lars Jørgensen erklärt, dass eine Bassreflexöffnungen auf der Vorderseite nicht unbedingt das Aussehen einer Box verbessert, das gilt gerade bei einem schlanken, eleganten Design. Genau das trifft auf die Dali Rubicon 6 zu: Ihre Stirnseite ist gerade mal 20 Zentimeter breit. Die Front ist, wie auch die Rückseite, sanft geschwungen, dadurch wirkt die Box noch schlanker, aber auch sehr geschmeidig. Dieses Design akzentuiert zudem die Lautsprecherchassis: Wegen der Rundung der Front ragen Speaker seitlich leicht aus dem Gehäuse heraus, sie wirken fast wie aus dem Korpus herausgemeißelt. Eine sehr gelungene Optik, die durch die sehr schöne, makellose Lackierung abgerundet wird. Unser Modell ist in hochglänzendem Schwarz gehalten, das sieht äußerst elegant und edel aus – und harmoniert exzellent mit den Speakern. Wer es heller mag, entscheidet sich hier für hochglänzendes Weiß, alternativ gibt es die Box auch in den zwei seidenmatten Furniervarianten „Rosso“ und „Walnuss“, die den optischen Charakter der Box doch deutlich verändern. Dadurch ist die Dali Rubicon 6 aber auch mit verschiedenen Einrichtungsstilen kompatibel. Wer will, kann die skulpturalen Anmutung der Speaker hinter der mitgelieferten Abdeckung verstecken, dadurch wird die Box sicher unauffälliger, allerdings büßt sie so auch einen Teil ihrer Noblesse ein. Der Speakerschutz findet nicht über Magnete Halt im Gehäuse, sondern durch fünf Stifte. Dali hat es aber geschickt vermieden, dafür schwarze Löcher in den makellosen Korpus zu bohren, die Aufnahmen sind samt und sonders in die Einfassungen der Lautsprecher-Chassis integriert.

Fast schon skulptural: Durch die Wölbung der Front wirken die Speaker wie aus dem Korpus gemeißelt.

Fast schon skulptural: Durch die Wölbung der Front wirken die Speaker wie aus dem Korpus gemeißelt.

Werfen wir nun einen Blick auf die Rückseite der Dali Rubicon 6. Hier sind die Löcher, die Lars Jørgensen von der Front verscheucht hat: die Öffnungen der Bassreflex-Kanäle. Die Ports sind aus einem Stück gefertigt, sie weisen dadurch keine Kanten auf, an denen sich Luft verwirbelt, was wiederum zu Strömungsgeräuschen führen kann. Sehr gut, das haben wir auch bei teureren Boxen schon anders erlebt. Zwei Ports – damit ist auch die innere Aufteilung der Box klar: Jeder der beiden Tiefmittelton-Speaker hat sein eigenes Spielzimmer, also eine eigene abgeteilte Kammer im Gehäuse, und eine eigene Zimmertür, also eine Bassreflex-Öffnung, über die das Klangverhalten abgestimmt wird. So lässt sich sehr gezielt Einfluss auf den akustischen Charakter der Box nehmen.

Terminal mit Kronen

Wenn wir den Blick nun weiter heruntergleiten lassen, treffen wir auf das Terminal. Selbst hier geht Dali eigene Wege. Die Dänen verbauen keine 08/15-Klemmen, sondern ein Eigendesign, dass die Assoziation an Kristall und Gold weckt – majestätische Materialien, die perfekt zur der Kronenform der Klemmen passen. Ihre Aufnahmen fassen auch Litzen mit größerem Kabelquerschnitt. Wer statt dessen Bananenstecker einführt, wird ebenfalls erfreut sein: Die Steckerstifte sitzen schön stramm und bürgen für eine sichere Verbindung. Das Terminal bietet vier Anschlüsse, das ermöglicht Bi-Wiring und Bi-Amping, um wahlweise mit einem oder mit zwei Amps die Speaker der Box anzutreiben – und damit sind wir bei den Prunkstücken der Box.

Die kronenförmigen Klemmen ziert das Dali Logo. Schön gemacht, der Kunststoff ist ein wenig scharfkantig, die Kronenköpfe lassen sich aber sehr gut festziehen.

Die kronenförmigen Klemmen ziert das Dali Logo. Schön gemacht, der Kunststoff ist ein wenig scharfkantig, die Kronenköpfe lassen sich aber sehr gut festziehen.

Dalis Delikatessenabteilung: die Speaker-Sektion

Wer sich die Schallwandler der Rubicon 6 anschaut, ahnt es; wer sich mit diesem Hersteller ein wenig beschäftigt, weiß es: Dali hat zwei Spezialitäten. Die Speaker und die Speaker. Da ist zum einen die Hochton-Sektion. Hier setzten die Dänen auf ein duales Prinzip, ihr Hybrid-Modul besteht aus einer Kopplung von Bändchen-Lautsprecher und Kalotten-Tweeter. Eine ungewöhnliche Kombination, die seit etlichen Jahren das eigentliche Markenzeichen von Dali ist. Bändchen-Lautsprecher werden gerne für den Hochton verwendet, weil ihre schwingende und damit schallwandelnde Fläche entweder aus einer hauchdünnen, von Leitern durchzogenen Folie besteht oder, wie bei Dalis Magnetostat, eben nur aus den leitenden, dünnen Bändchen. Durch sie fließt das Musiksignal in Form von elektrischem Strom. Weil das in einem Magnetfeld geschieht, werden die Bändchen mal angezogen, mal abgestoßen, also bewegt – so wird aus Strom Schall. Weil die Fläche der filigranen Fäden sehr klein ist, eignen sich solche Schallwandler nur für die feinen hohen Frequenzen. Dali nutzt ihn sogar nur für die höchsten Töne, der Magnetostat spielt erst ab 14.000 Hertz aufwärts – eine Region, die auch „Air-Band“ genannt wird, denn in diesem Bereich liegt die Luftigkeit, die eine Aufnahme und ihre Wiedergabe audiophil klingen lässt. Für den normalen Höhenbereich, der über Präsenz und Brillanz der Wiedergabe entscheidet, zieht Dali einen Kalottenhochtöner hinzu, er wiederum spielt weit hinab bis 2.600 Hertz, da sind wir schon bei den Mitten. Die Bändchen-Kalotten-Kombination ist für Transparenz, Detailreichtum und Räumlichkeit verantwortlich, aber auch für eine sehr gleichmäßige und horizontal breite Abstrahlung. Diese Eigenschaften gelten als entscheidende Merkmale des Dali-Klangs.

Der Hybrid-Hochtöner: Diese Bändchen-Kalotten-Kombination ist das Markenzeichen von Dali.

Der Hybrid-Hochtöner: Diese Bändchen-Kalotten-Kombination ist das Markenzeichen von Dali.

Tiefmittelton in Teamarbeit

Nun zur zweiten Spezialität von Dali: die Tiefmittelton-Fraktion. Hier kooperieren zwei Konus-Lautsprecher, die mit ihrer auffälligen Membran sofort den Blick auf sich ziehen. Sie erinnern wegen ihrer satten rotbraunen Farbgebung an edles Leder. Doch es handelt sich hier nicht um gegerbte Tierhaut, sondern um beschichtetes Papier, das von Holzfasern durchzogen ist. Diese Fasern sorgen für eine unregelmäßige Struktur der Oberfläche, ihr Sinn liegt aber im mechanischen und akustischen Vorteil: Die Holzfasern tragen zur Steifigkeit der Membran bei, zugleich bewirken sie eine Reduzierung der Resonanzen. Dieser markante Konus ist ein Kennzeichen von Dali, durch den hohen Wiedererkennungswert scheiden diese Dali-Membranen als Motiv für Bilderrätsel à la „Dalli-Klick“ also aus, die Lösung wäre einfach zu leicht. In der Rubicon 6 kommen von diesem Konus-Lautsprecher gleich zwei 165-Millimeter-Modelle zum Zuge. Hierdurch verdoppelt sich die Membranfläche, die für die Schallwandlung des Mitteltieftons zur Verfügung steht. So kann die Dali Rubicon 6 gerade im Bassbereich deutlich kraftvoller agieren, damit ist sie auch in der Lage, größere Räume bespielen. Der Zugewinn an Kraft geht aber nicht zulasten der Kontrolle. Kleinere Membranen lassen sich in ihrem Schwingverhalten deutlich besser bändigen als große und damit flattrige Flächen. Die Doppelmembran-Lösung macht den Bass also präziser – wenn die beiden Lautsprecher perfekt aufeinander abgestimmt sind und als akustische Einheit erscheinen. Dann gilt die mathematisch unmögliche Gleichung 1+1=1. Sämtliche Chassis der Dali Rubicon 6 profitieren von einem konzerninternen Technologie-Transfer, das Magnet- und Kalottenmaterial sowie das dahintersteckende Know-How stammen aus dem firmeneigenen Flaggschiff, der Epicon-Serie. Mit dieser Ausstattung geht die Rubicon nun in den Praxistest.

Die rotbraune Membran des Tiefmitteltöners ist nicht minder markant. In der Rubicon 6 agieren zwei dieser Konuslautsprecher als Team.

Die rotbraune Membran des Tiefmitteltöners ist nicht minder markant. In der Rubicon 6 agieren zwei dieser Konuslautsprecher als Team.

Grenzüberschreitung: Die Dali Rubicon 6 erobert den Höraum

Der Test beginnt wie immer mit dem Aufbau der Boxen, hier ist erst einmal der Kleinhandwerker im Kunden gefragt: Die seitlichen Ausleger, die als Füße mitgeliefert werden, müssen noch an die Box geschraubt werden. Das geht aber fix und dauert nicht länger als das Montieren eines Satzes Spikes. Die sind bei den Auslegern der Dali Rubicon 6 schon vormontiert. Beim Aufstellen der Boxen gleicht man nun etwaige Niveauunterschiede des Bodens durch Heraus- oder Hereindrehen der betreffenden Spikes aus, dann zieht man die Kontermuttern fest – fertig!
Zum Aufstellen und Ausrichten der Schallwandler wählen wir die Joni Mitchell-Nummer „Barangrill“ in der Interpretation von Ian Shaw. Der britische Jazzvokalist singt diesen Evergreen mit viel Seele, und um das herauszukitzeln, sollte man bei der Aufstellung der Rubicon 6 experimentieren. Hier gibt es, um den Modellnamen zu widerlegen, keine Grenzen. So haben wir zuerst eine starke Ausrichtung hin zum Hörplatz gewählt, mit steigender Lautstärke stellt sich jedoch heraus, dass die optimale Einwinklung eigentlich nur wenige Grad beträgt. Auch beim Abstand der Boxen lohnt sich das Ausprobieren, schon wenige Millimeter führen hier entscheidende Schritte weiter. Bei 2,18 Metern Abstand und gut zweieinhalb Metern Entfernung zum Hörplatz steht Ian Shaw schließlich goldrichtig. Wie die Rubicon 6 nun seinen samtweichen, zugleich aber innigen Gesang wiedergibt, ist rundherum gelungen. Sie verleiht dem begnadeten Sänger genau jene starke physische Präsenz, die die Aufnahme so gut eingefangen hat. Wir können jede noch so zarte Wandlung seiner Stimme miterleben, und das gelingt schon bei geringer Lautstärke – sehr beeindruckend! Die Dali Rubicon 6 ist eine Box, die also durchaus zum leisen Genuss verführt. Und wie sieht es bei stärkeren Pegeln aus? Dali empfiehlt für die Rubicon 6 einen Verstärker zwischen 40 und 250 Watt. Mit dem Krell Vanguard, der bei 4 Ohm 400 Watt Leistung liefern kann, steckt bei unserem Test also ein sehr starker Antrieb hinter den Boxen. Wir geben nun also mal Gas. Bei gehobener Lautstärke werden natürlich die Bässe stärker betont; um hier eine gute Balance zu finden, lohnt beim Platzieren der Box auch ein Spiel mit dem Wandabstand. Wir haben die Dali Rubicon 6 daraufhin etwas von der Wand abgerückt, den Song „Barangrill“ noch einmal gestartet – und jetzt beginnt das Echt-Erlebnis gleich mit den ersten Anschlägen des Perkussionisten Miles Bould: Die Töne seiner Tabla klingen ungemein realistisch, wir hören Finger und Fell – hier zahlt sich die Agilität der hybriden Hochtonsektion aus. Schon wenige Schläge genügen, da baut die Rubicon 6 die Bühne auf, also jenen Raum, in dem Ian Shaw und seine Mitmusiker diese Nummer eingespielt habe. Sehr gut! Bei den Tabla-Anschlägen punktet die Rubicon 6 auch mit einem bemerkenswerten Bassvermögen, hier leistet das Tiefmittelton-Team saubere Arbeit.

Tiefer Blick in die Box: Wer in den oberen Bassreflexkanal hineinschaut, sieht direkt die Rückseite des ersten Tiefmitteltöners. Die Prüfer-Paraffe links dokumentiert, dass dieser Speaker eine Qualitätskontrolle durchlaufen hat.

Tiefer Blick in die Box: Wer in den oberen Bassreflexkanal hineinschaut, sieht direkt die Rückseite des ersten Tiefmitteltöners. Die Prüfer-Paraffe links dokumentiert, dass dieser Speaker eine Qualitätskontrolle durchlaufen hat.

Punch und Brillanz

Der Bass der Rubicon 6 beeindruckt in der nächsten Aufnahme nicht nur die Ohren, sondern auch den Bauch. Die O-zone Percusson Group zieht bei der Nummer „Jazz Variants“ alle Register, hier wird die gesamte Rhythmussektion durchdekliniert. Die Rubicon 6 schreitet mit uns fulminant durch diesen Schlagwerker-Workshop: rechts vorne klingelt das helle Metall der Xylophon-Plättchen, links tönt dann das dunkle Palisanderholz des Marimbaphon – und dann fährt von hinten die Kesseltrommel mit dem sprichwörtlichen Paukenschlag dazwischen. Holla, dieser Schlag geht in die Magengrube! Die Rubicon 6 kann ordentlich austeilen, das ganze Perkussionswerk schallwandelt sie mit sehr viel Punch, zugleich aber auch mit großer Akkuratesse. Das zeigt sich vollends beim Einsatz des Drum-Sets, die Rubicon 6 beweist nun ihre ganze Dynamikfähigkeit und liefert ein eindrucksvolles Abbild dieser tollen Schlagwerk-Aufnahme. Als nächstes haben wir eine etwas heikle Einspielung ausgesucht: Emma Bell singt die Händel-Arie „Orrida a gl’occhi miei“ aus der Oper „Ariodante“. Die Britin bezaubert uns mit ihrer eindringlichen Interpretation, die Aufnahme ist jedoch reich an Höhen; bei mediokren Schallwandlern kann das schnell in einer unschönen Schärfe der Stimme münden. Die Rubicon 6 gibt sich hier keine Blöße, Miss Bell klingt schlichtweg brillant. Und auch der Klangkörper, der die Sopranistin begleitet, kommt nicht zu kurz: Das Scottish Chamber Orchestra wird von Richard Egarr geleitet, vom Cembalo aus, wie es im Barock üblich gewesen ist. Die Balance zwischen dem Tasteninstrument und dem gesamten Orchesterapparat gelingt der Rubicon 6 sehr gut, wir bekommen einen hervorragenden Eindruck von den Dimensionen des Klangkörpers, durch die plastische Abbildung gelingt auch die nicht ganz einfache Einbettung der Cembalo-Begleittöne: Aus den silbrig-feinen Tönen wird eben nicht das nervige Zirpen, für das das Cembalo oft gescholten wird. Es hat viel mit der Qualität der Aufnahme und der Wiedergabe zu tun, ob dieses Instrument klingt oder nicht. Wir haben die Dali Rubicon 6 danach noch mit zig weiteren Stücken gehört, sie lief auch etliche Stunden eher im Hintergrund – aber auch wenn wir nur mit einem Ohr dabei waren, jenseits des optimalen Hörplatzes, kam immer wieder die Erkenntnis auf: Musikhören macht mit diesen Lautsprechern einfach Spaß. Das hat Folgen: Den Heimweg nach dem Hörtest haben wir mit richtig guter Laune angetreten. An dem Credo von Dali ist wohl was dran.

Die Dali Rubicon 6 in schwarzem Hochglanz: In dieser Version wirkt die Box besonders edel.

Die Dali Rubicon 6 in schwarzem Hochglanz: In dieser Version wirkt die Box besonders edel.

Fazit

Mit der Rubicon 6 bietet Dali eine echte Delikatesse: Diesem gerade mal hüfthohen Schallwandler gelingt eine agile, luftige und zugleich bassstarke Wiedergabe. Bei aller Kraft behält die Rubicon 6 aber stets die Kontrolle. Zudem glänzt sie mit einem sehr guten Abstrahlverhalten, der Musikgenuss bleibt also nicht auf den Hörplatz beschränkt. Möglich machen das die Bändchen-Kalotten-Kombination und das Tiefmitteltöner-Team; durch das harmonische Zusammenspiel dieses Doppel-Duos klingt die Rubicon 6 wie aus einem Guss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut

88 %

91 %

85 %

161207-dali-testsiegel

Technische Daten

Modell:Dali Rubicon 6
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:1.849,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Schwarz hochglänzend
- Weiß hochglänzend
- Rosso seidenmatt
- Walnuss seidenmatt
Vertrieb:DALI GmbH, Bensheim
Tel.: 06251 / 9 44 80 77
www.dali-deutschland.de
Abmessungen (HBT):990 x 200 x 380 mm
Gewicht:20,2 kg / Stück
Impedanz:4 Ohm
Hochtöner:1 x 17x45 mm (Bändchenlautsprecher)
1 x 29 mm (Gewebekalotte)
Tiefmitteltöner:2 x 165 mm (Holzfaser-Membran)
Frequenzbereich:38 Hz - 34 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:2.600 Hz / 14.000 Hz
Lieferumfang:- Dali Rubicon 6
- Bedienungsanleitung (sechssprachig)
- Spikes
- Gummidämpfer
- Montagewerkzeug
- Poliertuch (Mikrofaser)
Besonderes:- Hybrid-Hochton-Modul (Bändchen-Kalotten-Kombination)
- Tiefmitteltöner mit Holzfaser-Membran
- beeindruckende räumliche Abbildung
- agiler, luftiger Hochton
- sehr gutes Rundstrahlverhalten
- makellose Verarbeitung
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut

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